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VHS, Betamax, Video 2000 und VCR - Wie sind eure Erfahrungen?

Startbeitrag von Kay B am 01.03.2006 10:42

Diese Frage hätte man wohl besser Ende der 1970er stellen sollen.

Aber da doch einige hier im Forum Videorecorder abseits von VHS besitzen oder gar noch damit arbeiten, interessiert's mich trotzdem mal, wie eure Erfahrungen mit den unterschiedlichen Videosystemen, die einst um die Vorherrschaft auf dem Heim-Video-Markt kämpften, sind.

Mir diese Videosysteme geläufig:

VHS / S-VHS
Video 8 / Hi 8
Betamax
Video 2000
VCR / Super VCR
und Reel-to-Reel-Geräte bei denen noch mit reinen Spulen gearbeitet wurde und man das Band noch selbst einfädeln mußte.


Wie würdet ihr diese Systeme seitens der Bild- und seitens der Tonqualität ordnen?

Welche sonstigen Vor- und Nachteile hatten die einzelnen Systeme untereinander?

Antworten:

Ich bin noch im Besitz von zwei funktionstüchtigen Video2000-Recordern. Von der Bildqualität her können sie zwar nicht mehr ganz mit heutigen VHS-Geräten mithalten, aber wenn man bedenkt, dass die Maschinen mittlerweile weit über 20 Jahre alt sind, haben sie noch ein wirklich gutes Bild.
Die Betamax-Recorder hatten auch immer eine sehr gute Bildqualität. Selber hatte ich jedoch nie einen. Die VHS-Geräte der damaligen Zeit fand ich deutlich schlechter.
Ein Bekannter meiner Eltern hatte sich schon sehr früh (um 1980 herum) ein VCR-Gerät von Philips gekauft. Ob das Bild gut war, kann ich nicht mehr beurteilen, aber auf jeden Fall war ich als damals 10jähriger absolut fasziniert von diesem Gerät und wollte unbedingt auch eines haben. Aber das Taschengeld hat leider nicht gereicht, denn die Dinger kosteten so 2500 bis 3000 DM...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.03.2006 11:36
Zitat

und Reel-to-Reel-Geräte bei denen noch mit reinen Spulen gearbeitet wurde und man das Band noch selbst einfädeln mußte.


So ein Spulengerät habe ich mir damals bei einer Aufräumaktion in der Berufschule sichern können.

Dazu auch noch zwei RÖHRENKameras und zwei Bänder (und noch ne Mange anderes technisches Gerät :-)).
Das wollten die doch tatsächlich alles wegwerfen :rolleyes:

Dieses Spulenvideosystem ist aus den frühen siebzigern (auf einem Band ist eine Aufnahme vom Politikunterricht 1972). Es handelt sich hierbei allerdings um keinen echten Vídeorecorder, denn mann kann keine Fernsehsendungen aufnehmen (bzw. kann natürlich schon, nur es ist nicht dafür vorgesehen ;-)), sondern nur Bilder von den zugehörigen Kameras.

Die Aufnahmen sind nur S/W, allerdings von der Bildschärfe her fast wie aktuelle VHS-Geräte!
Ich musste lediglich die Mechanik und die Kopfscheibe mit vieeeel Spiritus reinigen, jetzt läuft das Ding wieder wie neu.
Betrieben wird das Ding mit einem schweren Bleiakku´und auch das Gerät ist sauschwer - aber trotzdem Portabel :D.

Wie sich das System nun genau nennt konnte mir allerdings bisher keiner beantworten .

von WiehengeBIERge - am 01.03.2006 15:57
Meine Eltern haben 1982 durch irgend eine Präsentaktion bei Quelle 1982 einen Video2000 bekommen. Mein Vater hat die Katalogseite aufgehoben - Preis damals 3149 DM. Sie haben ihn aber deutlich billiger gekriegt.
Der läuft heute noch und hat ein wirklich gutes Bild. Das besondere daran ist die Stereotauglichkeit. Daher hab ich ein paar Aufnahmen aus den frühen 80ern in stereo allesamt vom ZDF.
VHS bekamen wir erst 1989 - und waren enttäuscht davon. Vorallem die fehlende Bandlaufanzeige nervte.
Es hat halt das schlechtere System gewonnen.... aber das soll ja öfters vorkommen ;)

von Terranus - am 01.03.2006 17:52
War nicht auch das Standbild deutlich besser bei Video 2000? Ich meine mich zu erinnern, dass wir mal einen solchen Rekorder zur Reparatur hatten und das Standbild absolut klar war, im Gegensatz zum wackligen VHS-Standbild.

