Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
392
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
PowerAM, DH0GHU, RheinMain701, Japhi, hegi_ms, Martyn136, Thomas (Metal), Chief Wiggum, Radio_DDR, Rosti 2.0, ... und 56 weitere

Vorstoß für Tempolimit 70 km/h ausserorts und 100 bzw. 130 km/h auf Autobahnen!

Startbeitrag von PowerAM am 27.10.2007 21:43

Gemäß der EU-Vorgabe (europäische Harmonisierung) gibt es jetzt einen Vorstoß der SPD für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. Der Bundestag muß sich also damit befassen. Einerseits ist die europäische Harmonisierung angestrebt, die einen deutschen Alleingang nicht tolerieren kann. Andererseits ist es Wille der EU, das leistungsmäßige Wettrüsten der Automobilhersteller einzudämmen. Wirtschaftlich und ökologisch ist "Freie Bahn mit Marzipan" als Konzept damit gescheitert.

Die Änderung der StVO zum Jahresende ist das Ziel. Zeitgleich wird der Bußgeldkatalog verschärft - im Bereich der Verkehrsstraftaten sind die Sanktionen (Fahrverbote und Geldstrafen) teilweise verdoppelt worden. Das ist bereits großteils beschlossen. Kritisierenswert ist allerdings, daß mit Pauschalen gearbeitet wird und nicht mit Tagessätzen, die sich an der Einkommenslage orientieren würden. Besserverdienern tut eine Geldstrafe damit nicht ansatzweise so weh wie Geringverdienern.

Mein Kommentar: Die 130 km/h waren überfällig! Ein Hoch auf das Ende des Automobilen Wettrüstens! Ein Hoch auf die gescheiterte Halbherzigkeit, spitzenmotorisierte Spielzeuge für Besserverdiener bei 250 km/h freiwillig abzuregeln! Ich bejuble das Ende der Raserei und Drängelei! Ein durchschnittlich motorisierter Kleinwagen ist endlich nicht mehr wegblinkenswert, da rein rechtlich gesehen ein supertoller Sportflitzer auch nicht schneller fahren dürfte.

Bleibt zu hoffen, daß die 130 km/h unerbittlich überwacht werden und Ansätze von Raserei und Drängelei sofort geahndet werden! Ich meine damit keine drakonische Strafen für bergab 138 km/h schnelle Fahrer, die nicht 100 %ig auf das Tempo geachtet haben. Aber wer 145 oder schneller fährt, der tut das absichtlich und sollte auch dran erinnert werden, daß das nicht geduldet wird. Ähnlich ist mit Dränglern zu verfahren.

Außerdem hoffe ich, daß die Versicherungseinstufungen für Vernunftautos angemessener kalkuliert werden. Wer meint, in einem Familienauto für maximal zulässige 130 km/h 150 PS zu brauchen, der sollte das mehr zahlen, was ein Halter eines mit ca. 100 PS durchschnittlich motorisierten motorisierten Fahrzeuges weniger zahlt. Kleinwagen mit mehr als ca. 80 PS sind ebenfalls Unsinn und sollten auch so versichert und versteuert werden.

So, nun dürft ihr herzhaft dagegen wettern!

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Tempolimit auf Autobahnen beschlossen: 130 km/h!

Feier du mal alleine.
Das WILL die SPD.
Beschlossen ist hier noch nichts!

Spiegel schreibt:
VERKEHRSPOLITIK
SPD beschließt Tempo 130
Mit Rückwärts-Reformen will die SPD Linkswähler einfangen, nun will die Partei auch noch Öko-Kompetenz beweisen: Auf Deutschlands Autobahnen soll in Zukunft bei Tempo 130 Schluss sein, verkündeten die Genossen auf ihrem Parteitag in Hamburg.

Hamburg - Die Parteispitze hätte es sich anders gewünscht, aber am Ende stand das Ergebnis: Die SPD fordert ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen. Ein entsprechender Initiativantrag wurde heute auf dem Parteitag mit knapper Mehrheit angenommen. Die Parteiführung hatte sich für die Ablehnung des Antrags ausgesprochen.

Mit der Entscheidung zugunsten eines Tempolimits schloss sich die SPD Forderungen von Umweltverbänden sowie der Grünen an. Positive Reaktionen der Grünen ließen heute auch nicht lange auf sich warten: "Wir fühlen uns bestätigt", sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. "Wir hoffen, dass es jetzt zu praktischen Schritten kommt, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden."

Ebenfalls gegen den Willen der Antragskommission beschloss der SPD-Parteitag, die steuerliche Besserstellung von Dienstwagen mit hohem Spritverbrauch abzuschaffen. Der Abbau des Dienstwagenprivilegs war bisher in der Koalition auf Widerstand beim Koalitionspartner Union gestoßen.

Begründet wurden beide Anträge mit dem Klimaschutz, der Punkt zu den Dienstwagen auch mit mehr Steuergerechtigkeit. Der Antrag wurde gegen die ausdrückliche Empfehlung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Antragskommission mehrheitlich verabschiedet. Darin heißt es: "Ein schneller und unbürokratischer Weg zum Klimaschutz ist die Einführung einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h."

Mit denkbar knapper Mehrheit von 225 zu 223 Stimmen beschlossen die Genossen - ebenfalls gegen die Empfehlungen der Antragskommission - zudem noch, fossile Kraftwerke nur noch mit Kraft-Wärme-Kopplung zu genehmigen. Die Antragskommission hatte auch in diesem Fall eine Ablehnung empfohlen.

Geht es nach der SPD, wird die Energiepolitik für den Kampf gegen den Klimawandel radikal umgebaut. Um die Treibhausgase in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu vermindern, müsse der Stromverbrauch bis dahin um elf Prozent durch Einsparungen gesenkt werden, heißt es in einem vom SPD-Parteitag einstimmig verabschiedeten Leitantrag. Der Anteil von erneuerbarer Energie müsse um 14 Prozent und von Biokraftstoffen um 20 Prozent gesteigert werden. Unter Vorbehalt billigte der SPD-Parteitag auch die umstrittene Teilprivatisierung der Bahn.



von Scrat - am 27.10.2007 21:57

Re: Tempolimit auf Autobahnen beschlossen: 130 km/h!

Zitat
Chriss505
Feier du mal alleine.
Das WILL die SPD.
Beschlossen ist hier noch nichts!

Spiegel schreibt:
VERKEHRSPOLITIK
SPD beschließt Tempo 130
Mit Rückwärts-Reformen will die SPD Linkswähler einfangen, nun will die Partei auch noch Öko-Kompetenz beweisen: Auf Deutschlands Autobahnen soll in Zukunft bei Tempo 130 Schluss sein, verkündeten die Genossen auf ihrem Parteitag in Hamburg.

Hamburg - Die Parteispitze hätte es sich anders gewünscht, aber am Ende stand das Ergebnis: Die SPD fordert ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen. Ein entsprechender Initiativantrag wurde heute auf dem Parteitag mit knapper Mehrheit angenommen. Die Parteiführung hatte sich für die Ablehnung des Antrags ausgesprochen.

Mit der Entscheidung zugunsten eines Tempolimits schloss sich die SPD Forderungen von Umweltverbänden sowie der Grünen an. Positive Reaktionen der Grünen ließen heute auch nicht lange auf sich warten: "Wir fühlen uns bestätigt", sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. "Wir hoffen, dass es jetzt zu praktischen Schritten kommt, dass Nägel mit Köpfen gemacht werden."

Ebenfalls gegen den Willen der Antragskommission beschloss der SPD-Parteitag, die steuerliche Besserstellung von Dienstwagen mit hohem Spritverbrauch abzuschaffen. Der Abbau des Dienstwagenprivilegs war bisher in der Koalition auf Widerstand beim Koalitionspartner Union gestoßen.

Begründet wurden beide Anträge mit dem Klimaschutz, der Punkt zu den Dienstwagen auch mit mehr Steuergerechtigkeit. Der Antrag wurde gegen die ausdrückliche Empfehlung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Antragskommission mehrheitlich verabschiedet. Darin heißt es: "Ein schneller und unbürokratischer Weg zum Klimaschutz ist die Einführung einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h."

Mit denkbar knapper Mehrheit von 225 zu 223 Stimmen beschlossen die Genossen - ebenfalls gegen die Empfehlungen der Antragskommission - zudem noch, fossile Kraftwerke nur noch mit Kraft-Wärme-Kopplung zu genehmigen. Die Antragskommission hatte auch in diesem Fall eine Ablehnung empfohlen.

Geht es nach der SPD, wird die Energiepolitik für den Kampf gegen den Klimawandel radikal umgebaut. Um die Treibhausgase in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu vermindern, müsse der Stromverbrauch bis dahin um elf Prozent durch Einsparungen gesenkt werden, heißt es in einem vom SPD-Parteitag einstimmig verabschiedeten Leitantrag. Der Anteil von erneuerbarer Energie müsse um 14 Prozent und von Biokraftstoffen um 20 Prozent gesteigert werden. Unter Vorbehalt billigte der SPD-Parteitag auch die umstrittene Teilprivatisierung der Bahn.


Wir haben dieselbe Quelle :-)

MFG Peter

von pete04 - am 27.10.2007 21:58

Re: Tempolimit auf Autobahnen beschlossen: 130 km/h!

Meine Meinung zum Thema: hier und hier. :-)

Zitat
PowerAM
Auf Druck der EU hat der Gesetzgeber auch für deutsche Autobahnen ein Tempolimit von 130 km/h beschlossen.

Beschlossen hat der Gesetzgeber hier Gott sei Dank noch gar nix, aber früher oder später könnte es leider mal soweit sein.

Zitat
PowerAM
Die Änderung der StVO zum Jahresende ist beabsichtigt.

Diese "beabsichtigten Änderungen" ziehen sich eigentlich schon seit Jahrzehnten wie ein rotes Band durch die deutsche Straßenverkehrsgeschichte. Hunde die bellen, beißen nicht ! :-)

Zitat
PowerAM
Ich bejuble das Ende der Raserei und Drängelei! Ein durchschnittlich motorisierter Kleinwagen ist endlich nicht mehr wegblinkenswert, da rein rechtlich gesehen ein supertoller Sportflitzer auch nicht schneller fahren dürfte.

Janek, ich lese zwar Deine Beiträge in den Foren sehr gerne, da sie Qualität und Niveau haben. In diesem Punkt halte ich Dich allerdings für einen ahnungslosen Engel:
Du glaubst doch wohl nicht etwa allen Ernstes, daß Du dann Deinen von Dir angestrebten Seelenfrieden auf der Straße haben wirst? Denn die "supertollen Sportflitzer" werden Dich / uns weiter wegblinken und heizen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. da können wir (und damit meine ich auch unsereins, der gerne sicher schnell fährt) uns noch so am Riemen reißen.

Zitat
PowerAM
Aber wer 145 oder schneller fährt, der tut das absichtlich und sollte auch dran erinnert werden, daß das nicht geduldet wird.

Völlig unnötig auf einer dreispurigen wenig befahrenen Autobahn ! Als ob unsere Polizei nicht besseres zu tun hätte...! :mad:

Zitat
PowerAM
Ähnlich ist mit Dränglern zu verfahren.

Für dieses lebensgefährliche(!) Eingreifen in den Straßenverkehr kann der Bußgeldkatalog in diesem Punkt von mir aus nicht nur doppelt, sondern gleich zehn- oder hundertfach erhöht werden !
Vielleicht sollten die angestrebten Kontrollen für das vermeintliche neue Tempolimit besser hier verstärkt werden. Damit wird garantiert mehr Leben gerettet, wenn die wahnsinnigen Drängler endlich wirklich bestraft werden und im Wiederholungsfall empfindlich lange die Fahrerlaubnis wegbekommen, um ihren Potenzersatz nicht mehr fahren zu können.

Zitat
PowerAM
Einerseits ist die europäische Harmonisierung angestrebt, die einen deutschen Alleingang nicht tolerieren kann. Andererseits ist es Wille der EU, ...

Sicherlich sind in der heutigen Zeit gewisse Regelungen zwecks Harmonisierung notwendig. Als Freund europäischer Vielfalt geht mir diese Gleichschaltung und der unnütze Regulierungswahn aus Brüssel allerdings mächtig auf den Geist. :mad: Wann kriegen wir eigentlich das europäische Zentral-Abi? :D

Zitat
PowerAM
So, nun dürft ihr herzhaft dagegen wettern!

Warum sollte ich wettern:
Das Thema Verkehr und Verkehrssrecht ist nun mal abstrakt wie der Straßenverkehr selbst und natürlich müssen Probleme aufgegriffen und beseitigt werden.
Aber es spricht nichts gegen jemanden, der mit seinem Sportwagen sicher auf einer wenig befahrenen Autobahn aus Freunde am Fahren 180 km/h fährt. Das ist keine Raserei und nach deutschem Recht wird hier nicht verstoßen. Wenn er mit dem "supertollen Sportflitzer" allerdings als Potenzersatz durch Drängelei (darüber ärgere ich mich btw. auch oft genug) oder anderes lebensgefährlich den Straßenverkehr bedroht, gehört dieser Frahrer empfindlich bestraft.

Zitat
PowerAM
Ich feiere diese Entscheidung mit einem gut gekühlten Blonden! :cheers:

Ich bin zwar gegen ein Tempolimit aber natürlich akzeptiere ich Deine andere Meinung ! :cool: In diesem Sinne... Laß es Dir schmecken ! :cheers:
Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 27.10.2007 22:37

Re: Tempolimit auf Autobahnen beschlossen: 130 km/h!

In den Nachrichten (NDR 1 MV hörte ich gestern abend!) habe ich das falsch verstanden. Es ist also (leider) nichts beschlossen. Es tut mir leid, daß ich hier solche Halbwahrheiten verbreitet habe.

Wie aus CDU-Kreisen zu hören war, will man flächendeckend 130 km/h blockieren. Fakt ist, daß es eine Vorgabe aus Brüssel zur Harmonisierung der Verkehrsregeln in den Mitgliedsstaaten gibt. Das fing mit grenzüberschreitender Verfolgung von Verkehrsvergehen an, die jedes Mitgliedsland für andere vollstrecken muß. Verlangt der Beschuldigte eine rechtliche Prüfung und klagt dagegen, so muß er das in dem Land tun, das was von ihm will. Nichts gegen EU-weite Vollstreckung, nur sollten dann auch EU-weit identische Regeln und vergleichbare Strafen bei Mißachtung gelten! Ein geringfügiger Geschwindigkeitsverstoß ist bei uns noch vergleichsweise billig, in Italien, Frankreich oder den skandinavischen EU-Ländern geht sowas richtig ins Geld!

Toleranzgrenzen für Alkoholkonzentration im Blut von Autofahrern wäre das nächste Thema! Viele der "neuen" Mitgliedsstaaten haben 0,0 Promille und wehren sich dagegen, davon abzuweichen. Eine Einigung bei diesem Thema dürfte EU-weit bei 0,0 oder 0,2 Promille liegen. Mit heutiger Detektionstechnik wäre 0,0 aber verheerend! Das Bier zum Feierabend am Vorabend ist am nächsten Tag einwandfrei nachweisbar. Der Wert würde über 0,0 liegen - Trunkenheitsfahrt mit Restalkohol! Folge: Verfahren, Strafe, Fahrerlaubnisentzug. Wer dem entgehen will, der kann nur 100 %ig abstinent leben. Und wenn das politisch gewollt ist, dann muß man Alkohol komplett verbieten.

Ich befürchte, daß die CDU die Umsetzung der EU-Vorgabe blockiert. Auch der Vorwurf, Tempo 130 würde im Autoland Deutschland Entwicklung und Innovation im Automobilbau abwürgen, ist Unsinn! Wozu müssen Kleinwagen über 200 km/h schnell sein? Warum müssen (Serien-) Fahrzeuge für sogenannte Individualisten mit immer neuen Bestwerten für die Beschleunigung 0- 100 km/h oder neuen Höchstgeschwindigkeiten aufwarten, damit sie überhaupt wahrgenommen werden?

Ich hoffe, daß 130 kommt und sich Kauf- und Nutzungsgewohnheiten deutscher Autofahrer anpassen. Das Auto muß nicht so groß wie möglich sein sondern so groß wie nötig. Die Motorisierung sollte sich der Fahrzeuggröße und dessen Gewicht anpassen. Aber für Tempo 130 brauche ich nicht den größtmöglichen Motor! Downsizing wäre ein Thema! Warum soll ein Berufspendler täglich allein in einem 1,5 t schweren und mindestens 150 PS starken Audi A6 Avant zur Arbeit gurken, wenn es auch ein Polo mit ca. 75 PS tun würde? Die paar Tage im Jahr, an denen man ein wirklich großes Auto braucht, kann man es sich auch vom Vermieter holen!

Ich wehre mich etwas gegen eine staatlich verordnete Verteuerung des Kraftstoffes durch Steuern und Abgaben, denn das ist nicht die optimale Lösung, zumal sie in Grenzregionen ganz einfach umgangen werden kann. Einheitliche Kraftstoffpreise innerhalb der EU wären zwar wünschenswert, passen sich aber nicht den Einkommensverhältnissen an. Die von uns als "billig" empfundenen 1,20 EUR für Superbenzin sind für den Polen teurer Luxus! Gemessen an ihren Einkommen dürften die Polen inzwischen die höchsten Energie- und Kraftstoffkosten EU-Europas haben. Ist das gewollt?

Ich hoffe, daß unsere Autos in Zukunft wieder kleiner, leichter, sparsamer und umweltschonender werden und gleichzeitig bezahlbar bleiben. Mögen sie auf Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn bis 130 km/h optimiert sein. Schön, komfortabel und sicher - wobei man zugunsten des Gewichts Abstriche machen kann. Möge ein Kleinwagen nicht mehr bedauernswert wirken sondern als vollwertiges Automobil anerkannt werden. Und: Baut Autos, deren aktiver Beitrag zum Umweltschutz mehr als Augenwischerei ist! Mit welcher Dreistigkeit verlangt ein Auto von seinem Fahrer eine Vollgasfahrt auf Landstraße oder Autobahn, um einen lumpigen Dieselpartikelfilter freizubrennen? Die haben doch ein Ei auf dem Kopp! :eek: Eindeutig: Ziel verfehlt!!!

von PowerAM - am 28.10.2007 07:22

Re: Tempolimit auf Autobahnen beschlossen: 130 km/h!

Zitat
Staumelder
Mir persönlich ist es egal mit welchem Tempo ich über die Autobahnen düse, da ich meistens nur "zum Spass" unterwegs bin (mal zur Noordzee, mal zu Shoppen ins Ruhrgebiet, mal Freunde in MeckPomm besuchen, mal Frikandels in Enschede essen usw.). Da ich den Verbrauch meines Autos immer im Blickwinkel habe, lande ich eh oft zwischen 120 und 140 km/h.

