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Wegen Handy aufladen fast gefeuert

Startbeitrag von Spacelab am 05.10.2013 08:05

Ein Freund von mir war gerade zu besuch und der erzählte das er gestern fast gefeuert wurde. Er hat in der Firma sein Handy aufgeladen. Zuerst dachte ich der will mich verschaukeln aber als ich mal etwas gegoogelt habe scheint sein Fall nicht so selten zu sein. Der Chef meinte das er bei dem alten Kofferradio das sie einfach aufgestellt hätten noch alle Augen zugedrückt hätte. Aber beim Handy aufladen sei Schluss.

Findet ihr dafür eine Abmahnung gerechtfertigt? Oder denkt ihr das war übertrieben?

Antworten:

Ohne Erlaubnis Strom zu entnehmen ist Diebstahl.
Es wurden schon Leute wegen mitgenommener Maultaschen gefeuert obwohl Diese sonst in den Müll
gekommen wären. Das ist normale Praxis. Ich rühre grunsätzlich nichts auf Arbeit an und würde nichtmal ein Leeres Blatt Papier von der Arbeit ungefragt " ausführen ".
Selbstverständlich finde Ich eine Abmahnung übertrieben. Aaaber : man könnte ja Fragen bevor das
Kind im Brunnen liegt oder in dem Falle bevor Ich das Handy in der Firma auflade...

von RADIO354 - am 05.10.2013 08:10
Aber ist das nicht irgendwo unverhältnismäßig? Hätte da ein klaps auf die Finger nicht auch ausgereicht? Ich mein eine Handyladung sind 0,irgendwas Cent auf der Stromrechnung. Wenn jemand im Flur ne stärkere Glühbirne reingeschraubt hätte, hätte diese mehr kosten verursacht.

von Spacelab - am 05.10.2013 08:33
.:.

von PowerAM - am 05.10.2013 08:38
.:.

von PowerAM - am 05.10.2013 08:48
Den Arbeitgebern dürfte es um`s PRINZIP gehen :
Der Angestellte tut während der Arbeitszeit etwas vertraglich nicht vereinbartes.
Das ruft dann diese Überzogenen Reaktionen hervor. Was Ich schon vorher sagte " Fragen kostet nichts "

von RADIO354 - am 05.10.2013 08:51
Es ist ja auch immer ein geben und nehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ich mein ich geb meinen Angestellten sehr viel Freiraum. Dafür kann ich mich aber auch blind drauf verlassen das sie selbst am Wochenende auf der Matte stehen wenn hier mal wieder der Baum brennt.

von Spacelab - am 05.10.2013 08:55
Zitat
Spacelab
Es ist ja auch immer ein geben und nehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ich mein ich geb meinen Angestellten sehr viel Freiraum. Dafür kann ich mich aber auch blind drauf verlassen das sie selbst am Wochenende auf der Matte stehen wenn hier mal wieder der Baum brennt.

:spos:

von RADIO354 - am 05.10.2013 08:57
.:.

von PowerAM - am 05.10.2013 09:09
Ich wäre FROH, wenn ich für seinen Idioten nicht mehr arbeiten müsste. Das nennt sich Kleinkariertheit und Gängelung...Erbsenzählerei. Und mit solchen Subjekten will ich nichts zu tun haben, das hätte ich dem auch direkt gesagt, aber sehr deutlich.

von Peter Schwarz - am 05.10.2013 10:24
Ich sehs wie Peter und Spacelab. Bei einem vernünftigen Arbeitgeber ist das ein Geben & Nehmen. Der Mitarbeiter hat Freiräume, setzt sich aber auch ein. Bei o.g. Zuständen würde meine einzige Motivation die sein, einen besseren Job zu finden.
Wenn ein Chef allerdings einen Mitarbeiter tatsächlich wegen so einer Lapalie kündigen sollte, dann kann diese Lapalie auch einfach der lang gesuchte Grund sein...

von DH0GHU - am 05.10.2013 11:06
Zitat @ DH0GHU

" dann kann diese Lapalie auch einfach der lang gesuchte Grund sein... "

