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Haben die Amis keine Diele?

Startbeitrag von Kay B am 27.07.2007 20:45

Die meisten Sitcoms haben eins gemeinsam: Der Aufbau der Wohnung.

Die Wohnung besteht meistens aus einem Raum, der mindestens die Funktionen des Wohnzimmers, des Esszimmers und der Diele vereint. Neben der Couch ist also meist die Haustür und hinter der Couch die Treppe. In manchen Serien bildet dieser Raum sogar eine Einheit mit der Küche.

Ist das bei denen wirklich so? Steht man bei den Amis, wenn man zur Haustür reinkommt, wirklich schon vor der Couch? Ist diese Raumplanung repräsentativ für einen amerikanischen Haushalt oder vereint man in Fernsehserien mehrere Räume gerne, um das ganze übersichtlicher zu machen?

Antworten:

In Ami war ich noch nicht, aber in Belgien hab ich das schon gesehen: Von der Haustür direkt ins Wohnzimmer! Gibt es definitv! Oder direkt in die Küche, das hab ich heut in Verviers gesehen


von PeterSchwarz - am 27.07.2007 22:48
In Italien nicht anders. Haustür auf und gleich aufs Sofa. Bei Privathäusern die Regel, weniger die Wohnblocks, wo es doch ne Art Eingangsbereich gibt.
Dielen gelten als spissig und kleinkariert. Grosse Räume bedeuten Luft und Platz, Offenheit.
So weit so gut.
Mir wäre aber oft lieber, ich hätte eine Diele in meinem Haus. Was macht der nasse und dreckige Hund, wenn wir heimkommen? Einmal schütteln und alles verdrecken und dann einen Sprung aufs Sofa :motz:

von Südtiroler - am 28.07.2007 11:06
Doofe Frage eines halb-Italiener mit Familieteilen in den USA:
Was genau ist eine Diele? :confused: (*rotwerd)

von Nordi - am 28.07.2007 11:53
Zitat
Nordi
Doofe Frage eines halb-Italiener mit Familieteilen in den USA:
Was genau ist eine Diele? :confused: (*rotwerd)


Diele= (Haus)flur! Diele scheint mir eher im nordd.Raum gebräuchlich.

von 88,7 MHz - am 28.07.2007 12:04
Diele = Hausflur, Eingangsflur, Korridor nach der Haustür

von Südtiroler - am 28.07.2007 12:05
Oh aha. Dankschön euch beiden. Wieder was fürs Leben gelernt :)

von Nordi - am 28.07.2007 12:41
Dreckiger Hund: Zu diesem Zweck besitzen amerikanische Einfamilienhäuser ja Garagen. Dort wird sämtliches Gerümpel gelagert, was sonst nirgendwo hinpasst (oft ist auch kein Keller oder richtiger Dachboden vorhanden). Wem es zu viel wird, der entldedigt sich seines Gerümpels eben im Garagenverkauf, also einer Art privaten Flohmarkts.

Das Auto steht im "Driveway", also in der Auffahrt, vor der Garage.

von Alqaszar - am 28.07.2007 13:36
Genau, von der Garage geht dann die einzige Tür ins Haus gleich in die Küche, Gleich neben der Tür noch in der Garage steht obligat der Washer und Dryer. Die Waschmaschine übrigens eine Primitivkonstruktion, die haben keine Trommeln wie in Europa, sondern sind alles Toplader und haben diese senkrechten Spindeln drin, um die Wäsche gehörig zu durchwirbeln oder eher aufzuwickeln und zu zerfleddern.
Ein Keller, Basement, ist viel zu teuer, auch wenn das Haus damit den nächsten Sturm besser überlebte.
Den Estrich, Attic, ist meistens als Zimmer für die Pubertierenden ausgebaut, zu diesen Thema existieren ganze Bibliotheken für den Heimwerker

von Südtiroler - am 28.07.2007 13:54
Ah, also ist Hausflur doch ein gebräuchliches Wort. Bei uns hier auf dem Dorfe sagt man auch Hausflur. Im Technischen Zeichnen habe ich aber gelernt, daß man bei Bauzeichnungen eher "Diele" verwendet.

Sehr interessant, daß man die Häuser tatsächlich so baut, wie's in den Sitcoms dargestellt wird.

So richtig könnte ich mir das halt auch nicht vorstellen, daß man hinter der Haustür quasie schon auf dem Teppich steht.


von Kay B - am 28.07.2007 17:46
Zitat

Genau, von der Garage geht dann die einzige Tür ins Haus gleich in die Küche, Gleich neben der Tür noch in der Garage steht obligat der Washer und Dryer. Die Waschmaschine übrigens eine Primitivkonstruktion, die haben keine Trommeln wie in Europa, sondern sind alles Toplader und haben diese senkrechten Spindeln drin, um die Wäsche gehörig zu durchwirbeln oder eher aufzuwickeln und zu zerfleddern.
Ein Keller, Basement, ist viel zu teuer, auch wenn das Haus damit den nächsten Sturm besser überlebte.
Den Estrich, Attic, ist meistens als Zimmer für die Pubertierenden ausgebaut, zu diesen Thema existieren ganze Bibliotheken für den Heimwerker

:D

Ich habe in meinem leben schon so einige Häuser im Ami Land gesehen. ABer erstaunlich das es doch alles genormter zu sein scheint als sich dachte :)
Genau so ist es Leute. Genauso!

von Nordi - am 28.07.2007 19:58
Zitat
Nordi
Zitat

Genau, von der Garage geht dann die einzige Tür ins Haus gleich in die Küche, Gleich neben der Tür noch in der Garage steht obligat der Washer und Dryer. Die Waschmaschine übrigens eine Primitivkonstruktion, die haben keine Trommeln wie in Europa, sondern sind alles Toplader und haben diese senkrechten Spindeln drin, um die Wäsche gehörig zu durchwirbeln oder eher aufzuwickeln und zu zerfleddern.
Ein Keller, Basement, ist viel zu teuer, auch wenn das Haus damit den nächsten Sturm besser überlebte.
Den Estrich, Attic, ist meistens als Zimmer für die Pubertierenden ausgebaut, zu diesen Thema existieren ganze Bibliotheken für den Heimwerker

:D

Ich habe in meinem leben schon so einige Häuser im Ami Land gesehen. ABer erstaunlich das es doch alles genormter zu sein scheint als sich dachte :)
Genau so ist es Leute. Genauso!


