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Innerorts bald generell Tempo 30?

Startbeitrag von PowerAM am 05.01.2016 09:03

Es tut sich was:

Tagesspiegel.de: Anwohner klagt Tempo 30 auf Berliner Allee ein

Nachahmer werden bald die Gerichte mit Klagen ueberziehen und sich auf dieses Urteil berufen. Wobei bei verordnetem 30er Tempo real wohl Geschwindigkeiten um oder knapp unter 40 gefahren werden. Moege man moeglichst bald an das Berliner Ortseingangsschild die Tafel "Zone 30" anschrauben...

Antworten:

Tempo 30 ist übertrieben, statt dessen sollte man die 50 einfach nur einhalten und nicht mit 90 den Vordermann von der Straße drängen.

von pomnitz26 - am 05.01.2016 11:21
Mir geht seit Jahren der Flickenteppich aus z. T. nur einigen Metern gueltigen Tempo 30-Abschnitten auf die Nerven. Warum mal Tempo 30 gefahren werden soll und mal nicht, da fehlt sicherlich vielen Fahrzeugfuehrern die Einsicht. Aber ist mit "generell 30" dann auch alles erledigt? Oder drohen die naechsten Anwohner damit, sich Tempo 10 oder moeglicherweise generelle Verkehrsverbote nachts und an Sonn- sowie Feiertagen einzuklagen?

Mit den innerorts geltenden 40 km/h kam ich in Finnland nach kurzer Eingewoehnung ganz gut klar. Anfangs dominierte das Gefuehl, irrsinnig langsam unterwegs zu sein. Allerdings ist die Aufmerksamkeit fuer kleinste Kleinigkeiten bereits bei Tempo 40 spuerbar hoeher. Ob man es nun Ablenkung nennt oder nicht, ich hatte oefter Mal Zeit, Schilder vollstaendig zu lesen. Selbst wenn ich sie nicht verstand... :rolleyes:

Fuer ausgesprochen wichtig erachte ich, dass der vollkommen aus dem Ruder gelaufene Schilderwald ausgelichtet wird. Es muss nicht jeder Schei... beschildert werden! Dass Bruecken bei winterlichen Witterungsbedingungen u. U. glatt sein koennen, das ist mir durchaus auch ohne Schild klar! Ausserhalb von Hauptverkehrsstrassen wuerde ich generell auf Vorfahrtsregelungen verzichten. Es gilt demnach "rechts vor links" oder alternativ in Berlin das Recht des Staerkeren bzw. des Fahrers der teureren Karre.

von PowerAM - am 05.01.2016 12:12
Zitat
PowerAM
....Moege man moeglichst bald an das Berliner Ortseingangsschild die Tafel "Zone 30" anschrauben...


Dann fehlt noch das Schild "Zone Strassenschäden"

Zur Klage : Geklagt wurde ja wegen zu grosser Umweltverschmutzung, die von Berlin selbst auferlegten Grenzwerte für Feinstaub wurden eben an der Stelle überschritten. Hat vieleicht auch was mit den komischen Vorgaben aus der EU zu tun.
Ob nun ein Tempolimit was bringt, wage ich zu bezweifeln.
Man könnte ja auch einfach dieses komische Gesetz kippen, dann kann auch keiner mehr klagen :D

von Chief Wiggum - am 05.01.2016 15:05
Wenn der Verkehr die Wurzel allen Uebels ist, warum verbietet man ihn dann nicht? Am Neujahrstag haette Berlin angesichts der Messwerte Fahrverbote aussprechen muessen.

von PowerAM - am 05.01.2016 15:53
Für große Ortsdurchfahrten z.B. Bundesstraßen, die oft baulich vom restlichen Leben getrennt sind, wäre Tempo 30 einfach zu wenig. Für eine Kanalisierung des Verkehrs ("man" fährt dort, wo's am schnellsten voran geht), ist das auch eher hinderlich.

von DH0GHU - am 05.01.2016 16:17
Tempo 30 innerorts würde überhaupt nichts nützen. Die Raser wird das nicht interessieren. Lieber nur dort Tempo 30, wo es auch wirklich Sinn macht. Mal davon abgesehen fahren die meisten Leute innerorts in den 50er Zonen nicht mal die erlaubten 50 km/h.

von DX OberTShausen - am 05.01.2016 17:37
Zitat
PowerAM
Wenn der Verkehr die Wurzel allen Uebels ist, warum verbietet man ihn dann nicht? Am Neujahrstag haette Berlin angesichts der Messwerte Fahrverbote aussprechen muessen.


