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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Wiederaufladen von Batterien

Startbeitrag von Kay B am 07.02.2006 23:49

Schon oft habe ich diese Frage gestellt aber widersprüchliche Antworten erhalten:

Es gibt zwei übliche Sorten wiederaufladbarer Batterien - NiCd- und NiMH-Akkus.

Bevor man einen Akku wiederaufläd, sollte dieser erst möglichst weitgehend entladen sein. Gilt das für beide oben genannte Batterietypen oder nur für eine Sorte.

Mir wurde schon öfters gesagt, daß man NiMH-Akkus wieder aufladen kann, auch wenn diese nur zu einem geringen Teil entladen wurden. Stimmt dies und wenn ja, ist dies uneingeschränkt gültig oder wäre es besser diese vorher auch erst weitestgehend zu entladen?

Antworten:

Also erst mal: Herkömmliche Batterien kann man nicht wieder aufladen. Dafür gibt's den Begriff Akkumulator, damit keine gefährlichen Verwechslungen entstehen. Okay. "Autobatterie" hat sich eingebürgert, obwohl es eigentlich ein Bleiakku ist.

Was du ansprichst ist der Memory-Effekt, der bei NiCd-Akkus der älteren Generationen auftritt. Bei modernen NiCd-Akkus und NiMH-Akkus ist dieser Effekt inzwischen vernachlässigbar klein. Man muss nicht mehr peinlich genau auf die Ladezyklen achten. Tiefenentladen ist sowieso Gift.

von Erich Hoinicke - am 08.02.2006 07:33
Richtig der Memory Effekt bei NiMH Akkus ist vernachlässigbar klein, bei NiCd Akkus zwar mittlerweile auch, trotzdem entlade ich meine Akkus vor dem Neuladen. Gerade bei länger benutzten Handy-Akkus kommt der Effekt halt doch irgendwann zum tragen (meine Erfahrung mit Siemens-Handys, trotz NiMH).

von Rosti 2.0 - am 08.02.2006 08:45
@ Erich Hoinicke

Zitat

Herkömmliche Batterien kann man nicht wieder aufladen.


Hast natürlich recht. Ich habe bisher den Begriff "Batterien" immer als Oberbegriff gesehen, der sich eben in die Kategorien "nicht wiederaufladbar" und "wiederaufladbar" - also Akkus - einteilen läßt. Aber stimmt natürlich, Verwechslungen kann's dabei leicht geben.

Aus dem von dir geposteten Wikipedia-Artikel schlußfolgere ich, daß es am besten ist, ein Ladegerät mit integrierter Überprüfung des Ladezustandes und entsprechend angepaßter Ladedauer zu verwenden, richtig?

Wenn man jetzt aber so ein Steckernetzteil-Ladegerät für den mobilen Einsatz hat, daß nach ca. 12 Stunden bei einem Ladestrom von rund 230 mA (für Mignon-Akkus) automatisch abschaltet, sollte man dann den Akku vorher besser entladen oder einfach den Ladevorgang nach - sagen wir - 6 Stunden manuell beenden?


von Kay B - am 08.02.2006 11:48
Zitat:
Herkömmliche Batterien kann man nicht wieder aufladen.

Wieso nicht? Zumindest die Batterien der Firma Duracell kann man mindestens ein weiteres Mal aufladen. Die Kapazität ist dann vielleicht nur noch 40% einer neuen Batterie, aber das funktioniert schon.

Sollte man aber nur in Notfällen machen...

von Channel Master - am 08.02.2006 13:59
@ Kay:
Zitat

Wenn man jetzt aber so ein Steckernetzteil-Ladegerät für den mobilen Einsatz hat, daß nach ca. 12 Stunden bei einem Ladestrom von rund 230 mA (für Mignon-Akkus) automatisch abschaltet, sollte man dann den Akku vorher besser entladen oder einfach den Ladevorgang nach - sagen wir - 6 Stunden manuell beenden?

Naja, auch wenn ich damit noch keine praktischen Erfahrungen gemacht habe, schätze ich, dass ohne Memory-Effekt beide Varianten möglich sind. So ein Akku ist doch wie eine Gummipuppe, in die nur eine bestimmte Menge Wasser passt plusminus ein paar Prozent. Nur dass du jetzt Elektronen hast und du die Menge nur mit Erfahrungswerten deiner Verbraucher einschätzen kannst. Mit Entladen bist du wahrscheinlich auf der sichereren Seite.

Ich persönlich habe die Ladezyklen meiner Akkus immer manuell geschaltet. Ein Spezl von mir hat "Akku-penipel-Laden" nach eigener Aussage als Hobby. Ob seine deswegen eine deutlich längere Lebensdauer haben, wage ich zu bezweifeln...

@ Channel Master:
Zitat

die Batterien der Firma Duracell kann man mindestens ein weiteres Mal aufladen.

