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ISDN vs. IP-Anschluss (VOIP von der DTAG)

Startbeitrag von Manuel M. - Bonn am 17.01.2014 13:27

Hallo,

bin derzeit noch ISDN-Kunde bei der Deutschen Telekom und überlege - und hadere damit - mich auf VDSL mit IP-Anschluss umstellen zu lassen. Aber ich glaube, dass es Nachteile gibt, die mir die Telekom verschweigt.

Wie verhält sich ISDN gegenüber IP (beides von der DTAG) bei folgenden Situationen:
- Verbindungsaufbau (bei ISDN ohne "#" innerhalb von 1 Sekunde)
- Sprachqualität (bei ISDN Voll-Duplex, man kann sprechen und hört die Gegenstelle einwandfrei)
- Zeitverzögerung (bei ISDN nicht merklich)

Wer hat bereits einen NGN-Anschluss der DTAG mit IP und gibt es Umsteiger von ISDN auf IP? Wie sind Eure Erfahrungen.

Danke im Voraus!

Antworten:

Der Telefonanschluss bei uns zuhause (ISDN mit DSL 16000) soll auch bald umgestellt werden. Mein Vater wird seit den letzten 2 Wochen fast täglich von der Teledoof drangsaliert, er möge doch bitte auf IP umsteigen, weil ISDN bei uns bald abgestellt werden soll, bla bla...

Fakt ist, dass der bisherige Vertrag noch 1 Jahr und 1 Monat läuft. Bei Umstellung soll der "gleiche" Vertrag, also selbe Konditionen nur VOIP statt ISDN, 10 Euro mehr im Monat kosten.

Grund: Es wird ein neuer Router fällig, der glaube ich 10 EUR Miete kosten soll. Der bisherige, der seit Mitte 2009 seinen Dienst tut, gerade mal 89 Cent.

Er lehnt das zurecht ab, da wir in den Jahren 2004-2006 schonmal VOIP bei 1&1 hatten. Das Telefonieren war das reinste Chaos. Ständig Verbinungsabbrüche, ständige "Echos" beim Reden, der eine konnte den anderen hören, umgekehrt aber nicht etc.

Mittlerweile soll das ganze ausgereift und besser sein. Allerdings sieht er es nicht ein, jetzt schon umzustellen, wenn er sich den Mehrpreis zumindest noch über ein Jahr sparen kann.
Wenn er schon dazu genötigt wird, jetzt umzustellen, dann soll die Teledoof ein vernünftiges Angebot machen.

von PEQsche - am 17.01.2014 17:59
ich habe die Internet- Telefonie (VoIP ) keine Probleme damit..

von 88,7 MHz - am 17.01.2014 18:17
Bei den für VoIP empfohlenen Speedport-Modellen (W921V, W723V), an denen dann das Telefon oder die ISDN-Anlage angeschlossen werden soll, sind Telefonie-Probleme zumindest bekannt :

https://forum.telekom.de/foren/read/service/dsl-festnetz/speedports/speedport-900er-serie/speedport-w921v-telefon-nicht-erreichbar,544,11129311.html

Für einen geschäftlich genutzten Anschluß würde ich sowas auf keinen Fall machen.

Wie zuverlässig es mit Alternativ-Routern wie FritzBox 7390 etc. klappt, weiß ich allerdings nicht.


EDIT: Link repariert

von carkiller08 - am 17.01.2014 18:21
http://www.connect.de/testbericht/speedport-w-724v-im-test-1532626.html

den Router habe ich auf Mietbasis seit Juli 2013- ( den zweiten, nach dem letzten Gewitter )

von 88,7 MHz - am 17.01.2014 18:36
Ich habe ne FritzBox 7330SL an einem 1&1 Anschluss. Also VoIP und noch nie Probleme damit gehabt. Und HD Telefonie klingt echt geil! :hot:

Ein Freund hat VoIP bei der Telekom und hat ständig ärger. Hauptsächlich so eine Art rattern auf beiden Seiten. Also beim Anrufer wie beim angerufenen. Dann muss er auflegen und wieder neu wählen und dann geht es. Besonders lästig und peinlich wenn man mit jemand fremden Telefoniert und diesem sagen muss das man gleich wieder anruft weil die Technik spinnt. Und das DoS System des Speedport Teils (keine Ahnung welche Bezeichnung) scheint auch fehlerhaft zu sein. Wenn er während des Telefonierens etwas aus dem Internet herunter lädt kommt es zu Aussetzern beim Telefonieren. :rolleyes:

von Spacelab - am 17.01.2014 21:14
Das sind natürlich dje Probleme, die sich aus den zu geringen Bandbreiten bei Kupferdoppelader ergeben. Bei Unitymedia läuft VoIP jedenfalls Probremlos.

von Alqaszar - am 18.01.2014 05:14
Da die Telekom bei uns nur ein DSL zwischen 1.000 und 2.000 anbieten kann (aufgrund der Entfernung zur Vermittlungsstelle), läßt sie den Kunden hier in Sachen Zwangs-IP-Umstellung noch ihre Ruhe.
Ich kenne viele hier, die es trotzdem schon probiert haben, beispielsweise mit einem DSL-Light bei 1&1 auf IP-Telefonie umzusteigen. Echo, Hall, Knattern, ja sogar die fehlerhafte Portierung der alten super-kurzen Rufnummer und damit Zuteilung einer neuen 8-stelligen Rufnummer - alles hat's schon gegeben.

