[Linux] Installation auf Notebook?

Startbeitrag von wavefinder am 02.08.2008 19:04

Nach 10 Jahren möchte ich jetzt mal einen zweiten Versuch wagen, Linux zu installieren. Nicht auf meinem Hauptrechner aber auf dem Notebook (Samsung P35). Erste google Anlaufstellen waren schon wieder ernüchternd. Muss man sich immer noch jeden Treiber selber kompilieren und zurecht patchen? Das kann doch wohl nicht wahr sein oder? Oder verstehe ich da was falsch? Womit und wie sollte ich vorgehen?

Antworten:

Linux auf einem Notebook installieren ist hin und wieder etwas aufwändiger als auf einem Desktop-PC, aber inzwischen sollte es mit der richtigen Distribution kaum ein Problem mehr darstellen, wenn die Treiber vorhanden sind. Bei deinem Notebook ist das zum Glück durchgehend der Fall (vor allem WLAN ist immer Glückssache gewesen, wenn man nicht weiß, welcher Chip verbaut ist, aber Intel ist da die beste Wahl) und es ist ja auch schon etwas älter, das heißt, die Treiber sind ausgereift.

Da du zwar etwas Linux-Erfahrung hast, aber dir nicht unnötig Arbeit machen willst, wäre Ubuntu nicht verkehrt für dich. Ich habe es selbst auf einem ähnlich alten Notebook installiert und es lief problemlos, sogar mit 3D-Effekten auf dem Desktop (die man natürlich auch abschalten kann). Die Installation ist nicht viel schwerer als bei Windows, die Hardwareerkennung verläuft automatisch und ist zumindest bei dieser Distribution bekannt gut.

Falls es doch mal kleinere Problemchen gibt - kann immer mal passieren - gibt es eine sehr große und freundliche deutschsprachige Community, die Ubuntuusers. Dein Notebook ist dort nicht unbekannt, es gibt (mindestens) einen Forenthread dazu und auch ein Eintrag im Wiki, mit ein paar Anleitungen, falls du etwas Feintuning betreiben möchtest. Wenn sie sich auf "Gutsy" beziehen, ist zwar die Vorversion gemeint, nicht die aktuelle, aber es kann sein, dass diese Probleme trotzdem auftreten. Probieren geht über Studieren!

Du siehst vielleicht, in 10 Jahren hat sich doch so einiges weiterentwickelt, was Linux betrifft. Ich wünsche dir viel Erfolg - und wenn du noch allgemeine Rückfragen hast, kannst du sie ja auch hier reinschreiben, in der Hoffnung, jemand weiß eine Antwort. In ein paar Threads hier habe ich gemerkt, dass doch so einige hier im Forum Erfahrungen mit Linux gesammelt haben :-)

von Hagbard Celine - am 02.08.2008 21:39
Ok, vielen Dank für die Hinweise.

Habe mal die Ubuntu live CD probiert, auf dem PC geht es damit sofort ins internet, aber auf dem Notebook leider nicht. WLAN wird erkannt, habe mich auch mit meinem Router verbunden. Ubuntu Notebook ist vom Router aus zu sehen und hat ne IP bekommen aber internet klappt nicht. Naja, ich lade gerade mal die DVD Version herunter und installiere Ubuntu dann mal auf einer zweiten Notebookplatte.

von wavefinder - am 03.08.2008 10:46
Sonderbar™. Ich hatte bislang mit meinem EeePC und Xandros keine Probleme. Einzig die Neuinstallation von Programmen hätte ich sehr gerne einfacher gelöst.

von Wrzlbrnft - am 03.08.2008 12:11
Toll, dann will man mal ne DVD brennen unter XP und dann geht das nicht. Nero 7 meldet starten von Disk at once fehlgeschlagen.... CDs kann ich brennen.... Probiere jetzt auf dem Notebook ein Freeware Brennprogramm aber das muss erst noch NET Framework installieren.... das entwickelt sich langsam zur Odyssey....

von wavefinder - am 03.08.2008 12:18
@wavefinder: Probier die Freeware ImgBurn um Images zu brennen. Funktionierte bei mir problemlos, auch wenn ich nur ne CD statt ner DVD gebrannt habe, aber das soll das Programm auch beherrschen...

von Hagbard Celine - am 03.08.2008 12:21
Das Problem bei Windows 2000 dürfte sein, dass man Bluetooth und WLAN vergessen kann, es sei denn, man findet entsprechende Treiber vom Hersteller der Chips. Es sind nämlich nicht einmal die entsprechenden Treiberschnittstellen vorgesehen, auch im SP4 noch nicht...

EDIT: Mir fällt ein, dazu könnte noch das Powermanagement kommen. Ob Windows 2000 ACPI vollständig unterstützt, habe ich noch nicht probiert. Aber zumindest die dynamische Umschaltung des Prozessortakts braucht ein Tool von Intel - das beim Celeron M im Eee sowieso nicht gebraucht wird, da diese Funktion weggespart wurde ;)

von Hagbard Celine - am 03.08.2008 15:10
So, Ubuntu ist auf dem Notebook drauf. Die Installation hat ewig gedauert und nun zieht es sich noch 97 Updates - Kommt mir von woanders her auch bekannt vor;)

Die 3d Effekte gehen auch, er hat gleich angezeigt, dass es da noch einen Treiber gibt und hat den geladen und installiert. Sehr schön, diese wabbernden Fenster...



von wavefinder - am 03.08.2008 15:43
Ok, stehe jetzt völlig auf dem Schlauch. Wie installiere ich simple-ccsm ? Um den Würfel-Effekt zu bekommen. Unter Anwendungen -> Hinzufügen/Entfernen kann ich das nicht finden.

