Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
37
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren
Beteiligte Autoren:
mor_, Rosti 2.0, PeterSchwarz, WellenJäger, Bolivar diGriz, UM74, zerobase now, htw89, dxbruelhart, Chief Wiggum, ... und 10 weitere

"Die Welt spricht Englisch und Baden Französisch"

Startbeitrag von UM74 am 26.04.2007 18:07

Es ist beschlossene Sache an Ba.Wü.-Schulen entlang der Rheinschiene Französisch als 1.Fremdsprache einzuführen.Was haltet Ihr davon ? Der Autor dieses Artikels ist gelinde gesagt nicht so angetan von dieser Idee der ehem Ba-Wü.Kultusministerin A.Schavan.Irgendwie hat er in einigen Punkten nicht so unrecht,finde ich.Etwas Profilierungssucht seitens A.Schavan kann ich da schon rauslesen.

Antworten:

Ich halte nicht sehr viel davon. Ich als letzter Schüler des G9 Zugs in Baden-Württemberg bin mit der jetztigen Verteilung eigentlich ganz zufrieden. Hier sieht's so aus:

Zug 1

Klasse 5: Englisch (Hauptfach)
Klasse 7: Französisch (Hauptfach)
Klasse 9: entweder Russisch oder vermehrt unterricht in Naturwissenschaften
(Russisch Hauptfach ab der KL. 9, Physik für die Natur ab KL 11)

Zuf 2

Klasse 5: Englisch und Latein
Klasse 7: Französisch
Klasse 9: entweder Russisch oder vermehrt unterricht in Naturwissenschaften
(Russisch Hauptfach ab der KL. 9, Physik für die Natur ab KL 11)

So bin ich eigentlich zuerst für Englisch dann erst Französisch. Alleine schon bei einem Umzug aus Baden nach Württemberg

von Reutlinger - am 26.04.2007 18:37
Nicht nur der Autor des og Artikel ist gegen die Priorität des "Franzözischen" in Baden-
sondern auch massiv die Elternverbände und das schon seit längerem... Es sprechen halt massive Gründe gegen Französisch als Erstsprache..

Zitat

Alleine schon bei einem Umzug aus Baden nach Württemberg
:sneg:
da ist Französisch sicher nicht das Hauptproblem ;)

von mor_ - am 26.04.2007 18:55
Ich frage mich, warum es unbedingt eine erste und eine zweite Fremdsprache braucht. Man könnte doch sowohl mit englisch, als auch mir französisch beginnen, natürlich bei gleichbleibender Gesamtsprachstundenzahl. Irgendwann später könnte man dann meinetwegen in einer höheren Klassenstufe eine der Sprachen abwählen (und eine dritte Sprache oder ein anderes dazunehmen).

von Natrium - am 26.04.2007 19:00
Auf einigen Gymnasien hier in Hessen kann man bereits seit einiger Zeit Französisch als 1. Fremdsprache wählen. Allerdings sind dies oft auch nur 1 oder 2 Schulen pro Kreis, und wenn man in die Verlegenheit kommt, die Schule zu wechseln, hat man dann ein kleines Problem ;)

von Hagbard Celine - am 26.04.2007 19:00
Zitat

Ich frage mich, warum es unbedingt eine erste und eine zweite Fremdsprache braucht. Man könnte doch sowohl mit englisch, als auch mir französisch beginnen, natürlich bei gleichbleibender Gesamtsprachstundenzahl. Irgendwann später könnte man dann meinetwegen in einer höheren Klassenstufe eine der Sprachen abwählen (und eine dritte Sprache oder ein anderes dazunehmen).


Volle Zustimmung! Ich hatte ab der 5. schon zwei Fremdsprachen, Latein und Englisch, und eigentlich fand kaum einer die Belastung zu groß. Aber jetzt mit G8 dürfte das schon wieder anders aussehen, wenn ich so bedenke was die schon in der Unterstufe alles lernen müssen, was wir erst viel später dran hatten...

von Onabi - am 26.04.2007 19:08
Zitat

ch frage mich, warum es unbedingt eine erste ..Man könnte doch sowohl mit englisch, als auch mir französisch beginnen...

Soweit mir bekannt wird bei "mir" in der Heimatgemeinde (Nordbaden) im Kindergarten 2h/Woche englisch angeboten (kostenpflichtig (37¤ Semester) für Eltern) In der Grundschule (K1-4) ist m.w. ebenfalls Englisch obliatorisch. .... Ich bin deswegen skeptisch ob dann in Sekundatstufe I französisch so zieht....


