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Abschaffung der Haushaltsabgabe

Startbeitrag von Kay B am 14.12.2013 23:50

Wem die seit Anfang diesen Jahres eingeführte nutzungs- und vor allem einkommensunabhängige Haushaltsabgabe zur Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen auch nicht paßt und sich mit der von der Haushaltsabgabe hervorgebrachten Unlogiken, wie z.B. daß eine alleinwohnende Person, die aus beruflichen Gründen drei Wohnsitze hat, drei Mal die Haushaltsabgabe zu zahlen hat, während ein fünfköpfiger Haushalt nur einmal diese Haushaltsabgabe zu zahlen hat, obwohl fünfmal mehr potentielle Radiohörer und Fernsehgucker vorhanden sind, auch nicht anfreunden kann, der sollte sich mal diese Petition angucken:
https://secure.avaaz.org/de/petition/BUNDESVERFASSUNGSGERICHT_Abschaffung_der_GEZ_Keine_Zwangsfinanzierung_von_Medienkonzernen/?pv=1

Ist zwar etwas falsch formuliert, da es die GEZ in diesem Sinne nicht mehr gibt. Aber sinnvoll ist es trotzdem, diesen Unsinn, den unsere offenbahr sehr ahnungslosen Ministerpräsidenten da fabriziert haben, etwas entgegen zu setzen!

Falls es noch weitere derartige Petitionen gibt, verlinkt sie hier bitte.

Antworten:

Nö, ich sehe für mich einen Gegenwert und zahle daher sogar gerne. :-)
Sicher, es ist nicht alles Gold was glänzt, die "drei Wohnsitze" mögen plaktiv sein, es sollte nicht überraschen. Und dennoch kann man hier sicherlich nachbessern. Ob man allerdings dafür das System als Ganzes zerschlagen muß? Und was käme nach?

von Thomas (Metal) - am 15.12.2013 00:09
Naja. Wenn jemand 3 Wohnsitze braucht macht derjenige das sicher nicht als Hobby. Hingegen eine x kopfigen Familie i.d.R. eher eine Zentrale Einkommensquelle hat. Also der Vergleich hinkt. Die Abgabe orientiert sich halt an der Anzahl der Haushaltsführungen. Das alte System mit den X ab zu kassierenden n Autoradios war auch noch besser.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 15.12.2013 05:50
Niemand "braucht" drei Wohnsitze. Einige Millionäre haben Wohnsitze an verschiedenen Teilen der Welt, aber den tut auch die Haushaltsabgabe nicht weh.
Dass es noch Fehler im System gibt, ist richtig. Die Abgabe für Firmen und Behörden sowie für Zweitwohnsitze ist nicht einzusehen. Jeder Mensch kann nur an einem Ort gleichzeitig sein, daher ist es unsinnig ihn doppelt zur Kasse zu bitten. Aber genau daran soll ja angesichts der Mehreinnahmen auch noch gepfeilt werden, bzw. es laufen ja auch noch einige Klagen.

Ein Petition, die nicht einmal weiß, wo sie gegen ist, werde ich zudem auf keinen Fall unterstützen. Man sollte wenigsten seinen Willen eindeutig formulieren. Dazu gehört schon, dass man den richtigen Begriff wählt und nicht etwas von einer GEZ faselt, die es schon lange nicht mehr gibt.

von Bolivar diGriz - am 15.12.2013 06:22
Um das noch mal klar zu stellen:
Es soll hier nicht darum gehen, die Existenz der Öffentlich-Rechtlichen in Frage zu stellen, sondern nur über dieses, meiner Ansicht nach, höchst fragliche Finanzierungssystem.

Der Fall, daß jemand drei Wohnsitze hat, mag sicher nicht jeden treffen, aber solche Fälle gibt es. Und angesichts der Tatsache, daß heute von einem zunehmend mehr berufliche Flexibilität gefordert wird, werden es sicher nicht weniger. Selbst bei einem Zweitwohnsitz doppelt zu kassieren, hat nichts mit einem "gerechten Finanzierungssystem" zu tun, wenn letztendlich nur ein potentieller Radiohörer und Fernsehgucker da ist.

Ein weiterer großer Knackpunkt an der gezwungenen Haushaltsabgabe ist, daß den Menschen eine wichtige Kontrollfunktion über die Öffentlich-Rechtlichen und damit ein demokratisches Mittel entzogen wurde. Die Öffentlich-Rechtlichen können nun schalten und walten, wie es ihnen in den Kram paßt. Fehlt es aus Sicht der Zuhörer und Zuschauer an einer ausgewogenen, objektiven und neutralen Berichterstattung - und das ist angesichts der starken Parteipräsenz in den öffentlich-rechtlichen Anstalten gar nicht mal so abwegig - oder bauen die Öffentlich-Rechtlichen sonstigen Mist mit öffentlichen Geldern, hätten die Zuhörer und Zuschauer bis Ende letzten Jahres zumindest die Möglichkeit gehabt, den Öffentlich-Rechtlichen den Rücken zuzukehren und den Geldhahn etwas zuzudrehen. Diese Möglichkeit wurde nun genommen. Auf eine bestimmte Politik kann man über die Wahl zumindest etwas Einfluß nehmen. Hingegen hat man nun auf die Öffentlich-Rechtlichen keinerlei Einfluß mehr!

Die Haushaltsabgabe ist demnach nicht - wie oft behauptet wird - demokratiefördernd, sondern eher demokratieschädigend, da den Menschen die Wahlmöglichkeit genommen wurde.

von Kay B - am 15.12.2013 06:30
Ab ins OFF-TOPIC-Forum!

von Manfred Z - am 15.12.2013 07:00
Statt einer Haushaltsabgabe, lieber eine pro-Kopf-Abgabe. Die wäre doch dann fair. Egal wo man sich aufhält hört und sieht man immer mit den gleichen Ohren. Damit hätten wir eine Abgabe, die ortsungebunden ist und man kann selbst an seinem 5. Wohnsitz oder auf der Arbeit hören.

von mago - am 15.12.2013 08:52
Naja ich kann die Dramatik nicht verstehen. Ich habe mit meiner Frau eine Ferienwohnung im Haus und dafür muss ich nicht einmal den Rundfunkbeitrag zahlen. Auch die Personen, die dort leben nicht. Also ich denke, wenn jemand 3 Wohnsitze hat, ist er bestimmt nicht 3 Mal dort gemeldet. Vielleicht sollte diese Person erst einmal Kontakt zum Beitragsservice aufnehmen.