von wavefinder - am 03.08.2008 18:10
Oha, da hat aber jemand Gefallen an Compiz gefunden :D

Anwendungen hinzufügen/entfernen enthält nur die wichtigsten Programme. Probier mal System -> Systemverwaltung -> Synaptic-Paketverwaltung, damit kannst du alle Pakete durchsuchen, die direkt von den Ubuntu-Servern installiert werden können, und das sind viel mehr, als du je brauchen wirst ;)

Alternativ gibt es noch eine Möglichkeit, die Ubuntu von seiner Basis, der Debian-Distribution, geerbt hat. Du kannst eine Konsole öffnen (Anwendungen -> Zubehör -> Terminal ;)) und tippst dort apt-get install simple-ccsm ein. Diese Methode ist meiner Meinung nach schneller, wenn man den Namen des Pakets schon weiß, aber sie erfordert etwas Gewöhnung :)

von Hagbard Celine - am 03.08.2008 18:29
Ubuntu schön und recht, aber dann nur, wenn man bereits mit der CD Zugang zum Internet hat. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, wie bei mir.

Wer Linux aus dem Internet lädt, kriegt von mir ein Kopfschütteln, denn besser ist zB ein Linux-Sonderheft aus dem Kiosk, da werden auch haufenweise distributionseigene Sachen erklärt. 10 EUR sind da sehr gut angelegt.

von andimik - am 04.08.2008 15:10
@andimik
Hast recht. Nachdem alles recht schnell installiert war und ich auch gleich los surfen konnte, blicke ich jetzt nicht mehr durch. Alles kryptische Abkürzungen, weis nichtmal welche Themes ich installieren muss und bin gerade etwas angepisst, dass ich bei jeder zweiten Aktion mein password eingeben muss. Lebt der Linux User so gefährlich, dass er alle 5 Minuten damit rechnen muss, dass ihm jemand von hinten eins auf die Rübe haut und sich an seinen Systemeinstellungen zu schaffen macht??? Habe mir jetzt erstmal ein Ubuntu Buch geordert, damit ich die Basics mal erlerne. Aber die 4GB muss man dem Internetprovider ja nicht schenken;)

PS wie kriege ich die Bezeichnung meiner WLAN Karte für die kismet conf?



von wavefinder - am 04.08.2008 19:02
Zitat
wavefinder
@andimik
Hast recht. Nachdem alles recht schnell installiert war und ich auch gleich los surfen konnte, blicke ich jetzt nicht mehr durch. Alles kryptische Abkürzungen, weis nichtmal welche Themes ich installieren muss


Themes sind aber wirklich nicht überlebenswichtig :-)

Zitat

und bin gerade etwas angepisst, dass ich bei jeder zweiten Aktion mein password eingeben muss. Lebt der Linux User so gefährlich, dass er alle 5 Minuten damit rechnen muss, dass ihm jemand von hinten eins auf die Rübe haut und sich an seinen Systemeinstellungen zu schaffen macht???


Der Hintergrund ist, daß Linux ein echtes Mehrbenutzersystem ist, und da ist es nur folgerichtig, daß, wann immer etwas am System selber geändert werden soll, das nur mit dem root-Account (für Dich ist das transparent, Du mußt nur jeweils das root-Paßwort angeben) erfolgen darf.

Und das mit dem "auf die Rübe hauen" ist bildlich gar nicht so falsch, unter Windows schützt Du Dich halt mit meterdicken Schaumstoffpolstern (=Virenscanner) und dicken Helmen (=Firewall), weil Dir dort tatsächlich permanent jemand auf die Rübe haut :-)

Zitat

PS wie kriege ich die Bezeichnung meiner WLAN Karte für die kismet conf?


Du kannst mal mit lspci oder lspci -v nachsehen, was alles am PCI-Bus hängt, vielleicht ist ja Deine WLAN-Karte mit dabei.

Ciao
Christoph

von _Christoph - am 05.08.2008 07:06
Jack: Mag sein, dass das wo anders bereits diskutiert wurde, hier lese ich nicht so oft mit.

Bin seit ca. 10 Jahren Linux-Fan, aber die Eigenheiten jeder Distribution muss man erst einmal kennen. Bin mit Suse groß geworden, dann aber Knoppix/Kanotix, jetzt auch OpenSuse. Was im einen geht, muss nicht im anderen Fall funktionieren.

Nicht jede Hardware geht unter jedem Linux. Der Modemtreiber vom Laptop meines Vaters geht zB nur unter einer bestimmten, älteren Red-Hat-Version, weder danach, noch davor, noch mit einer anderen Distribution.

Deswegen rate ich trotz Flatrate zum Kauf eines Hefts. Denn bis die ~ 8 GB von OpenSuse per DSL geladen sind, kostet es vermutlich mehr Strom und Nerven, als sich das Heft um 10 EUR zu besorgen.

von andimik - am 05.08.2008 09:06
So , bin jetzt hier im Forum immerhin schon mit Ubuntu unterwegs:) Mich nerven noch die anderen Schriften von webseiten und Foren im Gegen satz zum Firefox auf Windows. Linux hat auchnicht die bekannt schriften an board. welche stellt man im Firefox unter linux am besten ein?

von wavefinder - am 09.08.2008 08:27
Das kann man im FF unter Preferences -> Content -> Fonts and Colors ändern. Ich hab einfach mal die serif-Schrift gegen Sans Serif ausgetauscht. Du solltest das für die Western und ggf, Unicode-Codierung tun.

von Tornado Wayne - am 09.08.2008 08:34
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