Aber wie gesagt ich bin voreingenommen- es grämt mich immer noch das ich es aus finanziellen Gründen nicht für 1-2 Semester nach UK oder CDN geschafft habe


von mor_ - am 26.04.2007 19:59
Ich wünschte ich hätte damals im Gymnasium anstelle von Französich den Kurs meiner Sprache Italienisch wählen können, da ich es nicht so gut kann.
4 Sprachen parallel waren mir aber zuviel :(

von Nordi - am 26.04.2007 20:43
Wir konnten schon anno 1985 zwischen Englisch und Franz als 1. Fremdsprache wählen, und das im tiefsten Württemberg! 1987 kam dann die jeweils andere dazu und in der 9. hatte man die Qual der Wahl zw. Latein und Physik als Hauptfach (naturwissenschaftl. oder neusprachl. Zug)
An altsprachl. Gymnasien sieht es ja noch ganz anders aus.

Franz als 1. Sprache hat auch Vorteile: Man bekommt das systematische Lernen beigebracht. Englisch hat die Tücke, daß es am Anfang trügerisch einfach ist. Man kennt viele Begriffe schon, und wenn es aus Popsongs oder den Medien ist, die Grundgrammatik ist einfach und man kann viel durch Zufall und aus Gefühl richtig machen (da kommt die Sprachverwandschaft der german. Sprachen halt zugute). Bei Französisch muß man dagegen vom ersten Tag an komplett umdenken und absolut systematisch vorgehen. Die Grammatik ist kompliziert, aber kompromißlos nach Schema aufgebaut...da gibt es wenig Ausnahmeregelungen.
Ich war mit Englisch am Anfang noch auf der sicheren Seite, hatte zwar keine Super-Noten, kam aber so durch. Und in der 7ten bei Franz bin ich dann richtig auf die Schnauze gefallen und hab prompt geparkt!
Die Franz-Anfänger taten sich mit Englisch als Zweitfremdsprache wesentlich leichter als wir umgekehrt.


von PeterSchwarz - am 26.04.2007 21:33
Auch bei uns in Rheinland-Pfalz ist Französisch als 1. Fremdsprache nicht unüblich. In Trier gibt es sogar ein Gymnasium, wo Du nebem dem deutschen auch das französische Abitur ablegen kannst.

von WellenJäger - am 26.04.2007 21:35
Ob es sinvoll ist in gesamt BW französisch zu lernen ist eine andere Frage. Grundsätzlich würde ich aber bei allen Schulen die etwas bis 50 KM an einer Grenze liegen, diese Sprache als Pflichtfach einführen. Hier am Niederrhein ist es auch änlich, da lernen die Kiddies französisch, italienisch oder auch spanisch, aber fährt mal einer über die Grenze ist direkt hängen im Schacht. Völlig unverständlich sowas.

von zerobase now - am 27.04.2007 06:29
@Peter:
Ja du bringst das ziemlich sicher auf den Punkt genau so ist das!

Mein altes Erfurter Gymi hat sich damals übrigens gerühmt als Sprachgymnasium auch Französishe ab der 5ten anzubieten (und Spanisch als dritte). In der Grundschule gab es auch bereits zusätzliche Englischkurse, wenn man denn wollte (ich nicht :D )

Die Idee mit Französisch ab der 5ten in Baden ist doch aber nicht neu. Der Beschluss wurde meines Wissens doch schon vor Jahren gefasst! Ich persöhnlich finde die Idee gut.

von Rosti 2.0 - am 27.04.2007 06:36
Zitat

Ich persöhnlich finde die Idee gut.

Wenn denn Wahlfreiheit wäre, würde ich persönlich die Idee nicht verteufeln. So hat die Umsetzung nur den bittren Nachgeschmack eines Kuhhandels auf Kosten Dritter.

von mor_ - am 27.04.2007 08:17
In Herzoegnrath und Kerkrade lernen die Kinder in der Grundschule bereits die Nachbarsprache. Das Projekt nennt sich Eurobabel

Man kann eigentlich die Bedeutung der Fremdsprachen nicht überschätzen, ich hab da selbst viel Defizite.


von PeterSchwarz - am 27.04.2007 08:28
Zitat

In Herzoegnrath und Kerkrade lernen die Kinder in der Grundschule bereits die Nachbarsprache. Das Projekt nennt sich Eurobabel

Man kann eigentlich die Bedeutung der Fremdsprachen nicht überschätzen, ich hab da selbst viel Defizite.

