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Erster Beitrag:
vor 11 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 11 Monaten, 2 Wochen
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WiehengeBIERge, PowerAM, DJ Taifun, DH0GHU, Cha, Bolivar diGriz, catperson, Rolf, der Frequenzenfänger, Erich Hoinicke, iro, Lorenz Palm

Wörter / Begriffe / Redewendungen, bei denen sich euch die Nackenhaare aufstellen

Startbeitrag von WiehengeBIERge am 01.11.2016 12:11

Sicher kennen einige das auch, dass man einige Begriffe so blöd findet, dass man nur durch das Anhören fast schon eine Gänsehaut bekommt ;-).
Das ist natürlich sehr vom persönlichen Emfpinden abhängig...

Ein paar Beispiele von mir:

- "Schellen" oder "Schelle" (statt klingeln oder Klingel)
- "meine bessere Häfte"
- "aufsperren" (statt aufschließen)
- "los machen" (statt aufschließen)
- "Distributor" statt Großhandel / Apllikation statt Anwendung (wird gerne im Elektronikbereich verwenden um "proffessioneller" zu wirken :rolleyes: )
- das moderne "Verarsch jemand anderen Okaaaaay"
- "loift" (inzwischen...)
- "da nicht für" statt Danke
- das extrem aufgesetzte und auswendig gelernte "Schönen Tag noch", dass man inzwischen an jeder Supermarktkasse zu hören bekommt.

Antworten:

Oft werden solche komischen Wendungen auch durch Dialekte hervorgerufen, oder sind dementsprechend veraltet, sodass es nur noch die älteren Leute nutzen.

Z.B.
- "Gras hauen" anstatt Rasenmähen
- "Huxxt" (sinngemäß) für Hochzeit

von Cha - am 01.11.2016 12:35
- Aufwaschen statt Abwaschen

fiel mir gerade noch ein ;-).

von WiehengeBIERge - am 01.11.2016 12:40
Hängt immer davon ab, ob ich's lesen oder hören muss. Was des einen die das/dass-Schwäche ist (gefühlte 75%), ist des anderen ein RTL-Deutsch. Ein Kollege von mir beginnt etwa jeden zehnten Satz mit:

"Ich muss dir ganz ehrlich sagen, dass...." und wenn danach noch sein typisches "einzigstes" Sonstwas folgt, dann wird es Zeit, sich einen Kaffee zu holen. ;)

Ähnlich geht's mir, wenn ungeübte Moderatoren oder gar Journalisten im TV ihre Sätze mit "Jaa, ..." beginnen.

Weil ich aber zu den Menschen gehöre, die mehr lesen als hören, stört mich die erste Kategorie stärker, wenn ich sie entsprechend unfreiwillig falsch betone.

Klassiker sind die zu 99 % falsch betonten Dauerbrenner Motorrad und Parameter.

von Erich Hoinicke - am 01.11.2016 13:30
Zitat
connection error
Stulle :mad: anstatt Brot / Butterbrot / Bütterken
Klopse / Buletten :mad: anstatt Frikadelle (mit Ausnahme der Königsberger Klopse, da ist Klopse wohlklingend)
Käffchen :mad: anstatt (Tasse / Becher) Kaffee
Holland :mad: anstatt Niederlande (falls nicht gerade tatsächlich von Nord Holland oder Süd Holland die Rede ist)
Klapprechner :mad: anstatt Laptop
dingens :mad: anstatt des gesuchten Wortes


Buletten und Stube sag ich auch. Wie gesagt, liegt wahrscheinlich am Dialekt. Aber was zum Teufel ist denn Bütterken. Das klingt ja grausam. :D

Was mir gerade noch einfällt: Wörter wie Tüppel, Topp für Tasse.

von Cha - am 01.11.2016 13:47
Hier sagt man gelegentlich auch "ein Butter" statt "Butterbrot" :rolleyes: . Oder auch "ein Socken" statt "eine Socke" - was ist eigentlich richtig? "Ein Socken" finde ich jedenfalls sonderbar™.
Oder auch "gib mir mal das Gehacktes".

von WiehengeBIERge - am 01.11.2016 13:52
Zitat

Oder auch "ein Socken" statt "eine Socke" - was ist eigentlich richtig? "Ein Socken" finde ich jedenfalls sonderbar™.

