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Airbus von Germanwings in Suedfrankreich abgestuerzt

Startbeitrag von PowerAM am 24.03.2015 11:16

Focus.de: Airbus von Germanwings in Suedfrankreich abgestuerzt

Das Flugzeug war von Barcelona nach Duesseldorf unterwegs.

Nach unterschiedlichen Berichten waren zwischen 142 (DFS) und 148 (verschiedene Presseagenturen) Passagiere an Bord. Germanwings fliegt diesen Typ mit 170 bzw. bis zu 180 Sitzplaetzen. Man geht davon aus, dass keiner der Passagiere ueberlebt hat. Das Gebiet in den franzoesischen Hochalpen ist schwer erreichbar, die Ungluecksstelle soll noch nicht erreicht worden sein.

Die 50 interessantesten Antworten:

Der Hoehenabfall begann laut flightradar24.com noch ueber dem Meer. Eis sollte nicht das Problem gewesen sein. Vogelschlag waere als Ereignis von aussen denkbar, dazu braucht es aber mehr als nur einen Vogel. Wenn du dir den Kartenausschnitt bei flightradar24.com vergroesserst, dann fallen als letzte Notlandemoeglichkeiten Bern und Milano ins Auge.

Ich muss mich nochmal korrigieren, die letzte bekannte Geschwindigkeit lag bei fast 700 km/h. Ich hatte uebersehen, dass die Anzeige in Knoten war. Die Flughoehe, bei der das Flugzeug vom Radar verschwand, lag zu dieser Zeit bei umgerechnet 1500 bis 2000 m. Es klingt beaengstigend, aber sie sind sehenden Auges in den Tod geflogen. Die Bergmassive dort haben auch etwa diese Hoehen. Das macht mich jetzt doch sehr betroffen.

von PowerAM - am 24.03.2015 13:30
Ja, so ist das wenn man plötzlich Teil einer Statistik wird. Einer die man immer verdrängt, verdrängen muß. Auch wenn das Risiko noch so klein ist, es ist da. Immer und überall. Für mich selbst kann ich z. B. jeden Morgen überlegen, ob ich mit Bus, Bahn, Fahrrad oder Auto zur Arbeit fahre. Alles mit Risiko, selten ist man sich bewußt, daß in kurzer Zeit alles vorbei ist und möglicherweise ist nichtmals jemand (vorsätzlich) Schuld. Hätte man das andere Verkehrmittel gewählt wäre vielleicht alles gut gegangen...
So bleibt unterm Strich dies eine Mahnung sein Leben bewußt zu leben und vielleicht mal wieder die eine oder andere Nebensächlichkeit nicht zu hoch zu kochen.

von Thomas (Metal) - am 25.03.2015 07:05
Das Wort "Schicksal" verdeutlicht doch, dass der Einzelne nur einen kleinen Teil seines Lebens selbst in der Hand hat. Der automobile Individualverkehr ist um Welten gefaehrlicher - trotzdem setzen wir uns regelmaessig ins Auto.

Einer der beiden Flugdatenschreiber ist gefunden worden und kann zeitnah ausgewertet werden. Inzwischen kann mit dem professionellen Untersuchen der Aufschlagstelle begonnen werden.

Angesichts der prominenten Fluggesellschaft wird das Interesse an einer die Allgemeinheit befriedigenden Aufklaerung gross sein. Ansonsten ist die Marke "Germanwings" tot und die Muttergesellschaft "Lufthansa" schwer beschaedigt. Wir werden ganz sicher Antworten bekommen.

von PowerAM - am 25.03.2015 07:25
Man moechte gar nicht wissen, wie oft man schon an so einem Schicksal vorbei geschrammt ist. Nur mal kurz den Autoschluessel vergessen, man aergert sich masslos, weil man nochmal rauf in die Wohnung muss, schon ist man die eine Minute spaeter dran, die einem vielleicht das Leben rettet, weil man nicht an der Stelle ist, an der ein anderer z.B. die Vorfahrt missachtet.

Bei der Flugbuchung aergert man sich oftmals, dass man genau den Flug, der ideal fuer die Reiseplanung waere, nicht mehr bekommt, oder nur zu einem teuren Preis. In so einem Fall wie gestern gibt es sicher genug Leute, denen ein Stein vom Herzen gefallten ist dass sie einen Flug frueher oder spaeter dran waren, auch wenn ihnen die Uhrzeit vielleicht urspruenglich nicht in den Kram gepasst hatte.

Aber ueber solche Dinge braucht man gar nicht nachdenken, sonst kann man sich gleich zuhause verbarrikadieren.

von Habakukk - am 25.03.2015 08:38
Zitat
102.2
Diese Nicht-Informationen von notwendigen Fakten bringen auch eine Menge Unsicherheit und Spekulationen, welche angesichts dieser Geheimiskraemerei aber wiederum verstaendlich ist.


Ich finde solche (begründeten) Nicht-Informationen besser als voreilige Teilinformationen über irgendwelche Geräusche auf dem Stimmenrecorder. Das Untersuchungsteam des BEA soll an die Arbeit gehen und mit Informationen dann herausrücken, wenn diese halbwegs abgesichert sind. Das braucht nun einmal Zeit, vermutlich mehr, als der neugierigen Presse und Teilen der Öffentlichkeit lieb ist. Sollen sie bis dahin halt spekulieren...

73 de Uli

von ulionken - am 25.03.2015 21:53
Demnach sickerte als Information durch, dass eine Person das Cockpit verlassen hat, sich die Tuer schloss und diese Person anschliessend nicht mehr ins Cockpit zurueckkehren konnte. Unueblich ist es auf laengeren Fluegen nicht, das mal jemand auf den Topf will. Ueblich ist, dass danach mit i. d. R. vereinbarten Klopfzeichen wieder Einlass begehrt wird. Eigentlich ist es schon moeglich, diese Tueren von aussen mit einem passenden Schluessel wieder selbst zu oeffnen. Man muesste ihn dann beim Verlassen nur mitgenommen haben.

Ich denke, dass damit die Unsicherheitsfaktoren wieder groesser geworden sind und eine genaue Aufklaerung unwahrscheinlicher machen.


B. t. w.: Bei drohender Inhaftierung fliegt niemand mehr. Der Rest bleibt als persoenliche Verhaeltnisse mehr oder weniger verborgen, wenn der Betroffene nur gewissenhaft darauf achtet, nicht darueber zu sprechen.

von PowerAM - am 26.03.2015 06:31
Zitat
RheinMain701
http://www.nytimes.com/2015/03/26/world/europe/germanwings-airbus-crash.html?ref=world&_r=1

Laut dem CVR wurde also einer der Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt, was eher dafür spricht, dass das Flugzeug absichtlich in den Berg gerammt wurde. Das wirft natürlich ein ganz neues Licht auf die Ereignisse. Hier wird man aber die persönlichen Verhältnisse der Piloten überprüfen müssen und schauen, ob es da Probleme gab wie Schulden, Trennung, drohende Inhaftierung...

Spekulatius.
Wenn aber hier die sogenannte Sicherheit 150 Meschen das Leben kostete, sollte man darüber nochmals nachdenken. Sowas erscheint doch sehr grotesk. Warum hat man z. B. nicht ein zusätzliches Codeschloß? Oder ggf. die Möglichkeit per Remote durch die Flugsicherheit freizugeben? Oder entsprechendes Werkzeug, natürlich zugänglich für den Fall eines Defektes?

von Thomas (Metal) - am 26.03.2015 08:34
Zitat
RheinMain701
Und der Flugbegleiter hat doch keinerlei fliegerische Erfahrung, was soll er denn im Cockpit anrichten, wenn es mal zum Ernstfall kommt?