Richtig man sollte Frendsprachenkompetenz nicht unterschätzen. Und das Kerkrader Projekt ist sicher bei der intensiven Verflechtung im Grossraum Aachen sehr wichtig.
Nur "hier" (Nordbaden bei Heidelberg) lernen m.W. die Kinder in Kindergarten (freiwillige Leistung) und Grundschule (K1-4) Englisch um dann in der Sekundarstufe I (K5) auf Französisch umzustellen und dann erst in der K7 wieder mit Englisch weiterzufahren ???....
Wenn das ganze freiwillig geschieht ok!!!. Nur jemand der seit dem Kindergarten sich eine englische Sprachkompetenz erarbeitet hat soll die Chance haben diese auch in K5-6 weiter auszubauen...

Der ganze Badenplan ist doch von Teufel/Schavan ausgehandelt worden um dem elsässischen Regionalrat gegenüber Paris mehr Argumente zugeben im Elsass deutschen Sprachunterricht einzuführen. Deswegen ein Kuhhandel auf Kosten Dritter.

In meinem beruflichen Umfeld erlebe ich jeden Tag das eine "verhandlungsichere" englische Sprachkompetenz einfach wichtiger als Französisch ist. Und wie gesagt - obwohl sicher nicht übermässig fremdsprachen begabt - könnte ich mich ohrfeigen das ich es aus finanziellen Gründen nicht gewagt habe 1-2 Smester in UK zu verbringen...

Zitat

Die Idee mit Französisch ab der 5ten in Baden ist doch aber nicht neu. Der Beschluss wurde meines Wissens doch schon vor Jahren gefasst!

Die Proteste dagegen laufen ja schon seit Jahren....


von mor_ - am 27.04.2007 08:52
Immer dieses Gemecker ;) ja wer sagt denn, dass man nicht auch in der Grundschule bereits mit Französisch anfangen könnte? Wie Peter schon richtig schrieb, fand auch ich das erlernen der englischen Sprache weitaus einfacher, als das der französischen. Da reicht es meines Erachtens auch noch ab K7 aus. Andersrum ist bei mir leider so gut wie gar nichts von Französisch ab K7 hängen geblieben. Meine 2 Jahre Spanisch waren erfolgreicher und ich kann mich heute noch mit einem Grundwortschatz verständlich machen, nicht so im Französischen was ich viel länger hatte!!!

Zudem kommt hinzu das gerade im gehobenen englischen Wortschatz viele Anlehnungen oder gar Übernahmen dem Französischen entstammen! Das eigne ich mir jetzt mühsam in Eigenarbeit an. Und mein Ziel ist es auch Französisch fliesend sprechen und verstehen zu lernen, diesmal auf privater ungezwungener Basis. Auch im Bankenwesen ist Französisch nicht unbedeutend.

Und wenn das ganze eine grenzüberschreitende Verhandlungsbasis für den Sprachunterricht im Elsass bietet, na um so besser! Wenn ich heute über die Grenze gehe, spricht 1 Meter hinter der Grenze kaum jemand Deutsch, andersrum ist das genauso. Trotzdem kommen viele Franzosen in Karlsruhe einkaufen und andersrum gehen viele Deutsche im Elsass tanken oder auch einkaufen (was ich in Lauterbourg am Champion für Nummernschilder teils sehe... das reicht bis nach Hessen, wohlgemerkt Privatfahrzeuge, keine fremdangemeldeten Firmenwagen!)
Auch in den Nachtclubs von Karlsruhe und Umgebung hört man es teilweise französisch "babbeln" (im Elsass ist die nächste größere Stadt mit Weggehmöglichkeiten Straßburg)

Ich finde diesen Grenztourismus schön und kann das Projekt von meiner Seite nur unterstützen!

von Rosti 2.0 - am 27.04.2007 09:46
Zitat

Und wenn das ganze eine grenzüberschreitende Verhandlungsbasis für den Sprachunterricht im Elsass bietet, na um so besser!