Genau.
Bei der seinerzeit gekündigten Mitarbeiterin wegen der mitgenommenen Maultaschen war das so.
Diese wollte man los sein. Kam aber schlecht an Sie heran ( Alter, Kündigungsschutzbestimmungen ... )
Da kamen die Maultaschen wie gerufen...
Am Ende stand der Vergleich...

von RADIO354 - am 05.10.2013 13:31
Eben. Man kann nur froh sein, wenn man solche Schikanierer los ist. Die versuchen das meist auch nur bei dem Typ Mensch, der soch das gefallen laesst.

von Peter Schwarz - am 05.10.2013 13:57
Bei meiner Arbeitsstelle ist das auch "Geben & Nehmen".
Private und sowieso überhaupt alle Geräte müssen dem E-Check unterzogen werden, der auch für die privaten Geräte nichts kostet.
Bei Händyladegeräten wird das aber wohl so gut wie nie gemacht...

von iro - am 05.10.2013 14:16
Oder beim Wasserkocher mit über 2000 Watt. Für einmal Wasser aufkochen kann man seeeehr oft das Handy aufladen.

von Spacelab - am 05.10.2013 14:47
Kann es nicht sein, dass der Chef aus dem Ursprungsbeitrag einfach nur "einen schlechten Tag erwischt hatte"? Solche Tage haben wir alle einmal, das dann gezeigte Verhalten ist also nur "menschlich".

Auf jeden Fall ein gefundenes Fressen für Psychoanalytiker und alle, die ihren Freud und ihren (Wilhelm) Reich verehren... Vielleicht war ja nur die davor liegende Nacht mit zu wenigen - oder gar schlechten - sexuellen Erlebnissen verbunden? Nun ja, gönnen wir dem Chef die Katharsis! ;)

von Thomas.Schröder - am 05.10.2013 16:43
Die Bundespolizei hat einem Studenten, der wg. leeren Akkus sein Laptop an eine Steckdose in der Bahnhofshalle angeschlossen hatte, eine Anzeige wegen Stromdiebstahls 'reingewürgt. In den Zügen sind übrigens Steckdosen für Reisende mit Computern vorhanden.

Ich hoffe, der Richter hat wie in diesem Fall entschieden:

Stromdiebstahl in Höhe von 1,8 Cent rechtfertigt keine Kündigung
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 02.09.2010 (Az.: 16 Sa 260/10)

von hegi_ms - am 05.10.2013 21:00
Als Chef muss man hal kreativ sein. Wie wäre es mit "Tintendiebstahl" wenn jemand in seiner Mittagspause mit dem Dienstkuli ein Kreuzworträtsel ausfüllt? Das dürfte von der Schadenshöhe in etwa vergleichbar sein.

von Bolivar diGriz - am 06.10.2013 06:15
na Tschuldigung...da müßte dann der Chef auch so hart sein fürs auf KLO gehen Wassergeld verlangen.

Wenn ein Chef keine Mitarbeiter mehr haben möchte soll er es bitte klar in einer Zeitungsanzeige zum Ausdruck bringen und über evtl. "nebenkosten" die im Job entstehen können und deren bezahlung berichten und es dann im Arbeitsvertrag vereinbaren.

Das mit dem Handyaufladen verstehe ich als Kindergarten "HOCH 10 ! Aber es hält ihn keiner davon ab.Vielleicht will er demnächst auch nochn Anteil für die Heizkosten im Winter? Wer weiß..wer weiß..
++++++++++++++++++++++++++++
Wenn er seinen Laden so schlecht wirtschaftlich organisiert hat..das er schon auf Handystromkosten "Seiner" Mitarbeiter angewiesen ist..sollte er sein Geschäftsmodell dringend überdenken oder doch lieber gleich Insolvenz anmelden.

von Starsailor001 - am 06.10.2013 09:17
Es geht rechtlich gesehen nicht um den Wert sondern um den Fakt der privaten Nutzung der Steckdose sowie der privaten Entnahme von Elektroenergie. Das gibt dem Arbeitgeber gegenueber seinen Arbeitskraeften eine Machtposition, die verschiedene Gerichtsentscheidungen auch so gesehen haben. Lediglich die "Geringfuegigkeit" hat manchem den Job erhalten, wenn nicht das allseits beliebte Argument des Vertrauensbruchs ein Festhalten an arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Kuendigung begruenden konnte.

