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Gilt auf Landstrassen bald Tempo 80 fuer alle?

Startbeitrag von PowerAM am 29.01.2015 16:09

Gilt auf Landstrassen bald Tempo 80 fuer alle? (Zeit.de)

Wenn ich's im Radio vorhin richtig verstanden habe, dann sollen alle Strassen schmaler als 6 m fortan auf 80 begrenzt werden. Als Grund wird das geringere Risiko schwerer oder toedlicher Verletzungen angefuehrt. Bei Tempo 30 waere es noch geringer, fiel mir dazu spontan ein... :rolleyes:

Brandenburg wird davon kaum noch betroffen sein: Was als Alleenstrasse oder Strecke durch Waldgebiete fuehrt und keine Leitplanken hat, das ist hier ueberwiegend bereits auf 70 begrenzt. Bisher hat lediglich das fehlende Geld die flaechendeckende Aufstellung der Schilder begrenzt. Schrittweise werden hier aber immer mehr dieser Schilder aufgestellt.

Berlin liebt seine 30 selbst auf Hauptverkehrsstrassen - zwischen 22 und 6 Uhr fast flaechendeckend, vielfach allerdings auch wegen inzwischen katastrophaler Strassenschaeden. Werden die aergsten Loecher zugekleckert, dann bleibt es haeufig aber bei Tempo 30: "Es hat sich bewaehrt..." und wird vielfach auch von den Anwohnern eingefordert. Irgendeine Schule oder aehnliches, selbst wenn sie mehrere 100 m entfernt in einer Seitenstrasse liegt, wird ebenso gern als Begruendung herangezogen. Und wenn die Strassenverhaeltnisse noch schlechter werden, dann geht gern auch noch Tempo 20 oder gar 10. Die Ortsdurchfahrt Malchow war jahrelang wegen Strassenschaeden auf Tempo 20 begrenzt. Wohlgemerkt handelt es sich um die Bundesstrasse 2 und damit um eine Verkehrsader, die Berlin und die Kleinstadt Bernau miteinander verbindet und eine intensiv genutzte Pendlerstrecke ist. Die Ortsdurchfahrt ist saniert, die Fahrbahn wieder ordentlich. Es wurde grosszuegig auf Tempo 30 angehoben, zuvor wurden die 20 auch nach Abschluss der Bauarbeiten monatelang beibehalten. Es hat sich auch bewaehrt, die Ampelschaltungen auf maximal moegliche Stauerzeugung zu trimmen. Taeglich gibt es dort einen Dauerstau von mehreren Kilometern Laenge - genau die Ortslaenge. Wenn dahinter kein System steckt...

Aktuelles Beispiel aus Berlin ist die Yorckstrasse, ebenfalls eine Hauptverkehrsstrasse mit mehreren Richtungsfahrbahnen. Strassenzustand: Gefaehrlich! Tempolimit: 10!

Der Vollstaendigkeit halber sollte Autobahn-Tempolimit 100 auch mal wieder diskutiert werden! Wobei, war da nicht das Risiko schwerer oder toedlicher Verletzungen viel zu hoch? Lieber gleich 80? Dann koennte man auch prima am Fluesterasphalt sparen!

Antworten:

Das Tempolimit von 40 innerorts in Finnland ist fuer mich zwar jaehrlich immer wieder ungewohnt, man gewoehnt sich aber doch recht schnell daran. Leiser oder spritsparender fahren die Autos trotzdem nicht, viele fahren das im 2. oder allenfalls im 3. Gang.

Der Berliner Flickenteppich, nach dem Tempo 30 oftmals fuer nur ein paar 100 m gilt, foerdert die Einsicht auch nicht unbedingt. Die Nebenstrassen in Pankow sind jedenfalls schon fast ausnahmslos mit 30 beschildert. Ich fahre trotzdem gern auf diesen Strassen nachmittags heim, denn ich erspare mir damit das Anstehen auf den Hauptstrassen. Trotz 30 und haeufig auch "rechts vor links" komme ich dort ziemlich zuegig vorwaerts. Und glaubt mir, ich fahre Strich 30!


Die Idee hinter dem Tempolimit von Tempo 80 auf Landstassen sollte man aber zuende lesen! Zugleich wurde naemlich vorgeschlagen, das Tempolimit fuer LKW (ab 3,5 t) von derzeit 60 auf 80 anzuheben. Entfallen wuerde damit das sonst haeufig unternommene und nicht selten hochgefaehrliche Ueberholen langsamerer LKW.

