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Spacelab, iro, carkiller08, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, Radio_DDR, Felix II, Habakukk, DX-Fritz

Mal eine Rechenaufgabe

Startbeitrag von Spacelab am 27.08.2013 09:32

Da einige hier ja solche Denksportaufgaben lieben habe ich jetzt mal was für euch: Mein Vater hat sich in der Bucht neue Armaturen für seinen großen 180er Roller wirklich sehr günstig geschossen. Jetzt sind diese Armaturen aber von dem neueren Modell mit 11 Zoll Räder. Er hat noch die alte Version mit 10 Zoll Rädern. Wie geht jetzt die Geschwindigkeitsanzeige? Zeigt diese mehr an (also 60km/h statt 50km/h) oder weniger (50km/h statt 60km/h)? Und um wie viel geht die Anzeige überhaupt falsch?

Antworten:

Die Geschwindigkeit müsste richtig angezeigt werden, wenn der Umdrehungszähler am Roller nicht getauscht wird und mit dem Tachometer kompatibel ist. Das Tachometer allein ist nur ein sekundäres Anzeigeelement und ohne den Geber ist des Tachogerät allein betrieben ja dumm.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 27.08.2013 10:05
10 Zoll x 2,54 = 25,4 cm
25,4 cm x pi = 79,8 cm Umfang
1253 Reifenumdrehungen pro 1 km

11 Zoll x 2,54 = 27,94 cm
27,94 cm x pi = 87,79 cm Umfang
1139 Reifenumdrehungen pro 1 km


1253 U/km = 100% => Tempoanzeige 60 km/h
1139 U/km = 90,9% => Tempoanzeige 54,54 km/h (90,9% von Tempo 60)

Anm.: pi = auf 3,142 gerundet

von iro - am 27.08.2013 10:13
Puh! Das ist schon heftig.

von Spacelab - am 27.08.2013 10:14
Das könnte sogar noch (leicht) mehr werden, da 10/11 Zoll ja wohl der Innendurchmesser sein wird (vermute ich mal... ich hab's nicht so mit Reifen!). Die Höhe des Reifens wäre also noch draufzurechnen.

Grundsätzlich aber wird weniger angezeigt werden als das tatsächlich gefahrene Tempo oder zumindest weniger angezeigt werden als bisher bei gleichem Tempo. Tachometer zeigen ja normalerweise immer wenigstens 5% zuviel an (bei Autos).

von iro - am 27.08.2013 10:23
Ist das wirklich so? Dann habe ich wohl einen Denkfehler gemacht ;-).
Kann man vielleicht doch am Tacho irgend etwas verändern, programmieren?

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 27.08.2013 10:24
Auch der Entfernungszähler wird dann falsch laufen.
Ein tatsächlicher Kilometer wird nur noch als 909 Meter gezählt werden, da eben pro km nur noch 1139 statt 1253 Impulse an den Zähler weitergegeben werden.

von iro - am 27.08.2013 10:29
Ja das ist nur der Felgendurchmesser. Der Reifen kommt noch dazu. Aber der ist bei der 10 Zoll und der 11 Zoll Variante gleich hoch. Oder anders ausgedrückt: mit Reifen ist das ganze Gebilde auch einen Zoll größer. Man hat also nicht nur das Loch für die Felge größer gemacht sondern das ganze Teil hat nen größeren Umfang.

Das einzige was man bei dem Roller programmieren kann ist die Digitaluhr. :D Es gibt aber Übersetzungsgetriebe die zwischen die Welle und die Schnecke die im Tacho drin ist gefriemelt werden. Das hat man auch so bei Autos gemacht die keinen elektronischen Tacho drin hatten.

von Spacelab - am 27.08.2013 11:21
@iro:
Jetzt hab ich aber grad einen Knoten im Hirn. Ist es nicht eher umgekehrt?

