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vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
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Habakukk, 88,7 MHz, PeterSchwarz, ziyati, Alqaszar, Lorenz Palm, FrankenWalder, zerobase now, vogelsberger, Nordi, Wrzlbrnft

[TV] RTBF meldete gestern (13.12) abend, dass Flandern die Unabhängingkeit ausgerufen hat

Startbeitrag von ziyati am 14.12.2006 07:41

Ich weiß ja nicht, ob das in Deutschland in den Nachrichten ist, aber
im wallonischen Staatsfernsehen wurde gestern abend in einer Sondersendung gemeldet, dass Flandern die unabhängigkeit ausgerufen hat. Das Chaos sei ausgebrochen und König Albert ins Ausland geflohen.
War natürlich eine Falschmeldung, aber nicht eindeutig zu erkennen, dass es nur fiktiv war.
Auf jeden Fall gab es viele empörte Anfragen beim RTBF...
Die wollten damit die Diskussion, den flämisch-wallonischen Konflikt voranbringen.
Es wurde auch gesagt, dass es nicht die Aufgabe eines ö-r. Senders ist unwahrheiten zuverbreiten.

Mehr hier:
VRT Nieuws niederländisch
BRF Nachrichten deutsch

Antworten:

Scheint aber wirkungsvoll gewesen zu sein.
Stellt Euch vor,...diese Meldung hätte es in der ARD gegeben,- Bayern löst sich völlig aus der Bundesländergemeinschaft-und wählt sich als Staatsoberhaupt König "Habakukk!

von 88,7 MHz - am 14.12.2006 07:52
Ach, immer diese Frustrierten... :D

(ich erweitere das Gebiet der Frustrierten mal eben schnell auf alles nördlich des Weißwurschtäquators).

von Habakukk - am 14.12.2006 09:02
Eben noch die Unabhängigkeit ausgerufen, und anschließend die EU Mitgliedschaft beantragt oder wie stellt man sich das vor?! :rolleyes:

von Nordi - am 14.12.2006 09:12
Zitat
Habakukk
Ach, immer diese Frustrierten... :D

(ich erweitere das Gebiet der Frustrierten mal eben schnell auf alles nördlich des Weißwurschtäquators).


So ist es brav! :D- sonst denk hier noch einer.... :nono:

von 88,7 MHz - am 14.12.2006 09:18
Gleichzeitig müssen wir das Gebiet der Nichtfrustrierten noch um Österreich erweitern, denn immerhin entstammt der Habakukk dem österreichischen Fernsehen (dort mit eine k).

von Habakukk - am 14.12.2006 09:23
Und Ungarn! Habakukk könnte ungarisch sein,-http://www.habakukk.hu/

von 88,7 MHz - am 14.12.2006 09:28
Ach wie schön, das kannte ich noch gar nicht... Gut, dann gründen wir das Kaiserreich Österreich-Bayern-Ungarn, kurz ÖBU. Und die gemeinsame Rundfunkanstalt heißt dann ÖBU-Broadcasting Union, kurz ÖBUBU. Sehr schön...

Oooh, aber wir sollten vielleicht besser wieder zum Thema zurück kehren...

von Habakukk - am 14.12.2006 09:31
Nein, das war irgendwas im ORF-Kinderfernsehen, was schon laaaaange her ist...

http://www.clown-habakuk.at/
http://de.wikipedia.org/wiki/Arminio_Rothstein

Obwohl ich eigentlich Clowns hasse, ist der Name irgendwie hängen geblieben! :-)

von Habakukk - am 14.12.2006 10:48
Den guten Habakukk habe ich aber auch noch in Erinnerung, ebenso wie Am Dam Des. Lang ist's her... und das mutierte Fahrrad Tom Turbo gibt's ab nächstem Jahr auch in Deutschland (wieder), nämlich auf NICK.

