Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
659
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
PowerAM, Peter Schwarz, Detektordeibel, Erich Hoinicke, Japhi, WiehengeBIERge, zerobase now, Habakukk, mor_, Robert S., ... und 47 weitere

Der (!) Biertest...

Startbeitrag von PowerAM am 20.09.2008 23:29

Eines Tages, so beginnen viele schoene Maerchen, kam es dem Guenni74 und mir in den Sinn, muesste man mal damit anfangen, Biere zu testen. Bislang traute ich mich nicht an die Reserven, die seit den letzten Shoppingtouren in Groningen und Turnhout nur auf ihre Bestimmung warteten.

Beginnen wir heute mit "Stella Artois", gekauft bei Carrefour in Turnhout, Belgien. Was kauft man dort? Klar, belgisches Bier!!

Vor mir steht eine schmucke 0,33 l Aludose mit weisser Grundfarbe. Die Bedruckung ist golden dominiert, mittig der in Gold und Weiss gefasste Schriftzug "Stella Artois" auf roten Untergrund. "Belgium's Original Beer" verspricht man mir. Die Dose hat eine goldene Oberseite. Das alles sieht einladend aus! Hersteller dieses Lagerbieres ist die InBev Belgium S. A. in Bruessel.

Also, umgehend aufreissen und zur besseren optischen Analyse in eine 0,33 l-Biertulpe gegeben. Im ersten Anschein wirkt dieses Lagerbier etwas blass, traegt aber eine grosse Blume auf. Leider ist sie recht grossporig und faellt binnen kurzer Zeit zusammen. Schade, denn mein Glas kam frisch gespuelt aus der Maschine und sollte wirklich sauber und fettfrei sein. Die Blume verfliegt binnen weniger Minuten restlos und hinterlaesst nicht einmal einen duennen Schaumrand. Nun gut, das koennen andere besser. Das optische Erscheinungsbild sagt aber noch nicht viel ueber den Geschmack des auf 4 Grad (Herstellerempfehlung) gekuehlten Bieres aus!

Im Geruchstest dominiert zunaechst der typische Dosenbiergeruch. Skeptisch nahm ich einen Schluck und war angenehm ueberrascht. Das 5,2 Vol % starke Bier kommt trotzdem leichtfuessig und ohne jede Bitterheit daher. Schon mal nicht schlecht! Im Abgang unspektakulaer, jedoch angenehm erfrischend. Am Geschmack wuerde ich es nicht wiedererkennen, dazu wirkt es zu uniform. Jedoch ist es angenehm wuerzig und mild. Ich koennte mir gut vorstellen, es einen Abend lang z. B. in angenehmer Gesellschaft auf dem Tisch zu haben. Es will nicht aufdringlich sein, jedoch fehlt ihm so natuerlich auch der Charakter. Es ist ungefaehr so, als wurde man den Schnitt aller westfaelischen Biere nehmen, jede Bitterheit herausloesen, Charakter und Note vermeiden und all das in Dosen abfuellen. Ein Bier, das jedem "einigermassen" schmeckt und niemand abstoesst, jedoch nichts einzigartiges. An sich ein typisches Gastronomiebier. :rolleyes:

Ebenso - beinahe schon vernichtend - schrieb ich auch ueber das im Fruehjahr von Micha F. fuer mich ebenfalls aus Belgien mitgebrachte "MAES". Ich haette es vielleicht damals nicht gleich so zerreissen sollen, denn das hatte es nun auch nicht verdient. Ungefaehr so denke ich, will auch das vor mir stehende "Stella Atois" erscheinen. Supermarkttaugliche Ware, die alle gluecklich macht. Die Kundschaft kauft es, weil das Produkt nicht aneckt - und der Kaufmann erfreut sich am Umsatz! Oder eben ein typisches Gastronomiebier. Warum sonst hat man flaechendeckend das absolut uniforme Warsteiner auf der Karte?!


Wohlsein! :cheers: Und so hoffe ich, dass sich Guenni74 demnaechst mit seinen Eindruecken hier auslaesst. Andere bekennende Biertrinker lade ich gern ein - nicht nur zum Bier - sondern und vor allem auch ihre eigenen Tests, Eindruecke und Erlebnisse hier zu publizieren!

Als Grundanforderungen fuer einen sehr wohl immer subjektiven Test nenne ich mal:

- Namens- und Herkunftnennung
- Wo wurde es gekauft? Preisangabe freiwillig!
- Wie gibt sich das Erscheinungsbild der Dose, der Flasche bzw. des Fasses (falls der Test umfangreicher ausfallen sollte)
- Optisches Erscheinungsbild (Farbe, Blumenbildung und -aussehen, Standzeit) in der Biertulpe, -kugel oder zur Not im Krug
- Geruchseindruck vor dem ersten Antrunk
- Geschmackseindruck des ersten Schlucks
- Geschmackseindruck, kurz bevor das Bier alle ist

Das Bier sollte der angenehmen Trinktemperatur des Testers entsprechen, diese ist ungefaehr anzugeben.

Gutes Gelingen, Prost!! :drink:
- Nachgeschmack, Eindruecke, Nebenwirkungen

Die 50 interessantesten Antworten:

Schließe mich der Stella Artois-Beurteilung an.

Gläser sollte man, wenn sie aus der Spülmschine kommen, noch einmal mit klarem Wasser ausspülen. Auch kleinste Reste des Reinigers zerstören jeden Schaum. Denn die Stella-Artois-Krone ist normalerweise feinporig und stabil.

Ein durchschnittliches Bier für den Massengeschmack eben, ohen Ecken und Kanten.

Aber dafür gibt es in Belgien ja auch Alternativen:

Schauen wir uns Hoegaarden an.

Hierbei handelt es sich um ein Weißbier, so dass die sehr blasse Farbe nicht wundert. Eine 0,33-l-Glasflasche mit Kronkorken erspart das typische Dosenbieraroma, der Schaum bildet auch hier eine feine und stabile Krone.

Alsbald steigt das fein säulerliche Aroma in die Nase. Der Geschmack ist frisch und entbehrt jeder Bitterkeit. Das Bier wirkt daher leicht und luftig, ohen jedoch auf ein konsequentes Arome zu verzichten. Denn der Geschmack ist erstaunlich vollmundig, wobei der typische Weißbiergeschmack -- bekannt von zahlreichen bayerischen Erzeugnissen deutlich wahrnehmbar ist. Ein sher schönes Sommerbier also, welches aus die oft in undiffernzierte Bitterkeit ausartende Würze nicht übertreibt.

In der Nähe von Lüttich, in Jupille, wird das Jupiler gebraut. Wie das Stella und das Hoegaarden ist es eine Marke der InBev. Die rote Dose mit dem schwarzen Stierkopf auf weißem Grund strahlt eine gewisse Dynamik aus, welche auch auf der Zunge zu spüren ist. Dieses Bier ist weniger fein, weist ähnlich wie das Stella die typisch belgischen Mermale auf: Relativ blasse Farbe und feiner Schaum, der in diesem Fall jedoch nicht so nachhaltig bleibt.

Der Geschmack erinnert ein wenig an die Malocher-Pilsner und "Export"-Plörren des Ruhrgebiets, erreicht deren extrem herbe Bitterkeit jedoch zum Glück bei weitem nicht. Dennoch soll hier wohl der klassische Männergaumen befeuchtet werden, denn Jupiler macht da weiter, wo Stella aufhört.

Wenden wir uns jetzt von der akuten Testphase ab und begeben wir uns virtuell nach Köln, und zwar auf den Heumarkt. Dort gibt es an der nordöstlichen Ecke des Platzes eine Privatbrauerei, welche auf den Namen "Pfaffen" hört.

Dort wird ein kleines, aber äußerst feines Kölsch ausgeschenkt. Ohne Kohlensäre aus Holzfässern gleich in die 0,2er-Stängchen abgefüllt, knöpft man dem Köbes am besten gleich zwei davon ab, denn dieses Kölsch ist einfach nur flüssiges Gold, welches wie Ambrosia die Kehle hinuntergleitet. Die Ausgewogenheit und das Aroma dieses Bieres ist perfekt.

Auch für diejenigen, welche Kölsch-Biere normlerweise als zu leicht abtun: Hier haben wir es mit einer Spezies zu tun, welche jegliche falsche säure, jeden metallischen Nachgeschmack aus lieblos behandeltem Hopfen oder muffigen Abgang aus nachlässig gemälzter Maische vermissen lässt. Statt dessen perfektioniert diese sorgfältige Komposition kölnischer Braukunst süffige Milde mit vollmundigem und köstlichem Geschmack, bei dem vom ersten Lippenkontakt bis zum Abgang einfach alles perfekt ist.