Erste Hilfe leisten, den 2.Piloten per Durchsage vom Klo runter holen, auf Anweisungen des 2.Piloten von aussen handeln, was auch immer... In diesem Falle haette es wahrscheinlich nicht geschadet, immerhin konnte der 2.Pilot ja offenbar von aussen nicht mehr zurueck ins Cockpit gekommen.

Hier z.B. ein Bericht, nachdem es bei manchen Fluglinien wirklich so gehandhabt wird:
http://www.aero.de/news-19345/Malaysia-verschaerft-Regeln-fuer-fliegendes-Personal.html

Man beachte den gut 1 Jahr alten Kommentar unter diesem Link:
"Also das mit dem Flugbegleiter im Cockpit halte ich für eine sinnvolle Sofortmaßnahme. Immerhin kann der Flugbegleiter verhindern, dass der im Cockpit verbliebene Pilot den anderen dauerhaft aussperrt - auch wenn er selbst das Flugzeug nicht steuern kann."

von Habakukk - am 26.03.2015 10:45
Naja, es gab auch Fälle, wo ein Pilot das Flugzeug erfolgreich zum Absturz bringen konnte, ohne den anderen auszusperren.

Ich erinnere da etwa an EgyptAir 990. Das war noch vor dem 11. September, da gab es also die Sicherheitsmaßnahmen noch nicht. Als der Pilot sich auf die Toilette machte, schaltete der Kopilot die Triebwerke ab, kappte die Treibstoffzufuhr, deaktivierte den Autopiloten und drückte das Flugzeug in einen Sturzflug. Der Pilot kam zwar sofort wieder, konnte aber nicht mehr viel tun, da die Triebwerke nicht liefen und der Kopilot das Flugzeug immer noch nach unten drückte. Er hat es dann zwar geschafft, den Sturzflug abzufangen, aber es kam dann zwangsläufig zu einem Strömungsabriss und der Flieger krachte ins Meer.

Wenn der Pilot es also wirklich gewollt hätte, das Flugzeug mitsamt den Insassen in den Tod zu reißen, hätte er es auch mit offener Cockpittür geschafft.

von RheinMain701 - am 26.03.2015 11:59
Zitat
PowerAM
Der haette von innen hoechstens die Tuer oeffnen koennen. Da ist's naemlich nicht mehr als ein simpler Schalter.


Und das haette in diesem Fall womoeglich gereicht.

Alleine die pure Anwesenheit einer zweiten Person, egal mit welchen Kenntnissen und in welcher koerperlichen Verfassung, haette wahrscheinlich schon gereicht, dass der Copilot diese Gelegenheit haette verstreichen lassen. Denn es gehoert schon sehr viel mehr dazu, eine andere Person erst mal kampfunfaehig zu machen oder gar zu toeten - selbst wenn sie koerperlich noch so unterlegen ist, als "nur" ein Flugzeug in den Sinkflug zu bringen und 8 Minuten abzuwarten.

von Habakukk - am 26.03.2015 13:02
Zitat
Habakukk
Alleine die pure Anwesenheit einer zweiten Person, egal mit welchen Kenntnissen und in welcher koerperlichen Verfassung, haette wahrscheinlich schon gereicht, dass der Copilot diese Gelegenheit haette verstreichen lassen. Denn es gehoert schon sehr viel mehr dazu, eine andere Person erst mal kampfunfaehig zu machen oder gar zu toeten - selbst wenn sie koerperlich noch so unterlegen ist, als "nur" ein Flugzeug in den Sinkflug zu bringen und 8 Minuten abzuwarten.

Naja, man kann die andere Person theoretisch mit dem im Cockpit vorhandenen Feuerlöscher ersticken.

Man muss es aber gar nicht, denn wenn man weiß was man tut, kann man ganz schnell das Flugzeug flugunfähig machen, bevor die zweite Person auch nur eine Chance hat, einzugreifen.

Zitat
fatal error
Nach einem normalen Selbstmord sieht mir das aber auch nicht aus. In aller Regel wollen Selbstmörder eben keine anderen Menschen mit in den Tod nehmen.

Es sei denn, man hatte Streit mit dem Arbeitgeber.

von RheinMain701 - am 26.03.2015 13:11
Zitat

stern-Quellen: Psychische Probleme beim Co-Piloten bekannt Der Co-Pilot heißt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Andreas Lubitz, war 28 Jahre und stammt nach Angaben der Stadtbürgermeisterin Gabriele Wieland aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Lubitz habe dort bei seinen Eltern gewohnt, die über alle Erkenntnisse informiert wurden, wie die Ermittler mitteilten. Die Eltern sind an der Absturzstelle, wie auch alle anderen Angehörigen. "Aber wir haben sie nicht mit den anderen Familien zusammengebracht", so der Staatsanwalt.

Zudem soll er einen Wohnsitz in Düsseldorf gehabt haben. Er soll seit 2013 bei Germanwings gearbeitet haben. Mit 630 Flugstunden war er relativ unerfahren. Wie der stern erfuhr, gab es bei der Lufthansa intern Gerüchte, dass er mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte.

http://www.stern.de/panorama/germanwings-absturz-co-pilot-liess-maschine-mit-absicht-abstuerzen-2182935.html


von PowerAM - am 26.03.2015 13:18
Zitat
RheinMain701

Naja, man kann die andere Person theoretisch mit dem im Cockpit vorhandenen Feuerlöscher ersticken.

In manchen Cockpits gibts sogar eine Axt, allerdings fuer den Fall, der man muesse sich nach einem Unglueck aus der Maschine befreien. Bei dem Malaysia Flug kam oefter die Theorie mit der Axt ins Spiel....

Zitat

Nach einem normalen Selbstmord sieht mir das aber auch nicht aus. In aller Regel wollen Selbstmörder eben keine anderen Menschen mit in den Tod nehmen.
Es sei denn, man hatte Streit mit dem Arbeitgeber.


Der Copilot duerfte geisteskrank gewesen sein anders kann man sich das nicht erklaeren. Aehnlichen Fall gab's mal bei einem Transatlantikflug der Egypt Air. Hier waren aber eher Streit mit Arbeitgeber oder religioese Motive als Tatmotiv im Gespraech.

von 102.1 - am 26.03.2015 13:31
Sehr erschreckend finde ich hier mal wieder das mit dem Verhalten der Leute. Schon als die allerersten Meldungen über einen Flugzeugabsturz die Runde machten gingen bei Facebook und Twitter massenweise Kommentare rund das die böse böse Presse das jetzt wieder bis zum Erbrechen ausschlachtet und keine Rücksicht auf die Hinterbliebenen genommen würde. Dabei war es genau anders herum. Eben beschwerte sich ein französischer Polizist der am Unfallort eingesetzt war im französischen Fernsehen das sie mehrfach Personen festnehmen mussten die die Absperrungen durchbrachen nur um irgendwelche Fotos vom Unfall zu schießen. Das muss man sich mal vorstellen! Da gibt es Spinner die fahren Hunderte Kilometer, plagen sich durch unwegsames Gelände und legen sich dann noch mit den Einsatzkräften vor Ort an nur um ein paar perverse Handybilder zu knipsen die sie ins Internet stellen oder verkaufen können. Auch von Deutschen Medien seien mittlerweile mehrfach Meldungen eingegangen das ihnen solche Bilder und sogar Videos angeboten wurden. Bisher habe aber niemand solche Bilder gekauft.

