Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
20
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Scrat, Erich Hoinicke, htw89, PhanTomAs, PowerAM, Saarländer (aus Elm), Robert S., zerobase now, Japhi, WiehengeBIERge, Habakukk

Is das schon wieder solange her?

Startbeitrag von Scrat am 27.07.2015 17:44

In der Kindheit war der Zeitraum zwischen den Pfingst- und den Sommerferien eine halbe Ewigkeit. 8 Wochen, wie soll man das nur aushalten? Überhaupt Zeiträume aus Kinder und Jugendsicht...
1 Jahr das war für mich fast ein Erdzeitalter. Die nie enden wollenden Sommer, die Abenteuer in den ganzen Wochen.

Mit 14 wurde man von 16jährigen blöd angemacht weil man ja noch sooo jung und unerfahren sei. :joke: Zwei fucking Jahre ^^

Noch mit 19 dachte ich das ich das Millennium ja mit schon 23 erleben werde, also soo Alt.
Die Bundeswehr verließ ich mit 22, das ist jetzt 17 Jahre her und ich weiß noch heute wie ich den letzten Appell mitmachte, mich ins Auto setzte und schon auf der Fahrt nach Hause unheimlich frei fühlte. Daheim stellte ich dann fest das ich den Generalschlüssel (Dienst beim Kasernenfeldwebel) dabei hatte den ich wieder zurückbringen musste ^^
Die Bayernkaserne in München ist seit Jahren Flüchtlingsauffanglager.

Jetzt wohne ich schon 11 Jahre wieder in Neumarkt Oberpfalz und die Zeit ist wie im Flug vergangen.
Mittlerweile hat die Zeit eine Geschwindigkeit angenommen das ich glaube Weihnachten, Ostern und Sommerfeste in einem Monat zusammen feiern zu können....

Alles in allem fühle ich meine Lebensjahre so:
1976-1989 Ein Erdzeitalter vergangen
1989-1995 Eine Ära vergangen
1995-2004 wie 15 Jahre
2004-2015 Plopp


Wie geht es euch so mit der Zeit?

Antworten:

Mir geht es da genauso: Jedes Jahr geht schneller um, die Schulzeit war noch gefühlt eine Ewigkeit, die letzten Jahre, also ab 25 aufwärts vergingen wie im Flug.

von Japhi - am 27.07.2015 18:21
Zitat
fatal disk error

Was ganz eigenartig ist (und dabei bin ich jünger als du), ist, daß ich mir heute immer öfter sage "wenn ich nochmal jung wäre, würde ich dieses und jenes anders machen" und "warum hab ich früher das nicht so gemacht".


Glaub das geht fast jedem so und ich glaube man würde das eine ausmerzen und dafür nen anderen Mist verzapfen ^^

zb. würde ich mir heute nicht mehr die alte Karre von meinem Vater vor die Tür stellen lassen wo der TÜV in 3 Monaten abläuft und ich als 19jähriger kein Geld für Reparaturen habe^^

btw. 500DM war damals ein Vermögen. Heute kosten mich manche Wochenendeinkäufe diesen Betrag.

von Scrat - am 27.07.2015 20:27
Ich kann das alles bestätigen, so ab 25 fing das bei mir an...

von WiehengeBIERge - am 27.07.2015 20:55
Ich glaube das geht jedem so. Zeitempfindung geht exponentiell. Jedes Jahr kommt einem kürzer vor. Und ehe man es sich versieht, hat man vergessen, seinen Sarg vorzubestellen. :(

von PhanTomAs - am 27.07.2015 23:14
Zitat
Scrat
Alles in allem fühle ich meine Lebensjahre so:
1976-1989 Ein Erdzeitalter vergangen
1989-1995 Eine Ära vergangen
1995-2004 wie 15 Jahre
2004-2015 Plopp


Wie geht es euch so mit der Zeit?