Ich weiss nicht, ob das fair ist, eine Pro-Kopf-Abgabe einzuführen. So etwas hatten wir ja schon und belastet wieder einmal nur die Familien, die eh nicht so viel haben. Ich halte das jetzige System durchaus für gerecht, nachbessern könnte man dann mit dem sogenannten Nebenwohnsitz, den man befreien lassen könnte.

von pfennigfuchser - am 15.12.2013 10:32
Und bei Firmen und Behörden. Ausnahmslos jeder einzelne Mitarbeiter vom Chef bis zum Tagelöhner lebt ja in einem Haushalt und zahlt daher bereits die Abgabe. (Die CSU könnte ja die GEZ für Pendler aus dem Ausland beim nächsten Wahlkampf nachfordern.)

von Bolivar diGriz - am 15.12.2013 10:57
Pro-Kopf-Abgabe mutet wie eine private Krankenversicherung an. Deren Problematik wurde an anderer Stelle(n ;-) ) im Netz schon intensiv beleuchtet. Gestritten darüber wird weiterhin.
In gleicher Weise könnte man auch die Grundsteuer kritisieren. Schließlich wurde da sogar auch schon einmal Grunderwerbssteuer bezahlt. Auch die muß man ggf. indirekt (Miete) mehrfach bezahlen. Austreten geht auch dort nur durch einen Fortzug möglich.

von Thomas (Metal) - am 15.12.2013 10:59
Das hat in einem Technikforum nichts zu suchen. Das gehört ins OT Forum. Denn genau dafür ist es da.

von Spacelab - am 15.12.2013 11:38
@ pfennigfuchser

Zitat

Naja ich kann die Dramatik nicht verstehen. Ich habe mit meiner Frau eine Ferienwohnung im Haus und dafür muss ich nicht einmal den Rundfunkbeitrag zahlen. Auch die Personen, die dort leben nicht.


Ja, die Ferienwohnung im Haus ist ja auch kein zusätzlicher Haushalt, solange in der Wohnung niemand fest gemeldet ist.



@ Thomas (Metal)

Zitat

In gleicher Weise könnte man auch die Grundsteuer kritisieren. Schließlich wurde da sogar auch schon einmal Grunderwerbssteuer bezahlt. Auch die muß man ggf. indirekt (Miete) mehrfach bezahlen.


Wieso mehrfach bezahlen? Die wird einfach anteilsmäßig in die Miete eingerechnet.

Die Grundsteuer ist aber von der Größe des Grundstückes und gegebenenfalls von der Bebauung abhängig. Großgrundbesitzer werden da deutlich stärker zur Kasse gebeten als Kleinparzellenbesitzer. Da ist der Betrag zumindest vom Vermögen abhängig, was bei der Haushaltspauschale für die Öffentlich-Rechtlichen nicht der Fall ist.

Eine Kopfpauschale statt der Haushaltsabgabe ist da auch nicht die Lösung. Wieso ist man nicht einfach so ehrlich und deklariert die Haushaltsabgabe als das, was sie für Ottonormalo ist, nämlich eine Steuer! Die Öffentlich-Rechtlichen sträuben sich zwar heftig dagegen, ihre Haushaltsabgabe mit einer Steuer gleichzusetzen, aber der Unterschied zwischen einer Steuer und der Haushaltsabgabe läßt sich offenbar nur auf hochjuristischen Ebenen ausmachen. Und selbst dort scheint man sich da nicht so ganz einig zu sein.

Deswegen schlage ich eine einkommensabhängige Rundfunksteuer vor.

von Kay B - am 15.12.2013 11:59
Zitat

Nö, ich sehe für mich einen Gegenwert und zahle daher sogar gerne. :-)

sehe ich genauso. Ich bekomme einen recht ordentlichen Gegenwert geliefert. Soviel Gegenwert, wie ihn mir Sky sogar für den dreifachen monatlichen Beitrag nicht liefert!

Im übrigen:

https://secure.avaaz.org/de/petition .... was soll das? Da kannst Du die Petition auch gleich in die nächste Rundablage einwerfen. Vollkommen ohne Relevanz! Genau wie so ein Müll wie change.org etc. Reine Zeitverschwendung!

Die einzigen Petitionen, die wirklich zählen, werden hier eingereicht:
https://epetitionen.bundestag.de/

von iro - am 15.12.2013 13:06
Es scheint mir aktuell eh modern zu sein für jeden Gedankenfurz, egal ob realistisch oder nicht, eine Petition auf irgendwelchen halbgaren Webseiten zu starten. Auf Facebook, Twitter und Co wird man ja regelrecht zugeschüttet mit OnLine Petitionen.

von Spacelab - am 15.12.2013 13:15
Ja, das stimmt schon, daß diese Petition nicht so richtig ausformuliert ist.

Aber es ist immer noch besser, es raffen sich ein paar Leute zu Petitionen zusammen und tun darin ihr Anliegen kund, als einfach alles hinzunehmen, was sie seitens der Politik vorgesetzt bekommen und am nächsten Stammtisch darüber rumzumaulen. Wir Deutschen scheinen sowieso dabei zu sein, die Demokratie zu verlernen. Denn wir sind offenbar Meister darin, über Politik ständig rumzumaulen; schaffen es aber nicht, mal alle 4 Jahre unser Wahlrecht in Anspruch zu nehmen.

Da kann man echt froh sein, daß es überhaupt noch Leute gibt, die wissen, was eine Petition überhaupt ist!

von Kay B - am 15.12.2013 13:34
@ iro

Zitat

sehe ich genauso. Ich bekomme einen recht ordentlichen Gegenwert geliefert. Soviel Gegenwert, wie ihn mir Sky sogar für den dreifachen monatlichen Beitrag nicht liefert!


Es soll hier aber nicht um die Frage gehen, ob man die Höhe der Haushaltsabgabe gerne zahlt und in den Angeboten der Öffentlich-Rechtlichen einen angemessenen Gegenwert dazu findet, sondern ob man dieses pauschalisierte Finanzierungssystem unabhängig von
- der Anzahl potentieller Radiohörer und Fernsehgucker in einem Haushalt,
- der tatsächlichen Nutzung und
- des Einkommens
in Ordnung findet.

von Kay B - am 15.12.2013 13:44
Was unterscheidet denn eine derartige Onlinepetition, die NICHT beim Bundestag eingericht wird, voon irgendwelchem Stammtischgejaule? Für mich steht das beides auf der gleichen Stufe!

von iro - am 15.12.2013 13:44
Genau das ist der Punkt. Wenn eine Petition nicht sauber ausgeführt ist und an der richtigen Stelle vorgetragen wird ist es den Strom nicht wert welchen der Computer während dem Unterschreiben einer solchen "Petition" verbraucht.

von Spacelab - am 15.12.2013 13:55
@ iro

Zitat

Was unterscheidet denn eine derartige Onlinepetition, die NICHT beim Bundestag eingericht wird, voon irgendwelchem Stammtischgejaule?