Und als ob das nicht reichen würde hat auch noch ein eindeutig verrückter etliche Fotos dieses Co-Piloten auf Facebook und gleichzeitig auf Twitter veröffentlicht inklusive vollem Namen und Adresse! :eek: :wall: Da hält sich die Skandalpresse mal halbwegs zurück und dann kommen alle hirnamputierten Wichtigtuer in ihrer Gier nach Likes und Klicks aus ihren muffigen Löchern gekrochen und hauen voll auf die Kacke. :wall:

von Spacelab - am 26.03.2015 15:45
Hier gab es gestern einen brennenden LKW auf einer Zubringer-Autobahn (A293). Da hat doch tatsächlich jemand auf dem Seitenstreifen angehalten und ist ausgestiegen zwecks Filmerei.
Anschließend fuhren auf der Gegenfahrbahn noch 4 Fahrzeuge ineinander. Alles zum Glück ohne Verletzte.

Auf der A1 wird seit Montag der Spieß umgedreht: Die Polizei filmt die Gaffer zurück. Sofern der Fahrer per smartphone etc. gefilmt hat, gibt es in Kürze einen Bescheid über 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg.
http://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/blaulicht/polizei-filmt-unfall-filmer-auf-autobahn-crash-filmer-im-sucher_a_25,0,1616654410.html

von iro - am 26.03.2015 15:58
Zitat
CBS
Angeblich war dieses Tür-Sicherungssystem in diesem Flieger noch eines älterer Bauart, wo man von außen überhaupt keine Notfallmöglichkeit hat. Finde den Zeitungsartikel hierzu nicht mehr, vielleicht war es auch keine korrekte Wiedergabe.

Ein lesenswerter Beitrag zur aus dem Ruder gelaufenen Terrorabwehr:

http://www.austrianwings.info/2014/05/verriegelte-cockpittueren-notwendigkeit-oder-gar-sicherheitsrisiko/

Danke für diesen Link! Interessant für mich, der defintiv von Flugzeugtüren keine Ahnung hat, das gebe ich gerne zu.
Da kann es für einen, mich, beruhigend sein, daß man normalerweise nicht fliegen muß. Aber selbst wenn man sich auf die Bahn auch auf Langstrecke einschießt: Was ist, wenn ein solcher Mensch zunächst an einem auf Halt zeigenden Signal anhält um dann wieder loszufahren, sowie zuvor das Vorsignal ebenso entsprechend quittiert? Machen wir uns nichts vor: Jetzt war es wohl die Tür, aber es werden sich weitere Möglichkeiten finden. Der Mensch ist und bleibt bekanntlich das gefährlichste Tier. Aber halten wir bitte auch fest: Bisher ist es "nur" :rolleyes: sehr wahrscheinlich, aber nicht 100% erwiesen!
Aber wie soll ein Angehöriger mit derartigen Erkenntnissen umgehen? "Statistik" und damit auch Technik wie von mir bereits einmal geschrieben scheidet aus. Man kann somit schonmal keinen Trost darin finden, daß man aus diesem Vorfall soweit technisch lernen könnte, daß es anderen nicht mehr widerfährt. Oder auch: Opferangehörige von Organspendern können immerhin darin Trost finden, daß jetzt andere überleben. Aber hier?

von Thomas (Metal) - am 26.03.2015 16:36
Zitat
DH0GHU

Mich wundert es schon ein bischen, dass die Situation "Attentäter sitzt schon im Cockpit und sperrt Besatzung aus" nicht bei der Einführung des "sicheren" Cockpitzugangs als Möglichkeit erkannt wurde...


In den USA haben immer Zwei Leute im Cockpit zu sein, per Gesetz. Geht einer der beiden Piloten aufs Klo, muss ein Flugbegleiter ins Cockpit.

Ich bin auch sehr ueberrascht, dass es dieses Gesetz in Europa nicht gibt. Vermutl. wird dies nun quasi "beschlossene Sache" sein. Offenbar muessen erstmal solche Dinge geschehen, dass man etwas tut.

Was mich mehr beschaeftigt, ist, was waere gewesen, wenn der Pilot nicht aufs Klo gegangen waere, oder erst zu einem spaeteren Zeitpunkt? - also nicht ueber den Alpen, sondern irgendwo in der Naehe dicht verbautem Gebiet? Bei diesem Gedanken kommt mir noch mehr Grauen.

Der Co-Pilot konnte ja auch bei seiner Aktion nicht planen, wann der Pilot aufs Klo gehen wuerde, also muss die Tat eine gewisse Spontanitaet gehabt haben.

von 102.1 - am 26.03.2015 16:57
Zitat

Mich wundert es schon ein bischen, dass die Situation "Attentäter sitzt schon im Cockpit und sperrt Besatzung aus" nicht bei der Einführung des "sicheren" Cockpitzugangs als Möglichkeit erkannt wurde...

Erkannt sicher schon. Aber man geht wohl davon aus das mehr Attentäter draußen vor der Tür stehen als drinnen im Cockpit sitzen. ;-)

Egal wie man etwas sichert, es wird immer Leute geben die ein System überlisten und so böses anstellen können. Sich fortbewegen ist IMMER höchst gefährlich. Menschliches Versagen, absichtliches missbrauchen von Technik für böses, technisches versagen... Statistisch gesehen ist die Gefahr auf dem täglichen Arbeitsweg umzukommen um ein zigfaches größer als bei einem Flugzeugabsturz zu sterben. Im normalen Straßenverkehr kommen jährlich Tausende ums Leben. Das sieht leider keiner mehr.

@WiehengeBIERge: Naja das ist halt das was man auf dem Voicerecorder hört. Außerdem musste der Copilot jedes mal wenn der Pilot draußen an der Tür den Entriegelungscode eingegeben hat innerhalb von 30 Sekunden den Schalter auf "Lock" stellen sonst wäre die Tür aufgegangen. Und ohnmächtig auf dem Schalter liegen geht nicht da dieses jedes mal aktiv auf "Lock" gedreht werden muss. Außerdem soll man den Copiloten ganz normal atmen und hantieren gehört haben.

von Spacelab - am 26.03.2015 17:15
Zitat
Spacelab


@WiehengeBIERge: Naja das ist halt das was man auf dem Voicerecorder hört. Außerdem musste der Copilot jedes mal wenn der Pilot draußen an der Tür den Entriegelungscode eingegeben hat innerhalb von 30 Sekunden den Schalter auf "Lock" stellen sonst wäre die Tür aufgegangen. Und ohnmächtig auf dem Schalter liegen geht nicht da dieses jedes mal aktiv auf "Lock" gedreht werden muss. Außerdem soll man den Copiloten ganz normal atmen und hantieren gehört haben.


Die Frage die ich mir noch gestellt habe, ist ob der Copilot vielleicht irgendeinen anderen Anfall oder sonstiges gesundheitliches hatte, dass er noch geatmet haette, sonst aber komplett handlungsunfaehig war. Der Schalter auf "lock" ging vielleicht waehrend seines Anfalles?

Am Ende muss ich davon ausgehen, dass die Auswertung des Beweismaterials des Voicerecorders keine Zweifel der Experten offen laesst und alle Fragen eindeutig beantwortet wurden. Somit deutet alles auf Vorsaetzlichen Mord und auch Selbstmord hin.

Der Flugschreiber ist ja weder gefunden noch ausgewertet worden.

von 102.1 - am 26.03.2015 17:41
Ich bin mittlerweile doch ziemlich geschockt.
Am Dienstag Abend hatte ich erst im DLF während der Heimfahrt von der Arbeit von dem Absturz gehört und nach der ersten detaillierten Schilderung des Ablaufs sofort gedacht : "Das war Absicht". Konnte mir das aber bei 2 Piloten im Cockpit nicht vorstellen.
Dass das Ganze sich bei dem jetzt rekonstruierte Ablauf tatsächlich so abgespielt hat, macht mich fassungslos.
In der Tat kann man mit dem richtigen Hintergrundwissen jedes Sicherheitssystem überlisten, und für seine Zwecke oder Ziele missbrauchen. Dass dabei unschuldige Menschen sterben müssen, ist die größte Sauerei.

