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PEGIDA--echter Bürgerprotest oder nur Mitläufer von rechtem Gedankengut?

Startbeitrag von Starsailor001 am 21.12.2014 15:30

Im Oktober waren es 300 Menschen in Dresden...später im November waren es 8000 ..letzten Montag kamen schon 15 000 Menschen in Dresden unweit der Frauenkirche zu Protesten gegen die derzeitige Asylpolitik zusammen.
Die AfD hat Symphatien für diese Menschen,((wohl nicht ohne Grund) ...Die CDU , außer Frau Merkel setzt sich dafür ein zumindest das Gespräch mit den Teilnehmern zu suchen.Die SPD, Linkspartei und die Grünen können der PEGIDA Bewegung gar nichts abgewinnen, teilweise beschimpfen deren Politiker sogar die Teilnehmer, ähnlich wie vor 89 die SED, die Bürgerrechler in der DDR und das Neue Forum zu diffamieren versuchten.

Die Disskussion ist schwierig...aber ehrlicherweise sollte man sich mit den Thesen der PEGIDA zur Asylpolitik zumindest einmal auseinandersetzen, bevor man OHNE Wissen, den Hammer herausholt um darauf einzuschlagen. Die 19 Thesen der Pegida kann man im Internet leicht "ergooglen.

Ich stelle dazu jetzt nur einen Bericht des NDR Magazins "Panorama" mal herein, der vorige Woche in Dresden aufgenommen wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=a7f2YOgLtco

Die 50 interessantesten Antworten:

Ja, muss denn Panorama einen undercover laufenden RTL-Journalisten erkennen? Ich denke: nein.
Jetzt kommt der Einwand: aber der war doch auch mal beim NDR... Stimmt. Als selbständiger Autor und Journalist im Studio Göttingen, 9 Monate lang im Jahr 2012.
Muss jetzt die Panorama-Redaktion in HH jeden freien MA eines NDR-Aussenstudios kennen? Ich denke: nein.

Es gab im übrigen noch mehr Panorama-Interviews mit Teilnehmern, die noch nicht als Journalisten enttarnt wurden.

Soweit zum NDR...

Jetzt zu RTL: "Ein herber Schlag für die Glaubwürdigkeit des Journalismus." Ja. Wobei ich von RTLs Journalismus nichts erwarte... aber soweit zu sinken hatte ich denen dann doch nicht zugetraut. DAS GEHT NICHT!

Und nun zu diesem Thread: ich hatte gehofft, daß hier keiner einen Pegidathread eröffnet, aber nun ist er ja doch da. Nach diesem Posting werde ich mich diesem Thread fernhalten und im Stillen hoffen, daß die Admins ihn wieder löschen, weil er das Forum sprengen wird!

Aber my 50cents: Das sind Nazis, auch diese "besorgten Bürger". Sie wissen es nur noch nicht. GENAU SO hat die ganze braune Scheiße vor 1933 nämlich auch angefangen. Die besorgten Bürger sind eigentlich nur "Masse", deren Fäden von ein paar etwas intelligenteren Braunen (ja, die gibt es!) im Hintergrund gezogen werden.
Meine Grenze, ab wo ich jemanden als Nazi einstufe, fängt dort an, wo jemand deren Vokabular (Gutmensch, Systemmedien) verwendet. "Mainstreammedien" ist dagegen nur Verschwörungstheoretiker ("Truther")-Vokabular.

von iro - am 21.12.2014 18:48
Vorweg: Weder mitlauf (keinesfalls!), noch AFD oder anderes wählen (nicht in Ansätzen meine Ansichten). ;-) Was mich stört sind (lösbare!) Probleme die totgeschwiegen werden, gefühlt heute mehr denn je als damals. Ja, als bekennender Linksliberale hat man es heute schwer. Es wird von beiden Seiten auf den Idealen herumgetrampelt.
Konkret und kurz:
a) Osterdienstag 19921993 in Ffm-Ginnheim: Tätlicher Angriff (Schläge, Tritte auch auf den Kopf) einer Gruppe Jugendlicher Serienstraftäter auf mich. Die Haupttäter waren Brüder (Elternteile Italien/Spanien) welche in Brasilien aufgewachsen waren. Ich war auf dem Weg vom Osterurlaub zurück. Immerhin konnte so wohl eine ganze Reihe weiterer Straftaten aufgeklärt werden. Das Strafmaß ist mir bis heute unbekannt, ich habe es nicht mehr weiter verfolgt und weiß auch nichts über den Prozeßausgang. Aussagen mußte ich nicht vor Gericht. Bezüglich Schmerzensgeld hatte ich keine Klage angestrengt. Ich war "nur" froh endlich davon zu sein. Dies führte auch dann sofort zum Wegzug aus Ginnheim wieder in den Spessart. Das dortige Polizeirevier hat sich zunächst durch Nichtstun hervorgetan. Gefährliche KV war wohl nicht so wichtig. Erst wo ich sagte, daß einer der Beteiligten auch eine Hand dann an meiner Reisetasche hatte war das versuchter Raub und landete beim K11 (oder war es K14?) in der Mainzer Ldstr und es wurde richtig ermittelt. Hätte auch das nicht gefruchtet, wäre ich bei der Rückkehr direkt in Gemünden bei der Polizeistation eingelaufen. In Bayern. Dort wo diesbezüglich der Rechtsstaat offensichtlich doch deutlich besser funkioniert. Achso: Mehrere Tage Krankenhaus wegen Schädelfraktur. CT und großes Kino noch in der Nacht um eine Gehirnblutung auszuschließen, Glück gehabt.
b) Cousine die nach "wilder Jugend" dorthin nach meiner Ansicht abgeglitten ist. Da ist es leider nicht getan, daß man anstatt Sontags in die Messe eben Freitags in die Moschee geht. :-( Weiter will ich nicht hier offen ausführen, da zu persönlich.

Nachtrag: Es war 1993

von Thomas (Metal) - am 22.12.2014 10:32
Ich kann da auch aus eigener Erfahrung mitreden. Mir hat ein Autofahrer aus Nahost vor ein paar Jahren in Kleinbasel die Vorfahrt genommen, was mich auf dem Fahrrad zu einer Vollbremsung mit Überschlag gebracht hat, um den Zusammenstoss zu verhindern. Der Typ hatte nichts Besseres zu tun, als kurz darauf das Weite zu suchen, was ihm aber dank der Aufmerksamkeit einer Zeugin den Besuch der Polizei nebst Anzeige wegen Fahrerflucht und Einzug des Führerscheins eingebracht hat. Mich erinnert eine Narbe an das Ereignis.

Derartige Vollpfosten wie diesen Autofahrer gibt es allerdings überall, in der deutschen Dorfjugend inklusive, und ich würde nicht im Traum auf die Idee kommen, deshalb von irgendeiner "Islamisierung" zu schwafeln!


Es ist schon seltsam, dass diese Gruppierung ausgerechnet im tiefsten Sachsen Mitläufer findet, wo es kaum Ausländer gibt. Hier in Lörrach war der Ausländeranteil schon immer sehr hoch, es kommen derzeit weitere Bürgerkriegsflüchtlinge, deren Unterbringung wegen knapper Wohnungen schwierig ist. In einem Vorort wurde gegen ein zunächst geplantes grosses Flüchtlichszentrum protestiert - wegen der schlechten Planung wohl nicht ganz zu Unrecht - aber das hat nicht zu sichtbaren Aversionen gegen die Flüchtlinge selbst geführt. Im Gegenteil - ein Benefizabend für die Flüchtlinge vor einem Monat war sehr gut besucht.


@iro, Noch'n Saarländer: +1 - und wenn einer Mitdiskutierenden einen deswegen gleich zur "vereinten Linken" (was für dummes, hohles Schlagwort!) zählt, dann darf er mich gleich dazu zählen.

73 de Uli

von ulionken - am 22.12.2014 11:30
Zitat
Japhi
Und doch, es gibt sie, die "linken" Antifa-Schläger. 20 von denen treten auf eine wehrlose, am Boden liegende NPD-Anhängerin ein,


Und wo ist das Problem? Wenn man Faschisten die eigene Medizin schmecken lässt, ist das noch lange kein Vebrechen.

Wir regen uns gerne auf, wenn irgednwelche Idioten (ja, ich gebe zu, auch gerne mit Migrationshintergrund) in der Öffentlichkeit Gewalt ausüben. Dann wird geschrien: "Aber warum hat denn niemand eingegriffen?". Wenn Nazis marschieren -- und bei der NPD ist bestimmt kein Zweifel erlaubt -- dann ist das nichts anders als organsierte Gewalt. Da gibt es kein: "Wir sind ja keine Nazis, aber...", sondern ein ganz klares: "Wir sind Nazis, und wenn wir an die macht kommen, dann wird aufgeräumt!".

Jemand, der für die NPD auf die Straße geht, ist ein Gewalttäter, auch wenn die Polizei die vorgebliche Ordung und den Korpsgeist der Nauis schätzt. Jede NPD-Demo ist Gewalt, jedes erkennbare Aufterten von NPDlern ist Angriff. Und gegen diesen darf man sich nicht nur wehren, man muss.

Meine bisher schwerste Auseinandersetzung mit der Polizei hatte ich, als ich mich einmal im Wahlkampf auf einen Typen, der mit dem Lautsprecherwagen seine rassistischen Parolen verbreitete, zubewegte, um ihn zur Rede zu stellen. Das Aufegbot der Polizei war sehr schnell bei mir, nach dem Motto: "ja, das finden wir auch nicht gutm, aber gehen sie besser mal weiter." Ja super.

Nein, Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Vebrechen. Es ist das Versprechen der Willkür, das jeder Opfer werden kann, dessen Visage den Nazis nicht passt. "Wer Jude ist, bestimme ich!" ist ein Ausruf, der wahlweise Göbbels oder Hitler zugeschrieben ist. Spätestens da sollte ejdem klar werden: Wo die Nazis herrschen, ist niemand sicher.

Vielleicht mag es sein, dass bei Pegida viele dabei sind, die einfach nur zu doof sind, die mal Sarrazin gelesen haben und den Mist glauben. Oder die zu viel RT deutsch geschaut haben oder zu viel Ken Jebsen gehört.

Ja, der Islam ist ein Problem im Allgemeinen, und ja, es gibt eine massive Tendenz zu Radikalisierung. Es ist eine Streitfrage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Bei Pegida gibt es sicherlich eine sehr heterogene Gruppe. Jeder muss wissen, in welche braune Supper man sich begibt, ob man es nun wahrhaben will oder nicht.

Aber bei der NPD ist das anders. Hier gibt es keine Zweifel mehr. Wenn es also einen "Angriff" auf NPD-Anhänger gibt, dann ist das kein Angriff, sondern Verteidigung.

Und wenn NPDler bei Pegida sind, ist das nur ihr natürliches Habitat, denn sie brauchen eine Masse von Idioten, die sie mit ihren Parolen einfangen können. Wenn dann die bekannten Figuren aus dem kläglichen Rest der Antifa und den entsprechenden schlagfertigen Braunen während oder nach der Demo aufeinander los gehen, ist das noch lange kein Angriff auf harmlose Pegida-Spießer.

von Alqaszar - am 26.12.2014 14:56
Lügenpresse! *jaul* Zensur *winsel*

Nee, alles noch im grünen Bereich. Pazifismus ist ein Wert, aber Freiheit -- vor allem von die Freiheit von Nationalismus, Chauvinismus und Rassismus ist ebenso ein hoher Wert. Merh nicht.

Wer sich als NPDler zu erkennen gibt und damit ganz klar und unmissverständlich anderen Gewalt androht, der muss mit dem Echo rechnen.

Es geht um das Recht, sich wehren zu können, nicht wie ein Bekloppter auf alles einzuschlagen, was einem nicht passt.

Noch einmal, um das ganz klar und scharf zu formulieren: Wer sich offen zur NPD erkennt, oder zu dem Dunstkreis wie die Kameradschaften, oder anderen Splitterparteien wie "Die Rechte", der droht ganz konkret und offen jedem Gewalt an, der nicht in das Weltbild passt. Diese Gewalt wird natürlich gut kaschiert und eher subtil vermittelt, so dass sie nie Justiziabel wird. Dabei rede ich von offiziellem Auftreten bei Demos oder Veranstaltungen, nicht von den konkreten Taten Einzelner.

Man beachte dabei das Ereignisse wie das Auftreten der Unterstützer von den rechten im rathhaus der Stzadt Dortmund nach der letzten Kommunalwahl. Bis ins Detail haben die Nazis ihr Verhalten so konzipiert, dass es einerseits eine unkissverstädnliche Machtdemonstration ist, andererseits aber noch nicht den landriedesnbruch oder gar Körperverletzung oder gar nur "Störung der öffentlichen Ordung" oder so etwas nach sich ziehen könnte.

Da kann man dann zurückweichen, nach dem Spruch: "Der Klügere gibt nach." Na ja, so lange, bis er der Dümmere ist. Oder man geht offensiv vor. Dann aber ist sofort die Polizei zur Stelle, um die "friedlichen" Rechten zu schützen.

Außerdem:

Zitat

Das OT-Forum : Postet mit eurem Menschenverstand !


Das ist genau das. Den Schein vom Sein unterscheiden zu können udn entsprechend zu handeln.

Übrigens muss solcher Widerstand nicht unbedingt Gewalttätig sein: http://www.nordbayern.de/region/neonazis-laufen-unfreiwillig-fur-initiative-gegen-rechts-1.4012604

Wer aber Gewalt, die von nazis ausgeh gleichsetzt mit Gewalt, die gegen die Nazis gerichtet ist, der sollte ich noch einmal ein gutes Geschichtsbuch zur Hand nehmen. Lesetipp: Die beiden britischen Premiers Chamberlain "Peace for our time!" und dessen Nachfolger Churchill im Vergleich.

von Alqaszar - am 26.12.2014 20:22
Zitat
Habakuk
Mir sind jegliche Formen von Extremismus zuwider.


Wem nicht?

Sollten die vom "schwarzen Block" nur deshlab die besseren Menschen sein, weil sie "gegen Nazis" sind? das kann auch eine Ausrede sein.

Jetzt könnte man eine akademische betrachtung führen, ob es nicht eine legitime Form von Gewalt gibt. Wenn überhaupt, dann wäre das gegen die Tyrannei gerichtete Gewalt. Der Tyrannenmord ist ein recht altes Konzept, welches die Gewalt und sogar den Mord an einem Tyrannen als letztes Mittel nicht ausschließt. Das Grundgesetz der Bundesrepublik hat den sogar in der Verfassung stehen:

Artikel 20, Absatz 4:

"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Das schließt laut der einschlägigen Kommentare den Tyrannenmord ein

Der Halbsatz "wenn andere Abhilfe nicht möglich ist" enthält natürlich die notwendige Einschränkung.

Aber im Grunde ist das Recht auf Gewalt in unserer Verfassung verankert, jedenfalls, wenn nichts mehr anderes mehr hilft. So weit sind wir glücklicherweise noch nicht.

