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Robert S., Alqaszar, ANDREAS R-|-DJ, PowerAM, PeterSchwarz, HAL9000, Channel Master, AlanTrebber, Mathias Volta, androida

Good bye MÄRKLIN

Startbeitrag von Robert S. am 14.01.2007 18:10

Diese Woche hat der Konzern aus Göppingen die Schließung seines Werkes in Sonneberg bekannt gegeben,das bedeutet den Verlust von über 200 Arbeitsplätzen in der Region,es soll angeblich keine Alternativen gebn.
Das Werk soll zugunsten eines Standortes in Ungarn geschlossen werden,da dort günstiger produziert werden kann.
Tja nach 14 Jahren ist nun Schluß mit Märklin hier.
Es ist auch schade da die nach der Wende das Werk nagelneu aus dem Boden gestampft haben,bin vorhin mal vorbei gefahren,die Fahnen wehen auf Halbmast und sind mit schwarzen Bändern geschmückt,sieht schon beklemmend aus.
So kann man nur hoffen das es irgendwie ne Einigung gebn wird oder so.
Ich könnt mir vorstellen das PIKO da vielleicht ein paar Leute übernimmt oder gar auch den Standort....

Antworten:

Also bald nur noch eine Handelsmarke für in China hergestelltes maßstabgerechtes Eisenbahnspielzeug...

von PowerAM - am 14.01.2007 20:16
Bin zwar ein Freund der EU und der europäischen Einigung generell [inkl. Völkerverständigung, Zusammenarbeit, Zusammenhalt + gegenseitige Unterstützung usw.], aber was den Verlust von deutschen Arbeitsplätzen insbesondere in unseren neuen Bundesländern zugunsten der EU-Osterweiterung angeht bin ich zuerst Deutscher und dann erst Europäer. :mad:

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 14.01.2007 20:18
Zitat
PowerAM
Also bald nur noch eine Handelsmarke für in China hergestelltes maßstabgerechtes Eisenbahnspielzeug...


Klasse, noch eine Firma, die für deutsches Qualitätsspielzeug steht, die ins Ausland abwandert...

Die Firma Steiff produziert einige Stofftierchen auch schon seit ein paar Jahren in CHINA :eek:
Ich bin selber großer Sammler und Mitglied im Steiff-Club, und wir sind alle von der nachlassenden Qualität enttäuscht.
Steiff sagt zwar, daß sie gute Qualität auch für den kleinen Geldbeutel liefern wollen. Diese Tiere sollen eher zum Spielen für Kinder sein. So sehen diese Tiere auch aus.
Nun kommt aber der Hammer: Da ich auch limierte Tiere und Sonderanfertigungen z.B. für Firmen sammle, habe ich mir letzten Sommer das Sabienchen, eine Biene, produziert für Langnese gekauft für einen stolzen Preis, da dieses Tier auch limitiert bzw. Sonderanfertigung war. Es heißt, solche Sachen werden nach wie vor in Deutschland produziert. Da ich es im Internet erstanden habe, war mir nicht ersichtlich, daß es sich ebenfalls um eine China-Produktion handelte. So fällt die Qualität auch aus, da solche Limitierungen meist aus Mohair und nicht aus Plüsch gefertigt sind.

Ich denke, damit tut sich die Firma Steiff und auch Märklin usw. keinen wirklichen Gefallen zumal ihr Image leidet.

Trotzdem Euch noch einen schönen Sonntag!

Daniela

von androida - am 14.01.2007 20:31
tja also ich find das auch sehr traurig für die Mitarbeiter im Sonneberger Werk. Hoffentlich besteht für die meisten noch eine Perspektive. Allerdings ist die Arbeitslosigkeit hier in der Region ja leider ziemlich hoch.