Mein NTBA läuft und läuft und läuft. Am tollsten ist das ISDN-Telefon direkt am NTBA. Da sieht man sogar die Nummer des Apparates, von dem das Gespräch entgegengenommen wird, obwohl man diese Nummer gar nicht gewählt hat. (Wenn man beispielsweise eine Rufnummer wählt (bei Anlagenanschlüssen), und derjenige nimmt nicht ab, sondern sein Kollege).

[attachment 2688 NTBA.jpg]
Mein NTBA ist noch echte deutsche Wertarbeit. Der hält auch jedem Gewitter stand.

Auch gibt's bei ISDN nachwievor die Notstromversorgung. Bei Stromausfall funktioniert das direkt an den NTBA angeschlossene ISDN-Telefon weiterhin, dann aber ohne Freisprechfunktion.

von Daniel28-55-59 - am 18.01.2014 06:57
Zitat
Alqaszar
Unitymedia läuft VoIP jedenfalls Probremlos.

Glaubst du :joke: .

von WiehengeBIERge - am 18.01.2014 07:00
Die größten Probleme hatte ich damals bei meinem Kabel Deutschland Anschluss in der alten Wohnung. Da ich dort anfangs eh zwangsverkabelt war und die KDG mir ein sehr gutes Angebot gemacht hat bin auch mit Telefon und Internet dort hin. Naja, und dann folgt eine schier endlose Leidensgeschichte, riesen Knatsch mit der Freundin (als ob ich was für die Unfähigkeit der KDG könnte) und der Inanspruchnahme meiner Rechtsschutzversicherung. Kurz darauf wurde dann die ganze Wohnsiedlung von Kabel auf eine eigene Gemeinschaftsantenne umgestellt weil sich die Beschwerden über die KDG häuften und die Wohnungsbaugesellschaft von dem Gejammer der Bewohner die Nase voll hatte.

von Spacelab - am 18.01.2014 08:11
Ich hab VDSL 50 mit dem IP Anschluss der Telekom. Vorher den guten alten Analoganschluss gehabt. Am VDSL läuft allerdings nicht der vorherige Speedport W920V, da es damit wie auch bei den anderen VDSL fähigen Speedportmodellen z.T. erhebliche Probleme gibt, und auch die kastriertes Firmwares der Speedport Modellen nur die nötigsten Einstellungen erlauben.

Da bîetet die Fritz 7390 weit mehr Möglichkeiten. Und seit Umstellung auf IP kommt jetzt auch statt Infinion ein Broadcom Port zum Einsatz, der um einiges stabiler und besser als der Infinion läuft. Telefon technisch hab ich überhaupt keine Probleme. Bis auf die etwas längere Pause bis zum Freizeichen kein Unterschied zum alten POTS Anschluss feststellbar. Auch Ausfälle bisher Fehlanzeige.

Für IP Anschlüsse sollte der DSL aber auch stabil laufen. Ansonsten kann IP durch Verbindungabbrüche schnell zum Albtraum werden. Mein VDSL läuft auch seit Schaltung sehr stabil. Außer der Zwangstrennung alle 180 Tage noch nie Syncverlust gehabt.

Was auch in der Fritzbox zu sehen ist, wie der Downstream von 5.5 MB/s bei ankommenden oder ausgehenden Ruf durch das QoS der Telekom und auch der Fritzbox sehr deutlich reduziert wird. Selbst bei maximaler Auslastung des Downstreams sind problemlos Telefongespräche in einwandfreier Qualität möglich. Da hört man von anderen Anbietern ja teilweise ganz andere Geschichten, wenn das QoS versagt. Auch sollte man mit geringen Bandbreiten die Finger von IP Anschlüssen lassen. Denn IP benötigt mindestens 80 kBit Upstream, womit Ultra Light Anschlüsse (DSL 384) schon am absoluten Limit sind und der Protokolloverhead zusätzlich sich was vom Upstream nimmt. Nicht ohne Grund kommt bei der Telekom der Upstream im kleinsten Profil der MSAN (Annex J) Anschlüsse bei 256 kbit (also ein Profil von 384 kbit Downstream und 256 kbit Upstream). Mit 384/64 funktioniert IP zwar, aber mit deutlich verminderter Qualität. Erst mit mindestens DSL 2000 macht IP aufgrund des geringen Upstreams erst Sinn.

von Uncle_Sam - am 18.01.2014 16:29
IP-Telefonie hat gegeüber ISDN und Anlogennetz nur Nachteile.
einziger vorteil, ich habe mehr Telefonnummern die ich gleichzeitig nutzen kann, das hab ich aber auch über ISDN.
vorteil der Telekom, sie müßen nur noch später das IP-systemnetz warten...

Nachteile IP:

1. Kein Telefonieren bei Netzstromausfall z.B in Notsituationen wie Z.B Winter Katastrophen oder Internetangriffen.
Beim Anlogen und ISDN wird ihr Telefon von der Vermittlungsstelle aus mit Strom versorgt und das auch bei einen Stromausfall. Über Notbarttieren und Notgeneratoren wird weiterhin das analoge und ISDN Netz und somit ihr Telefon am laufen erhalten.
Im Notfall sind Anrufe zu der Polizei, Rettung usw... weiterhin möglich.
Auch das IP-Internet Netz lauft über die Notbarttieren und Notgeneratoren, nur beim IP-Anschluß erfolgt die Stromversorgung ihres Telefons nicht mehr über die Vermittlungsstelle selbst sondern nur noch über ihre Internetbox wie FitzBox oder Speedport, die wiederum ihren Strom über die Steckdose bezieht. Fällt ihr Stromanschluss der EON aus, ist auch ihr Telefon tot.
Blöd wenn man gerade bei einen Stromausfall z.b durch einen Winderstrum wie 1979 die Rettung oder Polizei braucht.
Bei der Telekom sagt man immer das man für so einen Notfall immer noch das Handy zum Telefonieren hat, nur

1. kann das Handynetz selber auch ausgefallen oder kein Empfang haben.
2. auch mit dem Handynetz ist bei einen Landesweiten Internetausfall keine Verbindung zu Festnetz Anschlüssen wie die Polizei, Rettung mehr möglich weil auch die Behörden auf IP umgestellt werden.
3. Auch das Handynetz selbt lauft später mal über IP, fällt somit bei einen Internetausfall oder angriff ebenfalls aus.

