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Praktiker macht den Schlecker und ist praktisch Pleite

Startbeitrag von Scrat am 10.07.2013 22:32

Praktiker vor der Pleite: überschuldet und zahlungsunfähig

Hamburg - Die Baumarktkette Praktiker steht vor der Pleite. Neben dem Insolvenzgrund der Überschuldung sei auch die Zahlungsunfähigkeit der Praktiker AG gegeben, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Hamburg mit.


Praktisch Pleite

Die 50 interessantesten Antworten:

Hier in Weiden gibt es seit Mitte der 90er nen Praktiker. Vor ein paar Jahren wurde direkt daneben ein OBI Baumarkt gebaut, dessen Gebäude ist ungefähr doppelt so lang wie das von Praktiker. Seitdem macht Praktiker kein Geschäft mehr, jeder kauft beim OBI. Naja das wars dann wohl mit Praktiker und seinen ewigen "20% auf alles" Aktionen. Achja ich habe ja noch was vergessen:"Außer Tiernahrung!" ;)

von BetacamSP - am 10.07.2013 22:55
Kommt doch nicht wirklich überraschend, der Patient liegt doch schon seit längerem im Koma... hier in Hagsfeld gibts übrigens seit über einem Monat einen Ausverkauf, die Filiale wird bereits zum Monatsende geschlossen! 35% auf alles, außer Hochdruckreiniger, Ratschenkasten und Grassamen gabs für die Hälfte, alles andere für 35% weniger.

von Rosti 2.0 - am 11.07.2013 06:04
Zitat
NurzumSpassda
Hier in Münster ist Praktiker vor einiger Zeit Bahr gewichen...

Das ist hier in OWL auch schon vielfach passiert.
Ist eigentlich auch schon länger bekannt, dass Praktiker kurz vor der Pleite stand...

von WiehengeBIERge - am 11.07.2013 12:25
In Murnau gibts einen Praktiker und eine BayWa.
Bei BayWa geht man rein, fragt einen Mitarbeiter, wenn man 'was sucht, und findet es dann (sofern vorhanden).
Bei Praktiker ging man rein, und suchte einen Mitarbeiter. Die waren schon sooo billig, daß es nichtmal für minimalen Service reichte. So zumindest vor einiger Zeit. Man hat mir auch auf (e-Mail-)schriftliche Kritik hin bestätigt, dass man nicht guten Service, sondern einen niedrigen Preis als Ziel habe.

Bei meinem beiden letzten Besuchen habe ich etwas schneller Mitarbeiter gefunden, die man etwas fragen konnte. Offenbar zu spät...
Schade für die Mitarbeiter - nicht um die Firma ansich.

von DH0GHU - am 11.07.2013 15:38
Zitat
DX Obertshausen
Das soll mal jemand verstehen. Im letzten Jahr machte Praktiker 3 Milliarden Euro Umsatz !!! Und jetzt ist man pleite? Verstehe ich nicht :confused:


Wenn man aber 3,5 Milliarden Aufbringen musste um eben jene 3 Milliarden Umsatz zu erzielen, hat man am Ende 500 Mio Miese gemacht.

Umsatz =/= Gewinn

von Mæx - am 11.07.2013 17:11
Wundert nicht. Praktiker war "der billige Baumarkt" und die Qualität und Preise sind immer schlechter geworden, während Obi, Bauhaus, als nachzügler attraktivere Filialen überall hingestellt haben.

Aber es gibt zuviele Baumärkte und das ganze ist zumindest in den Zentren ziemlich Overstored.

Hornbach ist auch schon angeknockt... das dürfte die nächsten sein.

von Detektordeibel - am 11.07.2013 18:21
Bahr gehoert zum gleichen Unternehmen. Praktiker war bei uns gut fuer Malerbedarf und Tapeten, da sogar unerreicht. Qualitat streute stark, wenn man mit einem Einkauf alles bekam, dann war es billig. Beim naechsten Besuch hatten sie sowieso komplett andere Sachen.

von PowerAM - am 11.07.2013 18:55
Zitat
Japhi
Billigrepublik Deutschland ;-)


Wenn man sich das wenigstens endlich mal öffentlich eingestehen würde. Aber ist ja auch so immer noch alles zu teuer. Und leider können sich viele eben auch wirklich nichts teureres als den Discounterkram leisten. Und so bleibt's halt wie es ist. Die Merkel sitzt auch das aus.

Man verzeihe mir die mitternächtliche Polemik. Mir ist grad danach.

von Wrzlbrnft - am 11.07.2013 22:00
Zitat
Wrzlbrnft
Aber ist ja auch so immer noch alles zu teuer.


Dazu ein paar Zeilen aus einem Bericht über die Wiedereinführung der alten Landkreiskürzel an Autonummernschildern:

Einer der ersten Parsberger, der sich ein neues Nummernschild - PAR IS 100 - geholt hat, war Reinhold Vögerl.

Der hatte erst am Freitag letzter Woche seinen neuen Opel Vivano mit einem NM-Kennzeichen angemeldet. „Heute habe ich in den Nachrichten gehört, dass ab sofort wieder die Altkennzeichen ausgegeben werden, und da bin ich gleich zur Zulassungsstelle und habe mein Fahrzeug nach wenigen Tagen wieder umgemeldet“, so Vögerl.

Die rund 40 Euro plus die Kosten für das Nummernschild schreckten Vögerl dabei nicht ab. Er sagte: „Das ist definitiv eine gute Sache, und man kann seine Verbundenheit zur Heimatstadt und zum Altlandkreis ausdrücken.