Exakt genauso! Angeblich liegt das ja daran, dass man als Kind staendig so viele neue Eindruecke und Erfahrungen hat und so vieles noch lernen muss, waehrend man als Erwachsener dann doch viele Dinge langsam zur Genuge kennt und seinen Alltagstrott hat und irgendwie "durch" ist mit allem was neu sein koennte.

Dann kommen mir manchmal auch so seltsame Gedanken, dass ich eigentlich jetzt vom Leben nicht mehr allzu viel zu erwarten habe. Gewisse Dinge waren mir nicht vergoennt, andere Dinge habe ich nun alle durchexerziert, letztendlich bleibt einem nun: Arbeiten bis zur Rente, dazwischen die ueblichen Freizeitaktivitaeten, etwas Familie, der ganze Alltagstrott, letztendlich liegt die spannendste Zeit irgendwie hinter einem. Eigentlich schlimme Gedanken, aber manchmal fuehle ich mich so.

von Habakukk - am 28.07.2015 07:39
Zeit ist eben relativ. Also ich empfand es als Kind auch manchmal so, dass die Zeit quälend langsam vergeht wie z.B. vor Weihnachten, Urlaub, Ferien oder Geburtstagen. Da zog sich die Zeit wie Kaugummi. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Zeit jetzt wo ich "alt" bin schneller vergeht.

Allerdings kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Freizeit deutlich schneller vergeht als Arbeitszeit. :D

Die Zeit ist und bleibt aber das grosse Mysterium. Da wurden schon ganze Abhandlungen drüber geschrieben.

Ansonsten empfehle ich mal das Musical Tabaluga und die Zeichen der Zeit anzusehen. Da wird das Thema sehr schön aufbereitet.

von zerobase now - am 28.07.2015 12:21
Spontan fällt mir eine Randbemerkung, die Prof. Heinz Haber in einer seiner Nachmittagssendungen 1969/70 gemacht hatte, ein: "Zeit ist relativ." Als 10-jähriger Knirps mit der ersten eigenen Armbanduhr hat sich mir diese Aussage deshalb so sehr eingebrannt, nicht weil er daran E=mc² erklärt hat, sondern weil er vermitteln wollte, dass für uns Menschen nicht alles exakt messbare auch als exakt gleich empfunden wird. Und tatsächlich machte er das ganz unwissenschaftlich, aber sehr glaubwürdig an seiner eigenen Erfahrung fest, dass mit dem Wissen der begrenzten Lebenszeit das verbleibende Kuchenstück immer kleiner wird. Bin jetzt selbst verwundert, dass ich dieses Schwarzweißbild über 45 Jahre lang in meinem Kopf habe...

Da gibt es sicher viel Buchmaterial zu dem Thema, das die Psychologie der Wahrnehmung auseinanderpflückt. Ich glaube sie ist individuell unterschiedlich ausgeprägt, abhängig vom Typus, den Lebensumständen und -Erfahrungen. Ein überlebender KZ-Häftling hat z.B. die Zeit nach seiner Befreiung sicher anders erlebt als ein sorgloser Sonnyboy in Jamaika.

Ja und ich schließe mich den Vorrednern an, auch mir rennt ein Jahr schneller weg als mir lieb ist. Carpe diem ist leichter gesagt als getan. Aber ein gesundes Maß an natürlicher Neugier und Optimismus, noch so viel Neues, ja auch Unbedeutendes wie Musik etwa, zu entdecken, macht mir keine Angst vorm Sandkornzählen bei der Saunauhr.