Entschuldigt das Schachtel-Zitat - aber ich möchte das genauso unterstreichen. Ich habe auch schon einige US-Häuser gesehen und da war es genauso. Außer dass manche Jugendliche sich im Basement breit machten, weil der Attic unbenützt oder unausgebaut ist.

Genauso hat JEDES US-Einfamilienhaus den typischen Aufbau:
Erdgeschoß: Wohnzimmer und Küche anschließend, Tür zur Garage, evtl. weitere Räume und Badezimmer
Obergeschoß: Schlafzimmer und noch mind. ein Badezimmer

von DX-Project-Graz - am 28.07.2007 21:04
Genauso wenig wie die Amerikaner in ihren Sitcoms ihren Humor und ihre schauspielerischen Qualitäten beweisen, genauso wenig gibt es dort auch Dielen ;) :D, wobei ich nicht behaupten möchte, dass die Amerikaner überhaupt keinen Humor haben.
Der Grund dafür, dass es keine Dielen gibt, dürften die klimatischen Verhältnisse sein.

In den Niederlanden sieht man sehr häufig, dass Küche und Wohnzimmer einen einzigen Raum bilden. Eine Trennung findet meisten noch durch eine Theke statt. Bei meinen Verwandten sieht’s zumindestens dort so aus.

von Günni74 - am 28.07.2007 21:46
Ja, das ist hier bei uns auch so, im EG gibt es neben dem WC und dem wirklich winzigkleinen Hausflur mit Meterkast an der Seite nur einen großen Raum. Man könnte die Küche natürlich, wenn man wollte, auch abtrennen. Wirklich blöd ist aber, daß die Tür in den Garten im Küchenteil ist, d.h. man schleppt also den Dreck immer dahin, wo man ihn am besten brauchen kann: Direkt in die Nahrungsabteilung.
Auch verrückt sind die großen Fenster, die man aber nicht aufmachen kann. Nur so eine kleine Luke oben geht auf...oder halt die Tür.
Im OG, erreichbar über eine eher Hühnerleiter zu nennende Treppe, liegen dann hinter einem engen Flur die Schlafzimmer und das Bad. Dann gibt es noch den Dachboden, der bei vielen eben auch zum Kinder- oder Hobbyzimmer ausgebaut ist. Unterm Dach hängt in Holland auch die Heizung und da ist auch der reguläre Platz für die Waschmaschine!
Einen Keller gibt es auch hier nicht, die Garage dient als Abstellraum, das Auto haben wirklich die wenigsten darin stehen. Viele benutzen es auch als Werkstatt (also im eigentlichen Sinne des Wortes)

Die holländischen Hütten sind auch sehr standardisiert, es sieht bei den Häusern neueren Datums (also ab den 70er-Jahren) bis auf Nuancen im Grundriß gleich aus. Anders sind die alten Häuser, die ja meist als geschlossene Front zur Straße stehen. Da gibt es zwischen den Hauseingängen noch Hofeingänge, diese führen dann auf einen überdachten Zwischengang zw. den beiden Häusern, hinten ist dann ein Garten, der oft Hofcharakter hat. Im Haus befindet sich unten das Wohnzimmer, die Küche und das Bad. Oft ist hinten zum Garten noch ein Anbau mit Waschküche, manche haben die Küche auch dorthin ausgelagert mit Essplatz und einen Wintergarten drangebaut. Im OG sind die Schlafräume und standardmässig kein Bad (oft aber nachträglich eingebaut)


von PeterSchwarz - am 29.07.2007 00:37
Das die Kinderzimmer in den USA oben sind, hat auch den "Vorteil", das die Tochter sich nicht mal eben mit dem Freund "verkrümeln" können.

Ich kenne auch hier einige Häuser in denen in der Grundetage nur Küche, Wohnzimmer,WC und eben diese sog. "Diehle" für Telefon,Spiegel und Kleiderständer sind.
Allerdings sind Wohnzimmer und Küche mit einer dicken Mauer getrennt.
Für mich ein Unding.
Die beiden gehören zusammen.
Bei Treffen mit meiner Familie wandern im laufe des Tages alle stück für stück in Richtung Küche.
Spätestenst beim Espresso sind alle in der Küche angekommen :)

von Nordi - am 29.07.2007 12:28
Meine Eindrücke US-amerikanischer Wohnkultur sehen etwas anders aus. Erstes Ziel war Boston Mitte der 90er. Die Häuser in der Stadt bzw. im Bereich um das direkte Stadtzentrum herum unterscheiden sich nur gering von deutscher Bauweise ab ca. 1960. Innenliegende Flure haben in der Regel nur Wohnhäuser im gehobenen Preissegment. Das ist oftmals eher Wohneigentum als angemieteter Wohnraum. Selbst für nur kurze Zeit (mindestens 1 - 1,5 Jahre, maximal 3 Jahre) wird eher gekauft als gemietet.

Üblich sind in Wohnhäusern mit Baujahr 1960 - 1990 außenliegende Treppen und Gänge, von denen dann die Wohnungstüren abgehen. Absolut unüblich ist es, diese Gänge für mehr als einen vor der Tür liegenden Fußabtreter zu nutzen. Die Nutzung als Balkon z. B. zum Aufstellen eines Campingstuhls ist nicht gern gesehen und wird nur von Europäern oder Asiaten praktiziert. Letztere stellen gern ihre Wäscheständer dort zum Trocknen auf und lassen gern mal nur 40 - 50 cm Platz als Durchgang. Dauerhaftes Abstellen irgendwelcher Sachen auf diesen Gängen führt zur Abmahnung durch Vermieter oder Eigentümergemeinschaft - hier wird maximal ein Fahrrad toleriert.