Oder wie sagte ein Kunde mal: Hab mir gerade ne neue S-Klasse gekauft, für nen HD Sat Receiver reichts grad nich mehr :rolleyes:

Geld ist bei vielen noch Vorhanden, nur für was es dann wirklich gerne ausgegeben wird...

von Scrat - am 11.07.2013 22:40
Die selben Personen, die gerne zweimal 40 Euro rauswerfen, sind auch diejenigen, die mir in den Ohren hängen, dass sie sich keine Lebensmittel vom Bio-Markt leisten könnten, weil die soooooo teuer sind. ( Gehört aber mehr in den "geht mir auf den Keks"-Thread )

von sup2 - am 12.07.2013 05:22
Praktiker - ja, hat hier erst vor zwei Jahren neu aufgemacht. War aber noch nie drin, nebenan ist der toom (das ist bei uns in Bayern ein Baumarkt!) - der hat alles, ist angenehm zum einkaufen und auch nicht teuer.

von elchris - am 12.07.2013 12:37
Zitat

Wenn man sich das wenigstens endlich mal öffentlich eingestehen würde. Aber ist ja auch so immer noch alles zu teuer. Und leider können sich viele eben auch wirklich nichts teureres als den Discounterkram leisten


Und solange letzteres der Fall ist sollte man in Deutschland Aldi und Co jeden Morgen danken... müsste man die Lebensmittelpreise etc. wie in anderen EU Ländern zahlen dann würde den Leuten auffallen das sie nach Abzug aller Abgaben mit nem Taschengeld abgespeist werden... und dann würde man nicht nach Lohnerhöhungen schreien sondern nach Abgabensenkungen... Und das will zumindest in der Politik niemand...

Bioblödsinn bei Lebensmitteln ist zumindest in Europa eh nix anderes als Prestige... das Zeug hat weder besseren Nährwert noch ist da irgendwas gesünder dran, und wenn alles nur noch "Bio" wäre da hätte man sogar ein Versorgungsproblem...
Ok, bei Fleisch merkt man tatsächlich bissel was weil die Viecher deutlich mehr Gras als das Scheiss Östrogensoja zu fressen bekommen...

von Detektordeibel - am 13.07.2013 04:34
Achja... Dieser eingeschränkte Horizont der Bio-Kritiker...

Ich habe Famillienangehörige, die auf stark mit Pestiziden behandeltes Gemüse mit Übelkeit, Ausschlägen etc. reagieren.
Die präventive Gabe von Antibiotika in der Viehzucht sorgt für massive Resistenz-Bildungen bei Bakterien.
Pestizide und ihre Rückstände sind im Grundwasser nachweisbar, ebenso wie Düngemitteleinträge.
Die riesigen Transportwege, die zum Teil Nahrungsmittel unsinnigerweise zurück legen (so ein Quatsch: irische Butter in Bayern, in Marokko gepulte Nordseekrabben. Was soll der Dummfug?), erfreuen unterm Strich auch vor allem die Ölscheichs, schädigen aber die Umwelt und verstopfen unsere Autobahnen.
und und und.
Alles Punkte, über die wir nicht diskutieren müssen, weil sie keine Auslegungssache sind.

Aber nein, Bio ist quatsch, weil mans ja nicht am Geschmack der Tomate merkt. Es geht da um mehr als nur Geschmack und Nährwert, lieber Detektordeibel.
Ich kenne niemanden, der (bei Pflanzen) Bio (nur) wegen Geschmack & Nährwert kauft - gekauft wird das a priori, um den "Nebenwirkungen" konventioneller Landwirtschaft zu entgehen. Wenns um Geschmack geht, ist ortsnaher Anbau viel wichtiger (eine rot geerntete Tomate schmeckt nunmal besser als eine gelbt geerntete, nachgereifte Tomate)

... Deutlich merkbar ist der Unterschied allerdings beim Fleisch.

von DH0GHU - am 14.07.2013 16:55
Zitat

weil mans ja nicht am Geschmack der Tomate merkt.

Doch, merkt man. Aber nicht mehr so deutlich wie früher. Die Holland-Tomaten haben mittlerweile auch wieder Geschmack bekommen und sind nicht mehr reine biologisch abbaubare Wasserflaschen...
An den Geschmack der Tomaten meines Nachbarn "Erdfrüchte" kommen die aber noch lange nicht ran!

von iro - am 14.07.2013 18:28
Zitat

Pestizide und ihre Rückstände sind im Grundwasser nachweisbar, ebenso wie Düngemitteleinträge.


Und landen somit auch im regionalen Biogemüse. Aber die Drei Buchstaben auf der Kiste die die Schwarzarbeiter vorher umgepackt haben lassen dem beschränken Biofan halt den Glauben das das Grundwasser um die Biofelder einen Bogen macht. :joke:

Zitat

Ich habe Famillienangehörige, die auf stark mit Pestiziden behandeltes Gemüse mit Übelkeit, Ausschlägen etc. reagieren.


Die haben die Jahrzehnte vorher also gar kein Gemüse gegessen wegen schweren Gesundheitsgefahren?
Klingt eher nach Lebensmittelallergie wenn sie nicht in dem zeug gebadet haben. In der konventionellen Landwirtschaft hier gibts aber nunmal Grenzwerte, und das das Vergiftungserscheinungen auftreten müsste man schon Mengen aufnehmen die kein normaler Mensch mehr verdauen kann.

Riesige Transportwege bekommste auch gerade bei Bio-Lebensmitteln, weil die müssen ja auch unbedingt von sonstwo herkommen um die Nachfrage zu befriedigen. "Regional kaufen" und irgendwelche Biosiegel sind zwei paar Schuhe...

Und wer sich Kiloweise mit Obst und Sommergemüse aus Marroko, der Türkei etc im Winter vollstopft - man will ja die volle Auswahl -, mit oder ohne Biosiegel der bekommt dann halt ne Dosis mehr Pestizide ab das es auch Vergiftungserscheinungen gibt.

Einen Verzicht auf Pestizide und Industrielle Landwirtschaft hätte allerdings konkrete lebenbedrohende Gefahren für locker ne Millarde Menschen auf der Welt.. die alternative ist nämlich tot durch hunger... aber der begrenzte Horizont der deutschen Ernährungsnazis war schon immer so klein das nix weiter als ein Standpunkt bleibt... solang sie andere Leute damit in Ruhe lassen können se auf dem Ruhig rumstehen.

von Detektordeibel - am 14.07.2013 19:07
Lieber Detektordeibel,
ich versuche mal nett zu bleiben, auch wenn mir Dein Schreibstil "stinkt"...
Das Problem mit Leuten wie Dir ist, daß ihr immer alles schwarz-weiß seht.

