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ANDREAS R-|-DJ, Wolfgang R, Channel Master, Wrzlbrnft, carkiller08, Habakukk, Mæx

[MUTATION] Von Kabel auf Sat - ein Hotel stellt um: Viele Laien-Fragen...

Startbeitrag von Wrzlbrnft am 08.09.2005 21:16

Bevor ihr euch das hier durchlest, macht euch mal auf viele Laien-Fragen zur Umstellung von Kabel auf digitales Satellitenfernsehen gefasst. Ich hab mich nie groß mit Satelliten-Anlagen mit mehr als zwei Teilnehmern und einem Satelliten befaßt. Konkret geht's darum:

Wir überlegen uns in dem lustigen Hotel in dem ich arbeite, vom lausigen Kabelanschluß den wir derzeit haben, auf Satellitenfernsehen umzustellen. Gründe sind einerseits die hohen monatlich wiederkehrenden Kosten, andererseits die natürlich miserable Programmauswahl. Die Frage ist nun, wieviel das Ganze in etwa kosten würde. Konkret sollen im Endeffekt, wenn möglich, sowohl Astra 19,2° als auch HotBird 13° (wg. SRG) sowie Astra 28,2° Ost empfangen werden (wir haben viele Gäste aus UK, und BBC und die Radioprogramme kämen auch mir nicht ganz ungelegen ;)).

Gibt es eine Möglichkeit die Signale dieser 3 Satelliten im ganzen Haus zu verbreiten?
Es befinden sich ca. 50 Kabelanschlüsse im Hotel. Geht sowas überhaupt, daß aus diesen dann letztendlich das Satellitensignal rauskommen kann, ohne daß die ganzen Leitungen aufgerissen und neu verlegt werden müßten?
Weiters wäre es nett, wenn wir weiterhin die ORF-Programme empfangen könnten, wofür dann wohl auch noch eine Yagi irgendwo aufgestellt werden müßte. Gibt es Möglichkeiten diese terrestrischen Signale auch noch irgendwo miteinzuspeisen? ORF ist jedoch nicht zwingend, wär halt praktisch... Verwandten-TV ist bei 50 Anschlüssen übrigens keine Lösung... :D

Eine andere Möglichkeit, die ich mir überlegt habe und die evt. praktikabler wäre, ist die Einspeisung der DVB-Transponder über ein hausinternes Kabelnetz. Die Programmauswahl wäre zwar eingeschränkt, aber beileibe noch größer als bei dem, was jetzt aus den Kabelbuchsen krächzt. Wie kompliziert und teuer wäre es, sowas aufzubauen?

Antworten:

Bei 50 Anschlüssen würde ich zu einer Einzelkanalaufbereitung raten. Vorteil: Keine Receiver nötig und die Kabel können alle so liegen bleiben.

Wirkt dann wie ein analoger Kabelanschluss, nur dass DU jetzt bestimmst, welche Programme eingespeist werden.



von Channel Master - am 08.09.2005 21:44
Ja, bei 50 Anschlüssen dürfte eine Sat-Aufbereitungsanlage wirklich die sinnvollste Lösung sein.
Das lohnt sich das gegenüber den Kauf von 50 Reveivern und haufenweise Multischaltern dann schon .
Da kann man dann auch problemlos die terrestrischen Signale mit einspeisen.

Habt ihr auch schon so ein tolles Schreiben von der VG Media erhalten, die 6,80 EUR pro Gerät/Jahr
bei analoger Verbreitung von privaten TV und Radioprogrammen haben will (natürlich zusätzlich zu GEMA und GEZ) ?

von carkiller08 - am 08.09.2005 23:16
kanalaufbereitung ist wohl das einzig richtige. Hat den Vorteil, das ihr selbst bestimmen könnt, welche sender ihr einspeisen wollt. Bei den Terrestrischen Sendern dürfte eine bloße Verstärkung des Antennensignals reichen. Ferner ist z.B. auch eine Einspeisung von DVB-T Sendern möglich.



von ANDREAS R-|-DJ - am 09.09.2005 05:43
Wenn keine Sternverteilung vorliegt, also vom Verteiler des Kabelanschluss für jede Dose eine Kabel ausgeht ist problemlos mit der Umstellung. Wenn nicht müssten die Kabel getauscht werden.
Ich würde aber auch zur Sataufbereitung raten. Denn auf Eutelsat und Astra 28,2° wechseln täglich die Sender hin und her, da müssten dann ständig die Senderlisten der Receiver aktualisiert werden, was viel zu viel Aufwand macht.



