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US-Dollar auf Allzeittief

Startbeitrag von Alqaszar am 07.03.2008 22:16

Zumindes gegenüber dem Schweizer Franken. Der Greenback kostet weniger als 1,10 CHF, wenig wie nie zuvor lt. NZZ Online.

Aber auch im Euro-Raum dürfte das so langsam erreicht werden. Wobei der Euro natürlich erst seit 1999 existiert und man für die Zeit davor nur die Kurse der einzelnen Landeswährungen betrachten kann. Dabei geht es dem Euro selbst gut, der Kurs zum Schweizer Franken beträgt annähernd 1,50 CHF für 1 EUR.

Die substanzielle Schwäche des Dollar zeigt sich auch in hohen Öl- und Goldpreisen. Aber auch alle anderen in USD gehandelten Produkte erreichen derzeit hohe Nennpreise. Zahlt man in Euro, fallen diese Preise dank der Dollarschwäche nicht so hoch aus. Deshlab blieben die Tankstellenpreise derzeit eher stabil bzw. sinken sogar leicht.

Ein Problem ist, dass europäische Waren außerhalb Europas ebenfalls in Dollar gehandelt werden. Daher müssen entweder diese Dollarpreise steigen, oder die Gewinne in Euro gehen zurück.

Daher ist es eine überlegung wert, internationale Märkte künftig in Euro zu führen. Der Iran plant etwa in Teheran eine in Euro abrechnende Ölbörse. Damit könnte man Öl direkt in Euro kaufen, was die Nachfrage nach Dollar weiter senken und somit den Kurs weiter unter Druck bringen würde.

Für die USA würden dann die Energieimporte noch teurer, worunter die amerikanische Wirschaft leiden würde. Ist der Dollar auf einem nachhaltigen Sturzflug, kann der niedrige Dollarkurs auch nicht den Investitionen in (die dann billigeren) amerikanischen Arbeitskräfte nutzen. Denn ein ins Bodenlose fallender Dollar, angetrieben auch noch von einer Inflation in den USA, verringert die in Dollar erzielte Rendite.

Bush hinterlässt ein ziemliches Chaos, würde ich sagen. Wer in Europa heute noch auf die USA setzt oder dort seine Märkte sieht, sollte sich in der nächsten Zeit umorientieren und neue Partner suchen.

Antworten:

@ alqi
Die Frage ist halt nur ob die sukzessive Einführung nicht eher mehr Nachteile wie Vorteile bringen würde ? Wie du erwähnst hattest, hät der niedrige USD unsere Preise fossiler Energiestoffen relativ gesehen immer noch stabil bzw. niedrig. Bei einem Zahlungsverkehr in Euro würden wir den direkten Preis zahlen, was eine merkliche Verteuerung mit sich ziehen würde.
Andererseits könnte dies den Export (speziell Deutschlands) benachteiligen, da eine Aufwertung des Euros ein Produkt eben - z.b auf dem US-Amrkt weiterhin verteuern würde - was Absatzshwächen mit sich ziehen würde, andererseits würden Handelspartner in Genuss von Eurodevisen kommen, diese die sich primär ohne merklichen Wertverlust direkt auch wieder in der EU investieren könnten.
Daher ist diese Entwicklung für mich gesehen ein zweischneidiges Schwert, dies es zu beobachten gilt.

Was ist deiner Meinung nach der Anlass des schlechten USD Kurses außer die "verworrene Außenpolitik" Bushs ?

von vogelsberger - am 07.03.2008 22:33
@vogelsberger:

Vermutlich ist der niedrige Dollarkurs sogar im Sinne der US-Regierung. Damit finanzieren sie quasi ihr doppeltes Defizit des Haushalts und der Leistungsbilanz und verhindern, dass das Außenhandelsdefizit weiter steigt. Der Irakkrieg ist eben teuer, und ein billiger Dollar lässt die Kosten in Dollar absolut ja weniger werden. Außerdem können sich die Amis ja so viele Dollar drucken wie sie wollen, das kostet sie nichts als die Inflation.

Bisher können die Amerikaner auf die Chinesen zählen, die ihre Dollar-Exporterlöse in den USA reinvestieren und so für einen Kapitalzufluss sorgen. Wenn dieser wegfällt, weil die Chinesen auf Nummer sicher gehen und Euro einkaufen, dann wird der Dollar weiter unter straken Druck geraten. Damit würde die Billigdollarstrategie der amerikanischen Regierung nach hinten losgehen.