Um es klar zustellen ich bin nicht für Abgrenzung und begrüsse den grenzüberschreitenden Verkehr und die Möglichkeit der Verständigung auf beiden Seiten in beiden Sprachen.
Nur muss die Sprachwahl auf freiwillger Basis geschehen und kann nicht per Verwaltungdekret verordnet werden.
Deine Bedeutungseinschätzung des Französischen im Allgemeinen und Besonderen (Elsass) teile ich nur bedingt.
ICh würde es sinnvoller halten pro Landkreis zwei / drei Schulen als zweisprachig auszuweisen udn dort den Schülern die es freiwillig gewählt haben die Option eines AbiBAC zu ermöglichen.

Zu dem Punkt "Deutschunterricht im Elsass" muss man hinzufügen dass das Ziel war einen fakultativer Sprachunterricht in Deutsch (Fokus auf den elsässischen Dialekt) in allen staatlichen Schulen an zubieten. Nicht als Pflichtfach. Div elsässiche Verbände haben sich seit den 70ern durch die Instanzen bis nach Luxemburg durchgeklagt , jedesmal gewonnen und Paris hatte bis vor kurzem nicht gehandelt rsp. die entsprechenden Etatposten nicht bewilligt (- das Schulwesen ist ja seit einigen Jahren in Verantwortung des Regionalrates - der Etat dazu nicht ).
Erst 2000 wurde diese " “Vereinbarung über die regionale Fremdsprachenpolitik im Bildungssystem
des Elsaß (2000-2006)" Unterzeichnet, die ich im Kuhhandel meinte.
Interessant ist folgendes man beachte die Worte "wählen, Können, empfehlen"... :)
Zitat

Beschreibung der Maßnahmen:
In den Grundschulen sieht die Vereinbarung von 2000 das Erlernen der deutschen Sprache ab dem Kindergarten vor, insbesondere für die Schüler, die den paritätischen oder “zweisprachigen” Zweig wählen. Die Familien haben zwei Möglichkeiten: den “extensiven Zweig”, im Prinzip mit drei
Deutschstunden pro Woche oder den paritätischen Zweig. Insgesamt lernen 95 % der Schüler Deutsch, davon fast 7 % im “zweisprachigen” Zweig.
Im Collège wird den Schülern empfohlen, Deutsch beizubehalten. Sie können ab der Sixième (5. Klasse) Englisch hinzu nehmen. Für diese “classes bilangues”(Deutsch + Englisch ) entschieden sich zu Beginn des Schuljahrs 2005 29,4 % der Schüler. Natürlich können die Schüler den “zweisprachigen” Zweig am Collège mit zehn Wochenstunden auf Deutsch fortsetzen (2 % der Schüler ) und Englisch hinzu wählen. Manche Schüler entscheiden sich,
ausschließlich mit Deutsch weiterzumachen und fangen mit der 2. Fremdsprache erst in der Quatrième an ( 28,6 %); andere geben Deutsch auf und wählen Englisch ( 41 %).



Hintergrund Info aus franz "amtlicher" Sicht :
http://www.ac-strasbourg.fr/sections/lacademie/actualites/contenu/val/mehr_wissen/copy_of_recontre_des_recteur/downloadFile/attachedFile_2/Depliant_4_pages_A3_allemand_020506.pdf?nocache=1147856349.22
aus nicht-amtlicher Sicht (Elsass)
http://www.elsass-frei.com/heimat/modules/tinycontent/index.php?id=15
http://www.elsass-frei.com/heimat/modules/tinycontent/index.php?id=19






von mor_ - am 27.04.2007 11:58
Habe den Thread jetzt erst entdeckt, da ich am besagtem WE nicht im Netz war:

Bezüglich unserer Minderheiten:

Weiß zufällig jemand von euch, wie das mit Sorbisch gehandhabt wird?
(Friesisch und Dänisch wird ja an einigen Schulen in S.H. zumindest gefördert, wenn ich mich nicht verhört habe.)

Und wie sieht das entlang der entsprechenden Grenzen mit Tschechisch und Polnisch aus?

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 08.05.2007 19:50
Die Welt spricht Englisch? Da fällt mir doch noch eine Konversation aus Klasse 7 mit meinem Englischlehrer ein nach einer sehr schlechten Klausurnote

Klein-Peter: "Ach ich weiß echt nicht, warum ich dieses beschissene Englisch lernen muß
R. Saalfeld: "Peter! Die halbe Welt spricht doch Englisch!"
Klein-Peter: "Und, das reicht doch wohl, oder?!"


von PeterSchwarz - am 08.05.2007 20:11
Stimmt trifft sich gut ;)

Ich wollte nicht extra nen Thread dazu aufmachen. Mir fällt nur die mittlerweile grenzüberschreitende Werbung auf! Dieser Tage wurde hier im Ort ein Werbeplakat für ein Motocross-Rennen in Mothern im Elsass aufgehängt und auch die Eukalyptus (Anzeigenzeitung) liegt im Champion in Lauterburg aus. Finde ich ganz interessant die Entwicklung.

von Rosti 2.0 - am 08.05.2007 20:11
Zitat

Mothern im Elsass aufgehängt und auch die Eukalyptus (Anzeigenzeitung) liegt im Champion in Lauterburg aus.

