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Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
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WellenJäger, UM74, Brubacker, Bengelbenny, PeterSchwarz, 88,7 MHz, mario007, Alqaszar, elchris

Österreich/Deutschland

Startbeitrag von UM74 am 17.12.2005 00:56

Das Verhältniss zwischen Österreich und Deutschland ist bekanntermassen nicht immer ganz frei von kleineren Verwerfungen.
Zum Beispiel gab es in dieser Richtung einen nicht ganz stubenreine Angelegenheit im TV: Beim Neujahrsspringen 2002 habe ich öfters mal zw RTL und ORF1 hin-und hergeschaltet um der RTL-Werbung weitgehend aus dem Weg zu gehen.In der Pause zwischen den Durchgängen sendete der ORF einige Interviews mir herunstehenden Fans.Damals wurde der Euro gerade eingeführt,und so war das natürlich auch ein Thema der Gespräche.
Am Schluss kamen auch eine Gruppe bayerischer Fans vor die Kamera.Der Reporter kam ebenfalls auf den Euro zu sprechen und fragte die fans wieviel ein bestimmter Betrag € in DM sei.War natürlich kein Problem dass zu beantworten.Auf die Frage allerdings wieviel denn das in Schilling seien,sagt doch ein Bayer live in die Orf-Kamera:"Woher soll i des wissn,bin doch kein Schluchtensch..sser".
:D :rolleyes:

Ich glaub ich habe einige Minuten gelacht.
Der ORF-Reporter meinte dann nur mit einem etwas verkrampften lächeln das er diesen Ausdruch auch noch nicht gehört habe.Nix für ungut an die Österreicher hier im Forum. ;)

Hatte jemand ähnliche "Erlebnisse"?

Antworten:

Bayern hat -- anders als in der Selbstwahrnehmung irrtümlicherweise angenommen -- den gleichen Anteil von kompletten Dummköpfen in seiner Bevölkerung wie der Rest der Welt auch.

von Alqaszar - am 17.12.2005 18:54
Irgendwie sind aber Österreicher und Bayern seelenverwandt. Ich fühle mich zwar eher als Schwabe (Augsburg ist ja bayerisch-Schwaben), hab aber einige österreichische Kommilitonen, mit denen ich und auch andere Studenten prima auskommen.

Ich mag die Schweizer zwar lieber, hab aber auch überhaupt nix gegen die Österreicher.

von Bengelbenny - am 17.12.2005 19:37
Als Allemanne bist du den Schweizern auch viel näher ;)

Für mich als Rheinländer fängt das Ausland schon in der Pfalz an. Koblenz kann man mit gutem Willen noch gerade zum Rheinland zählen, obwohl einem dort eine sprachlich interessante Mischung begegnet. Geographisch treffen sich an der Confluentia von Rhein und Mosel: Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus. Dies kann man auch sehr gut am Dialekt erkennen. Es klingt in etwa so als ob ein Hesse versucht mit einem hunsrücker Akzent wie jemand aus der Eifel zu sprechen.

Nun aber zu einem anderen Phänomen:
Wie kommt es eigentlich, dass viele österreichische Interpreten und deren Musik in Deutschland bekannt sind (viele Titel sogar im breitesten Dialekt) man aber von deutschsprachigen schweizer Künstlern nie etwas hört?
Kleine Anekdote dazu: Als ich mal sogenannten Austropop im Auto laufen hatte, meinte ein Kumpel, ob ich neuerdings auf bayerische Schlager stehe ;)

von WellenJäger - am 18.12.2005 00:05
Bei der Arbeit (Einzelhandel) habe ich es auch immer wieder mal mit Österreichern und Schweizern zu tun.Ich merke da schon Unterschiede:Mit der Österreichern kommte ich leichter ins Gespräch (auch nach einer gewissen Vorlaufzeit) wie mit den Schweizern.Die Schweizer kommen mir manchmal sehr reserviert vor.Keine Ahnung an was dass liegt.


@Wellenjäger
An einen Titel aus der Schweiz (sogar in schweizerdeutsch) der in dt.Radio lief kann ich mich noch erinnern:"Grüetzi Gott,Frau Stirnima". Das war aber schon anfangs der 70er. ;)

von UM74 - am 18.12.2005 01:02
Zitat
WellenJäger
Für mich als Rheinländer fängt das Ausland schon in der Pfalz an.
Hm, interessanter Aspekt. Ich bin dann eben klar im Rheinfränksichen daheim. Und es stimmt auch, Hessisch (auch rheinfränkisch) klingt zwar klar anders und ist schon nimmer genau mein Dialekt, ist aber trotzdem noch relativ vertraut und nah. Genauso Richtung Westen: Die Saarland-Dialekte klingen auch noch irgendwie bekannt, während dann die rheinischen Dialekte schon für mich eben linguistisches Auslans sind. Richtung Süden klingt's auch nur bis ca. Karlsruhe halbwegs vertraut.

von Brubacker - am 18.12.2005 01:30
Bayern gehört zu Deutschland?
Ist mir neu, und ich dachte immer es wär ein anderes Land :D

Ich habe mal im ORF1 die Millionen Show gesehen da hat der Moderator gesagt:
Zitat

Das einzigste was Österreicher und Deutsche gemeinsam haben ist die Sprache

das hat mir etwas zu denken gegeben

von mario007 - am 18.12.2005 02:35
Fahrt mal in Grenzregionen (auf dt. wie öst. Seite 30km vor die Grenze) - du wirst dann höchstens an der anderen Farbe der Ortsschilder erkennen, wo du nun bist.