von Mæx - am 09.09.2005 09:58
Also,

hier mal die Möglichkeiten die du hättest:


Konventionelles Sat-System mit terrestrischer Einspeisung ORF/SRG

- 2 Parabolantennen (85cm mit schielend 19,2° Ost und 13,0° Ost) sowie einer Antenne auf 28° mit entsprechender Größe für die BBC-Transponder (je nach Standort zw. 80 und 120 cm)

- Yagi-Antennen für die terrestrischen Sender, Hausanschussverstärker, ggf. kanalselektive Vorverstärker und Weichen, raus kommen sollte ein Kabel, auf dem die ganze Terrestrik sitzt

- Multischalter mit 12 Sat-Eingängen sowie Terrestrik-Eingang und x Ausgängen, wobei es bei kaskadierbaren Multischaltern auch mehrere hintereinander sein können, z.B. in jedem Stockwerk einer

- x FTA-Digital-Receiver (SRG via Terrestrik, leider, denn du wirst ohnehin keine 50 SRG-Karten bekommen)




Vorteile:
- An jedem Fernseher steht analog eine Grundversorung aus ORF1+2/SF1+2 zur Verfügung
- Digital gibt's alle deutschen, die englischen FTA und alles was sonst noch FTA auf Hotbird und Astra rumschwirrt


Nachteile
- Für Technik-Daus, also nicht solchen Freaks wie uns, eine schier erschlagende Programmvielfalt. Viele werden sich auch beschweren, daß man nur ORF und SRG bekommt ;)
- Du bist nur noch damit beschäftigt, die Sat-Receiver in Schuß zu halten, denn so mancher wird sich die Liste nach seinen Vorstellungen sortieren, etc. etc.
- In JEDES Zimmer muß eine neue Leitung vom Multiswitch mit 3-Loch-Sat-Dose gezogen werden

Fazit: Nicht alltagstauglich, wenn auch für Freaks wie uns ein Traum

Sat-Aufbereitungsanlage

- 2 Parabolantennen (85cm mit schielend 19,2° Ost und 13,0° Ost) sowie einer Antenne auf 28° mit entsprechender Größe für die BBC-Transponder (je nach Standort zw. 80 und 120 cm)

- Yagi-Antennen für die terrestrischen Sender, Hausanschussverstärker, ggf. kanalselektive Vorverstärker und Weichen, raus kommen sollte ein Kabel, auf dem die ganze Terrestrik sitzt. So viel wie möglich sollte analog-terrestrisch empfangen werden, denn für diese Sender sparst du die eine Einspeisekasette.

- Digitale Kanalaufbereitungsanlage, die die Sender auf analog umsetzt. Für jeden Sender wird eine Kasette benötigt, kommt schon was zusammen.

Ich würde die wichtigsten deutschen (so ca. 10-15), BBC1,2, Rai1,2,3,

- Die alte Verkabelung kann weitgehenst belassen werden, sie sollte nur mittels Verstärkern und Entzerrern so eingepegelt werden, daß auf dem ganzen Band ein durchgehender und sauberer Pegel anliegt



Vorteile
- Dau freundlich
- Frequenzen müssen nur an einer Stelle zentral geändert werden
- keine extra Receiver

Nachteile
- Nicht alle Programme verfügbar
- Relativ teuer in der Anschaffung


Fazit: Die bessere Lösung



von Wolfgang R - am 09.09.2005 10:45
Zitat

BBC und die Radioprogramme kämen auch mir nicht ganz ungelegen


Man muss dazu sagen, dass radioprogramme bei analoger kanalaufbereitung ein nicht unerheblicher zusätzlicher Kostenpunkt sind. Zum einen wegen der Einspeisung, zum anderen weil zusätzlich zum fernseher noch ein radio gebraucht wird. Es gibt aber noch eine Möglichkeit:
Deutsche TV-und Radioprogramme (Sat), Schweizer+Österr. TV-Programme (Terrestrisch), evtl. weitere Satprogramme

Es wird benötigt:
- terrestrische Antennen+ div. Verstärker

- 60cm Satspiegel mit TWIN LNB sowie digitales Einkabelsystem (z.B. von SMART)