Um die Nutzung von Sanitaereinrichtungen, Stromverbrauch fuer Beleuchtung oder Arbeitsmittel sowie Heizung der Geschaeftsraeume geht es nicht. Fuer erstere gibt es Vorschriften, Toiletten muessen in ausreichender Anzahl vorgehalten werden. Selbst Toilettenbenutzungszeiten zaehlen zur Arbeitszeit. Der Rest sind Betriebsausgaben, die das Geschaeft fordert. Auch Mindesttemperaturen fuer Arbeitsraeume sind vorgegeben. Wenngleich ich auch weiss, dass Freunde im Kfz-Handwerk im Winter auch in 10 bis 12 Grad warmen Raeumen schrauben.

von PowerAM - am 06.10.2013 09:30
Über sowas überhaupt diskutieren zu müssen ist totaler Unsinn. Wer keine Arbeitskräfte in seinen betrieb haben möchte..soll doch bitte zukünftig den Job alleine machen....da kann er sein Steckdosen nutzen so lang und so viel er will.

Ein Arbeitgeber der so eine Diskussion überhaupt nötig hat...naja gut...der steht wohl Kurz vor Knapp!
Prinzip hin oder her.
Kleinkarierter geht es nicht mehr...Dann soll er es bitte vorher vertaglich regeln...damit jeder genau Bescheid weiß...was Brötchen toasten, Handy laden und Kühlschrank und Mikrowelle benutzen centgenau monatlich kostet.

Dann sind die Frontenklar geregelt.Aber ich glaube dann verhandeln die Arbeitnehmer ihre Überstunden und Mehrarbeit nochmal ganz sauber und ordentlich GENAU ... und NEU aus.....

von Starsailor001 - am 06.10.2013 09:37
Wenn man sich den Arbeitgeber aussuchen kann, mag das schön und recht sein. Bist du aber aus welchen Gründen auch immer dazu gezwungen, dich an deinem Job festzuklammern um nicht irgendwann in Hartz IV zu versinken, hat das System™ dich am Schlawittchen und du hast dich unterzuordnen, komme was da wolle und so sinnlos es auch sein mag.

von Wrzlbrnft - am 06.10.2013 10:01
Pff, lieber würde ich mich von 1€/Tag ernähren als für so ein Arschloch zu arbeiten. Wäre in D. zum Glück ja nicht mal nötig dank Sozialhilfe.
Aber wer so ein Selbstvertrauen im Beruf hat, bei dem traut sich normalerweise eh kein Chef, einen zu schikanieren (außer er ist richtig gestört). Ich habe meinem Vorgesetzten - neben sachlicher Kritik - mal gesagt, dass ich nicht jahrelang für ein Diplom geschuftet habe, um mich von ihm herumkommandieren zu lassen. Bei der Beförderung wurde meine "Fähigkeit, angemessen Kritik zu äußern", positiv erwähnt. ;)
Aber so trifft es halt leider fast immer diejenigen, die sich nicht wehren können. :(

von ANDREAS R-|-DJ - am 06.10.2013 16:04
In dem Moment, in dem ich mich an einen "Job festklammere" nehme ich automatisch schon eine "mit dem Rücken zur Wand"-Haltung ein. Und merkt dass der Chef, kann er es ausnützen, wenn er einen Scheiß-Charakter hat. Daher sollte es jeder Mensch vermeiden, sich an eine Stelle zu klammern. Merke: Es gibt fast immer Alternativen! Und wenn ich ein absolutes Arschloch als Chef habe, kann es auch sein, dass eine schlechter bezahlte Stelle (zumindest übergangsweise) die bessere Lösung ist. Sicher: Man muss auch mal etwas aushalten, jeder hat mal einen schlechten Tag und manche Leute sind auch fähig, um Entschuldigung für ein überzogenes Verhalten zu bitten. Das ist dann Abwägungssache. Aber wenn mich einer feuern will, weil ich ein Telefon aufgeladen habe und ihn damit 5 Cent ärmer gemacht habe, dem komme ich mit meiner Kündigung noch zuvor.

von Peter Schwarz - am 06.10.2013 17:19
Zitat

Es gibt fast immer Alternativen!

