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PKW-Maut wird wohl doch kommen

Startbeitrag von PowerAM am 10.12.2006 12:25

Mal wieder wird laut ¼ber die Einf¼hrung einer PKW-Maut f¼r die Autobahnen nachgedacht. Diverse Zeitungen berichten davon, selbst im Radio (NDR 2, RBB Inforadio) wurde berichtet.

Begr¼ndet wurde die Forderung damit, da? der Autofahrer an den Kosten der Verkehrswegeerhaltung und des -neubaus beteiligt werden soll. Zudem w¤re Deutschland im EU-Europa eine Insel, in der er keine PKW-Maut gibt. Weiterhin wurde angef¼hrt, da? ausl¤ndische Autofahrer damit ebenfalls an den Kosten der Autobahnen beteiligt werden.

Und diesmal sieht es mit der Zustimmung innerhalb der Koalition nicht mal so schlecht aus! Zwar verspricht man, die Belastungen f¼r die Autofahrer und insbesondere f¼r Berufspendler nicht weiter zu erh¶hen - aber wer daran glaubt, der ist auch ¼berzeugt davon, da? der Storch die Kinder bringt.

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Re: PKW-Maut soll kommen

Natürlich ist die Sache klar, irgendwie muss Geld in die Kassen für den Straßenbau kommen, und zwar für alle gerecht verteilt - dafür bietet sich eine Maut geradezu an. Es wird auch einen Ausgleich für die deutschen Autofahrer geben müssen - entweder über die Mineralölsteuer (dann profitieren Fahrer von Benzinern und insbesondere Spritschluckern - aber auch allgemein Vielfahrer) oder über die KFZ-Steuer (dann profitieren Fahrer von sparsamen Dieseln mit hohem Wirkungsgrad, die ökonomisch sinnvoll, aber ökologisch zweifelhaft sind - aber auch allgemein Wenigfahrer). Am besten wäre natürlich ein Kompromiss aus beidem.

Eine pauschale Vignette wäre bei der hohen Autobahndichte in Westdeutschland ein großer Nachteil für Gelegenheitsfahrer. Ich wohne hier 5 km von der Autobahn entfernt, was bedeutet, dass sich die Autobahn hier sehr oft schon für Strecken im Bereich von 10-20 km lohnt. Wenn man diese kurzen Strecken meinetwegen einmal die Woche oder fährt, zahlt man genauso viel wie z.B. mein Dad, der jeden Tag 2x50 km über die Autobahn pendelt. Es herrscht also eine allgemeine große Ungerechtigkeit. Man darf nicht vergessen, dass die Länder, aus denen man die Vignetten kennt (Schweiz/Österreich) schon aus Gründen der Topografie eine geringere Autobahndichte haben und es so viel einfacher ist, nicht über die Autobahn zu fahren ;-)

Ein Mautsystem à la TollCollect (alternativ könnten auch Konkurrenzsysteme eingesetzt werden, wie z.B. das österreichische Go-System) wäre da schon etwas fairer, da es die tatsächlichen Kilometer abrechnet. Hier zahlt man nur für die tatsächlich gefahrenen Kilometer, was bei Gelegenheitsfahrern natürlich viel weniger ausmacht. Probleme tauchen hier natürlich bei der Umsetzung auf. Ein großes ist der Datenschutz, denn beim TollCollect-System werden alle Fahrzeuge von den Mautbrücken fotografiert und alle Fotos der mautpflichtigen LKWs gespeichert, bis bekannt ist, dass die Maut für diese Strecke bezahlt wurde. Da dies über computergestütztes Einlesen der Kennzeichen funktioniert und diese natürlich bei PKWs erschreckend genaue Rückschlüsse auf den Fahrer zulassen, kann man detaillierte Autobahnnutzungsprofile erstellen - Big brother lässt grüßen. Ein weiteres Problem sind die Ausweichstrecken, die ja schon bei Einführung der LKW-Maut in Diskussion waren - mit einer PKW-Maut würde diese Diskussion aber eine ganz andere Dimension bekommen. Ein Beispiel fast vor meiner Haustür wäre die Bundesstraße 3.

Die Besonderheit der B3 in Mautzeiten ist, dass sie zwischen Gießen und Frankfurt (und auch darüber hinaus, nur macht der Zeitverlust durch den Dauerstau der Frankfurter Innenstadt den Vorteil praktisch zunichte) fast parallel zur A5 verläuft - und das wären von Langgöns (Ende der A485) bis zum Preungesheimer Dreieck (A661) immerhin über 40 mautfreie Kilometer. Mein imaginäres Auge sieht da schon Pendlerlawinen aus dem Gießener Umland über die B3 nach Frankfurt rollen, was den Verkehr diese derzeit weder kreuzungs- noch ortsdurchfahrtsfreie Strecke (etwa die Hälfte ist inzwischen 4-spurig ausgebaut, am Rest wird gearbeitet) früher oder später kollabieren lässt, und zwar immer zur Berufsverkehrszeit. Man bedenke, die Strecke ist jetzt schon an der Belastungsgrenze, ohne diese zusätzlichen Pendler. Es wird also so enden, dass die Ausweichstrecken früher oder später auch mautpflichtig werden. Problem dabei: Diese Bundesstraßen sind im allgemeinen Verkehrsnetz bereits so rangniedrig, dass es einfach keine Ausweichstrecken ohne noch mehr Ortsdurchfahrten und riesige Umwege mehr gibt. Und solche Straßen gibt es überall in Deutschland, da bin ich mir sicher. Die Situation wäre dann zwar für alle gleich schlecht, aber dennoch nicht besser als im Falle des Vignetten-Szenarios.

Es liegt nun in der Hand der Regierung, den besten Kompromiss zu finden. Grundsätzlich ist eine Maut sinnvoll, aber sie sollte nicht zur Verschlechterung der gegenwärtigen Situation führen, sondern nur zur nutzungsnahen Gewinnung der Mittel für den Straßenbau. Aber inzwischen bin ich dabei, den Glauben daran zu verlieren, dass die Große Koalition Einschnitte ihrerseits hinnimmt, um trotz allen Sanierungsmaßnahmen den Bürger nicht über Gebühr zu belasten. Die von der SPD kritisierte 18%-"Merkelsteuer" wurde ja schließlich auch mit 19% gemeinsam beschlossen, auch wenn das etwas weit vom eigentlichen Thema dieses Threads entfernt ist...

von Hagbard Celine - am 10.12.2006 19:00

Re: PKW-Maut soll kommen

Wenn ich die ganzen Blechlawinen seh, bin ich für noch teureres Benzin. Tut mir zwar selbst weh, aber so kann es m.E. nicht mehr weitergehen. Autobahnmaut bewirkt nur eines: der Kurzstrecken und Pendlerverkehr verlagert sich auf die anderen Straßen, die dann ohne Ende verstopft sind und in 2-3 Jahren wachsen dann die Protestschilder aus dem Boden und konservative Bürgerinitiativen fordern den Bau von Umgehungsstraßen.

Alles nur Problemverlagerung:
Die richtigen Schritte:
Konsumverzicht, dazu gehört auch Einschränkung der Individualmobilität:
d.h. Umstieg soweit möglich auf ÖPNV
Kleine Strecken per Fahrrad oder zu Fuß
Bedarfsfahrten besser koordinieren (mehrere Dinge auf einmal erledigen)
Fahrgemeinschaften bilden -> Auto immer voll machen!
Stadtteilautos


von Seiten der Obrigkeit wäre zu tun:
KEIN Neubau von Umgeungsstraßen
bessere Stadtplanung: Einkaufsmärkte rein in die Wohngebiete und nicht auf die grüne Wiese.
Schaffung von Stadtteileinkaufszentren, innerhalb derer fußläufig alle Geschäfte des täglichen Bedarfs erreichbar sind, heute wird oft von einem zu anderen Laden gefahren: 10km Strecke, um 5 Sachen einzukaufen, erlebe ich sehr oft!
massive Preissenkung im ÖPNV, wenn finanzierbar sogar kostenlos!
Abschaffung des Mobilitätszuschlags (so weh das tut!)
starker Ausbau des Nahverkehrs, vor allem von Seiten der Bahn!
Die Bahn kann eh nur erfolgreich sein, wenn sie günstig die Fläche bedient (aber das gehört jetzt schon wieder in die Kategorie, mit der ich mal Geld verdienen will: Beratung!)




von PeterSchwarz - am 11.12.2006 10:50

Re: PKW-Maut soll kommen

Ach, ist das Jahr wieder rum, dass die Sau namens Autobahnmaut wieder durchs Dorf getrieben wird?
Ich bin ganz klar GEGEN diese Maut.

Begründung:
- angebliche Kostensenkungen der KFZ- Steuer wird so gering ausfallen das man garantiert am Ende draufzahlt
- angebliche Senkung der Spritsteuer wird so gering sein, das die Mineralölkonzerne freudig die Hände reiben und die Preise weiter raufsetzen, so das man auch hier wieder draufzahlt.
- Verlegung des Hauptverkehrs von Autobahnen auf Landstrassen mit dem damit verbundenen Ärger der Anwohner, Verstopfung der Strassen/Ortschaften, noch mehr Staus mit all den zugehörigen Zeit- Geld- und Umwelt- Verlusten.
- Maut = Umschichtung von Geldern mit erwarteten satten Gewinnen zu Lasten der Autofahrer. Wer glaubt, am Ende dieser Umschichtung mit "zu Null" rauszukommen ist selber schuld. Das das nix wird, war bei Umschichtungen schon immer so und wird sich auch nicht ändern.

Am Ende ist also der normale Kraftfahrer wie üblich der Dumme.

All diese Geschichten mit Fahrgemeinschaften und ÖPNV sind ja nett gedacht aber nur schwer bis gar nicht umsetzbar. Bei ÖPNV halte ich die Preise und vor allem die in vielen Gegenden miesen Verbindungen dagegen. Individualverkehr - machen wir uns nichts vor - ist und bleibt Individualverkehr. Man kann nicht auf der einen Seite wie selbstverständlich erwarten, Anfahrten zum Arbeitsplatz von 50, 80, oder mehr als 100km pro Tour in Kauf zu nehmen und einem andererseits die KM- Pauschale streichen (die grösste Schweinerei!) und Maut für den Weg zur Arbeit verlangen. In solchen Fällen sind auch Fahrgemeinschaften nahezu ausgeschlossen.
Im übrigen sind Behauptungen, es sei kein Geld für Strassenerhalt und -bau vorhanden, weshalb man die Maut dringend braucht, schlicht und ergreifend gelogen. Von den Gesamteinnahmen durch die KFZ- Steuer wird lediglich ein kleiner Bruchteil für diese Arbeiten verwendet, der Rest der KFZ- Steuer (ca. 2/3) versickert im maroden Staatshaushalt. Würde man die KFZ- Steuer 1:1 in den Strassenbau investeren (und nur dazu zahlt man ja eigentlich diese Steuer, denn durch die Nutzung der Strasse nutze ich diese ja auch ab), hätten wir heute Autobahnen und Landstrassen mit Goldbeschichtung.

Es hiess ja "in dieser Legislaturperiode nicht mehr"
Und somit prophezeihe ich an dieser Stelle heute schon, das die Partei, welche sich den Maut auf die nächsten Wahl- Fahnen schreibt, ganz sicher nicht in der Regierung sitzen wird.



von HAL9000 - am 11.12.2006 11:56

Re: PKW-Maut soll kommen

Eine Senkung oder Aufgabe der Kfz-Steuer als Besitzsteuer ist ökologisch absolut zu begrüßen. Es soll nicht der Besitz eines Kfz besteuert werden sondern dessen Nutzung. Richtig wäre, Steuern und Abgaben nach den Gebrauchsgewohnheiten zu erheben. Ökologisch sinnvoll ist durchaus die Besteuerung der Kraftstoffe, da sie verbrauchs- und damit auch abgasarme Fahrzeuge belohnt. Kurz gesagt: Wer viel fährt soll auch viel zahlen. Wer viel verbraucht ebenfalls.

Benachteiligt werden damit Berufspendler und Leute, die ihr Kfz geschäftlich nutzen und daher viel fahren. Ich würde dem aber nicht die Bedeutung beimessen, da sie durch die Wahl ihres Fahrzeuges und ihre Fahrweise durchaus Einsparmöglichkeiten haben - oder aber draufzahlen.

Die weitgehende Abschaffung der Pendlerpauschale war ein Schritt in die falsche Richtung, bestraft sie doch nun die immer geforderte Flexibilität, auch vom Wohnort entfernt zu arbeiten. Klar, jeder hat die Wahl, seinem Arbeitsort alle paar Jahre hinterherzuziehen, für mich kommt aber wegen meinem lärmbelasteten Arbeitsort eine Wohnung in der Stadt mit all ihrem Lärm nicht in Frage. Klar, das Wohnen in dörflicher Umgebung und noch dazu direkt am Wald ist Luxus, den ich mir leisten kann - oder aber nicht.

Zurück zur Autobahnmaut! Gerecht wäre eine Erhebung nach tatsächlicher Nutzung. Entweder über eine (natürlich selbst einzubauende und zu bezahlende OBU) und Toll Collect bzw. ein ähnliches System oder wie z. B. in Frankreich durch Mautstellen, an denen bar oder per Kreditkarte gezahlt werden muß. Tatsächlich bedeutet das aber auch wieder einen immensen Verwaltungsaufwand, der Teile der gewollten Einnahmen auffrißt bzw. die Maut verteuert, wenn ein geforderter Abgabenbetrag verlangt wird.

Nicht zuletzt jaulen jetzt die Datenschützer auf, die den gläsernen Kraftfahrzeugführer sehen, von dem Bewegungs-, Nutzungs- und Fahrgewohnheitsprofile erfaßt werden können. Klar bietet es sich an, zwischen den Mautstellen auch die Passierdauer der Fahrzeuge zu überwachen. Wer deutlich schneller ankommt als vorausberechnet, der muß definitiv zu schnell gefahren sein und wird an der nächsten Mautstelle gleich mit zur Kasse gebeten. Funktioniert z. B. auch in Frankreich ganz anständig.

Vom Verwaltungsaufwand her würde sich eine Pauschale für die Nutzungsmöglichkeit in Form einer Vignette anbieten. Das setzt wieder eine massive Verkehrsüberwachung voraus, bei der es wie in anderen Ländern auch drakonische Strafen für die Autobahnnutzung ohne Vignette gibt. Also auch wieder Verwaltungsaufwand, der sich aber durch eingenommen Bußgelder allenfalls vielleicht kostenmäßig neutralisiert.

Ich gehe persönlich davon aus, daß die Maut kommt - und zwar ohne weitere Entlastungen für die Kfz-Nutzer. Vielleicht kommt eine Senkung der MinÖlSt um 1 - 2 Ct zur Beruhigung der Gemüter. Am System der Kfz-Steuer werden die Bundesländer jedenfalls festhalten, schließlich haben sie immer protestiert, wenn man ihnen eine Einnahmequelle ersatzlos nehmen wollte. Persönlich halte ich das Prinzip der Vignette mit 150 - 300 EUR Jahresgebühr für das wahrscheinlichste, da es quasi von heute auf morgen mit geringem Verwaltungsaufwand und sprichwörtlich "kraft Gesetzes" realisierbar wäre.

von PowerAM - am 11.12.2006 17:27

Re: PKW-Maut soll kommen

ÖPNV? Oft zu unflexibel in ländlichen Regionen. Ich hatte und habe an meinen beiden letzten Wohnorten jeweils 24 km Anfahrt zum Arbeitsplatz. In beiden Fällen wäre ich mit dem Fahrrad schneller gewesen. :sneg:

KFZ-Steuer? Ist mir zu sehr auf Abgasmengen fixiert. :sneg: Es gibt auch andere Parameter, die sinnvoll in einer Steuerformel einbezogen werden könnten. S.u.

Maut? Verlagert ungewollt einen Teil des Verkehrs auf Landstraßen und Ortsdurchfahrten. :sneg:

Mein Traum: Die Blackbox für alle Fahrzeuge, in der alle relevanten Daten ein Jahr lang gespeichert werden und nach Auslesen (z.B. beim TÜV-Termin) dem Finanzamt zur Verarbeitung in einer ausgeklügelten Steuerformel übertragen werden. Das Integral aus Geschwindigkeit über Fahrzeit als Basis würde einen 200 km/h Non-stop-Raser genauso viel kosten wie einen 50 km/h-Sonntagsfahrer mit vierfacher Fahrzeit. Denkbar wären aber auch progressive Steuersätze ab der vorgegebenen Höchst-/ Richtgeschwindigkeit. (Stehzeiten bilden keine Fläche unter der Kurve - keine Mehrkosten im Stau).

Als Hasser parkplatzfressender Dickschiffe könnte ich mir noch Steuerparameter wie Fahrzeuglänge, -gewicht oder Motorleistung vorstellen.

Grundgedanke: Jeder sollte sein Auto als Taxi verstehen. Ab dem ersten Meter tickt die individuelle Steueruhr. Vielfahrer zahlen viel, Wenigfahrer wenig. Pendler-, Gewerbe- oder Vielfahrerrabatt sollte berücksichtigt werden. Maut und pauschale KFZ-Steuer wären überflüssig.

Nebeneffekte: Mehr als ein Jahr keine Datenabgabe könnte mit "elektronischer Stilllegung" gekoppelt werden. Betrugsversuche mit temporärem Führerscheinentzug. Und nach Unfällen wären Blackboxes wertvolle Hilfsmittel.