Bei kleineren Wohnungen ist der größte Raum in der Regel eine Wohnküche, die fast immer durch eine Bar vom Wohnzimmer getrennt ist. Sehr oft ist dieser Raum komplett gefliest. Mehr als ein winziges Schlafzimmer und ein Bad haben diese Wohnungen kaum. Dafür kann das Bad durchaus als großzügig gelten - da bauen die Deutschen meist kleinere Bäder. Für eine solche Zweiraumwohnung sind rund 45 m² üblich. Dreizimmerwohnungen sind dort wieder seltener gewesen, Vierzimmerwohnungen gab es dagegen wieder reichlich. Sie haben dann 60 - 100 m² Wohnfläche. Zweizimmerwohnungen in guter Lage wurden nahezu unabhängig von Baujahr und direkter Umgebung für 60 - 100 T USD verkauft. Die Malerarbeiten vor dem Verkauf sind aber in der Regel nicht mehr als Kosmetik um Baumängel zu verdecken. Üblich ist immernoch der Kauf per Handschlag, der eine Garantie auf Baumängel ausschließt. Selbst die obligatorische Maklerprovision wird per Handschlag vereinbart und bezahlt. Eine Wohnung ohne Makler zu verkaufen gilt fast schon als kriminell.

Die Außenbezirke bestehen dagegen überwiegend aus Einzelhäusern, Doppelhäusern oder seit einigen Beginn der 90er Jahre auch zunehmend aus Reihenhäusern. Die zu den Häusern gehörenden Grundstücke sind sehr klein. Häuser zu mieten ist unüblich, auch hier ist Eigentum das einzig Wahre. Wer Haus, Grundstück oder Wohnung kaufen will, der geht zum Makler. Das ist so und nicht anders. Üblich ist auch bei Häusern die kosmetische Aufbereitung vor dem Verkauf. Und natürlich auch nur, um den geforderten Preis zu rechtfertigen. Verhandeln kann man in begrenztem Rahmen immer und das wird auch erwartet. Wer ohne Diskussion den geforderten Preis zahlt gilt als Proll. Üblich sind Holzhäuser, die nicht zusätzlich wärmeisoliert sind, aber mit ausreichend Energieeinsatz klimatisiert oder beheizt werden.

Der Aufbau der Häuser war im "Speckgürtel" um Boston auch immer so wie oben von anderen Autoren geschildert. Einfahrt, Garage und von dort Zugang zum Haus. Man kam entweder durch die (dann separate) Küche oder gelangte in eine Wohnküche. Das Erdgeschoß ist meist komplett gefliest oder mit Holzdielen versehen. Eine Toilette im Erdgeschoß gibt es immer, manchmal allerdings sehr klein. Zum Duschen bzw. zur aufwendigeren Körperpflege gibt es ein großzügig angelegtes Bad, das bei mehrgeschossigen Häusern immer in einem Obergeschoß war. Unten findet man dagegen neben Wohnküche oder Küche und Wohnzimmer meist nur eine kleine Kammer unter der Treppe. Die Heizung, die Waschmaschine und der Trockner stehen entweder in der Garage oder auch im Obergeschoß. Eine oft recht schmale Treppe führt nach oben und ermöglicht den Zugang zum Bad, zum Schlafzimmer und (wenn vorhanden) zu weiteren Räumen. Dachböden gelten als Platzverschwendung. Man nutzt sie maximal zum Aufbewaren von Gerümpel. Stehen kann man im Dachboden ohnehin selten, die Raumhöhe ist meist unter 1,50 m.

Solche Häuser, Doppelhaushälften oder Reihenhäuser kosten ab 100 T USD aufwärts, wobei Einzelhäuser von der Wohnfläche meist am größten sind. 140 - 150 m² gelten als gut. Reihenhäuser können dagegen oftmals unter 100 m² Wohnfläche haben.

von PowerAM - am 29.07.2007 14:47
@ Günni74

Zitat

Genauso wenig wie die Amerikaner in ihren Sitcoms ihren Humor und ihre schauspielerischen Qualitäten beweisen, genauso wenig gibt es dort auch Dielen ;) :D, wobei ich nicht behaupten möchte, dass die Amerikaner überhaupt keinen Humor haben.


Ich finde die Sitcoms jedenfalls lustig. :D

Ich nehme mal an, du stehst dann eher auf trockenen britischen Humor, wo man vorher erst nochmal drüber nachdenken muß bevor man lachen darf.


Zitat

Der Grund dafür, dass es keine Dielen gibt, dürften die klimatischen Verhältnisse sein.


Wie meinst du das? Vom Klima her ist bei denen von der Subpolaren Klimazone bis zur Subtropischen Klimazone alles dabei? Und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind bei denen doch noch heftiger. Gerade da wäre eine Diele (oder sogar ein Windfang) sinnvoll.


Zitat

In den Niederlanden sieht man sehr häufig, dass Küche und Wohnzimmer einen einzigen Raum bilden. Eine Trennung findet meisten noch durch eine Theke statt. Bei meinen Verwandten sieht’s zumindestens dort so aus.


Küche und Wohnzimmer kombiniert mag ich mir auch nicht so richtig vorstellen. Wenn da mal ordendlich was geköchelt wird, stinkt's im ganzen Raum oder zieht gar durch's ganze Haus. Geschweige denn, wenn mit motorisierten Küchengeräten hantiert wird. Dann hat man beim TV Glotzen ja überhaupt keine Ruhe.




@ PeterSchwarz

Zitat

Im OG, erreichbar über eine eher Hühnerleiter zu nennende Treppe, liegen dann hinter einem engen Flur die Schlafzimmer und das Bad.


Wieso baut man da so spartanische Treppen?


Zitat

Unterm Dach hängt in Holland auch die Heizung und da ist auch der reguläre Platz für die Waschmaschine!