Auch bei Ausfall eines IP-Server oder Internetangriffen kann Festnetz Telefonie über IP in große teilen von Deutschlands ausfallen und ist z.B beim Mobilfunknetz D2 und Sipgate schön öfters passiert.
Fällt das Internet aus, ist kein Notruf der Rettung, Polizei möglich, trotz Handyempfang!

2. Leitungsstörung
Auch bei einer Leitungsstörung kann gegenüber dem Analogen Telefonie nicht mehr telefoniert werden.
Während beim Analogen Telefonie trotz Störung der Leitung noch telefoniert werden kann um z.B die Störungsstelle an zurufen, ist das über IP nicht mehr möglich, da ihre Internetbox wie FitzBox oder Speedport nicht mehr mit dem Internet kommunizieren (synchronisieren) können, während man bei der Anlogen Telefonie nur ein Rauschen, Kratzen und Pfeifen vorhanden ist bei einer Leitungsstörung


3. Verbindungsaufbau nach dem Wahlvorgang sehr langsam.
Während beim Anlogen und ISDN Telefonie nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer sofort ein Freizeichen bzw. Verbindung hat, worauf die Telekom bei der ISDN Einführung ganz stolz war. Ist es bei IP-Telefonie nicht mehr der Fall, nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer bekommt man erst nach 5-10sek ein Freizeichen zu hören bzw. ein Verbindung aufgebau.

Beispiele:
Ruft man über einen Analogen Anschluss zu einen Analogen oder ISDN Anschluss, so hat man nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer sofort ein Freizeichen bzw. ein Verbindungsaufbau.

Ruft man über einen ISDN Anschluss zu einen Analogen oder ISDN Anschluss, so hat man ebenfalls nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer sofort ein Freizeichen bzw. ein Verbindungsaufbau.

Ruft man über einen Analogen oder ISDN Anschluss zu einen IP-Anschluss so hat man nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer erst nach 3-5 Sekunden ein Freizeichen bzw. ein Verbindungsaufbau.

Ruft man über einen IP-Anschluss zu einen Analogen oder ISDN Anschluss, so hat man ebenfalls nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer erst nach 3-5 Sekunden ein Freizeichen bzw. ein Verbindungsaufbau.

Ruft man über einen IP-Anschluss zu einen IP-Anschluss so hat man nach der Wahl der letzten Ziffer der Telefonnummer erst nach 5-10 Sekunden ein Freizeichen bzw. ein Verbindungsaufbau.

Fazit: Ein Rufverbindungsaufbau mit einen alten Post Wählscheiben Telefon der Marke „w48“ aus dem 50ern am Analogen Telefonnetz der Telekom zu einen Analogen Anschluß der Telekom war schneller als ein Mordens Tonwahltelefon der Marke „Gigaset“ am IP-Anschluss der Telekom.
Außerdem ist uns aufgefallen das im reinen Analognetz innerhalb einer Vermittlungsstelle (also ein Ortsgespräch)der Rufton bzw. das Freizeichen synchron mit dem läuten(klingeln) des Telefons am andern Ende der Leitung ist, was bei IP und ISDN nicht der Fall ist.

von Kohlberger91 - am 12.11.2014 14:46
Ja ja früher war alles besser... Es ist ein Kreuz. Die Welt steuert mit Vollgas ihrem Ende entgegen.

von Spacelab - am 12.11.2014 15:11
Wir werden alle sterben. KREISCH!!!!

von Noch'n Saarländer - am 12.11.2014 15:57
Nicht ohne meinen Single Malt.

von Mc Jack - am 13.11.2014 07:23
@ Kohlberger91

Auch in der IP- Telefonie kannst du einen sofortigen Verbindungsaufbau realisieren: Nach Eingabe der Rufnummer einfach am Ende die Raute- Taste drücken - dann weiss der Router (der das "Amt", also die Vermittlungsstelle ersetzt), das keine weiteren Ziffern mehr folgen und beginnt sofort mit der Anwahl.
Im Analogzeitlater war es so, das nach Abheben direkt eine Verbindung zur Vermittlungsstelle bestand, insofern wurde jeder Tastendruck auch gleich "live" übermittelt.

Die Telekom wechselt derzeit deshalb so viele Kunden auf nen IP- Anschluss, weil es für die alten Vermittlungsanlagen immer problematischer wird, Ersatzteile zu beschaffen.

Und ja, bei Stromausfall is Schicht im Schacht - kein Strom am Router, kein Telefon. Ist aber auch so bei jedem Schnurlostelefon - kein Strom, kein Telefon, trotz vorhandener Leitung.
Aber zur Beruhigung: Rettungsdienststellen wie Feuerwehr und Polizei haben für solche Fälle Notstromversorgung. In der Stadt ist es eher unwahrscheinlich, dass das gesamte Handynetz ausfällt. Auf dem Land siehts schon anders aus - aber da ist es ähnlich wie mit den Überlandleitungen - bricht so ein Leitungsmast oder reisst durch das Kabel, schweigt auch das analoge Wählscheibentelefon.

von HAL9000 - am 13.11.2014 12:10
Die letzte große Katastrophe in diesem Land, war zu einer Zeit, in der die meisten Häuser noch keine Telefone hatten. Die meisten hatten nicht mal mehr Häuser. Da musste man auch bis zur nächsten Telefonzelle sprinten oder zu einem Nachbarn, der bereits einen Fernsprechtischapparat oder einen Fernsprechwandapparat besaß. Da hat auch keiner rumgewinselt, dass er nicht immer einfach so telefonieren konnte.