Bleibt leider ein Traum...

von Erich Hoinicke - am 12.12.2006 16:27

Re: PKW-Maut soll kommen

Wäre es hier nicht wesentlich sinnvoller, den Nutzfahrzeugverkehr stärker zu belasten, statt dem Indivudualverkehr immer mehr Belastungen aufzubürden?
Mich kostet eine Fahrt von Uster nach Zürich und zurück mit dem Auto (20 km Wegstrecke) inkl. Parkgebühren für eine Stunde rund 100 Franken (ca. 66 Euro); wenn ich aber mit dem öV reinfahre, dann kostet mich das nur rund 18 Franken. Weshalb will man da den Individualverkehr immer noch mehr verteuern???
Der Lastwagenverkehr hat in den letzten 30 Jahren weit überproportional zugenommen; heute ist ein sehr viel grösserer Prozentsatz des gesamten Strassenverkehrs Nutzfahrzeugverkehr als früher; deshalb pläderie ich dafür, den Strassengütervekehr massiv zu verteuern! Man sollte alle Treibstoffe, die von Nutzfahrzeughaltern und -fahrern in Nutzfahrzeuge getankt werden, mit einer hohen Sondersteuer belasten, sodass der Güterverkehr wirklich auf die Schiene verlagert wird; und auch die unsinnige Just-in-time Produktion müsste endlich wieder durch eine Warenwirtschaft mit Lagerhaltung (wo auch immer dies möglich ist) ersetzt werden.
Der Nutzfahrzeugverkehr verursacht auch weit höhere Kosten, die Strassen werden von den schweren Fahrzeugen schnell abgenutzt, sodass immer schneller neue Deckenbeläge aufgezogen werden müssen auf den Strassen, das bezahlen wir alle!
Also, konkret stelle ich mir dies wie folgt vor: Der Lastwagenfahrer Alois tankt an der Tankstelle und geht zur Kasse; da er nun eben ein Nutzfahrzeug betankt hat, muss er den wesentlich höheren Obolus entrichten, dieser wird ihm auf die Rechnung draufgeschlagen. Dieser Extra-Obolus sollte IMHO den fünffachen Dieselpreis zusätzlich betragen, d.h. der Lasgwagenfahrer zahlt dann bei einem Dieselpreis von einem Euro sechs Euro pro Liter Diesel. Diese Regelung sollte man möglichst auch europaweit einführen!

von dxbruelhart - am 14.12.2006 10:07

Re: PKW-Maut soll kommen

@Habakukk: *vollzustimm*

Hier lohnt es sich tatsächlich, einen Zweitwagen für private Fahrten meiner Mutter, die sie nicht mit dem Dienstwagen machen darf, zu unterhalten - einen 12 Jahre alten 2-Liter-Diesel (abgelegte Pendlermöhre von meinem Daddy, als meine Schwester keinen großen Kindersitz mehr brauchte, hat er ab sofort den großen Bus mitgenommen und ließ ab sofort das kleinere Auto zu Hause), der nicht die allergünstigste Versicherungsklasse hat und 540 Euro Steuern im Jahr frisst. Jährliche Kilometerleistung liegt derzeit wohl um 3000 km, ab Anfang nächsten Jahres wird es etwas mehr, weil ich die Karre dann auch ab und zu mal bewege. Lohnt sich trotzdem, das Auto weiter zu behalten und auch ab und zu was zu reparieren, weil man es halt doch immer wieder braucht und eine Finanzierung für ein neues Auto mit Benzinmotor (Stichwort: KFZ-Steuer...) sehr viel teurer kommen würde. Mal abgesehen davon, dass das Auto in nem recht guten Zustand und der Motor mit 105.000 km gerade erst eingefahren ist ;-)

Ein großes Rechenexempel beginnt übrigens, wenn es um die Fahrt zum Studienort geht. Mit dem Auto jeden Tag ins 50 km entfernte Gießen oder ins 65 km entfernte Darmstadt fahren klingt für jeden Städter unvernünftig. Fakt ist aber, dass man auf eine Wohnung nur die Differenz der Spritkosten anrechnen dürfte, weil ich das Auto doch immer wieder für irgendwelche Fahrten brauchen würde - denn auf den ÖPNV will ich mich hier sicher nicht verlassen, schließlich will man auch mal heim - und die Busverbindungen sind hier zwar relativ gut, aber immer noch "ländlich", der nächste Bahnhof ist knapp 10 km weg. Und wenn ich den ÖPNV zum täglichen Pendeln benutzen würde, spricht bei durchschnittlichen Verkehrsverhältnissen eine ganze Stunde zusätzliche Fahrtzeit (wohlgemerkt, für eine Fahrt, also 2 vergeudete Stunden am Tag) außerdem fürs Autofahren.

Man zeige mir eine ortsnahe Studentenwohnung (1-Zimmer reicht ja, aber Telefon und DSL-Internet sollte schon sein, hab ich ja auch zu Hause), für die ich inkl. Nebenkosten den Gegenwert der eingesparten 150 oder 200 Liter Diesel (berechnet auf Grundlage eines Verbrauchs von 7 l/100 km) bezahle. Wenn es 150 oder 200 km weit weg geht, kann ichs ja noch verstehen, dass eine eigene Wohnung billiger ist - aber solange ich einen Studienplatz meiner Wahl in Frankfurt/Gießen/Darmstadt finde, sehe ich Pendeln immer noch als die billigste Option...

von Hagbard Celine - am 14.12.2006 20:22

Re: PKW-Maut soll kommen

Zitat

(20 km Wegstrecke) inkl. Parkgebühren für eine Stunde rund 100 Franken (ca. 66 Euro)


:rolleyes: :confused:

Hmm, du scheinst aber auch nicht unbedingt der Lebenskünstler zu sein, ne? Also, wenn ich solche Berechnungsgrundlagen ansetzen würde, dürfte ich mein Bier in der Kneipe glatt für 30 Euro anbieten müssen... :brüll: :blöd: (das Raumspray per exempel, wenn mir einer meiner "harten Fälle" :D mal zwischendurch die Bude verpupst, eingerechnet... :brüll:)

Hier mal ein paar bewährte Kostensenkungstipps aus Unternehmer:Dsicht...:

Motor an Ampeln AUS! Geparkt wird nicht auf heißem Pflaster in der Innenstadt, sondern jwd umsonst und per Fussmarsch wird rein marschiert. Da kannste dann übrigens parken so lange du willst :D

Es gibt billige Direktversicherer. Nicht immer alles den teuren Allianz-Fachmann machen lassen... (ich nehm weiter an, dass de deinen Wagen wohl auch selber betankst und das nicht auch den Tankwart - so heute überhaupt noch existent :D - machen lässt. :joke: )

Auch bei Reparaturen kann man ne Menge sparen, schon durch Auswahl der richtigen Werkstatt. Und noch viel mehr eben durch Eigenleistung/Freunde. Ein Reifenwechsel wäre z. B. etwas, was man da gänzlich alleine machen könnte... Die "empfohlenen Kundendienst"intervalle hab ich längst ignoriert, das ist hauptsächlich Geldmacherei, zu hoch angesetzt und geht auch anders, glaube mir.

Eine Karre mit möglichst wenig Wertverlust anschaffen. Grundregel 1: KEIN Neuwagen! Den neuen online kaufen und nicht direkt auf dem Werkstatthof, dort isser nämlich wesentlich teurer! Die Kunst des Handels anwenden...

Und, und, und....

Übrigens anstatt des Raumsprays kann man (in der Gatronomie wenigstens) auch das Fenster aufmachen, das erzeugt dieselbe Wirkung und ist billiger :p




von Thorsten T. - am 15.12.2006 08:41

Re: PKW-Maut soll kommen

@ Thorsten T.: Gute Ansätze, die aber nicht pauschal aufgehen müssen.

Kein Neuwagen? Und nicht vom Händler kaufen? Aha! :eek: Wir haben 2004 2 Neuwagen zeitgleich vom Händler gekauft. Naturalrabatt bei beiden: Top-Ausstattung zum Preis des Basismodells plus je ein Satz Winterräder. Wer einen Gebrauchten kauft, der nicht nur ein paar Hunderter kostet, der muß sich das Geld möglicherweise teurer borgen. Neuwagen kann man schon für 0 - 1,9 % finanziert bekommen.

Zudem fahre ich jetzt ein Auto, das mit Euro 4 und geringem Verbrauch auch noch einige Jahre aktuell ist. Ich brauche nicht befürchten, mit einem "Stinker" Städte nicht mehr befahren zu dürfen oder Strafzuschläge wegen schlechter Abgaseinstufung zu zahlen. Für mich als Vielfahrer mit 30 - 35 Tkm pro Jahr würde es sich sogar noch lohnen, einen Neuwagen als Jahreswagen wieder zu verkaufen. Selbst die geringfügig höheren Kilometer machen da noch nicht viel aus, schließlich ist der junge Gebrauchte ja gerade mal 1 Jahr alt.

Und als finalen Coup hatte ich meinen jetzigen Wagen unter anderem wegen der günstigen Versicherungseinstufung ausgewählt. Der Anteil an Dieselmotoren in dieser Modellreihe liegt bei 0,3 % - was somit nicht mal 'ne andere Typklasse als die beiden Benziner ausmacht. Ohnehin habe ich in meinem Automdoell fast nur alte Säcke und junge Familien fahren gesehen. Meine Freundin dürfte mit 26 wahrscheinlich zu den jüngsten Fahrern zählen. Der überwiegende Teil ist 50 oder älter.


Zurück zur Maut-Diskussion! Im Falle einer Einführung sollte man es tunlichst unterlassen, Verkehrswege wie z. B. die Berliner Stadtautobahn in die Mautgeschichte mit einzubeziehen. Sie sind wichtige innerstädtische Verkehrswege. Eine Verdrängung auf andere Straßen würde zum Zusammenbruch des Verkehrs führen. Betroffen ist auch der ÖPNV, da Busse ebenfalls durch die zugestauten Straßen behindert würden. Nicht überall gibt es Busspuren oder fährt die Straßenbahn auf einem eigenen Gleisbett.

Ich gehe aber (wie oben erwähnt) davon aus, daß eine PKW-Maut in Form einer Vignette früher oder später kommen wird - ohne spürbare Entlastungen für den Autofahrer. Zwar lehnt BM Tiefensee eine PKW-Maut nach wie vor kategorisch ab, nur wird es allenfalls eine Frage der Zeit bzw. des politischen Drucks auf ihn sein, bis sich die Ansichten ändern. Und wenn nicht mit ihm, dann mit seinem Nachfolger...

Gerade werden ja wieder Stimmen laut, die nach einer Citymaut nach Londoner Vorbild verlangen.

von PowerAM - am 15.12.2006 12:58

Re: PKW-Maut soll kommen

Zitat
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STERN/Gesetze/Steuern/Presseschau/OTS

Führende Verkehrsexperten fordern PKW-Maut in Deutschland

Hamburg (ots) - Um den Bedarf an neuen Straßen in Deutschland finanzieren zu können, fordern mehrere Verkehrsforscher die Einführung einer PKW-Maut. Wie das Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, sehen die Experten in der PKW-Maut auch die Möglichkeit, den rasant zunehmenden Verkehr auf der Straße besser steuern zu können. "Sie wäre ein gesellschaftlicher Gewinn, auch für die Verkehrsteilnehmer", sagt Gerd-Axel Ahrens, Professor an der Technischen Universität in Dresden. "Über die PKW-Maut kann man Staumanagement betreiben, in Spitzenzeiten mehr verlangen als zum Beispiel nachts. Und Fahrer aus dem Ausland würde man an den Verkehrskosten beteiligen."

Ahrens ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates im Bundesverkehrsministerium. Das Gremium, in dem 18 Professoren aus unterschiedlichen Fachbereichen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee beraten, hatte bereits vor vier Jahren die Einführung einer PKW-Maut gefordert. Nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums wird das Verkehrsaufkommen in Deutschland weiter zunehmen, alleine im Güterverkehr zwischen 2004 und 2025 um 79 Prozent.

Michael Schreckenberg, Verkehrsphysiker an der Universität Essen-Duisburg, spricht sich im stern ebenfalls für eine Straßennutzungsgebühr aus. "Sie wäre am gerechtesten für den Autofahrer", sagt Schreckenberg. "Jeder zahlt exakt für den Weg, den er fährt. Im Gegenzug müssten dann Mineralöl- oder Kfz-Steuer gesenkt werden." Mit den Einnahmen könnten neue Straßen gebaut werden, da Gebühren im Gegensatz zu Steuern zweckgebunden verwendet werden. Für Wolfgang Tiefensee ist eine bundesweite PKW-Maut allerdings tabu. "Sie würde für breite Bevölkerungsschichten eine Verteuerung bedeuten", teilte sein Ministerium dem stern mit.

"Es muss natürlich klar sein, dass es im Gegenzug eine Steuerentlastung gibt", sagt Verkehrsforscher Ahrens. Damit würde auch der Tanktourismus zum Billigbenzin in den Nachbarländern weniger. "Das Thema muss nach der Wahl auf den Tisch", sagt der Professor. "Die Politik verzichtet sonst auf ein Instrument, mit dem man den drohenden Verkehrskollaps in den Griff bekommen kann."

Originaltext: Gruner+Jahr, stern
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Pressekontakt: stern-Redakteur Martin Knobbe, 040/3703-4445

Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

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von PowerAM - am 26.08.2009 10:52

Re: PKW-Maut soll kommen

Zitat
Japhi
Dagegen. KEINE Maut, Güter großtenteils, soweit es geht, von der Autobahn auf die Schiene, Tempolimit auf 150 (Gute Reisegeschwindigkeit) und Steuern auf den Spritpreis hauen. Dann hat man freiere Autobahnen, keine von hinten anbretternden SUVs, da man auch mit einem Kleinwagen gefahrlos überholen kann bzw überhaupt nicht überholen muss, da keine LKWs die rechte Spur blockieren. Außerdem haben Wenigfahrer einen Vorteil, und zwar, dass sie weniger Steuern bezahlen, Vielfahrer bezahlen dann gerechterweise mehr. Und so viel teurer wirds auch nicht.
Dazu kommt, dass auch ausländische Straßenbenutzer Steuern zahlen, die Deutschland und seinen Straßen zu gute kommen.
Mit der Maut werden einfach viele auf Landstraßen ausweichen und die Ortschaften verstopfen.


-Schiene kannste in D vergessen.Die Güter wären ewig unterwegs aufgrund seit langem fehlender Infrastruktur.Ist doch alles auf den ICE Kunden ausgelegt.Dazwischen dann die Pendelzüge und dann irgendwann kommen die Güterzüge,die mittlerweile auch gerne in die Nacht verschoben werden.
-Tempolimit wird wohl in der nächsten Zeit kommen.Wenn nicht Gesetzestechnisch dann deswegen weil der Verkehr einfach zusammenbricht.Persönlich bin ich schärfster Gegner des Tempolimits da es einen Haufen negative aber nur wenig positive Auswirkungen haben wird.150 is heutzutage eh oft Obergrenze des machbaren.
LKWs werden also weiter zahlreich unterwegs sein.Maut,wenn dann für alle Strassen und nicht nur Autobahnen.Zumindest Bundesstrassen sollten auch mit dabei sein.Ich denke nicht das sich jemand eine Odyssee über Land und Kreissstrassen antut.

von Scrat - am 31.08.2009 12:42

Re: PKW-Maut soll kommen

Zitat
Chriss505
-Schiene kannste in D vergessen.Die Güter wären ewig unterwegs aufgrund seit langem fehlender Infrastruktur.Ist doch alles auf den ICE Kunden ausgelegt.Dazwischen dann die Pendelzüge und dann irgendwann kommen die Güterzüge,die mittlerweile auch gerne in die Nacht verschoben werden.


Die Infrastruktur fehlt oder ist veraltet, das stimmt. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass sie an ihren Leistungsgrenzen angelangt ist. Ich bin hierletzt mal Friedberg-Kassel durchgefahren (Friedberg-Gießen fahre ich öfters) und ich begegnete auf dieser durchgängig zweigleisigen Strecke 2 oder 3 Güterzügen. Wohlgemerkt, vormittags an einem Werktag, und ich war aus Anschlussgründen 2 1/2 Stunden per Bummelzug unterwegs. Außer einem stündlichen Schnellzug (abwechselnd IC und RE), einer versetzten stündlichen Regionalbahn und einem kurzen Nebenstreckenzubringer fährt zwischen Gießen und Kassel absolut nichts. Wenn es Beweise gibt, dass da außerhalb der Hauptverkehrszeit mit ihren Pendlerzügen kein Platz ist, möchte ich sie gerne sehen.

Das Problem dürfte eher sein, dass Güterverkehr auf der Schiene nicht konkurrieren kann, weil die Transportkapazität auf der Straße einfach viel billiger ist. Mein Lieblingsbeispiel, weil mit regionalem Bezug, sind die herbstlichen Zuckerrübentransporte. Früher wurden sie soweit möglich über die Schiene zur seit 1981 geschlossenen Friedberger Zuckerfabrik abgewickelt, weil die Wetterau von mehreren Nebenbahnen durchzogen ist. Jetzt fahren LKWs aus der Wetterau ins weit über 100 km entfernte nordhessische Wabern. Friedberg und Wabern sind auf dem Schienenweg ohne Abzweigung verbunden, die dortige Zuckerfabrik hat direkten Gleisanschluss - natürlich hat Friedberg keinen Güterbahnhof mehr, aber das wird auch seine Gründe haben. Die LKWs dagegen müssen entweder die A5 schon in Alsfeld verlassen oder die Kasseler Berge passieren, außerdem werden für die gleiche Menge Rüben wie in einem Güterzug nicht gerade wenige LKWs gebraucht. Wo ist also der Vorteil, wenns nicht ums Geld geht?