Leider vielfach gerade nicht...

von WiehengeBIERge - am 06.10.2013 17:53
Ich weiß noch das letzte Mal wo ich arbeiten durfte. Das hat keine Woche gedauert da war ich schon weg weil ich mit Kaffeemaschinenreiniger angegriffen wurde.

Nach solchen Erfahrungen kämpfe ich mich lieber von Schule zu Schule und versuche Betriebe möglichst weiträumig auszuweichen.

von RheinMain701 - am 06.10.2013 18:13
Zitat

Aber beim Handy aufladen sei Schluss.


Wenn das die "unternehmenskultur" ist braucht man eigentlich schon nicht weiter reden.

Ist halt Möglichkeit sich zu produzieren. Wenn einem aber so verklickert wird das man "nicht erwünscht" ist, sollte man sich nach was anderem umsehen anstatt sich an dem blöden Job festzuhalten und monatelang den Scheiss weit anzutun und bei der nächsten Gelegenheit doch rauszufliegen...

Es gibt immer auch andere Jobs die mindestens genauso beschissen sind. :P

von Detektordeibel - am 06.10.2013 19:28
Mit dem eingangs erwähnten Aufladen des Mobiltelefons würde ich mir als Chef sowas nicht leisten, denn mit hoher Sicherheit hat der Chef den Mitarbeiter mal auf diesem privaten Telefon (evt. sogar nach Dienst) angerufen oder der MA hat zu dienstlichen Zwecken eine Verbindung auf eigene Kosten für Firmenbelange herstellen müssen.
Dass der MA für Firmenbelange private Geräte auf eigene Kosten einsetzt, weil er kein Firmen/Diensthandy bekommt bzw. nur sehr selten braucht, sollte auch vom Chef ein gewissen Entgegenkommen erwarten lassen, wenn man es von den MA wie selbstverständlich erwartet. Die heute verbreiteten Smartphones erfordern nun einmal eine häufigere Aufladung als die klassichen Handies, die eine Woche und länger reichen.

von Radio_DDR - am 06.10.2013 22:35
Zitat
WiehengeBIERge
Zitat

Es gibt fast immer Alternativen!

Leider vielfach gerade nicht...


So sieht's auËs. Ich erinnere mich immer noch mit Schrecken an die fast schon sklavische Ausbeuterei eines Mitmenschen in einer Druckereikette, die ihre Mitarbeiter munter mal wochenlang quer durch Deutschland als Aushilfe schickt und wo ein machoider Choleriker als Projektleiter alle Mitarbeitenden terrorisierte. Da rauszukommen, war ohne fremde Hilfe und ohne empfindliche finanzielle Einbußen gar nicht möglich, wann hätte man denn überhaupt mal Zeit gehabt für Bewerbungsgespräche oder ähnliches?

von Wrzlbrnft - am 07.10.2013 03:47
Ein Musterbeispiel eines erfolgreichen Kapitalisten! :sozusagen:

von PowerAM - am 07.10.2013 06:10
Im Gegenteil.
Wer soviel "arbeitet" das er keine Zeit hat sich woanders umzuschauen, der hat auch keine Zeit um Geld zu verdienen.

von Detektordeibel - am 08.10.2013 07:04
Meine etwas ironisch gemeinte Formulierung bezog sich auf den Arbeitgeber. Gerade jene, die ihren Mitarbeitern Loehne zahlen, die erst durch das amtliche Aufstocken zum Leben reichen, werden doch regelmaessig in Unternehmerkreisen als "marktorientiert", "wegweisend" und "den Zukunftsstandort Deutschland staerkend" gefeiert.

von PowerAM - am 08.10.2013 07:33
Zitat
PowerAM
Ein Musterbeispiel eines erfolgreichen Kapitalisten! :sozusagen:


Der Deibel? :D

von Japhi - am 08.10.2013 09:28
Zitat
Detektordeibel
Im Gegenteil.
Wer soviel "arbeitet" das er keine Zeit hat sich woanders umzuschauen, der hat auch keine Zeit um Geld zu verdienen.