Zitat

Die haben die Jahrzehnte vorher also gar kein Gemüse gegessen wegen schweren Gesundheitsgefahren?

Bitte genauer lesen. Ich schrieb von stark belastetem Gemüse. Es gibt auch innerhalb der konventionellen Landwirtschaft riesige Unterschiede, wie Pestizide eingesetzt werden. So ist ein Pestizideinsatz in der frühphase der Fruchtentwicklung bei vielen Schädlingsarten ausreichend, und später kaum oder nicht in der Frucht nachweisbar.

Dass es bei "Bio" auch Auswüchste (lange Transportwege) gibt, sehe ich durchaus auch ein Problem - ich persönlich bevorzuge deshalb auch eher regionale Erzeuger, auch wenn diese nicht "Bio" sind. Bevor ich Erdbeeren aus Spanien kaufe, die vielleicht Bio sind, kaufe ich auch lieber die vom Bauern um die Ecke (naja, hier am Alpenrand auch schon eine "ganze Ecke" weg).
Den Joghurt, den ich grad auslöffle, stellt beispielsweise ein hier im Dorf ansässiger Landwirt her. Die Rinder grasen hier rund ums Dorf. Die, die keine Milch geben, landen in meiner Pfanne :D

Bio? Nein, aber auch nicht durch halb Deutschland gekarrt.

Dennoch sind die von mir genannten Punkte alle richtig. Wenn Du daraus heraus liest, dass ich alles andere verboten wissen wollte: Falsch gedacht.

Die größten Probleme bei der Welternährung sind übrigens nicht "Bio", sondern z.B.:
- Nahrungsmittelvernichtung
- Verlust von Anbauflächen
- Nutzung von Anbauflächen für die von Dir genannte Versorgung der "ersten Welt" mit "Jahreszeitfremden" Produkten oder dort nicht anbaubaren Produkten
- Umwidmung von Nahrungsanbauflächen in Kraftstoffpflanzenanbauflächen.

Auch ist es schlicht falsch, dass "Bio für alle" Milliardenfachen Tod bedeuten würde. Es gibt hierzu im Detail unterschiedliche Ansichten, aber keine bestätigt DEINE Position.

Leseproben - auch zu den Nachteilen, mit denen man sich die "Vorteile" der konventionellen Bewirtschaftungsmethoden erkauft:

http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/alles-bio-aber-reicht-das-1744/

http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/forschung/article869366/Doppelte-Ertraege-durch-Bio-Landwirtschaft.html

http://www.zeit.de/2012/13/Bio-Frage-3-Platz

http://science.orf.at/stories/1697852

von DH0GHU - am 14.07.2013 20:30
Zitat
iro
Zitat

weil mans ja nicht am Geschmack der Tomate merkt.

Doch, merkt man. Aber nicht mehr so deutlich wie früher. Die Holland-Tomaten haben mittlerweile auch wieder Geschmack bekommen und sind nicht mehr reine biologisch abbaubare Wasserflaschen...
An den Geschmack der Tomaten meines Nachbarn "Erdfrüchte" kommen die aber noch lange nicht ran!


Nunja, siehe: http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/lebensmittel/tomaten185.html

Das die Tomaten aus Italien oder Holland nicht so richtig schmecken, liegt also nur indirekt an "Nicht-Bio" - die schmackhaften Sorten sind nicht ertragsstark, nicht sonderlich gut transportfähig, und sehen nicht unbedingt schön aus. Vielen Bio-Anbietern "von nebenan" wird das relativ egal sein. Vor allem daher schmecken Bio-Tomaten wohl besser.
Gegenprobe: Meine Balkontomaten sind garantiert "Bio". Wenns die falsche Sorte ist, schmecken sie nicht viel besser als die aus dem Supermarkt.

von DH0GHU - am 14.07.2013 21:00
Bei meinem bio-Nachbarn habe ich mich nun schon mehrfach durch das Gewächshaus gefressen, dort gibt es ja nicht nur eine Sorte... Viel Geschmack habe sie alle, aber sie treffen nicht alle meinen Geschmack... :)

von iro - am 14.07.2013 21:22
Tomaten sind eigentlich keine Tiernahrung, demnach müßten die also bei Praktiker billiger gewesen sein. Nen Stecker haben sie auch nicht...

Außerdem hat Praktiker eine Gartenabteilung.

Und: Damit ist die Tomate on Topic. Was im Off Topic-Forum eigentlich garnicht geht :joke:

von DH0GHU - am 14.07.2013 21:32
Als Baumarkt hat der doch auch eine Gartenabteilung inklusive Pflanzen ;-) .
Nein, ich habe meinen Tomatenstock vom örtlichen Gemüsehändler und nicht vom Praktiker. Ober der deshalb jetzt so schlecht darsteht? :D
Halten wir auch hier fest: Bio ist das nicht, es entspringt ja nicht dem Bio-Markt, sondern der eigenen Aufzucht :verpiss:

[OT]
Aber: Wo bekommt man die von mir so geschätzte "nicht homogenisierte Milch". Wird schwer bei einer konventionellen Quelle! Der Bauer vor Ort ist natürlich eine Alternative. Ggf. gibt es da die, von mir noch mehr geschätzte, Rohmilch :-) .
Ob es darauf demnächst bei Praktiker 35% vielleicht gibt? :joke:

von Thomas (Metal) - am 14.07.2013 21:45
Zitat
RheinMain701
Wir wollten da mal Tiernahrung kaufen. Die haben uns gesagt "nee, haben wir nicht"...


Deshalb hiess es ja auch immer "ausser Tiernahrung" :bruell:

von zerobase now - am 15.07.2013 08:18
Zitat

Dass es bei "Bio" auch Auswüchste (lange Transportwege) gibt, sehe ich durchaus auch ein Problem - ich persönlich bevorzuge deshalb auch eher regionale Erzeuger, auch wenn diese nicht "Bio" sind.


Man muss halt mit etwas Hirn einkaufen.