Das Telefonverbot ist praktisch kaum zu kontrollieren und damit noch viel weniger zu ahnden. In Berlin ist es selbstverstaendlich, im Stadtverkehr stoeren sich weder Handwerker noch Reisebusfahrer an dem Verbot. Drum macht's auch Oma Wuttig beim Autofahren.

Mit einem 0,0-Alkoholverbot waere ich vorsichtig! Die DDR hatte es und die damals zur Verfuegung stehenden Messmittel waren laengst nicht so empfindlich wie heutige Messgeraete. Mit 0,0 ist die Fahrerlaubnis bereits nach nur einem Feierabendbier am Vorabend weg. Man muesste mit haeufig ebenfalls alkoholhaltigen Mundspuelungen und mit vielen Medikamenten aufpassen. Insofern bin ich gegen 0,0!

Den gleichen Effekt koennte man mit einer Grenze bei 0,2 oder 0,3 erzielen. Damit waere bereits ein Bier oder Sekt zuviel, man wuerde aber nicht wegen geringsten Alkoholresten regelmaessig Angst um seine Fahrerlaubnis haben. Denn mir erscheint eine 0,0-Grenze als zu verlockend, hoechstempfindliche Detektionsgeraete anzuschaffen und damit flaechendeckend auf die Jagd nach Restalkoholsuendern zu gehen. Um dem zu entgehen, muesste man 100 %ig abstinent leben und bei der Ernaehrungsauswahl wie auch bei Medikamenten oder Koerperpflgeprodukten hoellisch aufpassen. Wusstest du, dass bereits ein frischer Apfel fuer mehr als 0,0 sorgt?

von PowerAM - am 29.01.2015 16:56
80 außerorts fahren? Saublöde Idee. Nicht mit mir.

von PhanTomAs - am 29.01.2015 17:11
Zitat
PhanTomAs
80 außerorts fahren? Saublöde Idee. Nicht mit mir.


Stimmt. In NRW sind die Bundes- und Landstraßen schon überwiegend auf 70 begrenzt. Zumindest im Rheinland und Angerenzendem.

von Noch'n Saarländer - am 29.01.2015 17:19
Um zum Eingagsposting zurückzukommen:
Wenn nur Strassen, die schhmäler sind als 6m auf 80 km/h beschränkt würden, so beträfe dies doch nur wenige kleine Strasssen; die normalen Landstrassen sind doch deutlich breiter als 6m.

von dxbruelhart - am 30.01.2015 08:18
Aktuell gibt es diese Diskussion bei uns in Bingen auch. Die Verbindungsstraße (Landstraße) zwischen den Stadtteilen Dromersheim und Büdesheim, die auch zum Autobahnzubringer führt, ist kerzengerade, aber stellenweise sehr schmal. Schon seit Jahren wird eine Verbreiterung gefordert, aber nichts hat sich getan. Eine Geschwindigkeitbegrenzung gab es nicht (außer ausgerechnet an der breitesten Stelle, da hier eine Einmündung ist).
Anfang Dezember gab es einen tödlichen Unfall, als ein Auto mit einem Linienbus kollidierte, nun hat man den gesamten Streckenabschnitt auch 80 km/h beschränkt. Ob und wann es eine Fahrbahnverbreiterung gibt, steht in den Sternen, das Thema ist aber jetzt wieder topaktuell.

von Harald P. - am 30.01.2015 08:59
Auf schmalen Straßen halte ich Tempo 80 durchaus für sinnvoll. Das reduziert die Energie des Frontalzusammenstoßes um mehr als 1/3. Vor allem entfällt meist die "gefühlte Notwendigkeit", langsamere Fahrzeuge zu überholen.
Weniger gut fände ich das auf breiteren Straßen.
Gut ausgebaute, möglichst kreuzungsfreie Bundesstraßen, möglichst mit Umgehung größerer Orte, sind vor allem dort wichtig, wo es keine Autobahnen gibt. So kann man den Verkehr ein wenig "kanalisieren" und von kleineren Straßen fernhalten. Die Anwohner dort werden's danken.
Überraschend finde ich, dass es Bundesstraßen OHNE bauliche Trennung zwischen den Richtungsfahrbahnen mit 120 km/h als Limit gibt (B31 östlich Stockach).

