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vor 1 Jahr, 7 Monaten
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PowerAM, WiehengeBIERge, Erich Hoinicke, DH0GHU, ross22

Muscheln im Rhein

Startbeitrag von WiehengeBIERge am 23.10.2016 18:02

Eine vielleicht etwas komisch wirkende Frage ;-), aber ich habe mich schon immer gefragt, warum das eigentlich so ist.
Am Rhein findet man an der Böschung oder auf Buhnen, besonders bei niedrigem Wasserstand, so wie jetzt gerade, weit im Landesinnern tlw. nicht unerhebliche Mengen an Muscheln.

An anderen Flüssen, wie bei uns an der Weser, findet man Muscheln maximal in dem Bereich wo sie Seeschiffahrtsstraße sind, also Tidenbeeinlusst. Bei der Weser also nörlich von Bremen.
An der Elbe habe ich deutlich südlich von Hamburg auch noch nie auch nur ansatzweise Muscheln am "Strand" liegen gesehen. Gut, wo oft war ich da auch noch nicht...

An Flüssen, die nicht ins offene Meer münden, wie Main, Neckar, Mosel usw. war ich noch seltener, aber dort kann ich mir Muscheln noch weniger vorstellen.

Im Rhein dagegen findet man solche Muschelansammlungen tlw. sogar noch im "Gebirge" (das ist ganz groß gesagt der Bereich zwischen Koblenz und Bonn).
In Wesel lsieht man manchmal mehr Muscheln als Steine :eek:

Wie kommt das? Sind das Meeresmuscheln (wenn ja, wie kommen die dahin), oder leben im Rhein wirklich Muscheln (und wenn ja, warum ausgerechnet im nicht gerade sauberen Rhein?)
Ich dachte immer, Muscheln wären Meerestiere...

Antworten:

Da steht viel über die ostasiatische Körbchenmuschel im Netz, z.B. http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/beuel/Invasoren-aus-dem-Reich-der-Mitte-article1699467.html

Ich vermute mal, dass eine weitere Verbreitung in die Nebenflüsse des Rheins durch Schleusen aufgehalten wird. Und essen würde ich die auch nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass sie das Flusswasser wie ein Staubsauger filtert...

von Erich Hoinicke - am 23.10.2016 18:24
Zitat: ..... leben im Rhein wirklich Muscheln (und wenn ja, warum ausgerechnet im nicht gerade sauberen Rhein?)

In einem Fernsehbericht vor einiger Zeit wurde gesagt das der Rhein sehr viel sauberer gworden ist.
Das Wasser was aus den Altarmen in den Rhein zurückfließt hat stellenweise sogar Trinkwasserqualität.

von ross22 - am 23.10.2016 19:39
Die Menge macht das Gift! :nrwopa:

von PowerAM - am 23.10.2016 20:40
Ich habe meine vertraeglichen mSv fuer heute zusammen. :sozusagen:

von PowerAM - am 23.10.2016 21:47
Das mit den Schleusen und Stauwehren (beides gehört ja zusammen) könnte in der Tat eine Erklärung dafür sein, dass es das Phänomen in den meisten Flüssen nicht gibt.

An der Weser gibt es die erste Staustufe im Süden von Bremen, ziemlich Deckungsgleich mit dem "Muschel-Ende".

An der Elbe gibt es aber im deutschen Teil meines Wissens keine Staustufen und Schleusen (oder?), so wie man Rhein (Oberrhein ausgenommen). Dort scheint es das mit den Muscheln ebenfalls nicht zu geben, oder es ist mir nicht aufgefallen.

von WiehengeBIERge - am 24.10.2016 18:55
Zitat
WiehengeBIERge
Das mit den Schleusen und Stauwehren (beides gehört ja zusammen) könnte in der Tat eine Erklärung dafür sein, dass es das Phänomen in den meisten Flüssen nicht gibt.


Kann ich wieder zurücknehmen? Je mehr ich darüber lese, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass es sie mittlerweile mehr oder weniger überall gibt. Zitat aus Magische Muscheln, Freie Presse, 21.03.2014:

"...Nach Deutschland wurde die Art zwischen 1980 und 1985 eingeschleppt. Das erste Exemplar fand man in Sachsen im Jahr 2000 in der Elbe in Dresden..." :eek:

Ergänzend: "... Seit ihrem ersten Auftauchen in Europa wurden Körbchenmuscheln zunächst in Rhein und Weser, später im Main und in der Donau nachgewiesen..."

von Erich Hoinicke - am 24.10.2016 23:58
Welche Körbchengröße haben die denn?

Auf schiffbaren Flüssen dürften Schleusen und Wehre wenig gegen die Muscheln ausrichten können, da diese mitunter auch an Schiffen anhaften dürften und somit über Schleusen hinweg transportiert werden könnten.

Was die Wasserqualität des Rheins betrifft: Die ist mittlerweile so gut, dass wieder Lachse durch ihn wandern. Seit den CibaGeigy- und Sandoz-Katastrophen wurde extrem viel getan, um seine Wasserqualität zu erhöhen.
Ein großes Problem stellt sicher noch Fessenheim dar, nicht nur durch das AKW (das über keine Kühltürme verfügt, sondern ein paar GW Wärmeleistung in den Rhein abgibt), sondern auch durch ein dortiges altes Kalisalzlager, das nach wie vor hohe Mengen NaCl ins Grundwasser und darüber in den Rhein abgibt. Das Grundwasser in der Region hatte teilweise einen höheren NaCl-Gehalt als Seewasser!

von DH0GHU - am 25.10.2016 06:59
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