Man kann ja als erste Massnahme mal das Brandenburger Pendelvolk vom Berliner Verkehr ausschliessen! Das bringt ne Menge :p

von Chief Wiggum - am 05.01.2016 17:49
Wo nötig, ja. Generell? Nein! Ich hatte es schon an anderer Stelle erwähnt, dass auf meinem täglichen Pendlerweg über Land die 30er-Zonen boomen, als gäb's an Hauptstraßen nur Schulen, Kindergärten und Altenheime. Es sind ist in meinem Fall genau eine Schule.

Route Eppstein - Rüsselsheim via Hauptstraßen durch 6 Orte: 24 km
mit 6 Tempo 30-Zonen: ca 2,5 km (~10%)

Dass ich da zu verkehrsarmen Zeiten unterwegs bin, ist nun mal mein persönliches Pech. Auch wenn da 8 der 25 Ampelanlagen nicht mehr aktiv sind - die 30 km/h-Schilder und die festinstallierten Radarsäulen bleiben es.

Allein die Vorstellung, dass auch 2x2-spurige Hauptverkehrsadern auf Tempo 30 reduziert werden würden und ich mich in naher Zukunft dabei im 3. Gang bei geöffnetem Fenster mit E-Bikern über das Wetter unterhalten könnte, ... Nein danke.

von Erich Hoinicke - am 05.01.2016 17:55
Zitat
Erich Hoinicke
Allein die Vorstellung, dass auch 2x2-spurige Hauptverkehrsadern auf Tempo 30 reduziert werden würden und ich mich in naher Zukunft dabei im 3. Gang bei geöffnetem Fenster mit E-Bikern über das Wetter unterhalten könnte, ... Nein danke.


:joke: :spos:

von DX OberTShausen - am 05.01.2016 18:17
Das ist doch nicht durchdacht und vollkommener Schwachsinn hoch dreizehn. Wenn ich eine Strecke von bspw. 15 km Länge statt 50 kmh nun 30 kmh fahren muss, dann bin ich statt 18 Minuten nun ganze 30 Minuten unterwegs, also 12 Minuten mehr Umweltbelastung, weil viele dann zudem noch einen Gang höher schalten.

Manche "Lebensformen" denken echt nur soweit, wie sie einen Amboss werfen können.

von PhanTomAs - am 05.01.2016 18:25
Ich sehe das rein politisch gewollt, von div. Gruen-Initiativen. Siche auch Theodor Heuss Strasse in Stuttgart. Da ist es wenig verwunderlich wenn der Bund fuer Umwelt und Naturschutz in Deutschland diese initiative unterstuetzt.

50 hat sich fast ueberall in der westlichen Welt im Ortsgebiet etabliert. 30 ist eher nur in div. Wohngebieten ueblich oder wenn die Strassen besonders eng sind.

von 102.1 - am 05.01.2016 18:51
Bereits jetzt laeuft ein grosser Teil des Berliner Berufsverkehrs auf Nebenstrassen, weil man auf den Magistralen noch mehr im Stau steht, den irrsinnige und gegeneinander arbeitende Ampelschaltungen verursachen. Auch ich gehoere zu denen, die lieber auf Nebenstrassen mit "30" und ggf. "rechts vor links" unterwegs sind, als anderswo mehrere Gruenphasen fuer jede Kreuzung zu brauchen.

Einen grossen Teil der Berufspendler koennte man mit zuverlaessigen und zugleich preiswerten oeffentlichen Verkehrsmitteln sicherlich gewinnen. Daher sollte das Ziel eher sein, diese Verkehrsmittel attraktiver zu machen, als schlicht den Individualverkehr unattraktiver oder sogar unmoeglich zu machen. Mit den Preisen des MVV z. B. tut man Pendlern wie auch moeglichen Gelegenheitsnutzern jedenfalls keinen Gefallen. Berlin ist m. E. gerade noch ertraeglich, wenn man von den jaehrlichen Preiserhoehungen Abstand nehmen wuerde.