von Habakukk - am 01.03.2006 18:10
Meine Eltern hatten sich 1983 einen Philips Video 2000 VR2023 für 1649 DM gekauft. Meine Eltern schwärmen heute noch von dem Gerät!!! Danach folgten zwei VHS-Geräte!
Die Vorteile des V2000 VR2023:

- einfachste Bedienung (kinderleicht)
- brilliante Bildqualität
- Bildsuchlauf natürlich streifenfrei :cool:
- ein Standbild (kein Wackelbild)
- Kassetten werden doppelt so schnell gespult
- Kassetten werden ohne Geräusche gespult, den Motor hört man gar nicht, man hört nur, wie das Band in der Kassette hin- und her läuft
- Kassetten besitzen einen Hebel, um den Löschschutz ein-, bzw. auszuschalten
- Diebstahlschutz aufgrund des Gewichts von 14kg, ohne Kassette :D

Das Gerät hatte ich noch bis Anfang 2000 in Betrieb. Die Kassetten wurden halt schlechter. Mittlerweile ist der Bildkopf hin :( .
Einen VHS habe ich nie besessen und werde ich auch nicht mehr besitzen!





von Günni74 - am 01.03.2006 18:49
Die Sonderfunktionen waren bei Video2000 wirklich sensationell. Den 7fach-Suchlauf ohne jegliche Störstreifen, den mein Philips VR2340 liefert, kriegt auch heute noch kein Gerät hin. Die "digitalen" Suchläufe bei DVD-Playern und sonstigen digitalen Medien kann man damit nicht vergleichen, denn diese ergeben ja keine flüssige Bewegung, sondern es werden einfach Bilder weggelassen. Bei Video2000 dagegen ist es wirklich so, als würde der Film schneller laufen. Kein Ruckeln, keine Streifen, einfach klasse.
Stereo beherrscht der VR2340 übrigens auch schon. Bei Zweikanalton-Aufnahmen musste man allerdings auswählen, welchen Kanal man aufzeichnen wollte (ganz "klassisch" mit einem Schiebeschalter). Beide Kanäle aufzeichnen und erst bei der Wiedergabe auswählen, wie es heute üblich ist, konnte man nicht. Ich habe damals gelesen, dass die Video2000-Spezifikation dies so vorschreibt, damit die aufgenommenen Cassetten auch auf Mono-Geräten abgespielt werden können. Auf die Kompatibilität wurde bei diesem System ja peinlichst genau geachtet.
Spitze war bei Video2000 auch der Realtime-Counter bei vielen Geräten (leider nicht beim oben gezeigten VR2023 und dessen Vorgängern). Die Cassetten besitzen eine Codierung (drei Löcher), die dem Recorder den Cassettentyp mitteilen. Anhand der Drehgeschwindigkeit der beiden Bandteller konnte das Gerät recht genau (+/- max. 5 Min.) berechnen, wieviel schon abgespielt wurde und wieviel Aufnahme-/Wiedergabe-Zeit noch verbleibt. Bei der Timerprogrammierung zählt das Gerät sogar mit, ob die programmierten Aufnahmen auch wirklich auf dem momentan eingelegten Band Platz haben und meldet "FULL", falls nicht. Überhaupt ist die Timerprogrammierung derart simpel, dass sich heutige Videorecorder in Grund und Boden schämen müssen! Kein umständliches, verwirrendes Bildschirm-Menü, sondern ein paar wenige Tasten und einige selbsterklärende Anzeigen direkt am Gerät. Eine Aufnahme zu programmieren dauert keine 15 Sekunden. Bei einem heutigen Gerät dauert es alleine schon 30 Sekunden, bis man nur die Glotze angeworfen und sich durch die Menüs gearbeitet hat.

Ihr seht schon: ich bin ein grosser Fan dieser kultigen Geräte. Wirklich schade, dass sich dieses System nie durchsetzen konnte, obwohl alles recht vielverprechend angefangen hatte und die Geräte sich in keiner Hinsicht vor der Fernost-Konkurrenz verstecken mussten.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.03.2006 19:59
Erklärt doch bitte mal für Leue die nur VHS, SVHS, Betacam und Super8 kennen die Unterschieder der amderem Systeme.

von LeipzigNewsMan74 - am 01.03.2006 20:23
Hier eine knapp 13-minütige komplette Bedienungsanleitung in Form eines Zeichentrickfilmes für die Philips-Serie VR20XX!