"der/ein Socken" ist richtig => http://www.duden.de/rechtschreibung/Socken
"die Socke" ist aber auch nicht falsch => http://www.duden.de/rechtschreibung/Socke.

Bei mir gab es heute Mittag Kaliningrader Fleischbällchen (Königsberger Klopse). :D

von iro - am 01.11.2016 14:07
Ach, ich wuerde da zwischen regionalem Wort- bzw. Sprachgut und Modebegriffen bzw. -phrasen unterscheiden. Ersteres ist schlicht Dialekt, anderes oftmals mediengemacht. Was der Sachse als Bemme kennt, das ist hier 'ne Stulle und wird in anderen Gegenden ggf. unter anderen Begriffen verstanden. Das ist zumindest fuer mich kein Problem, denn ich kann ja fragen. Wer das freundlich tut, der bekommt nach meinen Erfahrungen zumeist das, was er will.

Duemmliche Phrasen kotzen Fernsehen und Internet ja reichlich aus. Manche davon sind dann so beliebt wie Hundekacke im Profil deiner Lieblingsschuhe... :rolleyes:

von PowerAM - am 01.11.2016 17:28
Zitat
PowerAM
Ach, ich wuerde da zwischen regionalem Wort- bzw. Sprachgut und Modebegriffen bzw. -phrasen unterscheiden. Ersteres ist schlicht Dialekt, anderes oftmals mediengemacht.


Ganz genau! Bei Dialekt-Begriffen bin ich ausdrücklich dafür, sie zu erhalten und weiterhin aktiv zu gebrauchen. Es wird schon genug Sprach-Mainstreaming betrieben.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.11.2016 18:24
ebenDT™ ;-)

von WiehengeBIERge - am 01.11.2016 18:39
...mancher erwirbt bei der grossohrigen Bedienung auch ein Teilchen. :titten:

von PowerAM - am 01.11.2016 18:52
Definitiv: als Füllwort, um etwas zu betonen

Nachhaltig: auch so ein gern benutztes Wort, das alles oder nichts bedeuten kann

Tschüssi als Verabschiedung

Bei Dialektwörtern wäre ich auch vorsichtig. Nur weil etwas ungewohnt klingt, weil der Sprecher aus einer anderen Region stammt, sollte man nicht gleich von Wörtern sprechen, das sich einem die Nackenhaare aufstellen.

Was ich auch nicht ab kann sind manche Anglizismen. Damit meine ich nicht die gebräuchlichen Wörter, sondern solche, für die es durchaus geeignete deutsche Begriffe gibt, die aber bewußt nicht benutzt werden, weil der englische Begriff mehr Eindruck macht (insbesondere im Werbe- und Marketingbereich).

von Lorenz Palm - am 01.11.2016 19:25
"Realisieren", verwendet im Sinne von erkennen, begreifen.

Catperson

von catperson - am 01.11.2016 19:59
DIe Redewendung seit einiger Zeit bei der Umstellung auf Winterzeit im Radio "man bekommt eine Stunde geschenkt":verrueckt:
Richtig wäre MAN BEKOMMT DIE STUNDE DIE IN MÄRZ (VON DER EU) GENOMMEN WURDE ZURÜCK:sozusagen:

von DJ Taifun - am 01.11.2016 23:05
Funktionalitäten :confused: Funktion reicht doch auch aus zu sagen.

von DJ Taifun - am 01.11.2016 23:41
Zitat
DJ Taifun
DIe Redewendung seit einiger Zeit bei der Umstellung auf Winterzeit im Radio "man bekommt eine Stunde geschenkt":verrueckt:
Richtig wäre MAN BEKOMMT DIE STUNDE DIE IN MÄRZ (VON DER EU) GENOMMEN WURDE ZURÜCK:sozusagen:


Grammatikalisch und sachlich falsch.
Die Sommerzeit wurde nicht übergreifend gemeinsam in der EU (die damals noch EG hieß) eingeführt, sondern von Einzelstaaten. Auslöser war in D wohl eher die Einführung der Sommerzeit in der DDR als die Einführung in anderen EG-Ländern wie Frankreich, die viel früher dran waren. Allerdings wurde zu früheren Zeiten schon mal Sommerzeit genutzt - lange bevor überhaupt jemand an EG oder EU dachte.

von DH0GHU - am 02.11.2016 08:30
Zitat
connection error
Stulle :mad: anstatt Brot / Butterbrot / Bütterken

Korrekt wäre hier: Vesperbrot

Zitat

Klopse / Buletten :mad: anstatt Frikadelle (mit Ausnahme der Königsberger Klopse, da ist Klopse wohlklingend)

Heißt immernoch Fleischküchle. Mancherorts auch Fleischpflanzerl. Ein Klops ist jemand, der davon zu viele gegessen hat :p

Zitat

dingens :mad: anstatt des gesuchten Wortes

Wennschon: Dings oder Dingsda.

Ansonsten sind viele Deiner Beispiele Dialekten entsprungen, was ja wohl nichts mit "Redewendungen", sondern eher mit kultureller Idendität zu tun hat. Bleibt mir weg mit eurem Hochdeutsch ;-)

Was mich tatsächlich stört, sind die vielen "Formulierungsübernahmen" aus dem Angelsächsischen.
Beispielsweise "Es macht Sinn". Dazu müßte das, was angeblich Sinn macht ja eine Tätigkeit ausüben. Nein, "es macht Sinn" ist nicht Deutsch, sondern die fälschlicherweise genutzte direkte Übersetzung von "it makes sense". Deutsch: Es ist sinnvoll, ...
Oder auch: "Die westliche Stadt xyz" in irgendwelchen Medienberichten. Gemeint ist "die im Westen gelegene Stadt" und nicht etwas das Gegenteil von "im ehemaligen Ostblock gelegen" oder "orientalisch".
Ansonsten: Zwiebelfisch lesen bildet :) Sonst ist der Genitiv bald nicht mehr des Dativs Einfluss gewachsen..

von DH0GHU - am 02.11.2016 08:32
Zitat
DH0GHU
[...]
Die Sommerzeit wurde nicht übergreifend gemeinsam in der EU (die damals noch EG hieß) eingeführt, sondern von Einzelstaaten. Auslöser war in D wohl eher die Einführung der Sommerzeit in der DDR als die Einführung in anderen EG-Ländern wie Frankreich, die viel früher dran waren. Allerdings wurde zu früheren Zeiten schon mal Sommerzeit genutzt - lange bevor überhaupt jemand an EG oder EU dachte.


Soweit richtig. Allerdings kommen wir aus der Geschichte mit der Zeitumstellung nicht mehr heraus. Die Zustaendigkeit duerfte dafuer inzwischen in der Tat bei der EU liegen. Nationale Alleingaenge sind m. E. unmoeglich. Einzelstaaten koennten allenfalls das Thema wieder zur Diskussion bringen und hoffen, dass sie mit ihrer Ansicht nicht allein waeren.

Mir ist die Zeitumstellung auch zuwider, allerdings wuerde es fuer einen Einzelstaat auch (u. a. wirtschaftliche) Probleme bringen, wenn dieser aus der Zeitumstellung ausscheren wuerde. Die vollkommen normalen unterschiedlichrn Zeitzonen bereiten grenzueberschreitend schon genug Probleme.

von PowerAM - am 02.11.2016 09:43
Mich ärgern sinnlose Anglizismen an Stellen, wo es wesentlich treffendere deutsche Wörter gibt. Beispielsweise dieses neumodische "Singsongwriter" anstelle von "Liedermacher". Störend finde ich in der Schriftsprache (besonders im Internet), wenn jemand eigenartige Dialektausdrücke statt Hochdeutsch verwendet, in der irrigen Annahme, alle würden so sprechen. Beispielsweise "net" oder "nit" anstelle von "nicht".

von Bolivar diGriz - am 02.11.2016 12:14
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