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vor 10 Jahren, 10 Monaten
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Robert S., Natrium, 88,7 MHz, Erich Hoinicke, zerobase now, Alqaszar, PeterSchwarz, Langenhagener, Mathias Volta, NurzumSpassda, HAL9000, Funkhexe

,,MEIN FÜHRER,, kommt ins Kino

Startbeitrag von Robert S. am 02.01.2007 18:08

Am 17 Jänner :D kommt ein Film in die Kinos der den Nazidiktator gehörig auf die Schippe nimmt,gespielt wird er von Helge Schneider der als komödiant schon sehr sehr bekannt hierzulande ist.
Was haltet ihr davon eine Komödie über Hitler und das Naziregime zu machn ?

Ich finde es wurde irgendwie langsam mal Zeit das sich jemand (es ist ein jüdischer Regiseur) an das Thema heranwagt.
Über Hitler wurden ja schon viele Filme gedreht,zuletzt ja der Film ,,DER UNTERGANG,, wo die letzten Tage gezeigt wurden,damals gab's ja auch Kritik und viel Wirbel um die ganze Darstellung.
Ich werd mir den Film auf alle Fälle ansehn,da mich das Ganze auch interessiert.
Wir sollten auch langsam aufhören dieses Thema mit der Kneifzange anzufassen.
Solange man die Verbrechen nicht verharmlost oder veralbert sondern sich nur über Hitler und sein Gefolge in Berlin kümmert ist das ja auch in Ordnung,so seh ich das.
Wir sollten langsam auch etwas normaler damit umgehn können,aber auf jeden Fall NICHT vergessen.

Was haltet ihr von so einem Film ?

Antworten:

@ Toucher: neuer Nick :D

von Robert S. - am 02.01.2007 18:41
Robert, ist eigentlich so neu nicht. Charlie Chaplins The Great Dictator von 1940 (!) galt schon als Slapstick-satirischer Geniestreich. Ich kann nur hoffen, dass der neue Film nicht im seichten Klamauk versandet, auch wenn er den einen oder anderen verirrten Neonazi zum Lachen bringt und ihm vielleicht klar wird, dass er im Leben im falschen Film ist. Aber das wäre wohl zu viel verlangt. Lassen wir uns überraschen.

von Erich Hoinicke - am 02.01.2007 19:30
@ Erich: den Film kenne ich auch schon,er ist aber auch zu einer anderen Zeit entstanden,damals hat wohl noch keiner ahnen können was in den nächsten 5 Jahren noch passiert....

von Robert S. - am 02.01.2007 19:42
Der Helge Schneider-Film soll ja nicht so dolle sein weil er einen Spagat zwischen Humor/Veralberung und Aufklärung/Anklage versucht. Und dies soll laut einer Filmkritik etwas misslungen sein. Nicht Fisch, nicht Fleisch.

von Natrium - am 02.01.2007 20:25
>>@ Toucher: neuer Nick :D

von 88,7 MHz - am 03.01.2007 06:41
helge schneider ist ja sonst megagenial, aber er hat allgemein zuletzt etwas abgebaut. beim bühnenprogramm in hamm letztes jahr soll er wohl fast alles von seiner "füttern verboten"-tour aus dortmund wiederholt haben. würde mich nicht wundern, wenn sich auch im film eine gewisse "ideenlosigkeit" widerspiegeln würde, auch wenn das thema allgemein sehr gewagt ist und bestimmt für gesprächsstoff sorgt.

aber ich lasse mich mal überraschen, bin eigentlich ein positiv denkender mensch und vielleicht ist der film ja so schlecht nicht... ;)

von NurzumSpassda - am 03.01.2007 06:51
Wird so oder so im Jänner :cool: wieder 'ne schöne Helge-Session ! :D

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 03.01.2007 21:10
@ Robert S

100% Zustimmung! Ich fand es nach dem Film "Der Untergang" auch etwas befremdlich, das Kritik geübt wurde, nur weil Hitler auch mit menschlichen Zügen gezeigt wurde. Sicher reiht er sich ganz vorne in die Rubrik "Grösster Verbrecher" ein. Aber deshalb alles zu dämonisieren? Das wäre zutiefst an der Wahrheit vorbei.

Ich finde schon die Walter Moers- Comics ganz witzig, "Äch bin wieder da" - aktuell is "Adolf - Der Bonker". Ein Blick ins Ausland genügt - in jeder 2. Comedy- Show wird Adolf veralbert und lächerlich gemacht - und das ist auch gut so. Und da ich alle Helge- Filme kenne und recht amüsant finde, ist er genau der Richtige, um diese Figur zu spielen.