Immer dieses Argument mit dem Stromausfall. Wenn Strom weg ist muss ich nicht telefonieren. Wen soll ich da anrufen? Tante Erna? Das Elektrizitätswerk? Die Störungsstelle?

Wie dem auch sei. Ich habe seit sechs Wochen All-IP (vorher ISDN) von Telekom, und habe bisher keine Einschränkungen, Ausfälle oder Nachteile feststellen können. Eher Vorteile, weil jetzt sind die ganzen grauen Kästen weg. Vorher hingen da noch fünf an der Wand, jetzt nur noch eine FritzBox. Und es kostet auch weniger im Monat als ISDN.

von PhanTomAs - am 13.11.2014 16:14
Zitat
PhanTomAs
Die letzte große Katastrophe in diesem Land, war zu einer Zeit, in der die meisten Häuser noch keine Telefone hatten. Die meisten hatten nicht mal mehr Häuser. Da musste man auch bis zur nächsten Telefonzelle sprinten oder zu einem Nachbarn, der bereits einen Fernsprechtischapparat oder einen Fernsprechwandapparat besaß. Da hat auch keiner rumgewinselt, dass er nicht immer einfach so telefonieren konnte.

Immer dieses Argument mit dem Stromausfall. Wenn Strom weg ist muss ich nicht telefonieren. Wen soll ich da anrufen? Tante Erna? Das Elektrizitätswerk? Die Störungsstelle?

Wie dem auch sei. Ich habe seit sechs Wochen All-IP (vorher ISDN) von Telekom, und habe bisher keine Einschränkungen, Ausfälle oder Nachteile feststellen können. Eher Vorteile, weil jetzt sind die ganzen grauen Kästen weg. Vorher hingen da noch fünf an der Wand, jetzt nur noch eine FritzBox. Und es kostet auch weniger im Monat als ISDN.


Kenn ich. Mein Vater spurtete abends immer zur Post in die Telefonzelle, wenn ein Kunde was ausgesucht hatte und es beim Großhändler bestellt werden musste. Er rief dann den Außendienstler an, gab die Bestellung auf und zum Liefertag war die Ware bei uns.
Bin mal gespannt, wann die Telekom kommt, um mich aus dem Vertrag zu werfen. Aktuell hab ich ISDN von denen, DSL bei O2 (ehemals AOL, ehemals Alice). Mir behagt es nicht, wenn ich plötzlich von einem Anbieter Alles nehmen soll. Ob das dann noch so geht, mal sehen.
Gruß
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 13.11.2014 16:25
Zitat
PhanTomAs

Immer dieses Argument mit dem Stromausfall. Wenn Strom weg ist muss ich nicht telefonieren. Wen soll ich da anrufen? Tante Erna? Das Elektrizitätswerk? Die Störungsstelle?


wenn man in eine Notlage gelangt, um z.B die Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr rufen zu können?!. ;)

Ich hatte erst selber wieder denn Fall, das bei mir und unser Nachbarn mal wieder DSL (6000er) auffiel.
Wir werden vom Dorf aus noch ber Überlandleitung versorgt und die ist in dieser Jahreszeit anfällig.
Wir hatten seit Donnerstag bis heute Mittag kein DSL gehabt.
Ich habe noch als einziger Analog und könnte wenigsten noch Telefonieren (wenn auch stark verrauscht), mein Nachbarn konnten dank IP gar nix mehr.
Da mein Bauernhof und die Häuser meiner Nachbarn in Tal liegen, haben wir erst oben auf der 500m entfernten Hauptstraße vernünftigen D1 (EDGE) und D2 (GSM/GPRS) Mobilempfang!!!
Wenn ich nicht noch Analog Telefonie hätte, hätten wir immer 500m zu der Hauptstraße gehen müssen, 1h im regen stehen dürfen (Wartezeit der Telekom) damit man die Massenstörung durchgeben können. Wenn nur einer von uns betroffen gewesen wäre, hätte der 4 Wochen auf seine Reparatur warten dürfen. 4 Wochen also ohne Telefon und Internet!
Man Darf nicht immer nur von der Großstadt ausgehen.
Im Notfall geht um jede Sekunde, wenn man wir in Zukunft dann 500m rennen dürfen um einen Notruf abzusetzen, Wirts ganz schön haarig. Bei Holz Arbeiten am Hof hat man schnell mal was abgehaken oder sonstwas... Wenn ich in Zukunft Zwangs IP hab und z.B mein Vater in Zukunft einen Anfall mal bekommen sollte und ich bin nicht da, dann kann der bestimmt nicht 500m zur Hauptstraße hoch laufen um denn Notdienst zu rufen (falls dann gerade das Festnetz nicht geht)