Ich hoffe nur, dass künftig notorische Drängler und Lichthupen-Junkies massiv bestraft werden. Dicht auffahren 2 Punkte, gekoppelt mit Lichtupe 3 Punkte, jede weitere Geste (Mittelfinger usw.) ergibt Bonuspunkte. Wiederholungstätern wird der Schein entzogen, sie können sich dann zu den 17jährigen setzen und nochmal anfangen. Auf der anderen Seite müssten aber auch alle Oberlehrer eins auf die Nüsse bekommen (also die die beim 100-Schild ne Vollbremsung auf der linken Spur hinlgegen). Ansonsten macht das Tempolimit keinen Sinn...

____________________________________________________
Standort: 52°N17'/8°5'E (Osnabrück/NDS) | Blog
Die alten Holzkochlöffel aus Kunststoff sind immer noch die Besten.

Danke Danke Danke, 100% d'accord!!! FREUND(tm) :D

Was mir letztens passiert ist, es war nachts die Autobahn relativ frei, nur vereinzelt ein paar Brummis und ich nahm mir die Freiheit mal nicht auf den Spritverbrauch zu achten und 160km/h auf der rechten (LKW-)Spur zu fahren, ein LKW kam in Sichtweite und da nahm ich mir doch die "Frechheit" rechtzeitig zu blinken, obwohl auf der mittleren Spur jemand von hinten angeschossen kam, der mir dann auch noch die Lichthupe zeigte (wohlgemerkt die Autobahn war frei, er hätte auf die dritte Spur ausweichen können), leider habe ich nicht schnell genug geschaltet, das nächste mal gibts dafür eine Anzeige! Ja gehts denn noch? ICH nehme mir die Frechheit raus IHN abzubremsen (wohlgemerkt mit 160) obwohl alles frei ist... Von vorausschauenden, rücksichtsvollen Fahren war dort gänzlich gar nichts zu merken.

Was auf deutschen Straßen wirklich etwas bringen würde:

1.) LKW-Überholverbot auf Autobahnen (mit Ausnahme von Schwertransporten o.a. langsam fahrenden Fahrzeugen)
2.) strengere Kontrollen (denn nur die Kontrollen setzen dauerhaft ein Zeichen, da kann man die Strafen noch so unendlich in die Höhe treiben, wenn nicht kontrolliert wird...)

Ich möchte mir Nachts wenn alles frei ist, mir auf einer 3-spurigen Autobahn dann doch mal herausnehmen dürfen schneller zu fahren, um nach Hause zu kommen. Ich möchte mir da einfach keine 130 vorschreiben lassen! Von mir aus, kann man mir dann wegen Übertritt der Richtgeschwindigkeit Umweltsünderpunkte auf die Steuer z.B. anrechnen, aber noch mehr Regularien braucht das Land nun wirklich nicht...

Wie gesagt ich fahre auch gern konstante 130 auf der Autobahn, das ist auf Langstrecken wirklich das Spritsparendste was man machen kann! Und ich denke ich liege mit meinen 6,8L nicht gerade hoch! Wenn ich dann jedoch im dicksten Berufsverkehr von wirklich dreisten LKW-Fahrern (ich möchte hier jetzt keine generellen Vorwürfe gegen unsre osteuropäischen Nachbarn machen, es sind auch Deutsche daran beteiligt) auf DREI Spuren beim gegenseitigen Überholen regelrecht angehalten werde (ich bau mir demnächst mal eine feste Kamera ein, das glaubt mir niemand...) finde ich das echt zum KOTZEN...

von Rosti 2.0 - am 28.10.2007 10:19

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

@ HeibelA: Ganz meine Meinung! Andere Länder haben ein wirksameres System, Bußgelder für Verkehrsstraftaten zu verhängen. Ich bin absolut gegen Pauschalpreise - von Bagatelldelikten abgesehen.

Alles, was qualitativ eine Straftat ausmacht, das soll auch wie eine solche behandelt werden. Also ab damit vor Gericht, Bewertung der Tatumstände und Aburteilung nach Tagessätzen! So wird ausgeschlossen, daß Gutverdiener weiter ungestört Verkehrsregeln grob übertreten und es sie nicht trifft. Anders herum stürze ich den finanzschwachen Ersttäter nicht in den Ruin, wenn es ihm mal im Fuß juckte und er mit seinem alten Ford Sierra mal richtig Flamme gab.

Geldstrafen sollen "strafen". Und das erreiche ich nur, wenn sie weh tun. Für viele Delikte, die aus einem Augenblicksversagen hervor gehen (z. B. mal ein 80er Schild übersehen) ist ein Fahrverbot überzogen, wenn der Fahrer z. B. mit den vorher erlaubten 130 km/h eingeflogen kam und es weder zu einem Unfall noch zu einer Gefährdung kam. Wer dann am 2. 80er Schild sein Tempo verlangsamt, der hat es entweder erstmals gesehen oder seinen Fehler bemerkt. Wer am 3. 80er Schild noch immer 130 drauf hat, der hat entweder ganz schlechte Augen oder pfeffert da vorsätzlich mit deutlich mehr Tempo als zulässig lang.

Kontrollen müssen sein. Es muß sogar ein derart hoher Verfolgungsdruck herrschen, daß ein großer Teil von Verkehrsvergehen auch geahndet wird. Nur so ist das schlechte Gewissen beim innerorts 70 fahrenden Kraftfahrzeugführer zu entwickeln. Quatsch ist, Leute wie meine Mama mit gemessenen 54 km/h (abzüglich 3 km/h Toleranz waren 51 km/h vorwerfbar!) rauszukellen und verbal zusammenzufalten: "Sie haben kein Verantwortungsbewußtsein!". Auch Laserkontrollen 100 m vor dem Ortsausgang sind Unsinn. Dafür lieber regelmäßig die 30 in Wohngebieten, auf Schulwegen oder die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen überwachen! Und: Jeder muß zittern, daß er erwischt wird!! Polizeipräsenz kostet Geld, ist aber unerläßlich. Und noch etwas: Die kommunalen Blitzertonnen sind hinsichtlich ihres Einsatzkonzepts und ihrer Aufstellorte reine Abzocke! Verkehrsüberwachung ist primäre Aufgabe der Polizei und nicht eines Verwaltungsbeamten einer Gemeinde. Kontrolliert eure beleuchteten Hausnummern oder die Einhaltung der Schneeräumpflicht und schmeißt solche Wichtigtuer aus diesen Bereichen raus!

von PowerAM - am 28.10.2007 12:54

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Ich habe bei dem Thema etwas gemischte Gefühle - aber ich bin gegen ein Tempolimit!
Es ist zwar sehr angenehm z.B. in NL mit stur 120 km/h auf der Autobahn zu fahren. Man fährt rechts und wenn es nötig ist kann man ohne Probleme nach links wechseln, um einmal einen LKW zu überholen.
Andererseits funktioniert das mit dem (eigenen) Tempo 120 auch sehr gut auf den relativ freien norddeutschen Autobahnen. Momentan fahre ich mit einem selbstauferlegten Tempolimit 120-Tacho-km/h (=ca. 110 km/h) herum - meinem Motor zuliebe - und das geht eigentlich genauso entspannt wie in NL.
Ich möchte es mir aber nicht nehmen lassen, ein neues altes Auto vor dem Kauf einmal auszufahren, um zu hören, ob es irgendwo klappert, wackelt, mitschwingt oder sonstwiewas. Oder mit einem Motor, der es noch verträgt, des nächtens auf der freien Autobahn auch mal schneller zu fahren.

"Entspannt" ist dann auch so ein Stichwort: Früher habe ich einige Kurierfahrten für VW von Emden nach Wolfsburg gemacht. Mit Tempo 120 war ich in ca. 3 1/2 Stunden total entspannt angekommen, mit Tempo 170 eine halbe Stunde früher - aber so gestresst, daß ich erstmal eine ganze Weile Pause vor der Rückfahrt brauchte...

Ein LKW-Überholverbot würden sicherlich viele begrüßen. Im Flachland könnte das auch durchaus Sinn machen - aber im Gebirge? Stellt Euch mal vor es gäbe ein PKW-Überholverbot, es geht bergauf und vor Euch fährt ein Goggomobil und wird immer langsamer - so ungefähr runter auf 30-40 km/h... Da sollte man doch überholen dürfen wenn der eigene Motor soviel Kraft hat, auch bergauf die vorgeschriebenen 80 km/h zu schaffen...

MiRos Problem wäre evtl. dadurch zu lösen, daß auf dreispurigen Autobahnen die Nutzung der 3. Spur für LKWs verboten würde.

Was ich aber auch häufiger beobachte ist, das LKWs irgendwelche Landeier auf der rechten Spur überholen müssen, die sich nicht trauen auf der Autobahn eine einigermassen angebrachte Geschwindigkeit zu fahren. Es sind zwar nur 60 km/h Mindestgeschwindigkeit auf der AB vorgeschrieben, wer die aber tatsächlich fährt, gefährdet in starkem Maße den Verkehr!

Es gibt außerdem noch eine ziemlich in Vergessenheit geratene Verkehrsregel, die besagt, bei einem Spurwechsel den Fahrtrichtungsanzeiger zu betätigen. Das nervt auch etwas. Manche haben diese Regel auch nur halb vergessen und machen dann soetwas, was ich "Vollzugsblinken" nenne - erst abbiegen - dann blinken...
Wenn jemand bei der 3. Bake vor einer Abfahrt anfängt zu blinken, dann kann ich mich darauf einstellen und entscheiden, ob ich den jetzt überhole oder etwas langsamer werde bis er von der Bahn runter ist.

von iro - am 28.10.2007 14:30

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Schade, Frau Merkel! Chance vertan... Sie hätte ja den Vorschlag nicht blind unterstützen müssen, denn in Details kann man nachbessern. Nur "mit mir ist das nicht zu machen!" schlägt dafür die Tür zu. Ich hatte Frau Merkel in Heiligendamm anders in Erinnerung! - "Freie Bahn mit Marzipan!"

@ HeibelA: Die Videowagen der Autobahnpolizei haben andere Aufgaben, als Fahrzeuge aufzunehmen, die 10 km/h schneller fahren. Sie werden hauptsächlich eingesetzt, um Verkehrsstraftaten zu verfolgen: Raserei, Rücksichtslosigkeit, Drängelei, Rechtsüberholen oder Verkehrsgefährdung bzw. -behinderung. Straftaten muß nachgegangen werden, Ordnungswidrigkeiten - können - verfolgt werden. Das wird im Regelfall auch so gemacht, trotzdem haben einige Bundesländer in ihren Polizeigesetzen verfügt, daß auch Ordnungswidrigkeiten verfolgt werden müssen, wenn sie der Polizei zur Kenntnis gelangen.

Meine Bekanntschaft mit einem Videowagen ist auf ein von mir übersehenes 120er Schild zurückzuführen. Unverantwortlicherweise war ich mit gemessenen 143 km/h unterwegs. Am der zweiten 120er-Beschilderung bemerkte ich meinen Fehler und verlangsamte mein Tempo. Davor lagen aber 1 km mit 143. Man kellte mich raus, lotste mich auf eine andere Autobahn und fuhr Kilometer später von der Autobahn ab. Verbal stauchte mich ein End-Vierziger in 5 min Frontalvortrag zusammen, nannte mich verantwortungslos und hätte mir am liebsten sofort Fahrerlaubnis und Auto weggenommen. Nachdem er damit fertig war ließ ich seinen Kollegen antreten und erklärte ihm, daß ich mit dem "Oberlehrertypen" kein Wort mehr spreche. Der lachte sich halb kaputt und ließ ihn wegtreten.


Wie würde ich es mir vorstellen? Für Verkehrswege (Autobahnen, Kraftfahrstraßen, ...) zunächst ein Benutzungsverbot der jeweils linken Spur für LKW, Wohnmobile und Fahrzeuge mit Anhängern. Sind drei Richtungsfahrbahnen vorhanden, so können diese Fahrzeuge die mittlere Spur zum Überholen nutzen. Gibt es nur zwei Richtungsfahrbahnen, so gilt ein Überholverbot für diese langsam fahrenden Fahrzeuge.

Ein generelles Tempolimit von 130 km/h ist mit euch ja scheinbar nicht zu machen - und auch die Kanzlerin blockiert es. Es wird also freie Bahn für Schnellfahrer verlangt! Okay, dem kann man Rechnung tragen!! Gemäß § 1 StVO gilt die gegenseitige Rücksichtnahme. Ferner darf keine Handlung im Straßenverkehr andere gefährden oder behindern! Auch der Schnellfahrer hat ein Recht auf sein Schnellfahren! Muß er wegen eines untermotorisierten Kleinwagens sein Tempo verlangsamen, so kann das schon Nötigung sein! Ein langsameres Fahrzeug kann also nur dann zum Überholen ansetzen, wenn es kein schnelleres Fahrzeug zum Verzögern zwingt. Ist niemand zu sehen, so kann überholt werden. Nötigenfalls ist der Überholvorgang abzubrechen, um dem Schnelleren freie Bahn zu schaffen. Wer also nicht genügend Motorleistung und Beschleunigungsvermögen besitzt, der muß u. U. auf das Überholen verzichten oder ggf. die Nutzung von Schnellfahrstraßen unterlassen.

Innerorts ist ebenfalls vieles verbesserungfähig. Hauptverkehrsstraßen sollten mit einer grünen Welle befahrbar sein, die dann funktionieren sollte, wenn man sich an die zulässigen 50 km/h hält. Auf den Hauptverkehrsadern würde ich ein Park- und Halteverbot verfügen. Nebenstraßen und Straßen in bewohnten Gebieten würde ich grundsätzlich mit rechts vor links und Tempo 30 bedrosseln. Damit mache ich sie für den Durchgangsverkehr unattraktiv und verringere Verkehr und gefahrene Geschwindigkeiten in Wohngebieten.

EU-weit würde ich versuchen, das Kfz-Steuerrecht zu reformieren. Weg von der Besitzbesteuerung eines Kraftfahrzeuges und hin zur Besteuerung des Gebrauchs! Wegfall der Kfz-Steuer als Besitzsteuer. EU-weite Umlegung auf den Kraftstroffpreis. Das Ergebnis: Wenigfahrer oder Fahrer sparsamer Fahrzeuge profitieren davon, sparsame Fahrweise ebenfalls. Wer viel fährt oder viel verbraucht, der zahlt auch viel!

Um die Autobahnen leerer zu bekommen könnte man vielleicht auch wieder über eine Autobahnvignette nachdenken. Unter den aktuellen Bedingungen lehne ich sie ab, aber sie könnte Staus durch hohe Verkehrsdichte reduzieren. Da ihr ja eine freie Bahn für Schnellfahrer verlangt, so könnte man diese Autobahnvignette und damit die Autobahnbenutzung bestimmten Fahrzeugklassen verwehren. Wohnmobile, Smart, Opel Corsa 1.0, VW Fox und Polo 1,2 würden keine bekommen, da es absehbar ist, daß diese Fahrzeuge für Schnellere ein Hindernis darstellen würden. Vignetten würde ich dann nur Fahrzeugen mit einer eingetragenen Höchstgeschwindigkeit von mehr als 170 km/h zugestehen. Mehr als einen den Verwaltungsaufwand abdeckenden Betrag würde ich aber nicht dafür nehmen. Die Selektionsfunktion der Autobahnvignette würde mir bereits reichen. Wer dann wenige Tage im Jahr mal ein Autobahntaugliches Fahrzeug braucht, der soll es sich mieten! Wer ständig Autobahn fahren will, der sollte das nicht mit einer "Nuckelpinne" wollen.

von PowerAM - am 29.10.2007 08:21

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Schade, SPD. Bei den ersten Meldungen über die Parteitagsbeschlüsse wart ihr für mich fast schon wählbar geworden. Mit der Tempo 130-Forderung maht ihr alles wieder zunichte - Chance vertan.


Zitat

alqaszar:
Ein Parteitag hat keine Gesetzgebende Funktion.
...
Fazit: Die SPD hat nicht Tempo 130 auf Autobahnen beschlossen.


Das stimmt zwar für den Moment, aber wenn wir uns mal ein wenig in die Zukunft bewegen, was geschieht im Falle eines Wahlsieges der SPD und Abwahl von Merkel bei der nächsten Bundestagswahl? Evtl. ist die SPD-Spitze dann schon ganz anders besetzt. Erinnert man sich dann nicht an diesen Parteitagsbeschluss? Die potentiellen Koalitionspartner der SPD (Grüne, Linkspartei) waren immer schon für ein Tempolimit, von daher ist dort auch schon der Weg geebnet.

Neee, das ist mir dann zu gefährlich, dann wähl ich nicht Pest, sondern lieber Cholera.

Zitat

50° N 8°E
Ich empfehle jedem Mal eine Fahrt auf der A3 zwischen Köln und Frankfurt. Da wird geheizt wie Sau. Es ist eine glatte Strecke, wo man durchaus auch mal 160 fahren kann, aber die Raser mit über 200 sind auf dieser Strecke schon ganz schön nervig!


Die Strecke macht auch mit 240 einen Höllenspaß, wenn sie denn frei ist. Bei dichtem Verkehr wäre 200 allerdings schon als "Rasen" zu verurteilen, da muss ich Dir recht geben. Manchmal sind dort auch nur 120 drin. Dann heißt es: Locker bleiben und mitschwimmen (und wach bleiben!).

Zitat

PowerAM:
Gemäß § 1 StVO gilt die gegenseitige Rücksichtnahme. Ferner darf keine Handlung im Straßenverkehr andere gefährden oder behindern! Auch der Schnellfahrer hat ein Recht auf sein Schnellfahren! Muß er wegen eines untermotorisierten Kleinwagens sein Tempo verlangsamen, so kann das schon Nötigung sein! Ein langsameres Fahrzeug kann also nur dann zum Überholen ansetzen, wenn es kein schnelleres Fahrzeug zum Verzögern zwingt. Ist niemand zu sehen, so kann überholt werden. Nötigenfalls ist der Überholvorgang abzubrechen, um dem Schnelleren freie Bahn zu schaffen. Wer also nicht genügend Motorleistung und Beschleunigungsvermögen besitzt, der muß u. U. auf das Überholen verzichten


Ich weiß zwar, dass das jetzt sarkastisch gemeint war, aber genauso verhalte ich mich, wenn ich mit einem 40PS-Polo unterwegs bin. Ich würde allerdings folgenden Abriss:

>>Ein langsameres Fahrzeug kann also nur dann zum Überholen ansetzen, wenn es kein schnelleres Fahrzeug zum Verzögern zwingt

dahingehend relativieren:

Ein langsameres Fahrzeug kann also nur dann zum Überholen ansetzen, wenn es kein schnelleres Fahrzeug in größerem Maße zum Verzögern zwingt, als man selbst hätte verzögern müssen, um nicht auf das Hindernis aufzulaufen.