Muß er ja auch nicht, hat ja eh keine Zeit, es auszugeben!

von DH0GHU - am 08.10.2013 10:49
Genau, ihm wuerde noch viel weniger langen. Ein Grund mehr fuer Arbeitslager! In denen sind die Arbeitskraefte genau dort, wo auch die Arbeit ist. Die zweckmaessige Unterbringung und arbeitsleistungsangepasste Verpflegung ist selbstverstaendlich, um die aerztliche Versorgung wird man sich auch gern kuemmern. Fremdarztbesuche sind eh tabu, schliesslich kann man Faulenzer und Drueckeberger nicht gebrauchen.

Achtung, kann Spuren von Ironie, Sarkasmus und andere Allergieausloeser enthalten.

von PowerAM - am 08.10.2013 10:55
Gegen ungerechtfertigte Abmahnungen kann man als Arbeitnehmer aber ebenfalls gerichtlich vorgehen. Die Arbeitsgerichte halten sich seit dem Maultaschen-Urteil an die Verhältnismäßigkeit.
Aber wenn der Bekannte jung ist und evtl. auch einen anderen Job machen könnte, dann sollte er schleunigst das Weite suchen. So ein Betriebsklima ist ja herrlich. :bloed:

von oli84 - am 08.10.2013 11:32
Tja, da scheinen manche noch nicht über den Status des Feudalismus hinausgekommen zu sein. Moderne Sklavenhalter quasi. Und die passenden Menschenhändler in Form von Personaldienstleistern gibt es dazu auch noch. Es hat sich in den letzten paar hundert Jahren doch erschreckend wenig geändert in diesen Denkmustern.

von Peter Schwarz - am 08.10.2013 14:48
Zitat
Spacelab
Ein Freund von mir war gerade zu besuch und der erzählte das er gestern fast gefeuert wurde. Er hat in der Firma sein Handy aufgeladen. Zuerst dachte ich der will mich verschaukeln aber als ich mal etwas gegoogelt habe scheint sein Fall nicht so selten zu sein. Der Chef meinte das er bei dem alten Kofferradio das sie einfach aufgestellt hätten noch alle Augen zugedrückt hätte. Aber beim Handy aufladen sei Schluss.

Findet ihr dafür eine Abmahnung gerechtfertigt? Oder denkt ihr das war übertrieben?



heutzutage wird man aus allen moeglichen Gruenden gefeuert. Oft sind die genannten Gruende nur vorgegeben, da man eben einen Grund dafuer sucht. In Realitaet sind die Gruende oft andere. Dies muss oft gar nicht mal etwas mit schlechter Performance des Mitarbeiters zu tun haben, vielleicht eher betriebsbedingt, sprich der Firma geht es nicht sonderlich gut.

von 102.1 - am 08.10.2013 15:10
Der Kündigungsschutz ist zu restriktiv und geht an der Realität halt vorbei.
Deswegen ja der ganze Befristung, Zeitarbeits und Werksvertragsmüll...


Als Antwort darauf werden bei normalen Arbeitsverhältnissen dann so Fliegenschiss-Sachen hat als Kündigungsgründe juristisch aufgebläht.
Aber das ist mal wieder so ein Ding das aus ideologischen Gründen nicht reformierbar ist.
Normal wäre es gescheiter wenn der Arbeitgeber für jeden Mitarbeiter den er übernimmt Steuerfrei so ne Art "Abfindungsbatzen" pro Angestelltem anlegen kann der dann am Ende ausgezahlt wird mit dem Rest vom Gehalt...so ne Art überbrückungsgeld um die Jobsuche zu erleichtern. Bei den meisten Leuten dauert das eh nur paar Wochen bis sie was neues haben,
Aber das passt ja auch nicht ins Weltbil weil jemand der Arbeitslos wird, der soll ja sofort zur Arge und sich ab sofort von denen schikanieren lassen...

von Detektordeibel - am 08.10.2013 16:26
...schliesslich trifft ihn zunaechst die alleinige Schuld am Verlust seines Arbeitsplatzes. Das Gefuehl ist es, dass zuerst jedem eventuellen "Leistungsfall" vermittelt werden muss.

von PowerAM - am 08.10.2013 17:26
Zitat

Der Kündigungsschutz ist zu restriktiv und geht an der Realität halt vorbei.
Deswegen ja der ganze Befristung, Zeitarbeits und Werksvertragsmüll...