von Erich Hoinicke - am 28.07.2015 16:09
Kann ich so bestätigen,die Zeit im Kindergarten ging einfach nicht rum,ebenso die Grundschule...
In der Realschule bzw Mittelschule sah es schon etwas anders aus,die 3 Jahre Lehre vergingen dann normal würde ich sagen.
Ich merke es gerade jetzt wieder,dank dieser neuen Facebookfunktion,mit der man sich anzeigen lassen kann was heute vor einem Jahr bzw den letzten Jahren passiert ist.
Wenn ich manche bilder und Postings von mir sehe und dann die Jahreszahl,dann frage ich mich wo die letzten 1 bis 4 Jahre hin sind :eek:

von Robert S. - am 28.07.2015 19:46
Für mich ist das beste Beispiel für die Verschiebung des Zeitempfindens irgendwie Nickelodeon.
Als Kind konnte ich das Programm in der Summe nicht mal ein Jahr empfangen, trotzdem kam mir das damals wie eine halbe Ewigkeit vor und hat irgendwann zur Gründung des entsprechenden Forums geführt. Dass die "neue" Variante des Senders jetzt auch schon bald seit 10 Jahren auf Sendung ist (und damit auch das Forum) und so gesehen schon 3x so lange wie das alte kommt mir so unreal vor.
Ähnlich geht das wohl anderen mit Tele 5, das "neue" ist jetzt auch schon seit 13 Jahren auf Sendung.

Erschreckend ist auch dass ich in diesem Forum jetzt auch schon gut und gerne fast die Hälfte meines bisherigen Lebens unterwegs bin.

Zeit ist definitiv relativ. Merke ich vor allem dieses Jahr. Einerseits finde ich, die vergangenen Monate sind wie im Fluge vergangen, andererseits habe ich in diesem Jahr soviele Dinge erlebt wie schon lange nicht, bei denen ich manchmal denke, ist das wirklich erst max. 6 Monate her?

von htw89 - am 31.07.2015 13:31
Routine ist wohl der grösste Zeitfresser. In der Kindheit lernt man sehr vieles und erlebt alles neu. Nach dem Führerschein und der Ausbildung sowie früher der Bundeswehr heiratet man irgendwann und bekommt Kinder. Danach wartet man auf den Monatslohn und füllt die Zeit dazwischen mit Sex, Essen & Schlafen ;) Der von Habakukk angesprochene Alltagstrott eben.

Würde mich mal interessieren wer keine so genannte "Midlifecrisis" hat/hatte.

Tele 5 ist ein gutes Beispiel für die zeitliche Wahrnehmung. Das alte Tele 5 konnte ich erst ab September 1989 empfangen und am 31. Dezember 1992 war nach 3 Jahren und 4 Monaten auch schon wieder Schluss. Bis dahin lief bei mir damals meistens Tele 5.
Auf dem heutigen Tele 5 hab ich ausser sporadischen Ausflügen noch gar nichts gesehen...und das nach 13 (!) Jahren.

von Scrat - am 31.07.2015 17:58
Zitat
Scrat
Routine ist wohl der grösste Zeitfresser. In der Kindheit lernt man sehr vieles und erlebt alles neu. Nach dem Führerschein und der Ausbildung sowie früher der Bundeswehr heiratet man irgendwann und bekommt Kinder. Danach wartet man auf den Monatslohn und füllt die Zeit dazwischen mit Sex, Essen & Schlafen ;) Der von Habakukk angesprochene Alltagstrott eben.

Würde mich mal interessieren wer keine so genannte "Midlifecrisis" hat/hatte.


Na gut, weder Bundeswehr, Heirat oder Kinder böten mir als Einzelgänger Anlass zum Gefühl der Routine. So gesehen ist die Chance, in die Midlife-Crisis-Falle zu geraten eher gering, wenn das auch keine Garantie ist. Es gab keine Depressionen, keine Thailandreisen mit Sexeskapaden und auch sonst keine Ausreißer.

Die sind mir im weiteren Bekanntenkreis durchaus bekannt, sind in zwei Fällen Männer, die finanziell abgesichert sind und mit einer ca 30 Jahre jüngeren Fernostgeliebten ihre vergangene Jugend wiederbeleben - abseits und mit Wissen der Familie. Tja, zumindest einer unterstützt sie dank Aktiengewinnen regelmäßig mit einem mittleren dreistelligen Monatsbetrag.