Onlinepetition (wenn auch stümperhaft formuliert):
- Es wurde zumindest mal versucht, ein Anliegen auszuformulieren.
- Man kann sich zumindest mal ein ungefähres Bild davon machen, welche Leute das gleiche Anliegen haben bzw. das Anliegen unterstützen.
- Einige Leute machen zumindest mal einen Ansatz, ihre demokratischen Rechte in Anspruch zu nehmen.
- Sofern sich genug Leute finden, die diese Petition unterstützen, daß eine Einreichung beim Bundestag sinnvoll erscheint, besteht zu mindest die Möglichkeit, das schriftlich festgehaltene Anliegen korrekt auszuformulieren.

Stammtischgejaule:
- Die Meinungsbildung ist eher bierabhängig.
- Die Anzahl der "Unterstützer" beschränkt sich auf ein paar Leute.
- Und mit dem Zapfenstreich ist alles längt vergessen.

von Kay B - am 15.12.2013 14:03
Ähm, auch wenn das jetzt vielleicht etwas polemisch und zu einfach gestrickt klingt, aber diese Petition wird wie gefühlte 99% aller Petitionen die auf irgendwelchen JoJo Petitionsseiten hingeklatscht werden sehr schnell im digitalen Nirwana verschwinden. Ich finde es immer wieder schade um die vielen schönen Unterschriften wenn so etwas nicht gleich richtig gemacht wird. Ein zweites mal unterschreiben die allermeisten Leute, wie es sich in unzähligen Fällen vorher schon gezeigt hat, nämlich nicht mehr wenn dann die Petition vielleicht an der richtigen Stelle vorgebracht wird. Das eigene demokratische Recht in Anspruch nehmen in allen Ehren, aber dann bitte auch da wo es wirklich gehört wird. Also von daher ist iros Vergleich mit dem Stammtischgejaule recht passend.

von Spacelab - am 15.12.2013 14:13
Spannend, danke für den Link. Normalerweise nutzt man Avaaz ja eher für Umweltschutz-, Menschenrechts- und ähnliche Themen. Da kommen dann so 100.000 Unterschriften bei nationalen Themen bis hin zu 1 Million bei internationale laufenden Aktionen zusammen. Beispiele:

https://secure.avaaz.org/de/deutschlands_energiewende_retten_p/?vc
https://secure.avaaz.org/de/klimaschutzgesetz_21/?fp
https://secure.avaaz.org/de/every_child_in_school_global/?vc
http://www.avaaz.org/de/free_the_arctic_30_loc/?fp

Teils laufen diese Aktionen seit Wochen bzw. Monaten.

Mich erschrickt aber nicht, wie viele Unterschriften die verlinkte Aktion in kurzer Zeit zusammen hat. Ich habe nichts anderes erwartet und eine Teilschuld trifft die ARD durchaus. Sie ist in manchen Regionen nichtmal mehr mit Mühe als wenigstens teilweiser Lieferant von Qualität zu erkennen. Nicht überall gibt es so etwas wie Bayern 2...

Der größte Teil geht für mich allerdings auf den Allgemeinzustand der deutschen Gesellschaft. Dort würde auch echte Qualität (kulturell, journalistisch, gesellschaftliche Brisanz) nicht wertgeschätzt werden.

Thema Zweitwohnung. Wenn man berufsbedingt die Wahl hat, ausschließlich in einem schäbigen Loch zu hausen oder seine intakte Wohnung in intaktem Umfeld anderswo bestehen zu lassen, wie würdet ihr dann entscheiden? ich hatte mich 5 Jahre lang für letzteres entschieden, um wenigstens noch am Wochenende etwas Lebensqualität zu haben, da am Arbeitsort schlichtweg unter 5 Jahre Warteliste nichtmal ein Plattenbau zu bekommen ist und ich keine 300 kEUR für eine Eigentumswohnung übrig hatte. Und da ist die Haushaltsabgabe dann schon derbe, vor allem, wenn man in keiner der beiden Unterkünfte einen TV besitzt und nur in einer ein Radio. Aber die Zweitbude ist nun eh aufgelöst, pünktlich November 2012...

von Chris_BLN - am 15.12.2013 14:19
Was für eine stümperhafte Petition :wall:

von CBS - am 15.12.2013 15:37
Zitat
Kay B
Um das noch mal klar zu stellen:
Es soll hier nicht darum gehen, die Existenz der Öffentlich-Rechtlichen in Frage zu stellen, sondern nur über dieses, meiner Ansicht nach, höchst fragliche Finanzierungssystem.

Der Fall, daß jemand drei Wohnsitze hat, mag sicher nicht jeden treffen, aber solche Fälle gibt es. Und angesichts der Tatsache, daß heute von einem zunehmend mehr berufliche Flexibilität gefordert wird, werden es sicher nicht weniger. Selbst bei einem Zweitwohnsitz doppelt zu kassieren, hat nichts mit einem "gerechten Finanzierungssystem" zu tun, wenn letztendlich nur ein potentieller Radiohörer und Fernsehgucker da ist.

Ein weiterer großer Knackpunkt an der gezwungenen Haushaltsabgabe ist, daß den Menschen eine wichtige Kontrollfunktion über die Öffentlich-Rechtlichen und damit ein demokratisches Mittel entzogen wurde. Die Öffentlich-Rechtlichen können nun schalten und walten, wie es ihnen in den Kram paßt. Fehlt es aus Sicht der Zuhörer und Zuschauer an einer ausgewogenen, objektiven und neutralen Berichterstattung - und das ist angesichts der starken Parteipräsenz in den öffentlich-rechtlichen Anstalten gar nicht mal so abwegig - oder bauen die Öffentlich-Rechtlichen sonstigen Mist mit öffentlichen Geldern, hätten die Zuhörer und Zuschauer bis Ende letzten Jahres zumindest die Möglichkeit gehabt, den Öffentlich-Rechtlichen den Rücken zuzukehren und den Geldhahn etwas zuzudrehen. Diese Möglichkeit wurde nun genommen. Auf eine bestimmte Politik kann man über die Wahl zumindest etwas Einfluß nehmen. Hingegen hat man nun auf die Öffentlich-Rechtlichen keinerlei Einfluß mehr!

Die Haushaltsabgabe ist demnach nicht - wie oft behauptet wird - demokratiefördernd, sondern eher demokratieschädigend, da den Menschen die Wahlmöglichkeit genommen wurde.



Die Sache mit dem Zweitwohnsitz finde ich leider auch fehlerhaft. Am Ende kann ein Beitragszahler nur ein Radio oder ein Fernsehgeraet einschalten um oeffentl. rechtliches Programm zu empfangen.