Als Antwort darauf werden bei normalen Arbeitsverhältnissen dann so Fliegenschiss-Sachen hat als Kündigungsgründe juristisch aufgebläht.
Aber das ist mal wieder so ein Ding das aus ideologischen Gründen nicht reformierbar ist.
Normal wäre es gescheiter wenn der Arbeitgeber für jeden Mitarbeiter den er übernimmt Steuerfrei so ne Art "Abfindungsbatzen" pro Angestelltem anlegen kann der dann am Ende ausgezahlt wird mit dem Rest vom Gehalt...so ne Art überbrückungsgeld um die Jobsuche zu erleichtern. Bei den meisten Leuten dauert das eh nur paar Wochen bis sie was neues haben,
Aber das passt ja auch nicht ins Weltbil weil jemand der Arbeitslos wird, der soll ja sofort zur Arge und sich ab sofort von denen schikanieren lassen...


Herrlich, deine Beiträge sind richtig gute Satire :)

von ANDREAS R-|-DJ - am 08.10.2013 17:56
Nun lass' mal unser Forumsteufelchen. Er ist halt "der Geist, der stets verneint".
Aber "es irrt der Mensch, solang er strebt".

von hegi_ms - am 08.10.2013 19:36
Moment, so unrecht hat der Deibel gar nicht...befreit euch mal von der Denke, die ihr durch die Medien etc. ständig eingetrichtert bekommt.

von Peter Schwarz - am 09.10.2013 11:34
Gerade bei einer Kündigung wegen "Stromdiebstahl wegen Handyaufladen", wo der "Schaden" unterhalb von einem Cent liegt, bzw. der Nutzen für den Arbeitgeber überwog, weil der Mitarbeiter so für den Arbeitgeber jederzeit erreichbar bleibt, sind die Chancen vor dem Arbeitsgericht sehr, sehr hoch für den Arbeitnehmer. Oftmals wird nach so einer Geschichte aber das Verhältnis gegenseitig so zerrüttet sein, dass das Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen beendet wird. Und da fließt eigentlich immer eine Abfindung. Der Trick ist halt das so zu regeln, dass das Arbeitsamt keine Sperrzeit wegen selbst gekündigter Arbeit verhängt.

von Bolivar diGriz - am 09.10.2013 11:37
@Exidor:

Das bedeutet oft ein zweites Verfahren vor dem Sozialgericht, bei dem die Akten des Arbeitsgerichtes "beigezogen" werden.

von hegi_ms - am 09.10.2013 19:33
Zitat
Detektordeibel
Normal wäre es gescheiter wenn der Arbeitgeber für jeden Mitarbeiter den er übernimmt Steuerfrei so ne Art "Abfindungsbatzen" pro Angestelltem anlegen kann der dann am Ende ausgezahlt wird mit dem Rest vom Gehalt...so ne Art überbrückungsgeld um die Jobsuche zu erleichtern.

Ja genau, und Arbeitslosenvericherung bräuchte man auch nicht. Zu Schade allerdings, daß dies nicht insolvenzsicher wäre. Außerdem wäre das natürlich auch wieder eine Zuwendung die zu versteuern wäre. Von verbrieften Ansprüchen eines Arbeitnehmers darauf möchte ich erst gar nicht reden. => Steuerlich begünstigte Almosen nach Gutherrenart vs Sozialversicherung?...
Zitat
Peter Schwarz
Moment, so unrecht hat der Deibel gar nicht...befreit euch mal von der Denke, die ihr durch die Medien etc. ständig eingetrichtert bekommt.