Ich komm jedenfalls mit den Österreichern besser zurecht, als mit dem Rest Deutschlands, grad geschäftlich. Den ehemaligen Einwohnern der DDR steh ich ja noch zu, dass die das ein oder andere aus Gewohnheit etwas differenziert angehen, aber welchen verkrampften Bullshit so mancher aus Norddeutschland verbreitet - da mag ich unsere alpine Einfachheit...

von elchris - am 18.12.2005 07:52
@ elchris

da stimme ich dir eigentlich zu.
Irgendwie gibt es da doch eine alpine Verbundenheit.

von Bengelbenny - am 18.12.2005 09:20
Hier was zu Geschichte- Österreich/Deutschland.
http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.d/d360000.htm

von 88,7 MHz - am 18.12.2005 09:37
Wenn wir die sprachliche Situation in den Medien betrachten, so ist ganz klar zu erkennen, dass sich Österreich fast gar nicht zu seinem Nachbarland abgrenzt. Moderatoren in Radio und Fernsehen sprechen keinen Dialekt, sondern eine (oft an Wien angelehnte) regional gefärbte Hochsprache, die auch jeder Nicht-Österreicher versteht.

In der Schweiz wäre dies undenkbar: Dort spricht man in Radio und Fernsehen selbstverständlich Dialekt. Lediglich Nachrichten und Verkehrsinfos werden in hochdeutsch vorgetragen. Wenn ich das richtig verstanden habe ist es sogar so, dass Moderatoren von Regional- oder Lokalsendern ihren eigenen Dialekt sprechen, den auch nicht jeder Schweizer versteht. Für mich hört sich das alles gleich an, aber mit der Zeit werde ich da wohl tiefer in die Materie einsteigen.

von WellenJäger - am 18.12.2005 11:59
Naja, gaaaanz so stimmts des aa ned!
Ausgeprägter Dialekt ist in AUT im Radio zwar nur ab und an (bei Volksmusiksendungen in den Landesprogrammen zu hören), dies liegt natürlich u.a. auch daran, daß der Wiener oder der Kärtner Dialekt so gut wie nix mit dem allemannischen des vorarlberg zu tun hat.
Die Diversität ist halt groß.
Und die Privatradios wurden dann meist von deutschen "Profis" heimgesucht, die diese aufbauten und formatierten.
Hier hat sich allerdings schnell ein Bollwerk gegen die "Piefke-Sprache" gebildet, weshalb mittlerweile fast ausschliesslich Sprecher mit "österreichischem Akzent" , ausnahmsweise noch mit bairischem, und wenns antrainiert ist, genommen werden.
Man munkelt sogar, daß dies mit für den mässigen Erfolg der Privatradios ist/war: Sie klangen zu deutsch oder tuns tlw. immer noch.
An den Wiener Einschlag beim Eeeee dräääääi (Ö3) dagegen hat man sich wohl in ganz Österreich über Jahre hinweg gewöhnt.
es gibt aber auch ein österreichisches Deutsch mit einer ganzen Reihe von offiziell anerkannten und auch im Schriftgebrauch benutzten Sonderausdrücken, z.B. der Schranken statt die Schranke oder Kassa statt Kasse...

Traurig finde ich, daß im Südwesten Deutschlands im Radio fast jeglicher Dialektgebrauch unterbleibt.
Beim SWR ist fast gar nichts mehr in Schwäbisch, Badisch, Alemannisch, Pfälzisch oder Hohenlohisch zu hören, bei den LOKALsendern auch nicht, allenfalls noch bei Radio Neckarburg, wo man sogar mit schwäbischen "Jingles" kokettiert: "Radio N. - ischd oifach anderschd" oder "Radio N. - für dia, mo dr Krach it so vrtraga kenned".

Des ghöört so!


von PeterSchwarz - am 18.12.2005 12:11
Zitat
Noch'n Saarländer
Also, stammeshistorisch und sprachwissenschaftlich sind Bayern und Österreicher schlicht und ergreifend das Gleiche.
Ganz so pauschal wollen's wir nicht machen. In Bayern gibt's ja auch noch Franken und Schwaben und in Österreich die Vorarlberger. Aber für die „Altbayern“ und die Österreicher in den acht anderen Bundesländern trifft's zu.

von Brubacker - am 18.12.2005 15:11
Zitat

mit dem allemannischen des vorarlberg

Und selbst dort hört man im vorarlberger Radio keinen allemannisch sprechenden Moderator. Wenn, dann erkennt man die Herkunft am Akzent. Dialekt hat also in den Medien wie Du schon anklingen lassen hast, eher einen volkloristischen Charakter. In der Schweiz wird der Dialekt übrigens als eigenständige Sprache empfunden. Darüber hinaus wird diese Sprachform in allen Bildungsschichten akzeptiert. So kennen wir das auch aus Luxemburg, wo das Luxemburgische ebenfalls "salonfähig" ist. Der Großherzog spricht die Landessprache und der Bauarbeiter auch.
Das Luxemburgische hätte die Chance so wie das Niederländische, eine vollwertig eigenstände Sprache zu werden. Den größten Störfaktor sehe ich im Fall Luxemburg in der meiner Meinung nach zu dominaten Stellung des Französischen, der den Ausbau der luxemburgischen Sprache hemmt.

von WellenJäger - am 18.12.2005 15:39
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