Fraglich finde ich immer auch diese Ganze Verwendung des Wortes "Fair" im Hinblick auf den oeffentl. rechltichen Rundfunk. Ob dort Qualitaet produziert wird, entscheidet der Konsument, und ob er fuer diese Qualitaet auch zahlen "moechte". Nur dieses "Moechte" gibts halt in diesem System nicht. D.h. man zahlt, egal ob man konsumiert oder nicht, und darann ist nunmal nichts "fair" egal wiesehr ARD, ZDF sowie Deutschlandradio meint Qualitaet zu produzieren. Die BBC tut das auch, ohne dass sie fuer's Radio etwas verlangt.


Nur in UK u. Frankreich gibts noch andere Abzocke Moeglichkeiten, etwa die Tax d'habitation oder die Council tax, die von Eigentuemer und vom Mieter zu zahlen ist. In Canada ist die Property Tax noch hoeher und die Erhebung dessen erinnert an die Hausbesuche der GEZ. Insoferne ist Deutschland hier noch moderat, was die Abzocke betrifft.

von 102.1 - am 16.12.2013 12:40
Zitat
102.2
Ob dort Qualitaet produziert wird, entscheidet der Konsument, und ob er fuer diese Qualitaet auch zahlen "moechte".

Leider ist auch dem nicht so. Es sei denn, man definiert "Qualität" als das, was die Mehrheit sehen/hören will. Das kann man freilich tun, dann geht es auf diesem Wege. Legt man andere Kriterien an, anerkannte künstlerische, journalistische oder einfach die Frage, was "wahr, gut und schön" ist, gestehe ich der Mehrheit der "Konsumenten" nicht mehr zu, Qualitätsindikator zu sein. Dafür ist die gesamte Gesellschaft da draußen einfach viel zu kaputt. Zumindest, was die Mehrheit angeht.

Und dann sind wir wieder in der Diskussion, ob es einer Minderheit zustehe, einer mehrheit Kosten aufzudiktieren, bloß weil sie meint, es, wäre besser auch für die Mehrheit. Diese Diskussion ist sinnlos, da sie in einer Gesellschaft, in der sie bitter nötig wäre, aus ebenjenem Grunde nicht führbar ist.

Aussichtslos.

von Chris_BLN - am 16.12.2013 15:08
ich denke, das Problem liegt irgendwo in Deutschlands Grundgesetz oder in irgendeiner Verordung die einen oeffentl. rechltichen Rundfunk vorsieh und gesetzl. festlegt, wer fuer die Finanzierung aufzukommen hat.

von 102.1 - am 16.12.2013 15:59
Zitat
fatal error
Zitat
102.2
Die Sache mit dem Zweitwohnsitz finde ich leider auch fehlerhaft. Am Ende kann ein Beitragszahler nur ein Radio oder ein Fernsehgeraet einschalten um oeffentl. rechtliches Programm zu empfangen.


Man kann es so und so sehen. Wer einen Zweitwohnsitz hat, muß auch doppelte Miete und Nebenkosten zahlen, und das obwohl er immer nur in einer Wohnung sein kann. Wenn man jetzt beispielsweise pauschale Müllgebühren nimmt, wie sie oftmals in Mietswohnungen in Rechnung gestellt werden, zahlt man so zwei mal, obgleich die Müllmenge unterm Strich ja gleich bleibt, nur eben auf zwei Wohnsitze aufgeteilt wird. Wie sagt man so schön: Das Leben ist hart, aber ungerecht ;-)


Ja, gut, verstanden. Fernsehen und Muell sind aber schon zwei getrennte Dinge, obwohl sie in der heutigen Zeit durchaus ein und das selbe sein koennen......

Muellgebuehren sind da anders, hier faellt ja auch eine Arbeitsleistung an, die pro Nutzer stattfindet. Die Leute fahren da hin, leeren die Tonnen, fahren wieder weiter etc...

Der Rundfunk sendet munter weiter, egal wie viele Leute dort leben, der Sendebetrieb ist davon nicht umbedingt abhaengig.

Ich habe nun jetzt keine Ahnung wie diese Frage ander Laender handhaben. Muss mal in UK mich erkundigen. Meines Wissens ist dort die TV License schon immer pro Haushalt erforderlich. Letztes Mal als ich eine hatte, ging ich aufs Postamt und zahlte dort fuer ein Jahr, bekam eine Rechnung, allerdings war keine Addresse aufgedruckt. Die Rechnung zeigt man vor, wenn jemand vorbeikommt....

von 102.1 - am 16.12.2013 20:55
@ 102.2

Zitat

Ob dort Qualitaet produziert wird, entscheidet der Konsument, und ob er fuer diese Qualitaet auch zahlen "moechte".


Es muß da schon Spielräume geben, auch "massenuntaugliche" Inhalte produzieren zu können.

Dennoch dürfte die Entscheidung, was nun Qualität ist, nicht alleine in den Händen der Öffentlich-Rechtlichen liegen. Genau das ist aber mit der Haushaltsabgabe leider der Fall.

Und die Öffentlich-Rechtlichen liefern meiner Meinung nach leider kaum noch Qualität. Halbwegs investigativer Journalismus beschränkt sich nur noch auf die Nachrichten, einige Magazine und Dokumentationen. Und das ist das einzige, das dem ureigensten Auftrag der Demokratiesicherung entspricht. Alles andere, was die Öffentlich-Rechtlichen anbieten, könnte sich kommerziell selbst tragen.

Kurzum: Man kann einfach nichts mehr gegen diesen Müll machen, aus dem unsere Öffentlich-Rechtlichen meiner Meinung nach zu 97 Prozent bestehen.



@ fatal error

Zitat

Man kann es so und so sehen. Wer einen Zweitwohnsitz hat, muß auch doppelte Miete und Nebenkosten zahlen, und das obwohl er immer nur in einer Wohnung sein kann.


Hat man zwei Wohnsitze und zahlt zweimal Miete, hat man dann zumindest an zwei verschiedenen Orten das Wohnrecht und dadurch einen Mehrwert.

Wo ist aber bitte der Mehrwert, wenn man zweimal die Haushaltsabgabe zahlt?

Und was die Nebenkosten angeht, da ist zumindest ein nutzungsabhängiger Anteil drin. Wasser, Gas und Strom verbraucht man in der Regel auch nur in höherem Maße, wenn man tatsächlich in der Wohnung ist.

von Kay B - am 17.12.2013 02:59
Zitat
Kay B
Hat man zwei Wohnsitze und zahlt zweimal Miete, hat man dann zumindest an zwei verschiedenen Orten das Wohnrecht und dadurch einen Mehrwert.
Wo ist aber bitte der Mehrwert, wenn man zweimal die Haushaltsabgabe zahlt?