Und mit offenen Augen und vorausschauender Fahreweise gelingt das auch ohne Benutzung der Bremse.



von Channel Master - am 29.10.2007 10:34

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Habe das schon mal im anderen "Tempothread" geschrieben. :-)
Wenn hier einer die Geschwindigkeit auf der Autobahn reguliert, dann ist das ohnehin der momentan hohe Spritpreis, der wohl kaum noch groß fallen wird, sondern eher noch weiter ansteigt.
Selbst auf dem sehr wenig befahrenen "Friesenspieß" A31 sieht man heutzutage kaum noch Autos wirklich schnell fahren.
Als Normalverdiener überlegt man es sich heute gründlichst, im Sinne des wirtschaftlichen Fahrens Gas zu geben oder nicht. Und diejenige, die zuviel Geld haben, werden es sicherlich auch mit einem Tempolimit spritmäßig verfeuern.

Zitat
Torsten Schwarz
Wenn man viel auf Österreichs Straßen unterwegs ist, merkt man schnell, daß man mit gleichmäßigem Tempo viel entspannter ans Ziel kommt, außerdem wird weniger "Ellenbogenmentalität" an den Tag gelegt, wenn alle etwa gleich schnell fahren. Das ist für mich wesentlich mehr "Freude am Fahren" als der vermeintliche Kick, schneller als andere zu sein.

Ich kenne als Vielfahrer viele Autobahnen unserer Republik gut genug und war auch schon mehrfach im Ausland.
Will jetzt nicht sagen, daß bei uns anständiger gefahren wird als im Ausland - um Himmelswillen. ;-) Denke aber, daß wir diesbezüglich im goldenen Mittelfelt liegen, was die Disziplin auf Autobahnen angeht.
Meine Erfahrung, die ich auf ausländischen Autobahnen gesammelt habe ist, daß dort auch trotz verordneten 110 (Mexiko), 120 (z.B. Belgien) oder 130km/h (z.B. Frankreich) rumgesemmelt und geheizt wird, was das Zeug hält. Als besonders krass empfand ich da zum Beispiel Dänemark.
Und vor allem die jungen Leute oder sonstige "Sportsfreunde" benehmen sich auch im Ausland wie die Axt im Walde, wenn sie sich auf der Straße unbeobachtet fühlen. "Entspanntes Fahren" ist bei diesen "Tempolimitstaaten" dann eher relativ, wenn es trotz Limit an Disziplin und Rücksicht auf der Straße mangelt.

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 30.10.2007 02:05

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Habt ihr eigentlich schon gemerkt, daß immer, wenn Wahlen anstehen, die SPD bewusst einen auf Links und Öko macht? Wie hier weiter vorne schon mal geschrieben, will man bewusst die Wähler von SPD und Grünen einfangen. Vielleicht durchschaut das mal einer!

Dabei gilt es zu bedenken, daß große Teile von Deutschland von Automobilbauern und deren Zulieferern dominiert werden.

Deutschland lebt von der Automobilindustirie. Und wir bauen nun mal Mittelklasse und Luxuslimousinen, zumindest fast alle Hersteller, die erfolgreich sind.

Lasst den Männern ihre Spielzeuge, wir verdienen dran. Stellt euch mal vor, Daimler würde wegen so einer Schwachsinnsentscheidung bankrott gehen - da geht nicht nur Daimler kaputt. Nein, auch der Bäcker, Metzger, Gemischwarenladen - eben alles. Alle würden darunter leiden.

Und führt euch das mal zu Gemüte, wie viele Jobs daran hängen. Schlussendlich hängt nämlich sogar der Straßenfeger vom Daimler ab, denn ohne Daimler verdient die Stadt kein Geld.

Klar, Umweltschutz, aber fangen wir doch mal mit der "Weltpolizei" an: Die kümmern sich nen feuchten drum, und nur weil deren Autos 15l/100km brauchen, soll ich dafür nen kleinen Polo mit 60PS fahren? Nein! Nur weil mein Wagen 150PS hat, ist der noch lange nicht überdimensioniert. Und ich muss mit dem auch nicht permanent 250 fahren. Es ist einfach ein komfort-Merkmal keine Nähmaschine unter der Motorhaube zu haben, sondern einen leisen Motor, der unaufdringlich seine Arbeit verrichtet. Gerade Vielfahrer wissen sowas zu schätzen.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 30.10.2007 11:00

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Bravo Wolfgang, sehr gutes Statement, 100% konform!!!

Mein Auto hat zwar "nur" 115PS, aber auch ich fahre ihn bei weitem nicht laufend aus, ich trödel auch gern mal ne ganze Zeit rechts mit um die 120kmh herum. Aber gleichzeitig weiss ich eben, das da halt nicht schluss ist und ich KÖNNTE schneller sein, wenn ich wollte. Das ist das Stichwort: WENN ICH WOLLTE. Es bleibt mir überlassen, meinem Zeitplan, meinen Interessen und meinem Geldbeutel. Ich habe die Freiheit, zu entscheiden - und das Wissen, das der Motor, wie Wolfgang so schön schreibt, deutlich mehr kann.

Stichwort A31 - dort fahre ich auch mehrmals im Jahr in den Ruhrpott - hin meistens deutlich langsamer, zurück dank meist leerer Strecke auch deutlich schneller - man will dann nach so einem Tag einfach nach Hause kommen, und nutzt dann eben (Wetter und Verkehr vorrausgesetzt), die Möglichkeit, deutlich schneller zu fahren. Aber auch wenn ich dann mit 180 unterwegs bin, drängle ich niemanden beiseite auf der linken Spur, benutze keine Lichthupe und achte drauf, meinen Abstand zum Vordermann nicht zu kurz werden zu lassen. Bei nächster Gelegenheit fährt der schon von ganz allein nach rechts rüber, um Platz zu machen, was ich im umgekehrten Fall auch tue.

Nein liebe EU und liebe SPD: ihr habt uns in den vergangenen Jahren SO VIEL genommen, irgendwo muss auch mal schluss sein, es muss nicht jeder Furz reguliert werden. Vll. fragen sich die Herrschaften der EU mal, warum nahezu jedes Land, das neulich über eine EU- Fassung abstimmen durfte, dagegen war. Und vll. fragen sich die Herrschaften der SPD mal, warum im Falle eines Regierungsauftrages, ganz plötzlich solche Pläne wie Tempolimits in der Schublade verschwinden.

Und an alle "Klimaforscher": hört endlich auf, jeden Sturm und jedes Gewitter dem Klimawandel zuzuschreiben. Der letzte Sommer, der uns als "noch heisser und noch viel trockener" angekündigt wurde, war ein riesengrosser Reinfall - ins (Regen-) Wasser. Wenn ihr es nicht mal schafft, so ein Klima korrekt für wenige Monate vorherzusagen, was lässt euch glauben, das gleiche für 100 Jahre zu können?


Nicht der Autofahrer in Deutschland ist für zu viel CO2² verantwortlich, auch wenn das viele gerne hätten. Es ist viel mehr die Großindustrie - aber an die kommt man so schlecht heran. Klar, Deutschland will bis zum Jahre 20xx 40% weniger CO²- Ausstoß haben - schön. Und der Rest der Welt scheisst drauf und lacht sich über die bekloppten Deutschen kaputt. Was helfen dem Weltklima unsere strengen Grenzwerte - wenn sich der Rest nich dran hält? Zu wieviel Prozent ist der schneller als 130kmh fahrende Deutsche weltweit am CO² beteiligt? 0,x% ?

Macht was ihr wollt - aber nicht auf unsere Kosten...




von HAL9000 - am 30.10.2007 11:59

Einfuehrung erheblicher Tempolimits auf dem Berliner Ring A10

Ab Montag gilt auf Anordnung von Brandenburgs Infrastrukturminister Vogelsaenger unter Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium ein neues Tempolimit auf dem noerdlichen Berliner Ring A10. Betroffen ist ein ca. 5 km langer Abschnitt in Hoehe der Ortschaften Birkenwerder, Borgsdorf und Bergfelde. Zwischen 22 und 6 Uhr in beiden Fahrrichtungen Tempo 100. LKW mit ueber 3,5 t zugelassenem Gesamtgewicht duerfen dort dann nur noch 60 km/h schnell fahren. Damit konnte die Buergerinitiative "A10 Nord" einen Erfolg fuer ihre langjaehrigen Bemuehungen verbuchen. Messungen ergaben einen akuten Handlungsbedarf, die Messwerte ueberschritten die zugelassenen Grenzwerte erheblich. Allerdings kam das Installieren laermmindernder Bauten entlang der A10 aus Kostengruenden nicht infrage - was von Einwohnern und Lokalpolitikern kritisiert wird. Sollten die Grenzwerte auch zukuenftig nicht eingehalten werden ist von einer weiteren Geschwindigkeitsbegrenzung, ggf. auf 80 oder sogar 60 km/h auszugehen.

Quellen u. a.: rbb-online.de, berlinonline.de und Maerkische Allgemeine.

Die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung soll nach der Einfuehrung zunaechst intensiv und zukuenftig sporadisch ueberprueft werden. Das berichten jedenfalls verschiedene Radiosender. Bislang war der noerdliche Berliner Ring abgesehen von den Autobahnkreuzen und -dreiecken ohne Begrenzung. Ueber eine durchgaengige Begrenzung auf 120 km/h, in Anpassung zum Westring, wird bereits nachgedacht. Erfahrungen haben gezeigt, dass kuerzere aber sehr drastische Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb langer unbegrenzter Abschnitte bei Autofahrern eine geringere Akzeptanz haben als laengere Abschnitte mit moderater Geschwindigkeitsbegrenzung.

von PowerAM - am 21.04.2010 18:57

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Zitat
Peter Schwarz
Obwohl längst bewiesen ist, dass die großen Geschwindigkeitsunterschiede auf den deutschen Autobahnen (von 80 bis Schallgeschwindigkeit) in höchstem Maße unfallfördernd sind.


Ja, wo steht das denn? Zudem steht diese Aussage genau dem gesamteuropäischen Trend gegenüber, bisherige generelle Tempolimits zumindest auf bis zu 150 km/h aufzuweichen wie z.B. in Italien. Und ich persönlich begrüße dies sehr, denn warum soll man wie früher in Dänemark mit 110 über die Autobahn zockeln, wenn weit und breit alles frei ist? Ob generelles Tempolimit oder nicht, unsere deutschen Autobahnen sind auch so seit Jahren die sichersten der Welt. Zwar hat der Zustand in den letzten Jahren durch vermehrte Sparmaßnahmen zwar etwas nachgelassen, dennoch habe ich nur wenige Bedenken, dass dadurch allgemein die Verkehrssicherheit leidet. Tempolimits machen es nicht leicht, Überholvorgänge schnellstmöglich durchzuführen oder auf freier Strecke ohne unnötige Verzögerungen voranzukommen, darum sollte jedes Tempolimit begründet und nicht einfach pauschal vorgeschrieben werden. Hier in Hannover gibt es auf A2 und A7 dynamische Strecken- und Tempolimits, das ist eine gute Idee, da sie sich der gegebenen Situation anpasst. Da ist es dann auch sinnvoll, bei sehr hoher Verkehrsdichte nur 100 oder 120 vorzugeben. Bei entsprechend freier Strecke wird das dann aber auch wieder aufgehoben, sodass niemand sinnlos ausgebremst wird. Und ganz ehrlich, mir begegnen auf der Autobahn auch immer wieder rücksichtslose Langsamfahrer, die mit 90 oder 100 über die Bahn kriechen, scheinbar kaum den Verkehr von hinten beachten und ohne ausreichendes Blinken einfach auf die Überholspuren rüberziehen, obwohl von hinten Autos heraneilen. Jeder lernt in der Fahrschule, dass man vorm Überholen erst den nachfolgenden Verkehr beobachten muss und erst dann zum Manöver ansetzen darf, wenn kein Nachfolger behindert wird. Leider handeln Autofahrer aber immer wieder nach dem Motto "sollen die nicht so rasen, müssen sie halt bremsen!". Und das kann es genau so wenig sein, und da hat dann der Schnellfahrer auch nur bedingt schuld, wenn er solch ignorantem Verhalten ausgesetzt wird und dann auch noch gegängelt wird, dass er seine 150 Pferde nur noch an der Ampel rauslassen darf.

Zitat
Peter Schwarz
Nirgendwo fahre ich so ungern Autobahn wie in Schland!

Dann bist du herzlich eingeladen, über unsere gemütlichen Bundes- und Landstraßen zu bummeln ;) . Das soll nicht gemein rüberkommen, aber wer meint, dass es auf unseren Autobahnen zu wuselig ist, soll da weg bleiben. Was sind eigentlich die genauen Gründe, warum dir deutsche Autobahnen so misfallen?

von Dr. Antenne - am 11.09.2010 17:35

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Zitat
Dr. Antenne
Bei entsprechend freier Strecke wird das dann aber auch wieder aufgehoben, sodass niemand sinnlos ausgebremst wird.

130 ist ja nicht sinnlos. Was heißt freie Strecke? Und wo bleiben denn die Sicherheiten? Wie fängt man ein Auto ab, wenn bei 130 ein Reifen platzt oder bei 180? Wie bremst man, falls sich "kurzfristig" ein Hindernis auftut und sei es durch Trümmer der Gegenfahrbahn. Autobahnen sind für derartige Geschwindigkeiten ungeeignet.
Zitat
Dr. Antenne
Und ganz ehrlich, mir begegnen auf der Autobahn auch immer wieder rücksichtslose Langsamfahrer, die mit 90 oder 100 über die Bahn kriechen, scheinbar kaum den Verkehr von hinten beachten und ohne ausreichendes Blinken einfach auf die Überholspuren rüberziehen, obwohl von hinten Autos heraneilen. Jeder lernt in der Fahrschule, dass man vorm Überholen erst den nachfolgenden Verkehr beobachten muss und erst dann zum Manöver ansetzen darf, wenn kein Nachfolger behindert wird. Leider handeln Autofahrer aber immer wieder nach dem Motto "sollen die nicht so rasen, müssen sie halt bremsen!". Und das kann es genau so wenig sein, und da hat dann der Schnellfahrer auch nur bedingt schuld, wenn er solch ignorantem Verhalten ausgesetzt wird und dann auch noch gegängelt wird, dass er seine 150 Pferde nur noch an der Ampel rauslassen darf.

Schnellfahrer? Sicher doch nur mit 130. Alles andere behindert das konsequente Ausnutzen aller Spuren. Und überhaupt: 130 ist Richtgeschwindigkeit. Dies bedeutet, daß man schneller fahren darf wenn man niemand anders behindert. Dazu gehört nach meiner Auffassung nicht, daß man einen der die rechte Spur befährt hinter einem LKW "einsprerren" darf. Es muß ihm sogar per Gesetzt bereit derzeit die Möglichkeit gegeben werden auf die linke Spur auszuscheren; natürlich nicht wenn er 80 oder 100 fährt und nicht frühzeitig den Spurwechselwunsch ankündigt.
Es ist schlicht ein Stück Rücksichtslosigkeit die da zu oft abläuft. Es gibt den Schnellfahrer mit > 150km/h der auch auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nimmt zu selten. Wobei diese Fahre dann schon wieder deutlich häufiger Rücksicht nehmen als Fahrer die sich zwischen 140 und 150 km/h bewegen. Vielleicht geht es da auch so aus wie mit den Rauchern in Bayern: Es wurde kaum gefragt, ob es denn recht ist sich eine anzubrennen. Jetzt hat man (endlich!!) einen klaren Strich gezogen. Man kann eben offensichtlich mit Freiheiten nicht umgehen...

von Thomas (Metal) - am 11.09.2010 17:54

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Zitat

Und ganz ehrlich, mir begegnen auf der Autobahn auch immer wieder rücksichtslose Langsamfahrer, die mit 90 oder 100 über die Bahn kriechen, scheinbar kaum den Verkehr von hinten beachten und ohne ausreichendes Blinken einfach auf die Überholspuren rüberziehen, obwohl von hinten Autos heraneilen.

Genau das passiert gerade in geschwindigkeitsbegrenzten Bereichen und Baustellen sehr häufig. Die Autos, die von hinten heraneilen sind dann genau die, die zu blöd sind, das bereits 5 mal wiederholte Schild für die Geschwindigkeitsbegrenzung zu lesen. Denn was kaum einer kapiert: Z.B. auf einer Strecke, wo man 100 fahren darf und auf der rechten Spur gerade aufgrund des Verkehrs nur noch 80 möglich sind (oder auch, weil dort LKWs fahren), darf man diese eben auch mit der zulässigen Geschwindigkeit, sprich 100 (oder, wie ich es mache, im Bereich 100-120, also eigentlich schon im grenzwertigen Bereich), überholen, und das auch auf der ganz linken Spur, wenn die Fahrbahn dreispurig ist.
Man muss dann nicht die Überholspur freihalten, nur weil von hinten Jemand mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit heraneilen könnte (was heißt könnte, das passiert auf jeden Fall immer). Ich darf so Jemanden zwar nicht daran hindern zu überholen und ich darf ihn auch nicht daran hindern, zu schnell zu fahren (tue ich ja auch gar nicht), aber ich muss auch nicht die Überholspur freihalten, nur, damit er schneller als erlaubt fahren darf und ich deswegen sogar langsamer als möglich und erlaubt fahren muss...

Den meisten ist man aber selbst dann noch zu langsam, wenn man das Tempolimit bereits um 20 km/h, also "Bußgeldgrenze" überschreitet. Wofür ich auch kein Verständnis habe ist es, wenn Jemand noch drängelt, wenn man bereits 170 fährt und gerade überholt. Nur zur Info: Es ist nicht "Pfilicht", auf der Überholspur "ausschließlich mit Vollgas" zu fahren ;-). Pflicht dagegen ist es, die Überholspur zum Überholen zu benutzen (nicht mal das kapiert die Hälfte aller Autofahrer - auch derjenige, der kürzlich meinen nicht unschweren Unfall verursacht hat nicht...)
Wenn man einen an den Führerschein gebundenen Arbeitsvertrag hat, sieht man so etwas vielleicht etwas anders...

von WiehengeBIERge - am 11.09.2010 18:53

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Zitat

130 ist ja nicht sinnlos. Was heißt freie Strecke? Und wo bleiben denn die Sicherheiten? Wie fängt man ein Auto ab, wenn bei 130 ein Reifen platzt oder bei 180? Wie bremst man, falls sich "kurzfristig" ein Hindernis auftut und sei es durch Trümmer der Gegenfahrbahn. Autobahnen sind für derartige Geschwindigkeiten ungeeignet.