Nun sollte man auch die Frage nach der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines neu stellen.

von Saarländer (aus Elm) - am 26.03.2015 17:58
Zitat
Habakukk
Zitat
102.2
Die Frage die ich mir noch gestellt habe, ist ob der Copilot vielleicht irgendeinen anderen Anfall oder sonstiges gesundheitliches hatte, dass er noch geatmet haette, sonst aber komplett handlungsunfaehig war. Der Schalter auf "lock" ging vielleicht waehrend seines Anfalles?


Es sind halt schon ein paar viele Sachen, die da passiert sind:
- Sinkflug eingeleitet unmittelbar nachdem der Pilot das Cockpit verlaesst (warum?)
- Aktives Blockieren der Tuer
- Keinerlei Reaktion

Wie wahrscheinlich ist es da, dass da nicht volle Absicht dahinter stand?


Wie gesagt, ich habe Absicht auch wenig bezweifelt. Fuer mich war das nur eine Frage, eine Moeglichkeit, nichts mehr als das.

Extrem finde ich, dass es seitens des Co-Piloten abolut keine Reaktion, keine Worte mehr gab, nichts. Selbstmoerder hinterlassen meist etwas, irgendetwas. Nachdem "Abschiedsbrief" nicht den Absturz nicht ueberlebt haette, waere seine Stimme auf dem Voicerecorder die andere Alternative gewesen, nur da gab's aboslut nichts. Nichtmal ein Streitgespraech, laute Worte durch die verschlossene Tuer mit dem Piloten, nichts. Ich finde das einfach nur seltsam.

Vielleicht gibt die Durchsuchung seiner Wohnung/Haus irgendwelche Hinweise darauf.

von 102.1 - am 26.03.2015 18:04
Ich habe selbst einen Bekannten ( gehabt ), der nach 3 Monaten Behandlung "geheilt" entlassen wurde und 1 Tag später daheim Selbstmord begang. Ein Drama für die Familie.
Kein Abschiedsbreif, nichts. Einfach weg.
Ein Psycho-Doc erklärte mir heute, dass es für solche Menschen keine normale Erklärung gibt. Es gehen andere Gedanken im Hirn vor, die wir "Normalos" einfach nicht haben können. Es ist für diese Menschen so, dass sie das Ableben anderer Menschen ausgrenzen oder gar als "Erlösung für eben diese " ansehen.

Die USA hat scharfe Vorschriften, da gibt es kein "bin mal alleine im Cockpit".

149 unschuldige Menschen ..... bin fassungslos.

von sup2 - am 26.03.2015 18:27
Zitat
Spacelab


Und als ob das nicht reichen würde hat auch noch ein eindeutig verrückter etliche Fotos dieses Co-Piloten auf Facebook und gleichzeitig auf Twitter veröffentlicht inklusive vollem Namen und Adresse! :eek: :wall: Da hält sich die Skandalpresse mal halbwegs zurück und dann kommen alle hirnamputierten Wichtigtuer in ihrer Gier nach Likes und Klicks aus ihren muffigen Löchern gekrochen und hauen voll auf die Kacke. :wall:


Verstehe ich auch nicht warum man 100 Fake Facebookseiten mit seinen Bild, Adresse und co. veröffentlichen muß. Er ist tot! Was soll das bringen?:rolleyes:
Wer sowas macht, unterstützt denn Täter indirekt doch?! Nur für paar 100 virtuelle „Seite gefällt mir“ und „Daumen Hoch“ zu bekommen, wo die meisten eh nur drauf drücken, weil sie der Meinung sind, das zu müßen... :wall:
Außerdem nehmt durch die Bekanntgabe seiner Adresse, billig im kauf, das Hätzjagt gegen eine Familie, Verwandtschaft, Freunde und Nachbarn betrieben wird, die nichts dafür können für seine Tat. Einfach nur Verantwortungslos. Da fahren dann manche hin und machen dort dann Selbstjustiz. Menschen die jetzt Selbstjustiz sowie solche Seiten ins Netz stellen, sind selber auch nicht besser als der Pilot, der sich umgebracht haben sollte... Auch Verstehe ich nicht, warum Facebook die ganzen Fakeseiten nicht löscht, immerhin enthalten diese Seiten, Hassbotschaften sowie sind diese Seiten unangemessen und geschmacklos. :kotz:

von Kohlberger91 - am 26.03.2015 19:21
Zitat
fatal error
Ja, anhand der Atemgeräusche meinen die Experten er wäre bei Bewußtsein gewesen und man könne einen medizinischen Notfall wie einen Herzinfarkt ausschließen. Das stärkste Indiz ist aber wie Spacelab schon schreibt das aktive Verhindern der Türöffnung per Notfallcode von außen durch Betätigen der "lock" Position vom Türöffner, was man erst machen kann, wenn der Türöffnungscode bereits eingegeben ist und nicht durch einen leblosen Körper, der eventuell auf dem Schalter liegt, per Zufall geschehen kann.
Ich denke auch in Richtung "IS" ? Wer weiß was in den sein Kopf ab ging.Auch wenn gesagt wurde, es ist Unwahrscheinlich ein Anschlag.

von Anonymer Teilnehmer - am 26.03.2015 19:56
Zitat
102.2
Extrem finde ich, dass es seitens des Co-Piloten abolut keine Reaktion, keine Worte mehr gab, nichts. Selbstmoerder hinterlassen meist etwas, irgendetwas. Nachdem "Abschiedsbrief" nicht den Absturz nicht ueberlebt haette, waere seine Stimme auf dem Voicerecorder die andere Alternative gewesen, nur da gab's aboslut nichts. Nichtmal ein Streitgespraech, laute Worte durch die verschlossene Tuer mit dem Piloten, nichts. Ich finde das einfach nur seltsam.

Vielleicht gibt die Durchsuchung seiner Wohnung/Haus irgendwelche Hinweise darauf.


Naja, das ganze kann er ja kaum von vornherein exakt so geplant haben. Was wäre gewesen, wenn der Pilot eine Stunde später aufs Klo gegangen wäre oder gar nicht? Ich glaube nicht, dass dem Copiloten wirklich beim Start schon klar war, dass das der Tag sein wird, an dem es wirklich passiert.

Es war einfach eine Gelegenheit, die er wohl spontan genutzt hat. Ich denke, es hat sicher schon einige Zeit in ihm gebrodelt, denn komplett aus heiterem Himmel macht man sowas natürlich auch nicht. Wer weiß, bei wievielen Flügen zuvor er schon nahe dran war, so etwas zu tun? Wer weiß, ob jemals was passiert wäre, wenn sich ihm diese eine Gelegenheit nicht geboten hätte?

Seltsam finde ich halt v.a., dass man den Tod so vieler Menschen in Kauf nimmt, nur um sich selber das Leben zu nehmen. Aber das tut jemand, der sich mit dem Auto aufs Bahngleis stellt, wohl auch. Schlimm sowas!

Und zu den Medien noch: es waren ja nicht nur irgendwelche privaten Arschlöcher auf Facebook, über die man nur noch den Kopf schütteln kann. Schon in einem der ersten hier verlinkten Artikel einer Tageszeitung von heute mittag wurde ja der komplette Name und Herkunftsort des Copiloten genannt. Da war noch gar nicht so klar, dass das ganze auf Selbstmord hindeutet (auch jetzt ja noch nicht, man spricht ja nur von Wahrscheinlichkeiten).

Wenn derjenige nicht gerade Müller oder Mayer heißt und in einer Millionenstadt wohnt, ist das vollkommen fahrlässig von den Medien, auch den Angehörigen gegenüber, die wahrscheinlich nun Polizeischutz benötigen, wenn sie wieder heim kommen. Gibt es da gar keine Moral mehr?