Sogar ein 6-jähriges Kind würde es verstehen! Egal ob Chinese, Franzose oder Engländer, alle können es verstehen, denn es wird auf Sprache völlig verzichtet :D !!!

Philips VR20XX-Serie

DiVX - 29,8 MByte !!!

von Günni74 - am 01.03.2006 21:13
Das Standbild und Suchlauf waren wirklich eine Video2000 Spezialität. Übrigens noch einen Vorteil hatte das System: es ist gegen Macrovision Kopierschutz völlig immun...

Die Bildqualität würde ich trotzdem nicht als "brilliant" bezeichnen, da die Bandbreite leider nur 3 MHz betrug - also nicht viel anders als bei VHS auch. Die Farben waren aber subjektiv kräftiger. Von der Bildschärfe her geben sich VHS /Video2000 aber nicht viel.

Super8 ist kein Videosystem , sondern 8mm Fotofilm, also mit Entwickeln und Löchern zum Durchzug. Sowas hatten wir auch, da bin ich als kleines schreiendes Etwas zu sehen (aber nicht zu hören...)

SVHS hat ne höhere Auflösung, aber das konnte ich nie so richtig erkennen ...
Es gibt noch Video8 und Hi8 für Camcorder. Speziell Hi8 (was das analoge zu SVHS ist) bietet eine deutlich bessere Bildqualität als SVHS oder auch Video2000.
Die Helligkeit wird getrennt von der Farbe aufgezeichnet, gibt mehr Schärfe.

Ich verwende heute noch den Hi8 Camcorder, keine Artefakte etc.

von Terranus - am 01.03.2006 21:17
@ Günni: das ist ja ein kultiges Filmchen! Vielen Dank dafür!
Da sieht man auch schön die einfache Timerprogrammierung. Bei meinem VR2340 wurde sie aber nochmals vereinfacht. Man muss nicht mehr Tage zählen, sondern kann das Datum direkt eingeben. Ausserdem kann man führende Nullen bei Uhrzeit, Datum und Programmplatz weglassen und muss bei der Uhrzeit den Doppelpunkt nicht mehr drücken.
Der Film hat mich ausserdem daran erinnert, dass wir ein ganz wichtiges Video2000-Feature noch gar nicht erwähnt haben: die Wendecassette! Video2000-Cassetten sind, wie eine MC, zweiseitig bespielbar. Geräte mit Longplay schafften somit bis zu 16 Stunden pro Cassette (allerdings war das Bild dann ziemlich bescheiden). Daher kamen auch die Typenbezeichnungen "2x4" bzw. "2x8" bei Grundig. Leider gab es aber keine Auto-Reverse-Geräte. Diese waren angeblich in Planung, wurden aber wegen der zunehmenden Erfolglosigkeit des Systems nie gebaut.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.03.2006 21:56
Zitat

Es gibt noch Video8 und Hi8 für Camcorder.

Video8 und Video2000 sind übrigens vom Band her ein und dasselbe System, lediglich die Kassettenform ist anders!
Also in gewisser weise hat sich Video2000 doch durchgesetzt, nämlich als Video8 ;-)

von WiehengeBIERge - am 02.03.2006 05:29
Ob das Standbild wackelt oder nicht hängt doch - zumindest bei VHS - von der Anzahl der Videoköpfe ab. Aber damals waren halt 2 Videoköpfe der Standard und damit wackelte das Bild.

Mit 4 oder 6 Videoköpfen kriegt man aber auch bei VHS Ruhe ins Bild.


Hier noch ein paar interessante Links:

http://www.ki.tng.de/~heikoweege/video2000.htm --> Video 2000
http://www.ki.tng.de/~heikoweege/vhs.htm --> VHS
http://www.ki.tng.de/~heikoweege/vcr.htm --> VCR
http://www.ki.tng.de/~heikoweege/video.htm --> Reel-to-Reel-Geräte
http://www.ki.tng.de/~heikoweege/betacord.htm --> Betamax
http://www.ki.tng.de/~heikoweege/seite4.htm --> Kassettenvergleich

http://www.movie-college.de/filmschule/medien/Videogeschichte%201.htm
http://www.movie-college.de/filmschule/medien/Videogeschichte%202.htm
http://www.movie-college.de/filmschule/medien/videosignal.htm


http://de.wikipedia.org/wiki/Formatkrieg --> kurze Infos zur Entwicklung der unterschiedlichen Formate