Genauso Quatsch ist IMHO ein "Tempo 100" auf Autobahnen. Fast die ganze Welt erlaubt zwischen Tempo 120 km/h und 140 km/h. Warum ausgerechnet unsere top ausgebauten Autobahnen weniger abkönnen sollen, muß mir mal jemand erklären. Wie man mit Zeiten hoher Verkehrsbelastung umgeht, ist auch schon längst durch adaptive Regelungssysteme gelöst. Was bei regen ist, machen andere Länder vor... (z.B. F: 110 km/h bei Regen)
130 km/h führen normalerweise auf trockener, ordentlicher Fahrbahn nicht zu Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeit. Der Verkehr fließt ja in EINE Richtung, der Geschwindigkeitsunterschied zwischen langsamsten Fahrzeugen (60 km/h) und 130 km/h beträgt 70 km/h bei gleicher Richtung. Auf Landstraßen hat man bei Gegenverkehr das 3-fache, und dank Traktoren, Radler, Mofas und co auch innerhalb einer Richtung 70 km/h Unterschied.
Problematisch sind hingegen die riesigen Geschwindigkeitsunterschiede, die wir derzeit ohne Tempolimit haben. Da fährt dann Mutti mit ihrem Smart mit 100 am LKW vorbei, und von hinten schießt der Cayanne mit 240 heran. DAS sind Unfallursachen.

Bei Diskussionen um die heutige 0,3-Promille-Grenze (die ich für zweckmäßig halte) kann es eigentlich nur noch darum gehen, ab wann der Blutalkoholgehalt justitiabel ist. Man kann nicht pauschal festlegen, daß 0,3 Promille zu hoch sind, oder zu niedrig, oder genau richtig. Zu unterschiedlich sind die Reaktionen des Körpers. 0,0 ist absolut unrealistisch, aus genannten Gründen.
Fahren unter AlkoholEINFLUSS ist verboten - punkt. Man braucht ein juristisch wasserdichtes Maß, und das ist nunmal der Blutalkoholgehalt, um daraus auch eine Justitiabilität zu machen.

0,0 Promille - dann muß auch das fahren unter Müdigkeit oder Streß verboten werden. Das sind wohl neben Alkohol die häufigsten Unfallursachen. Ich persönlich merke von Müdigkeit mehr als von einer Radler-Halbe. Letztere ist nach weniger als 2 Stunden abgebaut - die Müdigkeit nach 2 Stunden noch schlimmer.

Absoluter Quatsch ist natürlich "3 Halbe gehen immer" von einem ex-MP. Die sind erst nach 7 Stunden komplett abgebaut und führen bei über 3h verteiltem Konsum zu über 1 Promille... (bei meinen Körperdaten).

von DH0GHU - am 30.01.2015 10:17
In Österreich gilt theoretisch 100 ausserorts. Im Fall Vorarlberg gibts das nur auf einer Strasse, auf der autobahnähnlich ausgebauten B204 zwischen Dornbirn und Lustenau.

Sonst überall 80, mittlerweile schon auf 70 oder 60 runtergesetzt, da die Verkehrsdichte mit zusätzlichem Linienbusverkehr im 15-Min Takt zwischen 6 und 23 Uhr einfach nicht mehr zulässt. Oft sind Haltestellen nur am Straßenrand ohne Busbucht und Beleuchtung weil die zuständige Gemeinde zwar gerne Haltestellen mag, aber keine Kohle für eine vernünftige Sicherung derselben aufbringen mag.

Ad 0.0:

Wo ist das Problem?
Bei Berufskraftfahrern und Probescheinbesitzern gilt ja auch 0.1!
Wie soll es dann nicht bei allen gehen?
Der Suff verursacht hier nachts und am WE immer noch die meisten Unfälle, vorallem in den Talschaften wo es fast keine Polizei mehr gibt .... Die Strafen sind ja auch ein Witz.

M.

von Cyberjack - am 30.01.2015 10:49
Gegen 0,1 Promille hätte ich auch nichts. 0.0 Promille sind aus besagten Gründen unrealistisch. 0.0 bedeutet auch: nicht 0.01 vom Obstsalat oder von den Erkältungstropfen. Laß die Kirche im Dorf. 0,1 oder 0,2 Promille beeinträchtigen die Fahrtauglichkeit definitiv weniger als Übermüdung, Ablenkung durch Beifahrer, Streß, etc.
Die, die im Suff fahren und deshalb Unfälle bauen, haben meist deutlich über 0,1 oder 0,3 Promille im Blut. Die tun das auch bei einer 0,0-Promille-Grenze.