Der Empfang unterschiedlicher Radio- und TV-Programme. :verpiss:

von Manager. - am 17.12.2013 17:38
Zitat
Kay B

Und die Öffentlich-Rechtlichen liefern meiner Meinung nach leider kaum noch Qualität. Halbwegs investigativer Journalismus beschränkt sich nur noch auf die Nachrichten, einige Magazine und Dokumentationen. Und das ist das einzige, das dem ureigensten Auftrag der Demokratiesicherung entspricht. Alles andere, was die Öffentlich-Rechtlichen anbieten, könnte sich kommerziell selbst tragen.

Kurzum: Man kann einfach nichts mehr gegen diesen Müll machen, aus dem unsere Öffentlich-Rechtlichen meiner Meinung nach zu 97 Prozent bestehen.



Mit dem Moment der "pauschalen Zwangsabgabe" wird der oeffentl. rechtliche Rundfunk schnell zu einer Organisation als "Staat im Staate" auch die Gefahr von Eigenlog und Selbst-Verherrlichung ist gegeben.

In Deutschland finde ich das erste ARD Programm noch recht vertretbar, der ZDF ist abgesehen von den Dokumentationen ein reines Rentnerfernsehen, und die 3. Programm glaenzen auch nicht gerade an Unterhaltungswert, allerdings wuerde ich den Regional-Nachrichten Sinnhaftigkeit zuschreiben wollen.

Was mir in UK auffaellt, ist das "investigativer Journalismus" gerade auf ITV und Channel 4 gebracht wird. Die gebrachte Meinung dort ist links, und obwohl nicht meine Meinung, sind die Berichte dennoch sehr gut, tiefgehend und hinterfragend.

Generell denke ich, dass im deutschen Fernsehen wenig vielfaeltige Meinung gebracht wird. Oft hat man den Eindruck, es wird einfach nur alles von einer Presse-Agentur abgelesen, und das wars.

In UK ist die Meinungsvielfalt in den Medien weitaus breiter und fundierter.

von 102.1 - am 18.12.2013 16:47
@ fatal error

Zitat

Hat man zwei Wohnsitze und zahlt zweimal die Haushaltsabgabe, hat man dann zumindest an zwei verschiedenen Wohnorten das Recht öffentlich-rechtlichen Rundfunk konsumieren zu dürfen und dadurch einen Mehrwert :p :D


:joke: Dann darf ich also außerhalb meines Haushaltes auch kein Radio und TV empfangen? Also da ist nichts mehr mit DXen außerhalb des eigenen Haushaltes!

Wenn unsere Öffentlich-Rechtlichen dann genau so argumentieren, wird es echt lustig!



@ 102.2

Zitat

Mit dem Moment der "pauschalen Zwangsabgabe" wird der oeffentl. rechtliche Rundfunk schnell zu einer Organisation als "Staat im Staate" auch die Gefahr von Eigenlog und Selbst-Verherrlichung ist gegeben.


Das mit der Selbstverherrlichung ist ja schon lange so bei unseren Öffentlich-Rechtlichen. Wer war das nochmal, der den Tatort als "deutsches Kulturgut" bezeichnet hatte? Wenn es deutsches Kulturgut ist, in den 1970er Jahren das Konzept für eine Krimiserie aus Übersee zu kopieren und dieses Konzept dann 40 Jahre lang unverändert weiterzuführen, dann muß man sich echt schämen, Deutscher zu sein!


Zitat

Generell denke ich, dass im deutschen Fernsehen wenig vielfaeltige Meinung gebracht wird. Oft hat man den Eindruck, es wird einfach nur alles von einer Presse-Agentur abgelesen, und das wars.


Was will man auch von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten, der von den großen Parteien durchsetzt ist?

von Kay B - am 19.12.2013 07:04
Zitat

und dieses Konzept dann 40 Jahre lang unverändert weiterzuführen

wieso 40 Jahre unverändert?
Abgesehen vom Vor/Abspann als Rahmen und dem Lokalkolorit als Vorgabe hat sich da doch ziemlich vieles geändert. Vor allem wenn man einen Trimmel-Tatort der 70er mit einem Schweiger-Tatort der 10er vergleicht.
Trotzdem gibt es natürlich häufig (aber nicht: immer) verwendete Strickmuster.
siehe: http://www.youtube.com/watch?v=9QENcN-srE0

von iro - am 19.12.2013 11:24
Klar, beim Schweiger wird mehr genuschelt:
"Aufmachn, Krinapoßei!"

von Bolivar diGriz - am 19.12.2013 12:17
Zitat
Kay B

Das mit der Selbstverherrlichung ist ja schon lange so bei unseren Öffentlich-Rechtlichen. Wer war das nochmal, der den Tatort als "deutsches Kulturgut" bezeichnet hatte? Wenn es deutsches Kulturgut ist, in den 1970er Jahren das Konzept für eine Krimiserie aus Übersee zu kopieren und dieses Konzept dann 40 Jahre lang unverändert weiterzuführen, dann muß man sich echt schämen, Deutscher zu sein!


eine deutsche Fernseh-Serie hat es selten geschaft, sich im Ausland zu etablieren. (Ausser Oesterreich natuerlich, nur dort ist das Fernsehen eher noch mieser). Einzige Fernseh-Serie aus Deutschland, die im Ausland bekannt wurde, war Derrick, und gabs sogar in Italien und anderen Laendern.

Wallendar oder Montealbano und wie sie alle heisen laufen sogar auf BBC 3 oder BBC4.

von 102.1 - am 19.12.2013 12:52
Zitat
Kay B


Was will man auch von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten, der von den großen Parteien durchsetzt ist?



Der investigative Journalismus dazu fehlt komplett. Gerade lief auf der canadischen CBC (das ist der oeffentliche Broadcaster) ein Interview mit dem Premier von Ontario. Diskussion war der Job-Abbau im Bereich von Manufacturing von Unternehmen, die die Provinz verlassen, auf Grund von hohen Energiekosten und hohen Steuern.

Die Premierin versuchte vom Thema etwas abzuweicheln, und verwies auf Cisco, eine Firma die Jobs geschaffen hatte. Der Journalist von der CBC blieb dennoch hartnaeckig und lies sich nicht abbringen, indem er immer wieder auf den Verlust von Manufacturing Jobs verwies, auf auf den ofiziellen Grund, naehmlich hohe Energiekosten und hohe Steuern, und bewusst zwischen diesem Event und Cisco trennen konnte. D.h. er verwies mehrmals darauf dass wir erstmal ueber den Job-Abbau diskutieren, und spaeter als separates Thema ueber Cisco.