Auch seltsam, daß man die Heizung auf den Dachboden verfrachtet. Wenn man da oben so 'nen fetten Boiler aus Stahl hat muß man doch noch mal mehr in die Statik investieren, was das Gebäude doch eher teurer macht. Und ist mal was undicht, läuft die ganze Suppe durch's Haus.

Und die Waschmaschine auf dem Dachboden? Wenn das Teil die Wäsche trockenschleudert, wackelt doch das ganze Obergeschoß und die Ziegel fallen vom Dach. :D



@ Nordi

Zitat

Das die Kinderzimmer in den USA oben sind, hat auch den "Vorteil", das die Tochter sich nicht mal eben mit dem Freund "verkrümeln" können.


Hättest du sowas bei deinem Date als Vorteil empfunden? :D


von Kay B - am 29.07.2007 15:30
Power AM: Da sind die Verhältnisse in NL also ganz ähnlich den amerikanischen. Bei Mietshäusern sind hier auch diese Aussenflure üblich. Man betritt das Gebäude durch einen grossen Eingang mit jeder Menge Briefkästen (pro Wohnung eine Hausnummer!) und Klingeln. Dann kommt man via Treppenhaus oder Aufzug in die oberen Stockwerke. Von da aus geht es auf die Aussenflure und von dort wieder in die Wohnungen. Keine Ahung, warum man so verfährt. Vermutlich platzsparender. Deshalb auch diese Hühnerleitern, Gärten im Handtuchformat. Alles ist sehr dicht und eng gebaut.
Und der Eigentumsanteil bei Häusern und Wohnungen ist sehr noch, m.W. nach bei knapp 80%! Deutschland hat übrigens den so ziemlich geringsten Eigentumsanteil überhaupt.
Der Deutsche denkt klassischerweise: My home is my castle. Wenn ich mir was anschaffe oder sogar baue, dann bleibe ich da mein Leben lang. Der Holländer dagegen zerwohnt die Bude ein paar Jahre, bügelt sie dann notdürftig auf, überlässt aber die grösseren Renovierungen dem Nachbesitzer und zieht wieder um, und wenn es nur 3 Strassen weiter ist.
Das ist zumindest so mein Eindruck.

Die Heizung auf dem Boden ist doch gar nicht so dumm. Schau, heut hat man doch grösstenteils keine riesigen und schweren Kessel mehr. Gängig sind hier die Gasthermen, d.h. eine Art Durchlauferhitzer und Zentralheizung in einem. Gut, besonders sparsam sind die Dinger nicht, aber man spart sich den Kamin und den Schornsteinfeger. Logisch, oder?
Die Waschmaschine unterm Dach war mir dann doch zu suspekt. Erstens will ich auch mal waschen können, solange ich schlafe und zweitens tauchte vor meinem geistigen Auge der Sturzbach auf, der sich die Treppe hinab ergiesst, wenn das Ding mal futsch ist. So kam sie bei uns in die Garage auf einen eigens gebauten Sockel. Das war auch gut, denn tatsächlich ging mal die Pumpe kaputt und die Garage stand unter Wasser.

Witzigerweise war dies übrigens in einer Pension in Westkapelle genau so: Da hatten wir mal das Zimmer unterm Dach ergattert. Da hinauf führte eine kriminelle Treppe, die mindestens Klettersteigstufe 4 erreichte. Oben kam man dann durch den Dachboden, wo Heizung, Waschmaschine und Trockner nebst aufgehangenen Bettlaken auf einen warteten in das Appartement mit tlw. niedrigen Decken und einem winzigen "Bad" bzw. einer Nasszelle, die nur durch eine Faltschiebetür vom Wohn/Schlafraum abgetrennt war. Eine Duschwanne gab es nicht, nur Fliessenboden mit Ablauf. Sehr eigenwillig, aber irgendwie auch wieder originell und typisch holländisch.

Die Unterkunft heisst übrigens passenderweise Pieter de Coninck
und ist in Besitz von Deutschen. Die Preise sind sehr human für die Region und das Frühstücksbuffet sehr gut.


von PeterSchwarz - am 29.07.2007 16:06
Zitat

Genauso wenig wie die Amerikaner in ihren Sitcoms ihren Humor und ihre schauspielerischen Qualitäten beweisen, genauso wenig gibt es dort auch Dielen , wobei ich nicht behaupten möchte, dass die Amerikaner überhaupt keinen Humor haben.

FREUND TM

Ansosnten noch mein Senf in Stichpunkten:
- "Diele" als Bergiff für der Hausflur ist hier absolut üblich
- NL- Häuser kenne ich nicht viele von Innen, ich kann mich direkt nur an eines erinnern bei Kijkduin (Den Haag), das war im Prinzip genau so ausgebaut wie Deutsche Häuser auch. Das einzig andere war die Treppe, die war nämlich so wie von peter Schwarz oben beschrieben. Aber das gibt es in Deutschland auch, und zwar mindestens genau so oft.

- Zur Beschreibung der US-Mehrfamilienhäuser von Power AM und auch der NL-Merhfamilienhäuser kann ich ebenfalls nur sagen:
Das gibt es alles in Deutschland ebenfalls mehr als oft, wirklich alle Punkte treffen auch auf viele Deutsche Mehrfamlienhäuser zu.
Wenn man täglich in mehreren solchen Häusern unterwegs ist (so wie ich), dann weiß man das auch ;-).

- Küche und Wohnzimmer gehören auch für mich getrennt. Gibt es aber in Deutschland genau so wie auch in anderen Ländern, auch in Mehrfamilienhäusern. Generell kann ich also zwischen NL und Deutschland kaum einen Unterschied feststellen, und der Beschreibung nach auch zischen Amerkianische Mehrfamilienhäusern und Deutschen nicht.

von WiehengeBIERge - am 29.07.2007 16:39
Zitat
Kay B
Ich finde die Sitcoms jedenfalls lustig. :D

Ich nehme mal an, du stehst dann eher auf trockenen britischen Humor, wo man vorher erst nochmal drüber nachdenken muß bevor man lachen darf.