Die Bio-Eier, die aus Mecklenburg-Vorpommern zu uns in den Suedosten gekarrt werden, lasse ich gerne im Biomarkt liegen, waehrend die Eier von einem Hof hier gleich ums Eck, die auch in unserer oertlichen Metzgerei zu kaufen sind, herzlich willkommen sind. Dafuer holen wir unser Fleisch gerade nicht aus der Metzgerei, sondern aus dem Bioladen, weil dort im Gegensatz zur oertlichen Metzgerei regionales Fleisch aus vernuenftiger Tierhaltung angeboten wird.

Dass sicherlich auch im Bio-Sektor mehr als genug Schindluder getrieben wird, ist uns auch klar. Aber als Konsequenz dann gleich wieder nur noch das Billigzeug zu kaufen (nach dem Motto "hat ja eh keinen Sinn" ), finde ich etwas zu kurz gedacht. Es geht ja ein Stueck weit auch um die Signalwirkung, die das ganze hat. Andere Moeglichkeiten als ueber sein Kaufverhalten hat man als Verbraucher sowieso nicht, um irgend etwas zu beeinflussen.

Nichtsdestotrotz versuchen wir, unser Zeug in erster Linie regional oder aus dem Bio-Markt einzukaufen. Nicht weil wir verkappte Oeko-Nazis sind, sondern weil wir einfach mit gewissen Dingen in der Lebensmittelproduktion nicht einverstanden sind.

von Habakukk - am 15.07.2013 08:35
Ich bin immer begeistert von Bioprodukten aus Afrika, Asien oder Amerika :D Und ich glaube nicht, dass sich wirklich ökologisch anbauende Bauern das blöde Bio-Siegel der EU leisten können. Das ist nämlich auch wieder eine Geldfrage und im Endeffekt Beschiss. Wirkliche Bioprodukte im Handel sind nur die mit dem "Demeter"-Siegel. Und dann geh ich lieber zum Bauern nebenan.

von Japhi - am 15.07.2013 08:41
Gerade wer im laendlichen Bereich wohnt, der hat doch eigentlich fuer echte Bioware paradiesische Einkaufsbedingungen. Eher ist der gewoehnliche Lebensmitteleinzelhandel eine Zumutung - keine Auswahl und damit keine Konkurrenz, hohe Preise und weite Wege inklusive. Sowohl am jetzigen Dienstort als auch in meiner Heimat weiss ich spontan mehrere Quellen fuer frische Eier, bei einem Bauern im Ort kann ich die sogar direkt unter'm Huhn hervorholen. Obst und Gemuese, sofern nicht im Garten der Eltern zu haben, kann ich auf umliegenden Feldern in Dienstortnaehe (Lkr. Potsdam-Mittelmark) selbst pfuecken oder wenig teurer bereits fertig gepflueckt erwerben. Von Erdbeeren ueber Kirschen, Aepfel, Birnen oder Pflaumen - alles ist zu haben! Der Landfleischhandel am gleichen Ort (eigentlich ein Grosshaendler) verkauft auch im Hofladen an private Abnehmer - super frisch zu bezahlbaren Preisen. Vieles aus konventioneller Tierproduktion, dafuer aber ohne grosse Transportwege und trotzdem bereits fachgerecht zerlegt und portioniert.

Bei Brot und Backwaren sieht es dagegen traurig aus, alles wird von irgendwo herangekarrt. Es baeckt niemand mehr vor Ort. Das aufgebackene TK-Zeug aus den Heissluftoefen im Lebensmitteleinzelhandel kommt im Idealfall noch aus Deutschland, meist aber inzwischen aus Osteuropa. Selbst Blechkuchen wird vorkonfektioniert geliefert und vor Ort nur noch aufgebacken. Mein Wohnort bietet neben dem aufgebackenen Zeug bei der Rewe noch zwei weitere Backshops, die Backwaren aus Mecklenburg-Vorpommern verkaufen (und nicht selbst aufbacken). Gleiches Unternehmen, zwei Verkaufsstellen. Die werden tagtaeglich im Morgengrauen von einem Transporterfahrer mit Sprinter und DM-Kennzeichen angekarrt, sechsmal woechentlich.

von PowerAM - am 15.07.2013 08:47
Zitat

Ich bin immer begeistert von Bioprodukten aus Afrika, Asien oder Amerika :D

Genau das ist es was ich meine mit "Mit Hirn einkaufen". Wer im Bioladen Obst und Gemuese von anderen Kontinenten kauft, das es auch von hier gibt, hat irgendwo nicht verstanden, worum es da doch eigentlich geht. Man muss sich vielleicht auch von dem Gedanken verabschieden, jegliches Obst/Gemuese zu jeder Jahreszeit verfuegbar zu haben.

Zitat

Und ich glaube nicht, dass sich wirklich ökologisch anbauende Bauern das blöde Bio-Siegel der EU leisten können. Das ist nämlich auch wieder eine Geldfrage und im Endeffekt Beschiss. Wirkliche Bioprodukte im Handel sind nur die mit dem "Demeter"-Siegel. Und dann geh ich lieber zum Bauern nebenan.

Ganz genau. Das Bio-Siegel ist fuer kleine bis mittlere Betriebe wirklich ein Problem. Es kostet viel zu viel, hat je nach Bereich einige voellig unsinnige Regelungen, oder aber auch nahezu keinen Unterschied zu herkoemmlicher Produktion. Da stellt sich in manchen Bereichen schon oft die Sinnfrage.

von Habakukk - am 15.07.2013 08:53
Zitat

Bei Brot und Backwaren sieht es dagegen traurig aus, alles wird von irgendwo herangekarrt. Es baeckt niemand mehr vor Ort.

Da gibt es bei uns im Ort zum Glueck noch eine echte Baeckerei. Aber wenn die mal in Rente gehen, sieht es wahrscheinlich auch duester aus. Dann wird das sicher auch ein Backshop...

von Habakukk - am 15.07.2013 08:58
Zitat
Habakukk schrob:
[...]Man muss sich vielleicht auch von dem Gedanken verabschieden, jegliches Obst/Gemuese zu jeder Jahreszeit verfuegbar zu haben. [...]