Auch wenn es nunmehr profan wird: Weitere gern getrunkene Biere sind bei mir einerseits das mexikanische "Corona" mit seinem leckeren Mais-Touch und das türkische Efes mit seiner fruchtigen Reisnote. Bieses sicherlich Massenbiere, aber immerhin noch ein guter Kontrast zur deutschen Pils-Einöde.

von Alqaszar - am 21.09.2008 02:38
Zitat
PowerAM
Supermarkttaugliche Ware, die alle gluecklich macht. Die Kundschaft kauft es, weil das Produkt nicht aneckt - und der Kaufmann erfreut sich am Umsatz! Oder eben ein typisches Gastronomiebier. Warum sonst hat man flaechendeckend das absolut uniforme Warsteiner auf der Karte?!


Wobei ich dem Warsteiner zugute halten muss, dass es nicht so schlecht war, zumindest in der Lufthansa-Maschine nach fünf Wochen USA mit ab und an Bud Light, Milwaukee's Best, Pabst Blue Ribbon (oder wie man es in Virginia nennt: Piss Beer of Richmond), Natural Ice u.v.m. ;-)

Zu Bud Light noch ein kleines Review von mir:
Gekauft - nicht von mir, wäre mir in den USA auch nicht möglich. Gab es auf einer College-Party der VCU in Richmond. Kostenpunkt für 24er-Pack bei 7-Eleven ist etwa 16 Dollar.



Die Dose ist recht spektakulär aufgemacht und sieht eigentlich aus wie eine Diet-Sprite oder ähnliches. Laut Zutatenangabe besteht das Zeug aus gut 20 seltsamen Zusatzstoffen, wie Geschmacksverstärker usw. Weiters hat Bud Light pro 355ml-Dose nur 110 Kalorien, es ist also nicht nur mit 4.2% leichter als normales Budweiser.

Zur Blume kann ich leider nichts sagen, es wurde nur aus Dosen getrunken. Tja und nun zum wichtigsten Teil, dem Geschmack: Bäh! Das sagt eigentlich alles. Bud Light schmeckt wie Spülwasser mit künstl. Bieraroma (so wie diese trendigen Mineralwasser mit Fruchttouch) - keineswegs bitter, einfach sehr langweilig und ohne jeglichen Kick. Wenn das Bud Light warm wird, schmeckt man auch ein wenig die chemischen Diet-Zusatzstoffe, wie es bei Diet Coke der Fall ist.
Einzig positiv, das Zeug fließt ganz gut wenn mans einfach runterkippt...

Nun noch etwas seltsames, meinem Kumpel und mir bescherte Bud Light tatsächlich Bauchweh am nächsten Morgen - nein es wurde nicht über den Durst getrunken! ;-)

Gesamtnote von mir 2 von 5 Sternen.

Viel mehr im Detail, speziell zur Blume, kann ich hierzu leider nicht beitragen - ist schon etwa 2 Wochen her.

von DX-Project-Graz - am 22.09.2008 16:50
Im Test drei Neumarkter Biere


- Namens- und Herkunftnennung
Alle drei aus Neumarkt in der Oberpfalz

- Wo wurde es gekauft?
REAL Center Neumarkt

- Wie gibt sich das Erscheinungsbild der Dose, der Flasche bzw. des Fasses
Lammsbräu: Da es ein Ökobier ist,sehr grün gehalten mit viel Hinweisen auf die Ökologische Herstellung *Note 2
Gansbräu:Sehr einfache Gestaltung die seit über 30 Jahren nahezu unverändert ist *Note 5
Glossner:Gelbe Farben dominieren und sollen einen frischen,spritzigen eindruck hinterlassen *Note 1

- Optisches Erscheinungsbild (Farbe, Blumenbildung und -aussehen, Standzeit) in der Biertulpe
Lammsbräu: Dunklere Farbe,Schaumkrone fällt schneller in sich zusammen
Gansbräu:Bernsteinfarben,,feine starke Schaumbildung
Glossner:Im gelbton,etwas gröbere Schaumbildung

- Geruchseindruck vor dem ersten Antrunk
Lammsbräu:Würzig (Ökoplörre ;-) )
Gansbräu:Hopfig
Glossner: Dezent

- Geschmackseindruck beim Antrinken
Lammsbräu:Sehr Herb und Bitter *Note 6
Gansbräu:Wohlschmeckend,malziger Geschmack *Note 2
Glossner:Fader Geschmackseindruck *Note 5

- Geschmackseindruck im Abgang
Lammsbräu:Wundersame Wandlung zu einem sehr feinem Abgang *Note 1
Gansbräu:Malziger Abgang *Note 2
Glossner:Geschmackseindruck bleibt.Sehr Wässriger,fader Geschmack *Note 5


Lammsbräu:Stammwürze 11,6%,Alk.-Gehalt 4,7% vol.,210 kcal. pro 0,5l Glas
Gansbräu:Alk.:5,0 % vol.
Glossner:Alk.:5,0 % vol.

Spezialisten Tests:
http://www.bier1.de/GlossnerOriginalNeumarkterGold.htm
http://www.bier1.de/GansbraeuHell.htm



von Scrat - am 11.10.2008 07:20
"Barre Braeu - Dein Herz erfreu!"

Aus Luebbecke kommt's und soll mit WiehengeBIERgswasser gebraut worden sein. Das 4,8 Volt starke Pilsner wurde mir am Rande des Dollarttreffens vom Sebastian ueberreicht. Die 0,3 l Flasche ist schlicht mit einem gruen/weiss/goldenem Etikett versehen, hat einen gruenen Dekorkragen und ein kleines Rueckenetikett. Der gruene Blechdeckel war in Ermangelung eines Bieroeffners mit dem Loeffelstiel erst nach dem 3. Versuch abzuheben.

Weil man ja auch fern der Heimat seine Kultur nie verlieren sollte entleerte ich die Flasche in eine eigens mitgebrachte Biertulpe. Es wirkt nicht so blass wie die zuletzt getesteten Biere aus den Niederlanden oder Belgien. Die goldblonde Farbe begeisterte auf den ersten Blick.

Es bildet sich eine dezente Blume, die zwar nicht riesig ausfiel, dafuer aber recht standhaft im Glas verweilte. Nach 3 min stand sie noch zu wenigstens 2/3. Laenger wollte ich dann nicht mehr warten.

Im Geruchstest fiel eine hopfig-frische Note auf, die auf ein sehr mildes Pils schliessen laesst. Aber es ist eine Spur herber als es der Geruch einem glauben machen moechte. Keine Spur von Bitterheit, aber durchaus der Mut, dezent herb schmecken zu wollen. Der erste Schluck macht sich auf dem Gaumen breit und zeitgleich Lust auf mehr.

Im Abgang hinterlaesst das Barre-Pils eine hopfige Note, ohne aufdringlich sein zu wollen. Es schmeckt leicht und will in eher in geselliger Runde vernascht werden als die Rolle des billigen Feierabendbiers nach getaner Maloche zu spielen. Ich koennte mir gut vorstellen, dass das Barre-Pils auch in der Gastronomie erfolgreich sein koennte.

Wirklich schade ist, dass die 0,3er Flasche schneller als erwartet leer war. Ich wuerde es gern wieder trinken.

von PowerAM - am 13.10.2008 19:17
Holla die Waldfee!! Kaum ist man fern der Heimat, da kann man an seinem Biertest taeglich weiterarbeiten! :spos:

Ich bekam eine Flasche Rostocker Pilsner von einem Kameraden ueberreicht, der es mit den Worten: "Das fluessige Gold der Kueste" auf den Tisch stellte.

Die braune 0,5 l-Flasche (NRW-Form) kommt mit goldfarbig dominiertem Etikett auf dunkelblauem Untergrund daher. Der Dekorkragen ist im gleichen Design gehalten, das Rueckenetikett ist gold mit weisser Schrift. Dieses Gesoeff kommt aus der Hanseatischen Brauerei Rostock.

Im ausgespuelten Glas kommt das mittelblonde Pils zu einem stattlichen Auftritt. Es setzt sich eine geradezu sahnige Krone auf, die nach 2 min fast noch in voller Pracht steht. Die angegebenen 4,9 Volt klingen erstmal leicht, jedoch kuendigt der erste Geruchseindruck ein herbes Geschmackserlebnis an. Und in der Tat ist das Rostocker von der von Kuestenbieren gewohnten Herbe. Nicht gar so arg wie Jever oder Flens aus der Flasche, aber mit Selbstbewusstsein. Wo die See herbes Klima erzeugt, da muss offenbar auch ein Pils 'ne Spur herber ausfallen.

Das Rostocker stuermt mit seiner leicht bitteren Note sofort alle Geschmacksnerven. Der Kohlensaeuregehalt ist spuerbar, jedoch nicht so aufdringlich wie z. B. bei Radeberger oder Hasseroeder. Im Abgang hinterlaesst es eine herbe Spur mit hopfigem Charakter. Gerade der kommt im Antrunk bei mir ueberhaupt noch nicht. Dieser Effekt ist witzigerweise reproduzierbar! Die frische Grundnote stoert das keinesfalls.