Die Frage ist zielt man auf die indigene Bevölkerung oder die badischen Häuslebauer und Dt Aussiedler die nachKarlsruhe/Wörth pendeln die im Nordelsass ihr Haus um ein 1/3 des dt Preises gebaut haben ?
In den Nordcantonen ist diese Gruppe recht beachtlich.


von mor_ - am 08.05.2007 21:37
Wir bekommen mittlerweile auch den Wochenwerbeflyer vom SuperU in unseren Briefkasten.Das ist der Gleiche, der auch im Elsass verteilt wird.

von Handydoctor - am 09.05.2007 07:26
Zitat
mor_
Zitat

Mothern im Elsass aufgehängt und auch die Eukalyptus (Anzeigenzeitung) liegt im Champion in Lauterburg aus.

Die Frage ist zielt man auf die indigene Bevölkerung oder die badischen Häuslebauer und Dt Aussiedler die nachKarlsruhe/Wörth pendeln die im Nordelsass ihr Haus um ein 1/3 des dt Preises gebaut haben ?
In den Nordcantonen ist diese Gruppe recht beachtlich.

Das ist richtig, die Neubausiedlungen sieht man sehr schön v.a. auch in Lauterbourg. Kein strenger TÜV etc. pepe und ich glaube Lohnsteuermäßig ist es auch günstiger... Mothern allerdings ist ein kleines "Kaff" im Elsass (wenn ich das mal so sagen darf), ich bin da öfter weil es da eine kleine Bar gibt... "deutsch verseucht" ist es da eher nicht, dort spricht man -wenn überhaupt- elsässisch. Und ich glaube ich habe es auch schon erwähnt, viele Franzosen kommen nach Karlsruhe einkaufen (hört man ja schön raus) und gehen auch in die lokalen Diskotheken. So einseitig ist der Grenzverkehr also nicht, wie du ihn darstellst!

von Rosti 2.0 - am 09.05.2007 17:33
Zitat

So einseitig ist der Grenzverkehr also nicht, wie du ihn darstellst!

Tue ich ja gar nicht. Du solltest auch Wörth und Raststatt u.ä Grossbetriebe im Raum Ka erwähnen.
Das Elsass hat m.W. immer noch einen Auspendler überschuss. Und das aus den Nordkantonen bei einem Zollfreien Einkauf die weitaus nähere, bessere Erreichbare (sowohl Auto als Bahn*) Einkaufsstadt Ka genutzt wird bezweifle ich gar nicht. Früher gabe s ja auch den tanktourismus - aber das ist schon längere Zeit her. ;) rsp. heute umgekehrt.

mor
*sowohl Weissenburg als auchLlauterburg ist mittel VRN und KVV besser in das deutsche Bahnnetz (Stundentakt 6:00-21:00) eingebunden als durch TER Alsace in das französische.

von mor_ - am 09.05.2007 18:10
Meiner Meinung nach stehen wir am Scheidweg in Europa und Deutschland. War Englisch nur eine Modeerscheinung nach dem 2. Weltkrieg so wie Französisch im 18. und 19. Jahrhundert ODER wird Englisch die Weltsprache und alle anderen Sprachen zum Lokalkolorit? Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was mir lieber ist. Auf der einen Seite blutet mir das Herz, wenn der alemannische Bade und der alemannische Elsässer Englisch miteinander reden oder wenn der Rheinländer den Maasländer nur auf Englisch versteht. Auf der anderen Seite: Ich will kein Polnisch oder Dänisch lernen also entweder die Jungs reden Deutsch mit mir oder ich spreche Englisch mit ihnen. Ich werde meinen Kindern jedenfalls frühzeitig Englisch beibringen (lassen). Ich bin aber ein strikter Gegner des Denglischen mit so furchtbaren Sachen wie der "Zurück-Fabrik" (Back-Factory) oder dem "Hähnchenflügel-Marke" (Hotwings Tag). Auf das Idioten-Englisch der Bahn u.a. würde ich gerne verzichten und dafür lieber gepflegte franzöische Begriffe sehen.

von Free Speech - am 09.05.2007 18:49
Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hat heute den "Französischzwang" an Schulen in BW entlang der Rheinschiene gestoppt.