Aber damit gibt es nun eindeutlicg zwei Arten von Gewalt: Diejenige, die sich gegen den Tyrannen richtet, und diejenige, welche von diesem selbst ausgeübt wird. Daher ist es eigentlich unmöglich, sich generell gegen Gewalt auszusprechen, weil demnach gewalt nicht immer etwas Schechtes ist.

Wenn man nun Extremismus mit der ihm innewohnenden Gewaltanwendung definiert (was sinnvoll ist, denn wenn "extrem" bedeutet von vornherein gegen die Mehrheit gerichtet und kann daher nur mit Gewalt durchgesetzt werden), dann könnte man analog auf die Idee kommen, es gäbe analog zu "guter" und "schlechter" Gewalt sozusagen "guten" und "schlechten" Extremismus.

Ich finde, das "guter Extremismus" ein Widerspruch ist, und das ist mit der Geschichte gut zu begründen. Bis jetzt ist noch jede Revolution, in denen die Extremisten letztlich die Oberhand innehatten (oder sich die revolutionären Parteien so scharf voneinander abgrenzen mussten, dass sie letztlich extrem wurden), an ihrer Gewalt gescheitert. Nur, wenn es letztlich geland, die Gewalt wieder einzufangen, oder noch besser, gar nicht erst ausbrechen zu lassen, kann noch etwas Gutes dabei herauskommen.

Das aber ist akademisch, denn wenn man nun versucht, "links" mit "gut" in Verbindung zu bringen, weil sich "links" immer gegen die Macht und das establishment richtet; und "rechts" mit "böse", weil gegen Schwächere gerichtet, dann ist letzteres zwar immer richtig, aber was die linken Utopien angeht, so kann jniemand von guten Absuichten leben. Insofern ist natürlich die Aussage, "Jeder Extremusmus ist scheiße" richtig.

Aber es bleibt dennoch ein zumindest gradueller Unterschied. Der Faschismus ist der "Stiefel, der ohne Unterlass in ein Gesicht tritt." (Orwell, "1984", aus dem Gedächtnis zitiert) Es ist die Gewalt des Mächtigen gegen den Wehrlosen. Widerstand gegen den, der diese Gewalt ausüben will, ist also legitim und moralisch anders zu beurteilen.

Alles andere ist mir zu einfach und zu plakativ.

von Alqaszar - am 26.12.2014 23:24
Also ich finde auch schwierige Themen sollten ausgewogen ,ehrlich und respektvoll behandelt werden.
Das gilt auch für das Verhalten der Forenschreiber untereinander.
Ich meine , sicherlich lässt dieses Thema die Gefühle hier und da hochkochen, doch sollte man immer Mensch bleiben und auch wissen was Anstand heißt um die Gefühle Anderer nicht zu verletzen.

Der Ruf nach Schließung des Themas ist absurd.Ich meine wir leben in einer Demokratie, und diese muß auch schwierige Diskussionen aushalten können!
Gerade dies zeichnet eine Demokratie ja erst aus.Friede,Freude,Eierkuchen--POLITIK----KANN JEDER,billig haben !

Wer aber nicht Diskutieren kann oder mag, ist in einem Forum sowieso etwas Fehl am Platz.

Ich denke das Thema PEGIDA wird, wenn es weiter so geht, sich von ganz alleine erledigen...ohne daß es dazu irgendwelcher Nachhilfe braucht.Trotzdem so finde ich sollte man beide Seiten , die Gegner, wie auch dei befürworter ernst nehmen und nicht gleich mit dem Stempel daherkommen und "die Guten" ins Töpfchen und "die Schlechten" ins Kröpfchen werfen.

Gerade das Thema PEGIDA zeigt UNS Allen hier, das irgendetwas für einige Menschen in Deutschland nicht so glatt läuft und eben, wie vielleicht für viele Andere, die den PEGIDA Protest gar nicht verstehen können und ihn sofort verurteilen.

Daß aber gerade in Dresden so viel Substanz an Unmut vorhanden ist, hätte ich nicht so gedacht.Dem... muß sich eine Demokratie stellen und diese Bürger versuchen wieder mitzunehmen und "in die Arme" zu nehmen und Bedenken zu versuchen auszuräumen mit SEHR stichhaltigen Argumenten und Taten.

Verteufeln und beschimpfen hilft dabei ,Beiderseits ,aber niemanden weiter.

von Starsailor001 - am 28.12.2014 11:24
Doch noch mal... meine Befürchtung aus Beitrag #3 des Threads ist so (noch) nicht eingetroffen, von daher kann der Thread ruhig bleiben - wenn auch unter verschärfter Beobachtung durch die Admins. Bislang haben sich alle Schreiber eher zurückhaltend geäussert - es sind aber auch nur die drölfzig "üblichen Verdächtigen". Von aktuell 3800 Mitgliedern. Da hatte ich erwartet, daß einige, von denen wir noch nie etwas lasen, jetzt aus den Löchern gekrochen kommen. Aber: anscheinend liest sowieso kaum einer im OT-Forum mit...

Kurz noch was zur "Antifa": ich habe im Laufe der vergangenen 30 Jahre einige von denen kennengelernt. Pauschalisieren kann man da nichts, aber: es gibt einen gewissen Anteil, der fast genauso bescheuert ist, wie die rechten Hohlbirnen. Das tut sich nix. Manche waren sogar vorher rechte Hohlbirnen, die auf links gedreht wurden - das Vakuum im Hirn wurde dadurch allerdings auch nicht gefüllt.
Antifa's sind nützlich, um dem rechten Mob nicht die Straßen zu überlassen (siehe diese unsäglichen "National Befreiten Zonen" im Osten der Republik), regiert werden möchte ich von denen aber auch nicht!!!

Und nur mal so zur Erinnerung: es gibt seit 1990-2011 Null Todesfälle linker Gewalt, aber (je nach Zählweise) 60 (Polizei) bis 184 (Amadeu Antonio Stiftung) Todesfälle durch rechte Gewalt (noch ohne NSU)
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_Deutschland

von iro - am 28.12.2014 13:45
Zitat
Starsailor001
Der Ruf nach Schließung des Themas ist absurd.Ich meine wir leben in einer Demokratie, und diese muß auch schwierige Diskussionen aushalten können!
Gerade dies zeichnet eine Demokratie ja erst aus.Friede,Freude,Eierkuchen--POLITIK----KANN JEDER,billig haben !

:gutenacht:
Zuerst wird erklärt, daß alle die da Mitmachen den Braunen zuzuzählen sind. Dann wird gegenüber dieser Gruppe mit nicht weniger als Tyrannenmord und gleicher Medizin aufgeführt. Dabei werden jegliche Persönlichkeitsrechte abgesprochen.
Ja, wie ergebnisoffen kann denn so eine Diskussion weitergeführt werden? Oder paßt jetzt die Stoßrichtung, da man eruiert wie man dagegen sein kann... Es folgen Links zu Onlinepeditionen gegen PEGIDA. Warum eigentlich, und das wäre dann eher mein Ansatz, Links zu den etablierten Parteien um seinen Eintritt zu erklären. Um mitzumachen. Um was zu bewegen. Um zu vielleicht schnell scheitern. Und dann doch nach einigen Seiten die Links zu den außerparlamentarischen Kräften :D . Ich meine jetzt nicht die FDP ;-) .
Nein, um es klarzustellen und nicht wieder mißverstanden zu werden: Man muß bestimmt nicht für PEGIDIA sein. Dennoch sollte hier sich überlegen wie offen die Diskussion ist. Ganz klar: Wird einer in die Braune oder Linke Ecke gestellt ist er stigmatisiert. Das will keiner, zumal dies hier öffentlich ist.

von Thomas (Metal) - am 28.12.2014 16:21
Ich finde es ehrlich für alle, wenn auch Andersdenke in unserem Land so lange sie alle rechtstaatlichen Gesetze beachten ihren Protest kund tun.
Sicher gibt es immer Menschen, die mit diesen Menschen in Dresden nicht im geringsten etwas gemein haben.
Doch warum sollen wir diese Demonstranten verteufeln,während nur als Beispiel: woanders in unserem Land jeden Tag Schurken ihr Unwesen treiben,Crystal an Schulen verkaufen ,rumänische Kinder in Hof/Saale am Bahnhof zu Prostitution zwingen...Da schaut keiner wirklich hin!

Und genau dies ist denke ich, der Unmut, den einige Bürger im Land auf die Straße bringt. Das sind oftmals keine NPD oder Afd Anhänger, das sind genauso Menschen, die ernst genommen werden wollen, bei ihren kleinen Problemen, die oft übergangen werden, abgebügelt werden oder ad Acta gelegt werden....

Deutschland ist seit vielen Jahren Einwanderungsland.

Doch genauso muß es erlaubt sein, wenn einige Mitglieder unsere Familie sagen " Hier könnten wir mal über etwas nachdenken , uns gedanken machen, wie es vllt. anders oder besser gehen könnte"....das man ihre Worte ernst nimmt und nicht gleich abbügelt mit der BETON-Klatsche kommt und wieder die plumpe rechte Keule herausholt.
Deutschland hat ein Mitbestimmungsdefizit...JA, so ist es! Nicht umsonst ist die Wahlbeteiligung grottig.Nur noch 50% der Menschen möchten bewußt wählen gehen!
Wir werden zwar regiert, aber oftmals nur unzureichend und völlig anders als es die große Mehrheit der Bevölkerung sieht.gesetze werden oft im Bundestag ganz anders beschlossen, als es die große Mehrheit im Lande gutheißen würde, NUR zu Gunsten weniger.

Und genau deswegen sollten WIR uns nicht aufwiegeln lassen und alle versch. Schichten unserer Bevölkerung gegeneinander ausspielen lassen.Alte-gegen Junge...Arme gegen Reiche...Inländer gegen Ausländer...Arbeiter gegen ALG2 Empfänger..Kranke gegen Gesunde.

Wir alle sitzen in einem Boot...und wir müssen zusammenhalten, wie in einer Familie!Und Entschuldigung, da hat auch nicht immer jeder die gleiche Ansicht wie der Andere.

Und wenn wir hier in Deutschland unser Nachwuchsproblem nicht lösen, weil Geld alles ist, und Kinder als lästig empfunden werden..ja so ist es---, aber dieses Problem können wir lange debattieren..dann ist es doch nur natürlich, das wir irgendwann Einwanderung brauchen.
Wer soll denn unsere RENTEN ( die wir um die 40 sind) denn irgendwann einmal bezahlen??
Solange Geld hier alles ist...und Gesundheit nur mit der Brieftasche gehandelt und aufgewogen wird ,solange haben wir die NEIDDEBATTE!

Und genau dies ist aber so gewollt...."Das Pack schlägt sich, das Pack verträgt sich...DIE da oben lächeln sanftmütig und erfreuen sich der Uneinigkeit!

von Starsailor001 - am 28.12.2014 18:04
Hallo,
auch von mir einige Zeilen :
Zitat:" Doch warum sollen wir diese Demonstranten verteufeln,während nur als Beispiel: woanders in unserem Land jeden Tag Schurken ihr Unwesen treiben,Crystal an Schulen verkaufen ,rumänische Kinder in Hof/Saale am Bahnhof zu Prostitution zwingen...Da schaut keiner wirklich hin! "
Also her mit dem Polizeistaat, mit Blockwarten, Spitzel und kurzem oder besser gar keinem Prozess. Und wenn die Schulkinder schon Crystal Meth kaufen, dann haben sie vielleicht zuviel Geld? Zu meiner Zeit konnte ich mir höchstens eine Schaumwaffel und ein Glas Limonade für 10 Pfg. kaufen.
Zitat: "Wir alle sitzen in einem Boot...und wir müssen zusammenhalten"
Zusammenhalten gegen Ausländer oder was? Schon vor 20 Jahren hieß es von der CDU "Das Boot ist voll" und damit wurden Wahlen gewonnen. Aber wenn das Boot vor 20 Jahren schon voll war, wie ist es denn heute: noch voller, aber unsinkbar. Mit der Ausländermaut kann man in Bayern auch heute noch Wähler fangen. Dabei geraten die wirklichen Probleme wie Klimawandel, TTIP, CETA und TISA in Vergessenheit.
Gut gefallen hat mir, was die DDR-Bürgerrechtler von 1989 zu PEGIDA schreiben:
Originaltext der Bürgerrechtler:

„Weihnachtsgruß von Neunundachtzigern“ 25 Jahre nach dem Mauerfall
PEGIDA – Nie wieda!

Wir sind das Volk ruft ihr

Freiheit Toleranz Welt offen meinte das '89

Visa frei bis Hawai war die Devise

Und: Die Mauer muss weg



Ihr aber wollt:

Visa frei nur für uns

Die Mauer muss weg nur für uns

Die Mauer muss her am Mittelmeer

25 Jahre nach Mauerfall



Zusehen wollt ihr wenn die Elenden

Der Welt an neuen Mauern sterben

An euren Mauern

Oder ihr dreht euch weg

Um in Ruhe Gänsebraten zu fressen

Und Weihnachtslieder zu singen



Jesus hätte gekotzt hätte er euch getroffen



Habt ihr euch nie gefragt:

Wer liefert die Waffen für die Bürgerkriege die die Menschen vertreiben

Wer hat der Welt den Neoliberalismus aufgezwungen

Der sie in Ungleichheit Armut Not treibt
Bei uns und im Süden der Erde

Und wer hat die Klimakatastrophen produziert

Die den Sahel zur Hölle machen



Dabei pfeifen die Spatzen von den Dächern:

Es ist das System das ihr nicht schnell genug bekommen konntet

Dem ihr den '89er Versuch geopfert habt

Den Versuch einer alternativen Demokratie

Einer freiheitlichen solidarischen ökologischen


Doch ihr sprecht nicht über dieses System

Über Kapitalismus seine Gemeinheiten über Interessen

Dafür protestiert ihr gegen die Schwachen

An die Mächtigen traut ihr euch nicht heran



Feiglinge



In Sachsen sind Muslime nur mit der Lupe zu finden

Aber ihr bekämpft die Islamisierung des Abendlands

Euer Abendland heißt Dunkeldeutschland

Ihr riecht nach dem Provinzmief hinter der Mauer

Oder dem in den Tälern der Alpen



Ihr sprecht nicht für '89

Ihr sprecht für keine Freiheitsbewegung

Ihr seid deren Schande

Schämt euch



Auf euer Abendland haben wir '89 gepfiffen

Darauf pfeifen wir auch heute

Unsere Solidarität den Flüchtlingen



Und immer noch sagen wir

Eine andere Welt ist möglich

Eine andere Welt ist nötig

Um alle Mauern zu stürzen

Weihnachten 2014
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Natürlich kann ich einige Anliegen der "Wutbürger" verstehen, aber sich kriminellen Leuten wie den PEGIDA-Organisatoren anschließen geht gar nicht.
Wie woanders auch: getreten wird immer nach unten, hier sind es Muslime bzw. Ausländer, die die Tritte abbekommen.
Grüße SOLAR MAX

von _SOLAR MAX_ - am 29.12.2014 20:09
@UM74:
Warum immer gleich zensieren? Das kann man doch gut so stehen lassen. Du kannst ihm ja fuer das Statement entsprechenden argumentativen Gegenwind anbieten. Ich habe es oben schon versucht... Ach ja, weil ich gerade dabei bin...