Freie Strecke sollte sich ja nun von selbst erschließen... sprich, vielleicht ein paar LKWs rechts und das eine oder andere Auto dazwischen bzw. vereinzelt auf der mittleren/linken Spur. Man kann es auch mit einem sehr flüssigen Verkehrsfluss sowie einer über eine längere Distanz freien Fahrspur umschreiben. Wenn dann keiner vor einem ist kann es doch wohl egal sein, wie weit jemand seine Höchstgeschwindigkeit ausreizt. Reifenplatzer: Wenn es danach geht, kann bei 100km/h schon viel passieren. Es sind viele Faktoren wie Fahrertalent und auch die Umgebung (viel oder wenig Verkehr, Bebauung drum herum, Fahrzeugzustand). Letztendlich lauern aber beim Autofahren auch bei viel niedrigerem Tempo jederzeit lebensbedrohliche Risiken. Soll ich deswegen mein Auto nur noch schieben?

Zitat

Schnellfahrer? Sicher doch nur mit 130. Alles andere behindert das konsequente Ausnutzen aller Spuren. Und überhaupt: 130 ist Richtgeschwindigkeit. Dies bedeutet, daß man schneller fahren darf wenn man niemand anders behindert.

Es kommt immer darauf an wie viel los ist (Stichwort "Freie Strecke")! Wenn sich eh alles schon hintereinander schlängelt ist es nicht angebracht, sich mit Macht einen Weg freizukämpfen. Nur wenn weit und breit nichts los ist, aber jemand meint, trotzdem überholen und Nachfolger ausbremsen zu müssen, liegt es an dem Langsamen und nicht an dem Schnellen. Genau so habe ich es in der Fahrschule auch erklärt bekommen. Wenn von hinten ein Auto oder auch eine ganze Reihe kommt kann ich nicht einfach rausziehen, nur weil sie deutlich über Richtgeschwindigkeit fahren und es mir gerade in den Kram passt einfach zu Überholen. Aber leider machen gerade viele das.

Schnell fahren (bzw. Strecken ohne Tempolimit) sollte eigentlich nicht das Problem sein. Ich kann aber verstehen, dass manche ein Problem haben, auf welche Art und Weise schnell gefahren wird. Wer drängelt, keinen Abstand hält und somit den Teufel herausfordert, hat es verdienst Raser genannt und für die entsprechenden Vergehen bestraft zu werden. Aber statt noch mehr Regelungen wäre es für alle auf den Straßen wichtiger, umsichtiger zu fahren! Allein das sollte schon merklich etwas bewirken.

Zitat

Zitat:
Und ganz ehrlich, mir begegnen auf der Autobahn auch immer wieder rücksichtslose Langsamfahrer, die mit 90 oder 100 über die Bahn kriechen, scheinbar kaum den Verkehr von hinten beachten und ohne ausreichendes Blinken einfach auf die Überholspuren rüberziehen, obwohl von hinten Autos heraneilen.

Genau das passiert gerade in geschwindigkeitsbegrenzten Bereichen und Baustellen sehr häufig. Die Autos, die von hinten heraneilen sind dann genau die, die zu blöd sind, das bereits 5 mal wiederholte Schild für die Geschwindigkeitsbegrenzung zu lesen. Denn was kaum einer kapiert: Z.B. auf einer Strecke, wo man 100 fahren darf und auf der rechten Spur gerade aufgrund des Verkehrs nur noch 80 möglich sind (oder auch, weil dort LKWs fahren), darf man diese eben auch mit der zulässigen Geschwindigkeit, sprich 100 (oder, wie ich es mache, im Bereich 100-120, also eigentlich schon im grenzwertigen Bereich), überholen, und das auch auf der ganz linken Spur, wenn die Fahrbahn dreispurig ist.

Meine Schilderung bezog sich auf Bereiche ohne Tempolimit. :) Bei dem Beispielen mit vorhandenen Tempolimits wie in Baustellen usw. ist die Kritik zweifelsfrei angebracht.

von Dr. Antenne - am 11.09.2010 19:17

Re: Vorsto? f¼r Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Haelt man sich an das, was ihr gern haettet, dann koennte man auf zweispurigen Autobahnen rechts 79 - 83 km/h fahren und links 200+. Ich weiss, dass ich mit meiner 68 PS-Moehre an sich kein Recht zum Befahren der linken Spur habe - es sei denn, es ist kilometerweit niemand zu sehen, der sie fuer sich beanspruchen koennte. Ich habe es jedenfalls noch so gelernt, dass der Spurwechsel zu unterbleiben hat, wenn jemand auch wegen mir vom Gas zu gehen haette.


Erlebnis am Freitagmorgen: Der Berliner Nordring ist kilometerlang Baustelle. Der rechte Fahrstreifen ist auf den Standstreifen verlegt, der linke laeuft auf der vormals rechten Fahrbahn. Wer auffahren will, der hat eine Haltelinie mit Stop-Schild und der fliessende Verkehr wird durch eine durchgezogene Mittellinie sowie die Beschilderung mit Ueberholverbot und der Aufforderung, fuer Auffahrende keinen Spurwechsel durchzufuehren eindeutig zu konkretem Verhalten ermahnt. Im uebelsten Fall steht man eben mehrere Minuten an der Auffahrt an.

Jedenfalls betrifft das mehrere Auffahrten und u. a. auch die Ueberleitung von der autobahnaehnlich ausgebauten B96 vor dem AD Oranienburg. Ich befuhr mit erlaubten 60 km/h den Ring. Von der B96 kommend befuhr ein Benzin-Tanker die A10 unter Missachtung seines Stop-Schildes und zwang mich zum Abbremsen von ca. 60 km/h bis zum Stillstand. Damit ihm niemand auch nur 'ne Begrenzungsleuchte abfaehrt, fuhr dieser Tankerfahrer anschliessend spuruebergreifend mittig. Das machen in Baustellen aber inzwischen auch viele andere LKW-Fahrer. Soll bloss niemand auf die bloede Idee kommen...

Seine Anzeige wegen Noetigung und gefaehrlichem Eingriff in den Strassenverkehr bekam dieser LKW-Fahrer selbstverstaendlich von mir. Er hat es drauf angelegt, mich wahlweise abzuschiessen oder zumindest grob in Gefahr zu bringen. Wahrscheinlich wird's eh eingestellt, weil Aussage gegen Aussage steht. Aber er soll sich zumindest die Muehe des Ausfuellens seines Anhoerungsbogens machen muessen...

von PowerAM - am 11.09.2010 21:11

Re: Vorstoß für Tempolimit 130 km/h auf Autobahnen!

Zitat

Wie fängt man ein Auto ab, wenn bei 130 ein Reifen platzt oder bei 180?


Genau gleich.

Zitat

Nirgendwo fahre ich so ungern Autobahn wie in Schland!


Ich mag Holländer auf deutschen Autobahnen auch nicht. Die fahren fast so doof wie viele Deutsche und dauernd nebeneinander her anstatt zu überholen.

Zitat

130 ist ja nicht sinnlos


Nö, das ist die Richtgeschwindigkeit, auch wenn das für viele überforderte und schlecht ausgebildete Autofahrer schon verbrecherisches Rasen ist.

Zitat

nur weil sie deutlich über Richtgeschwindigkeit fahren und es mir gerade in den Kram passt einfach zu Überholen. Aber leider machen gerade viele das.


Wenn man selber schnell fährt muss man auch immer damit rechnen. Das gehört zum Straßenverkehr nunmal auch dazu. Es ist (leider) auch nicht jeder in der Lage über einen kleinen Seitenspiegel nun festzustellen ob ein Fahrzeug nun 20 oder 50 km/h schneller fährt als man selber.

Zitat

Wer drängelt, keinen Abstand hält und somit den Teufel herausfordert, hat es verdienst Raser genannt


So ist es, aber man sollte als "Langsamfahrer" ebenfalls darauf achten den Verkehrsfluss nicht unnötig durch Sturheit und ein übertriebenes fahren nach Vorschrift zu behindern.

Zitat

Was soll dieser Blödsinn eigentlich?


Die LKW fahren mittig weil die Spuren oft nur 2 Meter breit sind, die LKW aber deutlich breiter. Ein Kleinstwagen kann sich vorbeiquetschen, aber nur wenn kein Hindernis etc. kommt, eine größere Limousine schon nicht mehr. Man kann sich wenn man vorbeiwill natürlich darüber aufregen aber eigentlich hat der Lenker des LKW recht da die Unfallgefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer wesentlich geringer ist wenn er keinen Vorbeilässt. Als PKW Fahrer sollte man sich auch nicht mit so einem schweren Fahrzeug anlegen, wenn man nicht zufällig ne Panzerlimousine fährt sind die Überlebenschancen gleich Null.

Zitat

Er hat es drauf angelegt, mich wahlweise abzuschiessen oder zumindest grob in Gefahr zu bringen


Ist die Frage ob das Absicht war oder nicht.
Falls es ein Versehen kann man höchstens dir als eingebildeten Verkehrserzieher Vorwürfe machen der sich darüber aufregen muss, versuch mal eine Vollbremsung aus 60km/h mit nem Benzinlaster zu machen. Wenn du nicht gebremst hättest wärst du platt gewesen, ob der LKW nun in die Eisen gestiegen wäre oder nicht. Wenn etwas schnell von rechts kommt muss man als Autofahrer auch bremsbereit bleiben. Verkehrsschilder und Verkehrsregeln hin oder her.
Im Zweifelsfall kann man nicht davon ausgehen das sie jeder befolgen wird. Könnte ja auch ein Fahrzeug mit versagenden Bremsen, ein Wildschwein, ein Kind oder sonstwas auf die Straße rennen.

Natürlich gibt es auch verantwortungslose Vollidioten im Straßenverkehr, LKW oder PKW. Aber einen Führerschein bekommt jeder, das man mit einem Kraftfahrzeug deutlich mehr Schaden anrichten kann als mit einer Schusswaffe das ist in Deutschland nur wenigen bewusst. Wahrscheinlich wären kaum noch Autos unterwegs wenn man da dieselben Maßstäbe ansetzen würde.




von Detektordeibel - am 12.09.2010 00:08

Re: Vorsto? f¼r Tempolimit 70 km/h ausserorts und 100 bzw. 130 km/h auf Autobahnen!

Wenn ich heute ausserorts Tempo 85 fahre, hat das seine Gruende. In meiner Heimat sind die Ortschaften so dicht beieinander, dass sich mehr nicht lohnt. Teilweise sind sogar heute bereits maximal Tempo 70 erlaubt. Insofern wird sich in meiner Heimat nicht viel aendern.

Fuer wen Verkehrsregeln nach seiner Ansicht nicht gelten, der kann gern vorbeifahren und mich in Ruhe lassen. Ich lasse mich weder durch dichtes Auffahren noch durch Lichthupe oder eingeschalten gelassenes Fernlicht zu irgendetwas noetigen. Sowas bewegt mich eher dazu, mein Tempo weiter zu reduzieren. Auch wenn ich auf Autobahnen selten schneller als 105 fahre bin ich niemand, der dort anderen im Weg steht. Ich ueberhole langsamer fahrende LKW nur, wenn das fuer mich gefahrlos geht und ich fuer niemand ein Hindernis bin. Im Zweifelsfall ist das Ueberholen fuer mich eben nicht moeglich. Man kommt auch mit Tempo 83 ans Ziel!

Generelles Tempo 30 innerorts sehe ich aber als Unfug. Das gehoert gern in unuebersichtliche Wohngebiete mit rechts vor links oder dorthin. Mit Tempo 30 hat der Verkehr mehr Zeit zum Laermen. Man bringt zudem den Individualverkehr auf die Idee, abseits der Hauptverkehrsadern gleich durch die Wohngebiete zu fahren. Dort erzeugt man dann mehr Verkehr als zuvor. Drum gehoeren Hauptstrassen mehrspurig, mit intelligenten Ampelsteuerungen und "gruener Welle" ausgebaut und sind mit Tempo 50 oder vielleicht sogar 60 Teil eines leistungsfaehigen Verkehrskonzepts. Der Individualverkehr auf den Nebenstrassen sollte sich auf Anwohner, Kunden, Lieferverkehr usw. beschraenken.

Individualverkehr kann man reduzieren, wenn man leistungsstarke, attraktive und vor allem bezahlbare Alternativen zum Auto bietet. Eine Idee aus Hannover gefaellt mir: Dort lohnt sich eine Tageskarte bereits, wenn man zwei Fahrten oder mehr vorhat. Neben Rostock hat auch Bremen m. E. ein interessantes und ausgesprochen preiswertes Nahverkehrsnetz. Wenn man Bus und Bahn wirklich als funktionierende Alternativen abwaegen kann,entscheidet man sich vielleicht haeufiger gegen das Selbstfahren.

von PowerAM - am 27.10.2011 18:55
Tempo 130 für die Autobahn - damit kann ich mich durchaus anfreunden. Wobei auch hier erstmal das geltende Recht angewandt werden sollte. Und dann hätte man auf Grund der Verkehrsdichte die Richtgeschwidigkeit, also Tempo 130. Also nix mit "ich komme mit 150 und ihr macht gefälligst Platz auf der linken Spur". Genau sowas tötet das eigentlich sinnvolle Instrument der Richtgeschwindigkeit. "Ihr könnt schneller fahren, wenn ihr keinen behindert oder gar schlimmeres dafür tut"... Und genau so!
Was ich keinesfalls nachvollziehen kann ist Tempo 70 außerorts oder ein grundsätzliches Tempo 30 in Ortschaften.
Ich mag da PAM durchaus recht geben, wenn z. B. der Abstand zwischen den Ortschaften oder sonstigen Begrenzungen zu knapp ist, lohnt sich ein Beschleuningen auf 100 km/h nicht. Hat man aber "Kilometer", so ist 100 km/h schon in Ordnung. Außerdem sollte man bedenken, daß man i. d. R. ordentlich ausgebaute Landstraßen hat. Und das übliches Argument mit den Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeit: Ja, genau die Gewindigkeit war überhöht, also normalerweise mehr als das was zulässig war - es war also bereits sanktioniert. Sicherlich bleibt der Fall in dem in Gefahrensituationen zu schnell gefahren wird. Teilweise sind diese Landstraßen sogar ähnlich gut wie Autobahnen, natürlich nur mit einer Spur pro Richtung...
Innerorts finde ich ein Tempo 30 in Wohngebieten durchaus nachvollziehbar. Aber wie groß dürfen dann die 30-Zonen werden? Hier wird, nunja wort-wörtlich, die 30er Zone großzügig angelegt. Es führt dann dazu, daß man eben auch keinen Unterschied mehr zwischen einer "Wohnstraße" und einer "Zubringerstraße" macht und das halte ich für falsch. Ganz falsch finde ich, wenn die innerörtlichen Hauptverkehrswege nur noch mit 30 befahren werden dürften. Nein, das schreit dann förmlich nach unbezahlbaren Umgehungsstraßen.

von Thomas (Metal) - am 27.10.2011 20:26
Zitat
PowerAM
Die aufgestellten Schilder nennen die zulaessige Hoechstgeschwindigkeit. Bei Einhaltung dieser oder Unterschreitung braucht darauf nicht zusaetzlich geachtet werden.


:kaffee:

Bei Unterschreitung wäre ich mir da im übrigen nicht so sicher, es gibt auch Bußgelder für zu langsames fahren. Ironischerweise hat es ein entferntes Familienmitglied deswegen am Zürcher Flughafen erwischt. Das war deutlich teurer als die hierzulande üblichen 20 Euro für Verkehrsbehinderung.

Apropos Ironie... ein Detektor scheint hierfür zu meinem Ausgangspost defekt zu sein (obowhl sogar noch ein Smiley da war, dass den Umzug ins Zitat nicht überlebte...) :-(

Zitat

Bei uns gelten ausserorts fast flaechendeckend Tempo 70 [...] Meine Gemeinde kriegt demnaechst einen Laermschutzplan und der verfuegt generell Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr


Ja, ist in Freiburg so. Dort hat man die vierspurige Stadtautobahn nachts auch auf Tempo 30 gedrosselt. Seltsamerweise auch eine Straße, die diese vierspurige über eine Brücke überquert, nur in dem Bereich wo der feste Blitzer steht. Zur Einführung gab es Blitzerparties dort, da es faktisch alle 10-20 Sekunden blitze. Vielleicht finest man noch Ausschnitte von damals auf Youtube. Auf der ebenfalls 4-spurigen Ausfallstraße zum Zubringer Süd wurde aufgrund hoher Unfallgefahr (es gab noch nie einen unfall dort) das Tempo auf 100 Meter nach dem Ortsausgang auf 60 km/h gedrosselt, weil oh wunder dort es einen Blitzer hat. Danach ist wieder die schon früher üblichen 80 km/h. Und die Landstraße bei Pfaffenweiler galt lange zeit als BaWüs oder sogar Deutschlands schlechteste Straße, mit tiefsten Schlaglöchern, engen Kurven und abgefahrener Bankette. Damals 100 km/h erlaubt, jetzt nach Sanierung, Verbreiterung und Begradigung in Top Qualität gilt auf der gesamten Strecke 70 km/h mit regelmäßigen Blitzern am Straßenrand. Ergo, Straßen, die deutlich anders ausgebaut sind als es die zulässige Höchstgeschwindigkeit zulässt lassen einen schnell in die Falle tappen. Anstatt dauernd auf den Tacho schaue ich lieber auf die Straße und achte nebenbei auch auf Blitzer. :auEs:

von CBS - am 08.05.2013 11:45
Zitat
DH0GHU
"Witzig" fand ich die im DLF genannte Gabriel-Begründung, in anderen EU-Ländern sei auch 120 km/h üblich.
Das mag dem gemeinen Schwarzgeldindieschweizfahrer und der sie jagenden Kavalerie so vorkommen, aber in den von mir in den letzten Jahren bereisten Flächenstaaten ist eher 130 km/h üblich.

Richtig.

Zitat

Generell fände ich ein Tempolimit eher gut:
Die derzeitige Situation, bei der wir in der Praxis Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Verkehrsteilnehmern von über 150 km/h haben (PKW/LKW mit 80 km/h, Schnellfahrer mit 230 km/h), ist jedenfalls nur bei einigermaßen hoher Verkehrsdichte ausgesprochen nervtötend, teils auch gefährlich. Noch schöner wäre es, wenn die 130 km/h dann auch überall und auch zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens nutzbar wären - durch einen bedarfsgerechten Ausbau der Autobahnen...

Auch richtig.


Zitat

Ob sich allerdings die SPD was Gutes tut, wenn sie dem deutschen Autofahrer schon vor der Wahl droht?

Das hat sie doch schon längst gemacht :D
http://www.welt.de/politik/deutschland/article110591203/SPD-Chef-Gabriel-fordert-mehr-Geld-fuer-Kanzler.html

Auch wenn ich generell eher zu den Schnellfahrern zähle, wäre ich mittlerweile auch eher für ein Tempolimit, ganz einfach weil man meist eh nicht (gefahrlos) schneller fahren kann.