Nein. Ich stehe so ziemlich auf jede Art von Humor. Hauptsache lustig - und das bitte mit Niveau! Für mich sind amerikanische Sitcoms einfach nur billig und überhaupt nicht komisch (wie vom Fließband). Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten ;).

Ich zitiere ( http://de.wikipedia.org/wiki/Lachkonserve ):
Nach einem Witz/Gag wird ein Lachen des normalerweise gar nicht vorhandenen Publikums eingespielt. Man nutzt dabei den psychologischen Umstand, dass sich viele Menschen von einer Gruppe emotional anstecken lassen. Die Personen sind daher beim Einspielen einer Lachkonserve mehr amüsiert als ohne diesen Einspieler. [...]
[...] Kritiker meinen jedoch, dass die Lacher eine Art Anweisung für den Zuschauer darstellen, als ob der Zuschauer nicht selber entscheiden könne, an welcher Stelle er lachen soll. Auch wirke dadurch die Sitcom lustiger, als sie in Wirklichkeit ist.



Zitat

Zitat
Günni74
Der Grund dafür, dass es keine Dielen gibt, dürften die klimatischen Verhältnisse sein.

Wie meinst du das? Vom Klima her ist bei denen von der Subpolaren Klimazone bis zur Subtropischen Klimazone alles dabei? Und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind bei denen doch noch heftiger. Gerade da wäre eine Diele (oder sogar ein Windfang) sinnvoll.

Stimmt auch wieder. Ich habe da was gefunden: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag;art2566,2186215


von Günni74 - am 29.07.2007 17:11
Ja, Peter! Da scheint es wirklich Ähnlichkeiten zu geben.

Ich hatte damals übrigens eine "Candy"-Waschmaschine zur Verfügung, die zwar ein Toploader war, aber eine konventionelle Waschtrommel hatte. Das Ding war damals ganz neu, konnte aber trotzdem nur ein einziges Standardprogramm und hatte kaum Schleuderdrehzahl. Die Wäsche kam klatschnaß in den Trockner, der unter riesigem Stromaufwand trocknete.

Als Warmwasserbereiter wurde meines Wissens sehr oft auf einen großen Boiler verzichtet - wegen der Angst, daß die Bude nach einer Undichtigkeit unter Wasser steht. Für Dusche und Küche sind daher elektrische Durchlauferhitzer üblich, die nach kurzer Aufheizphase heißes Wasser nach Bedarf produzieren und bei Nichtgebrauch ausgehen. Bei den Duschen weiß ich, daß die Dinger sich aufs Grad genau regeln lassen und Verbrühungen dadurch fast ausgeschlossen sind. Heißer als 40 Grad kommt das Wasser eben nicht aus der Dusche.


OT, aber trotzdem interessant: Die meisten Wohnhäuser in Boston gehören meines Wissens Finanzinvestoren, die mit größter Vorliebe Wohnungen oder Häuser in einer Art Mietkauf anbieten. Nachteil ist die lange Zeit, die man dafür bezahlt ohne Eigentum daran zu erwerben. Die Laufzeit ist meist 30 Jahre. Dafür ist der Mietkauf billiger als die Aufnahme eines Kredites zum Wohnungskauf. Gefährlich ist dabei zusätzlich auch die Abschlußrate, ohne deren Zahlung man ebenfalls kein Eigentum erwirbt. So wählen die meisten Wohnungskäufer den Mietkauf und nehmen statt dessen eher einen Kredit für die Abschlußrate auf um diese dann bei der Bank abzuzahlen.

Was man dazu wissen sollte: Zieht man vor Ablauf dieser 30 Jahre aus, dann muß man irgendwen finden, der den Vertrag übernimmt. Ist die Laufzeit noch lang, dann muß man auch zahlen, damit jemand den Vertrag übernimmt. Verbleibt dagegen nur noch eine kürzere Restlaufzeit (z. B. unter 10 Jahren), so bekommt man etwas dafür - im Idealfall etwa das, was man bislang gezahlt hat. Löst man den Vertrag dagegen z. B. wegen Geldmangel vorzeitig auf und hat keinen, der den Vertrag übernimmt, so ist das bisher gezahlte Geld verloren und gilt als Miete. Sehr oft kommen dazu noch Vertragsstrafen wegen der vorzeitigen Auflösung des Vertrages dazu.

Wer ein sicheres Einkommen und einen festen (!) Arbeitsplatz hat um so langfristig die Wohnung zu bewohnen, die er mal kaufen will, der fährt damit finanziell nicht schlecht und zahlt in der Regel nicht mehr als 60 - 70 % des Marktwertes. In der Zeit bis zur Abzahlung ist man ganz normal Mieter und der Eigentümer muß sämtliche Mängel auf seine Kosten beseitigen lassen. Damit sind die meisten Baumängel dann behoben wenn man die Wohnung oder das Haus erwirbt. Lukrativ ist auch, bereits teilweise abgezahlte Verträge zu übernehmen und damit auf Kosten dessen, der sich damit übernommen hat eigenes Geld zu sparen.

von PowerAM - am 29.07.2007 17:39
Wie vieles in Amiland, dürfte auch das Wohnen in den Südstaaten etwas anders ablaufen.

In den Südstaaten gibt es kaum Mietwohnungen. Reihenhäuser oder gar mehrstöckige Wohnblocks finden sich nur in den "schlechten" Vierteln der Städte. Dort leben nur Schwarze bzw. neuerdings Latinos.

Die Häuser der Oberschicht haben meist so etwas wie einen Flur, allerdings offen zum anschließenden riesengroßen und oft über 2 Etagen reichenden Wohnzimmer.

Viele Häuser in den Südstaaten verfügen über eine Veranda, wo man an den schwülen Sommerabenden oder am Sonntagvormittag zusammen sitzt. Wenn die Veranda vorne ist, führt der Weg ins Haus drüber. Praktischer ist allerdings eine Veranda auf der Rückseite des Hauses, wie ich schon feststellen konnte. Man kann dann nämlich die Küche zwischen Wohnzimmer und Veranda platzieren.