Viel sinnvoller wäre es, bei Leuten, die ein mal mit >0,3 Promille aufgefallen sind, den Einbau eines Alkomaten vorzuschreiben. Und: Warum nicht generell sowas zukünftig vorschreiben? Bei 0,3 Promille und mehr springt die Karre nicht an, punkt. Damit wäre wirklich etwas zu erreichen.

von DH0GHU - am 30.01.2015 12:16
Veel plezier :cheers:

von WiehengeBIERge - am 30.01.2015 16:06
Mit ich Müde bin reichen mir 3 Fahrspuren auf der Autobahn nicht. Den Standstreifen braucht es auch noch und trotzdem ist es nicht genug. Das ist viel schlimmer als alles andere. Meine persönlichen Konsequenzen habe ich gezogen. Die Autos heute sind sehr gut.

von pomnitz26 - am 30.01.2015 19:59
Zitat
DH0GHU

Viel sinnvoller wäre es, bei Leuten, die ein mal mit >0,3 Promille aufgefallen sind, den Einbau eines Alkomaten vorzuschreiben. Und: Warum nicht generell sowas zukünftig vorschreiben? Bei 0,3 Promille und mehr springt die Karre nicht an, punkt. Damit wäre wirklich etwas zu erreichen.


Dann nimmt man einfach eine Fahrradpumpe und bläst das Testgerät voll. Kann man leicht austricksen.

von PhanTomAs - am 31.01.2015 00:07
Gerade im Münsterland gibt es einige Straßen, die relativ schmal sind (ich denke nur an die Allee zwischen Bösensell und Roxel). Hier wurde vor ein paar Jahren schon die langgezogene Kurve auf 70 begrenzt. Aus meiner Sicht sinnvoll.

Ich hätte gegen eine Begrenzung an schmalen Strecken auf 80 km/h nichts. In den Niederlanden gibt es vergleichbares. Dort ist 80 normal, auf schmaleren Strecken gibt es Tempo-60-Zonen.

von NurzumSpassda - am 31.01.2015 22:35
Und wenn uns dann in 10 Jahren vollautomatische Google-Autos befördern, kann man ja das Tempo wieder auf 100 anheben.

von PhanTomAs - am 01.02.2015 11:59
Bei uns gibt es eine Landstraße wo man denkt, da wäre das letzte mal der Kaiser drübergefahren. Die ist so schmal, dass da keine zwei Autos aneinander vorbeikommen und man ständig zur Seite fahren muss um Platz zu machen. Natürlich stehen auch Bäume an der Seite um zu schnelle Fahrer abzubremsen.

Erst kürzlich habe ich erfahren, wieso man da nichts macht: die Straße ist tatsächlich denkmalgeschützt.

Ich finde das eigentlich unfassbar, dass der Denkmalschutz höher steht als die Verkehrssicherheit, und die dafür auch Verletzte und Tote in Kauf nehmen. Da bin ich echt sprachlos.

von RheinMain701 - am 01.02.2015 12:37
"Natürlich (!) stehen auch Bäume an der Seite um zu schnelle Fahrer abzubremsen"

sagt doch alles! Wenn's dann kracht, ist natürlich der Baum schuld.

Freie Fahrt für freie Bürger!

von hegi_ms - am 01.02.2015 15:35
Naja, wenn sich auf der Straße mal zwei LKW begegnen sollte, ist der Unfall unvermeidlich. Wie sollen die denn schnell genug abbremsen um sich aneinander vorbeizukriechen?

von RheinMain701 - am 01.02.2015 16:13
die werden sicher nicht auf solch einer schmalen Strasse mit 80 langfahren, sondern ihre Geschwindigkeit anpassen bzw. wo anders langfahren.

von Chief Wiggum - am 01.02.2015 16:30
Ich denke nicht, dass das ganze etwas bringen würde. Die Unfälle passieren nicht, weil die Leute 100 fahren, sondern weil sie wesentlich schneller fahren!
Jetzt im Winter kommt noch hinzu, dass immernoch Viele es nicht für nötig halten, Winterbereifung aufzuziehen, trotz Winterreifenpflicht. Auch sollte man meiner Meinung nach runderneuerte Reifen und Billigproduktionen aus China verbieten, zumindest bei den Winterreifen.

von DX OberTShausen - am 01.02.2015 19:11
Zitat
RheinMain701
Naja, wenn sich auf der Straße mal zwei LKW begegnen sollte, ist der Unfall unvermeidlich. Wie sollen die denn schnell genug abbremsen um sich aneinander vorbeizukriechen?