Zitat
Alqaszar
"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

"andere Abhilfe nicht möglich" wuerde ich so sehen, dass der Rechtsstaat kurz vor dem Zusammenbruch steht und die Kraefte, die normalerweise fuer solche Dinge zustaendig sind (also Polizei etc...), nicht mehr Herr der Lage sind. Davon sind wir gluecklicherweise weit entfernt. Wir haben ja nun doch keine Zustaende wie in der Ukraine, wo die Dinge irgendwann einfach entgleist sind. Paar Idioten auf einer Demo festzunehmen, das wuerde ich tatsaechlich der Polizei ueberlassen. Alles andere ist fuer mich Selbstjustiz, die nicht durch obigen Satz rechtzufertigen ist.
Der Vorwurf, die Polizei ginge nicht immer neutral zu Werke, mag zu einem gewissen Teil vielleicht berechtigt sein, mir faellt aber oft auch auf, dass die Rechten deutlich geschickter sind, in einer gewissen Grauzone zu agieren, wo man ihnen eben nicht viel ankreiden kann.
Die Schwierigkeit ist sicherlich, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, ab dem so ein Widerstand wirklich gerechtfertigt ist. Vor dem 3.Reich wurden die Leute ueber viele Jahre so eingelullt, dass sie den Zeitpunkt einfach verpasst haben, wo man gewisse Dinge noch "einfach" haette regeln koennen. Es sind v.a. diese schleichenden Prozesse, die gefaehrlich sind. Und da sind wir wieder bei PEGIDA und Co.! Gut finde ich das nicht!

Zitat
Alqaszar
Insofern ist natürlich die Aussage, "Jeder Extremusmus ist scheiße" richtig.

Jo, und nicht nur links und rechts, sondern alle Arten von Extremismus.

Zitat
Alqaszar
Widerstand gegen den, der diese Gewalt ausüben will, ist also legitim und moralisch anders zu beurteilen.
Alles andere ist mir zu einfach und zu plakativ.

Haengt halt von der Art des Widerstands ab, je nachdem wuerde ich zwischen Recht und Moral nochmal unterscheiden.

von Habakukk - am 30.12.2014 08:54
Es wird ja immer wieder gesagt und geschrieben, daß man die Sorgen und Nöte der Pegidaanhänger ernst nehmen solle und darauf eingehen müsse. Das stelle ich mir allerdings gar nicht so einfach vor. Diese "Sorgen und Nöte" werden ja vielfach von Hetz- und Propagandaseiten wie Netzplanet etc. gespeist (daher kommen dann solche Infos wie "bekommen 4000 €" "wohnen in Luxushotels und Villen" "fahren alle Audi und BMW" etc.). Mit Fakten oder Statistiken kann denen ja keiner mehr kommen, alles was nicht in das verschobene Weltbild passt, wird als "Propaganda", "Lüge" und "Betrug" abgetan und ignoriert.

Wie soll man also diese "Sorgen und Nöte" ernst nehmen, wenn keine Basis verlässlicher und allseits akzeptierter Informationen mehr da ist? Man kann sich ja schlecht auf das Informationsniveau von Netzplanet herunterlassen, das als gemeinsame Basis dahernehmen und entsprechend reagieren.

Es kommt einem vor allem bei den Netz-Pegidas ja so vor, daß jeder, der anders aussieht (Migranten, eingebürgerte Migranten, Gastarbeiter, Touristen) als "Asylbetrüger" wahrgenommen wird...

Das verloren gegangene Vertrauen in die Medien ist ein Teil des Problems - und das ist nicht nur bei den Pegidaanhängern, sondern weit darüber hinaus nicht mehr vorhanden.
Siehe: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/ZAPP-Studie-Vertrauen-in-Medien-gesunken,medienkritik100.html
(nur 29% haben noch großes bis sehr großes Vertrauen/54% weniger/15% keines).

von iro - am 30.12.2014 15:54
Du scherst also alle als Nazis ueber einen Kamm, die da mitlaufen? Nicht nur die PEGIDA-Initiatoren, sondern alle? Man kann also im Rahmen der Notwehr auf jeden der da mitlaeuft einfach draufhauen?

Zitat

Übirgens: Wer ein Nazi ist, bedroht mich konkret mit dem Tod. So jemanden "krankenhausreif" zu schlagen, ist Notwehr.

Oder soll man lieber warten, bis es wieder so weit ist und die Nazis ihre Maske von Ordnung fallen lassen? Wie oft sollen wir auf deren Lügen und Finten hereinfallen?

Du bist dir sicher, dass es zwischen den beiden Extremen "Nichts tun" und "krankenhausreif schlagen" keine Alternativen gibt?

Sorry Alqi, aber das ist jetzt mir zu einfach und zu plakativ. Glaubst du im Ernst, dass du mit so einer Einstellung auch nur einen der PEGIDA-Mitlaeufer (die da vielleicht haeufig nur teilnehmen, weil sie reale Probleme gepaart mit irgendwelchen diffusen Aengsten haben), umstimmst? Die sehen dann diesen schleimigen AfD-Lucke und denken sich, das ist der einzige, der mich versteht.

Wie kann man diese brisante Thematik ueberhaupt so billig den Rechtspopulisten ueberlassen, indem man einfach all diese Leute abfaellig in dieselbe Schublade "Nazi" wirft?

Ich glaube manchmal, dass den etablierten Parteien solche Stroemungen wie PEGIDA sogar ganz recht sind. Es ist doch viel besser, wenn Auslaender als Suendenboecke fuer die Probleme der Menschen herhalten muessen, als wenn die Leute am Ende noch merken, woher ihre Probleme (Arbeitslosigkeit, schlecht bezahlte Jobs, Altersarmut, schlechte Bildung,...) *eigentlich* ruehren.

Warum gehen eigentlich nicht mal paar 10000 Leute auf die Strasse und protestieren gegen Merkel, Gabriel und all die anderen Halunken, die uns ein aufs andere Mal fuer dumm verkaufen wollen? Da waere mal was los!

von Habakukk - am 02.01.2015 12:27
Was mich verblüfft ist die nicht vorhandene Souveränität sowohl der Medien als auch der Politik im Umgang mit 17000 Demonstranten, die regional begrenzt auftreten. Da schaffen es, 0,2% der Bevölkerung eine derartige hitzige Debatte auszulösen... da wäre es doch viel wichtiger gewesen entsprechend hitzig auf die wirklich blamablen Wahlergebnisse der NPD in Sachsen zu reagieren.

Warum hat man vor diesen wenigen Leuten, die sich nicht mal wirklich konkret äußern, so viel Angst? Ich glaub man hat sich vorgemacht, dass es in Deutschland anders als in praktisch allen anderen europ. Ländern keine deutliche Minderheit gibt, die mit dem Islam, Zuwanderung etc. nicht zurecht kommt ? Bei uns sagt diese Minderheit das nur weniger laut, sie ist aber dennoch vorhanden, nur das macht Pegida deutlich. Am Zustand selbst ändert das nichts. In nahezu allen europ. Ländern gibt es rechtpopulistische Parteien, in vielen sitzen diese in den nationalen Parlamenten. Im Bundestag bisher nicht. Damit ist Deutschland aber eine Ausnahme. Wahrscheinlich muss sich die dt. Öffentlichkeit noch an die Tatsache gewöhnen, dass es auch hier Menschen gibt, die zwar rechts der Unionsparteien stehen, aber dennoch noch nicht unter "Nazi" fallen. Dass dieser Umstand vielen nicht gefällt ist nachvollziehbar, aber ihn zu verdrängen bringt auch nichts. Indem man die Leute dort allerdings pauschal als Nazis bezeichnet, macht man es garantiert nicht besser. Erstens verharmlost man damit den Nationalsozialismus, zweitens erreicht man damit eben nicht das was man eigentlich erreichen will, nämlich diese Menschen von einem anderen Standpunkt zu überzeugen.
Und es ist sicher auch kein politisch sehr cleverer Schachzug, immer zu betonen "Deutschland geht es gut", wenn es eben signifikante Minderheiten gibt, denen es nicht gut geht, und deren Probleme nicht benannt werden. Leider isses dann oft so, dass diejenigen mit Problemen dann aus Angst im Verteilungskampf gegen die sind, die wie sie selbst Probleme haben... erst kommt das Fressen, dann die Moral. Wusste schon Herr Brecht.

von Terranus - am 02.01.2015 16:47
Zitat
Terranus
Wahrscheinlich muss sich die dt. Öffentlichkeit noch an die Tatsache gewöhnen, dass es auch hier Menschen gibt, die zwar rechts der Unionsparteien stehen, aber dennoch noch nicht unter "Nazi" fallen. Dass dieser Umstand vielen nicht gefällt ist nachvollziehbar, aber ihn zu verdrängen bringt auch nichts. Indem man die Leute dort allerdings pauschal als Nazis bezeichnet, macht man es garantiert nicht besser. Erstens verharmlost man damit den Nationalsozialismus, zweitens erreicht man damit eben nicht das was man eigentlich erreichen will, nämlich diese Menschen von einem anderen Standpunkt zu überzeugen.


Ich denke, dass gerade bei PEGIDA sehr viel an Begrifflichkeiten zusammenfaellt, wo ein oeffentlicher Klaerungsbedarf und Diskurs noetig ware, da man in der Oeffentlichkeit offenbar hier nicht unterscheiden kann, oder will.

Nazi, das ist fuer mich Nationalsozialist, jemand der gegen Juden ist, jemand der Sozialleistungen nur fuer Deutsche will, jemand der Deutsche als hoeher stellt als andere Voelker und Adolf Hitler, mein Kampf oder div. andere nichtmehr existene NS Organisationen gutheissen will.

Neo-Nazi, Jemand der wie ein Nazi denkt, allerdings juengerer Generation.

Rassist, jemand dem es mehr um Hautfarbe geht, als alles andere, jemand der Weisse als hoeher stellt als Schwarze.

Auslaenderfeind, jemand der generell gegen andere Kulturen in Deutschland ist, egal welcher Hautfarbe.

Egal ob Nazi, Neo-Nazi, Rassist oder Auslaenderfeind, all das sind Begriffe die fuer mich komplett getrennt zu betrachten sind, wenn es um mangelnde bzw. verfehlte Integration in Deutschland gibt, und Beispiele fuer verfehlte Integration gibt es in Deutschland meiner Erfahrung nach sehr viel. Nur hat dieses Thema wenig mit Nazis, Neo-Nazis, Rassismus oder Auslaenderfeindlichkeit zu tun.

von 102.1 - am 02.01.2015 17:09
Unsere Regierung der Beliebigkeit, Alternativlos und beratungsresistent?!?!


Wenn in der Ukraine oder in Ungarn oder in Griechenland demonstriert wird feiert Deutschland diese Bürger hoch. Besonders die Bundesregierung und auch einige Medien.
Wenn allerdings in Deutschland Menschen ihren Unmut kundtun versucht man diese entweder komplett ohne Differenzierung in die Naziecke zu stellen oder es waren halt mal wieder die "linken ,vermummten Autonomen"....Eine, beider Gruppen muß immer herhalten um Proteste zu diffamieren.

Prinzipell finde ich, daß vor allem unsere Regierung ein "PROBLEM" mit öffentlichen Unmutsbekundungen hat.Vielleicht trägt dazu auch Merkels Politikstil der Beliebigkeit und des Demokratieabbaus bei??
Sie meint ja immer, ihre Politik sei "alternativlos".

Und was haben wir nun...
Einen Staatshaushalt der nur dank niedriger Zinsen , eine Neuverschuldung verhindert ((da wurde aber noch kein einziger Euro an Schulden mal getilgt)), einen mittelalterlichen Wegezoll, den einst die Burggrafen pflegten..der wohl in irgendeiner Form kommen eird obwohl Merkel dies vor der Wahl strikt abgelehnt hat:
" Mit mit wird es keine Maut geben"
..eine Krankenkassenreform,deren zukünftige Beitragslasten nur noch auf die Schultern der Arbeitnehmer verteilt werden mit einem festgetackerten, sehr niedrigen Grundbeitrag + Zusatzbeiträgen, die dann ausschließlich vom Arbeitnehmer zu tragen sind.Grundbeitrag ist 14,9%, den Rest müssen bis auf 2 winzige Krankenkassen alle Arbeitnehmer im neuen Jahr selber dazubezahlen.

Was aber macht Frau Merkel, wenn irgendwann die Zinsen wieder steigen und die Wirtschaft in die Rezession gerät?Bei schönem Wetter regieren kann jede/r!

Ich denke Frau Merkel und ihre Regierung aus CDU und SPD begeht einige strukturelle Fehler, Deren Folgen wir in einigen Jahren zu spüren bekommen. Aber bis dahin ist zumindest SIE(Merkel) in sicherer Staatspension.
Die Neujahrsansprache von Merkel war von völliger Beratungsresistenz und Kritikunfähigkeit geprägt.Und genau diese Ansprache, war denke ich zumindest, der Anfang vom Ende ihrer Laufbahn.

von Starsailor001 - am 03.01.2015 10:24
@Starsailor001

Politiker luegen alle, egal welche politische Richtung sie vertreten. Die Luegen werden halt, abhaengig von der politischen Einstellung des Waehlers (meist konservativ oder sozialdemokratisch) als mehr oder weniger schluessig wahrgenommen.

Haftungen fuer Politiker, aehnlich den Haftungen von Geschaeftsfuehrern div. Firmen gibt es nicht. Daher sind Luegen leicht moeglich.

Fr. Merkel zaehlt fuer mich dennoch, zu denjenigen Politikern, die "angenehmer" luegen, als andere.

Was die PKW Maut betrifft, klar, fast jedes andere Nachbarland Deutschlands Land in der EU, kassiert eine Maut, meist eine Vignette. Warum sollte Deutschland dies nicht tun. Nur, so eine halbherzige Loesung, wie sie derzeit diskutiert wird und auf EU Ebene ohenhin scheitert halte ich nur fuer eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme des treibenden Politikers.

Zudem hat der Staat so viele andere Moeglichkeiten den Autofahrer abzuzocken, Mineraloelsteuer, KFZ Steuer, etc... Warum etwas neues einfuehren, wenn man bewaehrtes auch erhoehen kann?

Oder einfach mal versuchen, mit dem Budget zu leben, das man hat. Jeder einzelne Buerger muss es doch auch.

Woran die Politiker immer mehr scheitern werden, ist die Tatsache dass der Buerger nicht dumm ist, und sehr wohl kapiert, was laeuft. Da die Anzahl der Nichtwaehler immer steigt, werden die Politiker von immer weniger Leuten vertreten, auch dies wird eine Herausforderung.

von 102.1 - am 03.01.2015 10:47
Zitat
Terranus
Was mich verblüfft ist die nicht vorhandene Souveränität sowohl der Medien als auch der Politik im Umgang mit 17000 Demonstranten, die regional begrenzt auftreten. Da schaffen es, 0,2% der Bevölkerung eine derartige hitzige Debatte auszulösen... da wäre es doch viel wichtiger gewesen entsprechend hitzig auf die wirklich blamablen Wahlergebnisse der NPD in Sachsen zu reagieren.