Ganz allgemein wuerde ich dem Guenni das Rostocker Pilsener mal zum Testen empfehlen!

Wer die herberen Biere Norddeutschlands mag, der kommt beim Rostocker auf seine Kosten! Und das auch dann, wenn einem Jever oder Flens aus der Flasche zu herb sind. Meinem Kameraden habe ich bei der naechsten Heimfahrt aufgetragen, noch ein paar Rostocker mitzubringen. ;)

von PowerAM - am 14.10.2008 18:51
Zitat
PowerAM
Herzhaft westfaelisch - Unser Paderborner

Die hatte der Edeka um's Eck heute direkt am Anfang der Getraenkeabteilung aufgebaut. Eine 0,5er Flasche kostet 35 Ct.

Schlicht kommt sie daher, die schlanke braune Flasche mit grau-weissem Etikett. Nach dem Oeffnen macht sich ein recht intensives Pilsaroma breit. Eingeschenkt zeigt sich ein blasses Getraenk mit einer stattliche Krone. Die stellt sich stabil auf und ist nach 3 min gerade mal auf 2/3 zusammengefallen. Optisch traegt das Paderborner also ordentlich auf!

Im Antrunk faellt sofort auf: Verglichen mit anderen westfaelischen Bieren gibt sich das Paderborner recht herb. Es orientiert sich da eher an norddeutschen Bieren oder den herben Zeitgenossen aus dem Revier, die eine rauhe, trockene Malocherkehle rekultivieren muessen. Dementsprechend kommt ein recht hoher Kohlensaeuregehalt dazu, der das Paderborner zu einem Bruellbier :eek: macht.

Dem Guenni koennte es dem Geschmack nach sogar gefallen, jedoch meinte einer Kameraden, dass einige seiner boesesten Abstuerze in der Jugend in direktem Zusammenhang mit dem Paderborner Pils stehen. Das wundert angesichts vertraeglicher 4,8 Volt etwas, zumal das Pils auch keine Spur fuselig schmeckt.

"Wie das Land, so das Bier: Herzhaft, urwuechsig westfaelisch. Verwurzelt in guter alter Brautradition. Wohl bekomm's."


13,4333 - Empfänger: Onkyo T-4450 (150 / 110 kHz), Blaupunkt Palm Beach (Sharx), Grundig Allixx 5410 (DAB), Sony CD-X MP70 (mobil), Lextronics Eton E5 (53 kHz)
52,7167 - Antennen: 3-Element Yagi (UKW), Dipol (UKW), 7-Element Yagi (DAB Band III), Worldspace Yagi (DAB L-Band) -> Wandlitz, Brandenburg



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.10.08 19:48 durch PowerAM.


Paderborner ist gerade wenn man das Preis-/Leistungsverhältnis sieht ein sehr sehr gutes Bier und gerade deshalb bei Fußballfans a uch sehr beliebt, da es im Gegenteil zu anderen Bieren dieser Preisstufe wie bspl. Oettinger wirklich bekömlich ist. Richtig lercker ist sogar die Exportvariante, die leg ich dir hiermit mal ans Herz.

Ein anderes akzeptables Billigbier ist Felskrone Pils (K&K), allerdings schmeckt es doch recht wässrig und sollte von Freunden herben Bieres deswegen eher nicht konsumiert werden.

von vivaSt.Pauli - am 24.10.2008 18:02
Miller regular, Miller light

...kommen in einer schlichten silbernen (Alu-) Dose daher. Das "light" mit nur knapp 2 Volt ist geschmacklich seeehr leicht, fast schon "beer-flavored water". Also eher ein Erfrischungsgetraenk. Die Dose wirbt mit der isotonischen Wirkung und empfiehlt das Getraenk fuer Sport und Hobby. Geschmacklich etwas sehr schlank gehalten ist es eher nicht mein Ding.

Das "regular" kommt direkt danach getrunken fast schon kraeftig daher. Das taeuscht aber, denn es hat ebenfalls gerade etwas mehr als 4 Volt. Geschmacklich nach einer Eingewoehnung durchaus trinkbar, jedoch erinnert mich der Abgang sehr an metallische Lagertanks. Beide haben einen recht hohen Kohlensaeuregehalt, der natuerlich wieder heraus will. Das macht beide zu "Bruellbieren". Leider kollidiert gerade das mit der Empfehlung "for sports and hobby".

Beide Biere sehen im Glas identisch aus. Goldene Farbe, leicht blass. Schaumbildung zunaechst recht eindrucksvoll - aber sehr grossporig. Die Blume fallt laut krachend binnen 90 Sekunden zusammen. Mehr als ein magerer Schaumrand ueberlebt nicht. Egal, wird es doch ohnehin meist direkt aus der Dose getrunken.

An die aufgedruckte Trinktemperaturempfehlung (0...3 Grad) sollte man sich halten. Nur leicht waermer schmecken beide absolut nicht.

Das "light" kostete am 21.09.2008 um 23h07 im "Dany's" in Houston (TX) 19 Ct. Das "regular" war 4 Ct teurer. Gemeint ist jeweils die 0,33 l-Dose. Ob es groessere Dosen gibt ist nicht bekannt.


Ich bedanke mich bei Brad aus Houston, einem unserer Gastdozenten, fuer diese Proben!

von PowerAM - am 25.11.2008 20:58
Polnisches Bier ist auch hier - trotz der Naehe zu Polen - recht teuer. Insgesamt ist auch in Polen Bier recht teuer, weshalb in Grenznaehe gern deutsches Bier gekauft und nach Polen gekarrt wird. Das bedeutet aber keinesfalls, dass man in Polen kein Bier brauen koennte! Nein, es gibt durchaus leckere Sachen, die man probieren sollte!

Hast Du bei deiner polnischen Starkbierwoche "Karpackie Mocne", das Warschauer Starkbier der Van Pur S. A. probiert? Davon habe ich hier noch eine Dose vorraetig, jedoch noch nicht probiert. Es hat 6,8 Volt und volle 460 kcal.

Wenn es auch mal normales Bier sein darf, dann gibt es aus polnischer Herstellung in Deutschland oftmals "Tyskie" und "Zwiech" zu kaufen, beide sehr empfehlenswert. Ein hanseatisch herberes Bier ohne sinnlose Bitterkeit ist noch "Boss" aus Stettin. Das wuerde ich dir mal anraten, wenn dir auch norddeutsche Biere schmecken, die jedoch nicht nur bitter sind wie die Flaschenabfuellungen von Jever oder Flensburger.


Uebrigens sind wir keinesfalls Bier-Profis! Wer immer faehig ist, sein Geschmackserlebnis in Worte zu fassen und das Gesoeff vor sich irgendwie zu beschreiben, der soll seine Meinung hier verbreiten. Geschmack ist subjektiv, jedoch kann man eben jene subjektiven Eindruecke vergleichen und weiss vorher, dass man bei einem norddeutschen Bier nicht die Weichheit und Sueffigkeit eines fraenkischen Bieres erwarten darf. Wenn Du mal wieder was probierst, dann schreib' ruhig ein paar Worte mehr!

Wohlsein! :cheers:

von PowerAM - am 11.01.2009 16:21
Budweiser - Budwar (Lager)

Gruene Flasche, rot-weisses Etikett mit Goldrand, Goldkragen am Hals. Ist 'ne Abfuellung aus Ceske Budejovice (Tschechische Republik) fuer den USA-Export. Ich hab' sie von einem Lieferanten, der Linienschiffe (USA-Linien) beliefert. Abgesehen von der englischsprachigen Beschriftung soll es dem tschechischen Lagerbier entsprechen und mit dem amerikanischen Lizenzprodukt nichts zu tun haben.

Zum Oeffnen: Zunaechst ist es fast unmoeglich, den Deckel abzuheben, er ist von der goldfarbigen Alufolie so zugekleistert, dass der KapselheberTM keinen Halt findet. Pellt man das Ding etwas, dann geht es auch. Warum wird mir der Zugang ueberhaupt erschwert?!

Nach dem Oeffnen macht sich ein leicht herber Geruch breit, der mich zudem ein wenig an Alutanks erinnert. Geruchsmaessig koennte das Budvar auch als belgisches Bier durchgehen. Nach dem Einschenken in eine Tulpe zeigt sich eine klare goldige Farbe. Nicht aufdringlich, aber auch nicht blass. Die Blume entwickelt sich zaghaft und lebt aber nicht lange.

Im ersten Antrunk kommt der Gedanke an belgisches Bier wieder hoch. Es schmeckt etwas wie bekannte Chemiebaukastenbiere. Irgendwie nicht unangenehm, jedoch ohne Persoenlichkeit. Der recht geringe Kohlensaeuregehalt macht es sueffig und bekoemmlich. Jedoch gibt er auch kein Futter fuer die schwache Blume.