von Kay B - am 02.03.2006 10:27
Was mich bei VHS nervt, ist der teilweise stiefmütterliche Umgang mit dem Mono-Ton. Systembedingt kann diese Tonspur bei VHS nie wirklich supertolle Ergebnisse erzielen. Mit meinem ersten Videorekorder (Ein Gerät von FISHER aus dem Jahr 1990) waren aber ganz passabel klingende Mono-Aufnahmen möglich - stereo ging bei dem Gerät nicht. Das Nachfolge-Modell war ein Stereo-Rekorder von Grundig, bei dem die Mono-Aufnahmen vom FISHER schon entschieden schlechter klangen. Da der Grundig im letzten Jahr seinen Dienst quittiert hat, habe ich mir nun noch einen SONY gekauft, weil ich meine Videosammlung nicht von heute auf morgen vernichten wollte. Was der SONY aus der Mono-Ton-Spur macht, ist allerdings eine absolute Frechheit. Dumpf, matschig, verrauscht, extrem leise - und der Hammer: Wenn man im TV-Tuner ein Programm gewählt hat und nicht etwa einen der Scart-Eingänge als Eingangssignal, läuft sehr leise (aber immer noch hörbar) im Hintergrund der TV-Ton des eingestellten Programms mit! Das ist umso schlimmer, weil der Mono-Ton der Kassette ohnehin schon so leise wiedergegeben wird. Hätte ich's vorher gewusst, hätte ich mir ein anderes Gerät gekauft. SONY hat leider sehr stark nachgelassen.
Was mich auch stört: der Grundig konnte S-VHS-Kassetten und auch VHS-Kassetten im NTSC-Format abspielen. Ersteres wäre für Aufnahmen mit meiner Videokamera sinnvoll - letzteres für einige in den USA gekaufte Filme. Auch das schafft der SONY leider nicht :-(

von RadioNORD - am 02.03.2006 15:58
Betamax und Video 2000.

Sind das die Nachfolger von DVD?
Hahaha :-)

Also ich hab mir erzählen lassen (bin erst 27), dass Video 2000 bei weitem nicht die Qualität erreichen konnte, wie Betamax.
Wobei von Betamax es ja wohlgemerkt zwei Standards gab!
Die Verbaucher-Version und die High_End-Version für die Fernseh-Stationen, also die Profis.
Und bis vor einigen Jahren wurde bei vielen Stationen in Süddeutschland, besonders bei der Mediagroup in Augsburg-Lechhausen noch das Betamax verwendet (jedenfalls noch bis etwa 1997).

Inwieweit noch immer Betamax verwendet wird, kann ich nicht sagen. Aber die Profi-Version hatte echt eine ultrascharfe Bildauflösung im Vergleich zu VHS.


von Radiopirat - am 02.03.2006 20:46
Zitat

Die Verbaucher-Version und die High_End-Version für die Fernseh-Stationen, also die Profis.

Die Profi-Version heißt aber Betacam statt Betamax.

Der riesen Vorteil zu "Insidersystemen" der Fernsehstudios: Wenn der Kameramann keine Kassette mehr hatte, konnte er einfach eine stinknormale Betakassette im Laden kaufen, denn das Bandmaterial und die Kassette sind identisch.
So richtig Kompatibel sind beide Systeme aber nicht.

von WiehengeBIERge - am 03.03.2006 05:22
> konnte er einfach eine stinknormale Betakassette im Laden kaufen

Die Betonung liegt auf "konnte". ;) Die letzte Beta-Cassette habe ich vor etwa 15 Jahren in einem Geschäft gesehen...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 03.03.2006 07:16
Welche Videosysteme verwendet(e) man eigentlich in Fernsehstudios?

Ich habe auf NDR mal eine Sendung mit Rudi Carrell gesehen in der er mit Kassetten rumhantiert hat, die aussahen wie VHS, aber mindestens doppelt so groß waren. Was ist das für eine Norm?


von Kay B - am 03.03.2006 12:09
Zitat

Die letzte Beta-Cassette habe ich vor etwa 15 Jahren in einem Geschäft gesehen...

Ich - erstauenlicherweise - erst vor ca 5 Jahren! Und zwar bei Karstadt in Bremen. Die hatten da sogar noch Video2000 Kassetten, DD-Disketten und Pocket-Fotofilme im Angebot, obwohl die ganzen Systeme eigentlich schon längst "out" waren!