Auch die Sache mit denn Rettungsdienststellen wie Feuerwehr und Polizei ihrer Notstromversorgung hängt. Was nützt mir eine intakte IP-Telefonanlage die mit Notstromversorgung am leben erhalten wird, wenn das Internet zusammen gebrochen ist?
Ich kann dann trotzdem nicht die Rettungsdienste erreichen und die Rettungsdienste können auch nicht raus rufen.
Das Digitalfunknetz Tetra der Behörden ist auch schon mal Deutschlandweit zusammen gebrochenen als ein Server in Berlin abgeraucht ist, das kann genauso mit dem IP-Telefonie passieren.
Bei Ernstfällen brecht IP und Mobilfunk sehr schnell deutschlandweit zusammen wenn jeder auf IP umgestellt ist und jeder mit jeden telefonieren will. (seht man immer beim Mobilfunk am Silvester wenn jeder ein gutes neues Jahr wünschen will)
Die Telekom Techniker die heute unsere Leitung gerichtet haben, raten immer noch ip telefonie ab! Gerade am Land haben die sehr oft Störungen was die mit denn Analogen Technik nicht hatten. In der Stadt fällt es nicht so auf wenn ein teil einer IP Vermittlungsstelle ausfällt, dann gehst halt dann in denn nexsten Kasten bar Straßen weiter. Im Dorf oder Keinstadt gibt aber holt nur eine Vermittlungsstelle. Fällt da ein teil von der IP Technik aus, ist holt dann das Dorf lahm gelegt von der Außenwelt, wäret holt beim analogen nur bei manchen das Telefon ausgefallen ist. ;-)

von Kohlberger91 - am 18.11.2014 18:13
Vielleicht liesse sich mit Aussenantenne und einem Mobiltelefon mit Antennenanschluss eine Loesung als Backup bauen. Ist dann zwar auch stromabhaengig, nutzt aber andere Verbindungswege und bietet so die Chance, bei ausgefallener IP-Telefonie einen Notruf oder eine Stoerungsmeldung abgeben zu koennen. Das ginge dann auch mit einer Prepaidkarte.

Darueber hinaus wuerde ich den LTE-Ausbau pruefen. Einige Anbieter bilden einem darueber auch einen konventionellen Festnetzanschluss zusaetzlich zum Internetzugang an. Fuer eine Hauptloesung bei fehlenden anderen Alternativen preislich u. U. sogar noch attraktiv, als Backup preislich aber noch indiskutabel.

Wenn die Versorgungsprognose wackelig ist, dann lohnt sich die Frage nach geborgter Technik vom ausgewaehlten Anbieter. Hat bei den Eltern meiner derzeitigen Freundin die Erkenntnis gebracht, dass die Vodafone-Box fuer LTE problemlos flottes Internet und einen annehmbar klingenden Festnetzanschluss bringen kann. Sonst gaebe es nur DSL light via Festnetz oder je nach Mobilfunknetz GPRS oder allenfalls EDGE.

von PowerAM - am 18.11.2014 18:28
Bei der Telekom ist der Call&Surf via Funk (LTE oder 3G) sogar mit einem echtem alten Telefonanschluss via 600 Ohm-Anschlussleitung oder Opal gekoppelt, keine IP-Telefonie.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 20.11.2014 11:18
Call&Surf sind abgekündigt - neu gibt es nun nur noch Magenta zu Hause und die sind All-IP.

Was bleiben wird, sind reine POTS-Telefonanschlüsse.

Die werden nach der kompletten VoIP-Umstellung in der Vermittlungsstelle mit Amtsbatterie / Outdoor DSLAM (MSAN) von VoIP auf POTS gewandelt, für den Endkunden ändert sich nichts. Wurde von der Telekom schon mehrfach so angekündigt.

Also das Modell der "Telekom Austria", nur das die auch bei 2Play/3Play von VoIP auf POTS schon in der Vermittlungsstelle wandeln und das nicht auf den fehleranfälligen Router des Endkunden abwälzen - die VoIP-Umstellung ist dort komplett abgeschlossen. Weil die Kunden weder neue Router, noch neue Tarife, sondern einfach gar nichts gebraucht haben.

Nur die deutsche Telekom muss ihr komisches Modell fahren, was im Endeffekt teurer kommt. Unverständlich, dass hier 2Play / 3Play-Kunden benachteiligt werden.

Wer also die hohe Verfügbarkeit will, bucht einen reinen, analogen Telefonanschluss. Zum Beispiel einen "Call Plus (Standard)".

Werde ich wohl so machen, wenn man mir mein Entertain Comfort (4) / Standard kündigt.

Der bisherige 3-Play Anschluss wird dann in einen analogen Telefon-Anschluss gewandelt, Fernsehen und Internet kommt wo anders her.

In Abhängigkeit davon, ob mein POTS dann wie bisher indoor kommt (große Batterie, Notstromagreggat) oder aus einem Outdoor DSLAM (MSAN), der wohl nur einen kleinen Pufferakku hat, wird natürlich bei einem Stromausfall nicht ewige Verfügbarkeit herrschen.


Wolfgang

von Wolfgang R - am 20.11.2014 14:14
Da muss ich dich enttäuschen Wolfgang R, die Telekom bucht keine analogen Anschlüsse mehr. Und demzufolge kriegst du auch bei keinem anderen dt. Wettbewerber nen analogen Anschluss.
Es gibt künftig nur noch IP- Anschlüsse, sonst nix. Einzige Ausnahme: mangelnde DSL- Verfügbarkeit. Aber bis DSL 2000 RAM ist die Umsetzung möglich.