Korrekt, im Lebensmitteleinzelhandel ist das aber auch zu spueren. Zwar gibt es Bananen beinahe ganzjaehrig, jedoch mit einer Preisspanne von zeitweise 300 %. Problematisch sind - neben dem Einkauf selbst - die vielerorts einfach nicht vorhandenen Lagermoeglichkeiten. Viele Haeuser haben keinen Keller mehr, durch die vielfach dort eingebauten Heizungsanlagenteile oder -leitungen sind sie (wenn vorhanden) z. B. fuer Lageraepfel oder Einkellerungskartoffeln viel zu warm. Die Wohnungen sind zum Lagern von Obst und Gemuese zum spaeteren Verzehr klimatisch vollkommen ungeeignet. Einfrieren kann man sicherlich etwas, allerdings auch nicht unbegrenzt.

von PowerAM - am 15.07.2013 08:59
Zitat

Gerade wer im laendlichen Bereich wohnt, der hat doch eigentlich fuer echte Bioware paradiesische Einkaufsbedingungen. Eher ist der gewoehnliche Lebensmitteleinzelhandel eine Zumutung - keine Auswahl und damit keine Konkurrenz, hohe Preise und weite Wege inklusive.

Wie kommst du darauf? Auch hier auf dem Land gibt es Discounter an jeder Ecke, in jedem Dorf mindestens einer, in manchen 3 oder 4, während man für direkt verkaufende Bauernhöfe, die es zwar auch gibt, aber keineswegs in jedem Kuhdorf) durchaus mindestens um die 10-20 km fahren muss und dann auch nur 1-2 solche Höfe findet...

von WiehengeBIERge - am 15.07.2013 11:53
Discounter in reichlicher Anzahl gibt es dort, wo die Einwohnerzahl groesser als 1000 ist. Kleinere Doerfer, und davon gibt es in meiner Heimat wie auch in der Mittelmark viele, haben nichts dergleichen (mehr). Die Verkaufsmobile von Baecker, Fleischer, der mit Sachen von Rewe bestückte Kleinbus oder die rollende Sparkasse bzw. Volksbank bringen nicht so gut mobilen Menschen die allernoetigsten Sachen.

von PowerAM - am 15.07.2013 12:03
Zitat
Scrat
Die rund 40 Euro plus die Kosten für das Nummernschild schreckten Vögerl dabei nicht ab. Er sagte: „Das ist definitiv eine gute Sache, und man kann seine Verbundenheit zur Heimatstadt und zum Altlandkreis ausdrücken.

Oder wie sagte ein Kunde mal: Hab mir gerade ne neue S-Klasse gekauft, für nen HD Sat Receiver reichts grad nich mehr

Geld ist bei vielen noch Vorhanden, nur für was es dann wirklich gerne ausgegeben wird...


Zwar etwas OT aber ich finde das generell eine total sinnlose Variante, dieser sinnlose Lokalpatriotismus sollte nicht noch unterstützt werden. HEutzutage sollten Dinge übersichtlich gestaltet werden und nicht noch mehr Unterkategorien wie man es jetzt wieder macht - aber die Bürokratie muss weiterhin leben und den Leuten scheints auch zu freuen, wenn jeder Furzort sein eigenes Kennzeichen hat. :rolleyes:

Aber zum Thema:
Schlecker wurde in Österreich von dayli übernommen - und jetzt ist auch dayli pleite:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/dayli-Pleite-dm-und-Spar-wollen-Mitarbeiter-uebernehmen;art15,1157466

Dayli reiht sich da in eine Reihe ein mit ALPINE, die größte Pleite seit Jahren, und anderen Unternehmen.

von RTL 102.5 Fan - am 15.07.2013 12:42
Zitat
PowerAM
Discounter in reichlicher Anzahl gibt es dort, wo die Einwohnerzahl groesser als 1000 ist. Kleinere Doerfer, und davon gibt es in meiner Heimat wie auch in der Mittelmark viele, haben nichts dergleichen (mehr). Die Verkaufsmobile von Baecker, Fleischer, der mit Sachen von Rewe bestückte Kleinbus oder die rollende Sparkasse bzw. Volksbank bringen nicht so gut mobilen Menschen die allernoetigsten Sachen.

Aber trotz allem ist auch von dort aus viel eher ein Diskounter oder ein rollender Supermarkt erreichbar als ein direkt verkaufender Baurnhof, zumindest hier im Nordwesten ist das nahezu überall so...

von WiehengeBIERge - am 15.07.2013 13:13
Zitat
RTL 102.5 Fan

Zwar etwas OT aber ich finde das generell eine total sinnlose Variante, dieser sinnlose Lokalpatriotismus sollte nicht noch unterstützt werden. HEutzutage sollten Dinge übersichtlich gestaltet werden und nicht noch mehr Unterkategorien wie man es jetzt wieder macht


Das wird noch lustiger, wenn ab nächsten Jahr bei Wohnortwechsel nicht mehr umgemeldet werden muss. Ein einst in München zugelassenes Fahrzeug kann dann weiter mit M in zb. Würzburg fahren.

Ich hab nix gegen die Lokalkürzel. Ist im Endeffekt nur eine Zahlen/Buchstabenkombi zur Registrierung und Überwachung des Fahrzeugs. Ich würde auch personalisierte Kennzeichen freigeben. "Heike 1" zb. Dem Wiedererkennungswert des Fahrzeuges hilft das ganz bestimmt ;I)

von Scrat - am 15.07.2013 14:03
Zitat
Scrat
Ich würde auch personalisierte Kennzeichen freigeben. "Heike 1" zb. Dem Wiedererkennungswert des Fahrzeuges hilft das ganz bestimmt ;I)

Die sehen dann aus wie die SSID der WLANs. Hier in der Nachbarschaft zu sehen: Fetzi_die_lustige_Landmine :saege:
Nunja. Aber: Was hat das ganze auch nur entfernt mit dem Praktiker zu tun? Hatte der auch Schilder zum Dumping-Preis?

von Thomas (Metal) - am 15.07.2013 16:43
Ich bin wie bei all diesen organisatorischen Dingen für eine Einfachheit, das spart Kosten und fördert die Übersicht. (Wieso braucht ein Land kleiner als Bayern 9 Bundesländer mit x-Bezirken und Gemeinden und jede dieser Ebenen hat auch noch x-Angestellte).