Geschmacklich ist das Budvar nur zaghaft herb, will aber auch nicht suesslich schmecken. Die 5 Volt sind dem Lagerbier nicht anzumerken, es schmeckt deutlich leichter. Bitterkeit ist dem Budvar jedenfalls voellig fremd.

Es fehlt ein wenig Charakter, ich wuerde es nicht wiedererkennen. Unter dem Strich angenehm trinkbar, jedoch ohne echten Erinnerungswert und etwas gesichtslos. Das Budvar koennte von sonstwo kommen, ich wuerde es nicht merken. Schade, denn ich hatte es etwas charakteristischer in Erinnerung. Ob inzwischen an der Rezeptur gefeilt wurde weiss ich nicht. Jedoch deckt sich das Geschmackserlebnis nicht mit meinen Erinnerungen.

von PowerAM - am 21.02.2009 18:17
Das Stuttgarter Hofbräu hatte ich auch mal.

War nicht mein Geschmack, etwas zu herb. Hat mich ein bisschen an Altbier errinert. Gibt aber schlechtere Bier.

Bei Pils mag ich die meisten Süddeutschen und vor allem bayerischen Sorten auch nicht - die sind fast immer ähnlich herb. Ausnahme ist vielleicht das Hutthurmer Premium Pils.
Mein Favorit (seit jahren) ist bei Pils einfach das grüne Becks, ja ich weiß, von wegen "massenbier" etc. aber es hat seinen gewissen Eigengeschmack und es ist süffig und perlt immer recht schön - es schmeckt wie es schon vor 10 jahren geschmeckt hat und mir schmeckt es.
Das verschriene "hansa-Pils" kommt für mich auch recht weit oben. Aus der Flasche kommt das fast an Becks oder zumindest Bitburger ran.

Abschuss bei Pils ist für mich Warsteiner. Ihmo das ekelhafteste Bier gleich nach Oettinger. Warsteiner schmeckt man raus, pfui - bitter, sauer. Ist mir vor Jahren mal in einer Kneipe passiert, bestelle ein Pils, bekomme ein Becksglas, trink nen schluck. Boah.. "Das ist kein Jim-Beam" nö, es ist ein Warsteiner. Uaaahh...


Zitat

Peter Schwarz
Was das Weißbier angeht, konnte bislang fast keiner Paulaner und Franziskaner das Wasser reichen.


Das Grünbacher (mehrere Preise gewonnen) und das unnfiltrierte Bruckberger (Dorbrauerei bei landshut) gelten als Geheimtips. Ich persönlich mag Weißbier nicht besonders aber das Grünbacher ist schonmal nen Ausflug in Richtung "weiße" wert. - Das Bruckberger mögen hier in der Gegend viele Weißbierfans, aber ich finds einfach nur eklig wenn die Hefe im Glas herumschwimmt. :bruell:

Zitat

Geschmacklich ist das Budvar nur zaghaft herb, will aber auch nicht suesslich schmecken. Die 5 Volt sind dem Lagerbier nicht anzumerken, es schmeckt deutlich leichter. Bitterkeit ist dem Budvar jedenfalls voellig fremd.

Es fehlt ein wenig Charakter, ich wuerde es nicht wiedererkennen. Unter dem Strich angenehm trinkbar, jedoch ohne echten Erinnerungswert und etwas gesichtslos. Das Budvar koennte von sonstwo kommen, ich wuerde es nicht merken. Schade, denn ich hatte es etwas charakteristischer in Erinnerung. Ob inzwischen an der Rezeptur gefeilt wurde weiss ich nicht. Jedoch deckt sich das Geschmackserlebnis nicht mit meinen Erinnerungen.



Ich habe letzte woche auch mal wieder ein Budwar/Budweißer probiert. Du hast recht, es schmeckt nicht mehr so wie vor 4-5 Jahren. Das Lager ist irgenwie "wässriger" errinert eher an ein Carlsberg oder ein Faxe mit weniger Schaum. - Ist immernoch süffig und gut trinkbar. Aber der der Geschmack den es früher hatte fehlt - könnte von irgendwo herkommen wie du sagst.
Ich habe das irgendwie süßer und malziger in Errinerung.


von Detektordeibel - am 15.03.2009 02:55
Schloss Premium Pils :drink:

Mutig sein, dachte ich mir! :verpiss: 3,99 EUR kostet 'ne 20er Schachtel dieses Gebraeus bei Plus. Also der Plus, der noch nicht zum rotgelben Netto umgebaut wurde. Das soll frueher oder spaeter jede Filiale treffen.

Schloss Premium Pils also! :rolleyes: Die schlanke braune Flasche hat ein dezentes Papieretikett mit weisser Grundfarbe und viel goldener Bedruckung.

Eingeschenkt stellt sich dem Mutigen ein blassgelbes Bier entgegen, dass allerdings eine eindrucksvolle Krone traegt. Trotz langsamem Einschenken gelingt es mir nicht, den Flascheninhalt in einer 0,5er Normtulpe unterzubringen. Nun steht es da bereits drei Minuten und die Krone hat sich gerade einmal halbiert. Oha, dieses Bier macht auf dicke Hose! :eek:

Die Geruchsprobe: Leicht herb, sehr frisch, minimal saeuerlich - aber keinesfalls aufdringlich. Im Antrunk etwas schuechtern. Um es zu beschreiben muss ich erstmal nachdenken! Es ist keinesfalls so herb wie die Ruhrpottbiere oder ein norddeutsches Bier. Eher schon suesslich mit jedoch leicht saeuerlichem Abgang. Erfrischen vermag es sehr wohl, die recht schnell verfliegende Kohlensaeure macht es bekoemmlich aber nimmt das Prickeln. Es ist keinesfalls ein Bruellbier. Auch die 4,9 Volt merkt man ihm keinesfalls an, es schmeckt wirklich sehr leicht.

Nun, ich hatte fuer 20 Ct je Flasche nicht unbedingt viel erwartet. Aber ich wurde auch nicht enttaeuscht. Eher positiv ueberrascht! Ein Charakterbier hatte ich keinesfalls erwartet, eher irgendwas ploerriges. Das Gegenteil tropft aus dieser Flasche! Geschmacklich dezent, sehr erfrischend und durch den geringen Kohlensaeuregehalt wirklich gut trinkbar.

Ob man es sich 'nen ganzen Abend auf den Tisch holen will weiss ich jetzt spontan nicht - das muesste man mal probieren! Fuselig schmeckt es keinesfalls, ich glaube auch da kaum an boese Ueberraschungen. Auch geschmacklich kann es einem keinesfalls irgendwann auf den Sack gehen, dazu ist es einfach zu unauffaellig. Kein penetranter Nachgeschmack, kein pausenloses Aufstossen, kein ploerriger Geruch. Erstaunlich!


Kann jemand sagen, wer hinter dem angegebenen Hersteller steckt: HGI - Hanseatische Getraenkeindustrie GmbH, 22755 Hamburg?! Vielleicht kriegen wir ja heraus, wer hinter dem Schloss steckt.

von PowerAM - am 29.03.2009 00:19
Mal wieder Belgien: Satan Gold in der schlanken braunen 0,33 l-Flasche. Etikett mit Teufelsportrait, der eine frisch gefuellte Biertulpe begutachtet.

Das recht truebe Bier entwickelt beim Einschenken in einen 0,4er Glaskrug kaum eine Schaumkrone. Eher eine duenne Decke. Die bleibt jedoch recht lange stehen. In der Flasche verbleibt ein Heferand, den ich nicht herausgeschwenkt bekam. Das Bier perlt heftig im Glas, schein also 'ne Menge Kohlensaeure zu enthalten. Farblich zeigt es sich dunkelblond.

Im Geruch irgendwo zwischen saeuerlich und fruchtig, erinnert etwas an Silvesterbowle. Im Antrunk bestaetigt sich mir dieser Eindruck, es schmeckt kaum nach Bier. Der leicht fruchtig-saeuerliche Geschmack ist dominierend. Fruechte rein und es geht als Bowle durch!!

Man merkt das Prickeln auf der Zunge - und da war er! :rolleyes: *Ruelps!* Der Brueller nach dem ersten Schluck! Wat'n Bruellgesoeff!!