Indem sie, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, schon vorher so fahren, daß sie rechtzeitig bremsen können.
Wenn das nicht hilft, muß man die Straße halt für LKWs sperren, zumindest in einer Richtung.


Die hiesige Bundesstraße (B2) war auch eine "Todesstrecke", bis dann reihenweise Bäume gefällt wurden. An 100 hält sich da allerdings zu gewissen Zeiten auch fast niemand, auch mit 110-120 auf dem Tacho wird man noch überholt...
Ich hätte die Strecke einfach auf 80 gesetzt. Auf den betroffenen ca. 2 km verliert man dadurch maximal 18 Sekunden Zeit....
Ach ja: Richtig, das Problem sind oft nicht die 100 km/h, sondern viel höhere Geschwindigkeiten? Warum? Weil es in Deutschland erst ab 141 km/h richtig teuer wird, wenn man in der 100er-Zone nicht 100 fährt. Die Tarife sind schlichtweg lächerlich. Es gibt z.B. viele Gründe, warum ich mich ans Tempolimit halte. Aber sicher nicht diese Sträfchen.

Limit auf den genannten Strecken runter auf 80 km/h, und dazu in Verbindung Bußgelder, die weh tun - am besten ab z.B. 21 km/h zu viel einkommensabhängig mit 1% des steuerpflichtigen Bruttomonatseinkommens pro km plus Grundtarif, dann ist recht bald Ruhe. Vielleicht noch wie in anderen Ländern ab irgendeiner Grenze Beschlagnahmung der Tatwaffe spätestens im Wiederholungsfall (ein mal was übersehen kann ja passieren, jaja...).

von DH0GHU - am 01.02.2015 22:01
Zitat
DX OberTShausen
weil die Leute 100 fahren, sondern weil sie wesentlich schneller fahren!

So wird argumentiert. Ähnlich auch hier: http://www.infranken.de/regional/fuerth/Entlastung-fuer-Anwohner-Tempo-80-auf-dem-Frankenschnellweg-bei-Fuerth;art136708,942114
Zitat "Die stetige Zunahme des Lastwagenverkehrs sprach ebenso für eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit". Genau. Nur der darf bisher auch nicht auf der A73 schneller fahren. Bringt also viel die Tempo80.

Wichtig ist doch nach meiner Ansicht, daß eine gewisse Mobilität erhalten bleibt. Ebenso natürlich ein Ziel in einer vertretbaren Zeit zu erreichen. Und auch die Sicherheit. Da schneiden Landstraßen nicht besonders gut ab. Man sollte aber dann auch ehrlich sagen, wo Gutmenschen, Moralapostel (also vor allem Grüne der 80er ;-) ) und selbsternannte Verkehrsexperten eine Autobahn verhindert haben. Hier in Mittelfranken: Eben eine A75, welche die Umgehung von F/FÜ/ER gebracht hätte. Oder eine A752, wo man jetzt dafür auf einer B8 die Opfer zählt. Oder eine A86 über den Schwarzwald, oder, oder, oder...
Und Mobilität ist natürlich nicht auf den Straßenverkehr beschränkt. Jeder der nicht mit dem Auto fährt entlastet in mehrfacher Hinsicht. Als Beispiel:: Wo bleibt denn die Fertigstellung der Bahnstrecke N - B? Oder die Schnellbahntrasse A - UL?

von Thomas (Metal) - am 06.02.2015 11:06
Na, seien wir mal ehrlich: Eine A86 durch den Schwarzwald ist aus kostensicht und landschaftsschützerischer Sicht eine Horrorvorstellung. Welche der beiden Planungen war das? (es gab eine quasi in Verlängerung zur B500 und eine quasi parallel zur B31 von Donau-Eschingen nach FR).
Man hat das Problem dort ja ganz passabel gelöst, indem sowohl die B31 als auch die Strecke durch den mittleren Schwarzwald viele Ausbaustrecken bekommen haben... Auch passabel.