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=2403930/bg39yj/

von UM74 - am 24.07.2007 15:11
Ich wohne an der Grenze zu den Niederlanden, und Niederländisch wird hier in kaum einer Schule angeboten! Inzwischen binich mit einer Holländerin verheiratet und spreche fließend niederländisch. Ich halte das schon für sehr wichtig die Sprache der Nachbarn zu können. Man denke nur an Brüssel, wo 20 % der Jugendlichen arbeitslos sind, weil sie kein niederländisch können, obwohl Brüssel offiziell zweisprachig ist und von Flandern umschlossen wird! In den Niederlanden ist die Arbeitslosigkeit auch nur halb so hoch wie hier. Englisch mag zwar insgesamt wichtiger sein, bringt aber vor Ort weniger direkte Vorteile.

Ich hatte französisch als 3. Fremdsprache, und in der Schule ist fast nichts hängengeblieben. Das habe ich erst viel später privat an der VHS nachgeholt, und gelegentlich sogar beruflich brauchen können.

von Bolivar diGriz - am 25.07.2007 11:57
Zitat

Ich wohne an der Grenze zu den Niederlanden, und Niederländisch wird hier in kaum einer Schule angeboten! Inzwischen binich mit einer Holländerin verheiratet und spreche fließend niederländisch. Ich halte das schon für sehr wichtig die Sprache der Nachbarn zu können.


Mein Reden.

Zitat

Grundsätzlich würde ich aber bei allen Schulen die etwas bis 50 KM an einer Grenze liegen, diese Sprache als Pflichtfach einführen. Hier am Niederrhein ist es auch ähnlich, da lernen die Kiddies französisch, italienisch oder auch spanisch, aber fährt mal einer über die Grenze ist direkt hängen im Schacht. Völlig unverständlich sowas.


Allerdings ist durch das Urteil ja fraglich, ob sowas per Zwang durchgesetzt werden kann.

von zerobase now - am 25.07.2007 12:16
Jedes Kind sollte auch in Deutschland in der obligatorischen Schulzeit mindestens 2 Fremdsprachen richtig gut lernen, sodass eine gute Kommunikation mündlich und schrfitlich in diesen Fremdsprachen möglich sein wird. Wer mittlere Reife (und höher, Abitur z.B.) erreichen will, sollte mindestens 3 Fremdsprachen gut beherrschen (das sollte Pflicht werden).
Da sollte es ja möglich sein, Englisch UND Französisch zu lernen.
Die Sprache, die an die Region angrenzt, solle IMHO auch als Pflichprache auf den Lernplan kommen.

von dxbruelhart - am 25.07.2007 14:19
Jo, wäre nicht mal so unvernünftig. Niederländisch lernen, geil :D ;)

Naja mal im Ernst. Hier ist Englisch immer 1. Fremdsprache. Hab ich dementsprechend schon seit Klasse 5(heute fangen die Kinder ja noch früher damit an). Latein hatte ich auch ein Jahr, aber dann runter vom Gymnasium. Und jetzt hab ich Spanisch. :D

Ich denk mal, mit Englisch und Spanisch kommt man schon recht weit. ;)

von htw89 - am 25.07.2007 15:10
Zitat

Wer mittlere Reife (und höher, Abitur z.B.) erreichen will, sollte mindestens 3 Fremdsprachen gut beherrschen (das sollte Pflicht werden).


Persönliche Meinung dazu : Quatsch ! Wozu brauch man bitte schön 3 Sprachen ?
Dann lieber 2 , aber die richtig vertiefen ! Englisch und dazu noch eine Sprache der eigenen Wahl, z.b. Französisch oder eine andere Sprache eines Nachbarlandes.



