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shianne, Chief Wiggum, 88,7 MHz, Spacelab, PowerAM, Hagbard Celine, WiehengeBIERge, Habakukk, iro

Überspannungsschutz...

Startbeitrag von 88,7 MHz am 31.07.2013 05:51

Was habt ihr für da für Absicherungen ? Das Gewitter am 23.7. legte hier bei mir den Router ausser Betrieb. Im letzten Jahr war es der Media Receiver. Es gab schon Blitzschäden am Fernsehgerät und kompletter Telefonanlage in den letzten Jahren. Das nervt langsam. Ausserdem läßt sich schwer feststellen, kommt die Überspannung durch das Stromnetz oder Telefonleitung ? Oft gehen nur Einzelteile dabei defekt.

Antworten:

Stecker ziehen.

von Chief Wiggum - am 31.07.2013 06:31
Ja, aber wenn du nicht zuhause bist ```?

von 88,7 MHz - am 31.07.2013 06:46
Entweder schaut man vorher in den Wetterbericht bevor man aus Haus geht, oder man hat Pech gehabt.
Ich persönlich habe keine Gerätschaften hier, die mich bzw. meine Geräte gegen Blitzschlag absichern.

----

(Ohh der Oldiestar is jetzt mit IPv6 unterwegs :D)

von Chief Wiggum - am 31.07.2013 07:12
Ich persönlich habe keine Gerätschaften hier, die mich bzw. meine Geräte gegen Blitzschlag absichern.


Naja,... Dir ersetzt ja Muddi eh alles :mad:

von 88,7 MHz - am 31.07.2013 07:15
Schade , das Muddi dich nicht mal ersetzt :nichtzufassen:

von Chief Wiggum - am 31.07.2013 07:22
Ich hatte bisher das Glück das mir noch nie ein Gerät wegen Unwetter flöten gegangen ist. Noch nicht ein einziges. Irgendwelche Blitzschutz- bzw. Überspannungsschutzdinger habe ich auch nicht.

Bei einem Freund hats mal den Fernseher zerschossen. Diesen hatte er dann von der Hausratversicherung ersetzt bekommen.

von Spacelab - am 31.07.2013 08:20
Zitat
Spacelab
Ich hatte bisher das Glück das mir noch nie ein Gerät wegen Unwetter flöten gegangen ist. Noch nicht ein einziges.


Doch, die Eumex von der Telekom. Aber die geht schon kaputt, wenn man sie nur schief anschaut.

von Habakukk - am 31.07.2013 11:30
Vor vielen vielen jahren hatte ich mal eine Eumex 300IP. Bei der ging nach nem halben Jahr das billige Schaltnetzteil kaputt. Dazu hat es noch nicht mal ein Gewitter gebraucht. :D

von Spacelab - am 31.07.2013 11:35
Mein uralte Eumex aus der Anfangszeit von IDSN läuft bis heute noch problemlos, da ist nie auch nur Ansatzweise was kaputt gegangen. Ist schon über 15 Jahre in Betrieb...

von WiehengeBIERge - am 31.07.2013 16:33
Die ganz alten Eumex waren auch noch nicht mal so schlecht. Aber irgendwann wechselte der Hersteller / Zulieferer. Die Siemens Kisten waren super. Die Alcatel eigentlich auch. Aber was dann kam war Schrott.

von Spacelab - am 31.07.2013 16:36
Der beste Schutz ist eine Trennstrecke.
Diese muss auchreichend bemessen sein.
Eine allpolig schaltende Steckdosenleiste reicht meist nicht und für TK-/Antennen/...-Leitungen gibt es sowas auch nicht.

Stecker ziehen und von der Steckdose weg legen. Gilt für Energienetz und TK-/Antennen/...-Netz.
Immer, wenn mit Gewitter zu rechnen ist (im Winter doch eher nicht ;-) )
TV/PC/... bei Gewitter aus. Grundsätzlich.
Nur der Laptop muss nicht, wenn er "auf Akku" läuft.

Überspannungsschutz für das Energienetz (Stromnetz):
Wer nun mit dem Gedanken einer Steckdose mit Überspannungsschutz spielt:
Ist diese als alleinige Schutzmaßnahme installiert, ist sie nahezu wirkungslos.
Sie kann nämlich nur bedingt die Energie der Überspannung abfangen, den Rest muss der Grobschutz bzw. Mittelschutz (meist wird doch nur vom Grobschutz gesprochen) machen.