In Deutschland waere diese Art komplett unmoeglich. In Oesterreich noch weniger.

von 102.1 - am 19.12.2013 13:01
Zitat
102.2

eine deutsche Fernseh-Serie hat es selten geschaft, sich im Ausland zu etablieren. (Ausser Oesterreich natuerlich, nur dort ist das Fernsehen eher noch mieser).


Darum würde ich aber nichts geben. Die englischsprachigen Länder kaufen fast nie was in anderen Sprachen ein, und der Rest der Welt tauscht sich so leidlich aus. Hier sind ja auch Perlen aus anderen Ländern nahezu spurlos an uns vorübergegangen, bzw. wurden auf Arte versteckt. Mir fällt da gerade spontan "Real Humans" vom schwedischen Fernsehen ein. Dort ein Straßenfeger, hier ein Geheimtipp. Viele unserer "dämlichen" Serien laufen allerdings durchaus in unseren Nachbarländern. Außer Derrick auch Schimanski, die Schwarzwaldklinik, das Traumschiff und andere hier (vollkommen zu Recht) müde belächelte Serien. Insgesamt hat aber das Niveau der Eigenproduktionen erheblich nachgelassen. Man traut sich nicht mehr neue Formate auszuprobieren und hält krampfhaft an dem "bewährten" Mist fest. Wodurch ARD und ZDF heute wirken wie die Parodie eines Fernsehprogramms der 1980er.

von Bolivar diGriz - am 19.12.2013 15:59
Zitat
Exidor
Wodurch ARD und ZDF heute wirken wie die Parodie eines Fernsehprogramms der 1980er.


Selbst als ich in Deutschland lebte, sendeten diese Programme an mir quasi vorbei. Weder ARD noch ZDF boten fuer mich irgendwas interessantes, und da ich Bundesliga Fussball auch nicht verfolgte, war mir das deutsche Fernsehen eher egal. Wenn ich Deutschland besuche, schalte ich auch nie Fernsehen ein. Es gibt wenig, was mich im deutschen Fernsehen interessieren koennte, und bin vermutl. nicht alleine damit. Genau deshalb hat man sich diese "Haushaltsabgabe" einfallen lassen um eben diesen Kram auf Biegen und Brechen zu erhalten.

Via Internet lese ich die FAZ oder N-TV bzw. die Welt oder den Spiegel und weis genug, was in Deutschland vorgeht.

Selbst die Webseiten der ARD oder des ZDF die es zwar gibt, bringen selten bahnbrechende Neuigkeiten. Fuer mich ist selbst die "Tagesschau" als Fernsehsendung nicht interessant. Warum soll ich gerade um 20 Uhr den Fernseher einschalten, wenn ich mich jederzeit via Internet und aktuellen Zeitungsberichten informieren kann. Live-Ticker etc......

von 102.1 - am 19.12.2013 16:26
@ Exidor

Zitat

Außer Derrick auch Schimanski, die Schwarzwaldklinik, das Traumschiff und andere hier (vollkommen zu Recht) müde belächelte Serien.


Und selbst das ist alles schon uralt. Das mag zwar halbwegs innovativ gewesen sein, als diese Serien an den Start gingen. Aber das ist schon verdammt lange her. Das Traumschiff kocht man ja immer noch regelmäßig auf. Sascha Hehn scheint da vielen Seniorinnen nochmal einen ordentlichen Östrogenschub zu verleihen und läßt für diese Generation das ZDF spritzig erscheinen.


Zitat

Insgesamt hat aber das Niveau der Eigenproduktionen erheblich nachgelassen.


Wenn es nur das wäre. Hinzu kommt ja noch, daß die verschiedenen Sendungen irgendwie untereinander austauschbar erscheinen. Irgendwie scheint jeder deutsche Krimi so aufgebaut zu sein, daß man dabei zuschaut, wie die Kriminalpolizisten mit ihren persönlichen Problemen kämpfen und nebenbei mit Wortwitz einen Fall lösen. Seit den 1970er Jahren der immergleiche Mist!


Zitat

Wodurch ARD und ZDF heute wirken wie die Parodie eines Fernsehprogramms der 1980er.


:spos:



@ 102.2

Zitat

Wenn ich Deutschland besuche, schalte ich auch nie Fernsehen ein. Es gibt wenig, was mich im deutschen Fernsehen interessieren koennte, und bin vermutl. nicht alleine damit. Genau deshalb hat man sich diese "Haushaltsabgabe" einfallen lassen um eben diesen Kram auf Biegen und Brechen zu erhalten.

Via Internet lese ich die FAZ oder N-TV bzw. die Welt oder den Spiegel und weis genug, was in Deutschland vorgeht.

Selbst die Webseiten der ARD oder des ZDF die es zwar gibt, bringen selten bahnbrechende Neuigkeiten. Fuer mich ist selbst die "Tagesschau" als Fernsehsendung nicht interessant. Warum soll ich gerade um 20 Uhr den Fernseher einschalten, wenn ich mich jederzeit via Internet und aktuellen Zeitungsberichten informieren kann. Live-Ticker etc......


:spos:

Ich sage es mal so: Es ist schon sehr wichtig, daß es eine unabhängige, objektive, kritische und neutrale Informationsquelle gibt. Denn genau das ist Demokratiesicherung. Genau diese Aufgabe kann aber der Rundfunk ausreichend abdecken. Deswegen könnte man über 5,76 Euro als Haushaltsabgabe noch reden. Auch wenn im öffentlich-rechtlichen Radio trotzdem viel "nicht-öffentlich-rechtliches" produziert wird, wie z.B. die Dudelwellen. Man bekommt dafür aber auch den Deutschlandfunk und einige Kulturwellen.

Aber die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind meiner Meinung nach nur reinste Geldverbrennungsmaschinen, die obendrein zu gefühlt 97 Prozent aus Inhalten bestehen, die nichts mit ureigenen öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu tun haben und sich zum größten Teil auch kommerziell tragen ließen. Und sowas über eine Fixabgabe jeden Monat zu finanzieren ist echt nicht in Ordnung!

von Kay B - am 19.12.2013 17:55
Lieber lasse ich mein Geld gezielt von ARD und ZDF für teils gut, teils schlechte Inhalte verbrennen, als den Schrott, den die meisten Kommerzsender bringen, an der Supermarktkasse mitbezahlen zu müssen.
Da ich werbefinanzierte TV-Programme nicht konsumieren (und auch im Radio bei Werbung oftmals wegschalte), bekomme ich leider nicht mit, welche Produkte ich meiden muss, um nicht drauf zu zahlen.

von DH0GHU - am 19.12.2013 18:22
@ DH0GHU

Es wird hier leider immer so aufgefaßt, daß man, wenn man ein Gegner des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist, man automatisch ein Befürworter der Privaten ist.