Zum Grundthema: Es ist schon frustrierend™ (:D), dass sich Flandern und die Anarchie-Wallonie derart "ungrün" sind. Man stelle sich solche Verhältnisse nur mal in der Schweiz vor...

von Wrzlbrnft - am 14.12.2006 11:55
Was wäre denn, wenn Belgien tatsächlich auseinanderfallen würde? Würde es dann tatsächlich lauter Kleinstaaten wie Wallonien, Flaandern usw geben (keine Ahnung, wie man den deutschsprachigen Teil bezeichnen könnte), oder wäre es auch denkbar, dass die Teile von den Nachbarländern geschluckt werden, also dass z.B. Flaandern Provinz in den Niederlanden wird, Ostbelgien Bundesland in Deutschland und Wallonien Department von Frankreich? Oder sind die Belgier jeweils auch ihren Nachbarn nicht grün?

von Habakukk - am 14.12.2006 12:38

Re: [TV] RTBF meldete gestern (13.12) abend, dass Flandern die Unabhängigkeit ausgerufen hat

manche flämische parteien streben die trennung ja ganz offen an, am liebsten so wie das die Tschecheslowakei gemacht hat. - damit wären wir ja wieder in Habakukks heimatlichen gefilden ;-)
Also wohl Flandern und Wallonien dann...
Ich weiß nur, dass die Holländer die Belgier als ihre ostfriesen ansehn, es gibt da sogenannte Belgiermoppen, also eine art Ostfriesenwitz.
Und gegen die deutschen haben sie auch nichts, beide mögen die holländer nicht, das verbündet.
Maar dit is helemaal roddel, ik heb geen idee of het echt waar is!

von ziyati - am 14.12.2006 20:06
Im deutschsprachigen Teil diskutiert man schon darüber, was im Falle eines Zerfalls Belgiens passieren soll. Man wäre dann ja Teil eines wallonischen Staates, und hier machen sich dann einige Sorgen über die kulturelle und sonstige Autonomie.

Auch wenn der Sprachenstreit in Belgien sehr virulent ist; mehr als ein paar Deppenpolitiker und ständig überpinselte Städtenamen auf Wegweisern wird das nicht geben. Flandern fühlt sich chronisch benachteiligt, es hat lange gedauert, bis das Flandrische neben dem Französischen gleichberechtigte Sprache in dem Land war.

Belgien war eines der ersten industrialisierten Länder Europas. Die Industrialisierung aber fand vor allem im wallonischen Teil statt, wobei Flandern eher landwirtschaftlich-städtebürgerlich geprägt blieb. Nun aber, im postindustriellen Zeitalter, ist Wallonien die ärmere der beiden Regionen. Gleichzeitig ist Belgien in Bezig auf Bevölkerung und Wirtschaftskraft das am höchsten verschuldete Land in Europa.

Möglicherweise träumen deshalb viele -- auch gemäßigte -- flandrischen Politiker davon, sich als unabhängig zu erklären und "Belgien", was dann in deren Phantasie nur noch aus Wallonien bestehen würde (Brüssel wäre selbstverständlich flämisch), die Schulden aufzudrücken. Da werden sich die Gläubiger aber bedanken und ganz schnell die Provinzdeppen der Speratisten mit der Realität konfrontieren.

Natürlich spielen auch die klassischen Angsthemen eine Rolle: Globalisierung und der damit einhergehende Verlust sozialer und kultureller Gewissheiten; das Gefühl "zu viele Ausländer" im Land zu haben, etc. Nur mischt sich in Belgien eben auch noch die "Flandern-Wallonien"-Diskussion darunter. Und man muss sehen, dass auch die gemäßigten Parteien Forderungen nach mehr Autonomnie stellen. Diese wissen aber, das eine Auflösung Belgiens nicht in Frage kommt.

Denn selbstverständlich ist eine Unabhängigkeit Flanderns undenkbar: Sie würde ganz Europa in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Nicht mehr nur die Pest der sowieso schon viel zu mächtigen Nationalstaaten bestünde weiter; in einer Kettenreaktion würden sich auch noch andere Gebiete und Provinzen lösen, viele Länder stünden dann auch vor dem Zerfall.