Es kommt mir nur wieder typisch deutsch vor, dass wir wieder unbedingt eins drauflegen müssen... in den mir befahrenen Länder gilt überall 130 nicht 120 und in Frankreich auf der Landstraße gelten 90 nicht 80....

von Rosti 2.0 - am 08.05.2013 12:08
Zitat
Japhi
Solange kein Tempolimit kommt fahre ich 80-100.


Meine Meinung steht in diesem Uraltthread recht weit vorne: DAGENGEN ! :cool:
Zwischenzeitlich habe ich seit genau fünf Jahren einen fast 20 Jahre alten 940er Volvo, mit dem ich auf der BAB in der Regel um die 120 und selbst unter Zeitdruck kaum schneller als 140 fahre. Nur hier ist der springende Punkt: Es ist einfach angenehm, gerade auf leeren Autobahnen ungestraft 140 (oder schneller) fahren zu können, wenn man niemanden gefährdet.
Zur Heizerfraktion gehöre ich also noch nicht mal, wenn ich nicht gerade ein entsprechendes Auto aus der Verwandtschaft nutze.
Aber wer Volvo fährt, läßt den Streß ohnehin an sich vorbei ziehen. :cool: :p

Zitat
DH0GHU
"Witzig" fand ich die im DLF genannte Gabriel-Begründung, in anderen EU-Ländern sei auch 120 km/h üblich.
Das mag dem gemeinen Schwarzgeldindieschweizfahrer und der sie jagenden Kavalerie so vorkommen, aber in den von mir in den letzten Jahren bereisten Flächenstaaten ist eher 130 km/h üblich.?


Richtig, und hier hat sich der Trend eher noch weiter nach oben hin geöffnet, wenn man in 130er-Staaten wie Dänemark oder Schweden rüber blickt, die früher 110 km/h hatten.
Und Länder wie Österreich, Italien und die Slowakei (?) tes(t)en zumindest zeitweise oberhalb der 130, auch in anderen Staaten wird darüber häufiger diskutiert.

Zitat
DH0GHU
Die derzeitige Situation, bei der wir in der Praxis Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Verkehrsteilnehmern von über 150 km/h haben (PKW/LKW mit 80 km/h, Schnellfahrer mit 230 km/h), ist jedenfalls nur bei einigermaßen hoher Verkehrsdichte ausgesprochen nervtötend, teils auch gefährlich. Noch schöner wäre es, wenn die 130 km/h dann auch überall und auch zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens nutzbar wären - durch einen bedarfsgerechten Ausbau der Autobahnen...


Ich halte eher die automatische Verkehrsregulierug flächendeckend für sinnvoll:
Runter mit dem Tempo, wenn es der Verkehrsfluß erfordert. Komplett ohne Limit, wenn es bei geringem Verkehr insbesondere nachts Sinn macht und niemand gefärdet wird.

Zitat
DH0GHU
Ob sich allerdings die SPD was Gutes tut, wenn sie dem deutschen Autofahrer schon vor der Wahl droht?


Eine Handvoll Prozente dürfte das mit Sicherheit kosten, Angie freut sich.
Den Spaß "freie Fahrt" wird uns allerdings eher Brüssel eines Tages nehmen (wenn man an Aktionen wie Führerschein-Verfallsdatum denkt, wärend Griechenland & Co. vor die Hunde gehen), da brauchen wir keinen Gabriel oder die Grünen. :rolleyes:

Im Ausland z.B. dem benachbarten Holland wird übrigens trotz 120 wesentlich aggressiver gefahren, "entspanntes Fahren" ist bei diesen "Tempolimitstaaten" dann eher relativ, wenn es trotz Limit an Disziplin und Rücksicht auf der Straße mangelt und es ist eine Wohltat, wenn man wieder über der Grenze auf einer deutschen Autobahn ist. Das sind zumindest meine Erfahrungen, nachdem ich eine Zeitlang regelmäßig nach Amsterdam gefahren bin und die NL-A1 insbesondere bei Berufsverkehr kennegelernt habe: Geschubse und Gedränge ohne Ende, und Porsche-Fahrer mit gelben Kennzeichen haben auf die 120 weitgehend gepfiffen.

von Mathias Volta - am 08.05.2013 13:45
Zitat

Nur hier ist der springende Punkt: Es ist einfach angenehm, gerade auf leeren Autobahnen ungestraft 140 (oder schneller) fahren zu können, wenn man niemanden gefährdet.


Da hast du recht, daher passt mir

Zitat

die automatische Verkehrsregulierug flächendeckend für sinnvoll:
Runter mit dem Tempo, wenn es der Verkehrsfluß erfordert. Komplett ohne Limit, wenn es bei geringem Verkehr insbesondere nachts Sinn macht und niemand gefärdet wird.


das ganz gut ;-) Ich will niemandem das Schnellfahren verbieten, ich möchte aber selbst gerne auch noch am Straßenverkehr teilnehmen dürfen (und das mit nem Verbrauch unter 8 Litern).

Was allerding grundsätzlich sinnvoll wäre: Drastischere Strafen für Drängeln, schneiden etc. Das bisschen, was man in Deutschland dafür zahlt, oder gar die läppischen Strafen fürs zu schnell fahren inkl. Ausnahmen (Ich bin als Außendienstler aufs Auto angewiesen, ich kann trotz 100km/h und 10cm Abstand meinen Führerschein nicht abgeben) zeigt den Autofahrern doch nur, dass es gar nicht so schlimm ist.

Bei den Bußgeldern wäre ich für Tagessätze, also einkommensabhängige Bußgelder wie z.B. in Schweden. Da wäre der Großverdiener dann nicht mit 70€ fürs zu schnell fahren dabei, sondern mit mehreren Tausend ;-) Wer wenig verdient, zahlt dementsprechend weniger. Prozentual ist der Verlust gleich.

Zitat

Im Ausland z.B. dem benachbarten Holland wird übrigens trotz 120 wesentlich aggressiver gefahren, "entspanntes Fahren" ist bei diesen "Tempolimitstaaten" dann eher relativ, wenn es trotz Limit an Disziplin und Rücksicht auf der Straße mangelt und es ist eine Wohltat, wenn man wieder über der Grenze auf einer deutschen Autobahn ist. Das sind zumindest meine Erfahrungen, nachdem ich eine Zeitlang regelmäßig nach Amsterdam gefahren bin und die NL-A1 insbesondere bei Berufsverkehr kennegelernt habe: Geschubse und Gedränge ohne Ende, und Porsche-Fahrer mit gelben Kennzeichen haben auf die 120 weitgehend gepfiffen.


Da habe ich in NL andere Erfahrungen. Aber es kommt auch immer auf die Strecken an. In NL fahre ich meist weniger befahrene Autobahnen, in D. sind es meist hochfrequentierte an Rhein und Ruhr. Bei dir ist es evtl umgekehrt (die A31 finde ich recht angenehm) ;-).

von Japhi - am 08.05.2013 13:54
Ein gutes Beispiel waren auch die 7 km Rueckstau vor dem AD Havelland am heutigen Nachmittag. Der Verkehrsfunk hat auf die Meldung verzichtet, der Verkehr sollte nicht ueber die Doerfer entlang der Autobahn fliessen. Das kenne ich, bestimmte Meldungen aus bestimmten Ecken werden aus diesem Grund einfach unterlassen. Was wollte ich schreiben...

Ja, die besonders schlauen Lueckenspringer in zaehfliessendem Verkehr, die alle 90 s auf die vermeintlich schnellere Spur wechseln muessen, gehen mir ziemlich auf die Nuesse. Der Stau war der hohen Verkehrsdichte vor einem Brueckentagwochenende und der Tatsache, dass das AD Havelland z. Z. eine grosse Baustelle ist, geschuldet sein. Bislang war ich selten davon betroffen, heute war's schon krass. Die 7 km kosteten mich eine Stunde. Zeit genug fuer die Presseschau und die Analyse, was andere so in ihren Fahrzeugen treiben. Die meisten telefonierten, ein LKW-Kutscher schaute DVD, ein Handelsvertreter hackte auf sein Notebook und nicht nur einer bohrte sich in der Nase. Mit dem Erreichen der Baustelle loeste sich das alles auf und die Lueckenspringer waren von hinten kommend immerhin drei Positionen vor mir.

Nochmal die Gedanken einiger Vorautoren aufgreifend: Strafen fuer Fehltritte sollten grundsaetzlich an Tagessaetze gekoppelt sein, nur so verteilt es die Strafwirkung gerecht. Die jetzigen Regelungen greifen bei vielen beruflichen Vielfahrern nicht mehr, sie werden oftmals sogar vom Unternehmen getragen. Einzig mit Punkten tut man den rasenden oder draengelnden Fahrern weh.

Der Laermschutz und die Luftreinhaltung muss von den Staedten und Gemeinden vermehrt beruecksichtigt werden. EU-Recht gibt den Buergern das Recht, Massnahmen zur Laermreduzierung und zur Luftreinhaltung von ihren Kommunen einzufordern. Das bedeutet, dass diese Plaene aufstellen und Ziele definieren muessen. Auf die Einhaltung dieser Ziele kann die Kommune noetigenfalls auch verklagt werden. Insofern ist es der Spagat, sich nicht wegen Untaetigkeit vor Gericht zerren zu lassen und auch keine zu hohen Ziele zu setzen, auf deren Einhaltung die Kommune ebenfalls verklagt werden koennte. Aus diesen Gruenden kommen innerorts in den kommenden Jahren sicher vermehrt Tempolimits unterhalb des bisher ueblichen Wertes von 50 km/h - meist werden wohl 30er Schilder angeschraubt. Die meisten werden nachts Tempo 30 fordern, in einigen Bereichen wird das ganztags der Fall sein. Was habe ich mich vor Jahren in Finnland ueber Tempo 40 innerorts gewundert...

Ausserorts kommen Laermschutzauflagen bei autobahnnahen Wohnsiedlungen gewiss auch zu wachsender Bedeutung. Dahingehend duerfte sich die Forderung, in verkehrsschwachen Nachtzeiten hemmungslos auf die Tube druecken zu duerfen, auch gegessen haben. Einige Strecken sind bislang nachts bereits auf Tempo 100 begrenzt, ich vermute fuer die Zukunft eher noch weitaus geringere Werte.

von PowerAM - am 08.05.2013 19:36
1080 km hatte ich die letzten 2 Tage auf der A7 zurückgelegt. Tempo 80 bis 100, Bremerhaven - Frankfurt in 6h. Absolut stressfrei. Außer ein paar 100 LKWs habe ich nur 1 (einen!) PKW überholt bzw. "verfolgt" (singende Blondine :D). Allen anderen fehlt dazu offenbar die Geduld.

Ich weiß nicht, ob es am Testosteronspiegel liegt (bis Mitte 30 fuhr ich ebenfalls "sportlich") oder am Prestigedenken (mein Auto ist größer und schneller als deines, ich Tarzan) oder am Spaßfaktor des letzten verbliebenen straffreien Hochgeschwindigkeitsfreizeitpark der Welt - vielleicht auch nur am einfach umzusetzenden Aggressions- und Frustabbau, Tendenz steigend.

Die gesparten 100 € kommen jedenfalls in die Urlaubskasse und ein Dankeschön allen anderen für ihren Steuerbeitrag an der Tanke. Solange Schnellfahren offensichtlich nicht finaziell weh tut, kann auch ohne schlechtes Gewissen an der Preisschraube gedreht werden. Ich werde die 3 €-Litermarke vielleicht noch erleben. Mal sehen, ob sich dann etwas ändert.

Wer sich in seiner Freiheit eingeengt fühlt, kann sie jederzeit in Rennsportvereinen oder auf dem Nürburgring (meine Empfehlung!) ausleben. Es geht nicht um Machtdemonstration oder Spaßbremse sondern um Menschenleben. Lärmvermeidung finde ich sekundär. Wem Straßenlärm zu sehr zusetzt, kann immer noch aufs Land ziehen.

Was mich auch wundert, ist, dass hier ausgesprochene Radiohörer eine Autofahrt nicht als ideale Mußestunde zu genau diesem nutzen können oder wollen. Wo sonst hätte ich Zeit gehabt, im DLF ein interessantes >Feature über Fleetwood Mac

von Erich Hoinicke - am 09.05.2013 07:06
Erich, bei Literpreisen deutlich ueber 1,60 waren's zumindest hier fast nur noch die Flottenkartenbenutzer, die weiterhin Brause gaben. Kleinwagenfahrer mit braven 100 und jede Menge Urlaubsreisende mit immerhin vernuenftigen 120 bis 130. Wir gehoeren zu den Extremen,

Erich, das ist schon klar. Urlaubsfahrt nach Duesseldorf vor zwei Jahren war auch mit Tempo 95 kein Problem. Im letzten Jahr ging es ins Zittauer Gebirge, fuer das ich mir erstmals mehr Motorleistung gewuenscht haette. Aber auch dorthin kam man ohne Raserei.

Zu den Spritpreisen: Wir hatten im letzten Jahr kurzzeitig knapp ueber 1,80 (!) fuer E10 und 1,60 fuer Diesel hab' ich auch schon gesehen. Die Autobahnen wurden schlagartig leerer und fuer ein paar Tage war ich mit meinem 95er Tempo einer der schnellsten Kleinwagenfahrer. Was da nicht alles sogar mit 80 rumeierte...

Momentan konditioniere ich mich auf den Renault D7F (58 PS 1.2er Achtventiler), da sich die Reparatur des Diesel-Peugeot ziemlich hinzieht und vielleicht die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt wird. Der Clio B ist federleicht, mit dem haeufig gekauften 1.2 16V sogar flott motorisiert. Aber gerade der ist nicht ganz harmlos. Den seeligen D7F gibt es seit dem Renault 5 und es ist schon eindrucksvoll, mit wie wenig Sensorik der als Euro 4er laufen kann. Auf 'ne niedrige 4 hab ich den mit etwas Uebung inzwischen druecken koennen. Wenn der Liter E10 nicht durchschnittlich 14 bis 15 Ct mehr als der Dieselliter kosten wuerde, dann wuerde dieses Fahrzeug gar nicht mal so schlecht dastehen.

Nur am Radioempfang muss noch gearbeitet werden, der befriedigt mich naemlich nicht. Wenn man besseres gewohnt ist...

von PowerAM - am 09.05.2013 08:11
Sicherlich, wie manche hier schon schrieben, es gäbe intelligentere technische Lösungen als allgemeine Tempolimits, um die Geschwindigkeit an die aktuelle Verkehrsdichte anzupassen.
Das löst aber nicht wirklich die genannten Sicherheitsprobleme.

Ich wohne seit nun 4,5 Jahren in der Nähe der A95 (München-Garmisch). Eine kleine, idyllische Autobahn ohne Anschluß an das restliche Autobahnnetz, von der A952 nach Starnberg mal abgesehen. Verkehrsaufkommen: Meist niedrig, es sei denn der Münchner Alpenfluchtinstinkt setzt bei besonders gutem Wetter schlagartig ein, oder irgendwo gehen die Sommerferien los.
Schwere Unfälle sind hier leider an der Tagesordnung - gefühlt wesentlich häufiger als auf der A5 in der Ortenau, in deren "Tageszeitung&Verkehrsfunk-Einzugsbereich" ich früher wohnte. Gefühltes Verkehrsaufkommen dort: 5 mal höher als auf der A95.

Auf der A5 konnte ich früher mit meinem B-Corsa (1.0l, 54 PS) tagsüber sehr gut auf der linken Spur mithalten.

Auf der A95 ist man allerdings mit 150 km/h - ebenfalls gefühlt - ein "Schleicher" - und manch ein Hobby-Schumi fliegt dann eben bei Tempo 200 und Nässe in einer leichten Linkskurve mal eben ins Gebüsch. Wenn Mutti mit ihrem Fiesta bei der Fahrt zur wöchentlichen Visite bei Omi mit Tempo 90 zwischen zwei LKWs rauszieht, hilft mir der vorausschauene Blick auch nur dann 'was, wenn ich bei jeder näherkommenden LKW-Kolonne langsam fahre - genau das, was ein Tempolimit verbindlich vorschreiben würde.
Ein Tempolimit brauchen wir ja nicht wegen der Leute, die perfekt Auto fahren können - sondern wegen derer, die das nicht perfekt können - und das ist die Mehrheit. Auch ich würde mir nicht anmaßen, der perfekte Autofahrer zu sein, auch wenn ich bei 30 tkm p.a. sicher nicht zu den unerfahrenen Fahrern zähle.


Welche Folgen hätte denn ein Tempolimit tatsächlich?
In meiner "Sturm&Drang-Zeit" direkt nach meinem Umzug nach Bayern und häufigem Pendeln zwischen Erst- und Zweitwohnsitz habe ich aus der Kiste tatsächlich rauszuholen versucht, was nur geht - sofern erlaubt. Nachmessbar war tatsächlich ein Zugewinn von 15-30 Minuten auf diesen über 400 km verglichen mit meiner heutigen relaxten, aber zügigen Fahrweise (120-130 km/h auf dem Tacho, auf sehr gut ausgenauten Strecken mit moderatem Verkehrsaufkommen auch mal 140-160, Mitschwimmen in der Masse in Tempolimitzonen, auch wenns dann mal 10 zu viel sind - mehr aber auch nicht. Wenns zu dicht wird, bleibe ich auch einfach mal rechts in größeren Lücken (ehrlich: da dürfen nicht nur LKWs fahren *g*), und laß die "linken" sich die Köppe einschlagen. Bringt eh nur Sekunden...). Dafür war mein Durchschnittsverbrauch früher auch fast einen Liter pro 100 km höher.
Macht bei 800 km und 1,35 für den Liter Diesel mehr als 10 € Ersparnis.
Bei 25.000 Autobahn-km pro Jahr bringts einen schönen Kurzurlaub. Allerdings ist das nicht mein primärer Beweggrund (dann eher noch der des ökologisch vernünftigen Verhaltens - daher auch meine Bahncard, sonst läge ich bei 40.000-45.000 km p.a.) - ich könnte mir zum Glück auch noch bei 2 € für den Liter Diesel eine beliebig flotte Fahrweise leisten. Treibstoff macht auch heute nur ca. 1/3 der Gesamtkosten des Autofahrens aus!...

Ich brauche jedenfalls nicht, anders als ein entfernter Bekannter, nach 15.000 km neue Bremsscheiben... Gut, der Mann pendelt 200 km einfache Strecke in atemberaubend kurzer Zeit. Er wird sicher nicht Gabriel wählen. Sein Arbeitgeber-mit-dem-Stern hätte damit sicher ein Problem.
Wirklich flott fahre ich nur noch in Ausnahmefällen, wenn mir der Zeitvorteil von wenigen Minuten aus irgendeinem Grund wichtig sein sollte.