Für mich ist das der größte Schmarrn für jedes Kuhdorf ein eigenes Kennzeichen zu machen, nur damit der Huber Bauer aus Hinterhof sagen kann er ist besser als der Maier Bauer aus Hinteroberhof...

von RTL 102.5 Fan - am 15.07.2013 17:29
Frankreich hat das Problem pragmatisch gelöst: Die Departement-Kennzahlen sind aus den Kennzeichen rausgeflogen - aber nebendran ist ein Feld vorgesehen, wo Monsieur Tout-le-monde sein Departement draufdrucken lassen kann. Warum nicht auch in D?

"Nebenan" im Westteil des Landkreises, grob jenseits des Lechs, dürften die KFZ-zulassungsstellen und Kennzeichenschilderhersteller demnächst auch wieder ordentlich Kohle machen: SOG soll nun kommen.

von DH0GHU - am 15.07.2013 18:11
Das mit den Backshops ist so eine Sache. Die Kunden wissen richtige Backwaren gar nicht mehr zu schätzen. Meine Nachbarin hat sich mal mit einer anderen Dame aus meiner Straße darüber unterhalten.
"Ach jetzt hat ja der *Backshop* (den Namen unterschlage ich jetzt mal) aufgemacht und die Brötchen sind ja so wunderbar. Die backen dauernd ganz frisch und oft sind die Brötchen noch ganz warm."
"Ja das ist wirklich toll. Die kann man sogar am nächsten tag noch super essen. Die vom Bäcker sind am nächsten Tag immer schon so trocken."
Warum die Brötchen aus der Retorte sogar nach 2 tagen noch schmecken wie frisch fragt sich offenbar keiner. Dabei würde ein Blick auf die Zutatenliste ausreichen. :rolleyes:

Über Praktiker habe ich vor ein paar tagen einen recht interessanten Bericht im DLF gehört. Die "20% auf alles (außer Tiernahrung)" hat denen tatsächlich das Genick gebrochen. Eigentlich sollte diese Aktion ja nur die Kunden in die Läden locken und sie von der Auswahl überzeugen so das sie später nach der 20% Aktion wieder kommen. Aber Pustekuchen. Die Kunden sind nur bei den 20% Aktionen gekommen und dazwischen lieber in die anderen Baumärkte gegangen wo sie auch so etwas wie Beratung bekommen haben.

In dem Bericht wurde auch eine Umfrage vorgestellt die Praktiker selbst mal durchgeführt hat und da wurde überdurchschnittlich oft der Zustand der Märkte angeprangert. Bei Bauhaus, Obi und Co ist es hell, sauber und aufgeräumt. Bei Praktiker ist es dunkel, dreckig und chaotisch. Ich bin darauf hin mal durch unseren Praktiker im Nachbarort gelaufen und es stimmt wirklich. Irgendwie schummeriges gelbstichiges Licht (so wirkt es zumindest), auf einer fast leeren Palette liegt offenbar seit mehreren tagen schon ein kaputter Sack Zement den keiner der angestellten mal wegräumt und die Regale sehen aus als hätte die eine Kiste aufgerissen und alles einfach reingekippt. Da fallen einem erst solche Kleinigkeiten auf die man in einem normalen Baumarkt gar nicht so direkt wahrnimmt. Zum Beispiel standen im Praktiker die Farbsprühdosen kreuz und quer wild durcheinander. Die Kunden haben sich die Dosen angeschaut und anscheinend ins falsche Fach zurückgestellt. Ordnung schafft da im Praktiker keiner. Oder die 5 Liter Kanister mit Scheibenreiniger stehen zum größten Teil falschherum im Regal. Also mit dem Rücken zum Kunden. Man muss den Kanister aus dem Regal nehmen um lesen zu können was da überhaupt drin ist. Ein paar Regale weiter bei den Öldosen hab ich dann gesehen wieso das so ist. Die Angestellte riss den Karton auf und nahm die Dosen genau so heraus wie sie im Karton standen. Da wurde keine Dose umgedreht damit das Etikett zum Kunden schaut. Und so vereinen sich dann viele kleine Details zu einem großen ganzen und der Kunde kommt freiwillig nicht wieder.

von Spacelab - am 16.07.2013 09:24
So, Max Bahr wollte Praktiker übernehmen nun auch noch das:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/max-bahr-insolvenz100.html

Nach Zusammenbruch von Baumarkt Praktiker
Auch Max Bahr muss in die Insolvenz

Nach dem Zusammenbruch des Baumarktkonzerns Praktiker muss nun auch die als profitabler geltende Tochter Max Bahr mit bundesweit 132 Standorten Insolvenz anmelden. Die Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften würden beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen, teilte das Unternehmen mit.

Hintergrund sei, dass ein Warenkreditversicherer Lieferanten von Max Bahr nicht mehr unterstützt habe. Dadurch sei die Versorgung der Baumärkte nicht mehr gesichert.
3700 Mitarbeiter betroffen
Ein Max-Bahr-Markt in Hamburg.
galerie

Insolvenzantrag: Max Bahr ist zahlungsunfähig.

Max Bahr galt bisher als Hoffnungsträger des Mutterkonzerns Praktiker. Zahlreiche dieser Märkte waren in die etablierte gelbe Marke umbenannt worden, damit das Unternehmen vom Discounter-Image wegkommt. Zuletzt hatten die 132 Max-Bahr-Standorte rund 3700 Mitarbeiter. Es solle nun ein Insolvenzplanverfahren bei Max Bahr durchgeführt werden, hieß es in der Mitteilung - es hat in der Regel die Sanierung des Unternehmens zum Ziel.

