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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
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Erich Hoinicke, PowerAM, bonnfritz

Soundcheck!

Startbeitrag von Erich Hoinicke am 11.01.2007 20:46

Die nächsten drei Tage und Nächte bin ich als Blumengießer allein in unserer 4-Parteien-Hütte. Das bedeutet ausführlicher Soundcheck und viel Treppensteigen - man will ja wissen, was die anderen mithören können, was sie nicht wollen und auch nicht sollen. Ich vermute schon jetzt als Schwachstelle die Holztür zum Treppenhaus. Ist ja wie eine Membrane. Hat jemand Erfahrung, wie die akustisch entschärft werden kann? Bringt eine schallreflektierende Spiegel- oder Glasplatte etwas? Gegen den direkten Schall durch die Decke zur darüber liegenden Wohnung ist eh kein Kraut gewachsen...

Antworten:

Hallo, die Schalldämmung der Tür kann (theoretisch) durch Vergrößerung ihrer Masse verbessert werden, etwa durch Aufbringen eines zusätzlichen Brettes. Die gravierendste Ursache für eine zu geringe Schalldämmung sind jedoch die Randundichtigkeiten (Fugen) in den Türfalzen und am Boden. Diese können durch in den Falzen umlaufende Lippendichtungen verringert werden. Dabei ist jedoch auf einen gleichmäßigen Andruck der Tür an diese Dichtungen zu achten. Ich fürchte, die Undichtigkeiten am Boden können nur mit Schwwierigkeiten durch den nachträglichen Einbau einer Bodenschwelle vermindert werden. Auch hier sollte auf möglichst geringe Randundichtigkeiten geachtet werden.
Man sagt, daß einfache Holztürblätter ein Schalldämm-Maß von etwa 20 dB haben. Beträgt die Gesamtfläche der Fugen etwa ein Hundertstel der gesamten Türöffnung, so ist keine Verbesserung der Schalldämmung des Türblatts erreichbar (10 x lg 100 = 20 dB).

von bonnfritz - am 11.01.2007 22:32
Die Tür kannst Du mit Filz dämmen und danach mit (Kunst-) Leder beziehen. Viel macht schon die Aufstellung der Boxen aus. Läßt Du sie gegen die Tür "drücken", so kommt es zu dem Membran-Effekt. Um dem Raum darunter zu schützen solltest Du sie auch nicht direkt auf den Boden stellen. Probeweise bringt da ein Telefonbuch als Unterlage etwas. Wenn Du Stein-, Fliesen- oder Holzfußboden hast, so sollten die Boxen grundsätzlich weg vom Boden. Sie neigen bei solchen Böden zum Dröhnen. Abhilfe könnte probeweise das Aufstellen auf Stühle sein, um das Klangbild bewerten zu können. Dann kann man sich ja immer noch mal was bauen...

Rollenden und weichen Tiefbaß erzeugst Du, wenn Du deine Boxen im 45 Grad-Winkel vor eine Zimmerecke stellst. Damit läßt sich die Baßwiedergabe bei geringer Lautstärke verbessern und gleichzeitig die Belastung der Nachbarräume verringern. Eine gleichmäßige aber geringe Hörentfernung zu den Boxen kann die erforderliche Lautstärke im Raum für ein trotzdem ansprechendes Hörerlebnis verringern. Aufstellung auf Ständern oder Anbringung an der Wand - jeweils in Ohrhöhe und mit etwas, aber nicht zuviel Abstand zum Zuhörer wäre probierenswert. Wichtig: Die Technik darf dann aber selbst bei leisen Musikpassagen kein wahrnehmbares Eigenrauschen haben!

Erich, ein wahrer Musikliebhaber hat auch gute Kopfhörer! Barbarisch laut hörbar und trotzdem sehr angenehm feinzeichnend kann ich die seit Jahren unverändert gebauten Sennheiser HD-25 empfehlen. Trotzdem immer probehören! Ein gut gemeinter Warnhinweis dazu: Die HD-25 eignen sich ausgezeichnet, um sich damit die Ohren kaputt zu machen! Sie sind wirklich mit einem entsprechend lauten Kopfhörerausgang verzerrungsfrei mit bereits gesundheitsschädigender Lautstärke spielbar. Und sie klingen dabei immer noch sauber, fundamental und brilliant. Ich habe sie selbst, liebe ihr Klangbild und muß verdammt auf meine Ohren aufpassen...

von PowerAM - am 12.01.2007 04:02
Danke für die Tipps! :)

Die gute Nachricht zuerst: Im WZ über meinem ist "gut" laute Musik zwar wahrnehmbar, aber für meine Begriffe nicht störend, wenn z.B der Fernseher läuft. Verwundert war ich, dass selbst der Bass nicht dröhnte, obwohl ich eigens Tiefbassiges von Art Of Noise aussuchte. Hatte etwas von einem Küchenradio im Nebenzimmer...

Und die Schlechte: Das Holztreppenhaus ist der reinste Schalltrichter!! Hinter der Flurtür im Stock über mir herrschte "Zimmerlautstärke", der Schall wandert also durch meine Wohnungstür 360° treppauf, dringt durch die nächste Wohnungstür und ist immer noch lauter als der Direktschall durch die Decke.

@bonnfritz: Den Tipp mit dem "Schwellenbrettchen" vor dem Türspalt werde ich ausprobieren. Mal sehen, was ich als Dichtprofil in Baumärkten finde. Gibt's Filzstreifen als Meterware? Oder ist das zu unelastisch und drückt sich mit der Zeit platt?

@Power AM:
Zitat

Die Tür kannst Du mit Filz dämmen und danach mit (Kunst-) Leder beziehen.

Hm, solche abgesteppten Türen kenn ich von unserem Landzahnarzt früher. :D Da kam kein Schrei ins angrenzende Wartezimmer. Ist aber Arbeit...

Zitat

Holzfußboden ... Boxen grundsätzlich weg vom Boden. Sie neigen bei solchen Böden zum Dröhnen. Abhilfe könnte probeweise das Aufstellen auf Stühle sein, um das Klangbild bewerten zu können.

Ist Kellerwohnung ohne Türen mit Laminat. Die Bassentfaltung finde ich im Vergleich zu Teppichboden früher angenehmer. Dumm nur wenn bei Resonanzen irgendetwas mitvibriert. Z.Z. sind die Glühwendeln der Deckenleuchten das größte Problem, weil die an den Raumhöhe mindernden Resopalplatten bei bestimmten Tieffrequenzen ins Schwingen geraten und leicht flackern (bzw. pitsch! machen) Das mit den Stühlen geht bauartbedingt nicht (20 x 20 x 190 cm). Große Grundplatte mit Spikes wären da, halte ich aber nach dem Test heute nicht mehr für notwändig.

Zitat

Die HD-25 eignen sich ausgezeichnet, um sich damit die Ohren kaputt zu machen!

Kenn ich von meinen früheren Radiokollegen, das Ding. Ist ein DJ-Klassiker. Da hatte ich aber schon einen AKG500, der zwar nicht den Punch untenrum hat, aber trotzdem gut klingt. Er ist nur im Notfall mein Freund, denn ich liebe es, wenn der Klang im Raum greifbar "steht", ich mich frei bewegen kann. So ein Baucherlebnis kann mir kein Kopfhörer bringen, es sei denn, es geht um ganz analytische Geschichten.

von Erich Hoinicke - am 12.01.2007 16:40
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