Zitat

10 Zoll x 2,54 = 25,4 cm
25,4 cm x pi = 79,8 cm Umfang
1253 Reifenumdrehungen pro 1 km

11 Zoll x 2,54 = 27,94 cm
27,94 cm x pi = 87,79 cm Umfang
1139 Reifenumdrehungen pro 1 km


1253 U/km = 100% => Tempoanzeige 60 km/h
1139 U/km = 90,9% => Tempoanzeige 54,54 km/h (90,9% von Tempo 60)


Der Roller hat 10 Zoll-Raeder, die neue Anzeige geht aber von 11 Zoll-Raedern aus. Wie oben gerechnet, braucht ein 10 Zoll-Rad mehr Umdrehungen pro Kilometer als ein 11 Zoll-Rad.
=> 10-Zoll-Raeder liefern pro Kilometer also MEHR Impulse als 11-Zoll-Raeder.

Die Anzeige wandelt die Anzahl Impulse pro Zeit in eine angezeigte Geschwindigkeit um.
=> Wenn die 10-Zoll-Raeder fuer die gleiche Strecke mehr Impulse liefern als ein 11-Zoll-Rad (wofuer die Anzeige gebaut ist), muss die Tachoanzeige dann doch eine zu hohe Geschwindigkeit anzeigen...

von Habakukk - am 28.08.2013 08:45
Du hast recht, Habakukk.
Ich hab nicht genau gelesen... Ich ging davon aus, daß andere Räder verwendet werden, darauf basiert die Rechnung.
Tatsächlich ist es aber ja ein anderer Zähler - ausgelegt auf 11 Zoll-Räder, betrieben mit 10 Zoll-Rädern.
Damit ist dann 11 Zoll die 100% Basis, oben war das 10 Zoll-Rad die 100%-Basis...

Dieser Teil der Rechnung muss angepasst werden:

1139 U/km (11 Zoll-Rad) = 100% => Tempoanzeige 60 km/h
1253 U/km (10 Zoll-Rad) = 110% => Tempoanzeige 66 km/h (110% von Tempo 60)

von iro - am 28.08.2013 09:02
Ja gut das ist jetzt nicht so schlimm. Wichtig ist nur das mein Vater mit dem neuen Tacho weit außerhalb der Toleranz liegt. Darum ging es hauptsächlich.

von Spacelab - am 28.08.2013 09:26
Zitat
Spacelab
Wichtig ist nur das mein Vater mit dem neuen Tacho weit außerhalb der Toleranz liegt.


Ach, das macht doch nix, dann fährt er auf jeden Fall nicht zu schnell, wenn er sich an die Tachoanzeige und die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält. ;)

von DX-Fritz - am 28.08.2013 10:55
Theoretisch schon. Aber die Kiste muss alle 2 Jahre zum TÜV und was der wohl dazu sagt das der Tacho gleich so viel falsch anzeigt... ;-) :D

von Spacelab - am 28.08.2013 11:01
Bei Autos darf der Tacho maximal 10% zuviel anzeigen...
Niemals aber zuwenig.
Wenn das auch für Roller gilt: passt doch genau!

von iro - am 28.08.2013 11:34
Wenn es ein Tacho mit mechanischen Antrieb sein sollte, könnte es sogar sein,
daß der Tacho korrekt anzeigt.
Kann man überprüfen, wenn man nachschaut , ob die K-Werte am alten und neuen Tacho identisch sind.
Üblich sind meist K=1,0 bzw. K=1,2 (ist oft rückseitig am Tacho angegeben) .