Diese Bauform dürfte übrigens einer Tradition zu gehorchen. Ich habe im Vorjahr "Reynolda House" besucht. Dabei handelt es sich um die Villa der Tabak-Dynastie Reynolds in Winston-Salem, North Carolina. Diese Leute gehörten vor 80 Jahren zu den reichsten der Welt und haben das auch gezeigt. Ihr ehemaliges Haus ist heute ein Museum. Auch dort führt der Weg von der Veranda (obwohl es eine 2. Veranda auf der Schattenseite des Hauses gibt) durch einen wie ein Wintergarten gestalteteten Vorraum in das Wohnzimmer (offiziell Empfangshalle bezeichnet; über 2 Etagen, umlaufender Balkon im Obergeschoss). Einige Eindrücke kann man auch von der Homepage gewinnen: http://www.reynoldahouse.org

Generell kann man in den Südstaaten sehr wohl eine gewisse Kreativität in der Raumaufteilung feststellen. Ich kenne sogar Leute mit Keller, wenn dies allerdings in den Südstaaten eine große Ausnahme ist.

Zitat

Gleich neben der Tür noch in der Garage steht obligat der Washer und Dryer.

Die meisten Leute haben in den Südstaaten gar keine Waschmaschine. Die Oberschicht lässt extern waschen und die "normalen" Leute würden in den oft kleinen Häusern auch kaum Platz dafür finden. Dafür gibt es am Land alle 5 Meilen eine Laundry, wo man mit Einwurf von "Quarters" seine Wäsche sauber bekommt.

Zitat

Wenn das Teil die Wäsche trockenschleudert, wackelt doch das ganze Obergeschoß und die Ziegel fallen vom Dach.

Auch deshalb mag man keine Waschmaschinen im Haus haben. Andererseits würden die Holz- und Pappkonstruktionen die Schwingungen gut dämpfen. Ziegel können in Amiland nicht von Dach fallen, weil die Dächer mit irgend einem Blech- oder Palstikzeug gedecket werden. Ein Ziegeldach wäre viel zu schwer und zu teuer.

Zitat

Wenn da mal ordendlich was geköchelt wird, stinkt's im ganzen Raum oder zieht gar durch's ganze Haus.

Amerikaner kochen praktisch nie. In einer internationalen Studie hat man herausgefunden, dass der US-Amerikaner täglich im Durchschnitt 8 Minuten für die Essenszubereitung aufwendet. Bei uns in Mitteleuropa sind es noch fast eine halbe Stunde. Ich kenne auch etliche Mädchen, die schon in den USA als Au-pair-Mädchen gearbeitet haben. Alle sind auf unbenutzte Küchen gestoßen und haben mit ihren Kochkünsten größte Bewunderung geerntet.

Die Küche dient in Amiland nur zum Aufwärmen von Fertiggerichten und zum Waschen von Obst und Gemüse (das roh und ohne Marinade verzehrt wird - *brrr* *würg*). Wenn doch einmal "aufgekocht" wird, erfolgt dies unter Verwendung des Grillers auf der Veranda.

Es gibt Ausnahmen, zumeist Ausländer. Über eine Deutsche habe ich so auch einen Hersteller von Biomehl kennen gelernt. Der Müller ist Schotte, seine Frau Deutsche. Die meisten Kunden sind Ausländer, wie sie mir erzählte. Amis kommen scheinbar nie auf die Idee, selbst einen Kuchen oder Brot zu backen.

von Wasat - am 29.07.2007 19:48
@ PeterSchwarz

Zitat

Die Heizung auf dem Boden ist doch gar nicht so dumm. Schau, heut hat man doch grösstenteils keine riesigen und schweren Kessel mehr. Gängig sind hier die Gasthermen, d.h. eine Art Durchlauferhitzer und Zentralheizung in einem.


O.K. Ein Durchlauferhitzer läßt sich auf dem Dachboden noch verstauen. Aber den Brenner einer Öl- oder Propangasheizung würde ich nicht auf dem Dachboden platzieren.



@ Günni74

Interessanter Link. Viele Amerikaner sehen laut dem Artikel eine Diele als Platzverschwendung an.

Ich frage mich aber, wie es in einem amerikanischen Haus ohne Diele und mit mehr als einer Etage mit der Wärmeverteilung aussieht. Sobald man in einem Raum quasie ein Loch in der Decke hat - wie's eben bei einer Treppe der Fall ist - ist es schwierig, diesen vernünftig zu beheizen. Deshalb ist es in einer Diele, die gleichzeitig als Treppenhaus dient, unten immer relativ kühl.


Was die niederländischen Häuser angeht, kenne ich nur eins von innen. Und zwar das der Familie Flodder. :D


von Kay B - am 01.08.2007 16:11
Das sind diese Gasthermen, wie sie in einigen Mietswohnungen auch im Bad hängen, die brauchen nicht viel Platz, nur eins brauchen sie: Luftzufuhr! Im Schlafraum wollte ich keines haben, obwohl sie heut schon recht sicher sind. Aber ich wüsste sonst keinen Nachteil, mir sind auf jeden Fall keine vermehrten Dachstuhlbrände in NL bekannt gegenüber anderen Ländern.
Viel schlimmer finde ich da wirklich diese Hühnerleitern. Okay, die gibt es auch in Deutschland, ich erinnere mich da an eine Hütte, wo wir mal auf dem oberen Treppenabsatz eines solchen Klettersteigs die Waschmaschine auseinandermontiert haben, damit sie durch die anschliessende schmale Tür gepasst hat. Ich hab das Ding auf dem Absatz festgehalten, der Kollege geschraubt....abenteuerlich. Aber das war auch ein Fachwerkhaus geschätzt aus dem 16. Jh.
Und in NL baut man die Treppen heut noch so. Überhaupt fällt auf, daß sich die Häuser in Design, Aufbau und auch Ausstattung in den letzten 30 Jahren kaum verändert haben. Die Originalausstattung ist oft sehr einfach, um nicht zu sagen, primitiv gehalten. Quasi so ne Art Ausbauhaus, in das mal schon einziehen kann, daß man sich dann aber nach und nach wunschgerecht ausbaut. Sehr nervig ist die geringe Zahl und vor allem die äusserst ungewöhnliche Lage von Schaltern und Steckdosen. So haben wir im Treppenhaus keine einzige Steckdose. Das untere Licht im Treppenhaus lässt sich oben nicht ausschalten, das Licht fürs Wohnzimmer geht nur an, wenn man von draussen kommt, wenn man von oben runterkommt, muss man erst durch die Hälfte des dunklen Zimmers schlappen... und Leitungen auf Betondecken und an Betonaussenwänden verlegt man halt mal nicht eben so. Das ärgert mich teilweise schon, genauso wie das riesige nicht zu öffnende Schaufenster.


