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CBS, DH0GHU, Detektordeibel, hegi_ms, Ottensen FM 2, Martyn136, Alqaszar, iro, Chief Wiggum, Hunsrücker

Tagesschau-Sprecher Gehälter

Startbeitrag von CBS am 28.06.2013 10:18

Die Bild Zeitung berichtet zur Zeit in einer Art Serie über das ARD Flaggschiff Tagesschau. Auszüge lesbar hier:

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/hofer-bator-brauner-die-finanz-geheimnisse-der-tagesschau-sprecher_aid_1028629.html

Zitat

Die „Bild“-Zeitung vom Freitag legt jetzt offen, dass ein Tagesschau-Sprecher zwischen 150 und 226 Euro brutto pro Sendung verdient – je nach Länge. Damit kämen die derzeit sieben Sprecher auf ein Monatseinkommen von 8000 bis 10 000 Euro, weil sie pro Tag mehrere Sendungen moderieren.
[...]
Neben ihrem Einsatz als Sprecher dürfen die Moderatoren noch weitere Verdienste einstreichen – beispielsweise bei der Moderation von Firmen-Galas. Pro Auftritt winken zwischen 5000 und 15 000 Euro.


Rein aus Interesse, ohne eine Neiddebatte führen zu wollen, mache ich mal eine Umfrage hierzu. Ich lasse auch die Möglichkeit des "zu niedrig" Abstimmen zu, vielleicht möchte man mit seinem Gebühren die Sprecher unebedingt halten wollen.

Antworten:

Wenn die Bild-"Zeitung" irgend etwas über die ARD berichtet ist das normalerweise reine Propaganda...
Zwischen beiden herrscht doch eine Art Kriegszustand. Da bleibt die Wahrheit dann manchmal auch auf der Strecke. Bei der Bild sowieso.

von iro - am 28.06.2013 10:50
"Ich lasse auch die Möglichkeit des "zu niedrig" Abstimmen zu, vielleicht möchte man mit seinem Gebühren die Sprecher unebedingt halten wollen."

Danke für die Großzügigkeit!

:joke: :nichtzufassen:

von hegi_ms - am 28.06.2013 17:28
Die Gehälter passen gut in den Rahmen der Öffentlich-rechtlichen Verschwendungssucht.

Nun gut andererseits, ob die vom Blatt ablesen oder Obomba vom Teleprompter...

von Detektordeibel - am 28.06.2013 18:24
Wollt ihr Herrn Ackermann umbringen? Der lacht sich gleich tot.

von hegi_ms - am 28.06.2013 18:38
Tagesschau? Die gibt es noch?

von Alqaszar - am 28.06.2013 19:02
Ja, aber für dich sind die RTL2 News sind doch viel interessanter :joke:

von Chief Wiggum - am 28.06.2013 20:01
Wenn es nicht so traurig wäre könnte man darüber lachen. Selbst die Tagesschau füllt man immer mehr mit Boulevard-Themen. Seriös ist die Berichterstattung von PHOENIX ("Vor Ort", "Der Tag"...) und von den Nachrichtensendungen kommt das heute-journal für mich noch am seriösesten rüber auch wenn das ZDF von vielen scharf kritisiert wird.

Zum Thema: Zweifelsohne wird es ein harter Weg sein bis man die Position des tagesschau-Sprechers erreicht, als Nachrichtensprecher im wichtigsten und populärsten TV-Sender Deutschlands. Allerdings habe auch ich für "zu hoch abgestimmt, da ich die Doppelmoral der ÖR nicht in Ordnung finde (für die MW ist kein Geld da, aber für Intendanten/Rundfunkräte/Sprecher/Europarechte/Spartenkanäle... sind die Gebühren gut genug) :rolleyes:

von Hunsrücker - am 28.06.2013 20:19
Mit der Abstimmung werde ich mich erstmal zurückhalten.

Klar klingen ~200€ für ne Viertelstunde die Nachrichten sprechen arg viel. Aber ich denke mal das eine Nachrichtensendung insgesamt viel länger dauert. Denke mit Maske, Vor- und Nachbereitung können da schon gut eineinhalb Stunden zusammenkommen. Das wäre dann etwa 130 €/h. Also etwa das doppelte was ein Handwerker in Rechnung stellt. Als Vergleich.

Und auch ~9.000€ pro Monat klingen erstmal arg viel. Aber das ist ja kein Angestelltengehalt, sondern eine Frei Mitarbeit. Heisst also es gibt keinen bezahlten Urlaub, und auch um die soziale Absicherung muss sich ein Freier Mitarbeiter ganz allein kümmern.

10,5 x ~9.000€ = ~94.500€ was aber wohl wegen der fehlenden Sozialversicherungen wohl einem Arbeitnehmerbrutto von ~66.000€ / ~5.500€ netto entspricht.

Netto wären das dann ~3.050€. Damit zählt man zwar sicher schon zu den Besserverdienern, weil es etwas mehr als doppelt soviel ist was normale Arbeitnehmer im Schnitt bekommen. Aber direkt reich is man damit noch nicht.

Zudem wird man in aller Regel auch nicht gleich nach der Ausbildung oder dem Studium Tagesschausprecher, sondern erst nach weniger stark vergüteter Tätigkeit.

von Martyn136 - am 28.06.2013 22:27
http://www.youtube.com/watch?v=ItLnVERTVBI

Die volle Information

von Detektordeibel - am 29.06.2013 14:35
Sind das tatsächlich freie Mitarbeiter, keine Angstelltengehälter?