Zitat
Chriss505
-Tempolimit wird wohl in der nächsten Zeit kommen.Wenn nicht Gesetzestechnisch dann deswegen weil der Verkehr einfach zusammenbricht.Persönlich bin ich schärfster Gegner des Tempolimits da es einen Haufen negative aber nur wenig positive Auswirkungen haben wird.150 is heutzutage eh oft Obergrenze des machbaren.


Ein pauschales Tempolimit mit punktuellen Überlastungen zu begründen halte ich für vermessen - und zwar aus drei Gründen:

1. An Stauschwerpunkten sind lokale Tempolimits oft bereits üblich, egal ob mit dauerhaftem Schild oder per VBA (was ich in dem Fall für sinnvoller halte). Und sobald alle Spuren voll sind, ist die freie Fahrt sowieso nicht mehr möglich. Zeigt sich auf vierspurigen Autobahnen leider oft genug bei Elefantenrennen.

2. Es gibt viele Autobahnen, die hauptsächlich der Erschließung dienen und die deshalb recht wenig Verkehr aufweisen. Die A45 zwischen dem Gambacher Kreuz und dem Langenselbolder Dreieck wird von etwa 30.000-40.000 Fahrzeuge am Tag befahren - Stau gibt es dort nur bei Unfällen, und außerhalb der Hauptverkehrszeit ist die linke Spur meistens frei. Wer drosselt dort sein Tempo freiwillig auf 120 oder 130? Tempolimit von 150 würde ich als Kompromiss selbst bevorzugen, aber das wird gerade denen, die das Gesetz durchdrücken wollen, nicht genug sein. Der statistische Effekt ist einfach zu gering.

3. Der Anteil der Autobahnkilometer ohne Tempolimit ist ohnehin überschaubar, wenn man die VBA-Abschnitte mitrechnet, wo vorübergehend Tempolimits herrschen. Oft genug sind die völlig unlimitierten Abschnitte dieselben wie in Punkt 2.

Fazit: Ein Tempolimit ist nur mit Schadstoffausstoß und Unfallrisiko zu begründen, wenn überhaupt. Ich wünsche den Grünen viel Spaß dabei. Ich selbst gehöre auch aus Kostengründen nicht zur Raserfraktion, halte mich aber am liebsten neutral, wenn es ums Verfechten eines Tempolimits geht.

Zitat
Chriss505
LKWs werden also weiter zahlreich unterwegs sein.Maut,wenn dann für alle Strassen und nicht nur Autobahnen.Zumindest Bundesstrassen sollten auch mit dabei sein.Ich denke nicht das sich jemand eine Odyssee über Land und Kreissstrassen antut.


Natürlich werden LKWs zahlreich weiter unterwegs sein, gerade auf den Ost-West-Verbindungen mit dem immer wichtigeren Transitverkehr in Richtung Osteuropa. Der Güterverkehr sucht sich die Wege, die einen optimalen Kompromiss aus Geschwindigkeit und Kosten ergeben - lenken lässt sich das nur schwer. Gutes Beispiel aus der Lokalpresse: Die Bundesstraße durch meinen Heimatort stellt eine Verbindung zwischen A5 und A45 dar, die von LKWs gerne benutzt wird. Eine Beschwerde von Anwohnern wurde abgeschmettert mit der Begründung, sie sei eine sinnvolle Abkürzung und man sehe daher keinen Anlass, die Benutzung zu sanktionieren. Da es um gut 20 km von Autobahn zu Autobahn geht, spart man dadurch vermutlich auch nicht sensationell viel Maut ;)

Dass sich das Befahren einer Kreis- oder Landesstraße nicht lohnt, dachte ich auch - bis ich diesen Beitrag gefunden habe. In der Tat gibt es nicht wenige solcher Straßen, deren Breite für LKWs völlig ausreichend ist - auch wenn es da innerhalb einer Gattung riesige Unterschiede gibt. Im Gegenzug findet man in hügeligen Gebieten Bundesstraßen mit teils engen Ortsdurchfahrten (hier B275) oder grauenhaft kurviger Trassierung (hier B276). Weil auf den Strecken kaum jemand fährt, macht man dort auch nichts bis auf das gelegentliche Ausbessern der Fahrbahn. Neutrassierungen von Straßen gibts übrigens wirklich, hier in der Nähe wurde vor einigen Jahren eine gefährliche S-Kurve entschärft, eine Kreisstraße bekam im Zuge eines Neubaus ebenfalls einen günstigeren Verlauf.

Ich selbst halte nichts von einer PKW-Maut für Bundesstraßen, zumal sie in dieser flächendeckenden Form ein weltweites Unikum wäre. Das würde zum totalen Verkehrskollaps führen. Eine Strecke nur auf Bundesstraßen zu finden ist selten ein Problem, bloß mit Land- und Kreisstraßen tut man sich sehr schwer - und mit einer Maut werden das viele Gelegenheitsfahrer tun. An die Bundesstraßen innerorts und deren Umfahrungen möchte ich gar nicht denken, sicher würden auch viele Leute die zahlreichen Feldwege befahren. Zum Umstieg auf den ÖPNV wird das auf dem Land dagegen kaum jemanden bewegen, der oft nur stündliche oder zweistündliche Zubringer zum nächsten Knotenpunkt reißt niemanden vom Hocker.

Eine flächendeckende LKW-Maut wäre zumindest nicht völlig irrsinnig, möglicherweise als eine Art allgemeine Kilometerabgabe - allerdings nicht oder kaum gestaffelt, damit sich solche Zickzackfahrten wie im verlinkten Beitrag nicht finanziell lohnen. Ob sie sich zeitlich lohnen, ist eine andere Frage, wobei die Kasseler Berge wirklich ein Sonderfall sind - hier tut eine Fertigstellung der A49 Not.

von Hagbard Celine - am 31.08.2009 20:51

Re: PKW-Maut soll kommen

@Hagbard Celine

Bahnfracht dauert doch ewig. ;-) Ja drei Züge kann ich mir schon vorstellen.Verzehnfache die Zahl und dann weißt du ungefähr wieviel Züge du eigentlich gesehen haben müsstest.
Ich wohne 500m neben der Bahnlinie Nürnberg-Passau (München) und erlebe seit Jahren das Güterzüge erst gegen halb eins Nachts so richtig ins Rollen kommen.Linien wurden hier in meiner Gegend kontinuierlich stillgelegt.Die vielen Radfahrwege durch die Pampa zeugen davon.

Ich liebe ja VBAs =)
Gestern auf meiner Stammstrecke A9 Nürnberg-München

Alle waren vorher auf 120 geschaltet.Der Stau wurde erst am Unfall angezeigt....Gut das es nicht getröpfelt hat,sonst wär wohl Stau + 80 dort gestanden *fg*
Diese Dinger waren noch nie zu was nutze.Ich lass mich hinrollen und geb dann wieder Gas.

Wenn die Strasse leer ist,was willste dann mit nem Tempolimit?
Zu den Unfällen kann ich nur Sagen das Österreich und der regulierte Rest keinesfalls weniger Unfälle haben als wir.Eher mehr.Bei 120 kannste nämlich Pennen.Ab 140 nicht mehr.
Das Wort Raser für Schnellfahrer lass ich nicht gelten.Ich fahr zügig.Halte Abstand und fahr rechts wenn es irgend geht.Auch mit 100 kann man Rasen.Durch Baustellen zb.,denn Rasen ist einfach unangepasste Geschwindigkeit.

Warum sollte Bundesstrassenmaut zum Kollaps führen?Das musste mir erklären.Du möchtest mir damit aber nicht sagen das dann viele auf Wald und Wiesenstrassen ausweichen,oder?
Mir gehts darum das Maut für alle Strassen gilt, wenn man die AB benutzt.Ein abfahren hat also keinen Sinn mehr.

von Scrat - am 01.09.2009 17:22

Re: PKW-Maut soll kommen

Grundsaetzlich ist eine Maut richtig, weil sie Transitreisende ebenfalls zur Kasse bittet. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es Regionen gibt, in denen die Mautverweigerer dank gut ausgebautem Strassennetz ueberhaupt keine Autobahn benutzen muessten. Dagegen trifft des den Ruhrgebietsbewohner deutlich haerter, da dort gefuehlt ja jeder Supermarkt eine Autobahnabfahrt hat.

Fakt ist, dass man bestrebt ist, einen Ausgleich fuer sinkende Einnahmen aus Mineraloelsteuer und Kfz-Steuer zu finden. Viele haben sich von der Abwrackpraemie kleine und sparsame Fahrzeuge gekauft, was oekologisch begruessenswert ist, praktisch aber dem Finanzminister die Traenen in die Augen treibt. Eine PKW-Maut koennte das ausgleichen und zieht sogar noch Geld von Auslaendern ein. Andere Laender haben das auch, wird man als Begruendung sagen.

Die OBU-Geschichte ist momentan zu aufwendig und auch fuer den Einzelnen zu teuer. Sie wuerde den Anteil der Mautverweigerer hochtreiben. Zwar wuerde es prima zum Konzept des Ueberwachungsstaates passen, gleich kostenlos ein Bewegungsprofil zu haben, wer das vermeiden will, wird die Autobahnen aber nicht mehr befahren.

Ich glaube eher, dass die Plakettenloesung mit Preisen zwischen 100 und 150 EUR kommt. Da gab es naemlich mal eine Studie, die diesen Preis als gerade noch akzeptabel einstufte. Bei ueber 200 EUR wuerden mehr Autohalter auf die Fahrten auf Autobahnen verzichten und das System wuerde weniger Geld einspielen.

Damit dieses System effektiv ist, muss dafuer gesorgt werden, dass das Vermeiden mautpflichtiger Strecken finanziell und zeitlich unattraktiv ist. Autobahnaehnlich ausgebaute Strecken (Bundeskraftfahrstrassen) muessten ebenfalls mautpflichtig sein. Zudem duerfen vorhandene Parallelstrecken keinen attraktiven Ersatz fuer die Autobahnnutzung darstellen. Vorstellbar waere auch ein generelles Tempolimit ausserorts auf 60 oder 70 bei gleichzeitigem Verzicht auf den Ausbau solcher Schleichwege. Ich glaube, mit dem Ausbremsen des Verkehrs auf Nebenstrecken wuerde man - abgesehen von ganz ueberzeugten Verweigerern - jeden zum Kauf einer Vignette bewegen koennen.

von PowerAM - am 30.09.2009 05:54

Re: PKW-Maut soll kommen

Eine Art mehrspurigen Kreisel kenne ich auch, in der Stadtmitte von Büdingen. Vogelsberger wird auch schon das eine oder andere Mal durchgefahren sein. Allerdings ist das kein echter zweispuriger Kreisel, man hat einfach in der äußeren Hälfte eine Rechtsabbiegerspur markiert, die an jeder der drei Hauptrelationen neu beginnt. War der zweite Kreisel meiner Fahrschulzeit und ich habe mich eigentlich schnell daran gewöhnt.

Kreisel auf Ortsumgehungen kenne ich hier in der Gegend in Butzbach und auf der relativ neuen Umgehung in Hungen, aber besonders negativ sind sie mir noch nicht aufgefallen. Da ist die Ortsdurchfahrt von Butzbach, der inoffiziellen "Wetterauer Kreiselhauptstadt", wesentlich schlimmer. Auf der Friedberger Ortsumgehung haben sie wegen den starken Verkehrsströmen an den 5 Auf- und Abfahrten Ampeln installiert, was heftig kritisiert wird - allerdings bezweifle ich, dass der dort gebündelte Berufsverkehr durch Kreisel besser fließen würde ;)

Um zum Thema PKW-Maut zurück zu kommen - wenn man keinen Verkehrskollaps provozieren möchte, wird einem nicht viel anderes übrig bleiben, als bei der Wahl der mautpflichtigen Straßen Vorsicht walten zu lassen.

Die Pendlerströme aus halb Hessen ins Rhein-Main-Gebiet sorgen auch ohne Verkehrslenkung schon für grenzwertige Verkehrslast - und zwar großflächig verteilt, was jede Ampelkreuzung in eigentlich ländlichem Gebiet zur Staufalle machen kann, wenn sie zufällig auf dem Weg nach Frankfurt liegt. Über die parallel zur A5 verlaufende B3, die immer noch einige Ortsdurchfahrten aufweist, fließt täglich locker so viel Verkehr wie auf einer ostdeutschen Provinzautobahn. In den 70ern war als Ersatz eine A49 geplant, aus der A485 und A661 entstanden sind und deren Lücke immerhin nach und nach durch eine 2-spurige Straße ohne höhengleiche Kreuzungen gestopft wird.

Ich weiß nicht, wie das mit den Pendlerströmen in Frankreich aussieht, aber vermutlich nicht ganz so extrem, da mich die Bevölkerungsdichte mit Ausnahme des Elsasses und der Île-de-France eher an den Vogelsbergkreis oder Mecklenburg-Vorpommern erinnert als an meine halbwegs ländliche Heimat, den Wetteraukreis mit 300 Einwohnern pro km². Und der beträchtliche Anteil an Feld, Wald und Wiesen ist da selbstverständlich auch mit drin.

Deshalb würde ich die Autobahnen, die Entlastungs- oder Zubringerzwecken vor Ort dienen, sinnvollerweise von der PKW-Mautpflicht befreien. Bei LKWs macht das keinen Unterschied, die pendeln nicht jeden Tag 50-100 km hin und die selbe Strecke wieder zurück, natürlich alle gleichzeitig - aber bei PKWs macht das einen beträchtlichen Anteil des Verkehrs aus. In Hessen würde das aus meiner Sicht A480, A485, A643, A648, A661, A671 und A672 betreffen - möglicherweise noch die A49 ab dem Kreuz Kassel-West, die A60 im Bereich des Mainzer Rings und die A66 westlich des Wiesbadener Kreuzes sowie östlich des Nordwestkreuzes bis zum Ausbauende in Frankfurt.

von Hagbard Celine - am 30.09.2009 18:27

Re: PKW-Maut soll kommen

Zitat
Detektordeibel:
Du würdest auch die elektrische Fußfessel begrüßen. Das macht überhaupt nix.


Nein, finde ich nicht. Sie ist menschenunwuerdig.


Zitat
Hagbard Celine schrieb:
Deshalb würde ich die Autobahnen, die Entlastungs- oder Zubringerzwecken vor Ort dienen, sinnvollerweise von der PKW-Mautpflicht befreien. [...]


Genau das wird nicht passieren! Man wird den Pendlerverkehr behindern, wo es nur geht. Unter dem Deckmantel der Foerderung des OePNV. Mit der gleichen Begruendung hat man in Berlin willkuerlich 30er-Strrecken auf Hauptverkehrsstrassen wegen "Laermschutz" geschaffen, die mal 10 m und mal einige 100 m lang sind. "Niemand zwingt die Autofahrer dazu, diese Strecken zu benutzen. Es ist eine Verdraengung des Durchgangsverkehrs erwuenscht.", so hiess es sinngemaess mal. Laermbegrenzend wirken diese kurzen 30er Abschnitte naemlich nicht, denn ich habe beobachtet, dass absichtlich in niedrigem Gang und mit hoher Drehzahl gefahren wird, um am Ende der Begrenzung voll auf's Gas zu latschen.

Und so wird dich niemand zwingen, alle paar Jahre deiner Arbeit hinterherzuziehen. Du wirst dir aber irgendwann die Pendelei nicht mehr leisten koennen oder wollen. Weil inzwischen der Sprit 1,85 EUR je Liter kostet, Du Autobahnmaut und Maut auf den "Schleichstrecken" zahlst und zeitlich immer mehr Zeit im Stau verbringst. Da wird dann irgendwann auf das Wohnen im Gruenen verzichtet und Du ziehst freiwillig in die Stadt. Vielleicht wird auch die Zweitwohnung ueberlegenswert, wenn Du deine bisherige Wohnung nicht aufgeben kannst oder willst bzw. Frau/Freundin woanders keine Arbeit findet.

von PowerAM - am 30.09.2009 18:43

Re: PKW-Maut soll kommen

Naja, zumindest wenn viel Verkehr ist sind die zweispurigen Kreisel nicht ganz so ohne. Man muss ja praktisch eins vor der Ausfahrt bei der man raus will von der inneren auf die äußere Spur wechseln und kreuzt da mehr oder weniger die Bahn derer, die grad reinfahren und auf die Innenspur wollen. Da braucht es wie schon geschrieben wirklich bissl mehr Kommunikation zwischen den Fahrern als Blinken und rüber, v.a. dann wenn die Ein-/Ausfahrten relativ schnell aufeinander folgen bleibt da oft nicht viel Zeit zum Spurwechsel.

Einspurige Kreisel finde ich aber absolut göttlich, die haben hier bei uns in der Gegend so manche Kreuzung entschärft, bei der sich viele tödliche Unfälle ereignet haben, oder bei denen man an manchen Tagen ewig warten musste, um abbiegen zu können. Oftmals sind sie auch da sinnvoll, wo es Kreuzung mit Ampelregelung gibt, weil eine Ampel ja auch viel Leerlaufzeit verursacht, in der keiner fährt, weil gerade umgechaltet wird, oder da wo's grün ist niemand ist.