Geplant ist das Vorgehen wie bei der Telekom Austria zwar auch, ist aber hier noch Zukunftsmusik. Leider...

von HAL9000 - am 22.11.2014 17:03
In unserer Stammkneipe in der Altstadt gibts nur DSL 1000 und selbst da ist IP Telefonie geschaltet. Mit dem Ergebnis das wenn jemand telefoniert noch nicht mal mehr Spotify seinen Pufferspeicher gefüllt bekommt. Wobei ich das aber nicht so ganz verstehe. Denn selbst bei HD Telefonie gehen nur 80kb/s rein und raus. Das telefonieren klappt aber absolut problemlos. Selbst in HD.

von Spacelab - am 22.11.2014 17:19
Inwiefern gilt das Festnetz eigentlich noch als Universaldienst? In Ermangelung von DSL (Leitungslänge 10km+) erwarte ich mir bei uns im Ort eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

- Erdbau um den Ort nun doch am richtigen Ortsnetz anzuschliessen (historisch bedingt hängen wir an der Kreisstadt), da liegt VDSL bis etwa 500m vorm Ortseingang.

- Abschaltung des Festnetz (da die Vermittlungsstelle keine analogen Signale mehr verarbeiten kann).

von elchris - am 22.11.2014 17:57
Zitat
HAL9000
Da muss ich dich enttäuschen Wolfgang R, die Telekom bucht keine analogen Anschlüsse mehr. Und demzufolge kriegst du auch bei keinem anderen dt. Wettbewerber nen analogen Anschluss.


Das ist nicht richtig !
Es wird bei der Telekom auch nach der Umstellung auf IP weiterhin einen analogen Telefonanschluss geben. Die Wandlung von Analog auf IP erfolgt dann wie schon erwähnt entweder im Outdoor oder eben im HVT. Für Kunden mit reinen analogen Telefonanschlüssen wird sich aber nichts ändern. Hier wird das analoge Telefon weiterhin in der altbekannten TAE Dose eingesteckt und der reine Anschluss wird auch bei Stromausfall betriebsbereit sein. Hintergrund dürfte hier sein, das die Telekom den analogen Anschluss in der jetzigen Form gar nicht einstellen kann, da viele Notrufsysteme (Fahrstühle/Hausnotruf) und auch Wählgeräte von Alarm und Brandmeldeanlagen zwingend auf so einen analogen Anschluss angewiesen sind.

Was aber komplett eingestellt werden wird, sind die ISDN Anschlüsse. Das ist unter anderen für die Vectoring Anschlüsse zwingend notwendig und die Telekom hat ja auch schon damit begonnen, entsprechende Verträge mit DSL und ISDN zum Ende der Vertragslaufzeit zu kündigen, wenn die betroffenen Kunden nicht auf IP wechseln wollen. Danach sind dann die reinen ISDN Anschlüsse an der Reihe, bis es eben ca. 2018 kein ISDN mehr gibt.

von Uncle_Sam - am 22.11.2014 21:54
So sieht es aus. Analog, schon allein zur Sicherung des Grundleistungsauftrages, wird es bei der Telekom weiterhin geben. Das habe ich schriftlich!

Wie es technisch im HVT / DLSAM realisiert ist, interessiert nicht.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 24.11.2014 15:16
@ Uncle Sam

Was hab ich denn geschrieben? Ich sagte nicht, das es keine analogen Telefonanschlüsse mehr gibt.
Ich sagte nur, es werden keine Neuanschlüsse für Privatkunden mehr als "non IP" vermarktet. Hast du einen analogen 950er T-Net ohne DSL, dann behältst du den auch im Regelfall bzw. es wird intern im HVT gewandelt, wovon der Endkunde aber nichts mitbekommt.

von HAL9000 - am 24.11.2014 17:18
Daran werden wir uns in Zukuft gewöhnen müssen, wenn alle mal auf IP umgestellt sind.
schöne neue Telefontechnik. DNS und Nameserver Ausfall bei 1&1.
[attachment 4144 Ausfall11-2.JPG]

von Kohlberger91 - am 09.12.2014 22:33
Dann schnappt man sich ein gutes Buch. Dann wird man beim Lesen wenigstens schon nicht vom Telefonklingeln gestört.

von PhanTomAs - am 10.12.2014 01:39
Zitat
Kohlberger91
Daran werden wir uns in Zukuft gewöhnen müssen, wenn alle mal auf IP umgestellt sind.
schöne neue Telefontechnik. DNS und Nameserver Ausfall bei 1&1.
[attachment 4144 Ausfall11-2.JPG]


Wie sicher sind die Server bei möglichen ddos Angriffen ?
Man hat ja schon in der Vergangenheit mit ddos Angriffe teile des Internets Lahmgelegt.

von _Yoshi_ - am 10.12.2014 18:49
:gutenacht:

von PowerAM - am 10.12.2014 20:03
Kann es eigentlich sein, dass Anschlüsse, an denen kein Internet geschaltet ist, erstmal kein VoIP erhalten, sondern analog bleiben?

Die Telekom hatte doch eigentlich angekündigt, bis 2018 alle Anschlüsse auf VoIP umzustellen. Jetzt hatte ich aber einen Brief von einem Haushalt, wo der Telefonanschluss wirklich nur zum Telefonieren genutzt wird (mit gutem alten Minutentarif wo es noch Ortsnetz/Nahgespräch/Ferngespräch und Mondscheintarif gibt), dass dort zwar der Telefonanschluss umgestellt wird, aber alles so bleibt wie bisher und insbesondere kein Router installiert werden muss nur wegen dem Telefon. Konnte man den Rentnern nun doch nicht vermitteln wieso sie auf einmal ein zweites Gerät zum Telefonieren brauchen dass auch noch den ganzen Tag laufen muss?

von RheinMain701 - am 15.05.2017 18:24
Das ist schon richtig so. Die Umsetzung erfolgt in dem Fall bereits in der Vermittlungsstelle. Vorteil für die Telekom, sie hat null zusätzlichen Aufwand beim Kunden und kann ihre 20 Jahre alte Technik (die Relaiskästen mussten bei der Volldigitalisierung schon raus) durch pflegeleichtere, moderne Umsetzermodule ersetzen. Das kostet sie mit Sicherheit weniger als die Kosten für den Monteur, und einmalige Anschaffungen können Firmen sowieso gut von der Steuer absetzen.

