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vor 4 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 6 Monaten
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iro, Bolivar diGriz, ardey.fm, elchris, Alqaszar, zerobase now, Martyn136, Detektordeibel

Ägypten: Mursi von Armee abgesetzt!

Startbeitrag von Martyn136 am 03.07.2013 21:39

Heute ist zumindest für Ägypten und die Freiheit ein Guter Tag, denn Präsident Mursi wurde von der Armee abgesetzt!

Ob damit dann endgültig der Weg für eine Demokratie frei ist, oder ob es zu einer Militärregierung kommen wird ist wohl noch unklar. Aber selbst eine Militärregierung würde der Bevölkerung mehr Freiheit bringen als eine Herrschaft der Islambrüder unter Präsident Mursi.

Antworten:

Ob die ägyptische Gesellschaft nun auf eigene Faust den Weg in die Demokratie findet bleibt ihr zu wünschen...
Nachdem sich die USA auf die Seite der Islamisten gestellt hatten weil sie damit rechnen das die das Land gegen die Wand fahren ist es gut das wenigstens das Militär in Ägypten funktioniert. :P In der Türkei ist das auch schon überfällig.

von Detektordeibel - am 04.07.2013 04:24
Zitat

Ob damit dann endgültig der Weg für eine Demokratie frei ist,

Natürlich nicht. Sobald man demokratische Wahlen zulässt werden wieder die Islamisten gewählt...
Demokratie kann dort also nicht erlaubt werden. Das Militär handelt jetzt ganz im Sinne seiner Finanziers...

von iro - am 04.07.2013 07:55
Es gibt also nur die Wahl zwischen einer Diktatur des Mobs oder des Militärs. Da kann man nur auf vernünftige Militärführer hoffen, die wenigstens die Ordnung aufrecht erhalten und mehr Schulen bauen, damit aus dem Mob eines Tages ein mündiges Volk wird.

von Bolivar diGriz - am 04.07.2013 09:34
Demokratie ist eben (noch) nicht überall die ideale Staatsform. Vor allem nicht, wenn dadurch einfach nur eine Diktatur der Mehrheit entsteht... Und erst recht nicht, wenn dabei noch Religion ins Spiel kommt. Auch nicht die Christliche.
Hat auch seine Vorteile, wenn sich die einzelnen Institutionen des Staates gegenseitig lähmen und ausbremsen - so wie bei uns der Fall.

von iro - am 04.07.2013 09:49
Ich finde es auch bedenklich wenn man ein immerhin halbwegs demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt einfach so wegputscht. Allerdings hat Mursi auch innerhalb kürzester Zeit alles dafür getan sich dermassen unbeliebt zu machen, dass man fast schon Mitleid haben muss. Ungeschickter geht es kaum.

von zerobase now - am 04.07.2013 12:55
Wenn die ehemaligen Wähler den Präsidenten schon ablehnen, müsste dieser in einer funktionierenden Demokratie zurücktreten und Neuwahlen ermöglichen. Da er nicht freiwillig zurückgetreten ist, musste er halt zurückgetreten werden. Die Regel sollte so etwas natürlich nicht sein, sonst bräuchte man keine Wahlen, sondern könnte die Kandidaten auch in einem Boxkampf gegeneinander antreten lassen.

von Bolivar diGriz - am 04.07.2013 13:01
Ich stelle mir das so vor: Merkel vs. Steinbrück über 12 Runden für die Kanzlerschaft, und der Koalitionspartner wird mit 10 Runden von Rainer Brüderle gegen die Grünen ausgefochten, wobei diese in alter Parteitradition von Runde zu Runde rotieren: Künast, Özdemir, Roth, Kretschmann, Göring-Eckart, Tritttin usw.

Ringrichter ist Gregor Gysi, die Punkte werden von den Einschlägigen TV-Talkshow-Krawalleros von Will bis Plaßberg vergeben.

Die ARD überträgt live, während Raab auf ProSieben einen Simpsons-Marathon moderiert.

Die BILD erklärt anschließend Merkel als Sieger und beschimpft zur Feier des Tages die faulen Südländer mit drei Schlagzeilen gleichzeitig.

Deutschland freut sich, und abends am Stammtisch schwadronieren wir über die besten Autos, das beste Bier und den besten Fußball und wie am deutschen Wesen die Welt genesen soll.

Laserpointer werden aus Sicherheitsgründen verboten; jetzt, da sich in Kairo herausgestellt hat, dass es unverzichtbare Werkzeuge der Revolution gegen religiös-konservative Regierungen sind, welche die Interessen des Kapitals vertreten.

Steinbrück, Gabriel und Nahles sind sich plötzlich einig, dass die SPD die superbeste Partei ist, woraufhin Steinmeier aber verschnupft reagiert, weil er davon erst aus der Presse erfährt.

Wenigstens haben die Ägypter noch die Hoffnung, dass es bei ihnen wirklich besser wird.

von Alqaszar - am 04.07.2013 21:12
Ist doch alles ganz easy, wofür der dumme Westen jahrhundertelang die ganzen Luthers, Lockes, Rousseaus, Dutschkes, Brandts und diverse Weltkriege brauchte, dieses freiheitlich-demokratische Grundordnungsmoped... im digitalen Zeitalter regeln das die Jungs auf dem Tahrir mit FB, Twitter, Bengalos und Gottvertrauen spätestens bis zur WM in Brasilien - Ägypten ist Gruppenerster!

von ardey.fm - am 04.07.2013 23:04
Neue Demokratien funktionieren nicht gleich, die müssen das erst üben. Solange wird halt die parlamentarische Nachfolgeorganisation der alten Unterdrücker gewählt. Bei uns im Osten die Linke, in Bayern CSU - und in der arabischen Welt halt irgendwas, was drei- bis fünfmal am Tag den Teppich ausbreitet. Das Militär als Wächter der Verfassung ist zwar keine Ideallösung, funktioniert aber z.B. in der Türkei recht gut.

von elchris - am 05.07.2013 09:07
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