Was mich anbetrifft, finde ich deutsches Fernsehen generell zum :kotz: , ganz egal, ob das die Krimi-Kaffeekränzchen-Koch-Gefühlsserien-Talkrunde-Gottschalk-Jauch-Schweiger-Ochsenknecht-Öffentlich-Rechtlichen oder die Familie-im-Brennpunkt-Superstar-ebenfalls-Jauch-Raab-Privaten sind.

Da widme ich die Zeit lieber dem Hobby! Und ich mag nicht glauben, daß ich damit alleine bin. Leider muß man halt trotzdem für den Sch... zahlen. Die Finanzierung der privaten Fernsehsender kann man zumindest noch minimieren, indem man seinen Konsum so weit wie möglich runterschraubt. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender muß man hingegen durch einen fixen Zwangsbeitrag finanzieren! :mad:



@ fatal error

Zitat

Kaum kauft das ZDF die Rechte an einer relativ neuen US Serie wird bis zum Erbrechen dagegen gewettert, daß die das sein lassen sollen, weil sie damit im Bereich der Privaten wildern.


Auch wenn ich das gerne so hätte, daß es sowas wie ein deutsches ORF 1 gäbe, muß man sich echt die Frage stellen, wie weit die Öffentlich-Rechtlichen den Unterhaltungsauftrag auslegen dürfen. Denn gerade der Unterhaltungsauftrag scheint bei den Öffentlich-Rechtlichen den Hauptanteil der Geldverbrennerei auszumachen. Gerade was die Sportrechte angeht, ist man dort offenbar immer wieder dazu bereit, extrem tief in die Tasche zu greifen! Und die immergleichen Eigenproduktionen an Fernsehfilmen und Serien dürften ebenfalls Unmengen an Geld verschlingen.

Und wenn die Öffentlich-Rechtlichen das damit rechtfertigen, daß ihnen ohne bestimmte Unterhaltungsinhalte die Zuschauer ausbleiben, dann stellen sie sich damit einfach nur bloß. Denn das hieße ja dann, daß die restlichen Inhalte grottenschlecht sein müssen.

von Kay B - am 19.12.2013 19:03
Zitat

eine deutsche Fernseh-Serie hat es selten geschaft, sich im Ausland zu etablieren. (Ausser Oesterreich natuerlich, nur dort ist das Fernsehen eher noch mieser). Einzige Fernseh-Serie aus Deutschland, die im Ausland bekannt wurde, war Derrick, und gabs sogar in Italien und anderen Laendern.

Stimmt, Derrick war sehr bekannt im Ausland (200 Länder) - Glück für ihn, daß die Waffen-SS Mitgliedschaft damals noch nicht bekannt war.
Aber "einzige Fernseh-Serie aus Deutschland, die im Ausland bekannt wurde" ist Derrick nicht. Ein regelrechter Export-Schlager ist "Alarm für Cobra 11" (110 Länder) - Action geht immer..
Zu sehen lt. wikipedia
Zitat

auch in Iran, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Niederlande, Slowakei, Ungarn, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Tschechien, Litauen, Lettland, Türkei, Argentinien, Japan, Mexiko, Chile, Slowenien, Indien und Kanada ausgestrahlt.

Kommissar Rex läuft auch in 150 Ländern, Türkisch für Anfänger (76 Länder), Schwarzwurzklinik (38) und noch ein paar mehr. Seit einigen Jahren läuft das Geschäft immer besser.

von iro - am 19.12.2013 19:47
Serien wie "Tatort" sind wenigstens nicht ganz so extrem weit weg von der Realität wie viele ihrer US-Konkurrenten, bei denen realitätsferne Action oder Phantasie-Elemente (Akte X...) im Vordergrund stehen... Nein, ich habe nichts gegen diese Serien. Ich finde nur, daß sie keine Qualität darstellen. Müssen sie ja auch nicht, wenns drum geht, möglichst viele Zuschauer = möglichst hohe Werbeeinnahmen zu erreichen.

@Kay B: Mir ist diese Differenzierung, bzw. dass Du dies so siehst, durchaus bewußt. Ich schaue so gut wie nicht mehr fern, weil ich das mittlerweile für Zeitverschwendung halte. Mir geht auch das Messer im Sack auf, wenn ich sehe, für was alles Geld ausgegeben wird, aber gleichzeitig die Einführung neuer Technologien wie DAB+ mit angezogener Handbremse durchgeführt wird.
Im Radio-Bereich wird mir aber auch immer wieder bewiesen, daß die Privaten es einfach nicht hinbekommen, 'was Vernünftiges auf die Beine zu stellen.
Das "beste" Beispiel ist Klassikradio mit seinen Werksfetzen (ist ja noch ok. Aber ab und zu mal ein ganzes Werk wäre mir lieber. Beethovens 9. kann man nun wirklich problemlos am Stück senden, ohne dass sie Abschaltreflexe auslöst) und dem Brechreiz-Sounddesign.
Krasse Gegenposition dazu: BR Klassik. Dezentes Sounddesign, werktreue, manchmal schon penetrante Durchsetzung von "Qualität statt Quantität". Kommerziell wird es sowas nie geben. Eine vernünftige Musikredaktion ist nicht für umsonst zu haben.

von DH0GHU - am 19.12.2013 20:04
Zitat
Kay B




:spos:

Ich sage es mal so: Es ist schon sehr wichtig, daß es eine unabhängige, objektive, kritische und neutrale Informationsquelle gibt. Denn genau das ist Demokratiesicherung. Genau diese Aufgabe kann aber der Rundfunk ausreichend abdecken. Deswegen könnte man über 5,76 Euro als Haushaltsabgabe noch reden. Auch wenn im öffentlich-rechtlichen Radio trotzdem viel "nicht-öffentlich-rechtliches" produziert wird, wie z.B. die Dudelwellen. Man bekommt dafür aber auch den Deutschlandfunk und einige Kulturwellen.

Aber die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind meiner Meinung nach nur reinste Geldverbrennungsmaschinen, die obendrein zu gefühlt 97 Prozent aus Inhalten bestehen, die nichts mit ureigenen öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu tun haben und sich zum größten Teil auch kommerziell tragen ließen. Und sowas über eine Fixabgabe jeden Monat zu finanzieren ist echt nicht in Ordnung!



Als ich in Deutschland lebte, sprich Einkommen hatte und demnach GEZ pflichtig war, zahlte ich lediglich die Radio-Gebuehr. Fernsehen hatte ich keines und irgendwelche duemmlichen Gesetze hinsichtlich Computer wollte ich nicht akzeptieren, es kam mir auch niemand dahinter....