Nun ja, wir werden sehen, wohin es uns fuehrt. Ich wuerde mir wuenschen, dass die Forderungen und schliesslich auch die Klagen von ruhebeduerftigen Anwohnern auch von diesen einen aehnlich hohen Preis verlangen. Warum soll z. B. jemand, den fahrende wie auch parkende Autos stoeren, eine Anwohnerparkvignette beanspruchen duerfen?

von PowerAM - am 05.01.2016 19:28
Ich finde so eine Klagerei irgendwas zwischen Unsinn und, Verzeihung die Wortwahl, "typisch Deutsch" im negativen Sinne. Freude haben hier nur die Anwaelte und die Gerichte, Loesungen wird's hier keine brauchbaren geben, nicht fuer beide Seiten.

Staedte sind nunmal Staedte, dazu gehoert auch Laerm, Schmutz, ueberfuelle oeffentliche Verkehrsmittel Stau oder auch fliessender Verkehr, viele Menschen, Sirenen von Polizei oder Rettung, bis hin zu Fluglaerm, (selbst ueber den gefragtesten Wohnvierteln London's, etwa Richmond) und all diese ruhebeduerftigen Leute in Berlin sollten mal in New York oder London leben.

von 102.1 - am 05.01.2016 19:34
Tempo 30 hatte ich heute auf der A2 :mad:

von Radiologe - am 05.01.2016 19:54
Generell? Nein. Innerhalb von Wohngebieten sollte generell darüber nachdenken. Sofern es nicht all zu lange Straßen sind wäre nach meiner Meinung auch eine Spielstraße oder 10km/h eine Überlegung wert. Die Spielstraße hat natürlich den Nachteil bezüglich Straßenparkplätzen.
Aber sobald wir über eine Durchgangsstraße sprechen sollte diese grundsätzlich mit 50 km/h befahren werden dürfen. Durchgangsstraße sei jetzt bitte nicht nur die eine Bundesstraße im Ort. Im Gegenzug sehe ich eine Stichstraße die mehrer kleinste Sträßchen eines Wohngebietes zusammenfaßt natürlich auch nicht als Durchgangsstraße. Man könnte vielleicht sagen: Mindestens dort wo es einen Mittelstreifen gibt, aber keine anderen Gegebenheiten (Schulen, etc.) dagensprechen, sollte man 50km/h ausweisen.
Unterm Strich also: So wie es in großen Teilen gehandhabt wird paßt es.

von Thomas (Metal) - am 05.01.2016 20:39
Jeder weiß, dass das Geschleiche mit 30 statt 50 oder 60 einen höheren Verbrauch beschert und damit der Vorwand der geringeren Abgasemmision ein Ammenmärchen ist. Wer umweltgerechten Verkehr will, muss für einen wirtschaftlichen Betrieb der Fahrzeuge und zügiges Vorwärtskommen sorgen. Zügiges Fahren ist allerdings für viele gleichgesetzt mit rücksichtslosem Rasen.

Die Geschwindigkeit kann man nicht pauschal in der Stadt auf 30 oder 50 festlegen, da es einen Unterschied macht, ob man in einer Wohnsiedlung oder auf wichtigen Durchgangsstraßen fährt.

Wichtig ist neben der reinen Geschwindigkeit auch eine zweckmäßige Verkehrführung, z.B. grüne Wellen und kein Schikane Rot-zu-Rot mit langen Stillstandzeiten. Der Hauptverkehr muss zügig fließen können, um keine unnötigen Hemnisse zu erzeugen, während die Wohnstraßen vom Durchgangsverkehr weitgehend zu verschonen sind; dort ist 30 angemessen, allerdings mit sinnvollen Vorfahrtsregelungen, da das oft angewandte "Rechts vor Links" nicht immer zweckmäßig ist: kaum einsehbare Nebengassen münden in eine Zentralstrasse dies Bereiches.

von Radio_DDR - am 29.01.2016 13:55
Der einzige elementare Vorteil deutlich geringerer Fahrgeschwindigkeiten innerorts ist, dass die Auswirkungen von Unfaellen erheblich geringer sind bzw. sich viele sogar verhindern lassen. Das spielt aggressiven Radlern in die Karten oder jenen Muettern, die mit dem Kinderwagen voraus den fliessenden Verkehr einer Hauptverkehrsstrasse mit zwei Richtungsfahrbahnen zum Anhalten zwingen. Kein Witz, diese Frau habe ich bereits mehrfach an fast gleicher Stelle in Berlin erlebt! Freilich mit zwei weiteren Kindern an der Hand, die damit auch gleich lernen, wie man sich dominant im Verkehr benimmt und das von der Mutter vorgelebte Verhalten anderen gegenueber als normal ansehen.