Generell gilt aber: Heute wird von uns als Arbeitnehmer Mobilität und Flexibilität verlangt. Firmen verlagern ihre Standorte, Menschen müssen Arbeitgeber wechseln, aus welchen Grünen auch immer. Der Staat erwartet, daß sie dabei flexibel und bereit zum Pendeln sind. Der finanzielle Aufwand zum Pendeln wird ja sogar erstatt (bzw kann steuerlich geltend gemacht werden), der Zeitaufwand nicht. Hier erwarte ich als Bürger und Steuerzahler vom Staat, daß er mir die zu erbrinende Flexibilität nicht über Gebühr durch schlechte Infrastruktur erschwert. Da er offenbar nicht in der Lage oder Willens ist, dies durch ein adäquates ÖPNV-Angebot zu tun, muß er das nunmal 8auf dem Land) durch eine ordentliche Straßeninfrastruktur tun. Ordentlich bedeutet auch: Sie muß zügig befahrbar sein. Und da sind mir kreuzungsfreie 80 km/h lieber als 100 km/h mit vielen Ampeln, Ortsdurchfahrten, Unfällen und Staus.
Da kommen wir nämlich an einen anderen Punkt: Was verursacht einen Unfall? Ein Unfall bedeutet IMMER, dass ein Geschwindigkeitsunterschied vorliegt. Entweder der zwischen KFZ und Baum, oder zwischen KFZs - große Geschwindigkeitsunterschiede führen z.B. zu Unfällen durch riskante Überholmanöver. Wenn PKWs 100 fahren dürfen, LKWs aber nur 60 oder 80, dann ist das so eine Ursache für Überholmanöver aufgrund großer Geschwindigkeitsunterschiede. Ohne diese rollte der Verkehr ruhiger und risikoärmer. Auf stark belasteten Strecken mögen 80 km/h daher angebracht sein...

von DH0GHU - am 06.02.2015 11:37
Zitat
DH0GHU
Na, seien wir mal ehrlich: Eine A86 durch den Schwarzwald ist aus kostensicht und landschaftsschützerischer Sicht eine Horrorvorstellung. Welche der beiden Planungen war das? (es gab eine quasi in Verlängerung zur B500 und eine quasi parallel zur B31 von Donau-Eschingen nach FR).
Man hat das Problem dort ja ganz passabel gelöst, indem sowohl die B31 als auch die Strecke durch den mittleren Schwarzwald viele Ausbaustrecken bekommen haben... Auch passabel.

Die A86 war die Planung von Freiburg nach Donaueschingen und dann weiter entlang des Donautals nach Ulm.

Dann gibt es noch die A84, die hätte von Hagenau durch Oberkirch, Bad Peterstal-Griesbach Freudenstadt, Horb, Tübingen, Reutlingen bis zur A8 nach Kirchheim geführt.

von RheinMain701 - am 06.02.2015 12:01
Zitat
DH0GHU
Man hat das Problem dort ja ganz passabel gelöst, indem sowohl die B31 als auch die Strecke durch den mittleren Schwarzwald viele Ausbaustrecken bekommen haben... Auch passabel.

Man hat also verteilt. Und dennoch hat man im südlichen Baden-Württemberg keine Ost-Wechst-Achse. Freiburg ist nach Norden nur mit der A5 durchgebunden, eine solche Anbindung in Richtung Bodensee/Oberschwaben fehlt. A86 deshalb, weil eine A98 und eine A84 aufgegeben hat und diese Strecke mittig dazwischen läge. Die A98 wäre zudem in Teilen (Schaffhausen) über Schweizer Gebiet gegangen.
Mit der Bahn sieht es ähnlich aus. Sicher durch das Donautal fahren Neigezüge. Immerhin. Aber wo bleibt die Elektrifizierung? Wo bleibt der Fernverkehr zwischen Ulm und Freiburg? Nach Stgt hoch und dann übeer Karlsruhe? Das sollte es doch nicht sein. So hängt man eine ganze Region ab.
Nun, das ist ewtas vom Thema weg ;-) . Was ich damit sagen will: Man sollte nicht Tempo 80 auf Landstraßen fordern ohne einen Ausgleich zu besitzen. Wäre das Autobahnnetz dichter, könnte man sich auf den Zubringern in der Tat eine geringere Geschwindigkeit überlegen. ...aber dazu müßte es viel dichter sein um dem gerecht zu werden. Unbezahlbar eigentlich.

Aber liest man das: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/online-petition-fuer-notarzt-alexander-hatz-gestartet-a-1017158.html scheint 80 wohl noch für einige zu schnell zu sein, da fehlt es eher an anderem. Fahrzeug mit Sonderrechten kommt entgegen...ja das hat ja die andere Spur... Das man auch als Gegenverkehr ggf. hier platz machen müßte? Vollkommen unbekannt. Da wird dann auch noch Klage eingereicht wenn man abbremsen muß. Ich wüßte jedenfalls wer hier bei der MTU zeigen sollte daß er für den Straßenverkehr geeignet ist.
Und so wird es wohl auch in anderen Bereichen sein. Nicht die 100 sind das Problem, wohl aber wenn sie immer und überall gefahren werden wo sie erlaubt sind.

von Thomas (Metal) - am 06.02.2015 16:37
Zitat
Thomas (Metal)
Zitat
DH0GHU
Man hat das Problem dort ja ganz passabel gelöst, indem sowohl die B31 als auch die Strecke durch den mittleren Schwarzwald viele Ausbaustrecken bekommen haben... Auch passabel.