Aber auch wirklich nur bei der Bremer Karstatd-Filliale, woanders natürlich nicht.

Zitat

Welche Videosysteme verwendet(e) man eigentlich in Fernsehstudios?

Als das Fernsehen mal bei uns (Freilichtbühne) zu Gast war (1998), haben die(=WDR) BetacamSP (so die Aufschrift auf der Kamera) benutzt.
Auch heute wird es m.W. noch häufig benutzt, allerdings wegen DV u-ä. immer seltener.

http://de.wikipedia.org/wiki/Betacam_SP

Zitat

Ich habe auf NDR mal eine Sendung mit Rudi Carrell gesehen in der er mit Kassetten rumhantiert hat, die aussahen wie VHS, aber mindestens doppelt so groß waren. Was ist das für eine Norm?

Es gibt vermutlich einige Verschiedene Normen die TV-Sender verwenden. Ich hab in diversen Sendungen schon zig verschiedene Kassetten gesehen, alle sollten Sendebänder darstellen.

Was man aktuell so als TV-Station an Bandgeräten kaufen kann, findet sich hier:

http://www.sonybiz.net/cgi-bin/bvisapi.dll/templates/std_prod_list.jsp?BV_SessionID=@@@@0675742870.1141392154@@@@&BV_EngineID=haddgdffkhembemgcfkmcfjfdhk.0&channelId=-31983&channel_desc=Broadcast%20and%20Professional%20Audio/Video




von WiehengeBIERge - am 03.03.2006 13:25
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
> konnte er einfach eine stinknormale Betakassette im Laden kaufen

Die Betonung liegt auf "konnte". ;) Die letzte Beta-Cassette habe ich vor etwa 15 Jahren in einem Geschäft gesehen...


Ich kenne in Thun sogar noch ein Geschäft, der heute noch neue leere Betamax Kasetten von Sony verkauft ;)

von Mike - am 03.03.2006 16:10
> Ich kenne in Thun sogar noch ein Geschäft, der heute noch neue leere Betamax Kasetten von Sony verkauft

Nicht schlecht! Bestimmt Expert Moser mit den vielen DAB-Radios im Fenster? ;)
Aber üblich ist das wirklich nicht mehr. Die letzten Beta- und V2000-Bänder habe ich damals im grössten UE-Fachgeschäft in Singen gesehen. Dieser Laden hatte Anfang der 80er das Video2000-System stark gepusht und vermutlich auch mehr als nur eine Handvoll Geräte verkauft. Da wollte man den Kunden wohl wenigstens noch eine Zeit lang die Leercassetten anbieten...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 03.03.2006 18:15
> Nicht schlecht! Bestimmt Expert Moser mit den vielen DAB-Radios im Fenster? ;)

Nicht ganz ;) Es ist der "Audio Aebersold" an der Aarestrasse > http://www.audioaebersold.ch

Der hat ganz exklusive Sachen in seinem Laden. Wie ich mich noch an die Vitrine (in dem die Kassetten waren) erinnern kann, war der Preis für eine Beta-Kassette stolze 39 Franken das Stück ;)

Wenn du mal Zeit hast, kannst mich ja mal besuchen kommen ;)


von Mike - am 03.03.2006 18:45
> der Preis für eine Beta-Kassette stolze 39 Franken das Stück

Tja, das ist halt der Seltenheitswert. ;) Zumindest die V2000-Bänder kosteten aber auch früher schon sehr viel. Ich glaube, um die 40DM musste man für die VCC480 hinblättern. Aber da hatten immerhin 8 Stunden Platz. Die Stunde Spielzeit war bei Video 2000 anfangs nicht teurer als bei der Konkurrenz, sondern sogar eher billiger. Nur sind halt die VHS-Bänder dank Massenproduktion dann immer weiter im Preis gefallen, während Beta und 2000 immer gleich teuer geblieben sind.