Richtig aufwendig wird es nur bei ISDN-Kunden ohne Internetzugang, deren Zahl würde ich aber als überschaubar einschätzen. Dass es diese Fälle gibt, weiß ich, weil meine Großeltern dazu gehören. Den ISDN-Anschluss brauchten sie damals wegen des Handwerksbetriebs meines Großvaters, der ist aber inzwischen abgewickelt und ob jemals DSL gelegt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Falls demnächst Post von der Telekom kommt, wissen sie hoffentlich, wem sie Bescheid sagen müssen - für eine Viertelstunde Umstöpseln und Einrichten lass ich doch keinen Techniker kommen. Wahrscheinlich fliegt dann das alte ISDN-Telefon mit Mobilteil raus, es ist ein Gerät von der Telekom aus Siemens-Produktion, aber nach knapp 20 Jahren hat es seinen Dienst getan.

von Hagbard Celine - am 16.05.2017 08:55
Wird das bei euch noch in der Vermittlungsstation umgesetzt? Bei uns erfolgt die Umsetzung bereits im grauen Kasten an der Straße. Von da an geht es nämlich nur noch per Glasfaser weiter. Zur Stromversorgung des ganzen steht dort eine ganze Bataillon von Akkus bereit.

von Spacelab - am 16.05.2017 09:33
Dann weißt du mehr als ich. Ich war bisher davon ausgegangen, dass in den grauen Kästen die IP-Anschlüsse angeschaltet werden, die von der Vermittlungsstelle aus nicht ausreichend versorgt werden können. Ein in der Vermittlungsstelle angeschalteter analoger Anschluss würde davon nicht berührt.

von Hagbard Celine - am 16.05.2017 19:08
Vielleicht ist das von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich und kommt darauf an ob überhaupt noch eine Vermittlungsstelle vor Ort ist. Bei mir wurde quasi das komplette Netz geändert. Die Vermittlungsstelle wo die Kupferleitungen hinführten gibt es mittlerweile gar nicht mehr. Die Glasfaserleitungen laufen eine ganz andere Richtung in die (größere) Nachbarstadt. Es könnte sein das es in Gebieten wo noch eine "richtige" Vermittlungsstation vorhanden ist das anders gehandhabt wird. Wobei aber die Telekom doch unlängst erst bekanntgegeben hat das sie so weit wie möglich mit der Glasfaser an die Haushalte will. Denn die (teilweise) ur-alten Kupferkabel seien mittlerweile doch arg marode und zunehmend für längere Ausfälle verantwortlich. So käme es immer häufiger vor das nach Regen Anschlüsse ausfielen weil Wasser die gammeligen Leitungen kurzschließt. Bei uns möchte man deshalb sogar mit der Glasfaser bis ins Haus. Aktuell wird hier Straße für Straße entsprechend modernisiert. Die Glasfaser wird unter dem Bordstein verlegt. Damals war man so schlau und hatte in weiser Voraussicht schon Leerrohre mit eingegraben. Die alten Kupferleitungen werden komplett aus den Häusern gezogen.

von Spacelab - am 16.05.2017 19:24
Also, wenn wirklich alle Kupferkabel am absaufen wären und es wirklich so tragisch wäre, würde man mit Sicherheit kein Vectoring mehr groß einführen.

Im Bestandsgebiet sieht es so aus, dass man möglichst alle per Outdoor-DSLAMs indirekt per Glasfaser anbindet, die paar Meter bis in Haus gehen dann per Kupfer. Nur schmalbandige Internetzugänge und analoge Anschlüsse (über POTS Linecards) werden noch von klassischen Vermittlungsstellen kommen.

Bei Neubauten und Straßenarbeiten wird tatsächlich Glas bis ins Haus gelegt. Allerdings habe ich es noch nie erlebt, dass - wenn vorhanden - Kupfer rausgezogen wurde.

Richtig ist, dass es wo es nur Glas gibt keine analogen Anschlüsse (POTS) mehr gibt.

Überall wo Kupfer liegt, sollte das noch gehen, die ersten POTS Linecards sind wohl schon in Betrieb und nur-Telefonie-Kunden (analog) werden schon umgestellt.

Nur wer ISDN hat, der muss sich entscheiden: IP-Telefonie oder analoge Anschlüsse (POTS Linecard) bei Verzicht auf gewisse MSN? POTS=nur eine Rufnummer

Wolfgang

von Wolfgang R - am 19.05.2017 11:52
Es soll inzwischen auch schon Pots-Karten für Outdoor-DSLAMs geben, damit ist dann keine Kupferanbindung bis zur Vermittlungsstelle mehr nötig. Bei Stromausfall ist dann allerdings auch die POTS-Telefonie mit weg, in den Vermittlungsstellen wird die Technik mit Netzersatzanlagen ne Weile am Leben gehalten.
Der Vectoring-Kram wird eigenlich nur eingesetzt um bis zu 100Mbit auf die letzten 100m Kupfer zu kriegen, und um Geld zu sparen, da Glasfaser bis in die Wohnungen zu legen, gerade bei Einzelalthäusern sehr aufwendig ist.
Natürlich ist FTTH das Beste was es gibt und sehr viel weniger störanfällig als Vectoring-Outdoor-VDSL (FTTC).
Sollte es in vielleicht 200 Jahren in Deutschland mal Gigabit-Internet geben kann das einfach nur über FTTH erfolgen.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 19.05.2017 13:17
Das Kupfer nicht ersetzt wird, ist ja genau das Problem.