Spielstrassen sind eine prima Loesung, um Autos aus einem Wohngebiet zu vertreiben. Es darf naemlich auch nur auf ausgewiesenen Parkplaetzen geparkt werden. Weist man keine aus, so entfaellt auch der Verkehr der Parkplatzsucher und die Anwohner sind mit den Muellfahrzeugen unter sich.

Dieses Kunstgriffs hat man in einem Nachbardoerfchen bedient. Es gibt einen zu kleinen Pendlerparkplatz, der morgens spaetestens nach Abfahrt der ersten beiden Zuege nach Berlin belegt ist. Wer spaeter kam, der parkte in einer der umliegenden und ueberwiegend recht schmalen Strassen. Zum Teil wurden Fahrzeuge dabei recht wild auf Gruenflaechen oder wohl auch nicht so gluecklich vor Gartentoren bzw. auf Gehwegen abgestellt. Dass das die Anwohner nervte, das blieb nicht ohne Folgen. Seit letztem Jahr hat man alle Strassen in der Umgebung als Spielstrassen ausgewiesen und zwei Wochen nach der Aufstellung einer grossen Hinweistafel "Beschilderung geaendert" mit den ersten kostenpflichtigen Verwarnungen und kurz darauf mit wochentaeglichem Abschleppen begonnen. Nach kurzer Zeit war der Lerneffekt da, die meisten fahren jetzt lieber gleich mit dem Auto nach Berlin... :rolleyes: Die Alternative waere, ausserhalb der Siedlung zu parken und 'ne Viertelstunde zum Bahnhof zu laufen. Inzwischen duerfte das Ordnungsamt dort wohl nur noch Stichproben machen. Klar ist auch, dass in den Spielstrassen niemand spielt. Vermutlich wuerden auch mit einem Ball spielende Kinder die Ruhe stoeren. Witzig war auch, dass es nur Anwohner waren, die mit Fahrtempo zwischen 50 und 60 durch diese Bereiche bretterten und nach der Lasermessung der Polizei ein paar Wochen zu Bahnfahrern wurden.

Berlin ist da schon einen grossen Schritt weiter! Viele Strassen sind inzwischen so schlecht, dass allein das fuer eine Beschilderung mit "30" und "Strassenschaeden" fuer ganztags Schleichfahrt auch auf Hauptverkehrsadern mit mehreren Richtungsfahrbahnen ausreicht.

Das Musterbeispiel aktiver Verkehrsbehinderung war und ist die Bundesstrasse B2 von Berlin nach Bernau in der Ortsdurchfahrt Malchow. Wahrscheinlich ueber ein halbes Jahrzehnt war diese stark frequentierte Pendlerstrecke wegen Strassenschaeden auf mehreren Kilometern mit Tempo 20 beschildert. Die "Pfoertnerampeln" gleichzusetzenden Ampelabstimmungen sorgten fuer kilometerlange Staus vor und auf der Ortsdurchfahrt und die taegliche Nennung in den Verkehrsfunkdurchsagen, meist mit einer angegebenen Passierdauer von "mindestens 30 Minuten". Die Fahrbahn wurde inzwischen saniert, man erlaubt jetzt Tempo 30. Da die Ampelschaltungen unveraendert geblieben sind, liegt die Ortspassiergeschwindigkeit zu Zeiten des Berufsverkehrs weiterhin unter Fussgaengertempo.