Es ist schon so, dass der Modellbausektor in den letzten Jahren sehr stark geschrumpft ist und dies kann natürlich nicht spurlos an den Modellbaufirmen vorbeigehen. Aber die Verlagerung ins Ausland ist sicherlich der falsche Schritt, denn damit macht sich das Unternehmen selbst kaputt, da den billigen Schrott ja keiner mehr kauft. Man hätte vielmehr auf die eigene Qualität setzen sollen, dann wären einem wenigstens die Stammkunden treu geblieben.

Schuld sind bei solchen Fällen fast immer die ausländischen "Heuschrecken"-Investoren. Denn bei den deutschen Unternehmern sollte es sich spätestens seit BenQ Mobile herumgesprochen haben, dass das deutsche Volk durchaus in der Lage ist, in Folge von starkem Jobabbau und ähnlichem seine Marktmacht gezielt gegen die betreffenden Unternehmen auszuüben. Den Heuschrecken ist das wiederum völlig egal, solange sie selbst am ende ein dickes + bei der ganzen Geschichte machen. Und das ist die eigentliche Sauerei, der ein Riegel vorgeschoben gehört.

von ANDREAS R-|-DJ - am 14.01.2007 21:09
Was habt ihr alle gegen die Ungarn und die Chinesen? Gönnt ihr denen ihre mies bezahlten Jobs ohne soziale Absicherung nicht?

Und was bitte sind "deutsche" Arbeitsplätze? Mensch, ihr müsst mal global denken! Ist doch logisch, dass der Investor dorthin geht, wo die Arbeit am billigsten ist. Dafür fürft ihr doch durch die billigen Preise profitieren! Geiz ist geil!

Es lebe der Kapitalismus! Nieder mit den alten Hüten wie "soziale Gerechtigkeit" und "Umverteilung". Das ist DDR! Das ist böse! Heutzutage muss man eben damit leben, wenn soziale Standards abgebaut werdenund staatliche Leistungen gekürzt. Immer diese Jammerei!

Persönlich nehme ich die Kapitalisten ja beim Wort. Daher kaufe ich meine Musik auch nur bei allofmp3.com ein, die ja in Russland eine Lücke im dortigen Urheberrecht nutzen,eine linke Mehrheit ins EU-Parlame um die Musik billigst zu verkaufen. Also wie Steiff nach China geht, weil da die 16jährigen Chinesinnen 80 Stunde die Woche schuften, ohne dass die Firma gleich diese teuren Atemschutzmasken (12 Cent das Stück!) bezahlen muss, mit dem der giftige Kunstfaserstaub vond en Lungenbläschen ferngehalten wird.

Demnächst werde ich meine dritten Nebenjob annehmen, damit ich die hohen Steuern und Sozialabgaben zahlen kann. Die braucht der Staat, damit er den armen Herrn Müllermilch die Subventionen geben kann, die er so dringen braucht.

Am wichtigsten aber ist -- und das darf auf keine Fall vergessen werden:

Es muss immer auf Europa geschimpft werden!!!

Denn solange diese linken Deppen alle glauben, die alten Nationalstaaten könnten der Globalisierung einen Riegel vorschieben, ist alles geritzt! Keine Gefahr für tüchtige Finanzinvestoren!

Wenn die Trottel wüssten, dass die EU auch ein Bollwerk gegen die Globalisierung sein könnte -- die kämen glatt auf die Idee und würden genau das fordern. Aber zum Glück gibt es ja die Politiker in den Hauptstädten, die dem internationalen Kapital brav gehorchen und verhindern, dass die machtlos gewordenen Nationalstaaten von einer effektiven, europäischen Regierung in die Schranken gewiesen werden und den Konzernen tatsächlich echte Regeln diktiert würden!

Nicht auszudenken, was das für die Vorstandsgehälter und Aktiendividenden bedeuten würde...


von Alqaszar - am 17.01.2007 02:00
Bei aller Kritik: Immer weniger Kunden interessieren sich für eine Modelleisenbahn, immer weniger Kunden sind auch bereit für eine Spielzeuglokomotive 300,00 EUR zu zahlen. Diese Entwicklung brachte Märklin im vorvergangenen Jahr an den Rand der Pleite. Ohne den Einstieg der Private Equity-Firma gäbe es Märklin heute schon nicht mehr - an keinem Standort!