von PeterSchwarz - am 01.08.2007 17:23
Ich kann nur von Canada sprechen. (dieses Land sollte man jetzt nicht mit USA verwechseln, obwohl es in Nordamerika geographisch gelegen ist)

In vielen Wohneinheiten (Condos) git es ein sogenanntes "Den" . Oft spricht man von 2 bedroom plus den. Dies zumindest bei den Neuba Condos in den Hochhaeusern in Toronto.

Dort kann man einen Schreibtisch reinstellen, ein Sofa, meist ist es in der Naehe des Einganges und laesst die Wohnung groesser wirken.

von 102.1 - am 01.08.2007 20:25
Also ist ein Den sowas wie ein Arbeitszimmer?


von Kay B - am 02.08.2007 18:45
Zitat
Kay B
Also ist ein Den sowas wie ein Arbeitszimmer?


Wofuer das Den wirklich benutzt wird ist mir schleierhaft.

Vermutlich, damit die Wohnung beim Eintritt groesser wirkt.
Sich die Immobilie leichter verkaufen laesst.
Es wirkt gut, ein Innen-Architekt koennte dort seine Ideen ausleben...

In vielen Neubauten haben die Dens kein Tageslicht, also laesst sich nicht immer in einen weiteren Raum konvertieren.

von 102.1 - am 02.08.2007 20:42
Und noch 'ne andere Frage.

Auf ABC gibt's eine Show namens Extreme Makeover - Home Edition.

In dieser Sendung werden die Bewohner eines Hauses in den Urlaub geschickt und deren (altes) Haus wird abgerissen und ein neues Haus aufgebaut.

Beim Abriss sieht man, daß diese Häuser größtenteils extrem billig gebaut sind. Quasie ein Holzgerüst, das von außen und innen mit Brettern verschlagen wurde.

Das lustige dabei ist, daß der Neubau auch auf so eine extrem billige Art und Weise gebaut wird. Massiv dürfte da höchstens das Fundament und der Schornstein sein. Dafür steht das Haus dann auch innerhalb weniger Tage.

Wie weit ist diese Bauweise in Amerika verbreitet? Im warmen Süden kann man sich das ja noch vorstellen. Aber in den nördlicheren Bundesstaaten und in Kanada müßte das doch extem hohe Heizkosten im Winter bedeuten.


von Kay B - am 04.08.2007 14:54
Ziemlich verbreitet. Und es betrifft nicht nur Häuser, auch Kirchen werden tw. so gebaut: Als ich 2005 das erste mal in Northern Virginia war, habe ich während meines Aufenthalts beobachtet, wie in zwei Wochen eine komplette Kirche hochgezogen wurde. Das Material ist dort bei allen Häusern und Gebäuden einheitlich: Spannholzplatten! Einzig die Kirchenfenster wurden aus Deutschland importiert... :rolleyes:

Noch etwas kurioses dazu: Amerikanische Eltern lassen ihre Kinder bei Unwettern mit Sturmböen tw. nicht in ihrem Zimmer im 1. Stock übernachten, sondern schicken sie ins EG oder in den Keller runter, weil es dort nicht so gefährlich ist - da ist sogar was dran, die Häuser sind aufgrund der Billigbauweise natürlich extrem anfällig für Unwetterschäden.

Noch einige Bilder von Behausungen - zum Thema Waschmaschinen...


Küche.. ganz typisch amerikanisch


Die relativ sonderbaren Lichtschalter, ich find sie zwar cool, aber sie sind ziemlich billig gemacht


Ein x-beliebiges Haus wie man es in Northern Virginia zu Tausenden anfindet, ganze Siedlungen mit gleichaussehenden Häusern...


Ich kann bei Bedarf noch massig weitere Bilder liefern.. ;-)

von DX-Project-Graz - am 04.08.2007 15:20
@ DX-Project-Graz

Interessant. Kannst mit dem Bildband gerne weitermachen.

Hat das eigentlich irgend einen speziellen Grund, wieso in Amerika so billig gebaut wird? Gerade im tornadoreichen Südosten würden doch einige Häuser mehr stehen bleiben, wenn man massiv bauen würde.

Und gibt es überhaupt auch Fenster, die sich - wie hier bei uns - aufklappen lassen oder sind das dort alles Schiebefenster? Bei diesen Schiebefenstern kann ich mir auch nicht so richtig vorstellen, daß diese wirklich für die Wärmedämmung vorteilhaft sind.


OT:
Der von dir abgebildete Lichtschalter ist wohl der Standard-Schalter in den USA. Solche Hebel-Schalter gab's bei uns hier bis in die 70er Jahre auch. Seit den 70ern ist man - zumindest in Deutschland - dann wohl vermehrt zu Kippschaltern übergegangen, die heute eine große Tastfläche von ca. 5 x 5 cm haben. Gibt's solche Schalter auch in Amerika?

Und was hälst du von deren Stecker und Steckdosen?


von Kay B - am 04.08.2007 15:44
Lichtschalter: Ich kenne nur diesen Typ drüben und habe dort keine anderen Typen gesehen.