Bevor man aber in Schadenfreude über die Bush-Politik gerät, sollten wir uns überlegen, was der starke Euro, der zwangsläufig aus dem schwachen Dollar resultiert, bringt. Ist der Euro stark, dann werden die Importe relativ billiger, also auch die Energieimporte. Wenn Russland oder andere Länder uns Öl für Euro verkaufen, kann die EZB die Zinsen senken.

Mit billigeren Rohstoffpreisen und billigem Geld bei gleichzeitig fallendem Dollar aber wäre der eogentliche Nachteil, mänlich dass die Exporte teurer werden, nicht so gravierend. Außerdem, wenn Öl für Euro eingekauft wird, haben die entsprechenden Länder Euros, um damit bei uns einkaufen zu gehen.

Deshlab wette ich fast, dass Merkel heute in Moskau mit Putin und Medwedew darüber gesprochen hat, ob Russland das Öl und Gas nicht auch für Euro verkaufen will...

von Alqaszar - am 08.03.2008 18:23
Zitat
cougar1989
In den 50ern war die DM mal auf einem Allzeittief.
1$ = 4,2DM


Der Kurs 1 US$ rund 4,20 M (Mark,Goldmark, Rentenmark, Reichsmark, D-Mark) bestand seit 1873 (Einführungsdatum der Mark in D) und war durch die Verankerung beider Währungen im Goldstandard (später Bretton-Woods System) bedingt.
Durch den verlorenen Vietnamkrieg brach dieser Goldstandard 1971/73 zusammmen.
In einer ähnlichen Situation sind wir auch heute.

von mor_ - am 08.03.2008 19:12
1 USD = 4,20 DEM war aber eher ein Allzeithoch...

von Alqaszar - am 09.03.2008 01:32
Der Dollarkurs hat am Freitag kurzzeitig die Schallgrenze von einem Franken unterschritten, d.h. ein Dollar war etwas weniger wert als ein Franken!
http://www.swissinfo.ch/ger/startseite/detail/Dollar_erstmals_billiger_als_Franken.html?siteSect=105&sid=8857755&cKey=1205518296000&ty=st
Der aktuelle Kurs ist jetzt wieder 1 US Dollar = 1.02723 Swiss Franc

von dxbruelhart - am 15.03.2008 08:52
Wir werden dauergaft Kurse unter 1 CHF sehen. Experten rechnen mit dem Überschreiten der Marke von 1,60 USD für 1 EUR. Dann wäre ein Dollar gerade mal etwas mehr als 60 Eurocent wert.

von Alqaszar - am 15.03.2008 18:15
Ich glaub, das mit dem Notebookkauf in den USA überleg ich mir doch nochmal :D

Ich mein das jetzt ernst, für 2000 $ krieg ich da ein Notebook, für das ich hier fast 2000 Euro bezahle. Da kommt dann halt noch Zoll drauf. Dummerweise aber auch englisches Windows (who cares?), US-Tastatur (schon etwas problematischer) und eine fehlende Garantie (beim letzten Notebook musste das Mainboard getauscht werden, also braucht man sowas) :(

von Hagbard Celine - am 15.03.2008 18:24
Zitat
Hagbard Celine
Ich mein das jetzt ernst, für 2000 $ krieg ich da ein Notebook, für das ich hier fast 2000 Euro bezahle. Da kommt dann halt noch Zoll drauf. Dummerweise aber auch englisches Windows (who cares?), US-Tastatur (schon etwas problematischer) und eine fehlende Garantie (beim letzten Notebook musste das Mainboard getauscht werden, also braucht man sowas) :(


Also Tastatur ist doch auch kein Problem. Ich hab auch ein Notebook mit deutschen Tasten drauf, aber mit Schweizerdeutscher Belegung. Komm ich wunderbar damit klar. Da wäre die Garantie schon gewichtiger...

von Wrzlbrnft - am 15.03.2008 18:49
Sei dir da mal nicht so sicher. Die schweizerdeutsche Tastatur unterscheidet sich von der deutschen nur durch die Stellung einiger Umlaute. Die US-ASCII-Tastatur hat noch ein paar mehr Unterschiede:

- Y und Z sind vertauscht (ok, das ist wirklich Gewöhnungssache)
- Fast alle Sonderzeichen liegen woanders, nur . und , sowohl ein Teil der Shift+1-0 sind am gleichen Ort
- Alle deutschen und französischen Sonderzeichen gehen nur übers NumPad, auch wenn das in NL verwendete US-International hier durch AltGr-Benutzung und tote Tasten (ähnlich wie die Accents auf deutscher Tastatur) geringfügig Abhilfe schafft
- Die US-Tastatur hat nur 104 Tasten, beim Umstellen auf deutsches Layout fehlt also eine, auch wenn ich nicht weiß, wo...

Programmierer schwören zwar oft auf US-Tastaturen, weil [] und {} - die in einigen Programmiersprachen sehr oft benutzt werden - wesentlich günstiger liegen, aber solange ich 99% meiner Texte auf deutsch schreibe, bleib ich dann doch lieber beim deutschen Layout ;)

von Hagbard Celine - am 16.03.2008 13:39
Gerade für Notebooks gibt es aber auch Aufkleber, um die Tastatur "einzudeutschen". Mein vorheriger Laptop kam aus Belgien, da hatte ich die Dinger auch draufgepappt. Die Belegung der Tastatur kann man ja einstellen. Ich habe auch eine Schweizer Tastatur in meinem Notebook, aber die deutsche Belegung ausgewählt. Einige Tasten stimmen dadurch nicht, aber da ich auf der Arbeit auf einer normalen DIN-Tastatur schreibe gucke ich ohnehin nicht auf die Belegung. Hauptsache es sind alle Tasten, d.h. 104 statt 102 Tasten vorhanden.

Bei einem alten iBook mit halbtransparenten Tasten hatte ich für eine bekannte mal selbst auf transparente Klebefolie die benötigten Buchstaben in arabischer Schrift in Spiegelschrift draufgedruckt, die Tasten abgezogen und die Aufkleber von innen aufgeklebt. Dadurch konnte man den Rechner sowohl auf arabisch, als auch auf deutsch nutzen. (Beim MacOS kann die Betriebssystemsprache in den Systemeinstellungen einfach umgestellt werden!).

Übrigens gibt es auf Computerhardware aus den VSA keinen Zoll, man zahlt nur die Märchensteuer von 19 Prozent (allerdings auf Warenwert inklusive Versandkosten!) nach.

von Bolivar diGriz - am 18.03.2008 15:09
Leute, jetzt USA-Reisen buchen. Was besseres kann einem doch nicht passieren. Mietwagen, shoppen, Hotels etc. alles total billig im Moment wenn man aus einem Euro-Land kommt. So billig kann man das wohl nie mehr machen. Ich überleg auch schon, ob da nicht mal ein Last-Minute Trip drin ist.

von zerobase now - am 18.03.2008 15:13
Hab heute was für $92.50 bestellt... das sind lächerliche 58 Euro nach aktuellem Kurs (¤1=$1.58) :joke:

Ich kann zerobase now nur zustimmen, auf nach Amerika! (Das sag ich zwar sonst auch immer aber diesmal wirklich :D)
Ich machs jedenfalls so, allerdings erst im August. Erst muss ich mal die Schule fertig machen und ein bisschen Geld zusammenscheffeln. Dann nütz ichs aber aus, wie es nur geht - da kann man dank des Preises länger bleiben ohne mehr auszugeben bzw. viel sparen im Vergleich zum Kurs vor 2 Jahren. :D

von DX-Project-Graz - am 18.03.2008 16:33
Ihr denkt nur ans Shoppen. Was ist mit den Leuten, die Geldanlagen dort haben?? Bei dem Wechselkurs schrumpfen meine Ausschüttungen schneller zusammen, als ich gucken kann...

von Peter Schwarz - am 18.03.2008 17:13
Schön und gut,aber einfach so mal da rüberfliegen,nur zum shoppen,och nöö,das muß ich net ham,ich will wenn dann 2 Wochen und im Jahresurlaub,also im Sommer und Spätsommer,aber auch nicht in diesem Jahr,was nützen mir die paar gesparten Euros wenn ich nur Streß und Hecktik habe...

von Robert S. - am 18.03.2008 18:00
Zitat

Mietwagen, shoppen, Hotels etc. alles total billig im Moment...