> Wenn du mal Zeit hast, kannst mich ja mal besuchen kommen

Ja, darauf komme ich gerne mal zurück. Aber erst, wenn dieser Sch***-Winter endlich vorbei ist... ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 04.03.2006 08:22
Bänder hab ich genug, zwischendurch auch immer welche über die "ALLES" Zeitung dazugekauft. Viele verscherbeln ihre alten Bänder für ein paar Euronen, oft mit interessanten Dingen bespielt.

von Terranus - am 04.03.2006 11:52
Also zur Reihenfolge:

1. Beta
2. Video2000
3. VHS

Wobei SVHS, HI8 usw. aussen vor bleiben können, denn diese Technik ist Systembedingt besser, da 400 Zeilen aufgelöst werden können.
Insofern kann ich das beurteilen, da wir irgendwann in den 80ern mal nen Vergleich gemacht haben, Testbildaufnahme aller 3 Systeme und dann direkt verglichen. Jaha, Testbild gabs damals im Fernsehen auch noch :D

Das schlechtere System hat sich also auch hier - wie so oft - durchgesetzt.
Das mit dem Standbild ist so eine Sache, das wurde bei VHS erst besser durch die Einführung zusätzlicher Bildköpfe und durch elektronische Bildstabilisatoren.

Anno 1980 hatten meine Eltern den ersten (VHS-) Videorecorder gekauft. So ein Klopper von Sharp, die Bedienungsanleitung in Deutsch war n toller Schmöker, quasi 20 Möglichkeiten, das Gerät überhaupt erstmal einzuschalten *gg*. Leider hatte der ne Macke und wurde dann gegen einen von SABA getauscht. Der war noch mit Kabelfernbedienung.
Bevor die ersten HiFi- Maschinen auf den Markt kamen, hatte unser SABA- Nachfolger Grundig VHS- Recorder Stereo auf der Normalspur. Sowas gibts auch heute nicht mehr. Hybriden, die sowohl HiFi als Normalstereo konnten, waren sehr rar gesät, Telefunken hatte mal so eine HighEnd- Maschine gebaut, damit konnte ich mir dann meine letzten 3-4 Musikvideos des englischen Clip- Senders MusicBox "retten".
Besonders hatte es mir der Grundig angetan: Restbandanzeige (Nachdem man einen Barcode- Aufkleber auf dem Cassettenrücken angebracht hatte, entsprechend der Gesamtspielzeit), eben (bezahlbaren) Stereoton und das mit Abstand einfachste Programmiersystem.
Interessant, aber sau-anfällig war hier die Bandführung: Während die meisten Recorder das Band in "M- Form" um die Kopftrommel zogen, nahm sich der Grundig das Band und verschwand damit im Gerät: über einen grossen Ring mit mehreren Rollen wurde der Kontakt mit der Trommel hergestellt.
Die VHS- Cassetten gabs anfangs zB von Fuji oder Akai nur im Dreierpack a´ 60-70 DM, später im Stückpreis von um die 20 DM.

Heute fristet mein Philips- SVHS- Recorder ein eher trauriges Schattendasein. Hat er seine Funktion doch zugunsten eines Panasonic- DVD- Recorders eingebüsst und steht nun in meiner Anlage ehrwürdig, aber den Zeichen der Zeit gehorchend, treu da und wartet darauf, gelegentlich noch das Futter längst vergangener Zeiten zu verarbeiten... aus einem Pool von mehr als 200 Videocassetten...


von HAL9000 - am 05.03.2006 17:23
> Interessant, aber sau-anfällig war hier die Bandführung

Oh ja, das legendäre "U"-Einfädelsystem. Meine Güte, war das ein Scheiss zum justieren! Und wenn die Andruckrolle schon ein bisschen durch Alterung hart geworden war, hatte man praktisch keine Chance mehr, einen vernünftigen Bandlauf hinzukriegen.
Dieses System hat Grundig ja nicht nur bei den frühen VHS-Maschinen verwendet, sondern ursprünglich bei Video 2000. Und dort war die Justierung des Bandlaufs sowieso eine Wissenschaft für sich...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.03.2006 18:05
Weisst bescheid? Mein Vater hatte einmal nen Bandsalat und hinterher Stunden und Stunden zugebracht, um den bandlauf wieder zu justieren - es ging nie wieder so wie es original mal war... :D

von HAL9000 - am 07.03.2006 11:31
Ich habe mich gestern mal ausgiebig mit diesem Portabel-Videogerät vom Anfang der 70er Jahre beschäftig :-).

Soe sieht das Gerät aus:

BAS-OUT als PL-Buchse (von Funkgeräten bekannt), HF Modulator für Band I :eek: (Kanal 3 und 4).

Wichtigstes Werkzeug bei Videogeräten, die 30 Jahre lang nicht mehr benutzt worden sind: Spiritus und Wattestäbchen :D.
Der Videokopf (Kopfscheibe wäre übertrieben ;-)) ist übrigens erstaunlich robust, jede VHS Kopfscheibe wäre bei dem Zustand der Bänder mit Sicherheit kaputtgegangen :D.