Etwas völlig seltsames habe ich aber bei uns neuerdings entdeckt.

Es gibt da eine recht unfallträchtige T-Kreuzung, in der eine Staatsstraße auf eine Bundesstraße trifft. Die Bundesstraße ist stark befahren, die Linksabbieger, die von der Staatstraße auf die Bundesstraße wollen, haben fast keine Chance dazu. Gerade weil umgekehrt auch viele Fahrzeuge von der Bundesstraße links auf diese Staatsstraße einbiegen, kommt man kaum raus, denn selbst wenn es links und rechts eigentlich ginge, muss man abwarten, bis die alle mal abgebogen sind, in der Zeit kommt meistens schon wieder jemand neues von links oder rechts daher.

Diese Kreuzung wäre also prädestiniert für einen Kreisel. Aber als man sie kürzlich neu gemacht hat, hat man sich für eine sogenannte Verflechtungsspur auf der Bundesstraße entschieden. Man kann nun dann abbiegen, wenn von links keiner kommt und wenn es von rechts keine Linksabbieger gibt, denn man kann nun zunächst in die Bundesstraße auf diese Verflechtungsspur einbiegen (die zwischen den beiden Fahrbahnen ist) und kann sich bis zum Ende dieser Spur dann in den von rechts hinten kommenden Verkehr einreihen. Das ist natürlich schon mal etwas besser, wenn auch nicht viel, denn es gibt dummerweise zahlreiche rechts von der Bundesstraße kommende Linksabbieger und man kommt nach wie vor immer noch kaum raus, denn die kreuzen ja immer noch mit einem die Bahn und haben Vorfahrt. Zumal der von rechts kommende Verkehr sicher einen Schock bekommt, wenn man da einfach so einbiegt, die sehen das ja nicht unbedingt, dass da noch eine Wartespur mitten in der Fahrbahn ist.

Entsprechend hat man nun als von der Staatsstraße kommender ein Riesenschild vor sich, auf dem bildlich erklärt ist, was man als Linksabbieger zu tun hat. Dort steht dann, dass die jeweiligen sich in die Quere kommenden Linksabbieger, also die von der Bundesstraße auf die Staatstraße einbiegen und die von der Staatstraße auf die Verflechtungsspur der Bundesstraße wollen, sich doch bitte gegenseitig einfädeln lassen.
Man muss sich das mal vorstellen: du stehst am Stoppschild, willst links einbiegen, und wirst dazu angehalten, dem übernächsten von rechts auf der Vorfahrtsstraße kommenden Linksabbieger die Vorfahrt zu nehmen. Dass das in der Praxis nicht funktioniert und unheimlich unfallträchtig ist, ist klar, denn so etwas ist völlig entgegen dem, was man eigentlich gelernt hat und wie man sich instinktiv verhält.

Resultat des ganzen Mists: bei hohem Verkehrsaufkommen biegt wie früher jeder rechts ab und dreht dann wenn es geht auf der Bundesstraße um. Geht schneller und sicherer. Aber den Umbau mit dieser Verflechtungsspur hätte man sich dann auch sparen können.

von Habakukk - am 01.10.2009 12:58

Re: PKW-Maut soll kommen

Verkehrsforscher, wie Michael Schreckenberg von der Universitaet Duisburg, erwarten eine zeitnahe Einfuehrung der Mautpflicht fuer PKW. Begruendet wird das mit sinkenden Flottenverbraeuchen und gesunkenen Jahresfahrleistungen. Das bringt hohe Ausfaelle bei der Energiesteuer. Insgesamt brechen die Steuereinnahmen des Staates auf breiter Front ein - zeitgleich steigen die Ausgaben. Im Bereich des Strassenneubaus und bei Reparaturen gibt es zudem einen Investitionsstau. In den kommenden Jahren werden insbesondere fuer Instandhaltung bestehender Verkehrswege grosse Ausgabenlasten erwartet. Vielfach seien Arbeiten aufgeschoben worden - wohl in Erwartung einer irgendwann mal besseren Haushaltslage. Nun steht der Haushalt aber wegen den Ausgaben durch die Wirtschaftskrise noch klammer da als davor.

Das von der CSU geforderte Szenario mit Autobahnvignette wird nach Expertensicht nicht kommen, da es insbesondere bei Stadtbewohnern keine Notwendigkeit fuer den Kauf einer Vignette gibt. Die erforderlichen Einnahmen wuerden sich dann auf weniger Autofahrer verteilen, die dann unter dem Strich mehr zahlen muessten. Eine Vignette fuer 150 EUR (CSU-Vorschlag) reiche daher nicht aus. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Studie, nach der mindestens 350 EUR pro Vignette zu erheben waeren.

In die engere Wahl kommen demnach nur die Version mit OBU und streckenbezogener Abrechnung oder eine pauschale Abrechnung nach Jahresfahrleistung - unabhaengig von den genutzten Verkehrswegen. Erstere Version koennte eine verkehrslenkende Funktion ausueben, da z. B. die Maut zu verkehrsstaerkeren Zeiten hoeher sein koennte und in verkehrsschwachen Zeiten geringer. Letztere Loesung wuerde dagegen auch die Autobahnverweigerer abgreifen und wird daher ab 2012/13 in den Niederlanden eingefuehrt.

Unter dem Strich kommen auf die Autofahrer teure Zeiten zu. Insbesondere Vielfahrer und Berufspendler duerfen sich auf erheblich hoehere Mobilitaetsausgaben einstellen. Im Gespraech ist dazu auch eine Streichung oder zumindest eine deutliche Kuerzung der Pendlerpauschale, die nach Expertenmeinung direkt das Pendeln belohne.

von PowerAM - am 05.10.2009 07:38

Re: PKW-Maut wird kommen

Das Pendeln wird sich nicht so leicht eindämmen lassen. Die Arbeitgeber verlangen Flexibilität, und die ganzen Pendler können nicht einfach so in Stadtnähe ziehen, da ist nicht mal genug Platz für alle. Außerdem sind dort Mieten und Grundstückpreise viel höher als auf dem Land.

Sämtliche Verteuerung des Individualverkehrs wäre theoretisch zu begrüßen, wenn man nicht gleichzeitig am ÖPNV sparen würde. Die weitere Kürzung der Regionalisierungsmittel für den Schienen-Nahverkehr wird nach und nach zu einer Kapazitätsverknappung führen, die eine umweltpolitisch gewollte Verlagerung des Pendlerverkehrs auf die Schiene im Keim ersticken könnte. Denn dass bei Verschlechterung des Nahverkehrangebots viele Leute aufs Auto umsteigen, testet man derzeit eher unfreiwillig in Berlin.

Und den dreistelligen Betrag für die Vignette würde man sich nicht nur für Stadtautos sparen, sondern auch für mobilitätssichernde, aber effektiv kaum auf Autobahnen benutzte Zweit- und Drittwagen auf dem Land. Hier im Rhein-Main-Gebiet mit den ganzen Mittelgebirgen drumherum werden dann zwar Fernfahrten zum zweifelhaften Vergnügen, aber der Erstwagen wird in vielen Fällen eh nicht ohne Vignette auskommen, dann wird halt mit dem gefahren.

Entfernungsabhängige Abrechnungsverfahren sind zwar am fairsten, aber man sollte sich auch eine Möglichkeit offen halten, die vielen Transitreisenden in die Finanzierung einzubinden - zwar nicht so aggressiv wie manche Staaten mit ihrer starren Jahresvignette, aber doch mit einer kurzfristigen Transitvignette oder ähnlichem. Wenn ein Niederländer kostenlos über 800 km von der Grenze bei Emmerich bis kurz vor Salzburg fährt, kommt man ins Grübeln, wie viel ein Deutscher für diese Strecke zahlen müsste...

von Hagbard Celine - am 05.10.2009 14:54

Re: PKW-Maut wird kommen

Die Vignettenloesung faellt als Mautbasis nach Ansicht des Umweltbundesamtes aus, da sie weder steuernden Charakter hat noch oekologisch oder aus Sicht der Steuereinnahmen oekonomisch ist. Inhaltlich sind die Argumente fuer die streckenbezogene Erhebung einer Strassenbenutzungsgebuehr durchaus berechtigt. Ueber eine Vignette wuerde der Autofahrer nur maulen, sie kaufen und wie gewohnt weiterfahren. Abgesehen von den zusaetzlichen Einnahmen haette diese Loesung keinerlei Begleitgewinn.

Die streckenabhaengige Erhebung von Abgaben auf die Nutzung von Strassenwegen ist dagegen vergleichsweise gerecht, da sie Vielfahrer mehr zur Kasse bittet als Wenigfahrer.

Trotzdem halte ich die verlangte Hoehe der Maut (zwischen 3 und 5 EUR je 100 km sind im Gespraech) fuer ueberzogen, da nicht wie in ersten Erklaerungen ein paar 100 EUR Mehrbelastung auf die Autofahrer zukommen sondern bei durchschnittlicher Jahresfahrleistung rund 1000 EUR pro Jahr zu bezahlen sind. Weder der Wegfall der KFZ-Steuer (meist zwischen 100 und 250 EUR) und eine geringfuegige Senkung der Abgaben auf Kraftstoffe gleicht das nicht ansatzweise aus. Die hier machbaren Entlastungen duerfte fuer den Durchschnittsfahrer etwa ein Fuenftel von dem ausmachen, was er zukuenftig draufzahlen soll.

Ich habe mich als Vielfahrer schon entgegen der Ansicht der Massen fuer einen sparsamen Kleinwagen entschieden und mein durchschnittliches Reisetempo in den Bereich verlagert, in dem mein Spatzendiesel den geringstmoeglichen Streckenverbrauch hat. Damit kann ich die eigene finanzielle Belastung im Rahmen meiner Moeglichkeiten wenigstens etwas begrenzen. Oekologisch sehe ich mich damit auf einer Stufe mit jemand, der zwar weniger faehrt, dafuer aber ein Fahrzeug benutzt, das mehr verbraucht. Ziehe ich am Jahresende einen Strich unter die Rechnung mit dem Jahresverbrauch an Kraftstoff und die sich daraus ergebende Schadstoffabgabe, so stehe ich mit meinen 30 Tkm p. a. etwa auf einer Stufe mit jemand, der einen etwa 9 l verbrauchenden Mittelklassewagen vielleicht 15 Tkm p. a. bewegt.


Politisch hat die Entscheidung fuer eine Streckenmaut nach Forderung des Umweltbundesamts aber auch die Abkehr von der Forderung gegenueber Arbeitnehmern zur Folge, hoechstmoegliche Flexibilitaet an den Tag zu legen und auch weitere Arbeitswege in Kauf zu nehmen. Allgemein gilt fuer Arbeitslose ein angebotener Arbeitsplatz in einer Entfernung bis 150 km bzw. 1,5 h Fahrtdauer (z. B. mit Oeffentlichen) als zumutbar. Das kann man dann vergessen, die Aufwendungen fuer solche Arbeitswege mit dem eigenen Auto rentieren sich bei den ueblicherweise gezahlten Loehnen und Gehaeltern kaum noch. Haelt man dagegen daran fest, so kann man sich mit dem Gedanken anfreunden, am Stadtrand Aufbewahrungslager fuer die Heerscharen von zukuenftigen Tageloehnern oder Geringverdienern einzurichten, in denen diese moeglichst billig in der Naehe ihrer Arbeitsplaetze untergebracht werden.

von PowerAM - am 15.04.2010 13:30

Re: PKW-Maut wird kommen

In seinem Unterricht thematisiert derzeit ein Kollege eine oekologisch steuernde Maut. Auf die Frage, wie man sich die vorstellen muss, bekam ich folgende Antwort:

Zitat

Beispielfall einer (ausschliesslichen) Nutzung mautpflichtiger Strecken:

Fahrtantritt 05h30 zur Arbeit, Eintreffen dort um 7h45. Uebernahme des Firmenautos um 08h00. Damit werden bis 11h30 Kundenbesuche vorgenommen. Der Arbeitstag ist gewoehnlich wenigstens 8,5 h lang, es kommt aber gelegentlich zu Ueberstunden. Ab und zu faehrst du dagegen schon frueher nachhause.

Die Fahrt zwischen 05h30 und 07h45 faellt ueberwiegend in die Zeit des typischen Berufsverkehrs. Dieser verursacht wegen vielen Fahrzeugen, die gleiche Verkehrswege und -richtungen zeitgleich benutzen wollen, oft Staus. Hier kannst du dich z. B. auf Faktor 2,3 einstellen. Die Fahrt zwischen 08h00 und 11h30 liegt zumindest bis 10h00 noch in der Kernzeit, auch fuer Faktor 2,3 zu haben. Faehrst Du vor 14h00 wieder heim, dann kriegst Du die gleiche Strecke zum Mautfaktor 1. Bleibst du bis nach 20 Uhr im Buero, dann ist die Rueckfahrt mit Faktor 0,7 fast schon geschenkt.

Auf wissenschaftlichen Studien aufbauend wurden werktags folgende Zeiten und Faktoren festgelegt:

0,7 > 20h00 - 06h00 (in Ballungsgebieten nur bis 05h00)
2,3 > 06h00 - 10h00 (in Ballungsgebieten schon ab 05h00)
1,0 > 10h00 - 14h00
2,3 > 14h00 - 20h00

Mautpflichtig ist das Autobahnnetz, bekannte Ausweichrouten sowie alle Umweltzonen. Weiterhin auch Strecken, auf denen es sich regelmaessig wegen hohen Verkehrsaufkommens staut.

Diese Faktoren verteufeln den privaten Individualverkehr nicht prinzipiell, versuchen ihn aber in verkehrsschwache Zeiten abzudraengen. Wer mit dem Auto in den Urlaub fahren will, der kann das auch nachts machen. Ebenso kann man den LKW-Verkehr zum Teil in die Nachtzeit draengen und hat waehrend der Stosszeiten prozentual weniger davon auf den Strassen.

Die zeitmaessige Tarifierung ist Aufgabe eines einfachen Computerprogramms, da ja ohnehin jede Fahrt auf mautpflichtigen Strecken registriert wird. Entweder ueber die bestehenden Mautbruecken oder ueber eine Box im Auto. Letztere sorgt durch die lueckenlose Erfassung jeder Fahrt auch gleich fuer ein ordentliches Bewegungsprofil. Falschparken, Geschwindigkeitsueberschreitungen usw. lassen sich damit in Echtzeit feststellen und ahnden. Solange es nur Ordnungswidrigkeiten sind wird's gleich abgebucht. Brauchst nicht einmal versuchen, dich rauszureden...

Die Veroeffentlichung ist abgestimmt.

von PowerAM - am 31.08.2010 07:31

Re: PKW-Maut wird kommen

Entgegen meinen ersten Vermutungen wuerde ich bei der jetzigen Jahresfahrleistung etwa 208 EUR mehr fuer den Sprit bezahlen. Dem stuende eine Steuerersparnis 216 EUR gegenueber. Demzufolge relativiert sich die hohe Jahresfahrleistung durch den geringen Verbrauch bei meinem Fahrzeug wieder weitgehend.


Gewinner dieses Modells waeren also Kfz-Besitzer mit geringer Jahresfahrleistung sowie Fahrzeugen, die bislang nach dem alten Steuersystem vergleichsweise viel Kfz-Steuer gezahlt haben. Gewinner waeren auch wieder Dieselfahrer, denen die sehr hohe Kfz-Steuer die Wirtschaftlichkeitsrechnung bislang stark verhagelt hat. Sie koennen wieder vom geringeren Verbrauch gegenueber vergleichbaren Benzinern profitieren, denn mit jedem eingesparten Schluck Sprit zahlen sie ja auch weniger Abgaben. Belohnt wuerden auch die Besitzer von mehr als einem Fahrzeug, die bislang mit der Besitzbesteuerung fuer jedes Fahrzeug gezahlt haben, zukuenftig aber nur noch fuer die tatsaechliche Nutzung steuerlich belastet wuerden.