Die korrekte Anpassung zwischen Radgröße und Tacho dürfte dann bei der 10" und 11" Version
über verschiedene Übersetzungen im Tachowellen-Antrieb erfolgen.

von carkiller08 - am 28.08.2013 20:32
Ist auch ein guter Tipp. Danke. :cheers:

von Spacelab - am 29.08.2013 07:24
Zu Zeiten mechanischer Tachoantriebe gab es auch Zwischengetriebe für die Tachowelle, die die korrekte Anzeige von Geschwindigkeit und Wegstrecke nach Austausch von Kettenübersetzung (Zweiräder) bzw. Achsantrieb bzw. Planetenvorgelege am Radantrieb sicherstellten.
Bei impulsbasierter Zählung ist eine Korrektur, selbst bei sehr krummen Verhältnissen kein Problem. Oft kann dies sogar direkt parametriert werden, ohne dass mit zusätzlicher HW was angepaßt werden müsste.

von Radio_DDR - am 31.08.2013 10:51
ich würde gar nicht rechnen, ich tät mir so helfen:

Navi dran, laut Navi z.B. 50 fahren und dann mit dem Tacho vergleichen

von Felix II - am 01.09.2013 07:32
Ja das schon. Es ging mir in erster Linie darum im Vorfeld zu wissen ob es sich überhaupt lohnt den ganzen Aufwand mit dem Umbau zu treiben. Denn die ganzen Anschlüsse müssen ja auch noch umgelötet werden.

von Spacelab - am 01.09.2013 08:30
Gestern Nachmittag waren wir endlich mit dem Umbau fertig. Laut GPS bin ich exakt 50km/h gefahren und der Tacho hat so ziemlich genau 65kn/h angezeigt. Also ohne Anpassung ist das Grütze. :-(

Neben dem Geschwindigkeitsproblem hat sich jetzt auch noch ein technisches Problem dazu gesellt. Der Fahrzeughersteller hat nämlich bei der "Modellpflege" gleich alle Anschlüsse geändert. Nicht nur die im Tacho eingebauten Kontrollleuchten haben verrückt gespielt, sondern auch die Knöpfe (Starter, Licht, Abblend-/Fernlicht, Hupe...) haben nicht mehr korrekt funktioniert. Also haben wir den ganzen Samstag- und den ganzen Sonntagnachmittag damit verbracht die Belegung des Kabelbaumes und der neuen Armaturen aufzuschreiben, Kabel durchzuschneiden und wieder neu zu verlöten. Bei dem dünnen Klingeldraht und weil der Hersteller noch keine 2cm Spiel bei der Kabellänge gelassen hat eine frickelei ohne Ende. Jetzt haben wir nur das Problem das die Lichthupe nicht funktioniert. Das alte Modell das mein Vater hat, hat von Haus aus keine Lichthupe sondern nur einen einfachen Schalter. Schalter nach unten: Abblendlicht. Schalter nach oben: Fernlicht. Der neue Schalter hat 3 Stufen. Schalter nach oben: Fernlicht. Schalter in der Mittelstellung: Abblendlicht. Schalter nach unten: Lichthupe. Der neue Schalter hat auch 4 statt 3 Anschlüsse. Der zusätzliche vierte Anschluss ist für die Lichthupe und stellt wenn man den Schalter nach unten drückt und festhält eine Verbindung zum Eingang her. Jetzt dachten wir, wir klemmen den Ausgang für die Lichthupe einfach zu dem Ausgang fürs Fernlicht mit dazu. Aber Pustekuchen. Wenn wir das machen leuchtet das Fernlicht dauernd obwohl der Schalter weder auf Fernlicht, noch auf Lichthupe steht. :wall:

von Spacelab - am 02.09.2013 09:09
Wie soll das denn gehen, daß das Fernlicht dauerhaft leuchtet, wenn die Ausgänge "F" und "LH"
verbunden sind ?

[attachment 2033 IMG_0996.JPG]


Habt ihr das selbst so durchgemessen, daß bei Lichthupe der 4.Anschluss (LH) auf den Eingang durchschaltet ?

Und wird da wirklich direkt der Strom zum Scheinwerfer geschaltet oder werden da über den dünnen "Klingeldraht" eventuell Relais angesteuert ?

von carkiller08 - am 02.09.2013 16:36
Das läuft alles über Relais. Wenn man über diesen Klingeldraht 55 Watt schicken würde hätte man ne Zündschnur. :D

von Spacelab - am 02.09.2013 16:38
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