Dazu gehören dann Überspannungsableiter am Hauseingang (Hausanschluss), Überspannungsableiter in der Elektroverteilung (Zählerkasten mit Sicherungen für die Wohnung bzw. nur Sicherungskasten in der Wohnung, wenn der Zähler im Zählerschrank der Hausverteilung ist).
Ganz zuletzt kommt dann der Überspannungsableiter direkt am Endgerät, die Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz.
Der Überspannungsschutz wird dann zusammen mit einer Blitzschutzanlage installiert.
Ein Blitzableiter kommt also auch noch dazu (wenn nicht schon vorhanden).

Überspannungsschutz für TK-/Antennen-/...Leitungen:
Alte Telefaxgeräte haben Gasableiter drinnen, teilweise aus Kostengründen eine Glimmlampe.
Ein Überspannungsschutz als Zwischenstecker ist da nicht nötig.
Die Fritzbox zerlegt es direkt, da ist nichts derartiges installiert.
Auch wenn die über 150Euro kosten...

Für Telefon- und Datennetze (Haus-Bus) gibt es aber auch Überspannungsableiter als Module.
Installiert der Elektriker.

Für Sat-Anlagen gibt es das auch.
Sieht aus wie ein Blechwinkel mit eingeschraubten F-Stecker-Verbindern.
Über diese Verbinder werden die vom LNB kommenden Koax-Leitungen geführt,
der Blechwinkel selber kommt an den Blitzableiter.
Damit ist die Antennenanlage auch vorschriftmäßig geerdet.

Nachteil: Der Großteil der Sat-Empfänger hat entweder keine Erdung und ein Schaltnetzteil Schutzklasse 2; dann "holt" er sich die Erde über die Antennenleitung, das gibt dann unter Umständen Störsignale auf den Antennenleitungen.
Oder er ist auch geerdet (z.B. PC-Empfänger-Karte; Erdung über PC-Gehäuse oder -ganz böse- über die Masse-Leitung des USB-Anschlusses wenn USB-Empfänger), dann können Masseschleifen (Brummschleifen) auftreten.
Ebenfalls Störsignale.

Wie wäre es richtig?
Der Antennenanschluss müsste galvanisch getrennt werden.
Bei Sat braucht man aber auch eine Gleichspannung für den LNB.
Ein zwischengesteckter Trennübertrager funktioniert also nicht.
Also gehören die Maßnahmen zur galvanische Trennung in das Gerät.
Welcher Hersteller macht das? Wäre für mich ein Kaufkriterium...


Und warum rate ich zum Stecker ziehen?
Weil dir in einer Wohnung niemand das alles installieren wird (gehört ja nicht dir, kannst dich natürlich an deinen Vermieter wenden) und weil es im Eigenheim sehr teuer wird.
Lass dir ein Angebot von einem befugten Betrieb machen.

Stecker ziehen ist kostenlos (abgesehen vom Verschleiß an den Steckverbindungen).
Jeder kann es und darf es.
Braucht nur Disziplin und Überzeugung ;-)

Achja, deine Frage war ja: Was habt ihr für da für Absicherungen ?
Keine. Ich wohne zur Miete in einer Wohnung.

Zitat

Das Gewitter am 23.7.[...]

Irgendwann im Juli war das, da hat es die Fritzbox zerlegt.
War harmlos.
Hatte im Ort in einen Antennenmast eingeschlagen.
Bei allen, die in der Nähe gewohnt haben, hat es die Telefondosen und die angeschlossenen Geräte gesprengt/verkohlt.
Die über LAN an die Router angeschlossenen Geräte hat es auch zerstört und teilweise alle an diese Geräte angeschlossenen Geräte.
Weg der Überspannung kurz geschrieben:
Antennenmast-->Telefonleitung-->Telefondose-->Telefone und Router-->LAN-Leitung-->Endgeräte und PC-->Peripherie (Drucker, Monitor, Tastatur,...)
Festplatten!

--> Deswegen Datensicherung weg vom PC legen!