Dieses sollte bei bei Beschreibung der bedauernswerten Schließung der Produktion in Sonneberg berücksichtigt werden. Hoffentlich findet sich in Sonnenberg eine Lösung für die Mitarbeiter.




von AlanTrebber - am 17.01.2007 10:30
Die Lösung ist klar und heißt: Betriebsbedingte Kündigung...

von PowerAM - am 17.01.2007 10:44
Zitat

Demnächst werde ich meine dritten Nebenjob annehmen, damit ich die hohen Steuern und Sozialabgaben zahlen kann


Ach deswegen kommst Du auch immer erst nachts zum posten. Fährst Du noch Taxi nebenbei?

von Channel Master - am 17.01.2007 11:47
Ich poste hier ins Forum, wenn ich mit der Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Tag ferig bin. Heute ist eine Ausnahme, da ich (nicht mein Computer) wohl einen Virus eingefangen habe...

von Alqaszar - am 17.01.2007 13:16
@ alantreber:mag sein,warum schreibt aber PIKO jedes Jahr neue Rekorde beim Verkauf von Modellbahnartikeln ?
Kann also nicht an dem Hobby liegen sondern dann an Mismanagement...

von Robert S. - am 17.01.2007 18:20
Modelleisenbahnen und Zubehör ist mittlerweile wirklich kaum mehr bezahlbar. Da gibts nur eine Lösung, die funktionieren wird (geb ich Garantie drauf als Berater):
Eine kleine Firma aufmachen, die Märklin-Mitarbeiter übernehmen und auf altem Qualitätsniveau produzieren. Kleine Firma - schlanke Verwaltung - keine Abzocke durch Ungeziefer - realistische Preise.
So funktioniert Wirtschaft! Zukunft hat eben nur das kleine, mittelständische Unternehmen. Die Zeiten der Großkonzerne sind vorbei. Schade, daß die das noch nicht merken und sich nicht zurückziehen. Wird aber noch kommen. Umso länger das so geht, umso größer wird der Katzenjammer sein.
Wenns gar nicht freiwillig geht, muss halt die Revolution her!


von PeterSchwarz - am 17.01.2007 19:37
@ Peter:gute Idee,ich bin aber eher dafür das PIKO den Laden übernimmt :hot:

von Robert S. - am 17.01.2007 19:38
Schade um Märklin, wirklich. Und vor allem um die Arbeitsplätze. Aber diese Scheiss EU- Osterweiterung kostet auch unsere Arbeitsplätze im Westen...

Und zu den Preisen: Die sind wirklich mehr als astronomisch. Ich hab noch nen originalen Trix- katalog von anno ´74 (Spur N, auch bekannt unter Minitrix). Da kostete ein kompletter Zug inkl. Diesellok, Beleuchtung und 5 Anhänger grad mal DM 69,-
Heute bekommt man dafür vielleicht noch ein grösseres Häuschen... für gutes rollendes Material braucht man unter 100 Euro bald gar nicht mehr in den Laden zu gehen... leider...

von HAL9000 - am 18.01.2007 10:02
Aus der heutigen Neuen Presse:

Zitat


Der Sonneberger Modellbahn-Hersteller Piko dementierte unterdessen, dass er eine Übernahme des Märklin-Werks erwäge.


Angeblich gibt es auch noch andere Investoren, die sich für die Produktionsstätte in Sonneberg interessieren, es ist aber noch nichts konkretes dazu an die Öffentlichkeit gekommen. Unklar ist auch, ob die 220 Arbeitsplätze durch diese Investoren gesichert werden können.

Gestern hatten ca. 190 Beschäftigte gegen die Werksschließung demonstriert.

von ANDREAS R-|-DJ - am 18.01.2007 17:27
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