Das hätte vor allem zwei Auswirkungen: Immer mehr kleine und machtlose Einheiten beanspruchen immer größere politische Macht. Was auf den ersten Blick aussieht wie "mehr Bürgernähe", entpuppt sich bei genauem Hinsehen als Machtkomplott bestimmter politischer Richtungen, die auf dem Herd von "Autonomie/Souveränität/Unabhängigkeit" ihre antidemokratischen und autoritären Süppchen kochen.

Damit wäre auch die Demokratisierung der EU wieder in weite Ferne gerückt, die ja bereits jetzt auf dem Altar der nationalen Interessen geopfert wird. (Kroes, bitte übernehmen sie an dieser Stelle!). Aus Europa würde ein Sammelsurium von durch egoistische Interessen bestimmter, hinterwäldlerischer Provinzen werden, das keine Antworten auf die eigentlichen Probleme hat.

Während sich also Europa auf dem Balkan abmüht, Frieden und Verständigung aufzubauen, reißen einige besonders verantwortungslose Politiker das mit dem Hintern ein. So nicht!

von Alqaszar - am 15.12.2006 00:51
Wirtschaftlich gesehen wäre für die DG eine Anektierung an Deutschland sicher noch das Beste. Im SÜden der DG gibt es auch viele Pendler nach Luxemburg. Doch die Wallonie wird sicher nicht ihr Gebiet mit der geringsten Arbeitslosigkeit aufgeben wollen.


von PeterSchwarz - am 15.12.2006 11:55
Mal ne Frage in die Runde:

Wieso gibt es auch Deutschsprachige in Belgien ? Gehörten die Ostkantone Belgiens auch mal zu Deutschland ?

von vogelsberger - am 15.12.2006 14:06
Guckst du hier:


http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschsprachige_Gemeinschaft

von zerobase now - am 15.12.2006 14:41

Zitat

Wieso gibt es auch Deutschsprachige in Belgien ? Gehörten die Ostkantone Belgiens auch mal zu Deutschland
?

Ja, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren die heutigen Ostkantone Belgiens Teil Deutschlands. Nach dem Vertrag von Versailles mußten sie an Belgien abgetreten werden.


Alle paar Jahre taucht er wieder auf, der Sprachenstreit in Belgien. Soweit, daß Flandern die Unabhängigkeit erklärt, wird es wohl trotzdem nicht kommen. Es ist nur eine kleine Minderheit, die ernsthaft die Unabhängigkeit fordert. Allerdings hatte ich mal gelesen, daß sich die Wallonie wegen der gemeinsamen Sprache und Kultur Frankreich anschließen würde, sollte sich Flandern abspalten.



von Lorenz Palm - am 15.12.2006 15:18
Heute lese ich auf brf.be die Meldung: In Flandern sollen künftig die französischen Ortsnamen, so weit sie existieren (Gand für Gent, Anvers für Antwerpen etc.) nicht mehr für offizielle Zwecke benutzt werden. Also nicht mehr auf offiziellen Briefbögen, Straßenschildern etc.

Das finde ich gut, denn so wird die Übersichtlichekiet gesteigert. Es gibt teilweise sogar französische Ortsnamen für kleinere flandrische Orte, die auch noch stark abweichen, so dass das manchmal zu Verwirrung führt.

von Alqaszar - am 15.12.2006 22:00
Auch Malmédy und die angenzenden Kantone gehörten zum Deutschen Reich. Allerdings wurde da nie deutsch gesprochen, sondern immer ein wallonischer Dialekt.


von PeterSchwarz - am 15.12.2006 23:45
Hier noch zur Info der "Bickpunkt", die Nachrichtensendung von BRF-TV.

http://www.brf.be/brftv/videoondemand/vod

Und noch ein Zusammenschnitt aus der Originalsendung

http://www.lemonde.fr/web/panorama/0,11-0@2-3208,32-844527@1-5393,0.html


von FrankenWalder - am 16.12.2006 20:16
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