Steckdosen: Irgendwie naja... etwas instabil kommen die mir vor. Allerdings ganz cool, bei meinem MP3 Player den ich drüben gekauft habe (und Adapter für Europa gleich mit :D) kann man den Stecker so einklappen dass er nicht wegsteht und das hat somit unterwegs Vorteile. Scheinen einige Kabel zu können...

Und Fenster - ein Thema worüber ich gar nie bewusst nachgedacht habe - in dem Haus wo ich gewohnt habe gab es ausschließlich Schiebefenster. Aufklappen konnte man die nie so recht.

Naja und Wärmedämmung ist scheißegal, jedes Zimmer in US-Häusern ist klimatisiert. Mal sehen ob ich davon auch ein paar Bilder gemacht habe, wo man die Luftzugsschächte sehen kann.

Ausführlichere Bilderserie folgt demnächst, muss sowieso die USA-Bilder mal wieder durchforsten.

von DX-Project-Graz - am 04.08.2007 15:56
Ja, so massiv wie in Deutschland (Österreich und Schweiz mit eingenommen) wird eigentlich kaum irgendwo gebaut. Die Amis haben grösstenteils Holzhütten stehen, die jeder Tornado binnen Sekundenbruchteilen zerlegt wie ein junger Hund sein Spielzeug.

Zum Thema Lichtschalter: Kennt ihr noch diese Drehschalter? Gab es bei meinen Omas jeweils im Keller und aufm Dachboden, da musste man am Schalter drehen, nach einem Schnappen ging das Licht dann abwechselnd an und aus, man konnte in jede Richtung beliebig oft drehen, die Dinger waren auch sehr stabil. Vermutlich kommt daher noch der Ausdruck "Licht ausdrehen"...meine Oma hat immer gefragt "Hosch au's Liacht ausdreht"?


von PeterSchwarz - am 04.08.2007 17:25
Zitat

Zum Thema Lichtschalter: Kennt ihr noch diese Drehschalter?

Sicher, haben wir noch immer im Keller, die sind da unverändert seit mehr als 50 Jahren.

von WiehengeBIERge - am 04.08.2007 17:32
@ PeterSchwarz

Ja, diese Drehschalter kenne ich auch. Solche hat man bei uns im Dorf vor einigen Jahren noch in alten Häusern gesehen. Da war der Schalter an sich noch größtenteils aus Keramik. Das dürften wohl mit die ersten Lichtschalter überhaupt gewesen sein.


von Kay B - am 04.08.2007 17:32
Hier! So ein Ding, klar kenne ich das noch- Bei Bekannten gibt es so ein Teil noch auf dem Wäscheboden- irgendwie surrt das Ding beim einschalten..

http://www.dubtown.de/images/thumbs/huette_schalkerverein/17.jpg

von 88,7 MHz - am 04.08.2007 17:35
Da gehe ich doch direkt mal in den Keller und fotografiere das Ding ;-)...

von WiehengeBIERge - am 04.08.2007 17:37
Das Ding gibts bei uns auch noch auf dem Dachboden und wurde von mir heute zB wieder betätigt. Ich finde das Geräusch beim Schalten ja extrem geil... :D

von DX-Project-Graz - am 04.08.2007 18:07
irgendwie surrt das Ding beim einschalten..

Entweder es ist ein Relaisschalter , sowas gab es früher auch, mit so einem (das war ein Druckknopf) konnte meine Oma das Radio anschalten!
Falls nicht, dann würde ich das Ding mal aufschrauben, denn wenn es da surrt oder knistert, spricht das für Funken, die sich z.B. durch korridierte Teile (kommt ja in feuchteren Kellerräumen oder Wäschetrockenräumen schon mal vor) bilden, weil es keinen sauberen Kontakt mehr gibt. Sowas ist die häufigste Ursache für Hausbrände!

von PeterSchwarz - am 04.08.2007 20:01
Zitat
PeterSchwarz
irgendwie surrt das Ding beim einschalten..

Entweder es ist ein Relaisschalter , sowas gab es früher auch, mit so einem (das war ein Druckknopf) konnte meine Oma das Radio anschalten!
Falls nicht, dann würde ich das Ding mal aufschrauben, denn wenn es da surrt oder knistert, spricht das für Funken, die sich z.B. durch korridierte Teile (kommt ja in feuchteren Kellerräumen oder Wäschetrockenräumen schon mal vor) bilden, weil es keinen sauberen Kontakt mehr gibt. Sowas ist die häufigste Ursache für Hausbrände!

Ich bin gerne altmodisch! In meinem Alter darf man das!!
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Na! Dann werde ich mir das Teil mal genauer ansehen...

von 88,7 MHz - am 05.08.2007 17:20
Zitat
DX-Project-Graz
Das Ding gibts bei uns auch noch auf dem Dachboden und wurde von mir heute zB wieder betätigt. Ich finde das Geräusch beim Schalten ja extrem geil... :D

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FREUND™ Auch wenn wir im Haus (leider) keinen haben... Die Dinger sind absolut kultig :D

von Sebastian Dohrmann - am 05.08.2007 17:36
Wir hatten sogar bis zum November 2005 noch einen mindestens gleich alten Sicherungskasten, der dann allerdings aufgrund der Stromschwankungen durch das "Schneechaos" draufgegangen ist und dann (zum Glück) neu gemacht worden (ist auch besser so, der alte war auf dem Stand der 50er Jahre, ohne FI und ohne Sicherungsautomaten :D)

von WiehengeBIERge - am 05.08.2007 17:40
Zitat

Zum Thema Lichtschalter: Kennt ihr noch diese Drehschalter?

Aber sicher. Im Haus (Baujahr 1938) meiner Oma gibt es auch noch viele dieser schönen alten schwarzen Drehschalter, Verteilerdosen und Steckdosen.

Hier kann man solche alt aussehenden Installationskomponenten kaufen: KLICK & KLICK und http://www.porzellanschalter.de/

von Günni74 - am 05.08.2007 19:45
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