Zwei passende Röhrenkameras hab ich auch noch, beide funktionieren auch noch.


So sehen die Bänder aus. Immer noch bleibt die Frage: Wie heißt das System???


Bedienungsanleitung im Deckel

Der Inhalt der Bänder:



(erinnert etwas an Entführervideos :D)




















Wie man sieht, die Qualität ist gar nicht mal soooo schlecht, wenn man das Alter und die völlig falsche Lagerung der Bänder bdenkt


Ich hab rein aus interesse nachher auch mal probiert, wie es aussieht, wenn man eine Neuaufnahme direkt vom TV macht.
Den Videoeingang musste ich erstmal "ermitteln", weil das Ding ja eigentlich nur für Kamerabetrieb vorgesehen ist.


Erster Versuch: Kopf sitzt wieder zu :D


Also Kopf gereinigt und wieder versucht: Klappt, und gar nicht mal so schlecht! Zwar nur S/W, aber von der Schärfe her durchaus VHS ähnlich.

von WiehengeBIERge - am 07.03.2006 12:11
Geil :spos: ! Also dieses Videosystem ist mir gänzlich unbekannt! Erstaunlich, dass die alten Bänder noch so gut funktionieren! Interessant ist auch der Band-I-Modulator!
Wie lautet denn der Hersteller des sehr interessanten Geräts?

von Günni74 - am 07.03.2006 13:17
National (Heute besser bekannt als Panasonic).

von WiehengeBIERge - am 07.03.2006 13:28
http://www.labguysworld.com/Panasonic_NV-3085.htm

EIAJ Portapak VTR :confused:

von essemm - am 07.03.2006 21:24
Jo, jetzt wo du's sagts: die Seite kenn ich! :D
Danke fürs Erinnern :-)!

Die hab ich vor Jahren mal ergoogeld (ergurgelt) und nicht mehr dran gedacht :rolleyes:
Dennoch ist mir dieses (und die meisten anderen dort gezeigten) Systeme gänzlich unbekannt :eek:
Man mag es kaum glauben, aber es gab wohl unzählige Verschiedene Formate unter den Spulengeräten: http://www.labguysworld.com/VTR_FAQ_006.htm

Das hier ist übrigens der erste Videorecorder der Welt (1956):


von WiehengeBIERge - am 07.03.2006 21:36
Ich hab mal auf dem Sperrmüll vor 10-15 Jahren ein altes wahrscheinlich VCR-Band gefunden. Also nur noch den Spulenkern mit dem Band. Kann man den irgendwie abspielen?

von WellenJäger - am 08.03.2006 12:32
Wer noch die Gelegenheit nutzen möchte, die Bedienungsanleitung für den Philips VR20XX in Form eines Zeichentrickfilms
herunterzuladen, der sollte sich beeilen, weil ich auf meinem Webspace Platz benötige!

Hier nocheinmal der Link (Download mit rechter Maustaste!):

Philips VR20XX-Serie - 29.8 MByte, DiVX, 12:54 min.


Beispielbilder aus dem Video:



von Günni74 - am 10.03.2006 19:40
@ Rolf, der Frequenzenfänger

Zitat

Oh ja, das legendäre "U"-Einfädelsystem.


Wie wird beim U-Einfädelsystem das Band eigentlich genau geführt? Gänzlich anders als beim M-Einfädelsystem? Kannst du's mal aufmalen und hier posten? :-)



@ Sebastian Budde

Zitat

BAS-OUT als PL-Buchse (von Funkgeräten bekannt), HF Modulator für Band I (Kanal 3 und 4).


Genau. Vor Chinch und Scart hat man da wirklich Anschlüsse verwendet, die teilweise eher an Wasserleitungsgewinde erinnern. Wenn ich da nur an die UHF-Buchsen denke. :D

Das mit dem Band I als Ausgangsbereich für den HF-Modulator hat man wohl anfangs aus den USA übernommen. Dort geben die in Heimelektronik verbauten HF-Modulatoren ja immer noch im Band I aus. Ich frag' mich nur warum. Das Band I dürfte doch gerade bei den Amerikanern relativ voll sein. Und hat man da - wenn auch nur schwach - eine Station auf A03 und noch eine auf A04, dann hat man ständig Störungen im Bild. Da wäre doch ein UHF-Modulator wirklich die bessere Lösung.