Warum hat man vor diesen wenigen Leuten, die sich nicht mal wirklich konkret äußern, so viel Angst? Ich glaub man hat sich vorgemacht, dass es in Deutschland anders als in praktisch allen anderen europ. Ländern keine deutliche Minderheit gibt, die mit dem Islam, Zuwanderung etc. nicht zurecht kommt ? Bei uns sagt diese Minderheit das nur weniger laut, sie ist aber dennoch vorhanden, nur das macht Pegida deutlich.


Woran machst Du denn die angebliche Angst und nicht vorhandene Souveränität im Umgang mit diesen Leuten fest? Diese Minderheit besteht sicher nicht nur aus Nazis, sondern überwiegend aus Mitläufern, die gegenüber ausländerfeindlichen Parolen empfänglich sind. Es ist halt bequem, wenn man für tatsächliche oder vermeintliche Probleme einen Sündenbock wie Ausländer oder Moslems hat. Leider waren es genau solche Mitläufer, die nach 1933 den Nazis in Deutschland zur Macht verholfen haben.

Nach meiner Meinung gehen die Medien und die Politik sind überwiegend richtig mit dieser lautstark demonstrierenden Minderheit um: Es wurde über die Demos berichtet, nichts totgeschwiegen und zugleich klare Kante gegenüber den menschenverachtenden und ausländerfeindlichen Tendenzen in diesen Gruppierungen gezeigt. Die Gegendemonstrationen in vielen Städten sind ja auch alles andere als ein Zeichen der Angst, sondern vielmehr ein Anzeichen dafür, dass für viele Bürger die Pegida-Parolen schlichtweg inakzeptabel sind.

Zitat
Terranus
Am Zustand selbst ändert das nichts. In nahezu allen europ. Ländern gibt es rechtpopulistische Parteien, in vielen sitzen diese in den nationalen Parlamenten. Im Bundestag bisher nicht. Damit ist Deutschland aber eine Ausnahme. Wahrscheinlich muss sich die dt. Öffentlichkeit noch an die Tatsache gewöhnen, dass es auch hier Menschen gibt, die zwar rechts der Unionsparteien stehen, aber dennoch noch nicht unter "Nazi" fallen. Dass dieser Umstand vielen nicht gefällt ist nachvollziehbar, aber ihn zu verdrängen bringt auch nichts. Indem man die Leute dort allerdings pauschal als Nazis bezeichnet, macht man es garantiert nicht besser. Erstens verharmlost man damit den Nationalsozialismus, zweitens erreicht man damit eben nicht das was man eigentlich erreichen will, nämlich diese Menschen von einem anderen Standpunkt zu überzeugen.


In der Tat gibt es seit Jahren auch in Deutschland Umfrageergebnisse, die für bei einen erheblichen Anteil der Bevölkerung auf intolerante, fremdenfeindliche bis rassistische Grundeinstellungen schliessen lässt. Das in in anderen europäischen Ländern nicht anders, und insoweit darf man sich über Pegida eigentlich nicht wundern. Das sind nicht unbedingt Nazis - was wohl auch kaum jemand behauptet hat. Wenn jedoch bei dieser Minderheit Intoleranz und Ressentiments auf eine Weise hochkochen wie im von dxbruelhart zitierten Blogbeitrag, dann gibt es mit diesen Leuten nichts mehr zu diskutieren. Die Politik kann nur dafür sorgen, dass tatsächliche Probleme angegangen werden und niemand unverschuldet "durch den Rost fällt", damit diese Minderheit mit ihrem simplen Sündenbock-Denken nicht weiter Zulauf erhält.

Zitat
Starsailor001
Ich denke Frau Merkel und ihre Regierung aus CDU und SPD begeht einige strukturelle Fehler, Deren Folgen wir in einigen Jahren zu spüren bekommen. Aber bis dahin ist zumindest SIE(Merkel) in sicherer Staatspension.
Die Neujahrsansprache von Merkel war von völliger Beratungsresistenz und Kritikunfähigkeit geprägt.Und genau diese Ansprache, war denke ich zumindest, der Anfang vom Ende ihrer Laufbahn.


Immerhin haben Merkel und die sie stützenden Parteien an die 67% der Wählerstimmen bekommen. Wer sie gewählt hat (oder durch Wahlenthaltung sie nicht verhindert hat), der soll sich bei Kritik doch zuerst mal an die eigenen Nase fassen! Die Folgen der Wohltaten bei der Rentenversicherung werden in einigen Jahren zu spüren sein - die junge Generation darf dann nämlich für die Alten der Babyboom-Jahre draufzahlen. Wenn man weder Steuern erhöht noch signifikante Einsparungen woanders im Haushalt vornimmt, dann fehlt es eben an Mitteln für Investitionen in die Infrastruktur. Sind die Wähler wirklich zu dumm für diese einfachen Zusammenhänge? Wenn nein, weshalb sind sie so bequem und fallen immer wieder auf solche Wahlversprechungen rein, um erst hinterher zu meckern?

In der Neujahrsansprache hat Merkel anders als sonst nicht unverbindlich taktiert, sondern ein klare Aussage gegen Pegida gemacht - "Folgen Sie denen nicht". Das stärkt der aufrechten, toleranten Mehrheit der Bevölkerung den Rücken, und ich hoffe sie bleibt konsequent bei dieser Linie! :spos:

73 de Uli

von ulionken - am 03.01.2015 15:22
Zitat

Woran machst Du denn die angebliche Angst und nicht vorhandene Souveränität im Umgang mit diesen Leuten fest?


Weil man an der neutralen Berichterstattung über die Bewegung seine Zweifel haben kann. Außerdem wurde ihr zuviel Gewicht eingeräumt, als ihr aufgrund ihres Zulaufs zustünde. Ich erwarte von den Medien im nicht-Kommentar Teil einfach mehr Gelassenheit und klare Berichterstattung von dem was ist, ohne gleich wertend zu werden. Das ist ein Grundproblem unserer Medien, siehe auch die Diskussionen um den Ukrainekonflikt. Es ist eine gewisse Voreingenommenheit. Auch wenn man aus nachvollziehbaren Gründen Pegida ablehnt, so soll man diese Bewegung doch erst mal unvoreingenommen beschreiben, und danach dann in Kommentaren bewerten und ggf. verurteilen.

Wenn die Politik "klare Kante" zeigt, ist das was anderes und auch berechtigt, denn Politiker sind eben nicht neutral. Die Bekämpfung von Pediga ist aber eben erst mal eine politische Aufgabe, und nicht der Medien.

Es müsste in Deutschland halt auch mal eine sachliche Diskussion darüber geben, ab wann man von Ressentiments spricht, und was noch berechtigte Kritik zum Beispiel an Teilen des Islams ist. Wenn man vollverschleierte Frauen nicht tolerieren möchte, ist das dann schon fremdenfeindlich oder nicht ? Nur als Beispiel. Die Diskussion darüber, und zwar in sachlicher Weise, so dass es hier zu einem mehrheitlichen gesamtgesellschaftlichen Konsens kommt, fehlt bisher.

von Terranus - am 03.01.2015 15:50
Zitat
Terranus
Es müsste in Deutschland halt auch mal eine sachliche Diskussion darüber geben, ab wann man von Ressentiments spricht, und was noch berechtigte Kritik zum Beispiel an Teilen des Islams ist. Wenn man vollverschleierte Frauen nicht tolerieren möchte, ist das dann schon fremdenfeindlich oder nicht ? Nur als Beispiel. Die Diskussion darüber, und zwar in sachlicher Weise, so dass es hier zu einem mehrheitlichen gesamtgesellschaftlichen Konsens kommt, fehlt bisher.

Noch mal Öl ins Feuer oder in die Pfanne :hot:
Oder wenn im Catering "Kantine" auf einmal und ohne jede Abstimmung Schweinefleischprodukte grundsätzlich nicht mehr angeboten wird. Beim "Veggie-Day" hat man sich immerhin noch den Aufschrei getraut. Einige fressen (wort-wörtlich) das dann ganz einfach in sich hinein, man muß ja schließlich nicht hingehen. Wie sieht es dann bei Schutzbeföhlenen aus? Z. B. wenn Kinder verköstigt werden. Auch das wäre zu klären. Am Essen scheiden sich bekannt die Geister.
Nein: Ich bin davon nicht betroffen. Und halten wir weiter fest: Ich bevorzuge einen Rinderbraten einen Schweinebraten :D . Auf meine Hausmacher Worscht "Presskopf" lasse ich natürlich nix kommen.

von Thomas (Metal) - am 03.01.2015 19:43
"nationalverblödete Vollidioten"

...nana das genzt ja fast schon an Ausgrenzung wie in einem totalitärem Staat"..Meinungsfreiheit und Meinungsäußerung in allen Ehren...ich denke auch PEGIDA ist eher bunt zusammengewürfelt...als rein RECHTS.Nach meinungsumfragen gibt es auch recht viele Anhänger der Linkspartei im Osten, die PEGIDA in irgendeiner Form etwas abgewinnen können.Das ist ein FAKT !Mit der alten rechten "Hammer-Haudrauf.Attitüde" wird man da nicht so arg weit kommen.....

@Alqi...also in allen Ehren, ich würde mir nie zutrauen alle Menschen pauschal über einen Kamm zu Scheren.Deswegen bin ich sehr reserviert, die Teilnehmer von Pegida-Demos..wie einst bei Aschenbrödel auszusortieren.

++++++
Ich finde auch , daß nicht alle männlichen Freiseure schwul sind....und nicht alle Frauen schlecht Auto fahren und nicht alle Pensionäre über 70 ..Gartenzwerge im Garten stehen haben.....UND das ist GUT, so! :-))


Und im Übrigen...@Alqi. Regine Hildebrandt mochte ich auch sehr, weil sie sich einmischte...und POSITIV aus der Partei SPD hervorstach...und immer um 3 Ecken gedacht hat,Partei für die Menschen ergriff, auch wenn es nicht der "politischen Norm" entsprach...was man bei Anderen bisweilen vergebens sucht. Regine konnte UNGERECHTIGKEIT und plumpes Gelaber... was nichts kostet... für den Tod nicht ausstehen!

von Starsailor001 - am 07.01.2015 21:09
Ohne die Vordisskusionen hier zu kennen bzw durchzulesen, fällt mir in letzter Zeit eine sehr starke Polarisierung der Gesellschaft auf und zwar in links und in rechts.

Was mir so in diversen Internetforen auffällt, zuerst in Österreich und nun mit dieser Bewegung auch in Österreich, dass man massiv gegen alles ist - und hier vor allem die "rechte" Seite. Obwohl in jeder Kritik bzw Unzufriedenheit immer etwas wahres steckt, so scheint mir dieser Protest auch sowas wie ein Ventil, den Frust "gegen die da oben" auszuleben. Egal ob in Österreich oder in Deutschland, scheinbar immer mehr anwachsend ist eine negative Grundeinstellung bei den Menschen, die Politik mache nichts, sie kümmere sich nur um ihre Probleme usw.. Besorgniserregend find ich nicht nur Pegida, sondern auch die Haltung vieler Menschen in der Ukraine-Krise, die einfach autoritäre Systeme unterstützt, ohne zu wissen, dass mit einem "starken An(führer)" gleichzeitig eine Aufgabe von Dingen, für die Europa jahrhundertelang gekämpft hat, etwa die Grundfreiheiten (Meinung, Religion), Säkularisierung und Demokratie, bedeutet.

Ich denke, egal ob in Deutschland oder in Österreich oder anderswo in West- Süd- und Ostmitteleuropa, wir sind priviligiert, hier leben zu können, wo innerhalb gesetzlicher Schranken jeder Mensch wenn er will alles erreichen kann und sein Leben führen kann, dass er will, egal welcher Religion, Weltanschauung, sexuelle Orientierung, politische Partei, Hautfarbe usw. er hat.
Dieses "Leb dein Leben wie du willst" ist etwas, wofür unsere Vorfahren lang kämpften müssen und wenn es etwas gibt, um das man innerhalb der EU kämpfen müsste, dann sind es diese Grundfreiheiten - egal ob es von religiösen Spinnern ausgeht, die ihre Religion missbrauchen, um sinnlos Menschen zu töten, nur weil sie nicht tolerant genug sind, dass andere anders über ihre Religion denken oder ob es jene sind, die alles in einem Topf werfen und mit Vorurteilen gleich eine ganze Religion verbieten wollen und zurück wollen in eine Zeit, in der man so leben musste, wie es einige wenige wollten - denn ob katholische Kirche, NS-Zeit oder die komm. Diktaturen in Ostmitteleuropa, sie alle wollten uns in der Vergangenheit auch in Europa ihre "Ideologie" einbringen.

Nennt mich nur leichtgläubig, aber ich vertraue in unsere Regierungen und in unsere Organisation namens EU, dass sie diese "Fundamente" verteidigt und ich glaube an eine gute Zukunft in Europa, einem Europa, wo jeder sein Leben leben kann, dass er will. Es ist heute bereits so, es gibt dennoch genug Diskriminierungen im Alltag, jedoch müssen wir unsere erstrittenten "Fundamente" auch verteidigen, indem man (vernünftig) wählt, sich aktiv beteiligt und darüber nachdenkt, dass der Islam immer schon ein Teil Europas war und ist (etwa in Bosnien/Herzegowina, 100 km entfernt von der Südgrenze Österreichs) und man Vorurteile und einen sinnlosen Hass gegenüber "Obrigkeiten" nicht einfach zusammenmixt, sondern einmal nachdenkt, welch Möglichkeiten einen dieses Europa bietet, die viele Menschen sonst nicht haben.

von RTL 102.5 Fan - am 07.01.2015 21:14
Zitat
Alqaszar
Es gibt keine "zwei Parteien". Es gibt die Pegida, und eine vielfältige und bunte Gegenbewegung, die sich aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammengefunden hat, um gegen die nationalverblödeten* Vollidioten** zu demonstrieren, die sich als "Pegida" bezeichnen und ihren dumpfen Hass verbreiten.


Verblendeter Unsinn !
Bei den Pegida-Anhängern gehen die Meinungen (auch) weit auseinander.Sicher gibt es da die Hohlköpfe vom rechten Rand.Das lässt sich bei einer öffentlichen Veranstaltung nicht vermeiden.

Die Mehrheit sind aber Menschen die mit offenen Augen durch die Welt gehen und begründete Angst vor einer bestimmten Sorte religiöser Extremisten haben.Ein Blick in die Nachrichten bestätigt diese Angst immer wieder eindrucksvoll.
Sein Unbehagen/Abneigung oder Angst gegen diese Sorte Menschen auszudrücken fällt unter die im Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit.Nicht mehr und nicht weniger.Da ist absolut nichts verwerfliches dabei.
Diese merkwürdige Allianz von Kanzlerin,Parteien,fast allen Medien,diversen Promis und bis zu den Chaoten am linken Rand sollte schon zu denken geben.