Man hat also verteilt. Und dennoch hat man im südlichen Baden-Württemberg keine Ost-Wechst-Achse. Freiburg ist nach Norden nur mit der A5 durchgebunden, eine solche Anbindung in Richtung Bodensee/Oberschwaben fehlt. A86 deshalb, weil eine A98 und eine A84 aufgegeben hat und diese Strecke mittig dazwischen läge. Die A98 wäre zudem in Teilen (Schaffhausen) über Schweizer Gebiet gegangen.


Die A98 zwischen Lörrach und Waldshut soll ja weiter gebaut werden. Allerdings ist das bei der schwierigen Topographie ein Projekt von Jahrzehnten, nicht von Jahren. Nach meiner Meinung würde man mit einer Bundesstrasse analog zur B31 wegen engerer Kurvenradien schneller zum Ziel kommen.

Zitat

Mit der Bahn sieht es ähnlich aus. Sicher durch das Donautal fahren Neigezüge. Immerhin. Aber wo bleibt die Elektrifizierung? Wo bleibt der Fernverkehr zwischen Ulm und Freiburg? Nach Stgt hoch und dann übeer Karlsruhe? Das sollte es doch nicht sein. So hängt man eine ganze Region ab.


Doch, ich finde, das kann und muss so sein - mit der Bahn bin ich zwischen Basel und Ulm via Karlsruhe über die Schnellfahrstrecken schneller als mit dem Auto oder mit dem Zug/Auto über den Schwarzwald. Der durchgehende "Kleber-Express" Freiburg-Ulm-München wurde deshalb schon vor Jahren eingestellt. Das wird über Karlsruhe im nächsten Jahrzehnt mit den Bahn-Ausbauten am Oberrhein und zwischen Stuttgart und Ulm noch um eine halbe Stunde schneller werden. Vernünftige direkte Verbindungen gibt es nicht und wird es nicht geben, es sei denn, man würde für einen Riesenaufwand Autobahnen oder Schnellfahrstrecken quer durch den Schwarzwald graben. Das will wohl auch kaum jemand, auch nicht in den so vom Durchgangsverkehr "abgehängten" Regionen.

Was die Elektrifizierung der Bahn angeht - zwischen Basel und Singen fehlt nur noch das Stück zwischen Basel und Erzingen; dabei fehlt es noch am Geld, das hoffentlich aus deutschen und Schweizer Töpfen bis etwa 2019 zusammenkommt. Schon heute bin ich mit dem IRE-Zug (v-max 160 km/h) trotz Dieseltriebwagen aus Basel schneller auf der Hamradio in Friedrichshafen, als die Leute, die mit dem Auto fahren. Das fällt zwar nicht unter Fernverkehr und ist in den lauten VT611 auch nicht besonders bequem, aber man ist doch ziemlich schnell am Ziel. Das bogenschnelle Fahren ("Neigetechnik" ) wurde übrigens wegen des Materialverschleisses vor Jahren wieder aufgegeben; die dadurch verlorenen paar Minuten Fahrzeit hat man durch Verbesserungen an der Strecke wieder reingeholt.

Das Auto ist überall dort nützlich und deutlich schneller, wo man abseits der Hauptachsen unterwegs ist. Die Frage nach max. 80 km/h oder 100 km/h ist bei der Topographie in Südbaden für den Zeitaufwand praktisch belanglos, ausser auf den wenigen geraden Strassen (B3) oder Ausbaustrecken (B31). Leider sehen viele Leute die 100 km/h nicht mehr als das Maximum an, was man bei günstigen Umständen und klarer Sicht fahren kann, sondern sie versuchen auf Teufel komm raus, so ein Tempo zu fahren. Nach meiner Meinung nach wären generell 80 km/h besser (gleichmässigerer Verkehrsfluss, weniger Überholvorgänge), wobei man für die Ausbaustrecken oder die übersichtlichen geraden Strecken weiterhin explizit max. 100 km/h ausweisen könnte.