Sehr schöne Bilder, die du da gemacht hast. :-) Hast Recht, die Bilder erinnern wirklich irgendwie an Entführungsvideos aus den 70ern.

Das aktuell aufgezeichnete Videosignal von Pro Sieben ist auch relativ klar.



@ WellenJäger

Ich hab mal auf dem Sperrmüll vor 10-15 Jahren ein altes wahrscheinlich VCR-Band gefunden.

Siehe hier http://www.ki.tng.de/~heikoweege/seite4.htm eine Übersicht über die verschiedenen Videokassetten.



@ Günni74

Sehr interessantes Video. :D Lustig, daß der Videorekorder drei verschiedene LED-Anzeigen hat.


von Kay B - am 12.03.2006 13:44
Mal noch 'ne andere Frage.

Wie funktioniert das eigentlich genau mit der Aufzeichnung der Farbe? Da gibt es doch auch unterschiedliche Möglichkeiten.

1. Aufzeichnung des breitbandigen Videosignals bis 5 MHz. --> Also der PAL-Farbträger bei 4,43 MHz wird so wie er ist mit aufgezeichnet.

2. Separate Aufzeichnung des Luminanz- und Chrominanz-Signals.

3. Aufzeichnung eines in der Bandbreite reduzierten Videosignals (bis ca. 3 MHz) und Speicherung des Farbträgers mittels des Colour-Under-Verfahrens.


zu 1.
Könnte man mit diesem Verfahren ohne Probleme PAL- und SECAM-Signale aufzeichnen, ohne etwas an der Hardware ändern zu müssen? Bzw. wäre eine problemlose Aufzeichnung von NTSC-Signalen (mit 525 Zeilen @ 29,97 Bildern pro Sekunde) bei Anpassung der Band- und Kopftrommelgeschwindigkeit möglich?

Könnte man auf diese Art und Weise sogar MAC-Signale aufzeichnen?


zu 2.

Das wird wohl bei S-VHS und bei Hi-8 angewendet. Was geschieht hier eigentlich genau mit dem Farbträger? Wird der auf die Differenzsignale U und V bzw. I und Q demoduliert und diese dann aufgezeichnet oder wendet man hier auch das Colour-Under-Verfahren an?


zu 3.

Beim Colour-Under-Verfahren wird der Farbträger von 4,43 MHz (bei PAL) auf einige hundert kHz heruntergesetzt und in der Bandbreite verringert. Wo wird dieser neue Farbträger genau gespeichert? Zusammen mit dem Luminanz-Signal (und durch Anhebung der unteren Grenzfrequenz des Luminanzsignals quasie "darunter" versteckt)? Oder wie funktioniert das genau?

Wo genau befindet sich diese Frequenz für das Colour-Under-Verfahren bei VHS? Ist sie von der jeweilig verwendeten Farbnorm abhängig?


von Kay B - am 12.03.2006 13:58
> Wie wird beim U-Einfädelsystem das Band eigentlich genau geführt? Gänzlich anders als beim M-Einfädelsystem? Kannst du's mal aufmalen und hier posten?

Diese Arbeit haben längst andere erledigt. Zum Beispiel hier: http://www.palsite.com/format.html ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 12.03.2006 14:01
@ Rolf, le récepteur de la fréquence

Welchen Vorteil hat denn diese U-Einfädelung gegenüber der M-Einfädelung? Bei beiden hat man doch eine Abdeckung der Kopftrommel von 50 %.


von Kay B - am 12.03.2006 14:16
Da bin ich überfragt. Das Justieren ist beim M-System jedenfalls wesentlich einfacher...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 12.03.2006 14:19
Mit was haben eigentlich die TV Sender in den 60 und 70ern ihre Sendungen archiviert ? Es ist für mich immer wieder verblüffend wie sauber und scharf die alten Sendungen heute wiedergegeben werden können. zB Hitparade oder Beat Club. Da ist ja keine Störung drin, kein Rauschen.
Wenn die MPEG2 genommen hätten ;)

von Terranus - am 12.03.2006 14:21
@ TerranusI

Zitat

Mit was haben eigentlich die TV Sender in den 60 und 70ern ihre Sendungen archiviert ? Es ist für mich immer wieder verblüffend wie sauber und scharf die alten Sendungen heute wiedergegeben werden können.


Stimmt. Der Meinung bin ich auch. Ich nehme mal an, daß sie da wirklichh ein System genommen haben, welches die volle Videobandbreite inklusive Farbträger aufzeichnet.


von Kay B - am 12.03.2006 15:10
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