Das soll nun weniger ein Plädoyer für ein Tempolimit als eines für mehr Gelassenheit und Vernunft sein. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass man mit einem Apell Vernunft oft nicht sehr weit kommt. Die Vorteile eines Tempolimits überwiegend jedenfalls.

Was ich mir allerdings als Kompromiß vorstellen könnte:
Tempo 110 auf allen Autobahnen mit zwei Richtungsfahrbahnen ohne Standstreifen (gibts noch!*) sowie auf allen Autobahnen in Gebieten mit hoher Luftschadstoffbelastung.
Tempo 130 auf allen Autobahnen mit zwei Richtungsfahrbahnen und Standstreifen.
Tempo 150 (wie in Italien) auf Autobahnen mit drei und mehr Richtungsfahrbahnen.
Kein generelles Limit auf Autobahnen mit drei und mehr Richtungsfahrbahnen und Verkehrsbeeinflussungsanlagen ("adaptive Geschwindigkeitsanzeigen").

Nachteil: Ohne Schilderwald geht das wohl kaum.


Achja: Was Erich empfiehlt, mache ich schon lange: Radiohören im Auto. Vor allem seit es auf meinen Stammstrecken wieder ordentlichen DLF-Empfang gibt...

von DH0GHU - am 09.05.2013 08:39
Zitat
Erich Hoinicke
1080 km hatte ich die letzten 2 Tage auf der A7 zurückgelegt. Tempo 80 bis 100, Bremerhaven - Frankfurt in 6h. Absolut stressfrei. Außer ein paar 100 LKWs habe ich nur 1 (einen!) PKW überholt bzw. "verfolgt" (singende Blondine :D). Allen anderen fehlt dazu offenbar die Geduld.

Ich weiß nicht, ob es am Testosteronspiegel liegt (bis Mitte 30 fuhr ich ebenfalls "sportlich") oder am Prestigedenken (mein Auto ist größer und schneller als deines, ich Tarzan) oder am Spaßfaktor des letzten verbliebenen straffreien Hochgeschwindigkeitsfreizeitpark der Welt - vielleicht auch nur am einfach umzusetzenden Aggressions- und Frustabbau, Tendenz steigend.

Die gesparten 100 € kommen jedenfalls in die Urlaubskasse und ein Dankeschön allen anderen für ihren Steuerbeitrag an der Tanke. Solange Schnellfahren offensichtlich nicht finaziell weh tut, kann auch ohne schlechtes Gewissen an der Preisschraube gedreht werden. Ich werde die 3 €-Litermarke vielleicht noch erleben. Mal sehen, ob sich dann etwas ändert.

Wer sich in seiner Freiheit eingeengt fühlt, kann sie jederzeit in Rennsportvereinen oder auf dem Nürburgring (meine Empfehlung!) ausleben. Es geht nicht um Machtdemonstration oder Spaßbremse sondern um Menschenleben. Lärmvermeidung finde ich sekundär. Wem Straßenlärm zu sehr zusetzt, kann immer noch aufs Land ziehen.

Was mich auch wundert, ist, dass hier ausgesprochene Radiohörer eine Autofahrt nicht als ideale Mußestunde zu genau diesem nutzen können oder wollen. Wo sonst hätte ich Zeit gehabt, im DLF ein interessantes >Feature über Fleetwood Mac


von Japhi - am 09.05.2013 09:36
In dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, durfte man innerorts 50, ausserorts 80 und auf Autobahnen 100 km/h fahren. Abgesehen von dem Nebeneffekt, dass uns unser Land vielleicht nur deshalb riesig vorkam, fuhren nur wenige Fahrzeuge schneller. Die Verkehrsmagistralen, z. B. in Berlin, hatten eine gruene Welle und man durfte in der Stadt nicht selten 60, manchmal sogar 70 km/h fahren. Zwar war die Verkehrsdichte nicht annaehernd so wie heute, Rueckstaus an Ampeln waren aber der Ausnahmefall.

Das, was Gemeinden und Staedte z. Z. tun, das laesst sich in Stichpunkten beschreiben: Statt mit sinnvollen Ampelschaltungen und ausreichend dimensionierten Verkehrsflaechen den Verkehr moeglichst gut rollen zu lassen tut man das Gegenteil. Man reicht die Fahrzeugkolonnen von einer roten Ampel an die naechste weiter. Man verbaut zugleich Linienbussen das Durchkommen, meist muessen sie sich naemlich auch anstellen. Man baut Verkehrsraum zurueck und bremst zunehmend durch die Beschilderung auf Vmax 30. Die wird allerdings nie erreicht, Ampelschaltungen waren, sofern man Fahrstreckenvorrangschaltungen nicht bereits zerstoert hat, auf Tempo 50 ausgelegt. Parkraum gibt es auch immer weniger, die Parkplatzsucher behindern den restlichen Verkehr zusaetzlich.

Nun koennte man behaupten, die Oeffis waeren eine gute Alternative. Wenn sie denn bedarfsgerecht, zuverlaessig und preis-wert verfuegbar waeren! Taktzeiten sind Glueckssache, der Kurzzug auf der S-Bahn ist inzwischen auf zahlreichen Linien der Normalfall. Aber wenigstens erhoeht man nun die Preise im Jahrestakt. Danke sehr!

von PowerAM - am 09.05.2013 17:29
Zitat
DH0GHU
Was ich mir allerdings als Kompromiß vorstellen könnte:

Tempo 110 auf allen Autobahnen mit zwei Richtungsfahrbahnen ohne Standstreifen (gibts noch!*) sowie auf allen Autobahnen in Gebieten mit hoher Luftschadstoffbelastung.
Tempo 130 auf allen Autobahnen mit zwei Richtungsfahrbahnen und Standstreifen.
Tempo 150 (wie in Italien) auf Autobahnen mit drei und mehr Richtungsfahrbahnen.
Kein generelles Limit auf Autobahnen mit drei und mehr Richtungsfahrbahnen und Verkehrsbeeinflussungsanlagen ("adaptive Geschwindigkeitsanzeigen").
Nach meinen Erfahrungen sind aber gerade die mehrspurigen Hauptverkehrsstrecken die Problemstrecken auf denen man meist ohnehin nicht schneller als 120 km/h fahren, wärhrend auf den nur zweispurigen Autobahnen ausserhalb der Stosszeiten schon so 160-180 km/h drinliegen.

Wenn ein Kompromiss, dann eher so: 130 km/h Tempolimit von 7-20 Uhr. Zudem eine mildere Bußgeldregerlung als auf normalen, ausserörtlichen Strecken, so dass es erst ab 31 km/h Überschreitung Punkte und ab 56 km/h Überschreitung ein Fahrverbot geben würde.


Aber ich denke die Beste Möglichkeit die Umwelt zu schonen und die Zahl der Verkehrsunfallopfer zu reduzieren wäre ein guter und günstiger öffentlicher Personenverkehr. Und da happerts in Deutschland leider gewaltig.

Der ÖPNV ist allerhalb der Ballungszentren leider sehr schlecht ausgebaut, so das viele Leute aufs Auto angewiesen sind.

Und das Fernverkehrsangebot der Bahn ist in Deutschland zwar recht gut, auch wenn es an einigen Verbindungen noch arg happert, aber wenn man ein Mindestmass an Flexibilität erwartet ungemein teuer. Mittlere Strecke hin und zurück wäre man ohne Bahncard schnell mal 300€ los. Da fährt man mit dem Auto dann doch meist günstiger.

von Martyn136 - am 09.05.2013 19:15
Zitat
Martyn136
Nach meinen Erfahrungen sind aber gerade die mehrspurigen Hauptverkehrsstrecken die Problemstrecken auf denen man meist ohnehin nicht schneller als 120 km/h fahren, wärhrend auf den nur zweispurigen Autobahnen ausserhalb der Stosszeiten schon so 160-180 km/h drinliegen.

Mag in Deiner Region so sein, ist aber nicht generell so. Beispielsweise sind sämtliche von mir befahrenen Abschnitte der A8 und der A5, die 2 Richtungsfahrbahnen aufweisen (oder aufgewiesen haben) nicht so schnell befahrbar (gewesen) wie die mit 3 Fahrbahnen, und zwar unabhängig von jeweils gültigen Tempolimits.
Ein gutes Beispiel für eine lange BAB mit 2 Richtungsfahrbahnen ist die A7. Wirklich schnell fahren kann man dort nur zu ruhigen Zeiten.

Zitat

Wenn ein Kompromiss, dann eher so: 130 km/h Tempolimit von 7-20 Uhr.

Und was soll das bringen? Bei Dunkelheit sind hohe Geschwindigkeiten erst recht problematisch. Nicht umsonst darf man immer nur so fahren, dass man innerhalb der Sichtweite jederzeit anhalten kann.


Zitat

Zudem eine mildere Bußgeldregerlung als auf normalen, ausserörtlichen Strecken, so dass es erst ab 31 km/h Überschreitung Punkte und ab 56 km/h Überschreitung ein Fahrverbot geben würde.

LOL?
Noch milder?
So nach dem Motto der antiautoritären Erziehung.. "Bitte bitte lieber Autofahrer, halte Dich ans Limit, aber solange Du nicht total pöse bist, passiert Dir eh nichts, auch wenn Du Dich total unlieb daneben benimmst?"
Tempolimits sind dazu da, eingehalten zu werden. Basta. Die jetzige Punkte- und Fahrverbotsregelung mag OK sein, die €-Tarife sind für Gutverdiener viel zu niedrig. (Überleg mal: eine Fahrt von der dänischen an die österreichische Grenze in einem Mittelklasse-PKW kostet rund 250 €. Was sind da dann 100 € Bußgeld?)
Oberhalb einer Bagatellgrenze - z.B. oberhalb der Punktegrenze - sollte jeder mehr gefahrenen Stundenkilometer einfach mal einen kompletten Tagessatz kosten. 50 zu schnell, und neben den Punkten gibts auch noch den Abzug eines Monatseinkommens. Dann ist vielleicht endlich mal Ruhe an der Raserfront. Das gleiche sollte für jeden fehlenden Meter Sicherheitsabstand ab der Punktegrenze gelten.


Zustimmung zu Deinen Aussagen zum ÖPNV.

Zitat

Und das Fernverkehrsangebot der Bahn ist in Deutschland zwar recht gut, auch wenn es an einigen Verbindungen noch arg happert, aber wenn man ein Mindestmass an Flexibilität erwartet ungemein teuer. Mittlere Strecke hin und zurück wäre man ohne Bahncard schnell mal 300€ los. Da fährt man mit dem Auto dann doch meist günstiger.


Mit Verlaub, das ist zumindest für Alleinfahrer Blödsinn.
Wer mindestens 2 mal im Jahr per Bahn solche Fernstrecken fährt, Flexibilität wünscht und dann trotzdem keine Bahncard50 besitzt, hat wohl im Matheunterricht nicht aufgepaßt:
2x300 € = 600 €
2x150 € mit Ermäßigung + Bahncard 50 (249 €) = 549 €.
Ich habe allerdings noch keine Verbindung 2. Klasse gefunden, die mehr als 139 € einfache Fahrt kostet (z.B. Lörrach-Greifswald oder Rosenheim-Norden). Vermutlich ist das im innerdeutschen Verkehr schon das Preismaximum.

Ich fahre regelmäßig eine knapp-300-km-Strecke per Bahn. Hin und zurück kosten mich diese dann ca. 600 km inklusive Sitzplatzreservierung mit Bahncard50 etwas über 60 €. Hinzu kommen die anteiligen Kosten der Bahncard 50, so daß mich dieser Spaß schätzungsweise 80 € kostet.
Beim PKW wären allein für den Treibstoff 50-60 € fällig - das ist dann aber keine Vollkostenrechnung.
Bei einer praxisnahen Vollkostenrechnung komme ich auf ca. 25 Cent/km. Bei Mittelklasse-PKW geht man gemeinhin von 30 Cent/km aus - ich habe als Vielfahrer einen etwas geringeren Fixkostenanteil, außerdem "nur" nen "billigen" Opel, den ich nicht neu gekauft habe....

Selbst ohne Bahncard unterschreitet man diesen Wert bei der Bahn - und kann anders als im Auto auch noch nebenher Lesen, schlafen, essen, trinken, sich die Beine vertreten, etc.
Die oben aufgeführte 139-€-Bahnfahrt Lörrach-Stralsund würde bei einem Mittelklasse-PKW übrigens ca. 300 € für eine einfache Fahrt kosten - davon >100 € allein für den Sprit.


Die einzigen rationalen Gründe, nicht Bahn zu fahren, sind für mich:
- Ziel nicht vernünftig per Bahn erreichbar (liegt meist am nicht existenten ÖPNV am Zielort oder fehlenden Bahnverbindungen in bestimmte Richtungen)
- Fahrzeit außerhalb der üblichen Fahrzeiten von Zügen
- Zu viel Gepäck für die Bahn/den ÖPNV
- Auto wird am Zielort benötigt
- Mehr als 2 Personen im Auto oder 2 Personen ohne Bahncard.
- zu spontane Reiseplanung (wenn z.B. keine Sitzplätze mehr verfügbar sind)

Wichtig wäre freilich, das Schienennetz verstärkt auszubauen. Mehr Züge sind auf einigen Hauptstrecken nicht mehr verkraftbar, und die erreichbaren Geschwindigkeiten sind oft lächerlich.
So fahren auf der Rheintalstrecke die Züge bereits heute auf Sicht, und bestehende Züge kann man auch nicht einfach länger machen - dazu bräuchte man noch längere Bahnsteige. Neubauprojekte wie der S21 sind allerdings darauf angewiesen, dass die Attraktivität der Bahn nicht zu sehr steigt - denn deren Kapazitätsreserven sind bereits aus heutiger Sicht erschreckend überschaubar.
Andere Neubauprojekte, wie die ICE-Strecke durch den thr. Wald, wurden sträflich vernachlässigt, noch heute ist man mit dem Zug nicht schneller von B aus in M, als vor dem 2. Weltkrieg...

Zumindest zu Hauptverkehrszeiten sind viele Züge i.d. Regel auch fast voll ausgebucht, ich buche meine Fahrten immer ein paar Tage im Voraus, da ansonsten Sitzplatzwünsche oft nicht mehr erfüllbar sind ...

von DH0GHU - am 09.05.2013 19:52
Zitat
Detektordeibel
Die Bahn trägt 7% am Verkehrsaufkommen bei... aber sorgt für mehr als 50% der Kosten im Verkehrsetat...

... stell mal eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung auf. Flächenverbrauch durch Straßen solltest Du nicht außer Acht lassen.

Zitat

Die Bahn ist teuer, man kommt bei weitem nicht überall hin, unflexibel, unpünktlich, von Klimaanlage und Komfort etc. ganz zu scheigen. Mit dem Scheiss will doch keiner fahren der es sich aussuchen kann.

Da spricht der erfahrene Bahnfahrer ;-)

Verspätungen >15min habe ich bei weit unter 5% meiner bisherigen Fernfahrten (>250 km) mit der Bahn gehabt. Das waren dann meist gleich auch größere Verspätungen durch Streckensperrungen etc. Die einzige große Verspätung dieses Jahr ging aufs Konto der französischen Staatsbahn und ihr fehlendes Gespür für Schnee :D

Wie groß ist Deine Verspätung mit dem Auto, wenn Du in einer Autobahn-Vollsperrung stehst? Ich war kürzlich froh, dass mich eine solche nur ca. 90 Minuten gekostet hat.
Im Zug wäre ich einfach mal ins Bordrestaurant geschlendert oder hätte mein Buch weiter gelesen. Oder hätte dank T-mobile-HotSpot im ICE3 hier im Forum geschrieben ;-). [theoretisch. Praktisch wärs für diese Strecke ausnahmsweise eine Fahrt mit einem Zug ohne Hotspot gewesen - Eurocity.]

Ohne Stau und Ähnliches schaffe ich meine nicht sonderlich bahntaugliche Standardstrecke nach Kehl per Auto in unter 4 Stunden (etwas über 400 km, je nach Variante 85-95% Autobahnanteil). In der Praxis habe ich, wenn ich nicht spät abends fahre, Zeitverluste zwischen 30 und 60 Minuten durch zähflüssigen oder stehenden Verkehr.

Bevor ich freitagnachmittags 20 km Stau und stockenden Verkehr durchfahe, setze ich mich lieber in einen Zug, lese entspannt ein Buch, relaxe, trinke Kaffee, oder auch ein Bier, etc.

... und dabei spare ich auch noch Geld und tu' der Umwelt Gutes.

Es gibt sicher Einiges, was man an der Bahn noch aussetzen kann. Deine pauschalisierte Aussage ist jedenfalls falsch. Und wenn man sich die Bahnkundschaft so anschaut, sind zumindest in den ICEs nur wenige Passagiere, die sich keinen PKW leisten könnten.


Zitat

Schikane und Abzocke der Autofahrer ist das eine.... Aber das klappt auch nur weils keine Alternativen gibt außer kündigen und daheimbleiben.

>90% meiner Fahrleistung ist privat motiviert. Zur Not gings sogar ganz ohne Auto, wäre aber mit massiven Einschränkungen v.a. an Wochenenden und Abends verbunden.

Wenn ein Tempolimit "Schikane und Abzocke" ist, dann sind wohl alle Länder außer D jetzt schon Schurkenstaaten?
Die Durchsetzung von Gesetzen durch Anwendung von Sanktionsmaßnahmen ist auch keine Abzocke, sondern etwas, was ich von unserem Staat erwarte. Egal, obs um Steuerhinterziehung oder um Verkehrsdelikte oder um Mord geht.

von DH0GHU - am 10.05.2013 07:31
Zitat
Thomas (Metal)
Zitat
RheinMain701
Wir hatten mal nach einer Verbindung Hanau-Singen geschaut. Die war aber so schlimm dass wir uns entschieden doch lieber das Auto zu nehmen.

Da sind aber wohl die Franzosen schuld, weil die die Gleise abgebaut haben. Innerhalb des amerikanischen Sektors sind die Bahnen in Ordnung, Hanau-Nürnberg etwa ist sehr gut und durchaus auch eine Konkurrenz zum Auto (sofern man nicht gerade in der HVZ fährt).

Fährst Du da über Siegburg? Oder wie kommt man da in die ehemalige französische Zone? Wobei in diesem Abschnitt, also zwischen LM und SU behaupte ich mal konnten die Franzosen keine Gleise abbauen :joke: .