Dann ist das Gehalt nicht sonderlich hoch. 3050 € netto = ungefähr der Einstieg in die "Oberen 10%". Für eine derart exponierte Tätigkeit ist das nicht viel.

von DH0GHU - am 30.06.2013 20:14
Zitat
DH0GHU
Sind das tatsächlich freie Mitarbeiter, keine Angstelltengehälter?

Dann ist das Gehalt nicht sonderlich hoch. 3050 € netto = ungefähr der Einstieg in die "Oberen 10%". Für eine derart exponierte Tätigkeit ist das nicht viel.


Das in Rede stehende Nettoeinkommen von 3050EUR ist das Ergebnis einer fehlerhaften Berechnung. Die Begriffe "netto" und "brutto" werden bunt zusammengewürfelt.

Der Mitarbeiterstatus "frei" oder "angestellt" spielt keine Rolle, da das unterstellte Jahressalär von 94.500EUR oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen 2013 (Kranken-/Pflegeversicherung [GKV] bundeseinheitlich 52.200EUR; Renten-/Arbitslosenversicherung West 69.600EUR, Ost 58.800EUR) liegt. Freien und angestellten Mitarbeitern steht es damit also frei, ob und wie sie sich versichern, versicherungspflichtig sind sie nicht.

Wird das Jahreseinkommen von 94.500EUR als steuerpflichtiges Einkommen (Freibeträge, Sonderausgaben usw. außen vor) angesetzt, so ergibt sich in Steuerklasse ! (keine Kirchensteuer) ein Netto-Jahresgehalt von 60.154,90EUR, oder monatlich 5.012,91EUR.

Wie kommst Du darauf (nur gefühlt oder welche Quelle?), ein Netto-Monatseinkommen von 3.050EUR dem 10. Dezil der Einkommensverteilung (welcher Einkommensbeziehergruppe?) zuzurechnen?

von Ottensen FM 2 - am 01.07.2013 21:07
... Die Zahl hatte ich vor einiger Zeit bezogen auf Single-Einkommen gehört, ich kann Dir aber die exakte Quelle nicht nennen.

Es gibt aber ähnliche Erhebungen, z.B. hier:
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61754/haushalte-nach-groesse-und-einkommen


Auch als Angestellter mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze kann man sich natürlich weiter in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern.
Es gibt in diesem Fall.
- Bruttogehalt
- Abzüge für SV-Beiträge
- AG-Zuschuss für SV-Beiträge
- Steuerliche Abzüge.

Ist man hingegen selbständig tätig, so gibt es natürlich keinen Arbeitgeberanteil für SV-Beiträge. Allein aus diesem Grund sind 94500 € brutto für einen abhängig Beschäftigten hinsichtlich Netto-Ergebnis nicht identisch zu 94500 € brutto für einen Selbständigen (der davon zu 100% seine Versicherungen begleichen muss.)

Die Frage nach dem Status (selbständig/angestellt) war allerdings auch rein interessenhalber gestellt.


Nun hatte ich mich gestern Abend verlesen und deshalb die 3050 € zitiert. Das ändert allerdings wenig an meiner Bewertung, dass ein Brutto-Jahresgehalt von 94500 € für einen Tagesschau-Moderator nicht unbedingt "exorbitant" ist. Ich halte das für angemessen.

von DH0GHU - am 01.07.2013 22:31
My2cents: Das reine Gehalt für Tagesschau-Sprecher ist für die Exklusivität des Jobs nicht unbedingt zu hoch. Wenn man allerdings bedenkt, dass es sicherlich noch tausende andere qualifizierte Nachrichtensprecher gäbe, die einfach nie die Chance bekommen, die Nachrichten zu verlesen, so kann die Höhe des Gehalts dort nicht mit Mangel an möglichem Ersatzpersonal begründet werden.

Wenn man bei den Privaten unbedingt auf Gesichter setzen will und auch bereit ist, dies zu bezahlen, dann ist das deren Entscheidung. Beim ÖR sollten Gesichter aber nicht an erster Stelle stehen sondern Inhalte. Sicherlich mag der Zuschauer "seine" Person, die ihm vertraut ist, aber gerade bei Talkshow Moderatoren/Moderatorinnen ist das Gesicht inhaltlich oftmals keinen Pfifferling Wert!

Ein Tagesschau Sprecher wird wahrscheinlich auch bei der Nachrichtenauswahl in der Redaktion und deren Aufbereitung dabei sein. Inwiefern er wieviel dort macht kann ich nicht beurteilen. Insofern könnte man diese Gehaltsangaben vielleicht noch akzeptieren, was ich aber nicht gutheiße sind die Zusatzeinnahmen, die sich ausschließlich durch den schon elitären Job, den wie oben gesagt sicherlich auch tausende andere machen könnten, erst ergeben! Ob jetzt Susanne Stahnke oder Lisa Müller eine Benefizveranstaltung oder Firmenparty besucht, moderiert oder dort ein Grußwort spricht macht insofern nur den Unterschied aus, dass der Tagesschau Sprecher durch aller Leute Gebühren einfach seine Arbeit macht und nur dadurch bekannt einfach weitere lockere Jobs annehmen darf, kann und vielleicht auch tut. Hier sehe ich einen Unterschied zw. Privaten und ÖR, was erlaubt sein sollte und was nicht.

Gut, beim ZDF sollen die Gehälter für diese Moderatoren ja noch höher liegen, zwar nicht in der Absolutzahl, die man ab und zu lesen kann, aber doch so hoch, dass die Leute als freie Mitarbeiter beschäftigt werden müssen, da das Gehaltsgefüge intern sonst nicht mehr stimmt, wenn man mehr als der Intendant verdient.

von CBS - am 02.07.2013 07:47
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