- 50 digitale Satreceiver

für zusätzliche Fernsehprogramme über Sat (BBC o.ä.)
-2. Spiegel wie benötigt
pro zusätzlichem Programm 1 Sat Receiver mit UHF-Modulator oder Sat Receiver+Modulator

Vorteile:
-Radioprogramme in jedem Zimmer über Sat
-Keine zusätzlichen Kabelverlegungen
-ORF+SF-Programme analog an jedem Fernseher
-Deutsche Programme mit Sat-Receiver
-überschaubare Programmvielfalt

Nachteile:
-Kosten: ca.2500-3000 ¤, wenn man weitestgehend auf Markenschnickschnack verzichtet.
-leicht umständlich in der Bedienung (vielleicht ARD und ZDF zusätzlich noch analog einspeisen, für die Rentner ;-))



von ANDREAS R-|-DJ - am 09.09.2005 11:29
Also was die Wartung der 50 Receiver angeht, sehe ich nicht mal so die Probleme. Sooooo viel wichtiges ändert sich ja nun auch wieder nicht (außer bei den Briten auf 28°Ost, die ständig ihre Kanäle/PIDs wechseln). Sofern du 50 baugleiche Receiver einkaufst, deren Programmliste über PC upgedatet werden kann, dann würde ich die Liste auf dem PC und EINEM Referenzgerät (zum Beispiel deinem eigenen) aktuell halten, dann paar mal im Jahr mit dem Laptop durch die Zimmer wandern, das Laptop jeweils per USB/COM anstecken, die neue Liste rüber spielen, fertig (ist für gewöhnlich eine Sache von 2-3 Minuten pro Sat-Receiver). Ich denke mal, dass sich mittlerweile selbst billige Baumarktreceiver per PC programmieren lassen. Und dann gibts da ja außerdem noch fleißige Leute, die ihre aktuellen Programmlisten ins Netz stellen, da brauchst du dir nicht mal die Arbeit machen, die Listen selber zu pflegen.

Ansonsten kann ich aber nicht beurteilen, wie das bei 50 Sat-Receivern multischaltermäßig noch hinhaut. Nur dazu wollte ich eben noch was sagen...



von Habakukk - am 09.09.2005 11:42
Auf das Posting von Andreas-R-dj:

- 60cm für eine Anlage mit 50 Teilnehmern UND Einkabelsystem ist viel zu wenig!!! Smart selbst empfielt 80cm. In Anbetracht, da die alten Kabel eine höhere Dämpfung aufweisen, als heute üblich, würde ich eher zu 100cm tendieren. Eine Mehrteilnehmeranlage in diesen Außmaßen ist nicht das selbe, wie eine private Ein-/Zweiteilnehmeranlage.

Und "Markenschnickschnack" ist wichtig! Schon mal ne Aldi/Lidl/...-Anlage nach ein paar Jahren gesehen? Und dagegen die 15 Jahre alten Kathrein-Spiegel, die immer noch aussehen wie neu (teilweise noch mit Flansch-LNB)???

So eine Anlage MUSS laufen, da sollte man meiner Meinung nach AUSSCHLIESSLICH Markenkomponenten verwenden. Geiz ist hier nicht geil ;)

Und auf die Lösung mit einem Standard-Receiver mittels Modulator würde ich auch verzichten, das klingt nicht sehr professionel...



von Wolfgang R - am 09.09.2005 12:49
uups 80cm mein ich ja! ich hätte mich klarer ausdrücken sollen. bei der aussenanlage und meinetwegen auch der einkabelung sind marken ok, aber bei den 50 receivern, also dem was wirklich zu buche schlägt, reicht doch auch ein durchschnittsgerät.



von ANDREAS R-|-DJ - am 09.09.2005 14:06
>>Und auf die Lösung mit einem Standard-Receiver mittels Modulator würde ich auch verzichten, das klingt nicht sehr professionel...

Genau. Man könnte zwar auch auf dem Dachboden - um die teure Kanalaufbereitung zu sparen - pro Programm je einen Receiver (mit Modulator) aufstellen. Nur das HF-Mischmasch, was nach dem Zusammenschalten entsteht, ist wohl nicht mehr beherrschbar.

Also professionelle analoge Kanalaufbereitung - ergibt max. 96 Programme:
3*VHF I
7*USK
8*VHF III
30*OSK
48*UHF
..wenn die Aufbereitung voll nachbarkanaltauglich ist und ich mich nicht verzählt habe.