Und dass die ARD am Tag 2 (also gestern abend) *nochmal* einen Brennpunkt brachte, obwohl es ABSOLUT NIX neues zu berichten gab, fand ich auch unter aller Kanone.

von Habakukk - am 26.03.2015 22:04
BR-Klassik-Nachrichten um 07, hier aus dem BR Webangebot zitiert:

Laut "Bild"-Zeitung gehen die Ermittler davon aus, dass sich der Co-Pilot wegen schwerer Beziehungsprobleme mit seiner Freundin in einer "persönlichen Lebenskrise" befand.

Vielleicht sollte man mal über diese ach so tolle Straight Edge Leistungsgesellschaft "keine Macht den Drogen" :sneg: diskutieren. Besonders als Pilot bleiben die sonst "üblichen Auswege/Abreagieren" in solchen Situationen versperrt, das würden "medizinische Kennwerte" sofort offenbaren. Und dann wäre er in der nächsten Sackgasse (Job los, kein Geld, Abstieg). 149 andere haben dafür jetzt mit ihrem Leben bezahlt.

von Thomas (Metal) - am 27.03.2015 07:05
Und sich vor einem Flug erst mal eine Tüte reinziehen oder eine Glücklichmachpille einwerfen wäre die Lösung? "Oh schau mal... Wie lustig! Ein Berg..." :eek: :bloed: Vielleicht sollte man viel eher mal die ganze Personalstrategie der Airline überdenken. Denn tagelang irgendwo auf der Welt in einem Hotel Bereitschaftsdienst aussitzen statt Zuhause bei den liebsten zu sein ist auch nicht gerade förderlich für das geistige Wohlbefinden.

Nervig sind diese ganzen Wichtigtuer in den Medien die von Tuten und Blasen nicht den geringsten Schimmer haben aber unbedingt mal vor die Kamera und/oder das Mikrofon wollen. So behauptete gestern Abend auf n-tv ein Mensch der sich als "Luftfahrtexperte" vorstellte das es ja nicht sein kann das man von außen nicht ins Cockpit hinein kommt. Er fordere eine Notentriegelung für den Ernstfall. Als dann der Moderator meinte das es doch so etwas gäbe und die Sache mit dem Entriegelungscode erklärte wurde dieser komische "Experte" ganz kleinlaut und stammelte nur noch herum. :rolleyes:

Einfach mal auf den Medien herumzuhauen ist vielleicht die Sache am falschen Ende angepackt. Heute morgen wurde genau das in der Kommentarspalte der Saarbrücker Zeitung aufgegriffen. Der stellvertretende Chefredakteur der heute diesen Kommentar schrieb berichtete von einem Kollegen und persönlichen Freund der beim WDR in der Nachrichtenredaktion arbeite und der im Falle des Airbus Unglücks für das "Social Media" zuständig sei. Dieser erzählte das er sehr viele Beschwerden erhalten habe warum die ARD so langsam und vor allem so vorsichtig sei. Die Privaten, N24 und n-tv, aber auch das Internet würden viel mehr Bilder und Filme vom Unfallort zeigen, hätten schon private Bilder des Copiloten veröffentlicht und so weiter... Warum man denn für einen so laschen Journalismus jeden Monat gezwungenermaßen Gebühren bezahlen müsse. Ironischerweise wären das aber genau die Leute die offiziell auf Facebook und Twitter diese "Die Presse soll sich respektvoll zurückhalten" Sprüche posten würden. Alle wären gierig auf Neuigkeiten und wollen gaffen. Aber zugeben tut es keiner und öffentlich sagen sie zur Presse "Pfui!". Das sei wie auf der Autobahn. Jeder sagt "Pfui Gaffer!". Aber wenn auf der Gegenfahrbahn ein Unfall passiert ist steigen sie voll auf die Bremse und zu glotzen.

von Spacelab - am 27.03.2015 08:43
Zitat
Spacelab
Und sich vor einem Flug erst mal eine Tüte reinziehen oder eine Glücklichmachpille einwerfen wäre die Lösung? "Oh schau mal... Wie lustig! Ein Berg..." :eek: :bloed:

Nein, das meinte ich auch nicht. Ich bestimmt nicht die angeblich so gute alte Zeit, wo dann auf dem Grabstein zu lesen ist "der Kinder, Frau und Orgel schlug". Ein Beispiel: Nehmen wir mal man möchte in dieser Situation eine (legale!) altbewährte Spülung durchführen. So, daß der Alk natürlich vor einem Einsatz wieder abgebaut ist, das setze ich einmal voraus. Mit entsprechender Häufigkeit ist dies deutlich nachweisbar und wird angesprochen werden, auch wenn sonst nie ein Fehlerverhalten vorliegt.

von Thomas (Metal) - am 27.03.2015 09:35
Da wären wir wieder bei dem was ich ja auch schon gesagt habe. Die ganzen Airlines müssten mal ihre Personalstrategie überdenken statt diese immer wieder zu verschärfen. Der Druck auf Piloten und Copiloten ist sicher nicht unerheblich.

Eben meinte ein ehemaliger Pilot im Radiointerview dass das mit der "immer 2 Mann im Cockpit" Regel nur ein Feigenblatt sei. So nach dem Motto "Wir müssen jetzt etwas tun weil die Öffentlichkeit es verlangt". Denn der Pilot meinte das wenn jemand entschlossen sei ein Flugzeug zum absturz zu bringen, dann hält ihn sicherlich kein normaler Flugbegleiter auf. Denn ohne das der Flugbegleiter es direkt merkt kann ein tödlicher Kurs eingegeben und die wichtigsten manuellen Steuerungen durch den Autopilot gesperrt werden. Um das alles zu umgehen und selbst einzugreifen müsse der Flugbegleiter schon einen Pilotengrundlehrgang mitgemacht haben. In Amerika habe sich diese Regel sogar schon zwei mal als Sicherheitslücke entpuppt. Beide male sei so schon mal ein Unbeteiligter ins Cockpit gelangt.

von Spacelab - am 27.03.2015 11:42
Zitat
Spacelab
Denn der Pilot meinte das wenn jemand entschlossen sei ein Flugzeug zum absturz zu bringen, dann hält ihn sicherlich kein normaler Flugbegleiter auf. Denn ohne das der Flugbegleiter es direkt merkt kann ein tödlicher Kurs eingegeben und die wichtigsten manuellen Steuerungen durch den Autopilot gesperrt werden. Um das alles zu umgehen und selbst einzugreifen müsse der Flugbegleiter schon einen Pilotengrundlehrgang mitgemacht haben. In Amerika habe sich diese Regel sogar schon zwei mal als Sicherheitslücke entpuppt. Beide male sei so schon mal ein Unbeteiligter ins Cockpit gelangt.


Ich denke, etwas hilft es schon.

Der normale Flugbegleiter ist ja auch nicht dumm, d.h. den Schalter der Tuerverriegelung wird er sicherlich kennen, und umschalten koennen, sodass der Pilot reinkommen kann.

Selbst das Flugzeug steuern kann der Flugbegleiter natuerlich nicht, aber er kann den Co Piloten vor moeglichem Unsinn abhalten, oder ins Gespraechverwickeln, im Ernstfall gaebe es nur eine Rauferei wegen der Bedienung der Schalters. Dann kaeme der Pilot ohehin wieder ins Cockpit.