Eine neulich durchgeführte Umfrage ergab dass 75% der deutschen zumindest die Argumente von Pegida nachvollziehen können.

von UM74 - am 07.01.2015 21:39
Zitat
UM74
Zitat
Alqaszar
Es gibt keine "zwei Parteien". Es gibt die Pegida, und eine vielfältige und bunte Gegenbewegung, die sich aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammengefunden hat, um gegen die nationalverblödeten* Vollidioten** zu demonstrieren, die sich als "Pegida" bezeichnen und ihren dumpfen Hass verbreiten.


Verblendeter Unsinn !
Bei den Pegida-Anhängern gehen die Meinungen (auch) weit auseinander.Sicher gibt es da die Hohlköpfe vom rechten Rand.Das lässt sich bei einer öffentlichen Veranstaltung nicht vermeiden.

Die Mehrheit sind aber Menschen die mit offenen Augen durch die Welt gehen und begründete Angst vor einer bestimmten Sorte religiöser Extremisten haben.Ein Blick in die Nachrichten bestätigt diese Angst immer wieder eindrucksvoll.
Sein Unbehagen/Abneigung oder Angst gegen diese Sorte Menschen auszudrücken fällt unter die im Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit.Nicht mehr und nicht weniger.Da ist absolut nichts verwerfliches dabei.
Diese merkwürdige Allianz von Kanzlerin,Parteien,fast allen Medien,diversen Promis und bis zu den Chaoten am linken Rand sollte schon zu denken geben.

Eine neulich durchgeführte Umfrage ergab dass 75% der deutschen zumindest die Argumente von Pegida nachvollziehen können.

:sposs:

Mich wundert es ja das man das heutige Attentat in Paris hier nicht such noch der PEGIDA in die Schuhe schiebt

von Robert S. - am 07.01.2015 22:12
Mich wundert nicht, wenn dieser AfD-Abschaum sich politisch an den Terror hängt, wie es dieser Gauland es heute getan hat. Das ist charakterlich einfach nur unter aller Sau, und ich nehme mir deshalb auch heraus, diese Leute "über einen Kamm" zu scheren. Wer aus welchem Beweggrund und wegen welcher klein- oder großbürgerlichem Ressentiment nach Dresden fährt und diesen hinterfotzigen Lügnern hinterher rennt spielt keine Rolle. Es reicht, wenn man deren Transparente, Äußerungen und Gedankenwelt hört oder sieht. Da gibt es wenig Differnziertheit, aber viel Verschwörungstheorie und Paranoia.

Bei der NPD wusste man, da kommt jetzt der hässliche Deutsche. Die gaben sich mal bieder, mal radikal, letztlich aber haben sie nie eine wirkliche Masse hinter such versammeln können. Das ist bei Pegida und der ihr hinterherhechelnden AfD leider anders, weil es dank Lucke gelungen ist, sich eine bürgerliche Maske aufzusetzen. Der steht jetzt selbst vor dem Abschuss, und dann haben die Reaktionären, religiösen Fundamentalisten und Nationalisten freie Bahn.

Ja, wir haben Probleme mit einigen Einwanderern in Deutschland. Frankreich hat sogar größere. Aber wir haben jetzt zu den Problemen mit Ausländern auch noch welche mit Inländern. Das aber nach 70 Jahren deutscher Demokratie (zumindest im Westen) und 25 Jahre freier Wiedervereinigung. Kaum aber geht es mal nicht von Jahr zu Jahr immer besser wie bei Adenauer und Kohl, bekommt der deutsche Michel Muffensausen und keift um sich. Das alles gewürzt mit einer großen Prise Dumpfnationalismus und schon hat man 20.000 Leute auf der Straße.

Dass die nicht alle die gleichen Beweggründe haben, ist mir schon klar. Aber dass sie alle den selben Fehler machen, "wird man ja wohl noch sagen dürfen".

Apropos: Ich hab ja nichts gegen Deutsche, aber...

...wir können ja nächsten Montag mal nach Dresden fahren und die Leute fragen, was sie am meisten stört; ob "Überfremdung", "EU-Dikatur", "Chemtrails" oder die "BRD GmbH" das größte Problem sind. Muss man aber nicht, da reicht es, die einschlägigen Facebookseiten von AfD und Pegida zu durchstöbern. Ich empfehle nicht, das zu tun, sonst bekommt man das Kotzen. Fail.

Übrigens: Meinungsfreiheit bedeutet immer noch nicht, dass man für seine Ideen nicht kritisiert werden darf.

von Alqaszar - am 07.01.2015 22:43
Kaum schreibt man's: http://www.taz.de/Pegida-im-Gespraech/!152413/

Und was soll man jetzt mit den Informationen anfangen? "Es herrschten Ängste vor dem eigenen Abstieg, vor Überfremdung und einem radikalen Islam, aber auch gegenüber anderen weltpolitischen Entwicklungen." Ja, das ist verstädnlich, aber warum sind dann so viele auf nationalistischer Schiene unterwegs? Fordern einerseits mehr Staat, misstrauen diesem aber andererseits im gleichen Atemzug. Beklagen, dass sie sich nicht repräsentiert fühlen, sagen aber auch nicht klar, was sei stört -- außer natürlich die Flüchtlinge, denen es noch dreckiger geht als ihnen selbst.

Und nun? Syrer zurück ind en Bürgerkrieg schicken? Bringt auch nichts, denn die Angst herrscht vor "weltpolitischen Entwicklungen". Putin besetzt Teile anderer Länder und befeuert Bürgerkriege, ist aber Sympathien. Was denn jetzt?

Das "Band" ist offenbar die "Totalfrustration". dahinter weiß niemand, was ihn eigentlich wirklich stört, kann es offenbar auch nicht so formulieren, dass man es auch versthet, was denn jetzt das Kernproblem ist. Außer den Ausländern/Flüchtlingen/Muslimen, von denen es aber ausgerechnet in Dresden noch weniger gibt als im Rest der Republik.

Gut, das kann man jetzt "heterogen" nennen. Ich würde sagen, dass sie zwar alle frustriert sind, aber auch nur, weil keiner sie am Händchen nimmt und ihnen sagt, dass alles in Ordung ist und der Onkel Erich sich um alles kümmert.

von Alqaszar - am 07.01.2015 23:46
Aus der TAZ und dem ND von heute, die beide nicht im verdacht stehen Rechtspopulistisch zu schreiben.....


......
Marko Martin, 1989 aus der DDR in die Bundesrepublik gekommen, spricht über selbstgerechte westdeutsche Linke – und das Privileg, frei zu leben.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++

"TAZ:
Und Ihre Erfahrungen im Westen?

Martin:
Gute Erfahrungen gelebter Freiheit, freilich mit bis heute andauernder Verwunderung. Die Pegida-Narren von Dresden unterscheiden sich nämlich gar nicht so sehr von der selbstbezogenen Jammrigkeit eines westlich-linksbürgerlichen Milieus.

TAZ:
Das erläutern Sie uns bitte.

Martin:
Noch lebten wir damals von der Sozialhilfe, schon mussten wir von sensiblen Gomera-Fans erfahren, dass in der Bundesrepublik „soziale Kälte“ herrsche. Heute, nach vielen Reportagereisen in die Elendsgebiete dieser Welt, würde ich sagen: verwöhnte narzißtische Wohlstandsweiße, deren kritische Haltung nur Camouflage ist, um desto ungenierter über die eigenen Wehwehchen zu lamentieren. "

gesamter Artikel: http://www.taz.de/Schriftsteller-ueber-Pegida-und-Mauerfall/!152305/

++++++++++++++++++++

Unterdessen schlägt jetzt auch Verkehrsminister Dobrindt (CSU) im ND zurück.

Auf die Frage »Wenn Sie auf die Linken einhauen, wird alles gut?«

antwortete der CSU-Politiker mit einem Verweis auf Thüringen. Dass dort »ein Linkskommunist« Ministerpräsident geworden sei, habe »für Deutschlands Zukunft jedenfalls mehr Bedeutung als die Dresdner Pegida-Demonstranten«. Dobrindt nannte es die »wahre Richtungsentscheidung für 2017 im Bund, nämlich ob wir zur linken Republik werden mit Rot-Rot-Grün, oder ob die Union die Kraft findet, eine eigene Mehrheit zu haben.«

http://www.neues-deutschland.de/artikel/958032.wegen-pegida-dobrindt-macht-front-gegen-linke.html

von Starsailor001 - am 10.01.2015 10:29
Nachdem ich mir gestern das Positionspapier durchgelesen habe, war ich etwas verwundert.
(verlinken werde ich es nicht, aber es dürfte sicherlich leicht zu finden sein).
Es enthält 19 Punkte, meistens in Form von FÜR und GEGEN. Einige hätte ich darin überhaupt nicht erwartet (z.B. Gender Mainstreaming). Andere sind darin, denen man ohne weiteres zustimmen könnte (z.B. dezentrale menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen) - was bei einem populistischen Gemischwarenladen aber nicht weiter verwundert.

Allerdings: Pegida trägt die "Islamisierung" ja bereits im Namen, aber zum Grund-Thema steht fast überhaupt nichts im Papier. Nur 1x das Wort "Muslime" (Punkt 10), 2x "Sharia" sowie 1x diese "Friedensrichter" (Punkt 16). Alle anderen 17 Punkte des Papiers haben nur etwas mit den Themen Ausländer/Asyl und eben sogar "Gender Mainstreaming" zu tun...
Es wird auch durchgehend "Asylbewerber/Asylsuchender" geschrieben, niemals "Asylant" und enthält eine Abgrenzung "gegen polit./relig. Radikalismus".

Die Bezeichnung aller Pediga-Anhänger als Nazis war vielleicht nicht so verkehrt. Es scheint innerhalb der Pedigas JETZT so langsam eine Abgrenzung gegenüber einer Vereinnahmung durch genau diese stattzufinden. Was auch dringend notwendig ist. Das ist aber vielleicht auch nur dadurch in Gang gebracht worden, daß man eben alle Anhänger so bezeichnet hat. Sollte dieser Prozess erfolgreich sein, kann man das so nicht mehr machen...

Dazu lief mir gestern auch noch dieses über den Weg:
Zitat
Auszug aus einer
Pressemitteilung von PEGIDA NRW am 09.01.2015

Hiermit geben wir bekannt, dass sämtliche Veranstaltungen, die unter den Namen KÖGIDA, BOGIDA und DÜGIDA angemeldet und durchgeführt werden, keine PEGIDA-Kundgebungen mehr sind. Gegen den Willen der Organisation in Dresden und der Organisation vor Ort wurden diese Namen von der ehemaligen Mitorganisatorin Melanie Dittmer und Akteuren aus der Partei Pro NRW für ihre eigenen Zwecke gekapert. Die Partei bewirbt die Veranstaltungen auch massiv auf ihrer Internetpräsenz und stellt dies als Unterstützung für PEGIDA dar. Wir distanzieren uns auf das Schärfste von einer derartigen Vereinnahmung und dem schädlichen Versuch, Alleingänge solcher Art zu unternehmen.

Der Name PEGIDA NRW ist mittlerweile geschützt, um solche Aktionen in Zukunft zu vermeiden.

Die Seiten KÖGIDA und DÜGIDA werden demnächst gelöscht. Die Seite BOGIDA ist ebenfalls gekapert und transportiert keine von PEGIDA autorisierten Inhalte.


Wer ist Melanie Dittmer: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/bogida-initiatorin-dittmer-mit-brauner-vergangenheit-a-1009832.html

von iro - am 10.01.2015 16:15
Zitat
iro
Nachdem ich mir gestern das Positionspapier durchgelesen habe, war ich etwas verwundert.
(verlinken werde ich es nicht, aber es dürfte sicherlich leicht zu finden sein).
Es enthält 19 Punkte, meistens in Form von FÜR und GEGEN. Einige hätte ich darin überhaupt nicht erwartet (z.B. Gender Mainstreaming). Andere sind darin, denen man ohne weiteres zustimmen könnte (z.B. dezentrale menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen) - was bei einem populistischen Gemischwarenladen aber nicht weiter verwundert.

Aud diesem Grund halte ich die eigene Auseinandersetzung für richtig und wichtig. Was die taz diesbezüglich mit der Auskommentierung abgeliefert hat, den Link dazu setze ich nicht, ist ein klassisches Eigentor. Sicher damit kann man weder die Bewegung, noch die führenden Köpfe, noch die Hintergründe einschätzen. Es bleibt zu indifferent.
Die Gefahr liegt darin, daß solches, ich gehe da über PEGIDA hinaus, irgendwann als "ja die haben Recht oder zumindest ein Stück weit" ohne weitere Betrachung durchgeht, sobald Opferzahlen nah oder hoch genug sind.
Viel lieber wäre mir die bestehenden Parteien würden die Positionen diskutieren. Erklären, wo es bereits Gesetz ist. Darlegen wo es Gesetz ist und wo man trotzdem in der Praxis kaum durchkommt (z. B. nach meiner Ansicht sexuelle Selbstbestimmung im Islam und deren Familien). Oder auch einmal mehr sagt, daß hier selbst mit einer Grundgesetzänderung in D (Asylrecht, europaweites Asyl) man ohne eine EU-weite Einigung nichts erreichen kann. Stattdessen macht man mit der derzeitigen Behandlung dieser Belange lieber einen auf "billig". Ob das aufgehen kann? Oder auch in die Kategorie "Zündeln" fällt? Oder liegt es doch nur daran, daß man verpennt hat, vielleicht auch bewußt einfach aussitzen wollte und sich sehr wohl schon lange der Probleme bewußt ist?

von Thomas (Metal) - am 10.01.2015 22:25
Qoelle: Spiegel Online

Interne Facebook-Gruppe: Pegida-Anführer nutzen Hitler-Zitate und rassistische Parolen

Mitglieder des Pegida-Organisationsteams haben sich in internen Diskussionen offen ausländerfeindlich geäußert. Das belegen Protokolle aus ihrer geschlossenen Facebook-Gruppe, in die DER SPIEGEL Einblick nehmen konnte.

Organisatoren der islamfeindlichen Bewegung "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) haben von Beginn an rassistische Parolen und Hitler-Zitate eingesetzt, um Anhänger zu mobilisieren. Das berichtet DER SPIEGEL, der Einblick in eine geschlossene Facebook-Gruppe von Pegida nehmen konnte. (Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Siegfried Däbritz, der zum zehnköpfigen Organisationsteam von Pegida gehört, beschimpfte Muslime als "mohammedanische Kamelwämser" oder "Schluchtenscheißer". Über die Kurden, die sich dem Terror des "Islamischen Staates" widersetzen, schrieb er auf Facebook: "Sie sind genauso eine große Gefahr für das zivilisierte Europa / Deutschland wie alle anderen Strömungen innerhalb der Mohammedaner." Däbritz war zuvor Mitglied der FDP und saß in seiner Heimatstadt Meißen im Vorstand der Liberalen.
Thomas Tallacker, ebenfalls Mitglied im Organisationsteam, hetzte bereits im Sommer 2013 auf Facebook gegen Asylbewerber: "Was wollen wir mit dem zu 90 % ungebildeten Pack was hier nur Hartz 4 kassiert und unseren Sozialstaat ausblutet." Nach Berichten über eine Messerstecherei an einem Badesee mutmaßte er: "Bestimmt wieder ein in seiner Entwicklung gestörter oder halbverhungerter Ramadan Türke." Tallacker war Stadtrat der CDU in Meißen, bis ihn seine Partei dazu drängte, dieses Mandat niederzulegen. Däbritz und Tallacker wollten Anfragen des SPIEGEL nicht beantworten.