Nö, zwischen Hanau und Singen fährt man garantiert nicht über Siegburg:eek:. Die Franzosen haben tatsächlich 1945 auf der Gäubahn (Stuttgart - Singen) zwischen Horb und Tuttlingen das zweite Streckengleis abgebaut. Die erforderlichen Zugkreuzungen auf der seitdem eingleisigen Strecke behindern natürlich einen pünktlichen Verkehr; kleinste Verspätungen pflanzen sich nämlich auf die Gegenrichtung fort. Der nötige Puffer ist natürlich in den Fahrplan eingerechnet, und mit Feindosierung der Geschwindigkeiten schaffen es die Lokführer oft, dass die Zugkreuzungen flüssig vonstatten gehen. Als dort noch die ICE-T mit Neigetechnik gefahren sind (die wegen des Achsenproblems bei den ICE3 nun woanders fahren), konnte man den Lokführern oft über die Schulter schauen...

Die Gäubahn ist eigentlich typisch für die deutsche Verkehrspolitik, die für die Bahn ein Stückwerk aus teuren Prestigeprojekten und vernachlässigten Investitionen in der Fläche bedeutet: Das zweite Streckengleis zwischen Horb und Tuttlingen fehlt sein nunmehr knapp 68 (!) Jahren. Jetzt erzähle mir niemand, dass daran immer noch die Franzosen Schuld seien: Keiner der zuständigen Verkehrsminister hat es seither für nötig befunden, diese Lücke in der Infrastruktur auszubügeln. An der Strecke sind ja schliesslich auch kaum Wählerstimmen zu holen...

Stattdessen hat man vor knapp 10 Jahren in die Neigetechnik investiert - nach meiner Ansicht kompletter Blödsinn, weil man den gleichen Fahrzeitvorteil mit einem Ausbau auf Doppelspur und ein paar begradigten Gleisbögen erzielt hätte (und einen Zuwachs an Kapazität dazu). Aber nein, Neigetechnik ist ja so schön modern und lässt sich viel besser als Innovation verkaufen... Immerhin, die Neigetechnik wurde nun endgültig zu den Akten gelegt, künftig werden dort im Stundentakt neue RE- und IC-Triebzüge abwechselnd fahren (beide mit Nahverkehrstickets zu benutzen), und ein paar Doppelspurinseln sollen die Zugkreuzungen entschärfen. Details auf der Website des zuständigen Ministers Winfried Hermann: http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/119145/ . Bis das Konzept umgesetzt ist, muss man noch mit den bequemen SBB-IC vorlieb nehmen, die (Martyn136) leider die früher vorhandenen Anschlüsse in Stuttgart verpassen.

73 de Uli

von ulionken - am 10.05.2013 22:43
Zitat
sup2
6 Menschen werden täglich von PKW in Deutschland getötet. Hunderte verletzt. Es ist höchste Zeit, der Raserei einen Riegel vorzuschieben, da die Deutschen immer an die Hand genommen werden müssen.


Daran dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Das weltweite Unikum in Deutschland mit der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen lässt sich gut mit der ebenso exotischen Waffenliebhaberei in den USA vergleichen: Damit ein paar Wenige bei der Entfaltung ihrer persönlichen Freiheit nicht behindert werden, vermeidet man relativ unbedeutende Einschränkungen, gegen die es eigentlich kein rational nachvollziehbares Argument gibt. In beiden Fällen sorgt eine Lobby aus einem Verein, Politikern und der herstellenden Industrie mitsamt den angehängten Medien dafür, dass es nicht zu verschärften Auflagen kommt. Das kostet in beiden Fällen (statistisch) Menschenleben, aber die individuelle Freiheit für Wenige ist eben wichtiger...

Ich habe als Autofahrer kein Problem mit Geschwindigkeitsbeschränkungen im Bereich 100 bis 140 km/h: In England, USA, Frankreich, der Schweiz oder Österreich reise ich auf der Autobahn entspannter als in Deutschland, weil es weniger Geschwindigekeitsunterscheide gibt. Der Zeitvorteil, den man mit Schnellfahrten erzielen kann, wiegt nach meiner Meinung die Nachteile (unruhigerer Verkehrsfluss, Mehrbrauch an Sprit, Gefahrensituationen) nicht auf.

Zitat

120 oder 130 auf den Autobahnen ? JA ! Sorfort.


Sehe ich auch so, wobei ich mir keinerlei Illusionen mache, dass das es dafür in diesem Land in absehbarer Zeit politische Mehrheiten gibt.

73 de Uli

von ulionken - am 10.05.2013 23:04
Zitat
Martyn136
Ich hoffe das mit den bequemen SBB-IC war Ironie. Find die nicht bequem.


Nicht immer gleich verallgemeinern! Auf "Nebenstrecken" (die man in Schland wahrscheinlich schon geschlossen hätte*) kann durchaus auch mal älteres Rollmaterial zum Einsatz kommen. Wenn du deinen Arsch nicht in den Sitz kriegst, musst du halt 1. Klasse fahren. :D

* Henne-Ei-Prinzip: ohnehin schon mieses Angebot so lange ausdünnen, bis keiner mehr fährt und dann wegen Nicht-Rentabilität durch einen vier Mal am Tag fahrenden Alibi-Bus ersetzen, den dann auch keiner nutzt.

Zitat
Martyn136
Und laufen tun sie auch nicht besonders gut. In Deutschland würden diese Züge eher als IRE laufen.


Siehe oben. Wohl einen älteren Wagen erwischt. Aber dein Zug war sicher pünktlich, oder?
Das ÖV-Angebot in der Schweiz gehört jedenfalls zu den weltweit besten und ein Leben ohne Auto ist absolut möglich. Ich praktiziere es seit über drei Jahren...

Zitat
Martyn136
Haben nichtmal ein BordBistro geschweige den(n) ein BordRestaurant.


Du denkst wohl immer nur an das Eine? :rolleyes:
Welche Strecke war das denn? Bordrestaurants gibt es logischerweise nur in Zügen, die länger unterwegs sind.

Zitat
sup2
Das Festhalten am PKW um jeden Preis ist wohl eine Tugend der Deutschen, schön eingetrichtert durch die Medien.


Genau das musste die SPD nun wieder mal schmerzlich feststellen. Auto-Themen sind in Deutschland grundsätzlich nicht wahlkampffähig. Das Auto ist die bis aufs Blut verteidigte letzte Bastion (vermeintlicher) Freiheit des Spiessbürgers.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.05.2013 06:41
Zitat
ulionken
Nö, zwischen Hanau und Singen fährt man garantiert nicht über Siegburg:eek:. Die Franzosen haben tatsächlich 1945 auf der Gäubahn (Stuttgart - Singen) zwischen Horb und Tuttlingen das zweite Streckengleis abgebaut. Die erforderlichen Zugkreuzungen auf der seitdem eingleisigen Strecke behindern natürlich einen pünktlichen Verkehr; kleinste Verspätungen pflanzen sich nämlich auf die Gegenrichtung fort. Der nötige Puffer ist natürlich in den Fahrplan eingerechnet, und mit Feindosierung der Geschwindigkeiten schaffen es die Lokführer oft, dass die Zugkreuzungen flüssig vonstatten gehen. Als dort noch die ICE-T mit Neigetechnik gefahren sind (die wegen des Achsenproblems bei den ICE3 nun woanders fahren), konnte man den Lokführern oft über die Schulter schauen...

Die Gäubahn ist eigentlich typisch für die deutsche Verkehrspolitik, die für die Bahn ein Stückwerk aus teuren Prestigeprojekten und vernachlässigten Investitionen in der Fläche bedeutet: Das zweite Streckengleis zwischen Horb und Tuttlingen fehlt sein nunmehr knapp 68 (!) Jahren. Jetzt erzähle mir niemand, dass daran immer noch die Franzosen Schuld seien: Keiner der zuständigen Verkehrsminister hat es seither für nötig befunden, diese Lücke in der Infrastruktur auszubügeln. An der Strecke sind ja schliesslich auch kaum Wählerstimmen zu holen...

Stattdessen hat man vor knapp 10 Jahren in die Neigetechnik investiert - nach meiner Ansicht kompletter Blödsinn, weil man den gleichen Fahrzeitvorteil mit einem Ausbau auf Doppelspur und ein paar begradigten Gleisbögen erzielt hätte (und einen Zuwachs an Kapazität dazu). Aber nein, Neigetechnik ist ja so schön modern und lässt sich viel besser als Innovation verkaufen... Immerhin, die Neigetechnik wurde nun endgültig zu den Akten gelegt, künftig werden dort im Stundentakt neue RE- und IC-Triebzüge abwechselnd fahren (beide mit Nahverkehrstickets zu benutzen), und ein paar Doppelspurinseln sollen die Zugkreuzungen entschärfen. Details auf der Website des zuständigen Ministers Winfried Hermann: http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/119145/ . Bis das Konzept umgesetzt ist, muss man noch mit den bequemen SBB-IC vorlieb nehmen, die (Martyn136) leider die früher vorhandenen Anschlüsse in Stuttgart verpassen.

73 de Uli

Eben. Ich hatte mal die Streckenauskunft bemüht und der Vorschlag für die schnellste Verbindung war doch wahrhaftig Hanau-Frankfurt-Mannheim-Karlsruhe-Offenburg-Singen. Fahrtzeit: über sieben Stunden. Im Vergleich, das ganze mit dem Auto dauert drei bis vier Stunden, wenn der Verkehr schlecht ist auch mal fünf.

von RheinMain701 - am 11.05.2013 07:52
Ehm, das wäre nun noch das ultimative Anti-Bahn-Argument: In den ICEs ist der DAB+-Empfang echt mies. Während ich auf meiner Standard-ICE-Strecke nur in der Nähe der Sender DAB+-Empfang habe, geht das bis auf ein wenige km kurzes Teilstück am Albabstieg im Auto wirklich durchgängig.
Der Radioempfang im Bord-Entertainment-System der ICEs kommt auch nicht mit der UKW-Empfangssituation rund um die Alb klar. UKW geht daher im ICE auch nicht.
Schlimm!


Ansonsten: Wer denken kann und Alternativen hat, wird immer die jeweils praktikablere Variante wählen, egal ob PKW, Auto, Fahrrad, Bus oder Flugzeug. Ich habe ja schon rechnerisch dargelegt, daß bei Bahncard 50-Vielfahrern und einer Person die Bahn IMMER die Nase vorne hat. Dass 4 Personen im ICE ohne Bahncard und ohne Zugbindung extrem ungünstig reisen, ist klar. Da ist das Auto einfach wirtschaftlicher.
Wenn man aber nur 1/3 der Einpersonen-Fernfahrten auf den deutschen Autobahnen auf die Schiene verlagern könnte, würde den restlichen Autofahrern wohl eine Menge Staus erspart bleiben!

Und klar: an den Bodensee fahre ich auch mit dem Auto. Die Bahnanbindung dort runter ist mir zu langsam und unpraktisch.

Aus solchen Einzelfällen heraus pauschal die Bahn als ungünstig, unpünktlich, teuer, unkomfortabel abzuqualifizieren, geht mir jedenfalls zu weit.
Bei der Bahn isses wie mit DAB: Nur durch deren Nutzung wurde ich zu ihrem Fan. Und mal ehrlich: Total übermüdet nach z.B. einem Partywochenende möchte ich wenn möglich garnicht Auto fahren, egal ob das schneller oder billiger wäre.

von DH0GHU - am 11.05.2013 17:02
500 km für 60 €? Hast Du Dein Auto geschenkt bekommen?

Eine reine Sprit-pro-km-Rechnung ist grundsätzlich nicht praxisgerecht!

Praktisch interessant ist, wenns nicht um Steuer etc geht, die tatsächliche Cashflow-Belastung im Rahmen eines Fahrzeuglebens (theoretisch müßte man jeden km danach bewerten, wie alt das kfz beim gefahrenen km gerade war... Der Restwert eines KFZ sind ja nicht liniear. ignorieren wir mal).

Nehmen wir mal an, Dein Auto wäre ein Mittelklasse-Neuwagen, 24.000 € Neupreis (Opel Astra, Ford Focus oder VW Golf Diesel mit ein paar Extras).
So ein Auto hält heutzutage ohne größere Reparaturen relativ sicher 200.000 km. Danach beträgt der Restwert 4.000 €, dafür verkloppst Du die Kiste, macht 20 k€ Wertverlust.
Das sind dann schon mal 10 Cent pro km.

Hinzu kommt alle 40.000 km ein Kundendienst für im Schnitt 400 €.
Alle 60.000 km gibts nen Satz neue Reifen, also 3 Sätze à 400 € bis zum 200.000sten km.
Das sind weitere 3200 € rein laufleistungsabhängige Kosten, also nochmal 1,6 Cent/km

Macht bis dahin 11,6 Cent Kosten pro km.
Runden wir das mal wegen kleinerer Reparaturen etc mal lieber auf auf 12 Cent (Batterie, Bremsen, hier und da ein Verschleißteil)
Dann sind das für Deine Schweiz-Fahrt einfache Strecke nochmal 60 €.
D.h. tatsächlich kostet schon ohne so Kram wie Steuer und Versicherung (die oft auch wieder laufleistungsbezogen ist!) Deine Fahrt locker mal 120 € für eine einfache Strecke, selbst wenn während der Fahrt Dein Cash Flow nur mit 60 € belastet wird.

Hin und zurück kostet Dich der Spaß also 240 €.

Alternative:
Du holst Dir eine Bahncard 50 für 127,00 €.
Du holst Dir hin+rückfahrt für 108,80 €
Fahrt vom/zum Bahnhof: 28 € (ich erlaube mir mal, auch da den Aufschlag von oben dazu zu zählen...)

Macht in Summe 263,80 €. Selbst wenn Du in den nächsten 12 Monaten nie wieder Bahn fährst, war das schon fast so billig wie mit dem Auto.
Machst Du die Fahrt 4 mal, so kostet sie mit dem Auto knapp 1000 € , mit der Bahn keine 700 €.


Ich muß allerdings zugeben: Dein Beispiel ist ansich sehr unpraktisch, wenn ich mir die Streckenführung und Umsteigezeiten anschaue, ist das eine der Verbindungen, wo ich auch lieber das Auto wählen würde.
4 mal umsteigen, teils nur wenige Minuten Zeit ...
Die etwas teurere Alternative (alx nach München) leidet unter 56 Minuten aufenthalt in M.

von DH0GHU - am 11.05.2013 23:24
Ich muss in zwei Wochen nach Berlin, mit zwei Personen. Ich bekomme das Bahnticket für eine Person erstattet.

Das Ticket für eine Person kostet 176 EUR, für 2 Personen entsprechend 352 EUR. (Zzgl. Kosten um zum Bahnhof zu gelangen, ich wohne natürlich nicht am Bahnhof. Wir haben auch noch Gepäck zu schleppen, Fahrrad scheidet also aus.)

Nach Berlin sind es von hier 550 km, also hin und zurück 1100 km.
Mein Auto fährt mit LPG, LPG kostet im Moment 61,9 Cent. Im Osten Deutschlands ist es teurer, rechnen wir also mal mit durchschnittlich 70 Cent, da ich spätestens in Berlin wieder tanken muss. Macht also Spritkosten von 77 EUR.

Die Abschreibung meines Autos: Der Dacia Logan hat mit Gasanlage 10.000 EUR gekostet. Ich fahre im Jahr 20.000 km. Der Wagen ist jetzt 4 Jahre alt, ich gebe für Reparaturen, Wartungen, TÜV und Inspektionen rund 400 EUR pro Jahr aus. Versicherung liegt bei 35 %, Steuern sind ohnehin sehr niedrig für dieses Fahrzeug. Bei einer Lebensdauer des Fahrzeugs von 10 Jahren (Restwert 1000 EUR) komme ich da auf 14 Cent pro Kilometer.

Entspricht also Fixkosten für unsere Berlinfahrt von 154,00 EUR, bzw. 72 EUR pro Person. Zusammen wären das also 149,00 EUR pro Person mit dem Auto.

In der Praxis kann ich natürlich nur von den 77 EUR Spritkosten ausgehen, da die anderen Kosten ja auch dann anfallen, wenn der Wagen in der Garage steht. Ich wohne auf dem Hippeland, die Öffis sind da keine Alternative. Gerade kürzere Strecken sind mit dem Bus so unverschämt teuer, dass die Kosten eines Autos schnell refinanziert sind. Sofern überhaupt ein Bus zu meinem Zielort fährt.

von Bolivar diGriz - am 12.05.2013 06:20
@Christian, Uli: Hmmm, was bin ich dann? Ich fahre pro Jahr >30.000 km Auto und >10.000 km Bahn. Bis vor ein paar Jahren bin ich jahrelang nicht Bahn gefahren.
Die volkswirtschaftliche Rechnung ist für mich nicht das allein maßgebliche - die Entspannung im Zug kommt dazu, und der Umweltgedanke sowieso. Religiöse Denkweise ist mir bei dem Thema fern. Ich denke da rein pragmatisch. Geldbeutel, Gesundheit, Komfort - das sind für mich die 3 wichtigsten Kriterien bei der Wahl meiner Verkehrsmittel. Umwelt kommt zugegebenermaßen gefühlt erst auf Platz 4. Daher ists IMHO auch so wichtig, dass die Umweltbelastung auf den Geldbeutel wirkt.


@elchris: Rotgrün? Habe ich noch nie gewählt. Deine Rechnung ist außerdem falsch. Wenn die Spritkosten fast so hoch sind, wie die Bahnfahrtkosten, reicht der rein laufleistungsabhängige Verschleiß, um die Bahn siegen zu lassen. Ein Auto hält nunmal nur X km, wobei X über einen relativ großen Zeitraum unabhängig davon ist, in welchem Zeitraum X km nun genau gefahren werden. Ausnahmen mögen bei Wenigfahrern gelten, aber je nach Marke ist ein Auto nunmal spätestens nach 250.000-350.000 km im Normalfall am Ende - das gilt sogar für so eher unverwüstliche Autos wie ältere VW Passat Turbodiesel... Ob das in 5, 10 oder 15 Jahren passiert, ist bei ausreichender Pflege fast egal. Allenfalls Wenigfahrern "veraltet die Kiste unterm Hintern weg".


... heute gabs bei mir mal wieder eine längere Autofahrt. Eine von der Sorte "nicht per Bahn machbar" - zu viel Zeugs dabei, Zwischenstop mit gewünscht variabler Dauer, ansich schon ungünstige Streckenwahl. Durchschnittsgeschwindigkeit knapp 90 km/h, teilweise stockender Verkehr durch Verkehrsüberlastung (A5, A8 - ab Ulm wars ok) oder Starkregen. Längeres Vmax irgendwo mal bei 140 km/h - da ich mich meist mit der rechten Spur begnügt habe (auch bei den 140 km/h), war das richtig angenehm. Über die Drängler auf der linken Spur konnte ich mal wieder nur müde lächeln. Tempolimit 130? Hätte mich vielleicht insgesamt 5 Minuten gekostet. Ich hätte bei strikter Durchsetzung wohl 2-3 mal weniger oft kurz den Atem angehalten, bei Beinahe-Crashs unserer Hobbyschumis weiter links.... allerdings habe ich heute auch meine eigene Kostenrechnung widerlegt. 5,0 Liter Durchschnittsverbrauch auf der Strecke hatte ich noch nie. Der Rekord lag mal bei knapp unter 7 Litern.

von DH0GHU - am 12.05.2013 21:19
PowerAM:

"Fiktiv geht wenig bis ueberhaupt nichts, sofern man sich nicht auf das schmale Brett begeben will, das schlicht 'Betrug' heisst."