Mit dem Billig-Image ("20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung") hatte Praktiker keinen Erfolg gehabt und hohe Verluste angehäuft. Der Konzern hatte vor zwei Wochen Insolvenz beantragt. Betroffen sind 169 Märkte mit mehreren tausend Angestellten. Nicht betroffen von den Insolvenzverfahren ist dagegen das internationale Geschäft.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 26.07.2013 08:38
Tja, wie gut dass es bei uns schon seit jeher einen toom-Baumarkt gibt. Der wirkt viel freundlicher und man bekommt da immer kompetente Hilfe.

Der Praktiker lag halt verkehrsgünstig zwischen Frankfurt und Hanau, so konnten die ganzen Pendler auf dem Heimweg unterwegs noch einkaufen. Aber das ganze Gewerbegebiet geht den Bach runter - die Leute scheinen jetzt lieber daheim einzukaufen als unterwegs.

von RheinMain701 - am 26.07.2013 12:00
In Kempten wurde vor ~1 Jahr mit großem Fest und Lokalpolitik-Aufgebot eine neue Praktiker-Filiale eröffnet.
Auch hier wurde fleißig in Baumärkten gekauft- Leider im Bauhaus oder Hornbach mit größeren Filialen!
Die Umformierung in Max Bahr war hier in Kempten seit Anfang des Jahres im Gespräch, als von Insolvenz noch nichts zu hören war.

Wer kennt hier, vorwiegend süddeutscher Raum, noch die TOP-BAU-CENTER mit Toppi, dem Maskottchen? (Gehören auch zu Praktiker)

von Housefieber - am 26.07.2013 14:32
Es ist ja immer interessant zu sehen welche Kreise so eine Pleite nach sich zieht. Da gabs vor ein paar tagen auf ZDFinfo eine sehr interessante Reportage darüber. Als Neckermann aufgab hatte das gleich mehrere Zulieferer in arge Bedrängnis gebracht. Ein Hersteller von Küchengeräten ist pleite gegangen weil Neckermann die Produkte nicht mehr abnehmen konnte. Und weil der Hersteller dieser Geräte die Flügel gestreckt hat ist ein Kunststoffwerk das die benötigten Teile hergestellt hat auch gleich mit den Bach runter gegangen. Eine Großschneiderei die Unterwäsche produziert hat musste auch Insolvenz anmelden und ein Möbelhersteller ist bedrohlich ins schlingern gekommen.

Ich darf auch gar nicht daran denken was wäre wenn die Ford Werke hier in Saarlouis schließen würden. Da hängen ja noch zig Zulieferfirmen mit dran die sich alle im Gewerbegebiet rund um die Ford Werke angesiedelt haben und exklusiv nur für diese Produzieren. Müssten die alle schließen würde Saarlouis zu einem zweiten Völklingen werden. Als dort die Eisenhütte schloss wurde das zu einem einzigen großen Ghetto mit mittlerweile gefühlt mehr Ausländern als deutschen. Als die Hütte schloss explodierte von jetzt auf gleich die Arbeitslosenquote. Viele wanderten in andere Städte ab wo es noch arbeit gab und die die übrig blieben hatten praktisch null Kaufkraft. Das führte dazu das fast alle Geschäfte recht schnell schlossen das die ehemalige "Wir fahren heute mit der ganzen Familie nach Völklingen einkaufen" Stadt in nur wenigen Jahren total herunter kam.

Die Saarlouiser Ford Werke kamen ja vor kurzem schon einmal in ziemliche Bedrängnis weil der aktuelle Focus sich nur sehr schlecht verkauft. Zum Glück fertigt man jetzt parallel dazu wieder den Kuga. Der wurde ja zwischenzeitlich mal wo anders gebaut bevor man ihn wieder nach Saarlouis zurück holte.

von Spacelab - am 29.07.2013 09:11
@Housefieber: Klar kenne ich noch Top-Bau. Mir kam erst am Samstag beim Aufräumen eines Schrankes ein Artikel mit einem Preis-Bäbber vom Top-Bau unter. Top-Bau gehörte wie Top-Kauf und Top Reise-Club zum Schempp mit Sitz in Ostfildern. Der Typ hält noch ein paar Firmen. Top-Kauf und Top-Bau hatte er damals, irgendwann Anfang der 1990er abgestoßen. Die Top-Kauf SB-Warenhäuser gingen an Kriegbaum (Multi-Markt), später wurden diese dann ebenfalls verkauft an die Metro-Gruppe (Real, Extra...).

von Peter Schwarz - am 30.07.2013 08:36
Und der nächste bitte... Heute morgen hat ein Reporter im Deutschlandfunk ganz kurz erwähnt das ProMarkt kurz vor der Pleite steht und schon erste Filialen schließen muss. Da bin ich ja hellhörig geworden und bin gleich mal auf die Homepage von ProMarkt gegangen. Tatsächlich hat man nicht nur den OnLine Shop geschlossen sondern bei etlichen Filialen steht auch "Räumungsverkauf" dahinter. Ich finds ja erstaunlich das man da so wenig von hört. Ich mein ProMarkt ist ja keine kleine Klitsche wie Elektro Schmitt in Hintertupfingen.

Laut einem Bericht in der Saarbrücker Zeitung (leider hinter einer Pay Wall versteckt) den ich jetzt gerade während des Schreibens entdeckt habe stößt Rewe aktuell 26 Filialen ab. Höchstwahrscheinlich werden es aber noch mehr. Die bisherigen 16 Filialen übernimmt Expert. Weitere 10 Filialen gehen an MediMax. Manche Filialen werden aber auch komplett geschlossen. Es könnte sein das Saturn noch etliche ProMarkt Filialen übernimmt. Aber hier halten sich alle Beteiligten noch bedeckt.

Zuerst sagte ein Pressesprecher von Expert noch das alle Angestellten aufatmen könnten. Es gäbe keine Entlassungen. Ein paar tage später sickerte aber durch das es sehr wohl Entlassungen geben wird. Man prüfe derzeit noch in welchem Umfang dies geschehen werde.