Verlierer waeren Halter von Durchschnittsfahrzeugen, die weder besonders sparsam sind noch unterdurchschnittlich wenig damit fahren. Wer bislang durch ein durch das neue Steuersystem besonders gut eingestuftes Fahrzeug fuhr oder ein solches, das nach dem alten System wegen kleinem Hubraum auch einen geringen Steuersatz erhielt, der zahlt nahezu ab dem ersten Kilometer drauf, wenn das Fahrzeug nicht zugleich auch besonders sparsam ist oder so gefahren wird. Im Umkehrschluss bedeutet das eine Strafsteuer fuer Smart-Fahrer ebenso wie fuer den, der seine Blagen mit dem Benzin-Touareg zur Penne faehrt.

von PowerAM - am 09.08.2011 08:34

Re: PKW-Maut wird kommen

Waar kan ik heen, ik kan niet naar Duitsland
Kan niet naar Duitsland, daar zijn ze zo streng
Waar kan ik heen, ik kan niet naar Chili
Kan niet naar Chili, daar doen ze zo eng

'k Wil niet wonen in Koeweit
Want Koeweit dat is me te heet
En wat Amerika betreft
Dat land bestaat niet echt

Waar kan ik heen, 'k wil niet naar Noord-Ierland
Niet naar Noord-Ierland, daar gaat alles stuk
Waar kan ik heen, ik kan niet naar China
'k Wil niet naar China, dat is me te druk

'k Wil niet wonen in Schotland
Want Schotland dat is me te nat
En de USSSR
Dat gaat me net te ver

Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan
Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan

Waar kan ik heen, ik kan niet naar Cuba
'k Wil niet naar Cuba, dat is me te zoet
Waar kan ik heen, ik kan niet naar Polen
'k Wil niet naar Polen, daar gaat het te goed

'k Wil niet wonen in Lapland
Want Lapland dat is me te koud
En ik wil weg uit Nederland
Want hier krijg ik het benauwd

Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan
Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan

'k Heb getwijfeld over België
Omdat iedereen daar lacht
'k Heb getwijfeld over België
Want dat taaltje is zo zacht

'k stond zelfs in dubio
Maar ik nam geen enkel risico
'k heb getwijfeld over België
'k stond zelfs in dubio
Maar ik nam geen enkel risico
'k heb getwijfeld over België

België
België
België
België

Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan
Is er leven op Pluto
Kun je dansen op de maan
Is er een plaats tussen de sterren
Waar ik heen kan gaan




von Bolivar diGriz - am 09.08.2011 13:15
Ich sehe die Kopplung der Vignettenpflicht an die Nutzung von Autobahnen und aehnlich ausgebauten Pisten noch nicht. Damit wuerde man dem Fahrzeughalter ja die Option des Verzichts lassen und dieser koennte sich ganz dezent aus dem Kreis der Beitragszahler verabschieden. Ich sehe schon die Internetforen kommen, in denen man sich ueber Streckenfuehrungen austauscht, die ohne Vignettenpflicht befahrbar sind. Und Routenplaner, Navis usw., mit denen man sich Fahrstrecken ohne Mautpflicht ausrechnen lassen kann. Das werden einige als Hobby treiben, andere aus Ueberzeugung - auch wenn es sich durch die u. U. ganz erheblichen Umwege ueber ueberfuellte Nebenstrassen nicht lohnt, da die Sprit- und Zeitmehrkosten den Gegenwert der Vignette weit ueberschreiten. Aber wie gesagt, die Wahlmoeglichkeit sehe ich nicht kommen.

Das in meinen Augen wahrscheinlichste Szenario sieht so aus: Vignettenpflicht fuer alle, unabhaengig von der geplanten oder tatsaechlichen Autobahnnutzung. Einige Fahrzeugbesitzer koennen auf eine Anrechnung der Vignette auf die Kfz-Besitzsteuer hoffen, der ueberwiegende Teil wird fuer den Fahrzeugbesitz pauschal den Vignettenpreis mehr zahlen. Wenn man es an die Energieeffizienzklassen koppelt, dann wuerden Fahrer von MB G-Klasse und Audi Q7 die Vignette geschenkt bekommen, der Aygofahrer zahlt seine um den Vignettenpreis hoehere Kfz-Steuer. Wobei ich das Bonussystem, nach dem ein Teil der Fahrzeughalter die Vignette praktisch geschenkt bekommen koennte, als nicht so sicher sehe. Das ist der einzige Punkt, an dem die Vignettenpflicht angreifbar ist. Wuerde sie pauschal fuer alle und jeden eingefuehrt, so haette niemand eine rechtliche Moeglichkeit (z. B. nach EU-Recht), dagegen vorzugehen. Nur das derzeit diskutierte Bonussystem wuerde dem Grundsatz der Gleichbehandlung widersprechen und, sofern man es tatsaechlich einfuehren wuerde, so wuerde es nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Klagen dagegen eingehen.

von PowerAM - am 05.11.2013 05:41
Zitat
PowerAM
Ich sehe die Kopplung der Vignettenpflicht an die Nutzung von Autobahnen und aehnlich ausgebauten Pisten noch nicht. Damit wuerde man dem Fahrzeughalter ja die Option des Verzichts lassen und dieser koennte sich ganz dezent aus dem Kreis der Beitragszahler verabschieden. Ich sehe schon die Internetforen kommen, in denen man sich ueber Streckenfuehrungen austauscht, die ohne Vignettenpflicht befahrbar sind. Und Routenplaner, Navis usw., mit denen man sich Fahrstrecken ohne Mautpflicht ausrechnen lassen kann. Das werden einige als Hobby treiben, andere aus Ueberzeugung - auch wenn es sich durch die u. U. ganz erheblichen Umwege ueber ueberfuellte Nebenstrassen nicht lohnt, da die Sprit- und Zeitmehrkosten den Gegenwert der Vignette weit ueberschreiten. Aber wie gesagt, die Wahlmoeglichkeit sehe ich nicht kommen.

Das in meinen Augen wahrscheinlichste Szenario sieht so aus: Vignettenpflicht fuer alle, unabhaengig von der geplanten oder tatsaechlichen Autobahnnutzung. Einige Fahrzeugbesitzer koennen auf eine Anrechnung der Vignette auf die Kfz-Besitzsteuer hoffen, der ueberwiegende Teil wird fuer den Fahrzeugbesitz pauschal den Vignettenpreis mehr zahlen. Wenn man es an die Energieeffizienzklassen koppelt, dann wuerden Fahrer von MB G-Klasse und Audi Q7 die Vignette geschenkt bekommen, der Aygofahrer zahlt seine um den Vignettenpreis hoehere Kfz-Steuer. Wobei ich das Bonussystem, nach dem ein Teil der Fahrzeughalter die Vignette praktisch geschenkt bekommen koennte, als nicht so sicher sehe. Das ist der einzige Punkt, an dem die Vignettenpflicht angreifbar ist. Wuerde sie pauschal fuer alle und jeden eingefuehrt, so haette niemand eine rechtliche Moeglichkeit (z. B. nach EU-Recht), dagegen vorzugehen. Nur das derzeit diskutierte Bonussystem wuerde dem Grundsatz der Gleichbehandlung widersprechen und, sofern man es tatsaechlich einfuehren wuerde, so wuerde es nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Klagen dagegen eingehen.


Es wird ganz sicher viele geben die, versuchen die Vignetten zu fälschen. Wenn man schon dafür zahlt, dann sollte man die gelder auch in die Autobahnen selbst stecken, neue Schilder so wie in Österreich. wo ne große hand zu sehen ist, damit man nicht mehr falsch auffahren kann.

Und natürlich um die fahrbahnen in stand zu halten. Wenn man hier die A3 fäher und oben bei neustadt/Wied nach RLP rüber fährt, braucht man eigentlich kein Landesgrenzen Schild, man bemerkt es gleich am besseren aspahlt

von Rheinländer - am 05.11.2013 06:23
Zitat
John Bakker
Alternatiev fahre ich Landstrassen.


Istn Unterschied ob ich 4 Stunden nach München brauche oder nur 2.


Die gehen das Thema Maut auch völlig Falsch an. Warum haben die es bisher als Maut für Ausländer verkauft...kein Schwein regt sich im übrigen auf wenn deutsche Urlauber in Österreich oder der Schweiz "Touristen-Menue karten" vorgelegt bekommen auf denen die Preise manchmal um einiges höher sind als für die Einheimischen. Kein Schwein sagt was das ich mir für die Schweiz ne Jahresvignette kaufen muss, auch wenn ich nur einen Tag oder auch ne Woche und 100km auf deren Autobahnen unterwegs bin und keine Sau interessiert es wenn die Österreicher einen dafür ins Gefängnis stecken können wenn man deren Wegelagerei nicht bezahlen möchte. Sich aber als allererste tönend beschweren, das können sie.


Von wegen nur 5% Auslandsverkehr. Die verschweigen die ganzen Horden an Fremdarbeitern die zwar hier Arbeiten und die Strassen benutzen, dafür aber weiter ihr Kfz aus der Heimat nutzen um so Steuren zu sparen.


Die Maut muss her! Sofort, ohne grosses Palaver.

Kfz Steuer abgeschafft und ein Strassenmautsystem eingeführt. Für alle Strassen.
Je kleiner und leichter das Auto umso weniger muss man bezahlen. Reine Elektrofahrzeuge fahren die ersten Jahre Kostenlos. Für 2,5 Tonnen schwere Verbrennungs-schlachtschiffe (Q7 zb.) dann dementsprechend viel.
Aber so kommt das nie. Der Autolobby und deren Beschützerin Merkel sei dank.

von Scrat - am 01.12.2013 12:13
*hochhol*

Gestern hat Verkehrminister Dorbrindt ja die Katze auch dem Sack gelassen. Ab 2016 kommt die Maut und zwar für alle Strassen und nicht nur für Autobahnen. Die KFZ-Steuer soll dann um den Mautbetrag gekürzt werden. Dabei soll ein kompliziertes Berechnungssystem wie Hubraum, Schadstoffklasse und Spritsorte zur Berechnung herangezogen werden. Am Ende soll es kostenneutral für den dt. Autofahrer sein.

Eine absolute Schwachsinnsidee. Man rechnet mit Mehreinnahmen von ca. 600 Millionen Euro. Wenn man bedenkt welches bürokratische Monster da geschaffen wird, lohnt doch der Aufwand gar nicht. Mit 600 Millionen kann man nicht wirklich viel reissen, da die Straßen so marode sind, dass ein zweistelliger Milliardenbetrag nötig wäre um die nötigsten Löcher zu stopfen. Ausserdem wird das Geld am Ende bestimmt wieder woanders landen. Kostenneutral ist es vielleicht am Anfang, aber mit der Maut hat man ja erstmal einen Einstieg geschaffen und kann dann in den Folgejahren beliebig erhöhen oder die Berechnungsgrundlagen ändern. Im übrigen sind wir in NRW dann sowieso in den Arsch gekniffen, weil dann sicherlich demnächst Belgien und NL auch die Maut einführen werden und dann isses mit der Kostenneutralität eh essig. Mal eben zum shoppen nach Venlo oder zum Kurzurlaub an die Nordsee oder Tagesauflug nach Brüssel oder Amsterdam ist dann nicht mehr bzw. wird dann deutlich teurer.

Also ich hoffe die EU stoppt diesen Wahnsinn noch. Bin sonst kein EU-Freund, aber hier wäre mal ein Eingreifen wünschenswert.

von zerobase now - am 08.07.2014 06:23
Zitat
Jassy
Wird es dann doch kommen und muss ich für mein direktes Nachbarland eine hässliche Vignette auf dem Fenster kleben (Eventuell zusatzlich zur Umweltplakette) ?! Ich als Grenzbewohner die häufig in Deutschland kommt wird wohl nicht drum herum kommen sich so ein ding jährlich zu leisten. Einerseits ist es zu begrüssen, denn die Strassen in Deutschland werden immer schlecher und daran muss nun dringend gearbeitet werden. Es ist aber schon etwas dreist nur die Ausländer ab zu zocken, die zwar umsonst auf die Strassen herum fahren, dafür aber auch Geld in die deutsche Kassen fliessen lässt.

Die Tagestouristen die dann mal rüber zu Deutschland gehen um ein zu kaufen werden es dann wohl sein lassen und lieber hier ins Land bleiben. Um sich dan für irgendein Landstrasse eine Vignette zu kaufen ist auch wieder etwas zu umständlich. Und was zu denken von die ganze Urlauber die die Deutsche Autobahn als Transit Route benutzen und dort sein Sprit tanken und eventuell einkaufen? Die werden es wohl zwei mal überlegen ob es da nicht günstigere alternativen gibt. Vor allen die Urlauber die auf durchreise nach Frankreich sind und dann durch die Eifel fahren werden jetzt lieber über Belgien fahren.

Der schuss geht irgendwann nach hinten los vermute ich.


Wenn ein Salzburger nach Freilassing einkaufen will, muss er also eine Vignette sich besorgen. Will er eine Jahresvignette wohl auch noch mit einer Untersuchung (die nehm ich an auch extra kosten wird). Mit solchen Methoden werden die Grenzen wieder deutlich spürbar. Es ist nicht so einfach, mal ins Nachbarland zu wechseln. In Italien, Slowenien, Österreich etc. kann ich mir aussuchen, ob ich Maut zahlen will oder ich benutze eben die Landstraße. In Deutschland wird nichtmal mehr das möglich sein. Man kann es also auch als "Eintrittsgebühr" für Deutschland sehen, gibt's ja in durchaus korrupten Staaten der Erde noch bzw. gab es in der DDR. Welch ein Fortschritt!

Deutschland muss alles immer kompliziert machen, einfach System wie jeden anderen Land auch (Vignette oder kilometerabhängig auf Autobahnen), macht man gleich wieder das Ganze von Untersuchungen abhängig, Maut auf allen Straßen...

Die Symbolik der EU und ihrer Errungenschaften macht man damit wieder kaputt, neue Grenzen werden wieder hochgezogen.

von RTL 102.5 Fan - am 08.07.2014 08:12
Ich fand diese Idee mit der Maut von Anfang an eine Frechheit. Eine Maut nur für Autobahnen, wie es viele Länder handhaben, wäre ja noch akzeptabel gewesen (wenngleich ich diese ebenfalls nicht befürwortet hätte), aber eine Maut für alle Straßen ist einfach nur Schwachsinn. Diese CSU-Pfosten sind einfach eine Seuche. Mir ist es wirklich schleierhaft, wie so viele in Bayern diese Witzpartei wählen können.

Zitat
Jassy
Einerseits ist es zu begrüssen, denn die Strassen in Deutschland werden immer schlecher und daran muss nun dringend gearbeitet werden.


Ich bezweifle, dass die angeblichen Mehreinnahmen tatsächlich zur Verbesserung der Infrastruktur genutzt werden...
Hatte es sich nicht schon vor Monaten erwiesen, dass die Maut überhaupt nicht rentabel sein werde und die angeblichen 600 Millionen nicht mal ansatzweise erreicht werden?
Jedenfalls denke ich auch, dass der Schuss ordentlich nach hinten los gehen wird. Es werden so sicherlich wesentlich weniger Dänen, Niederländer, Belgier und Franzosen zum Einkaufen nach Deutschland kommen, und der wirtschaftliche Schaden, v.a. in den Grenzregionen, wird immens sein, da bin ich mir sicher.

Manchmal kann man sich für die Politik dieses Landes einfach nur noch schämen :mad:
Ja, ich würde mich als Deutscher wirklich regelrecht schämen z.B. in NL auf jeder Straße frei rumfahren zu können, während umgekehrt die Niederländer so eine blöde Maut zahlen müssen um irgendeine einspurige Straße im ach so tollen Deutschland benutzen zu können.

von pg09 - am 08.07.2014 14:55
Zitat
cougar1989
Die Sondermautstrecken finde ich, naja, was soll ich dazu sagen, auch etwas Abzocke, trifft insbesondere auf die A9, A10, A11, A13 und S16 zu. Das sind alles Strecken, wo der Urlauber gerne langfährt. Für Vielfacher gibt es zwar vergünstigte Mautkarten, aber was interessant ist, Berufspendler bekommen die Mautkarte gratis, wenn sie eine gültige Jahresvignette besitzen.


Ich war richtig überrascht, dass man in der Schweiz für den Gotthard-Tunnel nicht extra Maut zahlt. Diese "Sondermautstrecken" sollte man eigentlich aufheben, das sollte eigneltich durch die Vignette abgedeckt sein.

Abgesehen davon, ist die österreichische Vignette jedoch nicht so "schlimm" wie die geplante deutsche, weil sie eben nur auf Autobahnen/Schnellstraßen gilt und darüberhinaus eben alle gleich belastet.

Zitat
cougar1989
In Italien sieht es nicht besser aus, in Großstädten könnte man über die Tangenten ausweichen, aber das war es dann auch.


Ich bin schon paar mal quasi mautfrei von Milano nach Österreich gefahren - ist möglich, dauert etwa 1,5 Stunden länger.

Ich hab grundsätzlich nichts gegen eine Maut. In Italien sehe ich, dass die Autobahnen wirklich einen tiptop Service bieten - das hat seinen Preis. Die Autobahnen sind modern, ständig mit frischen Asphalt ausgestattet und werden ständig gepflegt. Allerdings bevorzuge ich das Vignettensystem. Sehr gut wäre übrigends eine EU-Maut, 100 Euro/Jahr für alle Straßen in Europa, aber das scheitert wieder an den Nationalstaaten, die nur herumstreiten wollen, wer wie das Geld erhält.

Ich hab momentan: Tschechien-Vignette, Österreich-Vignete, Slowenien-Vignette, sinnlose, deutsche Umweltzonen-Plakette und das "Pickerl" drauf.

von RTL 102.5 Fan - am 08.07.2014 18:32
Da sieht man, was man davon hat: Die Landeshauptleute von Österreich sind heute sehr gereizt auf das Thema eingegangen, sogar der Bundeskanzler findet deutliche Worte. Der Vizekanzler kann sich nun sogar eine Form der Maut auch in Österreich vorstellen - "Aug um Aug, Zahn um Zahn" - SUPER! :mad:

Zitat

Eine Ausweitung der österreichischen Maut auf Bundesstraßen analog zum deutschen Verfahren ist für Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) vorstellbar. „Das könnte eine Möglichkeit sein“, sagte Spindelegger. Allerdings betonte er, dass zunächst der Klageweg beschritten und ausgeschöpft werden solle. Er gehe davon aus, dass die deutsche Maut wegen der Belastungen nur für Ausländer nicht EU-rechtskonform sei, sagte Spindelegger.