Der LAN-Ausbreitungsweg ist ein Argument für WLAN. Ist eine sichere Trennstelle ;-)


Zitat
88,7 MHz
Ausserdem läßt sich schwer feststellen, kommt die Überspannung durch das Stromnetz oder Telefonleitung ? Oft gehen nur Einzelteile dabei defekt.


Zerleg' die defekten Geräte bzw. frag mal den Gutacher, der die zwecks Beweis für die Versicherung zerlegt.

Ich hatte vor kurzen eine Fritzbox hier, da konnte man eindeutig sehen dass die Überspannung durch die Telefonleitung kam.
Der DSL-Splitter wurde auch beschädigt, da hat ein Kondensator durchgeschlagen.

An der selben Leitung klemmten noch zwei Telefone, da ist nichts passiert.
Beide hatten eingebaute Überspannungsableiter.
Soviel zu der Energie, die da über die Leitung "reinkommt".

Bilder kommen noch.

ciao, shianne

von shianne - am 05.08.2013 17:00
Besten Dank! Ja ich vermute mal die Telefonleitung und das beste wird sein, bei Gewitter alle Stecker zu ziehen. Beim Laptop habe ich das auch gemacht und dachte noch im Flur Telefon ( Strom und Telefonbuchse ) habe dann gelassen, weil das Gewitter gar nicht mal so heftig war.. Und dann machte es rums... :rolleyes: Ich habe hier in direkter Sichtweite und fast zum greifen Nah ein Kirchturm mit langer Spitze, manchmal denke ich, dass darüber der Funken überspringt ? Das war jetzt der 4 oder 5 Überspannungsschaden in etwa 20 Jahren.

von 88,7 MHz - am 05.08.2013 17:19
Noch ein Gedanke: Es dürfte kaum jemand geben, der ernsthaft garantiert, dass sein angebotener Überspannungsschutz zu 100% wirksam ist.
Ursache: Meistens funktionier er, aber eben nicht immer. Ist eben keine galvanische Trennung mit ausreichender Trennstrecke, sondern nur ein Überspannungsableiter.

Trennstrecke "Stecker" funktioniert dagegen solange, bis ein direkter Blitzschlag ausreichender Stärke stattfindet.
Dann hat man aber meist auch andere Probleme.

Bilder:

schlecht fotografierte Übersicht der Bestückungsseite der Fritzbox 7170 mit markierten Schadensbereichen:
[attachment 1900 Bestueckungsseite-markierung-LQ.jpg]

Ganz rechts oben ist der Anschluss für das DSL-Signal vom Amt (vom Splitter).
Darunter vergilbt rechteckig quer (liegend) ein Übertrager (original ist der weiß, die ungeeignete Beleuchtung des Fotographen lässt alles vergilben).
Zwischen Übertrager und der Diode (könnte eine Suppressordiode sein) hat es gefunkt:
[attachment 1901 Blitzschlag-Spannung-uebergesprungen-1.JPG]
Man erkennt (mehr oder weniger deutlich) wie das Lötzinn an den Kontaktstellen einseitig abgetragen wurde.
Das kann Aufschluss über die Polarität der Spannung geben.
Am Plus wird vorrangig abgetragen.
Allerdings ist hier auch die Beschaffenheit der "Elektroden" unterschiedlich (Lötzinn und Bauelemente-Kontakt --> Kupfer).

von shianne - am 05.08.2013 17:36
Nochmal anders fokussiert:
[attachment 1902 Blitzschlag-Spannung-uebergesprungen-2.JPG]

Dann hat es im zweiten markierten Bereich ein SMD-Bauelement aufgerissen:
[attachment 1903 Blitzschlag-defektes-IC.JPG]

von shianne - am 05.08.2013 17:38
Und zwei SMD-Widerstände waren auch nicht ausreichend spannungsfest oder sind durch den Stromstoß durchgebrannt:
[attachment 1904 Blitzschlag-defekte-SMD-R.JPG]

Totalschaden.
Gerät funktioniert gar nicht mehr, auch wenn man das optisch nicht sieht.

ciao, shianne (ich kann immer nur zwei Bilder pro Beitrag... :( )

von shianne - am 05.08.2013 17:41
Zitat

Ich habe hier in direkter Sichtweite und fast zum greifen Nah ein Kirchturm mit langer Spitze, manchmal denke ich, dass darüber der Funken überspringt ?