Wieso? Das bedarf einer Erklärung Deinerseits!
Sehen wir es vielleicht mal so: Im Alter was zu haben geht nur mit langen Beschäftigungsverhältnissen; ich spreche hier von "normaler Bezahlung" bis ca. 60.000€ bei nicht selbstständiger Anstellung. Der Staat sollte also ein Interesse haben, daß seine Bürger möglichst lange möglichst viel in die Rente einbezahlen und dies erreicht man besonders dann wenn man eben nicht nach Hire-and-Fire verfährt. Alles andere führt zu Altersarmut und zum "auf der Sozialtasche liegen".

von Thomas (Metal) - am 10.10.2013 14:09
Zitat

. Zu Schade allerdings, daß dies nicht insolvenzsicher wäre


Wäre alles zu regeln. Aber vorher sollte man sich tatsächlich um andere Dinge kümmern, z.B. Elliminierung der Arbeitslosigkeit, und wenn man schon den doofen Euro behalten soll ein drastisch erhöhtes Lohnniveau von dem man vielleicht sogar Eigentum erwerben und ohne Verschuldungsmarathon leben kann und nicht 40 Jahre lang auf ne kleine Rente warten...

Passt natürlich nicht mit GeizistGeil und Exporte verschenken zusammen. Pech, aber die deutschen Arbeitnehmer sind ja eh anspruchslose Loser die sich im Zweifelsfall mit Sozialleistungen abspeisen lassen, gefordert werden dann höchstens paar Kröten mehr. :bruell:


Zitat

Alles andere führt zu Altersarmut


Das nennt sich heute "Kultur des Weniger". Nachhaltig. Wie kommste zu der Annahme mal "im Alter was haben zu wollen"? Dann kannst doch eh nix mehr damit anfangen...

von Detektordeibel - am 10.10.2013 18:01
Zitat
Detektordeibel
Zitat

. Zu Schade allerdings, daß dies nicht insolvenzsicher wäre


Wäre alles zu regeln. Aber vorher sollte man sich tatsächlich um andere Dinge kümmern, z.B. Elliminierung der Arbeitslosigkeit, und wenn man schon den doofen Euro behalten soll ein drastisch erhöhtes Lohnniveau von dem man vielleicht sogar Eigentum erwerben und ohne Verschuldungsmarathon leben kann und nicht 40 Jahre lang auf ne kleine Rente warten...

Ja, man tatsächlich den Eindruck daß manch einer auf die Rente wartet wie wenn er 18 werden würde "dann geht das Leben los". Sieht man von den nicht unwesentlichen Posten wie Gesundheit im Alter oder finanzielle Lage ab, so bleibt doch festzustellen, daß man dann Jahrzehnte quasi ein "Zombie-Leben" geführt hätte.

Zitat
Detektordeibel
Passt natürlich nicht mit GeizistGeil und Exporte verschenken zusammen. Pech, aber die deutschen Arbeitnehmer sind ja eh anspruchslose Loser die sich im Zweifelsfall mit Sozialleistungen abspeisen lassen, gefordert werden dann höchstens paar Kröten mehr. :bruell:

Das widerspricht einem WirtschaftsKREISlauf entschieden. Da sollte bekanntlich nicht verschenkt, sondern das Erwirtschaftete wieder reinvestiert werden. Gerade wenn man eben wie seit 30 Jahren z. B. die Arbeitslosigkeit durch Vorruhestandsregelungen oder übertriebenen Arbeitszeitverkürzungen künstlich zu senken versucht geht das in die Hose. Ersteres führt dazu, daß im Alter nicht genügend monetäre Mittel zur Verfügung stehen. [Die Regelung mit den Entgledpunkten sollte bekannt sein: 1 Jahr den Durchschnitt, Jahresverdienst ca. 34000€/Jahr, eingezahlt = 1 Punkt. Macht derzeit pro Punkt eine Rente von ca. 28€ pro Punkt. Würde bei 50 (17-67) Jahren 1400€ machen. Davon gehen dann noch GKV und Steuer ab.] Zweites daß die Lohnstückkosten steigen: Der Wasserkopf pro Produzierendem wird ja nicht geringer. Wobei ich ausdürcklich sage, daß es nicht 40 Stunden sein sollten (ich empfinde die 38h als guten Richtwert). Sofern möglich sollte man bitte verkürzen. Aber wie will man allen Ernstes bei 28 Stunden das noch hinbekommen? Da spart doch kein Unternehmen mehr was dabei wenn man unter Beibehaltung des Overhead so absenkt.
Gemein haben beide Maßnahmen, daß hierfür die Sozialkassen bluten mußten.
Aber: Auch diese Vorruhestandsregelungen (Rentenverlust) sollte man bezüglich Kündigungsschutzes überlegen. Bei entsprechender Lockerung läuft das sonst klar darauf hinaus, daß ein älterer, weil langjährig beschäftiger Arbeitnehmer einfach gegenüber einem jüngeren ausgetauscht wird. Ob dieser dann tatäschlich auch das Wissen mitbringen kann ist zweitrangig. Der in vielen Unternehmen große Posten HR konnte verringer werden...aber um welchen Preis.