Wie die internen Facebook-Diskussionen zeigen, stritt die Gruppe in der Anfangszeit über ihren Namen. Ursprünglich sollte Pegida "Friedliche Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" heißen. Damit waren manche unzufrieden. Einer kritisierte: "Ich finde den Namen viel zu nett und gutmenschenfraktionskompatibel. Haben wir das nötig?? Warum muss unbedingt friedliebend rein? Europäer? Ich bin deutscher... NATIONAL ist das Wort."

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-anfuehrer-hitler-zitate-und-rassistische-parolen-a-1012208.html

von Noch'n Saarländer - am 10.01.2015 22:53
Tja, die Konservativen haben es vermasselt. Sie haben beispielsweise auch dafür gesorgt, dass es islamischen Religionsunterricht in den Schulen gibt.

Das alles scheint vordergündig der Integration zu dienen und ganz im Sinne der "Multikulti-Romantiker" sein.

Leider ist es genau andersherum. Hintergund ist ja genau das "christliche Abendland" und die nicht vollständig vollzogene Säkularität in der Bundesrepublik. Bisher war das kein großes Problem, weil die beiden großen Kirchen und die jüdscihen Gemeinden praktisch alles abdeckten, bis auf ein paar Sekten, die aber zahlenmäßig keine Rolle spielten.

So kam niemand auf die Idee, dass es auch Religionsunterricht für die Zeugen Jehovas oder die Altkatholiken geben müsste, weil das alleine zahlenmäßig nicjt praktikabel war.

Das bedeutete allerdings, dass im wesentlchen Katholische und Evangelische Kirche (letzere als EKD ja aien Verband nicht nur der evangelischen Landeskirchen, sondern auch der freikirchlichen Gemeinden)n praktisch alle Gläubigen abdeckte und so sicherstelle, dass der evangelische und katholische Kultus trotz der Religionsfreiheit eine praktisch privilegierte Stellung innehat.

Das kann man kritisieren oder gutheißen, jedenfalls hat das System bisher gut funktioniert, allerdings haben jetzt die Muslime zumindest stellenweise eine kritische Masse erreicht, die in bestimmten Stadtvierteln und damit auch Kindergärten und Schulen nicht mehr den Status einer Minderheit innehat.

Wenn dann von einem 90köpfigen Jahrgang 70 Schülerinnen und Schüler weder den katholischen noch evangelischen Reliunterricht besuchen, aber der Religionsunterricht Verfassungsrang besitzt (wie es z. B. hier in NRW der Fall ist) und damit sozusagen auch zum Recht wird, dann ist die nächste Schlussfolgerung entweder, das Fach Religion überkonfessionell zu gestalten oder eben islamischen religionsunterricht anzubieten.

Die beiden Kirchen wollten Ersteres unnedingt verhindern, also hat die Politik dem Wunsch entsprochen und den islamischen statt den überkonfessionellen Religionsunterricht eingeführt; außer in Brandenburg. Die Debatte ist damals anlässlich der brandenburgischen Entscheidung sehr heiß geführt worden (Untergang des christlichen Abendlandes! vs. Gottestaat!).

Nun gibt es islamischen Religionsunterricht, es gibt auch an den Universitäten, die entsprechende Lehrer ausbilden, die dann auch verbeamtet werden, so weit sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Das alles ist also nicht so schlecht, allerdings stellt sich immer auch die Frage, wie viel Kontrolle der Staat letztlich über die Vermittelten Inhalte hat. Die Klassentüre ist während des Unterrichts in der Regel geschlossen, und was dahinter abgeht, entscheidet alleine die Lehrperson.

Gleiches gilt auch für die Jungenbeschneidung: Hier war es selbstverstädnlich den jüdischen religionszugehörigen erluabt, ihre Jungen zu beschneiden. Nun kann man den Muslimen dieses Recht nicht verwehren -- außer, man verbietet die Praxis ganz. Das Thema ist also nicht ganz so einfach.

Ich persönlich begrüße also einerseits die Tatsache, dass es nun auch islamischen Religionsunterricht an Schulen gibt. Das kann der Inegration dienen. Es kann aber auch nach hinten losgehen, das Risiko ist nicht gleich null, wenn auch unwahrscheinlich. da der Islam keine homogene Religion ist, bleibt die Bandbreite eben groß.

Sinnvoller wäre meines erachtens die Einführung eines überkonfessionellesn religionsunterrichtes gewesen, der auch verpflichten für alle ist. In Brandenburg heißt das fach: "Lebensgestaltung - Thik - Religion".

Die oeben geschilderte Situation ist nun wieder 15 jahre her. Ich frage mich, ob es inzwischen nicht auch von Seiten der Kirche einen anderen Blickwinkel gibt als damals. Schön wäre es jedenfalls.

von Alqaszar - am 11.01.2015 00:49
Ethik... ;)

Mit Nachbarn kam letztens die Diskussion auf, was denn wohl die Lerninhalte seien. Zu meinem Erstaunen setzte sich die Klasse der Tochter eines Nachbarn auf eigenen Wunsch laengere Zeit mit dem Heimatbegriff auseinander. Zeit und Raum fuer Diskussionen, die auch aktuelle Geschehnisse nicht ausschliessen sollen, scheint recht ueppig einkalkuliert zu sein. Die genannte Heimatdiskussion brachte dann die hitzige Debatte, was ein Fluechtling, ein Asylbewerber und ein sich im Ausland illegal aufhaltender Mensch wohl als ihre Heimat betrachten wuerden. Diese Frage wurde im Rahmen eines Projekttages in einer Unterkunft diskutiert, in der Fluechtlinge mit Heimkehrabsicht und Asylbewerber/Einwanderer untergebracht sind. Die Gruppe der "Illegalen" konnte nicht befragt werden.

Die gaengigen Weltreligionen sind auch Thema, alle werden hinsichtlich ihrer Entstehung, ihrer Inhalte und der fuer die ganze Geschichte wichtigen Personen beleuchtet.

Ich halte es eigentlich fuer angebracht, diese Thematik bereits in die ersten Schuljahre zu verschieben und damit jedem Einfluss spaeterer Religionserziehung zuvor zu kommen. Sowas sollte Lerninhalt noch lange vor einem einer eindeutigen Religion zugehoerigen Religionsunterricht sein! Jede Religion hat ihre positiven Wirkungen auf ihre Anhaenger, zugleich hat jede auch ihre dunkle Seite. Und: Es wird zu wenig auf jene eingegangen, die sich zu keinem Glauben bzw. zu dunklen Maechten hingezogen fuehlen.

von PowerAM - am 11.01.2015 09:43
Das Rahmenprogramm gestern war sicherlich das Zugpferd, das die hohe Besucherresonanz ueberhaupt erst ermoeglicht hat. Ich waere auch hingegangen, wenn es in meiner Heimat eine aehnliche Veranstaltung mit Unterhaltungsprogramm als Hauptbestandteil gegeben haette. Insofern wuerde ich nicht davon ausgehen, dass alle Besucher aus vollster Ueberzeugung da gewesen sind. Die Ablehner dieser Veranstaltung werden gestern dafuer die Einzigen gewesen sein, die vollkommen ehrlich in ihren Aeusserungen waren.

Dass man Angestellten der Stadt bzw. des Freistaats die Teilnahme auf die Arbeitszeit anrechnen will, das habe ich auch gehoert. Berechtigt ist das bei jenen, die dort dienstlich eingesetzt waren, schliesslich waren Stadt und Land Veranststalter.

Alles darueber hinaus wuerde ich als "gekaufte Teilnehmer" sehen. Wir hatten das hier mal, z. B. gab es am 1. Mai stets eine Teilnahmeverpflichtung an den Kundgebungen. Betriebe und Einrichtungen sahen es als selbstverstaendliche Verpflichtung, dass ihre Angehoerigen daran teilnahmen. Wer es nicht tat, der brauchte schon eine gute Ausrede! Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es zumindest in meiner Heimat dann den geselligen Teil, an dem nach Lust und Laune teilgenommen werden konnte. Hier gab es neben Kinderbespassung noch Gegrilltes und reichlich Alkoholika fuer die Erwachsenen. Nach dem "Tanz in den Mai" am Vorabend des 1. Mai wurden viele ueber den Tag sowieso nicht wieder nuechtern. Aehnlich umfangreich wurde oeffentlich hier sonst nur zum Fastnachtsumzug und dem abendlichen Fastnachtsball gesoffen.

von PowerAM - am 11.01.2015 15:03
Zitat
Japhi
Zitat

Sinnvoller wäre meines erachtens die Einführung eines überkonfessionellesn religionsunterrichtes gewesen, der auch verpflichten für alle ist. In Brandenburg heißt das fach: "Lebensgestaltung - Thik - Religion".


:spos:
Das würde evtl. mehr Toleranz und Verständnis auf allen Seiten bringen und Radikalisierung wenigstens etwas entgegenstellen.

Auch von mir :spos: :spos:
Und, wie ich erleben konnte, sind beim katholischen Reglionsunterricht nicht zwingend verbeamtete Lehrer im Dienst. Manche Inhalte davon würde ich heute höflich als fraglich umschreiben. Auch die, wenn ich damit schon angefangen habe, "sexuelle Seblstbestimmung" ist da mindestens eingeschränkt. Schlimmer noch: Offensichtlich galt da dann das eigene Gewissen nicht und mußte zurückstehen. Belegbarkeit anhand von Quellen bei Nachfrage? ...natürlich nicht! Das ist so! Wie kommen Schüler darauf dies auch zu hinterfragen ;-) .
=> Leute, dieses Theater sollte man lieber lassen und sich nicht dahinter verstecken was das angeblich doch so alles Gutes bringt.
Ja, da brauch Reinald Grebe Brandenburg nicht in Molltönen erklingen zu lassen.

von Thomas (Metal) - am 12.01.2015 07:33
Jwe länger man das beobachtet, desto mehr wird ein Unterschied zwischen der "originalen" Pegida in Dreseden und den anderen "-gidas" deutlich. In Düsseldorf ist mir das am Montag besonders aufgefallen. Dort sind es wenige, dafür aber knallharte Neonazis. Die schaffen es als Trittbrettfahrer aber offenbar nicht, diese breite Unterstützung aus den rechtsoffenen, aber bürgerlichen Kreisen zu generieren.

Das macht jetzt die Dresdner Pegida nicht harmloser, weil auch bei dort offenbar ein harter Kern von kriminellen und vorbestraften Rechtesxtremen vorhanden ist, welcher die giftigen Parolen vor der tumben Masse verbreiten.

Aber die Zivilgesellschaft ist aufgewacht. Eben nicht nur in den Medien, sondern ganz konkret auf der Straße gibt es eine zahlenmäßig udn intelektuell deutlich überlegene Gegenbewegung, die sich aus so gut wie allen Schichten der Gesellschaft speist.

Das zeigt auch, dass es zwar nicht wenige gibt, die sich in diesem braunen Sumpf irgendwo zwischen Chemtrails und Querfont bewegen, diese aber immer noch nicht die Mehrheit stellen und vor allem nicht ohne Weiteres die breite Mitte der Gesellschaft so überollen können.

Nicht zuletzt ost die Paranoia-Parole "Lügenpresse" deshlab zum Unwort des Jahres gekürt worden. Nicht von der Presse, sondern von Sprachwissenschaftlern.

von Alqaszar - am 13.01.2015 21:53
......Deshalb müssen wir aber auch immer wieder fragen: Wo hört Toleranz auf und wo fängt Beliebigkeit an?

Ein Beispiel: Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wir ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.

Und ein weiteres Beispiel: Beim Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hätte ich mir mehr gewünscht als das Zurückziehen auf die Neutralität gegenüber den Religionen.

Ich wende mich gegen solche Beliebigkeit. Wir sagen: Es kann doch nicht sein, dass die christlichen Symbole bei uns keinen Platz in den Schulen haben und das Tragen eines Kopftuches durch Gesetz verboten werden muss. Das werden wir ändern......

Dr. Angela-Merkels Rede am CDU-Parteitag v. 1. Dez. 2003 (damals Vorsitzende der CDU): http://www.zeit.de/reden/deutsche_innenpolitik/200349_merkelcduparteitag (Seite 12)

von Harald Z - am 15.01.2015 09:59
Zitat
DH0GHU
@fatal error: Das Positionspapier ist das Eine, das, was PEGIDA-Organisatoren "off the records" äußern und wer da so zum Teil AUCH mitmarschiert, das Andere.

In gleicher Weise hätte man aber auch vor gut 30 Jahren Umweltschutzbefürwortern die bei den Grünen mitgelaufen sind eine Nähe zur RAF nachsagen können.
Wie schon gesagt: Die Inhalte sind entscheident. Wer diese Vorträgt ändert sich über die Zeit. Manch merkwürdige Gestalten sind auch dabei. Immer.
Ich habe hier allerdings die Befürchtung, daß sich nichts ändern wird. Es verpufft. Jegliche Vergleiche mit der DDR 1989 sind nach meiner Meinung doch sehr weit hergeholt. Schon alleine weil das Volk viel zu satt ist. Da ist kein großer Stachel wie damals, soweit ich das als Wessi mich zu beurteilen traue. Und um nochmals auf die Umwelt zu sprechen zu kommen: Der Ausstieg aus der Kernkraft kam auch erst durch den GAU in Fukushima und den anstehenden Wahlen. Viel anders dürfte es hier auch nicht laufen. Um klarzustellen: Nein, ich wünsche mir analog dazu auf gar keinen Fall einen Anschlag oder ähnliches damit man aufwacht. Jegliche Handlung dann sind eben auch nicht mehr rational geprägt. Das ist dann wohl die die CSU mit der Vorratsdatenspeicherung derzeit. Bayern3 hat da gut gestern festgestellt: Das scheint eine Karikatur der CSU zu sein. Schließlich ist diese verfassungswidrig und wurde auch durch die EU gerügt.

von Thomas (Metal) - am 15.01.2015 10:22
MDR.de zur PEGIDA-Studie der TU Dresden mit weiteren Fakten:



http://www.mdr.de/sachsen/pegida-studie-tu-dresden100.html





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Zumindest scheint der Terrorakt von Paris bei unseren Politikern schon wieder reflexartige Handlungen
auszulösen, als wäre er denen "gerade Recht gekommen".

Thema: "Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung"...also Alles über Jeden wird gesammelt, weil es besteht ja Generalverdacht gegenüber dem mündigen Bürger.
In der DDR gab es IM`s informelle Mitarbeiter heute haben wir eben V-Leute.
Da wären wir ja dann wieder FAST bei Stasi 2.0.
GANZ TOLL.Gratulation Frau Merkel bei ihrer Arbeit an der Beschneidung grundlegender Bürgerrechte und Freiheiten.