ProMarkt hätte preislich nicht mit reinen Internethändlern wie Amazon mithalten können. Auch hätte man keine Chance gegen MediaMarkt / Saturn gehabt die aufgrund ihrer Größe und Abnahmemenge mit ihren Lieferanten ganz andere Preise hätten aushandeln können.

von Spacelab - am 02.08.2013 09:53
Der ProMarkt hier in Saarlouis war weder günstig noch hatte er eine gute Beratung. Wenigstens waren die Mitarbeiter immer freundlich auch wenn sie in 9 von 10 Fällen keine Ahnung hatten. Im örtlichen Blödmarkt bin ich hingegen schon öfters mal an einen Verkäufer geraten der einen Gesichtsausdruck drauf hatte als würde er mich am liebsten beißen.

von Spacelab - am 02.08.2013 11:35
Im Blödmarkt sind mir auch schon einige von dem Kaliber im MM begegnet. Glatzkopp, rote Birne, Ruhrpottschnauze plus absolute schlechte Laune. "Hallo, ich hab da mal ne Frage." - "Was wollnse?" (im Tonfall von "Verpiss dich, ich hab was besseres zu tun" :D)

von Japhi - am 02.08.2013 11:45
Bis heute 15:00 dachte ich ProMarkt wäre nur in NRW vertreten.
Nach kurzer Google-Suche erfuhr ich, dass ~55 km nördlich von Kempten in Mindelheim ein Markt ansässig ist. Alle Achtung, sich so gekonnt in einem kleinstädischen Gewerbegebiet zu verstecken!

von Housefieber - am 02.08.2013 13:03
Zitat
Japhi
Im Blödmarkt sind mir auch schon einige von dem Kaliber im MM begegnet. Glatzkopp, rote Birne, Ruhrpottschnauze plus absolute schlechte Laune. "Hallo, ich hab da mal ne Frage." - "Was wollnse?" (im Tonfall von "Verpiss dich, ich hab was besseres zu tun" :D)

Vielleicht muss man die einfach mit "Hömma" ansprechen. Dann würden sie vielleicht mit einem freundlichen "Wat ist?" reagieren :bruell:

von WiehengeBIERge - am 02.08.2013 16:03
Im Raum Koblenz herrscht sowieso ein Überangebot an Elektromärkten. Da frag ich mich, wie sich die alle halten können und vor allem wer da alles einkauft:
- Promarkt
- Media Markt
- Expert
- 2x Saturn

Der Promarkt ist kleiner, aber hatte immer ein gutes Sortiment und war auch familiärer.

von WellenJäger - am 02.08.2013 19:05
:auEs: Praktiker wird zerschlagen.

Das wars dann wohl.

Mich wundert es nicht, als im Oktober 2009 die Nachrichten über schlechte Zahlen bei Praktiker berichteten, hatte ich mich darauf Bezug nehmend mal bei Praktiker über den schlechten Service beschwert - womit ich mein Fernbleiben von diesem Anbieter begründete (der liegt hier auf dem Weg zur Arbeit eigentlich sehr günstig).

Auszug aus der Antwort damals:
Zitat
Praktiker im Herbst 2009
Ihre Enttäuschung können wir aufgrund Ihrer Schilderungen sicherlich nachvollziehen. Allerdings verfolgt Praktiker die Strategie der Preisführerschaft nach dem Prinzip der Kostenführerschaft. Dieses Prinzip hat demnach natürlich auch Auswirkungen auf unseren Personaleinsatz. Um die Personalkosten im Rahmen zu halten, wird unsere Mitarbeiteranzahl in den Märkten bewusst begrenzt. Daher kann es natürlich im Einzelfall zu längeren Wartezeiten kommen, was uns sehr leid tut. Wir sind jedoch der Meinung, dass guter Service nicht nur derjenige bietet, der am meisten Serviceleistungen offeriert. Der beste Service ist und bleibt ein günstiger Preis.

Ging wohl nicht auf. Das Serviceverständnis der Kunden wollte sich wohl einfach nicht diesen Vorgaben anpassen.

Sehr bedauerlich sind die Folgen für die Mitarbeiter, denn die mußten die fehlerhafte Politik nun zum 2. mal ausbaden. Erst durch Streß & Kontakte mit unzufriedenen Kunden, nun durch Arbeitslosigkeit :-(

von DH0GHU - am 04.09.2013 20:21
Gestern Abend noch bei DKultur gehört. Da jammerte der (jetzt wohl ehemalige) Vorstandsvorsitzende von Praktiker das er ja so enttäuscht sei dass das "Praktiker Konzept" nicht aufgegangen sei. Er könne sich gar nicht erklären das die Käufer tatsächlich noch Kundenservice wollen wenn doch der Preis so niedrig ist. Der beste Kundenservice sei doch der Preis. (Scheint wohl das Firmenmotto gewesen zu sein. :rolleyes: ) Als der Moderator nach der immer wieder so stark bemängelten Qualität der Praktiker Produkte fragte geriet der Praktiker Mensch hörbar ins schleudern und er überlegte wohl wie er das halbwegs gesittet ausdrücken sollte. Dann meinte er die Qualität sei zwar nicht besonders gut gewesen, aber dem Preis halt angemessen.

Also wenn das Gelumpe noch nicht mal den Heimweg schadfrei überlebt, oder beim ersten Gebrauch auseinander fliegt, dann ist JEDER Preis zu hoch. Man muss schon ein gewisses Mindestmaß an Qualität liefern. Preis hin oder her. Und an fachkundigem Personal zu sparen war auch immer schon eine schlechte Idee. Denn wenn die Kunden nicht wissen was sie brauchen um dieses oder jedes zu machen, dann kaufen sie halt nichts. Dann gehen sie lieber ins benachbarte "Bauhaus", lassen sich dort beraten und kaufen auch dort.

von Spacelab - am 05.09.2013 07:49
Als der Praktika-Markt in Münster in "Max Bahr" umgetauft wurde, lautete der Werbespot:

Münster wird gelb

Jeder Zusammenhang mit einem Bundesgesundheitsminister und seiner Partei war natürlich zufällig und nicht beabsichtigt.

von hegi_ms - am 07.09.2013 08:34
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