Das wusste ich nicht. Da die nicht damit Werbung machen und ich mir auch schwer vorstellen kann, dass die vom Prinzip her etwas anderes als den klassischen Kohle-Zink-Aufbau haben, sind das vielleicht Testergebnisse aus deinem Heimlabor? Ich kenne das noch von früher, wenn auf den stromlosen Wochenendhütten der Eltern die Batterien des Radios abbauten (und gewisse Fußballergebnisse für die Zuhörer noch nicht endgültig sein durften), dann hatte man in der Halbzeit vorsichtshalber die Zellen auf den warmen Holzherd gelegt - damit war die zweite Halbzeit gerettet. Aber das waren höchstens 10% der Ausgangsladung. Guck mal, ob du etwas im Netz darüber findest.

von Erich Hoinicke - am 08.02.2006 15:09
Man kann übrigens nahezu alle Alkali-Batterien in gewissen Grenzen wieder aufladen, dafür werden sogar (überteuert) "spezielle" Ladegeräte angeboten!

Und selbst Zink-Kohle Batterien lassen sich in gewissen Grenzen "aufladen", nur mit noch weniger "Wirkungsgrad" (ca. 20 % der ursprünglichen Kapazität). Das ganze muss nur "langsam", also extrem strombegrenzt stattfinden.
Das ist aber mehr ein "Elko-Effekt" als richitges aufladen ;-) D.
Die Explosieonswarnungen auf den Batterien sind eigentlich nur aus rechtlichen Gründen drauf, die Batterie selbst ist an sich durch ihr Gehäuse schon geschützt.


Und viele Kennen vielleicht noch den alten Trick, "leere" Batterien auf die Heizung zu legen, danach sind diese kurzzeitig auch wieder "voll".



von WiehengeBIERge - am 08.02.2006 15:30
Ich erinnere mich, vor vielen Jahren Bauanleitungen für Geräte zum Regenerieren von 'Batterien' gesehen zu haben, in Elektor oder so. Die arbeiteten mit einer Art Wechselstrom. Kein reiner Wechselstrom, sonst würde ja effektiv gar nicht geladen, sondern Aufladen nach dem Prinzip der Springprozession: Zwei Schritte vor, einer zurück. Es wurden oder werden sogar spezielle angeblich besonders gut zum Wiederaufladen geeignete Alkali-Mangen-Batterien angeboten. Diese Technik scheint sich aber nicht durchzusetzen.

Zurück zu Kays letzter Frage:

Wenn man davon ausgeht, dass auch bei NiMH-Akkus ein Memoryeffekt existiert, dann verhindert man den nur durch vollständiges Entladen vor dem Aufladen. Wenn man annimmt, dass er nicht existiert und wenn man daher auf des vollständige Entladen verzichtet, dann ist die Methode des vorzeitigen Abbruchs der Aufladeprozedur vorzuziehen. Denn häufiges Überladen verkürzt die Lebensdauer des Akkus.

Die Hersteller von NiMH-Ladegeräten scheinen davon auszugehen, dass der Memoryeffekt nicht existiert, denn eine automatische Entladung machen diese Geräte nicht mehr.

Gute mikroprozessorgesteuerte Ladegeräte laden NiMH-Akkus innerhalb von 50 bis 60 Minuten auf. Und die vermeiden auch das Überladen, indem sie die Ladekurve verfolgen. Es gibt neuerdings (Varta "Charge and go") NiMH-Akkus, die innerhalb von 15 Minuten aufgeladen werden.

Ingo


von Ingo-GL - am 08.02.2006 18:08
Und viele Kennen vielleicht noch den alten Trick, "leere" Batterien auf die Heizung zu legen, danach sind diese kurzzeitig auch wieder "voll". 


Wie kommt denn das zustande ? Interessant ;)

von vogelsberger - am 08.02.2006 18:12
Hm, wenn wir grad bei dem Thema sind... zu meinen Walkman-Zeiten (hach, lang ist's her), war's bei mir gang und gebe, dass ich irgendwie noch alte Batterien in der Hosentasche mit rumgeschleppt hatte. Diese pflegten gelegentlich auch, sich irgendwie aufzureiben und heiß zu werden. Weiß jemand, wie sowas jeweils zustande kam/kommt?

von Wrzlbrnft - am 08.02.2006 18:24
Ähm... okay. Irgendwie hatte ich das wohl anders gemeint. :D

von Wrzlbrnft - am 08.02.2006 18:36
Solange die Batterie Restspannung hat, ist immer noch ein Quantum an chemische Energie gespeichert. Wenn sich innen ein Kurzschluss bildet, wird die Energie rasch in der Form von Wärme freigesetzt. Zu einem Kurzschluss kann es kommen, wenn das Gehäuse durch äußere Einwirkung verformt wird. Deshalb ist tomfritz' Anmerkung gar nicht so abwegig ;)

Ingo

von Ingo-GL - am 08.02.2006 19:53
@tomfritz:

>>Dabei ist mir gleich der gute "Kupferkopf" um die Ohren geflogen,

Huch! Da war wohl der Ladestrom ein wenig zu hoch eingestellt...
Tipp: Nicht die großen Auto-Batterie-Ladegeräte verwenden.

von Channel Master - am 08.02.2006 21:30
Zitat

Nö, war doch nur der "kleine" Eisenbahntrafo

Wars etwa ein Märklin? Wenn ja, kein Wunder, die arbeiten ja mit Wechselspannung ;-) :D ...

von WiehengeBIERge - am 10.02.2006 05:35
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