Den Passagieren muss ja auch uebel geworden sein, als sie merkten, dass der Pilot mit der Axt auf die Tuere losgeht. Spaetestens dann hat jeder gemerkt, dass etwa ordentlich nicht passt.

von 102.1 - am 27.03.2015 11:53
Wieviele Leute machen z.B. eine Pilotenausbildung, werden aber nie aktive Piloten, sondern landen in anderen Bereichen, oder werden vielleicht am Ende eben Flugbegleiter. Auch wenn die Vorgaenge im Cockpit komplex sein moegen: es sind ja immer wiederkehrende Vorgaenge, die auch ein Flugbegleiter ohne Vorkenntnisse nach 10 Jahren Job zumindest in Grundzuegen vielleicht mitbekommen haben koennte.

Ich wuerde also nicht unterschaetzen, dass vielleicht auch so mancher Nichtpilot zumindest gerade so viel Ahnung hat, dass es reicht, einen Flieger zum Absturz zu bringen.

Auch ein Flugbegleiter kann gehoerig einen an der Klatsche haben ohne dass es gross auffaellt. Ich vermute sogar, dass Piloten deutlich genauer unter die Lupe genommen werden als das andere Bordpersonal. Diese Regelung ist also auch keine Garantie, dass nix passieren kann. Vielleicht holt man sich mit dem Flugbegleiter als Pilotenvertretung im Cockpit ja gerade den Menschen rein, der den verbliebenen Piloten ueberwaeltigt und das Ding abstuerzen laesst?

Gegen sowas gibt es keine 100%ige Sicherheit.

von Habakukk - am 27.03.2015 12:02
Zitat
fatal error
Neuigkeiten von der Hausdurchsuchung beim Co Piloten:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/germanwings-absturz-co-pilot-war-fuer-unglueckstag-krankgeschrieben-a-1025956.html

Die Anzeichen verdichten sich, daß er psychisch erkrankt war. Er hat wohl auch eine Krankschreibung für den Unglückstag geheim gehalten, hätte also gar nicht fliegen dürfen.


Fuer mich waeren noch folgende Fragen unbeantwortet:

Die Tuer zum Cockpit ist auch durch einen Code gesichert ( welche durch den Schalter nochmal blockiert werden kann). Hat der Pilot als ersten Versuch nicht den Code verwendet? Warum nicht? warum hat er erst geklopft? und dann gleich zur Axt gegriffen?

Ich dachte immer die Axt sei auch im Cockpit? und nicht wo anders im Flugzeug?

Angeblich wurde auch die Atmung des Copiloten gehoert? Bei Fluglaerm? Ob dies der Voicerecorder aufnehmen kann, weis ich nicht?

von 102.1 - am 27.03.2015 16:13
Also angeblich habe der Pilot geklingelt und als dann nicht geöffnet wurde geklopft. Vielleicht dachte er der Summer sei defekt oder so. Es öffnete dennoch niemand. Dann wird vermutet das dem Piloten aufgefallen ist das sie sich im Sinkflug befinden und sein sechster Sinn schlug Alarm. Erst dann griff er zur Axt.

Der Voicerecorder zeichnet mehrere Spuren auf. Da sind nicht nur Mikrofone im Cockpit verteilt die trotz Fluglärm glasklare Aufnahmen machen, sondern es wird auch alles aufgezeichnet was die Headsetmikros aufnehmen. Auf N24 wurde gestern mal so eine Aufzeichnung vorgespielt und es ist schon fast beängstigend wie extrem viele Details man da trotz Umgebungslärm heraus hören kann. Vom Voicerecorder wird deshalb auch gezielt auf einer extra Spur der Umgebungslärm aufgezeichnet damit man das später per DSP heraus rechnen kann.

von Spacelab - am 27.03.2015 16:38
Ein juristisches Beispiel für Arbeitsunfähigkeit und Kündigung
An dieser Stelle bleibt natürlich dringend festzuhalten, daß das mögliche eigene Karriereende niemals gegen die Unversehrtheit anderer abgewogen werden darf im Sinne von "ich fliege doch, es geht irgendwie". Ganz davon abgesehen, daß viele Unternehmen dann versuchen einen solchen Mitarbeiter auf andere Posten zu bekommen, es also nicht das Ausscheiden und der persönliche Absturz ins Bodenlose sein muß. Aus dem Bauch würde ich mal vermuten daß LH und CO da sehr gute Arbeitgeber sind.
Vieles begünstigt natürlich psychische Probleme: Sicher, gewisse, hier auch ganz bestimmt gut bezalte Tätigkeiten verlangen auf Grund des Einsatzortes einen Umzug und damit eine Trennung vom gewohlten Umfeld. Mit den Kumpels abends dann den Frust mit ein paar Bier spülen geht dann nicht. Aber, so bleibt zu fragen, geht das weiterhin so wenn man Familie hat? Oder sich die Interessen der Freunde ändern, man sich über die Zeit auch da auseinanderlebt? Insbesondere: So wie früher und ist das erstrebenswert? Was sicherlich erstrebenswert ist, wäre ein soziales Umfeld (am neuen Wohnort) in dem man eingebunden und angekommen ist. Hiermit sah es wohl eher schlechter aus, was aber in der Großstadt allgemein schwierig sein dürfte, schließlich lebt da bekanntlich jeder für sich selbst. Auch auf manchem Dort geht das nicht, weil man von außen niemals richtig hineinkommen wird.

von Thomas (Metal) - am 27.03.2015 20:20
Ich hörte die erste Meldung vor vier Tagen schon 70 Minuten nach dem Unglück auf hr-info und mein erster Gedanke war: Was? Barcelonnette? Das ist doch der kleine Ort mit den Mexikanern, wo du noch vor einem halben Jahr einen schönen Nachmittag und eine Nacht in den Bergen verbracht hast. Zwei Wochen nach eben diesem (To)Urlaub war es ähnlich, als St. Martin Vesubie durch die Medien ging und erst Protest-, dann leider Gedenkmärsche zum IS-Opfer Herve Gourdel, einem Sohn der Stadt, gezeigt wurden. Da sieht man noch die urigen, engen Altstadtgassen, wo man noch vor ein paar Tagen herumschlenderte. Damals das. Und jetzt das. Was kommt als nächstes? :rolleyes:

Phoenix war in diesen schlimmen Tagen auch meine erste Wahl. Beim Durchzappen der spanischen und frz. Astra-Programme (was ich eher selten mache), fiel mir als Öffi-Gucker spätestens am Tag 2 schon nach wenigen Minuten auf, wie leichtfertig der volle Name des Co-Piloten genannt wurde und wie wenig später schon das Elternhaus, von der Presse umlagert, gezeigt wurde. Wenig respektvoll. Verglichen mit dem Geiseldrama von Gladbeck aber noch erträglich, zumindest für Nichtbetroffene...

von Erich Hoinicke - am 28.03.2015 10:50
Zitat
rolling_stone
Gerade die Hessen nehmen gerne noch angrenzende Städte mit. Ich kann mich noch erinnern, wie HR3 mal eine Veranstalung in Mannheim beworben und das als Powered by HR3 dargestellt hat.

[OT]
Was spricht dagegen, vor allem wenn es so grenznah ist daß es für das angrenzende Hessen von Interesse ist? SWF3 macht(e) das schließlich auch schon immer und genau genommen machte das den Sender groß. Aber da würden wir in das Thema Overspill einmal abgleiten.

Zitat aus dem Focus
Ein Fahnder erklärte zudem, dass bei der Durchsuchung der Wohnung des Copiloten viele Medikamente von den Beamten sichergestellt werden konnten. Diese sollen der Behandlung von psychischen Erkrankungen gedient haben.

Es jedoch keine Hinweise auf Rauschmittel oder eine Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol.

Na dann paßte doch die Welt... :rolleyes:

von Thomas (Metal) - am 28.03.2015 19:33
Zitat
fatal error

Tenor:

Zitat

Gegen einen geisteskranken, zum Selbstmord entschlossenen Piloten ist eine Stewardess machtlos.