Und mit dem Thema von Schiedsgerichten als Paralleluniversum in der justiziaren Rechtssprechung neben eigentlichen Gerichten etwa beim Sport oder TTIP-Freihandelsabkommen ist sowieso ein Fall für sich.Überhaupt auf so eine Idee zu kommen. Wie der Fall von Claudia Pechstein zeigt ist dies wohl erst Recht jetzt .....rechtlich mehr als fragwürdig!

Ich halte es für unfair auf Menschen vorurteilshaft einzuprügeln. Seien es Asylbewerber,Linke Demonstranten oder Pegidaanhänger.Man sollte aufhören, wenn irgendwo eine DEMO in Deutschland stattfindet deren Teilnehmer als Rechtsradikale oder als linken autonomen Block gleich zu verurteilen OHNE überhaupt sich mit den Problemen der Menschen und warum sie auf die Straße gingen zu befassen.


+++++

Etwas nebenbei:
Das DDR Regime bezeichnete im September/Oktober 1989 die Demonstranten in Leipzig und co. auch plump als Radikale und Randalierer.Das war ein großer Fehler.Den Dialog suchte das damalige Regime NIE und begnügte sich mit abwiegeln,Schönwetterparolen und purem Schlechtreden der Bürger, die auf die Straße gingen.

Chronik der Wende: https://www.youtube.com/watch?v=n5GrtTbzIPw
ZDF HEUTE 7.10.1989: https://www.youtube.com/watch?v=eh3A1_FnqHc

von Starsailor001 - am 15.01.2015 18:56
Meine Meinung über die Pegida und die AfD habe ich ja bereits deutlich gemacht.

Allerdings hat die Absage der Pegida-Demo am Montag einen sehr bitteren Beigeschmack.

Denn:

"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."

Das Zitat stammt von Voltaire, dem bedeutensten Aufklärer aus dem 18. Jahrhundert. Dem ist es im Wesentlichen zu verdanken, wenn wir heute mit Abscheu auf Interpretation von Religion schauen, die nur zur Rechtfertigung von sinnloser Gewalt dient.

Daher ist die Versammlungsfreiheit ein hohes Gut, das unter allen Umständen Vorrang haben muss!

Ich möchte der sächsischen Polizei nichts unterstellen. Aber leider gibt es dort immer wieder solche Merkwürdigkeiten, die oft an der rechtsstaatlichkeit des Vorgehens Zweifel aufkommen lassen muss.

Die zahlreichen Verschwörungstheoretiker, die auf den -gida-Ablegern bundesweit immer ihre Zettelchen verteilen bringt das nur unnötig Futter.

Andererseits ist die Polizei letztlich auch für die Sicherheit verantwortlich.

Nächsten Montag sollen die Demo (und natürlich auch die Gegendemo) wieder stattfinden.

Zalenmäßig sind die Gegendemos außer in Dresden ja inzwischen stärker, was auch daran liegen mag, dass -- wie ich selbst in Düsseldorf beobachten konnte -- hier ganz klare Neonazis die Initiatoren sind, mit denen sich nicht einmal die AfD gemein machen möchte, und auch nicht die "besorgten Bürger". Um es klar zu sagen: Da sind Typen dabei, die sind bei der NPD rausgeflogen, weil die zu radikal waren. In Köln ist es ganz ähnlich gewesen, da sind ein paar stadtbekannte "Echtnazis" im Wesentlichen die Anmelder. Dresden scheint mir aber zu groß, um da eine pauschale Aussage zu machen, auch wenn man immer wieder von dort anwesenden Exponenten der braunen Szene liest. Letztlich aber ist die Struktur der Mehrheit dort leidglich rechtsoffen, mit einem verfestigt fremdenfeindlichen Weltbild. Nun ja, das heißt ja nicht umsonst "Tal der Ahnungslosen", allein am über Jahrzehnten währenden, fehlenden Westempfang kann es nicht liegen. Trotzdem eine gefährliche Mischung.

Und das unser Robert ein "kleiner Brauner" ist, wissen wir und haben es zur Kenntnis genommen. Für entsprechende Ausfälle hat er sich entschuldigt. Ansonsten gilt Voltaire.

von Alqaszar - am 20.01.2015 22:31
Zitat
Habakukk
Bis zum St.Nimmerleinstag montags in Dresden rumlaufen, kann es ja irgendwo auch nicht sein.

Genauso sehe ich das auch. Deswegen finde ich es prinzipiell sehr gut, dass sich ehemalige Bürgerrechtler auch mit Leuten von der Pegida zusammensetzen wollen um zu ergründen, was eigentlich die echten Hintergründe sind. So kann man den falschen Leuten den Wind aus den Segeln nehmen. Das ist sehr gut und somit der richtige Ansatz. Mir fällt in diesem Zusammenhang aber immer auf, dass sehr ablehnend gegen die Demonstranten gesprochen wird. Das finde ich falsch, denn die Demonstranten sind Teil der Bevölkerung. Da kann man rummaulen wie man will, aber das ist Tatsache.
Unser gesamtes demokratisches System, vor allem die Verfassung bzw. das in eine Verfassung noch zu überführende Grundgesetz baut auf der Tatsache auf, dass die gesamte Bevölkerung des Staates diese Verfassung annimmt und akzeptiert. Wenn allerdings immer mehr Menschen Probleme mit oder eine Ablehnung gegenüber diesem Grundgesetz haben, dann fällt das gesamte System in sich zusammen. Denn ein System kann nur von den Menschen mit Leben ge- und erfüllt werden. Es lässt sich nicht durchsetzen wenn sich keiner daran hält. Und wenn ein größerer Teil sich jeden Montag auf die Straße bei Wind und Wetter bewegt, dann haben diese Menschen starke Probleme und Interesse daran, dass sich etwas ändert. Und nachdem alle sehen, dass eine freie Meinungsäußerung auch sehr viel Gegenwind von anderen Meinungen bekommt (was für die Demokratie spricht) und dennoch diese Menschen auf die Straße gehen, kann man von der allgemeinen Logik davon ausgehen, dass eine größere Anzahl an Menschen nicht die Kraft und den Mut besitzt sich dort zu zeigen. Also ein deutlich höherer Anteil an Sympathisanten existieren wird. Der Anteil an Mitläufern ist prozentual dort höher wo sowieso mehr Leute schon auf der Straße sind, denn der einzelne fällt da weniger auf. Das ist ein bekanntes Phänomen: Wenn eine kritische Schwelle überschritten wird, dann wird das ein Selbstläufer aus u.a. genau diesem Grund. Ich denke auch deswegen hatte zu Beginn eine große Aufregung mit Entstehen der Pegida-Bewegung eingesetzt, denn normal waren die überempfindlichen hektischen Reaktionen zu Beginn in meinen Augen nicht, das wirkte alles sehr nach Hühnerhaufen. Mir deutet das auf eine gewisse Angst vor dem Übergreifen latent vorhandener Meinungen seitens der Politik hin. Von daher finde ich es auch immer wieder beschämend, wie abfällig und arrogant sich einige Politiker zum Beispiel über die bloße Gesprächsbereitschaft gegenüber diesen Menschen äußern. So treibt man die Leute noch mehr in die falschen Hände. Und echte Toleranz sieht wahrlich anders aus. Nach Wahlen wird regelmäßig darüber gejammert, dass man die Nichtwähler nicht mehr erreichen könne und man sich endlich um diese Gruppe bemühe. Kann man davon ausgehen, dass ein Großteil der Demonstraten evtl. zu den Nichtwähler gehört? Ich denke ja. Von daher muss(!) jeder Poliktiker daran interessiert sein die Hintergründe zu ergründen und so unsere Demokratie zu festigen. Alles andere ist Wunschdenken und Kopf in den Sand stecken. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Pegida und die zahlreichen Gegendemonstrationen nehme ich interessiert war. Angst und Sorge machen mir diese (sowohl Pegda als auch Gegendemonstration) an sich nicht. Angst und Sorge bereitet mir eher der kopflose, unprofessionelle und schlußendlich undemokratische Umgang mit differenzierenden Meinungen seitens der Politik. Demokratie muss man leben, einen Austausch fördern. Alles andere ist nur eine leere Hülle. Auf Dauer geht ein solches "Hüllen"-System kaputt. Von daher hoffe ich, dass zum Beispiel die Bürgerrechtler einen Zugang zu einem Großteil der Demonstranten finden.
Um mal in die nähere Geschichte und Richtung zu gucken: Die SED wollte auch nicht verhandeln und nur einfach weitermachen. Das Ergebnis sieht man. Denken und Fühlen kann man nicht dadurch verändern, dass man es unterdrückt, ignoriert oder verunglimpft. Man muss es gestalten und die Menschen da abholen wo sie sind.

Zitat
Noch'n Saarländer
Sei lieber ganz, ganz klein:
Da war doch mal was

Mal ehrlich: Geht's noch? Sowas habe ich noch nicht gesehen, das ist ja völlig daneben. Ich kannte den Vorfall überhaupt nicht, mich interessiert so 'n Käse auch gar nicht. Aber wenn ich so den Link drüberlese sehe ich, dass sich jemand daneben benommen hat und den Mut bewiesen hat zu sagen, dass er "Scheiße" gebaut hat. Das ist charakterlich eher ganz, ganz groß! Und ganz ehrlich, wer selbst groß sein will macht andere klein. Jedenfalls versucht er es. Vielleicht solltest du dich mal für die ganzen Entgleisungen entschuldigen? Sowas zeigt Größe. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, ist Roberts Thema.

von Jens1978 - am 20.01.2015 22:48
Zitat
Habakukk
Gestern bei "Guenter Jauch" war ja zum ersten mal jemand von der Pegida im Fernsehen. Die Frau wirkte aber alles andere als "kompetent", und die Typen, die ihr da im Publikum - meist alleine - Beifall geklatscht haben, waren schon vom Optischen her genau solche Leute, mit denen man nichts zu tun haben will. Da fehlten nur noch die entsprechenden Symbole. Oder hab ich die nur nicht gesehen?

Haben die niemand besseres gefunden? Ach und nett, dass von der AfD nun auch mal andere als der Lucke ran duerfen. Besser macht es das aber auch nicht. Schleimig und anbiedernd wie gewohnt.

Gesehen habe ich die Sendung nicht, aber Ausschnitte habe ich gehört (ist wahrscheinlich auch besser wenn ich das so lese). Allerdings wirkten die Äußerungen der Frau in der Tat ziemlich, naja, einfach gestrickt und wenn jemand von Paragrafen beim Grundgesetz anfängt, auf welches er sich bezieht, dann zeigt mir das, dass sich die Person eigentlich gar nicht mit den Artikeln des Grundgesetzes auskennt (es hat somit keine Paragrafen). Aber ich weiß nicht welchen Hintergrund die Frau hat. Wie gesagt, es sollte sich insgesamt mit der Gruppe auseinandergesetzt werden und konstruktiv, so dass dieses Phänomen bald überflüssig wird und somit wieder verschwinden kann.

Zitat
Alqaszar
"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."

Der Grundstein der Demokratie :spos:

von Jens1978 - am 20.01.2015 22:58
Zitat
Alqaszar
Das beweist: Die Bösen sind die Linken, die Guten die Rechten! Dabke für den Hinqweis, ich werde mir das aufschreiben, damit ich das nicht vergesse.


Nein, das beweist, das man nicht vorveruteilen soll (denke das weißt du sehr genau). Da hilft auch keine Polemik. Ihr vorverurteilt andere (alle Pegida-Leute sind blöd), weil diese vorverurteilen (Alles Kriminelle). Eines der großen Verdienste der Demokratie in einem Rechtsstaat ist die Unschuldsvermutung, übrigens auch verankert im Grundgesetz. Im Endeffekt, so ehrlich muss man einfach sein, ist diese Art der Kommunikation genauso daneben, wie die, die ihr beschimpft.
Zum Beispiel auch hier:

Zitat
Noch'n Saarländer
Das Pegida-Gesindel disqualifiziert sich immer mehr selbst.

http://www.tagesspiegel.de/politik/pegida-chef-lutz-bachmann-fluechtlinge-bei-facebook-als-viehzeug-bezeichnet/11252882.html


Kann man Personen ernst nehmen, welche andere als Gesindel bezeichnen, weil diese wiederum Viehzeug zu wiederum anderen gesagt haben? Ich kann es nicht, denn das ist genau gleich. Es wird genau das gemacht, was anderen vorgehalten wird: Eine Bevölkerungsgruppe wird beleidigt, es wird verallgemeinert und versucht die Meinung zu unterdrücken. Die einen sind links, die anderen rechts. Beides ist mehr als grenzwertig und nicht hinzunehmen.
Wie oben bereits geschrieben: Das bloße leugnen und ignorieren, unterdrücken, verunglimpfen von anderen Meinungen hat noch nie(!!) funktioniert. Auch im dritten Reich gab es Personen die gegen das System waren und die Zustände angeprangert haben. Bekanntermaßen wurden diese unterdrückt, bis es nicht mehr ging weil es zu spät war. In der DDR gab es auch eine große Anzahl an Personen, die gegen das System waren. Auch die wurden unterdrückt bis zu spät war. Man kann noch mehr Beispiele aufführen.
Man muss die Sorgen der Personen ernstnehmen und versuchen die Probleme zu erkennen und zu lösen. Auch ich sehe, dass es bei Pegida eine Anzahl an nicht verfassungskonformen Personen gibt. Diese sollte man in der Tat entsprechend behandeln. Aber nur zu denken das alle so seien und das damit einfach abzutun und wegzuschieben ist zu einfach und zu naiv. Eine große Anzahl wird einfach die Chance nutzen/genutzt haben sich zu artikulieren. Nicht jeder hat einen Hochschulabschluss und kann das in einer passenden Art und Weise bewerkstelligen, teilweise wird da auch viel Resignation im Spiel sein. Und wenn man das nicht versteht und diese Leute nicht wieder zurückholt, wird die Zahl derer nur größer, die Probleme haben und dann da mitlaufen. Und wenn nicht bei Pegida dann woanders. Zu glauben, dass wenn Pegida weg ist die Probleme ohne etwas zu tun gelöst sind ist ein Trugschluss, das Selbstbetrug und Scheinruhe/-frieden. Wenn man es aber schafft die Leute ernstzunehmen, dann löst sich sowas von ganz alleine wieder auf. Ich will jedenfalls solche Demonstrationen nicht dauerhaft haben. Doch dafür muss man etwas tun. Kindliches "ihr seid doch alle blöd" ist mir jedenfalls zu einfach und hilft nicht. Demokratie ist nicht nur dann gut, so lange sie die eigenen Interessen fördert. Das sollte man nicht nur als leere Floskel dahersagen sondern auch leben! Ich bin froh in einer Demokratie zu leben und möchte das es so bleibt.

von Jens1978 - am 23.01.2015 09:07
Wenn der Gabriel Bundeskanzler wird, überlege ich mir, auszuwandern!