„Deutschland spielt gut Fußball, aber hat sich auch an EU-Recht zu halten. Wir lassen uns keine Regelung gefallen, die EU-Recht widerspricht. Das nehmen wir genau unter die Lupe“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ)

Eine österreichische Maut auch auf Bundes- und Landesstraßen, aber faktisch nur für Ausländer konnte sich im Gespräch mit Ö1 auch Oberösterreichs Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SPÖ) vorstellen: „Dann werden wir wieder in das Zeitalter der Raubritter zurückfallen, werden Ketten spannen und dementsprechend etwas einfordern von denen, die über unsere Straßen fahren“


Quelle: http://orf.at/stories/2237124/2237125/

Den Vollpfosten, Hampelmännchen-Verein FPÖ taugt das "Böse-Ausländer-Modell" natürlich erfahrungsgemäß, auch sie wollen nun eine "AUsländer-Maut":
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/fpoe-will-auslaender-pkw-maut-auch-in-oesterreich-112818/

von RTL 102.5 Fan - am 08.07.2014 18:57
Grundsätzlich finde ich die Idee der Maut gut. Warum? Deutschland ist ein Transitland und liegt infrastrukturtechnisch gesehen etwa in der Mitte der EU-Zone. Folge: Straßen und Autobahnen werden oft nicht nur als Ziel, sondern auch als Durchgangsmöglichkeit genutzt. Und einer Straße ist es zunächst egal, ob ein Deutscher oder Ausländer diese nutzt und somit Verschleiß hervorruft. Warum also nicht beide gleich behandeln?

Was ich mir nur gewünscht hätte, wäre ein Mautsystem an Stelle der Kfz-Steuer. Dies wäre simpel gewesen und hätte jeden gleich belastet. Man hätte evtl. zwei Vignettenklassen einführen können: Eine für Fahrzeuge, welche auch Autobahnen und Schnellstraßen nutzen dürfen und eine für den Rest. Aber dies wird schon deswegen nicht kommen, weil sich der Gesetzgeber eine Hintertür auflassen möchte, wie das Geld verwendet wird. Steuern stehen nämlich keinem direkten Zweck gegenüber, sie dienen lediglich der Erzielung von Einnahmen. So muss die Kfz-Steuer nicht zwingend für die Versorgung der Infrastruktur verwendet werden. Eine (Infrastruktur-)Abgabe ist hingegen an den Zweck gebunden, für den sie erhoben wird. Man kann es mit Sozialabgaben vergleichen. Diese fließen auch unmittelbar dem jeweiligen Träger zu (Merke: Steuern ungleich Abgaben).

Also möchte die Politik sowohl eine relativ frei verfügbare wie auch eine zweckgebundene Einnahmequelle sicherstellen. Hinzu kommen Aspekte wie Umwelt, evtl. Hubraumgröße usw. Hieraus resultiert ein kompliziertes Berechnungssystem, welches Bürokratie schafft und kaum Durchblick ermöglicht. Wie gesagt, aus meiner Sicht ist eine Maut in Ordnung, da sie speziell denjenigen betrifft, welcher diese Straßen auch nutzen möchte (Ihr könnt mich gern steinigen, aber dies sage ich als Autofahrer). Nur sollte die Berechnung simpel und nachvollziehbar "für jeden" sein. Und sie sollte - wie schon angesprochen - nicht als Instrument dienen, um nachträglich doch auch den einheimischen Autofahrer höher zu belasten.

Dies dürfte ohnehin die spannende Frage sein. Übersteht dieser Vorschlag die EU-Hürden? Und wenn ja: Was passiert in ein paar Jahren? In dieser Legislaturperiode dürfte es wohl keine Erhöhung geben. Bis sich das Mautsystem gesetzt hätte, wären die nächsten Wahlen. Und da dürfte niemand einen vergleichbar unpopulären Vorschlag unterbreiten. Aber anschließend? Was wird dann erhöht? Die Kfz-Steuer - verbunden mit der Wut der Deutschen - oder die Maut - verbunden mit der Wut von ganz Europa? Und ziehen evtl. andere Länder mit einem solchen System nach?

Wie gesagt: Grundsätzlich fände ich eine Gleichberechtigung aller Straßennutzer gut. Nur sollte diese auch tatsächlich "gleich" sein.

von NurzumSpassda - am 08.07.2014 19:12
Die Ausweitung der Mautpflicht auf alle Strassen sorgt dafuer, dass sich die Nutzungsgewohnheiten nicht aendern. Das waere naemlich der Fall gewesen, wuerde sie nur fuer Autobahnen und einige Bundesstrassen erhoben. Es haette eine Abwanderung von Mautverweigerern auf Nebenstrecken gegeben, die haeufig nicht fuer die Mehrbelastung ausgelegt sind und deren z. T. nicht (mehr) besonders guter Zustand damit verstaerkt darunter leiden wuerde. Ich waere ehrlich, auf die Autobahnnutzung haette ich selbst kuenftig bei einer Wahlmoeglichkeit auch verzichtet.

Interessant an der "Infrastrukturabgabe" ist fuer mich noch, dass sie national betrachtet an den Besitz eines Kraftfahrzeugs gebunden ist und von Auslaendern als eine Art Eintrittsgeld erhoben wird, sofern sie mit ihren Kraftfahrzeugen auf deutsches Hoheitsgebiet einfahren. Bislang habe ich nirgends gelesen, dass diese Abgabe irgendeine steuernde Wirkung haben soll, die den Aspekt der tatsaechlichen Nutzung der Verkehrsinfrastruktur beruecksichtigt. Ebenso fehlt mir der Hinweis darauf, ob bzw. wo konkret die daraus erzielten Einnahmen fuer den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur verwendet werden sollen. Mir scheint, dass diese Summen schlicht im Bundeshaushalt versickern und dem Minister zur Festigung seiner angestrebten "schwarzen Null" dienen. Genau genommen ist es also eine nur irgendwie begruendete Sonderabgabe zugunsten des Bundeshaushalts.

Neben den Auswirkungen auf den Tourismus muss man nicht lange darauf warten, bis die Kosten der Sonderabgabe ueber die Lebensmittel- und Konsumgueterpreise auf die Verbraucher umgelegt werden.

von PowerAM - am 10.07.2014 05:36
Die Pläne sind Schwachsinn und drohen gerade deshalb, Realität zu werden. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Man kann Erklärungsversuche starten, warum... es fing ja (wie so üblich) mit populistischen Redeschwallen aus Bayern an. Möglichst noch gegen die EU dürften nur Ausländer (aaargh, Ausländer) für die Autobahnbenutzung zur Kasse gebeten werden. Der gute Deutsche darf auf keinen Fall mehr belastet werden. Merkel darf ihr Wort "Mit mir keine Maut" nicht brechen. Soll auch noch EU Konform sein. Mach mal, Dobrindt.

Nun, der Gute machte sich an die Quadratur des Kreises und stellte fest, dass bei einer versprochenen Autobahnmaut nur für Ausländer insbesondere zwei Dinge nicht funktionieren würden: EU Konformität und Merkels Wort.

Die einfachste Lösung:
Autobahnen mit Vignette mautpflichtig machen, der deutsche KFZ Halter bekommt sie kostenlos.
- Dagegen spricht:
EU Diskriminierung, Merkels Wort

Wie macht man es zumindest annähernd EU Konform:
Jeder zahlt obligatorisch bei Nutzung der Autobahn Maut mit Vorschlag 100 Euro, die deutschen bekommen aber angeblich davon unabhängig Nachlass bei der KFZ Steuer.
- Dagegen spricht:
Merkels Wort, viele Deutsche zahlen weniger KFZ Steuer als die Vignette gekostet hätte. Evtl. EU-Konformität
Zusätzliche Probleme:
Nicht jeder Deutsche hätte eine Vignette gekauft, hätte aber Nachlass bei der KFZ Steuer erhalten
Evtl. Lösung: Nur diejenigen, die die Vignette kaufen, bekämen Nachlass -> EU Diskriminierung - oder - Vignette für Deutsche obligatorisch -> EU Diskriminierung (diesmal gegen Deutsche)

Wie erreicht man zusätzlich die Kostenneutralität:
Man macht die Maut nur so teuer, wie es die KFZ Steuer bisher vorsah mit ca. 100 Euro Deckelung.
- Dagegen spricht:
Merkels Wort, bürokratischer Aufwand, insbesondere für die ausländischen KFZs (aber egal).
Die zusätzlich genannten Probleme von oben bleiben bestehen. Es würde so immer noch ein Milliardenminusgeschäft werden.

Wie schafft man den Zwang, dass jeder Deutsche eine Vignette erstehen muss und somit die fiskalischen Zusatzprobleme von oben nicht eintreten:
Man erweitert die Maut auf alle Straßen!
- Dagegen spricht:
Merkels Wort, Seehofers Versprechen (aber egal für ihn, Hauptsache gegen Ausländer gerichtet), evtl. EU-Konformität.
Lösung: Man nennt es Infrastrukturabgabe.
- Dagegen spricht:
Eine Infrastrukturabgabe war nie im Koalitionsvertrag vorgesehen! Immer noch: Evtl. EU-Konformität.

Was hat man nun davon, würde dies eingeführt?

Erst einmal einen riesigen verwaltungstechnischen Aufwand. Eine Maut, nein Zwangsabgabe, auf allen Straßen widerspricht im Grunde dem freien Reiseverkehr in der EU. Man kann ein Ziel in Deutschland nicht mehr frei mit dem individuellen Fortbewegungsmittel Nr.1 erreichen. Es kommt einem Eintrittsgeld gleich. Es provoziert annähernd Hass in den Nachbarländer, solche Einschränkungen dulden zu sollen, da kein einziges Land in Europa so etwas von seinen Gästen verlangt! Insbesondere Tagestouristen, ebenso wie grenznahe Bewohner werden betroffen sein. Es wird erhebliche Kaufkraftverluste in grenznahen Städten bedeuten. Ebenso werden insbesondere grenznahe Freizeiteinrichtungen Verluste hinnehmen müssen. Die Nachbarländer werden auch eine "Infrastrukturabgabe" einfordern. Wenn der Deutsche dann über die Grenze fährt, kommt zusätzlich zur Autobahnmaut auch noch diese Abgabe mit drauf. Man hätte sich doppelt und dreifach ins selbe Knie geschossen und zahlt am Ende ein Mehrfaches dessen, was vielleicht eine simple Autobahnmaut für alle gekostet hätte, die unsere Nachbar größtenteils auch angenommen hätten. Es ist quasi eine Umlegung einer Steuer auf die Gäste der Nachbarländer. Man muss sein Auto also, wenn es die anderen auch einführen, mehrfach versteuern. Während man Roamingkosten abschafft, Doppelbesteuerungen vermeidet wird einem das Auto bei einer Fahrt durch Europa mehrfach besteuert. Das ist mit Volldampf zurück in die Vergangenheit. Ganz nach CSU Vorbild. Dabei ist noch gar nicht offen, ob die EU Konformität eingehalten wurde, denn die KFZ Steuerabsenkung wird ganz offen als Begründung der Infrastrukturabgabe und zeitgleich eingeführt. Daher will Dobrindt das ganze zur Sicherheit in zwei Gesetze packen: Eins zur Einführung der Abgabe und eins zur KFZ Steuer Reform. Wenn es toll läuft haben wir am Ende die Abgabe und die KFZ Steuerreform wird kassiert. Diese ganzen eventuellen Negativauswirkungen sind sicherlich nicht in Dobrindts Berechungen mit eingflossen. Er geht ja davon aus, dass die Ausländer, insbesondere die grenznah wohnenden sich einfach eine Jahresvignette kaufen würden. Wenn Frankreich so etwas einführte, könnte man dort nicht die KFZ STeuer senken (gibts ja nicht), sondern die Benzinsteuer. Da könnte sich Schäuble noch wundern, wie viele Deutsche plötzlich in Frankreich den Tank auffüllen werden, insbesondere wenn man dort vielleicht in einem Korridor bis zur ersten Abfahrt keine Abgaben verlänge. Die Phanstasie kann man ruhig noch weiter spinnen.

Da sind noch einige offene Fragen. Am besten man führt den Mist gar nicht erst ein! Man könnte aber auf eine europaweite, gleiche Abgabe nachdenken. Denn immerhin sind gerade die Autobahnen faktisch Europastraßen für den europaweiten Verkehr. Es wäre zumindest besser, als wieder Grenzen einzuführen. Die Nachbarländer könnten sich ja weigern, deutsche Vignetten vor der Grenze zu verkaufen. Dann müsste Deutschland an allen Übergängen eine Vignettenbezugsmöglichkeit schaffen und das kostet - viel mehr, als die Wegelagerei einbringen würde. Auf den Internetkauf kann man nicht verweisen, man muss ja die Reisefreiheit gewährleisten können. Stoppt den Blödsinn.

von CBS - am 10.07.2014 09:34
Ich halte mich mit negativen Äußerungen über andere Menschen üblicherweise zurück, aber bei diesem Thema kann ich eigentlich nur explodieren.
Ich frage mich ernsthaft, wieso gerade aus Bayern, einem Land, das in besonderer Weise Konzerne von Weltgeltung beherbergt, in denen Leute Verantwortung haben, für die Europa und eine globalisierte Welt Realität sind, und die mit wohldurchdachten Innovationen Deutschlands Ruf in der Welt steigern, immer wieder Politiker nach Berlin geschickt werden, bei denen man den Eindruck hat, die Welt hätte sich seit 1918 nicht weitergedreht.

Für mich als Europäer mutet es extrem befremdlich an, wie dieser Minister immer wieder herausstellt, dass 'Ausländer' zur Kasse gebeten werden sollen, und ein fadenscheiniges mathematisches Konstrukt erfindet, um das ganze für deutsche Autofahrer als kostenneutral darzustellen, welches Kosten- und Nutzenmäßig absoluter Nonsens ist.
Wozu dann bei einer Ausweitung auf fast alle Straßen überhaupt noch eine Vignette für deutsche Fahrzeuge notwendig ist, wenn man doch das Kfz-Kennzeichen als Identifizierungsmerkmal nutzen kann, erschließt sich mir auch nicht.

Wenn er unbedingt eine zweckgebundene Abgabe zur Finanzierung des Straßennetzes braucht, dann soll er doch dafür sorgen, dass der Solidaritätszuschlag Ost (zumindest teilweise) zur allgemeinen Infrastrukturabgabe wird, die dann statt auf die Lohnsteuer auf die Kfz-Steuer aufgeschlagen wird.
Dann zahlt jeder Autofahrer drauf, während der allgemeine Steuerzahler entlastet wird, und Herr Dobrindt hat den Stress mit Brüssel nicht.
Aber dafür ist das Scheuklappendenken (zwischen Ministerien, Parteien, Ländern etc.) und die entsprechende Profilierungssucht wohl leider zu stark ausgeprägt.

von Saarländer (aus Elm) - am 14.07.2014 11:49
Was für eine IQ-Saug-Brille hat Seehofer denn eigentlich auf:

Zitat
http://www.focus.de/politik/deutschland/pkw-maut-horst-seehofer-vergleicht-csu-mit-der-nationalelf_id_3988955.html
CSU-Chef Horst Seehofer lässt keinen Zweifel daran, dass seine Partei auf der Einführung der Pkw-Maut besteht. Der eiserne Wille der CSU sei „mindestens so groß wie der der Nationalmannschaft gestern - davon können Sie ausgehen“, sagte Seehofer am Montag vor einer CSU-Vorstandssitzung in München mit Blick auf den vierten deutschen Fußball-WM-Sieg am Vorabend.


Da hat der Gute anscheinend vergessen, dass der Pokal schon abgeholt wurde! :nichtzufassen:

Zitat

Er betonte aber: „Das war ein tragendes Projekt während der beiden Wahlkämpfe im letzten Jahr, es ist in der Koalition unter bestimmten Voraussetzungen vereinbart, und es ist jetzt die Pflicht des Verkehrsministers, den wir stellen, diese Vereinbarung umzusetzen.“


Im Koalitionsvertrag steht aber gar nichts von einer Infrastrukturabgabe. :bloed:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?13738,463506,1238161#msg-1238161

Ich wünsche Österreich und anderen Ländern viel Erfolg, diesem "Foulspiel" Fairness und Intelligenz entgegen zusetzen. Letztere ist wichtig, denn wie man weiss, sollte man eigentlich nie mit xxx diskutieren, sonst ziehen sie einem auf ihr Niveau und schlagen einen dort mit Erfahrung. Ich sehe diese reelle Gefahr bestehen. Ich glaube, dass solche Leute tatsächlich nur ein Machtwort von oben verstehen.

von CBS - am 14.07.2014 14:05
Zitat
DH0GHU
Da LKWs meist Diesel tanken, dürfte ihnen ein Tankverzicht in D zugunsten Ländern wie Italien, Österreich oder Tschechien ziemlich wenig bringen.
LKWs sind es aber, die Straßenschäden verursachen. Der "Ausländeranteil" auf unsere Straßen ist verschwindend gering - und die Anhänger spätmittelalterlicher Mautgedanken sollten mal drüber Nachdenken, daß jeder Mensch - er inklusive - in 192 Ländern Ausländer ist (manche nur in 191, ok...). Die Tatsache, heute schon in manchen Ländern für Schnellstraßen "Eintrittsgeld" zahlen zu müssen, und zukünftig in gewissen (leider eigenen) Ländern für den Eintritt allgemein, ist für mich unerträglich. Ich finde es schlicht widerwärtig und widernatürlich.
Ich verstehe jeden Ausländer, der zukünftig Deutschland meiden wird - zu unser aller Nachteil.