Nicht nur in der Fliegerei. al-Kaida haben uns das schon lange gelehrt. Derjenige geht auf's Ganze und wird auch einen, für außenstehende übermächtigen, Dritten ebenso angehen und besiegen. Der Mensch als entsicherte Waffe im Einsatz, nichts anderes.
Die Frage ist: Wie erkennt man dies? Vermutlich gar nicht, man kann nicht in den (kranken) Kopf hineinsehen. Und nach außen paßt ja alles. Von wegen "Freddy Krüger ist ein Freund von dir", oder in diesem Fall etwa doch und in die Tat umgesetzt, weil nicht weiter nach außen bekannt, nicht von Menschen die es wußten weitergegeben? Aber was gibt man weiter? Man will ja kein falsches Zeugnis geben und niemanden schaden. Meint er es wirklich so. Fragen über Fragen und niemals mehr eine Antwort.

von Thomas (Metal) - am 28.03.2015 21:25
Nach Ansicht eines Kollegen, der früher einen auch zur Passagierbeförderung befähigenden Pilotenführerschein besaß, spricht gehen einen Suizid, dass die Atmung des Copiloten auf dem Voicerecorder ganz normal war. Wenn er bei vollem Bewußtseit gewesen wäre, wäre die wohl doch etwas heftiger. Beim Höhenregler könnte er im Delirium die 96 Fuß mit der Normhöhe 96000 verwechselt haben.
Ursache (oder mindestens Verstärkungungsfaktor im Hinblick auf die psych. Erkrankung) für's Delirium könnten giftige Öldämfe seine, die vom Triebwerk über die Lüftung ins Cockpit gelangen. Da gab es auch schon ein paar Vorkommnisse, z.B. http://www.austrianwings.info/2015/02/offenbar-oeldaempfe-in-cockpit-von-germanwings-a320/
Die Beseitigung dieses Riskos würde für die Luftfahrtbranche wohl immense Kosten verursachen.

In jedem Fall halte ich die die Medien dominierende Behauptung für sehr fraglich, dass der Koopilot die Maschine willentlich und in voller Absicht ohne äußere Einflüsse gegen den Berg gesetzt hat.
Die Medien (verständlicherweise auch die Angehörigen) wollen schnelle, einfache Erklärungen, die die franz. Staatsanwaltsch geliefert hat und ein toter Beschuldigter kann schwer widersprechen...

Seltsam und widersprüchlich auch die Berichterstattung über den Flugdatenschreiber. Angeblich wurde die zweite Blackbox ja am Mittwoch morgen gefunden, aber die Speicherkrate war entfernt, was zu Spekulationen über mögliche Manipulationen führte. Jetzt wird in den Medien nur pauschal nach der Suche nach dem Flugdatenschreiber geredet, der Licht ins Dunkel bringen würde.

von Hagen - am 29.03.2015 20:05
Zitat
Spacelab
Na der Pilot sagte ja auch "You have Control". Und darauf hin verließ er das Cockpit und wurde nicht mehr hereingelassen weil der Copilot den Türschalter immer wieder auf "Lock" stellte. Also mir genügt das als Beweis.


Das ist noch lange kein "Beweis" dafür dass es alles Vorsatz war.
Ich habe es noch nie so wie in diesem Fall erlebt, dass Vermutungen einfach so für bare Münze verkauft werden. Vor allem so früh schon, wo noch nicht mal alles klar ist (es wurde ja nahezu unmittelbar nachdem der Stimmenrecorder ausgewertet wurde überall von "der Pilot hat..." und "Selbstmord" usw. gesprochen...
In Ordnung ist das definitiv nicht.

Es ist äußerst wahrscheinlich dass es Vorsatz war, das ist klar, aber bewiesen ist das noch überhaupt nicht (und vielleicht lässt es sich auch niemals beweisen).

von WiehengeBIERge - am 30.03.2015 15:57
Psychische Stoerung hin oder her, aber ich sehe schon, wie man jetzt in Zukunft in blindem Aktionismus jeden, der auch nur den Hauch einer Depression erkennen laesst, sofort vom Dienst suspendieren wird.

Das ist dann prima: wenn man mal eine schlechte Phase hat, weil einen vielleicht gerade die Frau verlassen hat oder ein naher Angehoeriger gestorben ist, dann kriegt man den naechsten Daempfer im Job gleich noch mit dazu. Weil man ist ja potenzieller Attentaeter/Selbstmoerder. Bravo!

Zitat
hegi_ms
Dies gilt vor allem auch für seine Angehörigen.

Fuer die ist das besonders schlimm. Ihr Sohn war ja gerade noch Opfer einer Tragoedie, jetzt ist er mutmasslicher Taeter! Die werden in ihrem Heimatort wahrscheinlich nicht mehr froh, so oder so.

von Habakukk - am 30.03.2015 16:25
Quelle
Kein Pilot kommuniziert ehrlich mit einem Flugmediziner, weil immer die Gefahr im Raum steht, für fluguntauglich erklärt zu werden", sagte der Bochumer Psychologe Raphael Diepgen SPIEGEL ONLINE. Ein Flugkapitän bestätigte das: "Der Job hängt bei so etwas sofort am seidenen Faden - insbesondere wenn es um Alkoholkonsum oder Depressionen geht."

Nur wer naiv war, freute sich ab Mitte der 90er noch über eine Ausmusterung bei der Bundeswehr. Spätestens wenn es darum ging Versicherungen abzuschließen mußten die Karten hier auf den Tisch. Kommt z. B. gut für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, gibt schöne Ausschlüsse. Und da passierte genau das was hier auch zu beobachten ist: Schweigen und Weitermachen.
Krankheit und eventuelle noch so gut Hilfen mögen schön, es wird nur der Hilfe annehmen, der auch mit den Konsequenzen lesen kann oder möchte.

von Thomas (Metal) - am 30.03.2015 16:43
Zitat
fatal error
- der "lock" Schalter der Türverriegelung wurde vom Cockpit aus betätigt, als der Pilot wieder zurück in selbiges wollte
Wodurch ist diese Behauptung ohne Flugdatenschreiber belegt außer durch die Aussage diverser "Experten", das sei immer so - jedenfalls steht dagegen die Aussage anderer "Experten", dass das eine ältere Maschine war, wo es eben nicht möglich wäre, die einmal (versehentlich oder absichtlich) veriegelte Tür von außen zu öffnen, eben auch nicht mit Notfallcode.

Was drohende Berufsunfähigkeit angeht: Als Flugbegleiter hätte er doch wieder arbeiten können, oder?

Btw. Der Name des Copiloten kam mir irgendwie bekannt vor. Ich vermute, er muss mir auf einen meiner letzten GermanWings-Flüge (solange die noch nach Schönefeld flogen) aus irgendeinem Grunde am Namensschild aufgefallen sein, sei es, weil er einem anderen Mitreisenden darüber berichtete, dass er eine Weile als Flugbegleiter arbeiten müsse, bevor er ins Cockpit darf, sei es, dass er mich von Optik, Gestus und Habitus an einen früheren Nachbarn erinnerte, dem Livestyle und Trendsport wichtig waren.

von Hagen - am 31.03.2015 21:15
Zitat
Spacelab
Und was hat er deiner Meinung nach sonst mit der Lock Taste gemacht? Ausprobiert ob sie auch funktioniert? Oder den Piloten ein bisschen necken wärend die Maschine Richtung Felswand steuert?

Wenn er die Taste gedrückt hat, heißt das noch lange nicht, dass das genau mit der Absicht geschah den Piloten nicht mehr herein zu lassen und das Flugzeug abstürzen zu lassen.