Gibt es eigentlich mittlerweile auch UKW-Aufbereitungen für den Hausgebrauch? Also z.B. DVB-S-Radio in einen Stereo-UKW-Sender verwandeln, wie die Kabelgesellschaften das machen? Bin leider schon ein paar Jahre aus dem Radio-Fernsehtechniker-Handwerk raus.

Hier kann man ja nur ein paar wichtige Sender zusätzlich zur UKW-Terrestrik einspeisen, ansonsten könnte man über eine Einkabel-Lösung nachdenken, über die die wichtigsten Radio-Transponder aller drei Satelliten "zusammengemischt" auf je einen DVB-S-Receiver pro Zimmer ankommen, welcher dann in Verbindung mit einer kleinen Stereoanlage als "Radio" verwendet werden kann.



von Channel Master - am 09.09.2005 14:20
Zitat

Also professionelle analoge Kanalaufbereitung - ergibt max. 96 Programme:
3*VHF I
7*USK
8*VHF III
30*OSK
48*UHF
..wenn die Aufbereitung voll nachbarkanaltauglich ist und ich mich nicht verzählt habe.


So eine Anlage dürfte dann aber wesentlich mehr Kosten verursachen als der Kabelanschluß.

Eigentlich dürften die Kabelanschluß-Kosten beim Hotel doch exakt den Kosten eines einzelnen
Kabelanschlusses entsprechen (also < 250 EUR / Jahr + Stromkosten für den Hausanschlußverstärker).
Zumindest ist dies hier bei uns so üblich und die Kabelgesellschaft wirbt ja auch damit,daß man das
Kabelsignal für mehrere Geräte nutzen kann).

Der Betrieb einer einzelnen analogen Sat-Kanalaufbereitung mit einem Energieverbrauch um die 8W
verursacht monatliche Strom-Kosten von etwa 1,00 EUR bis 1,20 EUR. Digitale Aufbereitungstechnik dürfte noch höhere Kosten verursachen.

Als rechnet euch mal aus, was eine große Anlage schon für Stromkosten verursacht.

Ich betreibe übrigens selbst eine Sataufbereitungsanlage, die mit 10 konventionellen analogen Sat-Receivern erweitert wurde. Wenn man da aufpasst, daß das pegelmäßig alles einigermaßen
hinhaut , die verwendeten Kanäle sorgfältig auswählt und auf ein Stereo-Aufiosignal verzichten kann ,
funktioniert das wunderbar und ist kostenmäßig durchaus auch eine sinnvolle Alternative.

Das Zusammenschalten der UHF-Signale mit dem Kabelsignal sollte auch möglich sein.

von carkiller08 - am 09.09.2005 14:48
Hm, läuft in etwa auf das hinaus, was ich befürchtet habe.

Eine analoge Einzelkanalaufbereitung wäre wohl doch etwas umständlich, außerdem hätten wir dann in etwa weiterhin die gleiche Programmauswahl wie vom Kabelbetreiber - von einigen Ausnahmen abgesehen. Vor allem der Radiobereich wäre wohl weitestgehend nutzlose Energie-Verschwendung, ich bin wohl einer der einzigen im Haus, der Kabelradio überhaupt nutzt. ;) Hinzu kommt, daß wir noch einige Fernseher rumstehen haben, die nicht hyperband-tauglich sind, und für die Bar-Beschallung wäre auch die entstehende Radiovielfalt über Satellit eine interessante Option, weswegen eine "Receiver-Lösung" eben gar nicht mal die Blödeste wäre.

Gäbe es denn stattdessen kostenmäßig vertretbare Möglichkeiten ganze DVB-Transponder (wie z.B. den Radiotransponder oder denjenigen von ProSiebenSAT.1) einzuspeisen und diese dann mittels DVB-C-Empfängern empfangbar zu machen?



von Wrzlbrnft - am 09.09.2005 19:00
Wie gesagt es gibt dieses digitale einkabelsystem für ich glaube ca 150 ¤. da kommen aber stinknormale dvbs-receiver dran. man hat dort aber nur sehr begrenzt möglichkeiten, eine individuelle transponderbelegung festzulegen. Es gibt aber Zusatzmodule für bestimmte Transponder. weiß jemand, ob damit der ard-hörfunktransponder geht?
hier ein link dazu (ich verdiene daran nix)



von ANDREAS R-|-DJ - am 09.09.2005 19:16
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