Viele Staus sind m. E. vorsaetzlich oder zumindest fahrlaessig verursacht. Dort wird hingenommen, dass Laerm und Abgase aufgestauter Fahrzeuge die Anwohner zur Weissglut bringen. Nun mag man es so sehen, dass Anwohner von Hauptverkehrsadern das hinnehmen muessen. Allerdings fehlt mir die Einsicht, weshalb man vielerorts vermeidbare Mehrbelastungen nicht nur als gegeben hinnimmt, sondern sie durch unsinnige bzw. kontraproduktive Verkehrslenkung noch verschaerft.

von PowerAM - am 30.01.2016 07:41
Das scheint ein Problem der regionalen Mentalität. Siehe auch "beleuchtete Hausnummern".

von Japhi - am 30.01.2016 11:37
Die Stadt Leipzig läßt auch nichts unversucht, den Kraftfahrer an möglichst vielen Stellen durch unsinnig geschaltete Ampeln und andere teils wiedersprüchliche Regelungen zu schikanieren und zu nötigen. Angeblich dient es der Förderung des ÖPNV, der jedoch keinen Meter gewinnt, wenn Busse und Strassenbahnen durch künstlich und vorsätzlich geschaffene Staus ebenso festsitzen.

Die Umweltzone propagieren und der kommunale Furhpark strotzt nur so vor Ausnahmeregeln. Über die Sinnhaftigkeit der "Umweltzone"wurde schon unzählige Male kritisch diskutiert, aber solange die Stadt an der schikanösen Verkehrführung mit Dauerrot zu Dauerrot festhält, kann es ja sco schlimm gar nicht sein. Außerdem gibt es neben dem Verkehr noch andere Quellen für Stäube und Abgase. Es gab Zeiten am Ring, Nähe Hbf, da war die Messstelle für Stäube, NOx, O3 usw. in Staubwolken einer benachbarten Baustelle gehüllt - Messwerte wurden jedoch weiterhin für plausibel befunden :rolleyes:

von Radio_DDR - am 31.01.2016 12:36
Nun soll's ja so kommen, dass die Neueinrichtung von Tempo-30-Zonen in oertlicher Naehe zu Schulen, Kindergaerten oder Altenheimen vereinfacht werden soll. Berlin scheint sich auf die Fahnen geschrieben zu haben, alles abseits der Hauptverkehrsstrassen mit 30 zu beschildern. Und selbst auf den Hauptverkehrsstrassen lauert der 30er Flickenteppich mit oft nur einigen 100 m langen Abschnitten.

von PowerAM - am 19.02.2016 18:50
Ganz große Klasse. Wozu braucht man dann überhaupt noch Autos mit mehr als 3 Gängen und mehr als 45 PS?

von PhanTomAs - am 22.02.2016 00:11
Um vielleicht sein individuelles Ego oder seinen gesellschaftlichen Status aufzuwerten? Eitelkeit ist eine der wichtigsten Verkaufsargumente. Ich werde nie meinen top-gekleideten, neu eingestellten Manager in Mitte der 80er vergessen, wie er jeden Tag mit seiner 29 PS starken roten Ente in den Hochsicherheitstrakt einfuhr. Sein Charakter brauchte kein Fassadenblech. :spos:

von Erich Hoinicke - am 22.02.2016 01:47
Heut wär das ein Hipsterchef - wer heute frisch rasiert mit einer dunklen Limousine im Büro vorfährt gilt als altmodisch.

von elchris - am 22.02.2016 14:46
Rund um meinen Zweitwohnsitz wurde gerade die B36 auf Landstraße herabgestuft. Folge ist unter Anderem eine längere Ortsdurchfahrt, die komplett auf Tempo 30 heruntergestuft wurde. Da auch fleißig geblitzt wird, sollte man das tunlichst einhalten.
Ich habe das auch getan - und dabei mal gemessen:
Im zweiten Gang (im 3. leidet die Elastizität schon sehr...) ist der Spritverbrauch pro 100 km dann schon deutlich höher als bei Tempo 120 auf der Autobahn, und auch höher als bei Tempo 50 im 4. Gang... (und lauter ist das Auto dann auch). Umfahren kann man die Schikane eigentlich nur über die Autobahn - 15 km Umweg inklusive.
Man muß froh sein, dass kein Rechts vor Links wie in den 30er-Zonen gilt: Die dauernde Schalterei würde nerven. Auch die Anwohner...

von DH0GHU - am 22.02.2016 15:24
Das droht uns hier auch. Der Bund hat die Bundesstrasse saniert und heruntergestuft. Das hat das Land auch nochmal gemacht, sie soll nun Kreisstrasse werden. Dagegen wird unter Hinweis auf die Verkehrsdichte geklagt. Sollte der Kreis unterliegen, dann hat er mit Tempo 30 und einem Verkehrsverbot fuer Fahrzeuge ueber 12 t gedroht, um die Instandhaltungskosten zu druecken und den Schwerlast- sowie Fernbusverkehr zu verdraengen. Dann haetten wir vom Berliner Stadtrand bis zum noerdlichen Ende meiner Grossgemeinde gut 35 km weit Tempo 30.
Ich bin dafuer... :sagnix:

von PowerAM - am 22.02.2016 16:55
Zitat
DH0GHU
... Im zweiten Gang (im 3. leidet die Elastizität schon sehr...) ...