Zumindest bei den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte hat der Gesetzgeber die Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) von 0,30€ pro km und Arbeitstag nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wieder eingeführt, sodass hier nicht mehr durch Angabe des falschen Verkehrsmittels manipuliert werden kann.

Wikipedia zur Entfernungspauschale:

"Der Diplom-Volkswirt und damalige Finanzminister Peer Steinbrück erklärte kurz nach Verkündung des Urteils, dass er das Urteil für falsch halte und dass die nachteiligen Konsequenzen für die Reformfähigkeit Deutschlands noch nicht absehbar seien. Diese Äußerung wurde vom Richter am Bundesfinanzhof Greite kritisiert, da das Bundesverfassungsgericht nicht die Reformfähigkeit des Landes in Frage gestellt, sondern lediglich eine gerechte Verteilung der Steuerlast angemahnt habe. Die Streichung der Entfernungspauschale sei entgegen dem Sprachgebrauch des Bundesfinanzministeriums auch kein Versuch einer Einsparung, sondern ein Versuch einer Steuererhöhung gewesen."

RainerZ:

"70 außerhalb von Ortschaften taugt nix, ist bei meinem 119g Bluemotion Vorgänger Golf nix halbes und nix Ganzes. Der 5. Gang ist länger, fast wie der sonst übliche 6. Gang ausgelegt. Bei 70 km/h hat man noch nicht mal recht 1500 U/min drauf. Deshalb fahre ich eher schaltfaul mit mind. 75 km/h durch 70er Zonen."

Mit anderen Worten: Die Regelung taugt nichts, weil die Autoindustrie Autos für höhere Geschwindigkeiten optimiert, und Bequemlichkeit rechtfertigt zu schnelles Fahren?

Auch schon gehört: Ein Tempolimit ist gefährlich, weil dann die Industrie Autos mit schlechteren Bremsen baut.

von hegi_ms - am 16.05.2013 14:55
Zitat
hegi_ms
Mit anderen Worten: Die Regelung taugt nichts, weil die Autoindustrie Autos für höhere Geschwindigkeiten optimiert, und Bequemlichkeit rechtfertigt zu schnelles Fahren?

Auch schon gehört: Ein Tempolimit ist gefährlich, weil dann die Industrie Autos mit schlechteren Bremsen baut.


Der Betrag der Geschwindigkeit allein läßt sich nicht fix an einer Zahl festmachen, wo es "gefährlich schnell" ist und wo nicht. Die sicher fahrbare Geschwindigkeit ist immer von den konkreten Umständen abhängig. Es gibt Situationen, in denen 30 zu schnell sind, während woanders außerorts mehr als 100 problemlos und sicher möglich wären.

Nicht zuletzt bleibt das Risiko Mensch immer die Schwachstelle - daher wäre nur das Verbot jeglichen Verkehrs die Lösung, wenn es nach deiner pauschalen sinnfreien Aussage nach ginge.

Ich frage mich nur dann, wie man den immer weiter steigenden Anspruch an Mobilität und Flexibilität an den Arbeitsnehmern damit gerecht werden will. Das Fahraufkommen (Häufigkeit und zurückgelegte Entfernungen/Wegstrecken) steigen ständig, also kann man sich nicht vor dieser Entwicklung mit solchen Maßnahmen verschließen.

Es müssen Schikanestellen und andere Hemmnisse verboten werden, die einen flüssigen Verkehrsfluß unterbinden. Das hat nichts mit "Raserei" zu tun. Für viele ist der Überholer schon ein Raser, wenn sie selber auf freier, einsichtiger Straße mit 60 km/h außerorts eine Kolonne ansammeln.

Ich fürchte, dass das erzwungene Langsamfahren zu einer geringeren Aufmerksamkeit führen könnte und dann mglw. sogar mehr Unfälle (Auffahren usw.) passieren könnten.

von Radio_DDR - am 19.05.2013 16:53
Zitat
Radio_DDR
Zitat
hegi_ms
Mit anderen Worten: Die Regelung taugt nichts, weil die Autoindustrie Autos für höhere Geschwindigkeiten optimiert, und Bequemlichkeit rechtfertigt zu schnelles Fahren?

Auch schon gehört: Ein Tempolimit ist gefährlich, weil dann die Industrie Autos mit schlechteren Bremsen baut.


Der Betrag der Geschwindigkeit allein läßt sich nicht fix an einer Zahl festmachen, wo es "gefährlich schnell" ist und wo nicht. Die sicher fahrbare Geschwindigkeit ist immer von den konkreten Umständen abhängig. Es gibt Situationen, in denen 30 zu schnell sind, während woanders außerorts mehr als 100 problemlos und sicher möglich wären.

Nicht zuletzt bleibt das Risiko Mensch immer die Schwachstelle - daher wäre nur das Verbot jeglichen Verkehrs die Lösung, wenn es nach deiner pauschalen sinnfreien Aussage nach ginge.

Ich frage mich nur dann, wie man den immer weiter steigenden Anspruch an Mobilität und Flexibilität an den Arbeitsnehmern damit gerecht werden will. Das Fahraufkommen (Häufigkeit und zurückgelegte Entfernungen/Wegstrecken) steigen ständig, also kann man sich nicht vor dieser Entwicklung mit solchen Maßnahmen verschließen.

Es müssen Schikanestellen und andere Hemmnisse verboten werden, die einen flüssigen Verkehrsfluß unterbinden. Das hat nichts mit "Raserei" zu tun. Für viele ist der Überholer schon ein Raser, wenn sie selber auf freier, einsichtiger Straße mit 60 km/h außerorts eine Kolonne ansammeln.

Ich fürchte, dass das erzwungene Langsamfahren zu einer geringeren Aufmerksamkeit führen könnte und dann mglw. sogar mehr Unfälle (Auffahren usw.) passieren könnten.


100% Zustimmung! :spos:

von Rosti 2.0 - am 21.05.2013 06:19
Zitat
PhanTomAs
Wenn die nicht zugelassen wären, dann hätte ich die ja nicht einfach so kaufen können.

Kaufen kann man die Teile fast überall. Nur haben die kein E-Zeichen drauf und werden auch heller sein
als die zulässigen 1,00 lx nach §50 (4) StVZO .

Zitat
PhanTomAs
"Es gibt also für H4-Sockel auch schon LEDs ?"


Auch solche Teile gibt es, aber die sind erst recht unzulässig. Aufgrund der völlig anderen Abstrahl-Charakteristik dieser Leuchtmittel passt die gesamte Abstrahl-Charakteristik der Scheinwerfer dann nicht mehr.

Gemeint war hier so etwas. und nicht
die Veränderung der Hauptscheinwerfer.


Zitat
Dr.Antenne
dank eines schon vorhandenen Tagfahrlicht-Pin am Lichtschalter des Audi leuchten am Tage jetzt nur die
Abblendlichter und alles andere was nicht erforderlich ist (wie Standlicht, Rücklichter, Tacho und Ambientebeleuchtung) bleibt aus.


Abblendlicht an und Schlusslich/Rücklicht aus ist allerding nicht zulässig.
Zitat
Auszug §49a STVZO

(5) Alle nach vorn wirkenden lichttechnischen Einrichtungen dürfen nur zusammen mit den Schlussleuchten und
der Beleuchtungseinrichtung für amtliche Kennzeichen oder transparente amtliche Kennzeichen einschaltbar
sein. Dies gilt nicht für
1. Parkleuchten,
2. Fahrtrichtungsanzeiger,
3. die Abgabe von Leuchtzeichen (§ 16 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung),
4. Arbeitsscheinwerfer an
a) land- oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen,
b) land- oder forstwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen sowie
c) Kraftfahrzeugen der Militärpolizei, der Polizei des Bundes und der Länder, des Bundeskriminalamtes und
des Zollfahndungsdienstes,
5. Tagfahrleuchten, die den im Anhang zu dieser Vorschrift genannten Bestimmungen entsprechen.

(6) In den Scheinwerfern und Leuchten dürfen nur die nach ihrer Bauart dafür bestimmten Lichtquellen
verwendet werden.


von carkiller08 - am 25.05.2014 22:50
Na ja, erster Schritt war der Beschluss, die bisherige Bundesstrasse ab dem Jahreswechsel 2015 herabzustufen. Ab diesem Zeitpunkt faellt der Instandhaltungsaufwand dann an die Grossgemeinde, die davon aber auch nur 20 % selbst finanzieren muss. Der Rest ist ab diesem Zeitpunkt an die Anwohner abwaelzbar, die bislang nicht daran beteiligt waren.

Nun gruebelt man, wie man den sicherlich nicht weniger werdenden Fahrzeugverkehr irgendwie eindaemmen, vergraulen oder wenigstens einbremsen kann, um nicht den immensen Verschleiss zu haben, den die Bundesstrasse bislang durch den LKW-Verkehr hatte. Bisher war im Abstand von 3 bis 5 Jahren abwechselnd eine neue Duennbettdecke oder mit eine grundhafte Sanierung erforderlich. Der Plan war urspruenglich, die gesamte Laenge mit Tempo 30 zu beschildern, also vom Berliner Stadtrand bis an den Rand der Schorfheide. Die Idee dahinter war, sie so als Alternativstrecke zu den mautpflichtigen Autobahnen zeitmaessig unattraktiv fuer den LKW-Durchgangsverkehr zu machen. Warum man davon nun abkam, das kann ich nicht sagen. Im Durchfuehrungsplan zum Laermschutzplan steht nun, dass die Ortsdurchfahrten nachts generell auf Tempo 30 bedrosselt werden, einige Abschnitte aber auch ganztags davon betroffen sein sollen. Einmal betrifft das den alten Dorfkern meines Ortsteils, dessen ueberwiegend denkmalgeschuetzte Bebauung durch Erschuetterungen von schweren LKW unvermindert stark belastet werden. Im zweiten Fall betrifft das meinen Nachbarortsteil, der wiederum als klassisches Strassendorf aufgebaut ist und dessen Bebauung damit an beiden Seiten der Strasse praktisch lueckenlos steht. Die davon abgesetzten Siedlungsgebiete entstanden erst viel spaeter. Auch hier soll kuenftig ganztags Tempo 30 gelten, zudem soll es eine Staffel an neuen Fussgaengerampeln geben die die bislang einzige Ampel des Ortes um drei weitere ergaenzen sollen. Praktisch einzusehen, man kommt bei dichtem Verkehr zu Fuss kaum ueber die Strasse.

Noch einen Ortsteil weiter und man kann die am staerksten den Verkehr ausbremsende Ampel der ganzen Region bewundern. Die Hauptverkehrsrichtung hat zwar prinzipiell immer freie Fahrt, jedoch auch nur so lange, wie niemand links abbiegen oder aus den untergeordneten Fahrtrichtungen kreuzen bzw. auffahren will. Dann schaltet diese Ampel binnen Sekunden fuer sie frei, die Hauptverkehrsrichtung bleibt stehen. Ist zu Stosszeiten dort wirklich viel los, so bekommt die Hauptverkehrsrichtung je Gruenphase drei Sekunden Gruenlicht, was wahlweise fuer einen LKW oder zwei bzw. vielleicht drei PKW reicht. Der Rest steht an und staut sich (ausserhalb bebauter Gebiete) gern mal 1,5 km zurueck. Morgens rutsche ich meist noch gut durch, nachmittags habe ich es mir allerdings abgewoehnt, diese Strecke fuer den Heimweg zu waehlen. Der 9 km laengere Weg ueber die Autobahn (eine Abfahrt weiter fahren, dann ueber die Doerfer) lohnt sich zeitmaessig auf jeden Fall, an dieser bloeden Ampel steht man nicht selten zwischen 10 und 20 min an. Ob diese Ampelschaltung bereits Teil des Gesamtkonzepts und eventuell mit den Potsdamer Pfoertnerampeln vergleichbar ist, das weiss ich nicht.

von PowerAM - am 30.05.2014 09:01
Geeicht? Erich, die Dinger zeigen bei uns die Brotpreise von Chicago! Wobei man von der Anzeige des "Messwerts" auf den Displays inzwischen auf die Smileys :) und :( umgestellt hat, die bei Unter- bzw. Ueberschreitung der eingestellten Schwellengeschwindigkeit angezeigt werden. Die Dorfjugend fand es zuvor absolut unterhaltsam, die von ihren Rollern oder Mopedautos erreichte Hoechstgeschwindigkeit von diesen Dingern messen zu lassen. Es gab regelrechte Wettbewerbe und auf den mit einer solchen Tafel ausgestatteten Strecke war in den Abendstunden deutlich mehr los als zuvor. Eine Tafel in meinem Wohnort wurde sogar durch ein Pappschild mit den notierten Spitzenwerten der jungen Wilden erweitert.

Wie gross die psychologisch korrigierte Falschanzeige des Tachos meiner japanischen Wellblechbude ist, das weiss ich inzwischen. Der elektronische Tacho ist m. E. absichtlich zu einer 4 - 5 km/h hoeheren Zeigeranzeige justiert worden. Sie ist ab ca. 20 bis um 100 km/h konstant. GPS-Messungen in der Ebene mit moeglichst wenigen Messfehlern durch Bebauung, Baeume usw. bestaetigen mit Abweichungen um/unter 1 km/h die ueber OBD auslesbare und von den ABS-Radsensoren gemeldete Fahrgeschwindigkeit. Der OBD-Bordcomputer ist staendig drin und laeuft ebenso staendig mit den dem Motorsteuergeraet zur Verfuegung stehenden Messwerten. Tatsaechliches Tempo 30 entspricht also etwa angezeigten 34...35.

Nervig an den Laermschutz-30 finde ich hauptsaechlich den erzeugten Flickenteppich. 50 m gelten 30 wegen Laermschutz zwischen 22 und 6 Uhr, dahinter darf fuer 150 m wieder 50 gefahren werden, dann kommt der naechste 30er-Abschnitt mit Geltungsbereich von drei Hausnummern. Hintergrund ist eher, dass die Anwohner ihre Stadt, ihr Dorf oder was auch immer rechtlich zwingen koennen, Laermschutzmassnahmen zu ergreifen - ob sie tatsaechlich wirksam sind oder nicht. Und so machen die Gemeinden, was die Anwohner verlangen.

von PowerAM - am 05.06.2014 04:28
Meine Meinung zum Thema.

B91 Merseburg und Halle. Grüne Welle ist nur möglich wenn man 20-30km/h schneller als erlaubt unterwegs ist. Deswegen fällt es jedem normalen Menschen schwer sich dran zu halten. Also wird natürlich gern mobil geblitzt. Ich bin schon dafür mich an gewisse Sachen zu halten aber an der 30. Ampel nervt es einfach.

Start/Stop
Mein Auto braucht mit Klima und warmen Motor etwa einen halben Liter im Stand pro Stunde. Wenn ist es starte und die Klima voll kühlen oder im Winter voll heizen tut steigt das Ganze unermesslich. Ausserdem muss die Batterie die abgegange Spannung durch sämtliche Verbraucher wieder zugeführt werden. Wer Start/Stop hat fährt ausserdem meist Vollgas an um in Bewegung zu kommen. Ich nehme Standgas, der Motor tourt beim Einlegen des Gang automatisch auf 1000 hoch. Start/Stop habe und will ich nicht. Beschleunigt wird erst wenn eingekuppelt ist. Mein Auto fährt im Dritten Gang 20-160. Der 4. und 5. werden bei GPS wie in den Papieren beschrieben mit 189km/h abgeregelt.

Wenn jeder so denken würde wie hier geschrieben wird bräuchten wir wohl weniger Vorschriften.

Mein Auto hat mit seinem sanften 1.6er Diesel und einem lang übersetzen Getriebe sowie dem RNS315 eine sehr angenehme und beruhigende Wirkung auf mich und meine Beifahrer/Fahrer. 1000km am Tag hält man ausgeschlafen durch. Die 50Liter reichen mindestens 850km bei Vollgasfahrten. Ich bewege mich mit langen Autobahnen bei bis 160 um 5,5 Liter. 20€ Stuttgart Erfurt oder die Reserve Würzburg Stuttgart reichen. Bei Stau und niedriger Drehzahl ist es weniger. Wenn ich im 5. auf der LKW Spur bliebe bin ich bei etwa 3Liter.

von pomnitz26 - am 05.06.2014 23:26
Auf unter 5 l komme ich mit meiner Wellblechbude nicht. Auch nicht bei Landstrassentempo 70, was bei uns inzwischen als Beschilderung der Regelfall geworden ist. Da macht es auch nichts, dass einige Streckenabschnitte mit 80 beschildert sind. Alles wegen der boesen Baeume, die jederzeit auf die Fahrbahn springen koennten.

Die Egalisierung der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von LKW und PKW z. B. in Frankreich finde ich sehr angenehm, es wirkt regelrecht entzerrend. Der Frust, gefuehlte Ewigkeiten hinter einem wirklich korrekt fahrenden LKW mit Tempo 60 zu haengen, wuerde damit entfallen. Komischerweise halten sich auch, zumindest nach meinen Beobachtungen, die von LKW verursachten Verkehrsunfaelle auf Landstrassen ausserorts in Grenzen. Richtig schwere LKW-Unfaelle habe ich nur auf den Autobahnen oder komischerweise innerorts bzw. innerstaedtisch gesehen. Letzteres aber nicht selten von vorfahrtsmissachtenden PKW-Fahrern verursacht. Kleinere Zwischenfaelle wie mal ein umgeknicktes Verkehrsschild oder ein abrasierter PKW-Spiegel gehen ja Schadensmaessig meist nicht in die 1000er.


Verstanden habe einen am gestrigen Nachmittag in Berlin beobachteten Verkehrsunfall nicht: Ein verbotswidrig und nicht gerade langsam ueber den Radweg an einem Ampelrueckstau vorbeifahrender Rollerfahrer ordnet sich, einen Haken schlagend, vor einem an der Ampel gerade anfahrenden PKW ein und wird prompt flachgelegt. Springt sofort auf, laesst aber seinen Roller liegen und laesst sich mit Schwung und seinem Koerpergewicht nochmal auf die Motorhaube des PKW fallen. Das ganze unter den Augen einer zivilen Polizeistreife auf der Nachbarspur, die sich den ausflippenden Rollerfahrer erstmal griff und auf dem Gehweg ablegte. Drogen oder Alkohol? Wie kann man so beschi**en fahren und dann so durchdrehen?

von PowerAM - am 06.06.2014 05:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.