Ansonten gilt natürlich, und da darf man sich nichts vormachen, es wird einen Weg gefunden den lästigen AN loszuwerden. Sei es wie hier das Handy. Das ist schon mal die Möglichkeit eine Abmahnung zuzustellen. Sprich: Der erste Sargnagel wäre mal drin.
Eine andere Möglichkeit: Man schaut mit Juristen auf seine Aufstellung (eigene Betriebe im Sinne des Betriebsverfassungsgesetztes), verändert einfach seine Standorte und lanciert dies natürlich im Vorfeld unter der Belegschaft. Natürlich bietet man an daß jeder an den neuen Standort seine Arbeitsstelle wiederfindet. Einige noch nicht all zu lang Beschäftigen werden abspringen, manch Alter wird sich überlegen, ob es nicht doch reicht. Weitere Spielwiesen auf Arbeitgeberseite sind ebenso denkbar, ich will das jetzt nicht ausufern lassen.
Was ich damit feststellen wollte: Der Kündigungsschutz ist in gewisser Weise nicht direkt umgehbar im Sinne von selektiven Kündigungen. Aber es soll keiner ernsthaft behaupten, daß wirklich in der Industrie dies der große Klotz am Bein wäre.

von Thomas (Metal) - am 10.10.2013 20:59
Zitat

Das widerspricht einem WirtschaftsKREISlauf entschieden. Da sollte bekanntlich nicht verschenkt, sondern das Erwirtschaftete wieder reinvestiert werden.


Das ist eins der Grundprobleme überhaupt. Das Problem ist, auch das "verschenkte" Geld wird verkonsumiert und landet dann auf den Bankkonten einiger weniger, und die wissen nicht wohin mit dem Geld, Anlagenotstand. Deswegen werden ja Müllpapiere und Mist gekauft den die Banken sich ausdenken. In der Realwirtschaft wo das hingehört landet nix mehr davon und falls doch nur aus versehen...
Wären die Politiker intelligent würden sie anstatt die Vermögen mit Schuldenschnitten, Bail ins, etc zu vernichten dafür Sorge tragen das diese Re-investiert werden. z.B. durch staatlich garantierte Infrastrukturfinanzierung als Fonds oder emmitierte Wertpapiere oder sonstwas mit Vergütung aus den späteren Einnahmen. Man wüsste nicht mehr wohin mit dem ganzen Geld von Privatanlegern, Versicherungen usw. da kannste alle Straßen und Brücken mit Sanieren, alle Stromtrassen nochmal neu und sogar unterirdisch für die Energiewende und selbst die Bahn könnte sich nach 50 Jahren neue Loks kaufen und der Berliner Flughafen und die Elbphilharmonie werden auch fertig. Da müsste man die Gastarbeiter wieder aus Spanien und Griechenland geradezu rankarren, zweistellige Mindestlöhne sind kein Problem, die Steuereinahmen sprudeln, die Rentenkassen quillen über und gleichzeitig hätte man auch wieder sowas wie nen Binnenmarkt...

Gibt nur ein Problem, dann bräuchte man Banken ja nur noch eingeschränkt als Geldgeber...

von Detektordeibel - am 11.10.2013 04:00
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