Ich denke, das Radio kostete damals 5 Euro noch etwas im Monat, pro Quartal zahlte ich irgendwas um die 17 Euro herum. Fuer ein Programm wie den Deutschlandfunk oder das Deutschlandradio fand ich das angemessen, und selbst wenn es nicht Gesetz gewesen waere, haette ich es vermutl. als Spende gegeben. Heute ist diese Option gaenzlich unmoeglich. D.h. der Gesetzgeber unterstellt, dass man fern sieht, auch wenn man kein Fernsehen hat, auch wenn man den Computer primaer fuer die Arbeit benutzt, auch selbststaendige Arbeit, etc....

Was mir generell dennoch in den ARD Radiosendern fehlt: Werbefreiheit, wie bei der BBC. Die koennen das auch, fuer weniger Geld und bieten sogar mehr Qualitaet, mehr Musikauswahl.

Insbs. von SWR 4 wuerde ich mir wuenschen: Nicht immer das gleiche Rentner-Gedudel, sondern wirkliche Volksmusikgruppen, auch neue Volksmusikgruppen, mehr landestypische Kultur.

oeffentl. rechtliches Fernsehen, ebenfalls Werbefreiheit. aehnlich wie die BBC.

Ich moechte hier nicht UK hochloben, nicht alles ist dort gut, dennoch, zum Thema Rundfunk, die TV License in UK ist auf's Jahr uebrigens billiger als in Deutschland. Qualitativ u. Meinungstechnisch bieten sie mehr !

von 102.1 - am 19.12.2013 22:07
@ DH0GHU

Zitat

Serien wie "Tatort" sind wenigstens nicht ganz so extrem weit weg von der Realität wie viele ihrer US-Konkurrenten, bei denen realitätsferne Action oder Phantasie-Elemente (Akte X...) im Vordergrund stehen...


Es waren zumindest mal ganz neue Konzepte. Gerade die ganze Mysterischiene. Das war ja nicht nur Akte X, sondern auch andere Serien. Und man hatte auch erkannt, wann dieses Konzept dann wieder ausgelutscht war und es nicht auf Biegen und Brechen weitergeführt, wie es unsere Öffentlich-Rechtlichen mit fast allem machen, das sie mal in den 1970er Jahren oder so eingeführt und damals Erfolg mit hatten.

Aber bei der ARD scheint man immer noch zu glauben, daß alle Leute, die sonntagabends nicht auf der Straße sind, den Tatort gucken. Und das ZDF glaubt bestimmt auch noch, daß bei "Wetten dass..." die ganze Familie gemeinsam vor dem Fernsehapparat sitzt und sie nicht so weit überziehen dürfen, da ja die Kinder ins Bett müssen. :joke:


Zitat

Im Radio-Bereich wird mir aber auch immer wieder bewiesen, daß die Privaten es einfach nicht hinbekommen, 'was Vernünftiges auf die Beine zu stellen.


Im MDR-Gebiet hat man es ja geschafft, daß die Privatsender im Bereich der "Popwellen" ein qualitativ hochwertigeres Programm anbieten als der MDR!


Zitat

Krasse Gegenposition dazu: BR Klassik. Dezentes Sounddesign, werktreue, manchmal schon penetrante Durchsetzung von "Qualität statt Quantität". Kommerziell wird es sowas nie geben. Eine vernünftige Musikredaktion ist nicht für umsonst zu haben.


Ja, gegen das restliche Radioangebot der Öffentlich-Rechtlichen möchte ich nicht mal etwas sagen. Im öffentlich-rechtlichen Radio wird da meiner Meinung nach bei Weitem nicht so viel Sch... produziert wie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und es gibt da wenigstens noch etwas für das Geld!



@ 102.2

Zitat

Als ich in Deutschland lebte, sprich Einkommen hatte und demnach GEZ pflichtig war, zahlte ich lediglich die Radio-Gebuehr.


:spos:


Zitat

D.h. der Gesetzgeber unterstellt, dass man fern sieht, auch wenn man kein Fernsehen hat, auch wenn man den Computer primaer fuer die Arbeit benutzt, auch selbststaendige Arbeit, etc....


Ich kapiere bis heute noch nicht, was nun genau die rechtliche Grundlage für die Haushaltsabgabe ist. Zur Finanzierung öffentlicher Infrastruktur gab es bisher immer nur Gebühren, die meist von irgendeiner Inanspruchnahme abhängig sind, oder Steuern, die meist an Besitz, Einkommen oder Verbrauch (Märchensteuer) gebunden sind. Und jetzt hat man aufeinmal in einem angeblichen Sozialstaat diese fixe Zwangsabgabe aus dem Boden gestampft. Das erkläre doch mal jemand!

von Kay B - am 20.12.2013 07:54
Die Haushaltsabgabe ist, den Definitionen entsprechend eine Steuer. Sie wird kraft Gesetzes erhoben, das Gesetz nennt auch, wer zur Zahlung verpflichtet ist.

von PowerAM - am 20.12.2013 08:23
Zitat
Kay B
Ich kapiere bis heute noch nicht, was nun genau die rechtliche Grundlage für die Haushaltsabgabe ist. Zur Finanzierung öffentlicher Infrastruktur gab es bisher immer nur Gebühren, die meist von irgendeiner Inanspruchnahme abhängig sind, oder Steuern, die meist an Besitz, Einkommen oder Verbrauch (Märchensteuer) gebunden sind. Und jetzt hat man aufeinmal in einem angeblichen Sozialstaat diese fixe Zwangsabgabe aus dem Boden gestampft. Das erkläre doch mal jemand!


Es gab da auch mal was, dass sich Feuerwehrabgabe schimpfte. Da war es auch egal, ob man jeh davon betroffen war, ob man Eigentum besass oder gar nichts. Sobald ein Männle 18 Jahre alt wurde hatte er 100 DM im Jahr zu bezahlen (Betrag variierte von Ort zu Ort). Das wurde über Jahrzehnte so gehandhabt, bis eine mutige Person dagegen vorging! http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwehrabgabe

Es war wirklich egal, wie man die 100 DM zusammenkratzte, ich durfte faktisch einen Großteil meines Monatslohn, für den ich als Schüler nebenher jobbte, dafür hergeben! Das Rathhausweible, in ihrer Funktion als Frau von dieser Abgabe ausgenommen, sagte mir nur, es muss bezahlt werden, egal woher es kommt.

Diese Abgabe basierte ebenso auf einem Gesetz und wurde in erster Linie nur wegen der Ungleichbehandlung zw. Frau und Mann als verfassungswidrig verworfen. Erst in zweiter Linie wurde sich auf die Allgemeinheit bezogen, dass hierfür Steuern zu verwenden seien! (siehe Wikilink). Will damit nur sagen, es kann sich noch Jahre hinziehen, bis so etwas geändert wird.

von CBS - am 20.12.2013 10:14
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