8 Volt soll das Gebraeu der Brewery De Block aus dem belgischen Merchtem-Peizegem haben. Geschmacklich merkt man ihm es etwas an, es erinnert aber keinesfalls an die Schwere von Starkbier. Eher geht es in die Richtung eines kraefigen Hefebieres - wozu die truebe Erscheinung, der unloesbare Heferand in der Flasche sowie der geschmackliche Gesamteindruck ungefaehr passen wuerde. Als Hefebier ist es mir zu bruellend, was den Kohlensaeuregehalt angeht. Ich trinke zwar gern Hefebiere und auch Pils, Export oder Dunkles verschmaehe ich nicht. Die Neugier laesst mich auch mal exotische Biere probieren, die nach deutschen Ansichten nicht einmal Bier heissen duerften. Aber bei dem Satan Gold weiss ich nicht, in welche Schublade ich es stecken sollte. Das Gesamtbild ist ausgefallen, ich hatte mir angesichts der Aufmachung und der angekuendigten 8 Volt aber mehr Attraktion versprochen. Den Versuch war es wert, so komme ich naemlich zu der Erkenntnis, dass ich es nicht wieder kaufen werde.

Wer sich das trotzdem recht gelungene Etikett ansehen will, der moege die Seite www.satanbeer.com besuchen.

von PowerAM - am 17.04.2009 23:03
Braugold Spezial Pilsner

Unglaublich, dass ein so herbes Pils aus Thueringen kommt! :nichtzufassen: Genauer aus Erfurt. Dort stellt die Thueringer Spezialbierbrauerei Braugold dieses Pils und noch diverse andere Sorten her. Unter anderem das wegen seines Namens angefeindete "1888". Doch zurueck zum Spezial Pilsner!

Es zeigte sich in meinem Test von seiner besten Seite! Ich erhielt eine nagelneue 0,5 l-Flasche, die keinerlei Maschinenlaufspuren von der Befuellung hat. Ihr Frontetikett zeigt den Braugold-Schriftzug in weisser Farbe, gold unterstrichen. Goldfarbig ist auch der Rand um das Etikett, dessen Hintergrund dunkelblau mit rotem Diagonalstrich ist. Eine goldenes Halsetikett zeigt nochmals den Braugold-Schriftzug und darueber wie auch auf dem Frontetikett einen Loewen mit Krone. Ein Rueckenetikett gibt es auch noch.

Eingeschenkt zeigt sich ein kristallklares und strahlend gelbes Getraenk mit einer sahnigen Blume. Sie haelt sich erschreckend lange. Im Geruch eher unauffaellig, ich koennte es nicht aus andere Pilsproben herausriechen. Geschmacklich im Antrunk etwas ueberraschend: Mit so einem herben Bier rechnete ich nicht aus Thueringen! An der Grenze zu einem bitteren Geschmack versucht sich dieses Pils daran, norddeutschen Bieren mit ihrer Herbe nachzueifern. Es ist gut gekuehlt durchaus trinkbar, faellt aber bei mir in die Kategorie "Bruellbier". Mit 4,9 % vol. gibt es sich trotzdem recht leicht.

Ich war etwas erstaunt, hatte ich doch aus Thueringen eher mildere Sachen in Erinnerung. Zwar ist das Braugold Spezial Pilsner durchaus trinkbar, zu meinen Favoriten zaehlt es trotzdem nicht.

von PowerAM - am 22.05.2009 22:53
Heute nochmal Braugold, Erfurt (Thueringen): Riebeck Premium Pilsener

Ganz andere Aufmachung diesmal: Gruene :eek: Flasche mit goldenem Etikett, goldenem Folienkragen und Rueckenetikett. Logo: Wahrscheinlich 'ne brennende Kugel, koennte auch 'nen Hexenkessel darstellen. :sonderbar:

Also flink geoeffnet und dran geschnuppert: Verspricht vom Geruch her 'ne milde Sorte zu sein - und so kommt es auch. Eingegossen wirkt es etwas blass und ist recht arm in der Blume, die dazu auch ziemlich schnell einstuerzt. Optisch eine etwas magere Vorstellung! Dabei war mein Glas frisch abgewaschen und auch noch mehrfach zuvor kalt ausgeschwenkt worden. :(

Erster geschmacklicher Eindruck: Oh! Ein sehr mildes Bier, sehr schuechterne Herbe. Trotzdem angenehm erfrischend. Man bekommt richtig Appetit auf mehr! Im Abgang kommt 'ne sehr dezente saeuerliche Note dazu. Dieses Bier will vielen gefallen und bloss nicht anecken. Der krasse Gegensatz zum Spezial-Pils der gleichen Brauerei von gestern!

Mein Fazit: Mit ebenfalls 4,9 Volt erschreckend leicht, sowohl geschmacklich als auch vom Kohlensaeuregehalt. Extrem sueffig - ohne nervig zu werden. Ich vermute, man kann's den ganzen Abend trinken, ohne dass es einem am Tag drauf schlecht geht. In geselliger Runde zum richtigen Blatt auf der Hand kann ich es mir gut vorstellen. Es findet meine Begeisterung, daher auf der Bierskala, die ich gern auf 0 - 9 erweitern wuerde, ein Platz recht weit oben! Man muss sich immer eine Steigerungsmoeglichkeit offen lassen, optisch war die Voerstellung auch nicht perfekt. Aber ich wuerde es allein des Geschmacks wegen auf 8 Punkte katapultieren.


Dazu noch 'ne Geschichte: Partner(bundes)land meines Getraenkegrosshandels war im Mai Thueringen. Zwar kommt bei mir immer wieder Kopfschuetteln bei dem (logistischen und oekologischen) Unsinn, Bier quer durch die Republik zu karren, aber dieser Monat war wirklich interessant!

Wenn man was aus dem Angebot kauft und es sind mehr als ein paar Flaschen, dann gibt es gewoehnlich wenigstens eine Kostprobe eines voellig anderen Bieres dazu. Zwar auch was, das zum Thema passt, aber eben nicht das, was man gerade gekauft hat. Und so kam ich u. a. zu der heutigen Kostprobe! Ich bin ziemlich achtlos am Riebeck vorbeigelaufen und habe es foermlich ignoriert. Trotzdem lag es nachher als Dreingabe auf meinem Bastelkasten! So nenne ich Kaesten, die ich mir entweder mit 5 x 4 oder 4 x 5 Kostproben zusammenstelle. Das treibt zwar das Kassenmaeuschen regelmaessig in den Wahnsinn, mir ist es aber egal! Und so habe ich immer mal was zum Durchprobieren und kann gern auch mal ein :drink: abgeben. :spos:

von PowerAM - am 23.05.2009 23:07
Ich habe mich heute doch noch auf ein Rothaus Tannenzaepfle ("Zaepfchen") in der Kueche niedergelassen. Durch eine nicht ganz so schoene Begebenheit kurz vor Dienstschluss bin ich noch nicht bettreif.


Die braune 0,33 l-Longneckflasche mit Goldkragen und zweiteiligem Farbetikett sieht zugegeben totschick aus. Dabei ist das Design seit Jahrzehnten nahezu unveraendert.

Eingeschenkt in eine Bierkugel (Form wie eine Tulpe, nur dickbauchiger und daher niedriger) zeigt sich eine goldgelbe Farbe und eine wahrhaft eindrucksvolle Blume. Sie steht sahnig und fest mehrere Minuten und sackt dann langsam weg.

Im Geruch kommt eine leichte Saeure durch, eine minimal bittere Note koennte man vermuten. Geschmacklich ist das kohlensaeurearme Pils erst leicht saeuerlich, verschiebt sich dann aber in einem feinherben Einschlag. Im Abgang bleibt nur die leicht bittere Note.

Das "Zaepfchen" ist nicht ganz so leicht und mild wie andere Biere aus der Schwarzwaldregion, trotzdem finde ich es sehr bekoemmlich. Es will seinen eigenstaendigen Charakter vermitteln. Ich wuerde vermuten, dass man hier versucht hat, einem massenkompatiblen Bier noch eine Persoenlichkeit mitzugeben. Das sollte gelungen sein!

Orientiere ich mich an der Skala des Vorautors, so haette das Tannenzaepfle 4,5 Schwarzpunkte :D erreicht.