Etwas sehr dramatisch.Es geht hier nicht darum einen Zaun um D zu bauen,sondern das alle für die Benutzung der Strassen zahlen,wie auch wir in vielen Ländern zahlen.Wenn € 10 für eine Wochenvignette zu viel für eine Fahrt auf den Strassen von D sind kann der Besuch wohl nicht so wichtig gewesen sein.
D liegt nun mal Mitten in Europa und der "verschwindend geringe" Anteil ausländischer Fahrzeuge wird in den nächsten Jahren sicher steigen.
Die Erfahrung aus den Nachbarländern zeigt,das wegen einer Maut kaum weniger ausländische Gäste kommen.
Das man jetzt von dem einen Extrem (fast völlig Mautfrei) ins andere (alle Strassen Maut) verfällt ist in D ja leider nicht das erste mal so.
Aber wie gesagt:Eine gewisse Mitschuld muss man auch denen geben die vor Jahr und Tag mit diesem Maut-Unsinn angefangen haben.Das hätte man anders lösen können.

von UM74 - am 17.07.2014 22:38
Zitat
UM74
Etwas sehr dramatisch.Es geht hier nicht darum einen Zaun um D zu bauen,sondern das alle für die Benutzung der Strassen zahlen,wie auch wir in vielen Ländern zahlen.

Die Deutschen zahlen für die Straßen, die Österreicher in Deutschland nutzen, die Österreicher für Straßen, die deutsche in Österreich nutzen. Ausgenommen sind in Österreich nur Autobahnen - die sind für den grenznahen Verkehr mit wenigen Ausnahmen (Bregenz, Kufstein, Salzburg) irrelevant.
Wenn Du in Ländern wie Frankreich keine (teure) Maut zahlen willst, steht Dir ein leistungsfähiges, aber nicht ganz so schnelles, aber meist vierspuriges (110 km/h statt 130 km/h) Nationalstraßennetz zur Verfügung - ein Kollege, der in Baden arbeitete und in Paris lebte, pendelte jedes Wochenende per PKW ohne Maut...

Zitat

Wenn € 10 für eine Wochenvignette zu viel für eine Fahrt auf den Strassen von D sind kann der Besuch wohl nicht so wichtig gewesen sein.

Wenn ich für 5km Fahrt durchs Nachbarland zum Abendessen mit Freunden 10 € zahlen soll, finde ich das schon übel. Wobei es mir da weniger ums Geld geht - sondern um den Aufwand (Zeit ist für mich derzeit wertvoller als Geld...) und die Hemmschwelle ansich.
Wie viele Vignetten soll ich eigentlich auf mein Auto pappen und danach wieder runterputzen? Jahresvignetten für CH,D,AT, dazu vor und nach jedem Urlaub weitere Länder. Danke. Da wars ja wesentlich unproblematischer, an jeder Grenze kurz mal den Perso zu zeigen und zu erklären, nix zu versteuern zu haben.

Zitat

D liegt nun mal mitten in Europa und der "verschwindend geringe" Anteil ausländischer Fahrzeuge wird in den nächsten Jahren sicher steigen.

Das Gejammer verstehe ich bei z.B. Tirolern, wo gefühlt jedes 2. Auto aus dem Ausland ist. Bei 3% "Ausländeranteil" auf unseren Straßen ist noch verdammt viel Luft nach oben - bzw es fehlt noch viel, bis sich eine Maut wirtschaftlich überhaupt lohnt.

Zitat

Die Erfahrung aus den Nachbarländern zeigt,das wegen einer Maut kaum weniger ausländische Gäste kommen.

Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Spontanfahrten wie in D mache ich ins Maut-ausland nicht - daran ist bei mir schon so mancher denkbare CH-Ausflug gescheitert.

von DH0GHU - am 18.07.2014 07:35
Zitat
DH0GHU
Zitat
UM74
Etwas sehr dramatisch.Es geht hier nicht darum einen Zaun um D zu bauen,sondern das alle für die Benutzung der Strassen zahlen,wie auch wir in vielen Ländern zahlen.

Die Deutschen zahlen für die Straßen, die Österreicher in Deutschland nutzen, die Österreicher für Straßen, die deutsche in Österreich nutzen. Ausgenommen sind in Österreich nur Autobahnen - die sind für den grenznahen Verkehr mit wenigen Ausnahmen (Bregenz, Kufstein, Salzburg) irrelevant.
Wenn Du in Ländern wie Frankreich keine (teure) Maut zahlen willst, steht Dir ein leistungsfähiges, aber nicht ganz so schnelles, aber meist vierspuriges (110 km/h statt 130 km/h) Nationalstraßennetz zur Verfügung - ein Kollege, der in Baden arbeitete und in Paris lebte, pendelte jedes Wochenende per PKW ohne Maut...

Zitat

Wenn € 10 für eine Wochenvignette zu viel für eine Fahrt auf den Strassen von D sind kann der Besuch wohl nicht so wichtig gewesen sein.

Wenn ich für 5km Fahrt durchs Nachbarland zum Abendessen mit Freunden 10 € zahlen soll, finde ich das schon übel. Wobei es mir da weniger ums Geld geht - sondern um den Aufwand (Zeit ist für mich derzeit wertvoller als Geld...) und die Hemmschwelle ansich.
Wie viele Vignetten soll ich eigentlich auf mein Auto pappen und danach wieder runterputzen? Jahresvignetten für CH,D,AT, dazu vor und nach jedem Urlaub weitere Länder. Danke. Da wars ja wesentlich unproblematischer, an jeder Grenze kurz mal den Perso zu zeigen und zu erklären, nix zu versteuern zu haben.

Zitat

D liegt nun mal mitten in Europa und der "verschwindend geringe" Anteil ausländischer Fahrzeuge wird in den nächsten Jahren sicher steigen.

Das Gejammer verstehe ich bei z.B. Tirolern, wo gefühlt jedes 2. Auto aus dem Ausland ist. Bei 3% "Ausländeranteil" auf unseren Straßen ist noch verdammt viel Luft nach oben - bzw es fehlt noch viel, bis sich eine Maut wirtschaftlich überhaupt lohnt.

Zitat

Die Erfahrung aus den Nachbarländern zeigt,das wegen einer Maut kaum weniger ausländische Gäste kommen.

Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Spontanfahrten wie in D mache ich ins Maut-ausland nicht - daran ist bei mir schon so mancher denkbare CH-Ausflug gescheitert.


:spos: Genau so sehe ich das auch.

von Japhi - am 18.07.2014 08:06
Zitat
DH0GHU
Wie viele Vignetten soll ich eigentlich auf mein Auto pappen und danach wieder runterputzen? Jahresvignetten für CH,D,AT, dazu vor und nach jedem Urlaub weitere Länder. Danke. Da wars ja wesentlich unproblematischer, an jeder Grenze kurz mal den Perso zu zeigen und zu erklären, nix zu versteuern zu haben.



Meine Rede...



Zitat
Manager.
geschrieben von: Manager.
Datum: 08. Juli 2014 18:35

Vignetten, Pickerl, Mautplaketten...

Mich kotzt dieser um sich greifende Wahnsinn mit immer mehr Plaketten an der Windschutzscheibe schon lange an. Bald hat jedes Land seine eigene Vignette, sein Pickerl oder andere Mautplaketten. So ein Schwachsinn! :mad:

Kann daher voll verstehen, dass die Niederländer evt. dagegen klagen wollen. Eine Klage aus Österreich dagegen fände ich schon recht frech. Schließlich wird man dort schon seit 1997 (?) abkassiert. Und das auf den wichtigen Transitrouten auch noch doppelt (!); was den Mautbefürwortern an den bayerischen Stammtischen permanent Argumente lieferte.

Früher musste man auf Urlaubsreisen durch Europa in jedem Land Geld wechseln und wurde dabei gerne abgezockt. Heute kann man zwar in weiten Teilen Europas mit dem € zahlen; wird nun aber mit immer mehr Mautsystemen zur Kasse gebeten. :sneg: - Armes Europa... :rolleyes:

Und wer hat's erfunden? - Die Schweizer - nach einer Volksabstimmung 1984.
Inzwischen machen es leider fast alle Nachbarländer nach. :wall:




Um diesen ganzen Vignetten-Wahnsinn (siehe Beispiel von Habakukk) ...


Zitat
Habakukk
Es ist natürlich schon ein Riesenunterschied, ob ich von hier aus mal eben 3 Stunden via Autobahn nach Norden oder 3 Stunden nach Süden fahre (und zurück), z.B. für einen Kurzurlaub übers Wochenende.

3 Stunden nach Norden und zurück bedeutet derzeit, 0€ Zusatzkosten

3 Stunden nach Süden und zurück bedeutet:
- 10-Tage-Pickerl für Österreich 8,50€
- Maut für den Brenner oder alternativ für Tauerntunnel 2 x 8,50€
- Maut für die Autobahn Brenner-Affi (und zurück) 2 x 15€

Summa summarum 55,50€ alleine an Mautkosten.



...sollte sich auch mal der EU-Wettbewerbskommissar kümmern!

Kann doch nicht sein, dass trotz Schengen und EU-Binnenmarkt immer mehr künstliche Hindernisse für den grenzüberschreitenden Personenverkehr aufgebaut werden.


Und beim Nicht-EU Nachbar Schweiz wurde letztes Jahr noch die Erhöhung der Jahresvignette auf 100 Fr. mit 60% Mehrheit abgelehnt. Noch... - Bis zur nächsten Abstimmung.



Die gegenseitige Abzockerei mit immer mehr Mautsystemen quer durch Europa sorgt für "böses Blut" bei den Betroffenen und bedient längst überwunden geglaubte Ressentiments. Es ist zudem Gift für das von der Politik propagierte und von der großen schweigenden Mehrheit der Bevölkerung mitgetragene Projekt der Europäischen Einigung.



Vignetten, Pickerl und andere Mautplaketten sind genauso überflüssig wie verschlüsselte Bildschirme beim Fernsehen und Roaming-Gebühren beim telefonieren.

Weg damit!!!

von Manager. - am 18.07.2014 15:24
Zitat
DH0GHU
Die Deutschen zahlen für die Straßen, die Österreicher in Deutschland nutzen, die Österreicher für Straßen, die deutsche in Österreich nutzen. Ausgenommen sind in Österreich nur Autobahnen - die sind für den grenznahen Verkehr mit wenigen Ausnahmen (Bregenz, Kufstein, Salzburg) irrelevant.


Stimmt schon,aber es geht eben nicht nur um den kleinen Grenzverkehr,sondern haupsächlich um längere Fahrten/Durchfahrten.

Zitat

Wenn Du in Ländern wie Frankreich keine (teure) Maut zahlen willst, steht Dir ein leistungsfähiges, aber nicht ganz so schnelles, aber meist vierspuriges (110 km/h statt 130 km/h) Nationalstraßennetz zur Verfügung - ein Kollege, der in Baden arbeitete und in Paris lebte, pendelte jedes Wochenende per PKW ohne Maut...

Dannm sollten die Autobahnen in F aber ziemlich leer sein...ist das so ?

Zitat

Wenn ich für 5km Fahrt durchs Nachbarland zum Abendessen mit Freunden 10 € zahlen soll, finde ich das schon übel. Wobei es mir da weniger ums Geld geht - sondern um den Aufwand (Zeit ist für mich derzeit wertvoller als Geld...) und die Hemmschwelle ansich.
Wie viele Vignetten soll ich eigentlich auf mein Auto pappen und danach wieder runterputzen? Jahresvignetten für CH,D,AT, dazu vor und nach jedem Urlaub weitere Länder. Danke. Da wars ja wesentlich unproblematischer, an jeder Grenze kurz mal den Perso zu zeigen und zu erklären, nix zu versteuern zu haben.

In Grenznähe wird sich wohl generell eine Jahresvignette rentieren,also entfällt wohl in vielen Fällen
die 10,-Vignette für die abendliche Durchfahrt.
Die Sache mit den bunten Aufklebern auf der Scheibe ist wirklich so toll,da folgt man aber eben leider den Beispiel aus A,CH ...


Zitat

Das Gejammer verstehe ich bei z.B. Tirolern, wo gefühlt jedes 2. Auto aus dem Ausland ist. Bei 3% "Ausländeranteil" auf unseren Straßen ist noch verdammt viel Luft nach oben - bzw es fehlt noch viel, bis sich eine Maut wirtschaftlich überhaupt lohnt.


Hier passt nun wieder dein Einwurf wonach man keiner Statistik trauen solle,die man nicht selber gefälscht hat.3% ist zu niedrig angesetzt.

Zitat

Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Spontanfahrten wie in D mache ich ins Maut-ausland nicht - daran ist bei mir schon so mancher denkbare CH-Ausflug gescheitert.

Wenn das wirklich deutliche Auswirkungen gehabt hätte,wäre der Aufschrei von den jeweiligen Tourismusorganisationen vermutlich laut und deutlich zu vernehmen gewesen.

Muss aber einräumen,das ich die geplante Ausdehnung der Mautpflicht auf alle Strassen auch grenzwertig bzw ungerechtfertig finde.

von UM74 - am 27.07.2014 16:29
Zitat
ulionken
Zitat
UM74
Wenn das wirklich deutliche Auswirkungen gehabt hätte,wäre der Aufschrei von den jeweiligen Tourismusorganisationen vermutlich laut und deutlich zu vernehmen gewesen.

Muss aber einräumen,das ich die geplante Ausdehnung der Mautpflicht auf alle Strassen auch grenzwertig bzw ungerechtfertig finde.


Der Aufschrei von Handel und Tourismusverbänden in Südbaden zu den Dobrindt-Plänen ist jedenfalls schon da:

http://img.der-sonntag.de/dso-epaper/pdf/DS_lor_27.07.2014.pdf

"Südbaden gegen die Maut - Landräte und Verbände fürchten ums Geschäft - und um die gute Nachbarschaft.

Egal wen man fragt zwischen Ortenau und Hochrhein - die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplante Gebühr für alle deutschen Straßen hat hier keine Fans. Handel und Tourismus sorgen sich um Kunden aus den Nachbarländern. Zwei Landräte haben diese Woche einen Protestbrief nach Berlin geschickt."


Eine Überlegung: Die geplante Maut betrifft doch nicht nur Bundesstrassen; es sind auch Belange der Länder betroffen. Deshalb braucht es vermutlich eine Mehrheit im Bundesrat. Wie Dobrindt diese Mehrheit im Bundesrat bekommen will, das ist wohl bisher sein Geheimnis :D .

73 de Uli


Gerade auf den CH-Einkaufstourismus in D dürfte die Vignette den geringsten Einfluss haben.
Wie ich gelesen habe ist das Preisgefälle CHD so gross das die rund € 80,- mit 1-2 grossen Einkäufen ausgeglichen sind.Und von dort hört man auch die wenigsten Beschwerden.

Und -ehrlich gesagt- finde ich es auch nicht so verkehrt,das die Gäste aus der CH auch dafür bezahlen,wenn sie ihre Karossen auf dt.Autobahnen auf Maximalgeschwindigkeit bringen und die hiesige Strassenverkehrsordnung nur als unverbindliche Empfehlung sehen,wie manch eine Fahrt auf der A81 bewiesen hat.

von UM74 - am 27.07.2014 22:07
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Was das Fahrverhalten einiger weniger (auch das sollte man betonen) angeht, kann ich nur sagen: Da ist Deutschland selber schuld mit seinen lächerlichen Geldbussen im zweistelligen Eurobereich für Vergehen, die in der Schweiz u.U. bereits eine Zwangspause zur Folge hätten. Die Strafen werden in einschlägigen Kreisen bewusst in Kauf genommen. Man kann es sich i.d.R. problemlos leisten, wenn man ein entsprechendes Auto fährt, und es wird als Ausflug angesehen.

Ich verstehe nicht, warum man in D nicht mal an diesem Punkt (Bussenkatalog) ansetzt, um die Staatskasse zu füllen. Die Idee, alle Strassen kostenpflichtig zu machen, halte ich für eine Schnapsidee. Gibt es das überhaupt schon irgendwo anders auf der Welt?


DANKE.
Ich fahre nun ja auch recht häufig beliebte "CH-Ausflugsstraßen" (A5, A96, A7, seltener A81), so extrem negativ fallen die Schweizer eh nicht auf. Schnell fahren dürften sie dort nun mal, also tun sie es. Würde ich - im Rahmen des Erlaubten - auch.
Dass unsere Straßen häufig Szenarien für Wildwestfilme nachstellen, liegt an fehlenen Tempolimits und fehlenden Strafen. Wenn der Lappen erst ab 41 km/h zu viel weg ist, ist das auch für Inländer keine echte Abschreckung. Bei den Strafen wäre eine Ankopplung an das Einkommen dringend geboten.
Wir als Deutsche sollten mit unserer häufig ausgesprochen asozialen Fahrweise (mal über einen Kamm geschoren...) hier einfach mal die Klappe halten.


Das wäre auch für diese Gattung Autofahrer hilfreich:

Zitat

Sind sie auch, die A4 nach Paris ist ein gutes Beispiel, dort muss ich nur sehr selten meinen auf 170 eingestellten Tempomat rausnehmen.
Die kostenlose N4 bringt auch eine gute Reisezeit so dass man sich dort die 38€ ab Strasbourg durchaus sparen kann.