Dass du dich nicht täuschst. Ich habe gerade 6 Leute auf einer Baustelle drüben - am flachen Land, weit weg von jeder Metropole. Die Mietwagen- und Hotelpreise waren in den USA nie günstig (wegen der hohen Versicherungsprämien) und sind es auch jetzt nicht. Und wir zahlen z.B. bei AVIS einen sehr günstigen Firmentarif. Genauso bekommen wir die Hotelzimmer (übliches 2-Stern-Business-Hotel am Freeway) über unseren Kunden um 40% des regulären Preises.

Gewiss kann man zünftig shoppen, wenn man das mag und sich etwas findet. Bekleidung war schon immer günstig und ist es jetzt erst recht. Nur was soll man mit Koffern voller Klamotten? Damit fällt man nur beim Zoll bei uns auf. Elektrosachen passen vielfach nicht (Netzteil generell, UKW-Radios klingt bei uns muffig und Abstimmung nur in 200 kHz-Schritten). Was man Frauen so an Kleinigkeiten gerne mitbringt, ist meist Import und damit nur wenig billiger als bei uns. Diverse Werkzeuge und Messgeräte kann man auch vergessen, weil alles nur nach inch, pound, ounces und Fahrenheit läuft.

von Wasat - am 18.03.2008 23:08
Zitat

Der Kurs 1 US$ rund 4,20 M (Mark,Goldmark, Rentenmark, Reichsmark, D-Mark) bestand seit 1873 (Einführungsdatum der Mark in D) und war durch die Verankerung beider Währungen im Goldstandard (später Bretton-Woods System) bedingt.
Durch den verlorenen Vietnamkrieg brach dieser Goldstandard 1971/73 zusammmen.
In einer ähnlichen Situation sind wir auch heute.


Dass der Dollar von 1873 bis 1971/73, also 100 Jahre, immer 4,20 DM wert war halte ich für ein Gerücht. Zu Zeiten der großen Inflation 1923 war ein Dollar mal mehrere Billionen Reichsmark wert...

Übrigens: Der Dollar Tiefststand zu DM Zeiten war so 1995, als ein Dollar damals nur noch ca. 1,36 DM wert war. Dann ging es massiv aufwärts bis so 2000 der Euro seinen Tiefststand erreicht und ein Dollar umgerechnet 2,30 DM wert war. Seit Oktober 2000 geht es jedoch eigentlich nur immer aufwärts. Ein Dollar wäre jetzt nur noch 1,25 DM wert, wenn es die Mark noch gäbe...

von BetacamSP - am 19.03.2008 00:10
Damit dürften wir den wertlosesten Dollar aller Zeiten erleben. Beunruhigend ist, dass ein Ende der Talfahrt noch nicht offensichtlich ist. Die Devisenhändler werden sich das genau anschauen.

2000 war der Höhepunkt der Spekulationsblase auf den Aktienmärkten. Da dürfte viel Geld in den Dollar geflossen sein, um die Nasdaq-Renditen mitzunehmen. Für die internationalen Anleger kamen die Kursgewinne dazu.

Jetzt aber stehen wir vor einer amerikanischen Rezession, welche besonders Deutschland hart treffen wird. Eine Inflation treibt die Rezessionsängste eher an, so dass Investitionen in den USA, welche den Dollar wirklich nachhaltig stützen könnten, eher nicht getätigt werden.

Interessanterweise halten sich die Notenbanken mit lauten Aktionen zur Stützung des Dollar zurück. Das könnte heißen, dass niemand seine Devisenreserven auf diese weise verbrennen will. Das ist ein klares Signal dafür, dass die Talsohle wohl noch nicht erreicht ist.

Das Spiel der Marktkräfte hat natürlich viel mit Psychologie zu tun, das ist eine Binsenweisheit. Daher besteht die nächste Chance im November, wenn klar ist, welche neue Regierung ab Januar 2009 das Land führen wird. Sowohl McCain als auch Clinton könnten für Vertrauen sorgen und somit zu einer Kurswende beitragen. Ob das bei Obama auch funktionieren wird, sei mal dahingestellt.


@PeterSchwarz:

Hast Du Kriegsanleihen für den Irak-Krieg gezeichnet?? ;)



von Alqaszar - am 19.03.2008 00:38
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