Die Kalkulation der DTAG sieht dabei doch folgendermaßen aus:

"Wir haben ein flächendeckendes Kupfer-Netz. Damit sind wir Quasimonopolist auf der letzten Meile. Diese Position wollen wir verteidigen. Die technische Lösung dafür lautet xDSL. Diese ist zwar weniger schnell als Kabel oder gar Glasfaser bis ins Haus, kann aber gegenüber der Politik und Öffentlichkeit als Schritt in Richtung 'Breitband für alle* verkauft werden"

Dass die DATG diese Position vertritt ist nicht weiter verwunderlich. Das aber ist ein Problem für das Land, dass ich mit immer noch zu langsamen Breitband-Ausbau udn "biszu"-Geschwindigkeiten herumschlagen muss, die auch im Idealfass (50 mBit/s) noch unter dem liegen, was international und national bei DOCSIS Standard ist.

Die Wurzel des Problems ist, dass die Telekom mit dieser Brems-Strategie durchkommt.

Es gäbe aber sicher Alternativen.

So muss der flächendeckende Glasfaser-Ausbau ja nicht von einem zentralen, nationalen Unternehmen durchgeführt werden.

Ein mögliches Modeell von vielen wäre:

Lokale Unternehmen, idealerweise in kommunaler hand, übernehmen die "Letzte Meile" und legen in ihrem Bereich flächendeckend Glasfaser bis isn letzte Haus. Sie treten aber nicht als Provider auf, sondern vermieten diese "letzte Meile" für einen von der BNetzaA regulierten Satz an die eigentlichen Provider, die alle gleich berechtigt Zugang zu den lokalen "Letzen Meilen" erhalten.

Oder:

Das Territurium wird in Gebiete aufgeteilt, die jeweils attraktive Ballungsräume, aber auch immer ländliche Gebiete aufgeteilt sind. Ein Unternehmen erhält das Monpol zum Glasfaserausbau in diesem gebiet, muss aber im Gegenszug in euinem bestimmten Zeitraum alle Gebäude per Glasfaser erreichen.

Oder, oder, oder...

Die Tatsache, dass schon bei kurzem Nachdenken viele Ideen aufkommen, wie der Glasfaser-Ausbau schnell voran kommen könnte, zeigt doch, dass es kein echtes Interesse daran gibt, sondenr dass in erster Linie das ehemalige Staatsunternehmen sein altes Kupfernetz möglichst noch kange in Gold verwandeln darf -- zu Lasten von Bürgern und Unternehmen.

von Alqaszar - am 25.05.2017 18:37
Zitat
Alqaszar

Lokale Unternehmen, idealerweise in kommunaler hand, übernehmen die "Letzte Meile" und legen in ihrem Bereich flächendeckend Glasfaser bis isn letzte Haus. Sie treten aber nicht als Provider auf, sondern vermieten diese "letzte Meile" für einen von der BNetzaA regulierten Satz an die eigentlichen Provider, die alle gleich berechtigt Zugang zu den lokalen "Letzen Meilen" erhalten.


Das ist bereits die Realität. Unsere Stadtwerke legen bei allen Renovierungen und Neubauten Glas in Haus. Die Telekom meidet bislang fremde Glasfaserleitungen wie der Teufel das Weihwasser.

Im Gegenteil. Wer es für nicht notwendig hielt, Kupfer und einen APL der Telekom setzen zu lassen, schaut in die Röhre. Der kann nämlich keinen Telekom-Anschluss buchen und damit auch keine Mitbewerber auf der letzten Meile.

Was bekommt man denn dann über den Glasfaseranschluss schönes? Unitymedia montiert einen ONT auf Coax, darüber gibt es super tolles DOCSIS mit "Glasfaser-Coax-Power", am genau gleichen überlasteten Node, an dem der Nachbar per Coax direkt hängt. Toll, was.

So wird das nix.

Die Telekom gehört von Ihren Netzen komplett getrennt. Dafür einen Betreiber, gerne auch staatlich, für die Netze.

Die Telekom darf sich dann - wie jeder andere auch - bei dieser Firma einmieten.

Genau so, wie das mit EnBW und NetzeBW hier im Ländle praktiziert wurde.

Diese Spaltung senkte im Übrigen auch enorm die Hemmschwelle zum Wechseln, denn statt "Ihr Stromlieferant EnBW wünscht den aktuellen Zählerstand zu erfahren" kann da nun etwas x-beliebiges auf den Brief von NetzeBW stehen.

Davon rede ich schon seit Jahren. Aber irgendwie wird das mit der Telekom nix.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.05.2017 13:38
Nun ja, der gesetzgeber müsste sozusagen die Provider verpflichten, die "kommunale letzte Meile" zu nutzen.

Erinnert sich noch jemand an "D2-MAC"? das sollte ein "notwendiger Zwischenschritt auf dem WEeg zum hochauflösenden Fernsehen" sein. Das war Anfang der 1990er. Zwanzig Jahre später war HD Realitätz, allerdings ganz ohne D2-MAC. das war ein Hätschelkind der Technolkrarten. Das Problem ist: VDSL ist das D2-MAC des Beritbandausbaus. ES ist überflüssig, es gibt bessere Lösungen, udn es funktioniert mehr schlecht als recht.

von Alqaszar - am 29.05.2017 21:53
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