Aus meinem Bekanntenkreis (u.a häufige berufliche Fahrten in Frankreich) kann ich versichern: Erwischt werden ist in F auch kein Vergnügen. Nicht umsonst wird man bei auf 135 eingestelltem Tempomat nur ganz selten mal von Inländern überholt - außer im Elsaß und in Lothingen, wo wohl das schlechte Benehmen der Nachbarn abfärbt. Die Tarife sind deutlich höher als in D, und Ausländer läßt man gerne erstmal Bares holen, bevor sie weiter dürfen.
Tipp nebenbei: Zumindest früher genügten die Zeitstempel der Mautstellen als Nachweis für überhöhte Geschwindigkeiten.

von DH0GHU - am 28.07.2014 07:31
Zitat

Sind sie auch, die A4 nach Paris ist ein gutes Beispiel, dort muss ich nur sehr selten meinen auf 170 eingestellten Tempomat rausnehmen.
Die kostenlose N4 bringt auch eine gute Reisezeit so dass man sich dort die 38€ ab Strasbourg durchaus sparen kann.


Zitat

Aus meinem Bekanntenkreis (u.a häufige berufliche Fahrten in Frankreich) kann ich versichern: Erwischt werden ist in F auch kein Vergnügen. Nicht umsonst wird man bei auf 135 eingestelltem Tempomat nur ganz selten mal von Inländern überholt - außer im Elsaß und in Lothingen, wo wohl das schlechte Benehmen der Nachbarn abfärbt. Die Tarife sind deutlich höher als in D, und Ausländer läßt man gerne erstmal Bares holen, bevor sie weiter dürfen.
Tipp nebenbei: Zumindest früher genügten die Zeitstempel der Mautstellen als Nachweis für überhöhte Geschwindigkeiten.


Na deswegen ja auch 170 und nicht 200, +40 kosten laut Katalog 135 und bei sofortiger Zahlung (die muss man ja eh zwangsläufig direkt leisten) nur 90€. Bis +50 gilt der Tarif auch noch, allerdings mit sofortigem Fahrverbot für 1 Monat, das sollte man also nur mit Ersatzfahrer machen. Insgesamt also deutlich günstiger als in D (hierzulande müssen Ausländer übrigens auch sofort zahlen).

Dass F extrem teuer bei Bußgeldern sei wird schon seit Jahren überall verbreitet, ist aber Blödsinn. In D wird ja auch wegen Vorsatz schnell mal verdoppelt. Die Preise dort ab +50kmh sind Höchststrafen die gerichtlich festgelegt werden, niemand kriegt aber beim ersten Verstoß sofort 3 Jahre Fahrverbot oder Knast.

Zeitstempel? Ich bin Telepéage Kunde, wäre mir neu dass die Mautbetreiber den Flics Zugriff auf meine Daten geben und wenn wärs mir wohl auch egal.

von muniX - am 28.07.2014 11:41
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger

Du lässt keine Gelegenheit aus, gell?


Bei deiner Argumentation könnte ich dich das selbe fragen.

Zitat

Was das Fahrverhalten einiger weniger (auch das sollte man betonen) angeht, kann ich nur sagen: Da ist Deutschland selber schuld mit seinen lächerlichen Geldbussen im zweistelligen Eurobereich für Vergehen, die in der Schweiz u.U. bereits eine Zwangspause zur Folge hätten. Die Strafen werden in einschlägigen Kreisen bewusst in Kauf genommen. Man kann es sich i.d.R. problemlos leisten, wenn man ein entsprechendes Auto fährt, und es wird als Ausflug angesehen.


Klar,natürlich ist D daran schuld wenn diverse Gäste die Autobahnen als Rennpisten missbrauchen.Nein die Fahrer trifft natürlich keine Schuld,die haben das Recht dazu...
Andersrum wären es die bösen deutschen,die sich im Ausland nicht benehmen können,aber so...ist das natürlich etwas komplett anderes.
Natürlich benehmen sich die Mehrzahl der CH-Fahrer auf dt.Autobahnen korrekt aber nur "einige wenige" Raser sind es nicht.Dafür gibt es einfach zu viele Presseberichte über das Thema.Aus D und der CH.

Zitat

Ich verstehe nicht, warum man in D nicht mal an diesem Punkt (Bussenkatalog) ansetzt, um die Staatskasse zu füllen. Die Idee, alle Strassen kostenpflichtig zu machen, halte ich für eine Schnapsidee. Gibt es das überhaupt schon irgendwo anders auf der Welt?


Die dt.Autobahnen sind allen anderen Aussagen zum Trotz immer noch unter den sichersten der Welt,warum sollte da man jetzt mit solchen unverhältnismässigen Brachialmethoden kommen.
Warum sollen alle "leiden" nur um den Rasertouristen (die vermutlich nicht einen Cent da lassen)
Grenzen zu setzen.Wiederholungstätern unter den Rasern kann man an besten stoppen,wenn man sie gleich an der Grenze zurück schickt.

Alle Strassen mit der Mautabgabe zu belegen ist schon über Ziel hinausgeschossen,wie gesagt.

von UM74 - am 28.07.2014 19:34
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger

Das habe ich so nicht gesagt. Aber ja, wo ganz offiziell unbegrenzt gerast werden darf, haben sie in der Tat das Recht dazu.

Unbegrenzt gerast werden darf auch auf dt.Autobahnen kaum noch.Und Strassenrennen sind sogar auf 100% der Autobahnen in D verboten.Aber das ist scheinar eine der Lieblingsbeschäftigungen der rasenden Gäste aus dem Süden.

Zitat


Schwache Argumente. Wieso ist es eine "unverhältnismässige Brachialmethode", die Bussgelder anzuheben? Wer soll darunter ungerechterweise "leiden"? Wer sich falsch verhält, soll dafür blechen, und es ist nunmal eine Tatsache, dass die deutschen Strafen im Vergleich zu den meisten anderen westeuropäischen Ländern sehr tief sind und somit eine geringere Abschreckwirkung haben. Unabhängig von der Nationalität des Fahrers...

Schwach ? So schwach ist die Realität nicht.
Denn trotz der relativ niedrigen Strafen gibt es in D nicht mehr Verstösse als in vielen Nachbarländern.Dann gibt es doch keinen Grund dafür,höhere Strafen einzuführen.
Es soll ja tatsächlich mal vorkommen,das man unbeabsichtigt die Höchstgeschwindigkeit überschreitet.Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache dafür ernsthaft seine Existenz zu gefährden.

OK,vielleicht "brauchen" manche autofahrenden Gäste so ein Bedrohungsszenario um sich ordentlich zu verhalten.Quasi ganz wie zu Hause.

Zitat

Dass die im Ausland erwischten Raser "keinen Cent da lassen", stimmt auch nicht. Die deutsche Polizei schickt ihre Knöllchen auch ins Ausland. Allerdings bleibt am Ende wohl in vielen Fällen wirklich nicht viel davon übrig, wenn man den Aufwand in Relation zur Höhe des Bussgelds setzt.

Die erwischten Raser zahlen natürlich.Die unerwischte Mehrheit keinen Cent.

von UM74 - am 28.07.2014 23:53
Zitat
cougar1989
Zitat
UM74
600 EUR Bußgeld (zzgl. 20 EUR Bearbeitungsgebühr und 5,60 EUR Auslagen Verwaltung)

Wobei ich schon gehört habe, dass bei Vorsatz auch die Geldstrafe verdoppelt werden kann. Also, dass es dann keine 600, sondern 1.200€ (+ Verwaltungsaufwand) sind. Bei Geschwinigkeiten über 40km/h über dem Limit und bei Unterschreiten des Mindestabstandes sollte es noch mal zu einer Bußgeldreform kommen.
88km/h über dem Limit finde ich schon etwas sehr dreist. Wer weiß was da hätte alles passieren können.
Bei einem 130er Limit rechne ich ehrlich gesagt auch nicht damit, dass irgendjemand mit 210km/h an mir vorbei fährt.
Zitat
DH0GHU
Aber manche Leute lernen's nie. Da wird man dann auch noch, wenn man bei Tempolimit 120 eine LKW-Kolonne legal überholt, auch noch von hinten mit der Lichthupe genötigt (im Übrigen ein Straftatbestand!). Man sollte wie in Rußland üblich eine Kamera mitführen und diese Typen reihenweise aus dem Verkehr ziehen :mad: - aber das darf man ja auch wieder nicht...

Seit dem die neue Punktereform gilt, habe ich mehr den Eindruck gewonnen, dass sich die Verkehrsteilnehmer hier in Deutschland auf Tempolimitstrecken mehr zusammenreißen. Dass bei 130km/h noch welche um die 140 - 150km/h fahren, ok dazu will ich jetzt nichts sagen. Aber wo hier noch gedrängelt wird, dies sind immer noch die Strecken ohne Tempolimit.
In der Schweiz bei Tempolimit 120km/h, kann man wunderbar mit 120 - 130km/h im Verkehr mitschwimmen. Wer dort schneller als 135 - 140km/h fährt, ist eher die Ausnahme.
Besonders schlimm ist es zum Teil noch in Italien. Auf den Tutorstrecken (vgl. in A mit der Section Control) dort halten sich die Leute größtenteils an das Limit. Man sollte dort wirklich aufpassen, was die Einhaltung des Tempolimits betrifft. In einer Baustelle auf der Autobahn waren nur 60km/h erlaubt. Hätte ich mich dort an die Geschwindigkeit gehalten, hätte man mich bedrängt. Mir bliebt nichts anderes übrig, als mit der Geschwindigkeit x im Verkehr mitzuschwimmen und zu hoffen, dass nicht irgendwo mal aus dem nichts eine Polizeistreife auftaucht.
Zum Thema anzeigen bzw. anschwärzen von Fahrzeuglenkern. Man braucht dazu schon bald eine Kamera. Sonst kann man sich die Sache ehrlich sparen, weil Aussage gegen Aussage steht.
Man sollte auch nicht immer alles auf die PKW-Fahrer schieben, zahlreiche BUS- und LKW-Fahrer fahren auch nicht gerade wie Unschuldsengel, insbesondere die aus Süd- und Osteuropa.


Will ich zwar nicht beurteilen, einen Unterschied machen die neuen Punkte aber bestimmt nicht. Im Gegenteil, wer früher regelmäßig Punkte gesammelt hat war wegen der fehlenden Verjährung wohl schneller bei 18 teilweise uralten, als bei 8 Punkten die aber garantiert nach 2,5 Jahren weg sind.

Auch bei 150 fällt man in der Schweiz netto unter +25kmh auf der Autobahn - die möglichen umgerechnet 200€ Anonymstrafe sollte für einen Schweizer der es eilig hat kein Problem sein.

Laut einem bekannten Italiener ist man aufgrund der extrem seltenen Kontrollen (insbesondere auf Autobahnen) fast immer Ersttäter und die Sanktion fällt nicht so extrem aus wie man immer hört. Die meisten Punkte oder Eintragungen werden nach 1 Jahr eh gelöscht, alternativ werden die Punkte auch innerhalb der Familie aufgeteilt weil es die dortigen Behörden eh nicht interessiert wer gefahren ist.

von muniX - am 10.08.2014 15:43
Das die Maut so "zahm" werden soll hat man der KFZ Steuer zu verdanken, die ja gar nichts mit der Maut zu tun hat :sagnix: Sonst könnte man das Versprechen nicht halten, dass Deutsche nicht mehr belastet würden als vor der Maut. Für eine einzige kurze restliche Legislaturperiode wird also für ein bayerisches Rumpelstilzchen mit seinen Stammtischen eine enorm aufwendige Mautermittlung eingeführt, die noch lange Zeit danach Wirkung zeigen wird.


Fraglich ist, wie es denn kommt, falls es beschlossen und verkündet wird. Klagen sind abzusehen. Entweder die Maut ist ok aber die KFZ Steuerkopplung nicht -> man wird beides zahlen dürfen. Warum? Weil die KFZ Steuer eben doch mit der Maut verbandelt ist und somit ausländische Autofahrer indirekt diskriminiert werden.

Oder meine favorisierte Version: Die KFZ Steuersenkung ist in Ordnung, die Maut aber nicht -> man zahlt weniger. Warum die Maut evtl. diskriminierend ist: Deutsche sollen auf Autobahnen und Bundesstraßen zahlen, Ausländer nur auf Autobahnen. Dies wirkt sich auf die Mauterstattungen aus wenn man keine Autobahn gefahren ist aber Bundesstraßen nutzt. Hier würde der Deutsche direkt diskriminiert. Wird die Bundesregierung dagegen klagen? :kotz:

Jetzt spinnen wir die Idee mal weiter, blicken also in die Zukunft, was die Deutsche Bundesregierung auf vielen weiteren Gebieten absolut nicht beherrscht! :nrwopa:

Unsere Nachbarländer werden auch die Maut auf allen Straßen einführen! Es wird einen riesenaufschrei in Deutschland geben. Waaas, was erlaube sich Ausländerland?? Die Deutschen werden immer und überall abgezoggd!! Zeter und Mordio! Ahhh! :wall:

von CBS - am 18.12.2014 08:28
Der Trick dahinter ist, dass man beides in zwei unterschiedliche Gesetze gepackt hat. Die Maut an sich waere konform mit den Rechtsauffassungen Bruessels. Steuerrecht ist dagegen prinzipiell nationales Recht, in das sich die EU nur schwer einmischen kann.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann gibt es mit dem Nachtrag zum Kfz-Steuergesetz die einmalige Anrechnung der Maut fuer das erste Jahr der Einfuehrung. Also fuer 2016. Was war dafuer nun eigentlich der Preis? Ich hatte irgendwo 130 EUR gehoert, anderswo 150 EUR aufgeschnappt. Abgesehen davon zahlen Deutsche dann also ab 2017 voll und das zusaetzlich zur Kfz-Steuer. Na wenigstens bringt das die erhofften Mehreinnahmen!

Und was ist nun aus der Steueranhebung fuer alles "schlechter Euro 4" geworden? Wurde das nun still und heimlich mitbeschlossen oder hat man das nicht weiter verfolgt?

Fakt ist, dass wir damit in alle Ewigkeit eine Maut haben, die fuer Deutsche verpflichtend zu zahlen ist. Der optionale Verzicht auf mautpflichtige Verkehrswege wurde damit ja bewusst unmoeglich gemacht. Grenzregionen haben die Moeglichkeit, ihre Strassen auf ein Niveau unterhalb von Bundesstrassen herabzustufen und sie damit mautfrei zu machen. Die Kehrseite der Befreiung von der Mautpflicht ist, dass damit die Strassenbaulast einschliesslich Instandhaltung an die Bundeslaender faellt, wahrscheinlicher aber ueber die ebenfalls nicht daran interessierten Landkreise an die Gemeinden weitergegeben wird. Die koennen und werden je nach kommunaler Strassenbausatzung mehr oder weniger grosse Teile an die Anwohner in Form einer regelmaessigen Umlage abwaelzen. Eine bislang mit der Verkehrsdichte einer Bundesstrasse befahrene gemeindeeigene Strasse wird anfangs vielleicht noch zehn Jahre halten, danach zwischenzeitlich ein paarmal geflickt und schliesslich im Abstand von 5 Jahren oder weniger auf (ueberwiegende) Kosten der Anwohner grundsaniert. Schoen daran ist auch, dass sich der Bund solcher Strassen einseitig per schlichtem Beschluss entledigen und sie nach unten durchreichen kann.

von PowerAM - am 18.12.2014 11:44
Ich ziehe ja nicht in Zweifel, dass man durchaus koennte... Das ist ebenso philosophisch! Die Fakten sprechen aber eine m. E. klare Sprache. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Fluechtlinge und Zuwanderer der letztn Jahre den Bund haufenweise Geld kosteten und die der Zukunft ebenso kosten werden. Nun will die Politik Anreize fuer potenzielle Wirtschaftsfluechtlinge schaffen, in ihren Herkunftslaendern zu bleiben, indem die Lebensbedingungen dort verbessert werden. Auch das mit Milliardenzahlungen aus dem Bundeshaushalt. Weiter geht es mit der verkorksten EU-Finanzpolitik, die Deutschland als Alpha-Zahler mehr und mehr abverlangen werden. Nach Griechenland wird Italien offenbar der naechste Sanierungsfall.

Es wird also unvermeidlich sein, die Einnahmen aus Steuern- und Abgaben zu steigern. Bei der Wirtschaft brauchst du nicht fragen gehen - die antworten dir mit der Standortfrage und stellen dir in Aussicht, ins billigere Ausland zu gehen. Die bisherigen Steuern und Abgaben von denen brechen dir in diesem Fall also auch noch weg.

Mit der Enteignung privater Vermoegen hat man bereits begonnen. Der gemeine Steuerzahler rettet sich, wenn er finanziell dazu ueberhaupt in der Lage ist, in Sachwerte. In diesem Jahr sind die Grundstueckspreise in meinem Ort explodiert - weil zunehmend damit spekuliert wird.

Mein Bruder sucht seit einem Jahr ein Baugrundstueck. Die Finanzierung steht - nur findet er nichts, was in seinen Finanzrahmen passt. Nur weiter von Berlin entfernt geht noch was, wo es aber weder Bus- und Bahnverbindungen gibt, noch die Versorgung mit Aerzten. Bis Ende naechsten Jahres muss er was haben, sonst ist die Finanzierung hinfaellig. Wenn man aber bereits heute beruecksichtigt, ggf. in weniger als 15 Jahren nicht mehr Auto fahren zu duerfen, dann waere es wenig weitsichtig, sich am Rande der Schorfheide niederzulassen, wo absehbar ist, dass es auch zukuenftig keine Bahnanbindung nach Berlin geben wird.

von PowerAM - am 07.11.2016 13:21
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