Warum fehlt ein halber Punkt?! Nun, die 0,33 l-Flasche ist waehrend des Tippens meiner Eindruecke bereits ausgeglunzt worden. Ich haette gern noch ein paar Schluck gehabt, die Flasche war aber ein Einzelstueck und wurde mir in der vergangenen Woche von meinem Kollegen Harald aus Oppenau, dem ich hier 'nen Schlafplatz am Tag vor seiner Abreise nach New York verschafft habe, mitgebracht. Ich danke!

von PowerAM - am 12.06.2009 22:41
Zitat
Günni74
"schulten braeu" wird gerade getestet. ich hoffe, dass der sogenannte "biertest" nicht dadurch verzerrt wird, weil ich schon eine zweite dose geoeffnet habe :D. schulten braeu konnte man bis zur einfuehrung des dosenfandes auch in deutschland (aldi nord) beziehen. diese dose des koestlichen gesoeffs habe ich bei aldi nord in den niederlanden gekauft. doch jetzt zum biertest:
das bier ist kraeftig im geschmack, leicht wuerzig und nicht zu herb. zur farbe und zur schaumkrone kann ich leider nichts berichten, denn es wird direkt aus der dose genuckelt. beim einfloessen des gutschmeckenden gesoeffs merkt man aber schon, dass das bier noch ordentlich schaeumt. anhand des geschmacks und der wirkung kann ich bestaetigen, dass der alkolholgehalt wie auch auf der dose angegeben 5% betraegt :D.
ueber nebenwirkungen werde ich morgen frueh berichten, wobei 2 dosen, je 0.33l, eigentlich nichts bewirken sollten. ob das bier nach wie vor den deutschland gebraut wird, kann man anhand der aufschrift der dose nicht entnehmen: speciaal gebrouwen voor: h-west b.v., postbus 1638, 3600 bp maarssen, holland







Das NL-Schulten wird von Bavaria in Marssen gebraut. Das sind die, die auch schon den "Vorgänger" Brouwmeester gemacht haben (da dürfte wohl nur der Name international angepasst worden sein).


von vivaSt.Pauli - am 13.06.2009 15:38
Felskrone - Pilsener, die Billigmarke eines lokalen Getraenkeimperiums. Gebraut angeblich in Berlin. Keine Ahnung, von wem.

Dieses Gebraeu kommt in der schlanken Flasche mit schlichter Etikettierung. Als "wuerzig - frisch" wird es darauf angekuendigt. Eingegossen zeigt sich ein mittelblondes Getraenk mit stattlicher Blume. Diese ist schaumig, geradezu sahnig in ihrer Konsistenz. Zahlreiche aufsteigende Kohlensaeureblaeschen fuettern sie auch lange nach. So bleibt sie wirklich eindrucksvoll stehen und faellt erst nach mehreren Minuten zu einem trotzdem noch recht dicken Rand zusammen.

Im Geruch recht unscheinbar mit nur leichter Hopfennote. Der Antrunk bestaetigt diesen Eindruck, es gibt ein nur wenig bitteres Geschmackserlebnis mit sehr dezent saeuerlicher Note. Der Hopfengeschmack kommt jetzt deutlicher zum Vorschein, er bleibt mit einer leichten Bitterkeit als Nachgeschmack zurueck. Das 4,8 Volt leichte Gesoeff hat zwar seinen Charakter, will aber auch auf keinen Fall negativ auffallen. Daher gibt es sich eher zurueckhaltend. Somit macht es sich zwar einer breiteren Kundschaft zugaenglich, geht aber auch in der Masse unter.

Ich muss trotzdem staunen, fuer ein Bier der Klasse unter 6 EUR (fuer die 20er Schachtel!) trinkt es sich naemlich recht angenehm! Der Kohlensaeuregehalt ist passend abgestimmt. Es perlt fein und erfrischt gut, ist aber gerade noch kein Bruellbier. Geschmacklich ist es keinesfalls ploerrig sondern wirkt irgendwie leichtfuessig und trotzdem nicht duenn.

Versteckt man die Verpackung und schenkt es im Glas aus, so kann man damit wahrscheinlich sogar seine Gaeste guten Gewissens bewirten. Uebrigens gibt es von dem Pils noch 'nen Bruder: Ein Export natuerlich! Davon habe ich auch 'ne Probe und nach Erzaehlungen soll das Export sogar noch besser sein. Das will ich demnaechst pruefen.

Nehme ich die Schwarz'sche Skala mit Werten zwischen einem und fuenf Punkten, so erarbeitet sich dieses Pils geschmacklich locker 3,5 Punkte. Den fehlenden halben Punkt zu vieren bringt der durstfreundliche Preis und so ergibt es eine Wertung von vier Punkten.

von PowerAM - am 02.07.2009 23:05
so...

Gibt nochmal das Auer Hell


Ein Bier aus der Hallertau, der Hopfenkammer Bayerns und der Welt.

Schaumkrone, jo, bissel bleibt sogar da.
Geschmack. Hopfen... Ja... und was für ein Hopfen... Hab es Jahre nicht mehr getrunken das Auer Hell, obwohl - ist nicht weit weg von mir der Brauort und das Bier mit vielen vielen persönlichen Errinerungen verknüpft...

Besonders nach dem billigbier von heute Abend ist das ne Offenbarung geschmacklich, und von den Errinerungen kommt auch viel hoch...
Die Flasche hat sich verändert, auf dem Etikett dominiert der Steinbock aus dem Wappen in Riesengroß. Es gibt 4,7 Volt und die erwähnung das der Laden seit 1846 in Familienbesitz ist.
Das Bier ist mild, der hopfen dominiert am Anfang, in der Mitte, und auch im Abgang. - Es schmeckt auch etwas "getreidig", aber es ist trotzdem süffig.
Ja... das schmeckt... Sogar besser wie ich es in Errinerung habe.
Ein solides Bier mit Charakter aber doch gut ausbalanciert, nicht zu süß, nicht zu bitter, es erschlägt einen nicht, aber es ist alles andere als langweilig

Werde ich mir wohl mal häuiger gönnen.

Das hat denke ich durchaus ein "sehr gut" verdient. Die Müncher Biere sind gegen das Auer eher pampig. Das hell ist ein feines Lager, und das tschechische Budweiser kommt dagegen auch eher plörrig rüber.

Ein Bier das man auf jeden Fall mal getrunken haben sollte, klar ein Daumen nach oben! Das reicht auch für eine 1.

von Detektordeibel - am 08.07.2009 00:11
Zitat
Günni74
"schulten braeu" wird gerade getestet. ich hoffe, dass der sogenannte "biertest" nicht dadurch verzerrt wird, weil ich schon eine zweite dose geoeffnet habe :D. schulten braeu konnte man bis zur einfuehrung des dosenfandes auch in deutschland (aldi nord) beziehen. diese dose des koestlichen gesoeffs habe ich bei aldi nord in den niederlanden gekauft. doch jetzt zum biertest:
das bier ist kraeftig im geschmack, leicht wuerzig und nicht zu herb. zur farbe und zur schaumkrone kann ich leider nichts berichten, denn es wird direkt aus der dose genuckelt. beim einfloessen des gutschmeckenden gesoeffs merkt man aber schon, dass das bier noch ordentlich schaeumt. anhand des geschmacks und der wirkung kann ich bestaetigen, dass der alkolholgehalt wie auch auf der dose angegeben 5% betraegt :D.
ueber nebenwirkungen werde ich morgen frueh berichten, wobei 2 dosen, je 0.33l, eigentlich nichts bewirken sollten. [:D, Erich] Ob das bier nach wie vor den deutschland gebraut wird, kann man anhand der aufschrift der dose nicht entnehmen: speciaal gebrouwen voor: h-west b.v., postbus 1638, 3600 bp maarssen, holland



Günni, lebst Du noch? Vermisse den Nebenwirkungsbericht. Als ich nämlich die Dose sah, wurde ich schlagartig an meine ersten 5 Bremer Wochen auf 8qm Dachzimmer erinnert. Der Aldi war gegenüber und die Not gar groß. Ich litt jede Nacht unter fürchterlichen Blähungen, fürchtete einen Farbwechsel der Tapete und geforderte Renovierungsarbeiten und schob es auf Aklimatisierungsprobleme oder psychosomatische Reaktionen auf die ungewohnte Küstenkultur... ;)

Nichts da, das war diese Brühe. Mit dem Umzug in die neue Wohnung und dem Providerwechsel waren die körpereigenen Aggregatzustände wieder klar und geruchsneutral geregelt... Never again, I swear!

Habe z.Z. 16 Sorten Frankenbier hier, was soll ich jetzt schreiben, die sind _alle_ gut!




von Erich Hoinicke - am 10.07.2009 15:10


Löwenbräu Urtyp

An der Tankstelle im Regal gefunden.
Olla, ne Bügelflasche lang nix mehr mit Bügelflasche gehabt.

Flasche und Etikett machen jedenfalls was her. Das Etikett verspricht "Vollmundig mit Charakter", dazu gibts 5,4% Alk und 12,4% Stammwürze - was auch immer das bedeuten soll. :)

Also Flasche auf, Plopp und ins Glas damit... Riecht nach Hopfen und Scheune voll Heu...
Dicke Schaumkrone, bleibt sogar ne Zeitlang.
Wohl eher ein Export als ein Helles. Farbe sattes Goldgelb und wirkt ein bisschen Ölig so wie es im Glas schwimmt.

Eher wenig Kohlensäure, anklang süßlich malzig, in der Mitte kommt das Heuaroma - und dahinter versteckt ein ganz ganz leicht säuerlicher Geschmack, aber der ist kaum zu Erahnen, und passt nur wieder zum "heuigen-Aroma" bisschen wie heller Virginiatabak und im Abgang nochmal Malz mit Hopfen und ganz am Ende ein bisschen herber. Aber trotzdem durchweg süffig.