Nur eins darf nie passieren: Opferverhöhnung, Tatenbeschönigung oder gar Vergessen...


von HAL9000 - am 04.01.2007 07:55
Ohne den Film gesehen zu haben, aber Helge Schneider als größter Verbrecher der Menschheitsgeschichte, och nö. Das macht keine Katze froh. ;)

von zerobase now - am 06.01.2007 11:22
Habe Helges Auftritt und einen Ausschnitt bei Harald Schmidt verfolgt und stehe dem Film noch etwas skeptisch gegenüber. Ich werde ihn mir definitiv anschauen, aber mit nicht so hohen Erwartungen hineingehen.
Ich finde es legitim über Hitler zu lachen und warum nicht Helge? Nach Moers Bonker ist ja wohl klar, dass man sich dem Thema auch humoristisch nähern kann ohne die Geschichte so ins lächerliche zu ziehen, dass man sie verkennen würde.


von Funkhexe - am 08.01.2007 00:44
[OT]
Kann es sein, dass ich Funkhexe's Beitrag schon gestern hier an dieser Stelle las?
[/OT]

von Natrium - am 08.01.2007 07:59
Zitat
3 Südwest
[OT]
Kann es sein, dass ich Funkhexe's Beitrag schon gestern hier an dieser Stelle las?
[/OT]



Ich meine auch!!,das ich den Beitrag schon gestern Abend vor Dienstbeginn gelesen habe ( also,noch vor 20:00 Uhr )

von 88,7 MHz - am 08.01.2007 13:14
Gerade lief in der Sendung "Hauptsache Kultur!" im Hessen Fernsehen (heißt das so? egal) eine Kritik über den Film, wobei dieser besonders gelobt wurde. Die Geschmäcker sind halt verschieden...

von Natrium - am 09.01.2007 21:32
Heute in den 5-Uhr-Nachrichten von SWR2 kam auch die Meldung, dass die 1000 geladenen Premieregäste den Film am Vorabend mit Applaus honorierten. Tenor: Die Deutschen hätten mehr Selbstironie als ihnen im Ausland zugesprochen werde. - Ich bin angenehm überrascht.



von Erich Hoinicke - am 10.01.2007 06:37
Die Deutschen hätten mehr Selbstironie als ihnen im Ausland zugesprochen werde. 


Ob das allerdings das richtige Thema ist, wage ich zu bezweifeln. Helge Schneider ist nunmal nicht Charlie Chaplin.

von zerobase now - am 10.01.2007 07:43
Ich habe den Film gestern gesehen und habe es nicht bereut. Zu vergleichen mit den anderen
Helge-Filmen ist er nicht, da er professionel gemacht wurde. Man merkt sofort, daß er nicht
Regie geführt hat. Trotzdem kommt der Humor, wegen des ernsten Themas , nicht zu kurz.
Schade, daß nicht mehr Leute an diesem Film Interesse hatten, denn in der Vorstellung gestern
abend waren lediglich nur 40 Zuschauer.

von Langenhagener - am 15.01.2007 17:28
Nachem Eichinger mit seinem Bunker-Film so versagt hat, konnte es ja nur noch besser werden. Hitler wird ja bei dem Münchner Bussi-Kapitalisten dermaßen niedlich dargestellt, dass der Zuschauer unwillkürlich Mitleid bekommt. Mag sein, dass man das in der bayerischen Koks-Szene so sieht, aber gesellschaftlich ist so was brandgefährlich.

Moers hat Hitler reduziert: "Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Arschgesicht." Bei ihm steht der Führer nackt vor dem Badezimmerspiegel und wird gezeigt, wie er wirklich war: Ein armes Würstchen eben, als Prokektionsfläche der Präpotenz des deutschen Kleinbürgertums und Vollstrecker der mehrheitlichen Verblödung des deutschen Proletariats.

Levis' Kommödie ist für mich daher eher ein Akt der Verzweiflung. Ausgerechnet ein jüdischer Schauspiellehrer soll bei Hitler beibringen, bei sich selbst die Zeichen des Verfalls zu überspielen. Er, der zwar in der Lage war, die Massen zu begeistern (es gab weder RTL noch die BILD-Zeitung), wird so entblößt: Hitler ist kein Mythos, er ist kein Führer. Er war kein Genie, kein Feldherr, kein Arbeitslosigkeits-Wegzauberer. Er war nur ein gestörter Psychopath, gefährlich nur durch die bereitwillige Helferschaft eines großen Teils des deutschen Volkes.

Levis' Verzweiflung über die unglaubliche Parallelität der Ereignisse: Die bereitwillige Hingabe der Täter und Opfer an die Negierung der Intelligenz durch die gnadenlose Boulevardisierung der Realität, das hinterfotzig Berechnende der Profiteure des Regimes, die Verachtung des Volkes und der Demokratie durch die eigentlich staatstragenden Parteien, die Erstarrung der Institutionen -- befreien sich in einem Lachen.

Lachen aber ist auch eine Form der Unterwerfung. Galgenhumor eben, so wie bei Comedy Centrral nachts eben doch Idiotenabsocke läuft.

von Alqaszar - am 15.01.2007 20:10
Ich war auch neugierig und hab ihn mir angeschaut.
Helge holt aus der an sich recht schlappen Story doch noch einiges raus. Manchmal wird es fast schon zu lächerlich, wobei ich mich aber auch, wie der Rest der Zuschauer, schlapp gelacht habe, als Adolf auf allen Vieren über den Boden kroch und bellte.
Einiges hat man verschenkt, an vielen Punkten hätte man mehr rausholen können. Daß der Film aber mal ohne erhobenen Zeigefinger kommt und auch nicht in Betroffenheit verfällt, finde ich gut. Er zeigt den Führer so, wie er wohl war: Relativ beschränkt, leicht depressiv und an sich ein tragischer Charakter.


von PeterSchwarz - am 15.01.2007 20:26
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