73 de Uli

von ulionken - am 06.02.2015 21:00
Der Seehofer hat sich ja 2 Wochen nach dem Aus wieder umentschieden, nun soll also doch die autobahnähnliche B15neu zwischen Rosenheim und Landshut kommen.

von Habakukk - am 06.02.2015 21:13
Während noch über neue Tempolimits diskutiert wird, denkt die Fernbus-Lobby schon mal laut nach: Die Aufhebung des 100-Km/h-Limits auf Autobahnen würde ja den Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Schienenverkehr verringern. Und die Magenta-Partei greift in die Mottenkiste des ADAC und findet: Freie Fahrt für freie Bürger!

http://www.liberale.de/content/freie-fahrt-fuer-freie-buerger

von hegi_ms - am 07.02.2015 12:11
Und dabei passieren heute schon viele teils schwere Unfälle mit Sprintern, weil die heutzutage auch schon Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h schaffen. Wenn man das noch auf Busse ausdehnt die in der Regel nicht mit Fracht sondern mit Personen beladen sind, dann gute Nacht.

von RheinMain701 - am 07.02.2015 15:48
Zitat
hegi_ms
Während noch über neue Tempolimits diskutiert wird, denkt die Fernbus-Lobby schon mal laut nach: Die Aufhebung des 100-Km/h-Limits auf Autobahnen würde ja den Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Schienenverkehr verringern. Und die Magenta-Partei greift in die Mottenkiste des ADAC und findet: Freie Fahrt für freie Bürger!

http://www.liberale.de/content/freie-fahrt-fuer-freie-buerger

War nichts anders zu erwarten :sneg: . Aufgewacht und mitgemacht?
Nicht nur als bahnaffiner Mensch, der bisher im gesamten Arbeitsleben abgesehen von wenigen Sondereinsätzen stets den ÖPNV genutzt hat lehne ich das ab. Nicht weil ich die Bahn schonen will wäre zu fragen in wie weit Busse überhaupt dafür ausgelegt sind. Wie sieht es mit den (Crash-)Tests aus, was legt man da für Geschwindigkeiten zu grunde? Dazu kommt schlicht, daß jeder der mehr auf den Straßen unnötigerweise fährt diese zusätzlich verstopft und belastet. Gerade die Schiene könnte da noch viel mehr leisten wenn man sie nur lassen, bzw. endlich im benötigen Maße ausbauen würde.

von Thomas (Metal) - am 07.02.2015 15:57
Die deutsche Lösung wäre es dann eher, die Schienen zu asphaltieren und als LKW-Fernstraßen freizugeben, damit man auf der Autobahn mal so richtig Gas geben kann. Das muss man nur mal laut vorschlagen, der Doofbrindt ist zu allem fähig.

von Bolivar diGriz - am 08.02.2015 08:40
Für Frauen am Steuer, Tempo 80.
Für Männer am Steuer, Tempo 100.

von Tom01 - am 10.02.2015 12:56
Zitat
Tom01
Für Frauen am Steuer, Tempo 80.
Für Männer am Steuer, Tempo 100.

:sneg: Da wollen wir mal nicht tiefer nachgehen, sonst werden die Männer die Verlierer!
=> Und dahr: Für Tom01 nur maximal das Fahrrad ohne Gangschaltung.

von Thomas (Metal) - am 10.02.2015 13:42
Zitat
Tom01
Für Frauen am Steuer, Tempo 80.
Für Männer am Steuer, Tempo 100.


:joke: :stuhl: :cheers:

M.

von Cyberjack - am 10.02.2015 15:44
Es stimmt schon, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung schon zu weniger Unfällen führt. Allerdings wird immer nicht das Hauptproblem angegangen: Es sind die LKW-Fahrer, die teilweise so rücksichtslos sind und schwere Unfälle verursachen, weil sie einfach sich ablenken durch Zeitung lesen, TV gucken usw. Hier sollte man endlich mal was dagegen unternehmen. Es wurde z.B. ein LKW-Fahrer geblitzt, wo eindeutig zu sehen war, dass er Zeitung gelesen hat und er gar nicht mitbekommen hat, dass er geblitzt wurde. Es wurde nur gegen die Geschwindigkeitsüberschreitung ermittelt. Warum wird so etwas mal nicht bestraft?!

Generell finde ich eine Begrenzung der Geschwindigkeiten auch auf Autobahnen in Ordnung. Ich fahre auch gerne schnell, aber ein entspannteres Fahren ist es in NL, wo neben Geschwindigkeitsbegrenzungen auch noch viele Blitzkästen stehen.

von pfennigfuchser - am 15.02.2015 02:18
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