Das ist gut möglich.
Bliebe dann noch die Frage, wie die Spannung von der (höchwahrscheinlich geerdeten) Kirchturmspitze in die Telefonleitung kommt.
Entweder reicht die Nähe zum Erder im Erdreich oder es gibt einen anderen Weg.

Übrigens schlagen Blitze nicht immer in den höchsten Punkt ein:
Vor kurzem selbst erlebt:

Eine Baumgruppe mit Gras rundherum von mehreren 5-stöckigen Mehrfamilienhäusern umgeben.
Ein Innenhof eben.
Ich stehe im 4. Stock am Fenster.
Da schlägt plötzlich der Blitz in den Erdboden ein.
Nicht in einen Baum und nicht in eines der Häuser, welche allesamt einen Blitzableiter haben.

Am selben Tag entstand noch dieses Bild (man beachte Hauptkanal und Nebenäste, es war laut...):
[attachment 1906 CIMG2422resi.jpg]

Fotowerkzeug: Casio Exilim Z750

(nein, der Blitz nicht in das zum Teil abgelichtete Haus eingeschlagen, sondern dahinter)

von shianne - am 05.08.2013 18:25
Zitat

Ich habe hier in direkter Sichtweite und fast zum greifen Nah ein Kirchturm mit langer Spitze, manchmal denke ich, dass darüber der Funken überspringt ? Das war jetzt der 4 oder 5 Überspannungsschaden in etwa 20 Jahren.

Da muss ja kein Funke überspringen, es reicht die elektromagnetische Induktion auf der Telefon- oder Stromleitung - und der Blitz kann selbst auf mehrere Kilometer Entfernung erhebliche elektrische Spannungen induzieren!
Und der Kirchturm in der Nähe zieht natürlich als (vermutlich) höchster Punkt Blitze an.

von iro - am 05.08.2013 18:28
Da hat der Alte(88,7) wohl den Alten(Gott) ziemlich verärgert :vollekracht:

von Chief Wiggum - am 05.08.2013 18:49
Drei Blitzopfer in meinem Leben: 56 k-Modem, Hersteller unbekannt. DVB-T Empfaenger "Medion". Und ein analoges Schnurlostelefon "Cocoon". Beim Modem war der PC durch Steckerziehen vom Stromnetz getrennt, die Trennung des Telefonkabels habe ich vergessen. Modem funktionslos, mehrere geplatzte SMD-Bauelemente. Austausch und Funktion war wieder hergestellt. Beim analogen Schnurlostelefon der gleiche Fehler, es war auch vom Stromnetz getrennt, hing aber leider am Telefonkabel. In dieser Nacht gab es laut Nachbarn einen Kugelblitz, der um das Haus rauschte. Das Schnurlostelefon reagierte noch, die Station dazu hatte es zerstoert. In dieser Nacht ist auch ein DVB-T Empfaenger eingegangen, er war ab da regungslos. Stecker ebenfalls gezogen, als Antenne kam nur eine Zehnder AA-200 Zimmerantenne zum Einsatz. Auch sie war netzfrei, spielt jedoch bis heute. Der Empfaenger seither nicht mehr.

von PowerAM - am 05.08.2013 21:30
Bei uns gab es was ganz seltsames, ich erwähnte das hier bereits früher mal. Nach einem Gewitter war eine der beiden Adern der Telefonleitung verkohlt, sämtliche Infrastruktur dahinter blieb aber intakt, Splitter und alles andere, nicht mal die Zuleitung zum Splitter hatte sichtbar Schaden genommen. Musste bloß unser Telefonanschluss auf die zweite, unbenutzte Doppelader geklemmt werden. Wo blieb die Überspannung da wohl hängen - im alten, außenliegenden Übergabepunkt der Telekom Bundespost?

von Hagbard Celine - am 06.08.2013 07:46
Zitat
iro
Da muss ja kein Funke überspringen, es reicht die elektromagnetische Induktion[...]

Induktion, da hatte ich gar nicht dran gedacht.
Stimmt.

Da war doch mal was...
Der Blitzableiter war da die eine Wicklung des "Trafos", ein Metallring einer Halogen-Einbaulampe die zweite Wicklung.

click here

so long, shianne

von shianne - am 06.08.2013 17:48
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