Was ich mich außerdem die ganze Zeit noch frage: Wie will man denn überhaupt an den Geräuschen zweifelsfrei erkennen, dass es überhaupt der Kopilot war, der sich da im Cockpit eingeschlossen hat und die Taste gedrückt hat?

von WiehengeBIERge - am 01.04.2015 15:26
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Letztlich ist sowieso, wie an allem in den letzten 14 Jahren, 9/11 schuld, denn nur als Folge daraus war die Cockpit-Tür nicht zu öffnen.

Siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=0YOh-rpvjYg

Sehr schön :-) .
Tja, es gibt mehrere offensichtlich Amokläufer in diesem Fall. Die direkte Schuld für die 149 + 1 steht mit sehr großer Sicherheit fest. Die indirekte...nunja, fragen wir besser nicht, denn es muß ja so sein - alternativlos, sonst kommt der Osama. Sozusagen nur ein Kollateralschaden, da kann man nichts machen... Bitte nicht fragen, die Leute wollen einfache Antworten auch da wo die Farben schwarz-rot-gold sind.

von Thomas (Metal) - am 02.04.2015 09:40
Zitat
DX OberTShausen
Bin auf die Auswertung des zweiten Flugschreibers gespannt.

Ich eigentlich nicht. Alles andere als Q. E. D. würde mich doch sehr verwundern. Das die aktuelle Faktenlage falsch sein soll erscheint mir sehr unwahrscheinlich.
Zitat
Merkwürdiges
Die vom Kopp-Verlag haben überhaupt keine Ahnung, wissen gar nicht wie etwas funktioniert und erklären sich das ganze dann halt mit einer Verschwörungstheorie.

Natürlich kann man Fragen stellen. Natürlich kann man unkoventionelle Fragen stellen. Natürlich kann man alles infrage stellen. Natürlich kann man z. B. auch behaupten man hätte dort die beiden Blackboxes deponiert usw. Aber wie wahrscheinlich ist denn sowas? :bloed: Irgendwann ist man dann soweit zu sagen, daß die Sonne sich um die Erde dreht...

Natrag:
Um einfach mal eines zu verdeutlichen: Ein erweiterter Suizid als Geisterfahrer ist nicht ungewöhnlich. Es ist eine statistische Frage bis irgendwann auch andere Mittel dafür genutzt werden. Hier hat es 149 +1 das Leben gekostet. Bittere Realität.

von Thomas (Metal) - am 02.04.2015 19:36
Mal unabhängig von der Frage, wieweit eine Depression des Co-Piloten bei seinem Handeln eine Rolle gespielt hat: Nach dem, was jetzt bekannt ist, hat er seine Tat sorgfältig vorbereitet. Es war keine unbedachte Handlung, die sich aus einer Gelegenheit spontan entwickelt hat. Es muss ihm also bewusst gewesen sein, dass mit dem wohl inszenierten, spektakulären Abgang viele andere Menschen mit in den Tod reisst.

Von einem Piloten erwarte ich nicht nur sehr gute technische und fachliche Kompetenz und körperliche Fitness, sondern auch, dass er seine Fluggäste als Mitmenschen schätzt und alles unternehmen wird, dass sie den Flug heil und hoffentlich zufrieden überstehen. Nach meinem Eindruck hat es diesem Copiloten an solchen Charaktereigenschaften gemangelt.

Mch würde es interessieren, ob und wieweit Fluggesellschaften bei der Auswahl ihrer Piloten auch deren Persönlichkeit als Kriterium berücksichtigen. Wenn jemand technisch exzellent und körperlich topfit ist, aber gegenüber den Mitmenschen teilnahmslos oder gar rücksichtslos, dann ist er nach meiner Meinung für solch einen verantwortungsvollen Job definitiv ungeeignet!

73 de Uli

von ulionken - am 03.04.2015 12:33
Und eine weitere höchst fragwürde Übersprungshandlung: Die Europäische Flugsicherung möchte die Pläne der US Flugsicherung umsetzen. Und zwar sollen alle Flugzeuge mit einer Fernsteuerung ausgerüstet werden so das sie im Notfall von einer Bodenstation aus ferngesteuert werden können. Das heißt: in Zukunft können die Terroristen ein Flugzeug abstürzen lassen ohne das sie selbst an Bord sind und dabei noch einen Tee schlürfen oder sich dabei für das nächste YouTube Propagandavideo a la IS filmen lassen. :spos: :wall: HIER mal ein entsprechendes PDF des "United States Government Accountability Office".

von Spacelab - am 26.04.2015 13:29
Zitat
Spacelab
Und eine weitere höchst fragwürde Übersprungshandlung: Die Europäische Flugsicherung möchte die Pläne der US Flugsicherung umsetzen. Und zwar sollen alle Flugzeuge mit einer Fernsteuerung ausgerüstet werden so das sie im Notfall von einer Bodenstation aus ferngesteuert werden können. Das heißt: in Zukunft können die Terroristen ein Flugzeug abstürzen lassen ohne das sie selbst an Bord sind und dabei noch einen Tee schlürfen oder sich dabei für das nächste YouTube Propagandavideo a la IS filmen lassen. :spos: :wall: HIER mal ein entsprechendes PDF des "United States Government Accountability Office".


Erstmal abwarten. Die EU hat schon öfter Versuchsballons gestartet, die zum Glück schnell wieder geplatzt sind. Wenn das allerdings durchkommt, dann können wir ja gleich die Piloten einsparen, und die Steuerung übernehmen die jeweiligen Fluglotsen.:bloed:

von rolling_stone - am 26.04.2015 14:01
Zitat
Spacelab
Und eine weitere höchst fragwürde Übersprungshandlung: Die Europäische Flugsicherung möchte die Pläne der US Flugsicherung umsetzen. Und zwar sollen alle Flugzeuge mit einer Fernsteuerung ausgerüstet werden so das sie im Notfall von einer Bodenstation aus ferngesteuert werden können. Das heißt: in Zukunft können die Terroristen ein Flugzeug abstürzen lassen ohne das sie selbst an Bord sind und dabei noch einen Tee schlürfen oder sich dabei für das nächste YouTube Propagandavideo a la IS filmen lassen. :spos: :wall: HIER mal ein entsprechendes PDF des "United States Government Accountability Office".

Meine Meinung dazu ist vermutlich nicht mehrheitsfähig. Ich wäre grundstäzlich dafür. Die Hemmschwelle von IS und Co bezüglich das eigene Leben zu verlieren würde ich doch eher als gering einschätzen. Interessanter finde ich dann doch eher wie man dies überträgt und verschlüsselt. Gerade da muß man ja nicht auf die üblichen Standards setzen. Man nehme ein einfaches IP-Sec, leichter Verschlüsselung und PSK, sowie tunnele durch das Internet dann doch hoffentlich eher nicht.

von Thomas (Metal) - am 26.04.2015 18:49
Zitat
Bolivar diGriz
Der Vorschlag ist schon ziemlich ballaballa und reiner Aktionismus.


Das hat doch immer das gleiche Schachmuster. Eine Tat findet statt, oft eine Einzeltat, und schon schrein die Politiker nach Aktionismus, die Geheimdienste nach mehr Befugnissen, etc... Am Ende ist der ganz normale gesetzeskonform lebende Buerger das Opfer des Aktionismus, denn das Problem, dass es solche Taten gibt, wird immer vorhanden sein, egal wie sehr man Aktionismus als Gegenabwehr betreibt, oder betreiben will.

Das ganze war ja nach 9/11 auch nicht anders.

Daher wundert mich, dass das Abhoeren oder Ueberwachen von Arztpraxen von Psychiatern und dgl. noch nicht angesprochen wurde. Offenbar hat man vor medizinischen Daten noch mehr Respekt, als vor Brief oder E-mail Korrespondenz.

von 102.1 - am 27.04.2015 08:36
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