von Chief Wiggum - am 25.07.2007 15:17
Ich wohne ja direkt am Rhein, Grenze zu Frankreich, und muss sagen, dass mir mein französisch, dass ich von der 7. bis zur 10. Klasse gelernt habe eigentlich wenig weitergeholfen hat in Frankreich...
Gut, man versteht wesentliche Dinge wie Begrüßungen oder beim Einkaufen Fleisch, Wurst, Käse, aber ansonsten...
Dies war nun auch der Grund warum ich nun mit der Versetzung in die 11. Klasse Französisch als Sprache abgewählt und dafür ein Fach namens "Global Studies" genommen habe. In Global Studies bekommt man Feinheiten der englischen Sprache beigebracht, wie zum Beispiel Umgangssprache, aber auch wie man sich auf Englisch präsentieren kann. Und das, ist finde ich 1000mal wichtiger als "fromage, la vache et l'eau".

von Fischer's Fritz - am 25.07.2007 15:19
Man sollte wenigsten die Schulen zwingen, die jeweilige Nachbarsprache überhaupt anzubieten! Das wäre ein erster Schritt, zumindest hier in der Gegend. Manchen Leuten liegen Sprachen nun mal gar nicht, französisch ist nicht einfach, und nur deswegen jemanden das Abitur zu verweigern ist schon schlecht. Vielleicht sollte man da eher den Zwang zum Latinum bei bestimmten Studien abschaffen (genauer genommen reicht der Zwang bei Theologie und Archäologie...). Ich muss ja auch kein Altgermanisch können, um Englisch zu studieren.

von Bolivar diGriz - am 26.07.2007 05:52
"Altgermanisch" ist leider bei weitem nicht in der Form überliefert wie die damaligen "Weltsprachen" Latein oder Griechisch. Da gibt es mehr zu forschen als zu lernen ;-)


KLEINER EXKURS:
Was die ehemals deutschsprachigen Gebiete innerhalb von Elsass-Lothringen betrifft, so hat Frankreich nach dem 2. Weltkrieg in einem unvergleichlichen Anti-Deutsch-Wahn alles daran gesetzt, die elsässische und lothringische Kultur zu unterdrücken oder böse gesagt zu "vernichten".

Selbst nach dem 1. Weltkrieg, als die Gebiete wieder zu Frankreich kamen, blieb der Deutschunterricht obligatorisch. Alle deutschsprachigen Elsässer und Lothringer mussten also deutsch lernen, obwohl man zu Frankreich gehörte. Ebenso blieb es beim Religionsunterricht. Obwohl man sich von Deutschland distanzierte, wollte man seinen Dialekt und die deutsche Schriftsprache nicht aufgeben. Gleichzeitig war natürlich Französisch ebenso Unterrichtssprache.

Die Situation war ähnlich wie in Luxemburg: Nach außen gab man sich "französisch", Muttersprache war alemannisch oder fränkisch, Zeitungen und Bücher meistens deutsch.

Trotz großer Proteste seitens der Elternschaft und den Regionalpolitikern wurde 1945 der Deutschunterricht verboten. Es wurden Franzosen aus dem Innern angesiedelt, die in hoher Position gesellschaftlichen Druck ausübten. Wer Dialekt sprach, wurde als Nazi und Kolaborateur beschimpft und fertiggemacht. Aber handelte Frankreich nicht mit vergleichbar schrecklichen Methoden wie Nazi-Deutschland?
In den "écoles maternelles" wurden Kinder gewaltsam dazu gezwungen, französisch zu reden. In der Schule war Prügel nicht unüblich, sobald einem Kind ein elsässisches Wort herausrutschte. Eltern wurden unter Druck gesetzt, mit ihren Kindern nur französisch zu reden. Wer nun immer noch Deutschunterricht haben wollte, musste dies schriftlich beantragen. Zum Schrecken Pariser Politiker beantragten dies deutlich mehr als Hälfte der Eltern. Auf dem Land waren 100% nicht unüblich. Versehntlich gelangten einige solcher Antragsformulare auch in französischsprachige Gemeinden Elsass-Lothringens. Auch dort waren es bis zu 90%, die sich für einen Deutschunterricht aussprachen.

Dieses klare Votum verstärkte nur noch die Pariser Protesthaltung und so wurde der gesellschaftliche Druck auf Elässer/Lothringer umso stärker.