Fazit.
Ein gutes bis sehr gutes bier, aber für ne glatte 1 fehlt doch ein bisschen mehr Charakter. Es hebt sich von anderen Hellen zwar deutlicher ab, bringt ne gewisse Eigenständigkeit und schmeckt.
Aber ich bin mir sicher sowas so ähnlich von anderen kleineren Brauereien schonmal getrunken zu haben... Macht aber nix.
Note 1-2, gerne mal wieder.







von Detektordeibel - am 13.07.2009 17:25
nächstes Bier.

Ein "Carlsberg" "probably the best beer in the world" , naja, wir wollen mal nicht übertreiben.



hergestellt und abgefüllt in Deutschland nach Pilsener Brauart - Reinheitsgebot - und 5 volt.

Carlsberg gibts angeblich in über hundert ländern, aber vermutlich schmeckt da wohl jedes anders. Hier bei uns in Bayern ist das "normale" Carlsberg eigentlich schon relativ selten. Das "Elephant Beer" gibts zwar an den Tankstellen aber das ist ne andere Geschichte. Vor 10 jahren oder so wurde das "Ice Beer" mal gepusht aber das ist schnell wieder verschwunden.

egal, zum jetzigen

Schaumkrone gibts nicht, liegt leicht ölig im Glas.
Kohlensäuregehalt etwas höher, aber ist auch ein Pils.
Geschmack, Getreidig - Malz im Anklang - aber ohne süße dann ein wenig hopfen der ganz leicht ins säuerliche geht - darüber liegt ein "alkoholgeschmack" es überwiegt in der Mitte aber das "wässrig-süffige" und im Abgang kommt erst ein etwas herberer Hopfen, der dann aber nicht bitter abbricht sondern in einen länger bleibenden süßlich-malzigen Nachgeschmack endet.
Für ein Pils ist es sehr mild, errinert mehr an nen "Hybriden" aus Lager/Hell und Pils.

Allerweltsbier? vielleicht, aber ich find das würziger und mit mehr Profil als das "Urig würzige" Helle von vorher. Mag sein das es es "Massengeschmack" sein soll aber ich finde der Geschmack ist ganz solide konstruiert und gar nichtmal so uninteressant, auch wenn die Aromen nicht jetzt sehr stark ausgeprägt sind.

Das schmeckt (mir) gar nichtmal schlecht.

Reicht für ne 2-3.



von Detektordeibel - am 18.07.2009 03:59
Heute: Schönramer Hell


Biederes Flaschendesign. Hintendrauf Werbung für ein AC/DC-Konzert am vergangenen Wochenende.
Schäumt beim Einschenken ins Glas wie ein Radler, riecht auch fast so. Ich hab, ohne Scherz, auf der Flasche nachgeguckt, ob ich nicht aus Versehen ein solches erwischt habe. Negativ, es ist ein Helles. Es ist so hell im Glas, dass meine Pisse dagegen schon einem Märzenbier gleicht.
Merkwürdig.
Der Andrunk gefällt mir gar nicht: Ich schmecke tierisch viel Säure, brrrr... ich stelle das Bier erst mal hin.
Beim Weitertrinken eine sehr hopfenherbe Note, aber irgendwie recht unangenehm, das gibt, in grösseren Mengen genossen, einen Brand, der sich gewaschen hat.
Ich erkenne keinen Körper, keine Fülle, keinen malzigen Unterton. Ein Brüllbier, das mich etwas an das Fiege Pils(!) aus Bochum erinnert. (ist aber schon lange her, hab ich aber so ähnlich in Erinnerung).
An diesem Hell ist ein Pils verlorengegangen, und zwar eines, wie man es aus dem norddeutschen Raum kennt. Wenn ich weitertrinke, gewinne ich allmählich etwas Gefallen daran. Die Brüllnote gerät in den Hintergrund, jetzt kommt langsam auch etwas Charakter hinzu, der zuerst so dicke, aber etwas chemisch aussehende Schaum hat sich längst verflüchtigt. Und da ist es auch schon alle. Man kann das also ohne weiteres runterkippen. Hmmm, ich bin hin- und hergerissen. Der Antrunk war regelrecht abstossend, am Schluß hatte ich dann sogar Lust auf mehr. Auf jeden Fall bleibt anzumerken: Wer ein typisch bayerisches Hell erwartet, wird beim Schönramer eine böse Überraschung erleben. Ich möchte mal wissen, wie herb das Pils aus demselben Hause ist! Wer also in diesen Gefilden, ein eher norddeutsch schmeckendes Bier sucht, ist beim Schönramer richtig. Wer ein typisch bayerisches Bier sucht, muss anderswo suchen. Insofern hebt es sich deutlich vom regionalen Mainstream ab.

Tja, ich müsste noch eins trinken, um es endgültig zu bewerten. An für sich ist es mir eine Spur zu herb, mein Leib-und Magenbier wirds also nicht, dazu fehlt etwas Körper und Malz.

Fazit: 3 von 5 Punkten auf der Schwarz-Bier-Skala



von Peter Schwarz - am 22.07.2009 19:19
So, nach Soundbasteleien und Stormchasing (von der Bude in die Schule rüber zwecks Aussicht :D )
habe ich mir nach den Strapazen eines Radiopraktikantenalltags ein Fläschlein Bier redlichst verdient.

Heute: Weltenburger Kloster - Barock Dunkel



Ein Fläschchen ohne Schnickschnack. Etikett im Weißbier-Stil, gottlob steht gross und fett "Dunkel" drauf.
Die Brauerei befindet sich in Kelheim, also quasi ein norddeutscher Import für Berchtesgadener Verhältnisse :bruell:

Eingeschenkt zeigt sich ein Glas, das nach akutester Nierenerkrankung aussieht. Etwa Kilkenny-Farbe.
Dunkel, aber klar und durchscheinend mit Rotstich.
Schaum auch in irischen Dimensionen. Nicht hochaufschäumend, aber sehr stabil. Lange nicht so sahnig aber wie bei einem Guinness.
Geschmacklich kommt der Vergleich zu Kilkenny auch fast hin, wobei die Röstaromen noch deutlicher sind, fast schon penetrant möchte ich sagen. Umso mehr man dem Ende entgegen kommt, umso kräftiger wird die Röstwürze. Beinahe überdecken sie alle anderen Geschmacksnoten. Irgendwie ist dieses Bier für mich nicht so recht ausgewogen, es ist nicht "rund". Geschmacklich zwischen Kilkenny und Köstritzer einzuordnen, wobei ich beide dem Weltenburger vorziehen würde. Muss ich nicht unbedingt nochmal haben. Im Abgang bleibt neben dem Röstaroma noch eine eigenartige Säure stehen...och nööö...
2 von 5 Punkten auf der Schwarz-Bier-Skala!

von Peter Schwarz - am 23.07.2009 19:46
Heute

Hacker-Pschorr Anno 1417



Eine weitere Bügelflasche 5,5%

"Naturtrübes Kellerbier"

Sehr dicke Schaumkrone, farbe goldgelb, errinert im Glas stark an ein Hefiges-Weißbier. mit der Hefe im Glas schauts fast aus wie selbstgebraut. Der Geruch ganz schön fruchtig, bisschen Bananig.
Erst denkt man an eins der typischen Hellen/Lager wenn man an "Kellerbier" denkt, am Anfang kommt es wässrig süffig erst daher was den Eindruck verstärkt, dann kommt das Malzarome und eine leichte süße im Antrunk. In der Mitte säuerlicher Hopfen, der leicht herb in den Abgang geht, das schmeckt eher rauchig, errinert fast an ein Pils - wenn man ein bisschen rollt mit der Zunge in der Mitte gar nach Espresso oder Bitterschokolade. außer ein bisschen ganz ganz leichte hopfenherbe kein "Nachgemack" der verbleibt, vorne noch etwas vom malzigen Antrunk.

Das Bier kann ich nicht so recht einordnen. Auch dieses Bier ist süffig - wenig Kohlensäure, und lässt sich nebenher trinken. Wenn man ihm aber die volle Aufmerksamkeit schenkt öffnet sich hier ein ziemlich breites Geschmacksfeld.