Für eine Midlife Crisis hatte ich keine Zeit. Nach der Cancer-Diagnose vor fünf Jahren und dem Glück, dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen sein, erlebe ich jeden Tag danach als Geschenk, ganz ohne Erwartung, aber auch ohne Angst. Ich weiß, so ticken alte Leute, die damit rechnen, dass sie morgen nicht mehr aufwachen. Aber mit dem Wissen ticke ich auch noch wie ein 14-jähriger, der eine Lieblingsband neu für sich entdeckt hat und sie mit Herz und Seele begleitet. Gefühltes Durchschnittsalter? Irgendwas zwischen 14 und 70. Finde das gar nicht so schlecht.

von Erich Hoinicke - am 31.07.2015 21:53
So sieht das Alltagsleben ab einem gewissen Alter aus, und nicht anders:



von PhanTomAs - am 31.07.2015 22:35
Zitat

Für eine Midlife Crisis hatte ich keine Zeit. Nach der Cancer-Diagnose vor fünf Jahren und dem Glück, dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen sein, erlebe ich jeden Tag danach als Geschenk, ganz ohne Erwartung, aber auch ohne Angst.


Geht mir im Großen und Ganzen ähnlich. Das ist jetzt auch schon wieder 3 Jahre her. Für mich war die Diagnose ein einschneidender Punkt und ganz sicher das Ende meiner Kindheit/Jugend. Auf der anderen Seite hat sich meine Persönlichkeit dadurch sehr verändert und ich gehe wesentlich positiver durch die Welt als das vorher der Fall war. So gut wie jetzt ging es mir noch nie, mental gesehen.

von htw89 - am 01.08.2015 06:31
Ich bin mittlerweile auch in eine Art Midlife Crisis geraten, indem ich gemerkt habe, wie getrieben man sich über die Jahre fühlen kann, ohne irgendwie einen Ausweg zu sehen. Ich bin in eine Art technologisches Hamsterrad geraten, da beruflich mit Prüfungen im Bereich Mobilkommunikation befasst.
Vor 13 Jahren hatte ich noch mit Handys zu tun, die 2 Frequenzbänder abdeckten, und mit denen man nur Telefonieren und SMS schicken konnte. Heute unterstützen Smartphones teilweise schon so etwa 25 Frequenzbänder in verschiedenen Technologien und der Zeitdruck bei solchen Projekten ist immens groß geworden, abgesehen davon, dass jeder Technologieschritt das Aneignen neuen Wissens erfordert, nur um zu vermeiden, irgendwann mal abgehängt zu sein.
Solange einen die Neugier treibt, macht das Spaß und es fällt nicht weiter auf. Aber irgendwann stellt man fest, wie die Jahre doch verflogen sind.

Wenn man dann aber sieht, wie andere in ähnlicher Situation dann noch versuchen, Familie und Hausbau etc. unter einen Hut zu bekommen und dann im Burnout landen, sagt man sich irgendwann auch, dass man die Zeit, die man hat, bewusster verplanen sollte.

Dabei hab auch ich versucht, die Zeit aufzuhalten, in dem ich nach dem 18. Geburtstag nicht mehr weiter zählen wollte. Nächste Woche kommt bestimmt wieder jemand, um mich daran zu erinnern, dass ich nun 42 Jahre alt werde. ;-)

von Saarländer (aus Elm) - am 01.08.2015 18:28
In gut drei Wochen ist das Jahr schon um! :sozusagen:
Eben war noch Treffen im Maiental und jetzt ist gleich Weihnachten?
Wo ist die Zeit nur geblieben?! :confused:

von PowerAM - am 08.12.2015 09:43
Das sollten wir stopfen! :sozusagen:

von PowerAM - am 08.12.2015 13:48
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.