Anstatt wie in Luxemburg den Vorteil der Mehrsprachigkeit zu sehen, arbeitete man strikt zu einer sprachlich-kulturelle Assimilation an Frankreich hin.

von WellenJäger - am 26.07.2007 08:09
Ja das merkt man sehr deutlich, du fährst 1m über die Grenze nach Lauterbourg rein und du merkst sofort, dass du in Frankreich bist. Wohlgemerkt der Ort ist durch die Lauter geteilt: Neulauterburg (deutsch), Lauterbourg (französisch). Zweisprachigkeit (an den Schildern)? Fehlanzeige. Und Lauterburg ist noch gut dabei, dadurch dass es eine deutsche Siedlung gibt, die Supermarkttankstelle, sowie der Supermarkt selber sehr auf Deutsche ausgerichtet ist (die davor parkenden Autos sprechen Bände...), ist die Beschriftung manchmal sogar einzig auf deutsch! Alle Bedienungen können auch deutsch, aber man merkt (vor allem bei den jüngeren), dass ist kein Dialekt mehr, das ist Schuldeutsch.

Eine Kuriosität habe ich die letzten Tage auf einer der Fahrten durch das Elsaß (zusammen mit vogelsberger und DXPG) doch gesehen. Der Ort Kettolsheim (nahe Nordheim) trug am Ortseingang ein zweites Schild "Kettelse" (Dialekt!), sowas habe ich bisher nur in der Schweiz oder im autonomen Südtirol beobachten können!

Sehr witzig fand ich auch die erste Tankstelle hinter der Grenze auf deutschem Boden (in Kehl bei Straßburg). Zigarettenwerbung auf französisch, der Tankwart spricht -für meine Begriffe- fliesend französisch und hat hinter der Theke haufenweise Zigaretten liegen (klar die sind in Frankreich teurer)

Was man auch sehr oft beobachten kann (und WellenJägers Worte erklären mir da jetzt so einiges), geht man in ein Restaurant/Kneipe hört man schon noch öfters elsässisch, kommt nur ein Franzose dazu wird sofort umgeschwenkt und französisch gesprochen.

Immerhin gibt es ein paar kleinere Lokalsender (Radio Studio 1, Radio Liberté, Radio Melodie 102,7 etc.) die sehr häufig ein elsässisches Programm fahren. Auf France 3 Alsace läuft kurz vor 19Uhr die Ausgabe "Rund um" (auch im Internet als Stream, aber nur rund 5 Minuten lang!) und Sonntags durfte ich auch schon eine Doku auf elsässisch bestaunen. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade in der jüngeren Bevölkerung kein elsässisch mehr gesprochen wird (allerhöchstens gebrochen deutsch). Was allerdings wirklich sehr auffällt sind die fast an jedem Haus vorhandenen zwei Satelliten-Schüsseln auf 19,2°Ost und 5°West (selbst am Sendehaus des Senders wissembourg). Auch einige "Fernsehrechen" zeigten Richtung Hornisgrinde / Baden-Baden.

Auch Weißenburg / wissembourg (wo wir gestern noch mal kurz waren) kommt mir doch eher pfälzisch vor als elsässisch (das ist rein subjektiv!) McDoof bis 22:30 ( :D ), Aral, LIDL... (ich wolltes nur erwähnt haben :D ich weiß das gibts auch alles in Frankreich :D ), natürlich alles nur auf französisch. Sehr schön fand ich, dass man mitten durch den Wald bis zum Fernsehsender fahren durfte, wo France2, France3 und TF1 auch ohne Antenne gingen ( :D ), hielt man einen Finger an den Antenneneingang des Fernsehers bekam man erstmal ein richtiges Kribbeln im Finger :D
Fuhr man einen Ort weiter -so kams mir vor- war man mitten im tiefsten Elsass:
-kleine verwinkelte Straßen
-sehr farbige Fachwerkhäuser (was ich am Elsass so mag)
-aber der "Honig aus eigener Imkerei" :D
-witzig fand ich auch den zwanghaften Versuch auf eine enge Kreuzung so etwas wie einen Kreisverkehr nachtträglich zu bauen :D

von Rosti 2.0 - am 26.07.2007 09:09
Ich wohne bekanntlich nur 5 Fußminuten von der Grenze zu St-Louis entfernt, dennoch befindet sich nach diesen 5 Minuten eine spürbar andere Welt. Alleine die Mentalität ist eine komplett andere, und wenn ich hinter der Grenze den Fahrer des Regionalbusses nach Mulhouse antreffe, so ist das für diesen vollkommen normal mit Kopfhörern, offener Türe und laut aufgedrehtem Radio NRJ die 1 Stunde nach Mulhouse durchzubrettern. Hier bei mir (3 Bushaltestellen von eben genannter Haltestelle) ein Ding der Undenkbarkeit.

von Wrzlbrnft - am 26.07.2007 10:12
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.