Es gab doch mal diese großen Digitalanzeigen "Sie fahren xx km/h". Wann immer ich da mit Tacho 35 km/h vorbeigefahren bin, sprang die Ziffer zwischen 30 und 31. Zusätzlich werden bei Messungen unter 100 km/h jeweils 3 km/h Toleranz abgezogen, so dass es theoretisch erst ab 38 km/h blitzt. Und da ich täglich meine 13 Zonen durchfahre, lasse ich die Nadel an den neuralgischen Stellen bei "gut 35" stehen. Bisher erfolgreich.

Klingt jetzt pingelig, ich weiß, aber bei 35 dreht mein 4. Gang noch akzeptable 1500 Touren, während der 5. "erst" ab 40 km/h eingelegt werden kann (der 6. ab 50). Meinen alten Mini konnte ich bei Standgas (~1000 U/min) im Ersten stotterfrei neben mir herfahren lassen. ;) Da sollte also beim reinen Cruisen also noch etwas gehen. (Ausnahme: Oldtimer mit 3 oder 4 Gängen)

von Erich Hoinicke - am 22.02.2016 19:06
Diese großen Digitalanzeigen sind großer Mist ;) Die zeigen mal zu viel, mal zu wenig an.
Ich gehe da lieber nach GPS...
Und klar, ich hätte da locker im 3. Gang durchfahren können. Machen aber viele nicht, und mir gings da mehr um den Nachweis der prinzipiellen Sinnlosigkeit dieser Maßnahme. Man kann den Verkehr dort ja auch nicht einfach auf Ortsumfahrungen verdrängen - außer eben auf den Riesenumweg Autobahn, der ökologischer Schwachsinn wäre. Aber Sankt Florian ist bekanntlich fleißig.

von DH0GHU - am 22.02.2016 19:10
Ich sehe das bei meinem Kollegen. Er hält sich gewissenhaft an die Geschwindigkeit. So wird 30 maximal im 2. Gang gefahren und 50 maximal im 3. Gang. Bei der Übersetzung des Transporter ist er dann wirklich nicht zu schnell. Da wird eben mit mindestens 3500U/min durch die Ortschaft langsam gefahren. Nach erlaubter Geschwindigkeitserhöhung muss der Motor vor dem Hochschalten nochmal richtig aufbrüllen.

Was soll es, er kann es einfach nicht anders. Er will einfach nur nicht geblitzt werden. Sie stehen hier überall.

von pomnitz26 - am 22.02.2016 19:28
...und das machen wir morgen.

von PowerAM - am 21.03.2016 19:19
Laut heutigem Bundestagsbeschluss soll kuenftig generell Tempo 30 gelten:

- im Umfeld von Schulen
- rund um Kindergaerten
- vor Altenheimen

Eine konkrete Gefaehrdung, bisher Bedingung fuer die Einrichtung eines Tempolimits, muss nicht mehr nachgewiesen werden. Dass das Tempolimit z. B. vor Schulen ggf. nur an Wochentagen und nur tagsueber gelten wird, kann kuenftig sicherlich als ausgeschlossen angesehen werden. Die Gemeinden werden sich die Zusatzschilder gern sparen.

von PowerAM - am 14.04.2016 18:26
In Frankfurt werden momentan bestimmte Strassen ab 22.00 Uhr auf Tempo 30 gedrosselt. Soll dem Lärmschutz dienen.. aber was ist, wenn jemand mit 30 dauernd hupend durchfährt quält doch deutlich mehr als bei 50 ?

Mal schauen was die endgültigen Auswertungen der Lärmmessungen machen: Also schön nachts hupen :danke:

von Frankfurt - am 21.04.2016 17:36
30 im 2. Gang statt 50 im 4. reicht schon. 30 ist lauter.

von Japhi - am 21.04.2016 19:50
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