Zitat
_SOLAR MAX_
Zitat: Wenn ich lese wie teilweise Anhänger der ganzen *GIDAs von Gegendemonstranten beschimpft, beleidigt, bespuckt (!) und zum Teil mit Schlägen bedroht werden oder wie beim Fall Khaled B. gleich von allen ein rechtsextremistischer Hintergrund unterstellt wurde, dann gibt es in Reihen der Gegendemonstranten aber auch etliche nicht hinnehmbare Mißstände.

Ist es nicht gerade umgekehrt?
Im Fernsehen war zu sehen, wie eine Frau mit Schirmstock auf einen Kameramann einschlägt.
Es wurde berichtet, dass erkennbare Ausländer in Dresden seit den PEGIDA-Umzügen häufig angepöbelt und bespuckt werden. Nach einer PEGIDA-Demo wurde ein migrantisches Mädchen verprügelt. Die Polizei wollte keine Anzeige aufnehmen und meinte, das Mädchen hätte sich die Verletzungen selber beigebracht. Usw.......mehr will gar nicht schreiben, das könnte sonst sehr lang werden.


Man kann nicht das eine gegen das andere aufrechnen oder nur schwarz und weiß sehen. Da laufen zigtausende Menschen rum. Ob Pegida-Anhänger oder Gegendemonstranten: auf beiden Seiten gibt es vernünftige Menschen und Idioten. Wieviele von welcher Sorte wo, sei mal dahin gestellt. Die Menschen auf beiden Seiten jeweils alle in den gleichen Topf zu werfen, halte ich nach wie vor für gefährlich. Damit löst man keine Probleme!

von Habakukk - am 25.01.2015 10:55
Das ist wirklich widerlich wie die NPD darauf anspringt. War aber zu befürchten, dass das früher oder später passiert. Deswegen sollte man schleunigst mit den normalen Demonstranten den Austausch suchen/beginnen, so dass die Aktion schnell wieder abklingt. Anscheinend wissen viele keinen anderen Ausweg als da mitzulaufen, dass ist meine Vermutung. Das zeigt auch ein Beitrag, der im heute-Journal lief. Das waren völlig normale Leute, einer davon hat unter anderem sogar Briefe an De Maziere geschrieben usw., aber nie eine Antwort erhalten. Das waren keine Rechtsextremen, das erwähnte sogar der Redakteur in dem Beitrag. Die Verzweifelung kann ich da gut nachvollziehen. Das ist aber genau das, was ich oben schon mehrfach geschrieben habe: Wenn man nicht frühzeitig auf die Leute eingeht und sie ernstnimmt, nimmt das unter Umständen einen ganz anderen Lauf; meist keinen guten. Die Leute haben Probleme, durch ignorieren oder wegdrücken löst man keine Probleme. Das ist eine Binsenweisheit, dennoch anscheinend nicht so beliebt, da nicht der einfachste Weg. Das gleiche Phänomen sieht man auch bei den Islamisten-Terroristen, die wurden meist auch "fallen" gelassen bzw. wurden meist ausgegrenzt und waren quasi ziellos. Das Resultat sieht man dann. Man muss sich eher fragen, was läuft mittlerweile alles schief, als dass normale Menschen keine andere Möglichkeit mehr sehen als jeden Strohhalm zu nehmen den sie bekommen. Warum hält nicht die normale Gesellschaft den Strohhalm diesen Leuten hin sondern stößt sie weg? Ich finde die Denke falsch, da es nichts verbessert. Das ist ein Gesellschafts- und auch Politikproblem meiner Ansicht nach. Man darf Menschen nicht in Schubladen stecken, man muss Menschen aus Schubladen rausholen und zwar durch Taten nicht durch "quatschen"! Einige hier im Forum machen das aber ganz genauso und genau das ist das eigentliche Problem, denn es hilft genau denen, die wir alle nicht wollen, z.B. die NPD. Das ist Kollektiv(Sippen-)haft und wurde auch im dritten Reich gemacht. Tolles Vorbild?
Eine Frage, wo ist der Unterschied zwischen:
1. Terroristen = Moslems => alle Moslems = Terroristen
und
2. Rechtsextreme = Pegida-Demonstranten => Alle Pegida-Demonstranten = Rechtsxtreme
Zur Info: Es gibt keinen! Beides Blödsinn!

von Jens1978 - am 26.01.2015 20:59
Zum Glück gibt es sie schon, die vernünftig denkenden Menschen, nur sind diese meist sehr ruhig oder werden von diesen randalierenden Heinis weggedrückt. Das mit der zunehmenden Polarisierung sehe ich aber auch so, allerdings trifft das anscheinend auf alle Gruppen zu. Denn das begegnet einem irgendwie immer und überall (rechts, links, oben, unten) in der Gesellschaft. Demzufolge müsste man von einem Multiplikationsfaktor ausgehen, der alle Bereiche/Schichten gleichmäßig trifft. Das ist schwer einzuschätzen. Mir fällt da spontan nur die seit Jahren/Jahrzehnten sich nahezu weltweit zuspitzende Wirtschaftslage ein. Aber vllt. gibt es auch was anderes. Aber es muss ein oder müssen mehrere aber alle Bereiche umfassende(r) Faktor(en) sein.

Zu den Prügelattacken von gestern auf ein WDR Team: Hab mal anderes von der anderen Seite gefunden. Zum Thema anderes Pack (20.1.2015):
http://www.welt.de/regionales/nrw/article136549349/Vier-Polizisten-in-Duisburg-verletzt.html

Nachhauseweg (17.12.2014)
https://mopo24.de/nachrichten/pruegelei-nach-pegida-demonstration-3173

Und damit hast du völlig recht, Bolivar DiGriz:
Zitat
Bolivar diGriz
[...] Mit freier Meinungsäußerung hat das jedenfalls nichts mehr zu tun, was diese Asozialen da abziehen.


Sowohl rechts- als auch linksextreme Auswüchse sind durch nichts gerechtfertig und sind strafbare Handlungen die auch verfolgt gehören, denn sie schaden in ihrer Gesamtheit der Demokratie.

Das könnte dabei auch interessant sein (Achtung, politische Bildung):
http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33591/definitionen-und-probleme?p=all

http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33589/rechts-und-linksextremismus-islamismus

von Jens1978 - am 27.01.2015 12:39
Sigmar Gabriel war bei Pegida. Jetzt lösen die sich auf. Der Mann kriegt auch alles kaputt.

Ernsthaft frage ich mich aber, ob Pegida nicht auch eine Folge der Schröder-Politik ist. Egeal wie man es dreht und wendet: Pegida ist ein Ostdeutsches Phänomen. Was nicht bedeutet, dass es sie im Westen nicht gibt, aber eben anders und nicht so massentauglich.

Jetzt ist die Wiedervereinigung schon 25 Jahre her, und dennoch gibt es völlig unterschiedliche Befindlichkeiten in Ost und West. Wie kommt das?

Dieser Gedankle ist ja nicht neu, und die unterschiedlichen Erfahrungen, die man in der BRD und der DDR lebend gemacht hat, wurden ja auch schon an verschiedensten Stellen diskutiert.

Meiner Meinung nach ist es die Fehlende Erfahrung von "Achtundsechzig", die im Osten praktisch nicht stattgefunden hat. Ich glaube, dass man auch im Westen die Bedeutung dieser Ära noch nicht völlig verstanden hat.

Das waren eben nicht nur ein paar radikale Studenten, K-Gruppen, Friedensbewegte und Umweltschützer. Sondern das hat die Gesellschaft sehr tief verändert, bis weit hinein in das konservative Bürgertum. Sogar die Kanzlerschaft Helmut Kohls mit seinem "Wertkonservatismus) ist meines Erachtens eine Folge dieser Umwälzungen.

Zumindest -- selbst habe ich ja als Kind und Jugendlicher nur die Ausläufer davon in der Schule mitbekommen -- war das ständige Hinterfragen von Autorität, das ewige Betroffen sein von den Ungerechtigkeiten dieser Welt schon fast nervenaufreibend Dominant in dieser Zeit. In der Grundschule kam meine Grundschullehrerin selbstverstädnlich mit "Jute stat Plastik"-Tüte, die "Brot für die Welt"-Sammeldose stand prominent auf dem Lehrerpult und natürlich diskutierten wir darüber, dass man im Supermarkt Trauben der Marke "Cape" nicht kaufen sollte, weil die kamen aus Südafrika, und da herrschte Apartheid.

Diese Lehrerin war auch Mitglied im Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde, also zutiefst bürgelriches Lager.

Und da haben wir noch nicht über die großen Demos dieser Zeit gesprochen, von "Startbahn West" über "Wackersdorf" bis hin zhur neuen Umgehungsstraße ums Dorf herum wurde alles von Bürgerinitiativen begleitet und selbstverstädnlich biodynamisch ausdiskutiert.

Heute lächerln wir darüber, manche fluchen auch, aber ich denke, das hat die Menschen im Westen geprägt.

Jetzt sollte man denken, dass *89 das '68 des Ostens war. Ich aber bin der Meinung, dass es im ehemaligen osten eher eine Restauration des status quo ante gegeben hat. besonders Thüringen und sachsen mit ihren beiden abgehalfterten Westpolitiker Biedenkopf und Vogel wurden praktisch zu den feuchten Träumen eines Konservatismsu ausgebaut, der die Liberlasierung der westlichen gesellschaft einfach ignorierte und quasi in einer tabula-rasa-Situation ihre Idealwelt aufgbauten und nicht merkten, wo sie eigentlich andockten.

von Alqaszar - am 31.01.2015 09:14
Ich denke auch das PEGIDA (ich sag jetzt nicht PimmelGIDA wie sonst ;)) in Dresden ein typisches ostdeutsches Phänomen ist. Die Westdeutschen Ableger sind reine Neonazi Veranstaltungen. Wenn man aber auf die PEGIDA Anhänger aus Dresden schaut, dann ist abgesehen von den Nazis der Großteil mänlich, über 50 Jahre alt und recht gut verdienend und ein Großteil hat nichts gegen Asylanten die z.B. aus Syrien kommen (wie man aus den wenigen Interviews mitbekommt). Also eigentlich recht intelligente Leute die ihre Probleme mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung haben. Scheinbar haben diese aber nicht mitbekommen daß nicht mehr alles von der SED diktiert wird und man besser seine Klappe hält, sondern seinen Landtangs und Bundestagsabgeordneten mit den Problemen die einen belasten belästigen kann ohne Problem befürchten zu müssen. Und da gibt es einige Probleme die diskutiert werden müssten (West / Ost und Süd / Nord Lohngefälle, niedrige staatliche Renten und niedrige Zinsen bei der privaten Altersabsicherung, geringe Anreize um Kinder in die Welt zu setzen, ...). Bei LEGIDA in Leipzig würde ich aber das Ganze auf echte Nazis reduzieren. Wer weiss daß die ANTIFA aus Connewitz alles verprügelt was nicht in ihr Weltbild passt (wie Besucher des WGT mit Feindflug oder VNV Nation T-Shirts - also Bands die sich gegen Faschismus und Rassismus positionieren, aber ein martialisches Image pflegen), der muss schon ein sehr überzeugter Rechter sein wenn diese Gefahr für Leib und Leben auf sich nimmt.

von Mr. DABelina - am 31.01.2015 13:59
Zitat

PEGIDA Anhänger aus Dresden schaut, dann ist abgesehen von den Nazis der Großteil mänlich, über 50 Jahre alt und recht gut verdienend und ein Großteil hat nichts gegen Asylanten

Diese Untersuchung wurde doch längst in Stücke zerrissen. Als Ergebnis kann lediglich gelten, daß die Pegidaanhänger, die an dieser Untersuchung teilgenommen haben, zu einem großen Teil, diesen Kriterien entsprechen. Die Leute, die nicht teilnehmen wollten (das waren die allermeisten), sind überhaupt nicht in das Ergebnis eingeflossen (und sind auch eher nicht gut verdienend und nicht intelligent...).
Die großen und ziemlich berechtigten Zweifel an der Untersuchung sind allerdings nur in sehr wenige der entsprechenden Presseberichte eingeflossen...

Um so eine Umfrage hochzurechnen, darf es keine signifikanten Unterschiede zwischen denen geben, die zur Teilnahme bereit sind und jenen, die sich dem verweigern. Genau diese gab und gibt es aber.

Die Äußerungen von Pegidaanhängern in diversen Kommentarspalten (in denen sich auch Nicht-Pegidaanhänger tummeln, zB Dresdner MoPo) z.B. sind zu gefühlt >90% sogar sehr deutlich ausländerfeindlich und erfüllen zu >10% bereits den Tatbestand der Volksverhetzung. Ich habe noch nie seit Beginn der Pegida-Aufmärsche so viele Forderungen nach "vergasen", "aufhängen", "KZs" etc. gelesen! Zumeist unwidersprochen durch andere, evtl. gemäßigte Pegidasten.
Gleichzeitig auftretend mit diversem eindeutigen Nazivokabular wie "Volksschädling", "Vaterlandsverräter", "Lügenpresse" und "Gutmensch".

von iro - am 31.01.2015 14:16

Und genau hier müßte man staunen oder doch nur 1 und 1 zusammenzählen? Wir sprechen über Bayern und Baden-Württemberg. Die zwei Bundesländern mit den konservativsten Regierungen in der Republik, sieht man vielleicht von Sachsen ab. Natürlich könnte man jetzt bei Baden-Württemberg, was hier nicht ganz relevant ist, da wir über Neu-Ulm (oder doch eher Senden?) sprechen, sagen, daß hier Grün-Rot regiert. Man sollte aber da nicht vergessen, daß es diese Szene schon weit länger gibt als der freundliche Herr mit dem Bürstenschnitt Stgt21 umsetzen muß.
Woran liegt es also? Die Szene ist schon lange bekannt. Ich würde als Bürger erwarten, daß man hierüber bescheit weiß. Alles. Also eben auch, wenn hier schon Kinder verhetzt werden. Ich würde weiter erwarten, daß man einschreitet. Rechtstaatliche Verfahren anstrengt, öffentlich macht und urteilt. Und nachdem die Strafverfolgung und -verbüßung abgeschlossen ist weiter beobachtet oder, sofern möglich, auch konsequent abschiebt. Genau die Sorte brauchen wir nicht. Haß darf keinen Platz in unserer Mitte haben, egal von welcher Seite.
So, und da bin ich beim 1 und 1 zusammenzählen, bleibt aber offenbar nur eine möchtegern eisenharte Regierung in München übrig. Mit Muhlis A hat man zwar schon mal medienwirksam abgeschoben (berechtigt wie ich immer noch finde), aber das war ja "nur" ein einfacher Krimineller. Einfach wohl dann im doppelten Sinn. So bleibt ein fader Nachgeschmack wenn man jetzt schon wieder die Vorratsdatenspeicherung fordert. Hat der große Lauschangriff nicht gereicht, respektive wäre darzulegen warum man ihn hier nicht anwendet.

=> Bleibt die Frage, wenn PEGIDA einen solchen Sachverhalt erkennt und aufgreift...

von Thomas (Metal) - am 07.03.2015 23:21
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