Fazit.
Viele viele Geschmacksnoten, interessantes Bier, aber doch süffig.
Weiß nicht was das auf peters Schwarz-Bier-Skala geben würde. :P

Ich find das Bier gut, wenn ich mal nen Kasten davon finde werde ich das wohl in Betracht ziehen.
Das Löwenbräu Urtyp hat mir (glaub ich) etwas besser geschmeckt, auch wenn das Hacker das interessantere Bier ist, sehr erfrischend ist es auch. - je länger man dran trinkt umso rauchiger schmeckt es.
Wirklich schwer einzuordnen, beinahe eierlegende Wollmilchsau geschmacklich, sieht aus wie ein Weißbier, und wenn man es runterkippt schmeckt wohl auch wie eins, in der Mitte wie ein Helles, dann wieder wie ein Pils, und dann rauchig?? Jeder Schluck ein bisschen anders... Seltsam

Mindestens eine 2+ gerne wieder!







von Detektordeibel - am 25.07.2009 01:59
Nach meinem Umzug von Leipzig nach Radebeul (gleich bei Dresden) haben auch die lokalen Brauereien gewechselt, die ihre Produkte in den Supermärkten anbieten. Da muss ich doch gleich mal testen. Heute wartet auf mich das Meissner Schwerter Privat Pils.



In Leipzig hatte der örtliche Rewe das Red Lager der Brauerei auf Lager, das einen durchaus guten Eindruck bei mir hinterlassen hatte.

Beim Öffnen des Bieres vernebelt ein widerlicher Geruch meine empfindliche Nase. Farbe im Glas goldgelb. Die ohnehin nicht gerade üppig ausfallende Blume verschwindet innerhalb einer Minute vollständig. Die ersten Schlücke hinterlassen keinen guten Eindruck. Der Hopfen kommt etwas chemisch und schwach daher. Dieser Eindruck verbessert sich später etwas, weil das Pils an herbe gewinnt.

Fazit: Für den Preis (44 Cent pro Flasche im Sonderangebot bei Kaufland) ein durchaus akzeptables Bier. Irgendwie wird man trotzdem den Eindruck nicht los, ein Billigbier zu trinken. Süffig ist es dennoch allemal.

Nachtrag: Ich habe das Bier aus einem 0,3er Glas getrunken und die restlichen 0,2l vergessen. Nachdem ich das Schwarzbier geleert hatte, habe ich das Schwerter aus der Flasche getrunken. Und was soll ich sagen, das oben gefällt Urteil muss revidiert werden. Vielleicht muss man das Bier wie Rotwein behandeln und es erst einmal ein bisschen offen stehen lassen. Das Meissner war nun ein angenehm zu trinkendes malziges, rundes Pils, das mich stark an das Red Lager der Brauerei erinnerte.

von Mujek3 - am 12.08.2009 19:29
Zischke Kellerbier (Dunkel) der Koenigsbacher Brauerei aus Koblenz, die laut Etikett zur Karlsberg Brauerei Hamburg gehoert.

Das als naturfrisch und ungefiltert angekuendigte Kellerbier soll in der (in welcher?) Vollmondnacht gebraut worden sein. Es gibt sich urig und kommt in einer dunkelbraunen Buegelverschlussflasche.

Eroeffnet macht sich ein suesslicher Geruch breit, der mich irgendwie an Malzbier erinnerte. Dieser Gedanke verflog aber sofort beim Geruchstest am eingeschenkten Glas. In dem macht sich ein dunkeldunkelblondes und leicht truebes Getraenk breit, das irgendwo zwischen Malzbier und Kola liegt - jedenfalls optisch! Es schaeumt recht praechtig, die grossporige Krone faellt aber laut krachend binnen 90 Sekunden restlos zusammen.

Im ersten Antrunk bestaetigt sich die Erwartung, ein suesses Gesoeff eingeschenkt zu haben. Es kam mir aus dem auf 5 Grad eingestellten Kuehlschrank jedenfalls zu warm vor. Der nach dem Spaetdienst erhoffte Erfrischungseffekt stellte sich bei mir nicht ein. Dazu ist kam mir das Zischke Dunkel zu suess und zu anspruchsvoll vor.

Geschmacklich kam nach dem ersten Schock ein stattliches Feuerwerk an Eindruecken auf mich zu. Dem dezent herben Abgang folgt eine hopfige Malznote (nicht umgekehrt!), die im Abklingen leicht saeuerlich wird. Interessant und ungewohnt zugleich! Beim Nachschenken des noch nicht ganz leeren Glases ohne jegliche Hast oder Eile schaeumte das Gebraeu dann nochmals ungewohnt heftig auf und konnte nur durch Abtrinken des Schaums davon abgebracht werden, aus dem Glas zu steigen und sich auf meinem Kuechentisch zu verteilen.

Ueber mein Urteil bin ich mir nicht schluessig. Es ist anspruchsvoll hinsichtlich der Vielfalt der gebotenen Geschmackserlebnisse. Mit 5,4 Volt auch nichts, was man sinnlos wegsaeuft. Dazu, so glaube ich, ist es auch zu charakterhaft. Ich sehe das dunkle Zischke Kellerbier als Bier fuer den Ein-Bier-am-Abend-Trinker, der es zu seiner Lieblingsschallplatte oder einem guten Buch einschenkt. Nach meinem Eindruck ist die Flaschenabfuellung eher was fuer egoistische Biergeniesser, wobei das Adjektiv "egoistisch" von mir ausdruecklich nicht negativ belegt ist. Jedenfalls nicht hier! Fuer mich ist es ein angenehmes und interessantes Feierabendbier nach einem ausgesprochen anstrengenden Dienst gewesen. Ich habe es allein ausgeglunzt und Atari Teenage Riot von einer Schallplatte aus den fruehen 90ern gehoert. Dazu passte es! Allerdings reicht mir eins auch und die Spielzeit meiner Schallplatte ist nun ebenfalls erschoepft. Ich habe mich gut entspannt und hatte eine Bier-Persoenlichkeit vor mir. Nichts, was ich in rauhen Mengen wegtrinken wuerde, sondern eher was fuer besondere Momente.


Ich bedanke mich beim stillen Mitleser Jens fuer die Spende!

von PowerAM - am 17.08.2009 23:06
Deutschland waehlt, PAMchen auch!

Heute: Harzer Urstoff aus Altenau im Oberharz

Mir steht eine schlanke 0,33 l-Flasche gegenueber, deren an vergilbtes Papier erinnerndes Etikett ein naturtruebes Vollbier mit 5 Volt verspricht. Die schlichte Aufmachung mit rotschwarzer Bedruckung erinnert an vergangene Zeiten.

Nach dem Oeffnen der Flasche stroemt mir ein voller, hopfiger Duft entgegen. Ich verwende eine 0,35 l fassende Tulpe, die ich kurz kalt ausgespuelt habe. Sie fuellt sich unter leichtem Glucksen aus der Flasche mit einem dunkelblonden Getraenk, dessen truebe Erscheinung bei mir ein gewisses Entzuecken weckte. Die volle und geradezu sahnige Blume schafft ein Kunstwerk - wie gemalt! In Verbindung mit dem verstroemten Aroma eine tolle Erscheinung! Leider ist die Blume schnell verblueht.

Im Antrunk erlebt der Geniesser ein volles und facettenreiches Geschmackserlebnis: Frei von jeglicher Bitterkeit, angenehm hopfig und mit recht geringem Kohlensaeuregehalt ist es wirklich angenehm zu trinken. Eine herrlich erfrischende Sache, wobei mir dieses Vollbier bei gemessenen 7 Grad Einschenktemperatur sogar etwas zu kuehl erscheint. Trotzdem ich mein Bier gern etwas kuehler trinke! Vermutlich wuerde es eine leicht suessere Note entwickeln, wenn es nur wenig waermer waere. Die stellt sich naemlich schnell ein, wenn man den Urstoff schluckweise zu sich nimmt und auf der Zunge verweilen laesst.

Mein Fazit zum Urstoff: Der Name ist Programm, das gebotene Getraenk ein absoluter Kracher! Urspruenglich, geradeaus - trotzdem aber mit dem Mut zum eigenen Charakter! Meinen Geschmack trifft es jedenfalls. Dazu voellig ohne Bitterkeit - aber doch vollmundig und vielfaeltig zugleich. Auf meiner Punkteskala, die an die des Schwarzpeters angelehnt ist, erobert dieses Gesoeff die maximal moeglichen Punkte. Gratulation an die Brauerei Kolberg in Altenau!

von PowerAM - am 26.09.2009 22:47
Garley Pilsner aus Gardelegen. Ebenfalls ein Mitbringsel der Elm-Tour, die sich also in vielerlei Hinsicht gelohnt hat. :D Danke nochmals!

Gebraut im Garley-Brauhaus, das es laut Rueckenetikett seit 1314 geben soll. Damit aelter als das Deutsche Reinheitsgebot. Die kleine, dickbauchige 0,33 l-"Handgranate" bringt ein schoenes Frontetikett mit. Nach dem Oeffnen der Flasche fiel mir sofort eine dezente fruchtig-suesse Note auf. Diese findet sich auch im Antrunk des hellblonden Gebraeus wieder, das sich voller Wonne unter Bildung einer schaumig-stabilen Blume ins Glas stuerzt. Diese hat sich nach 3 min gerade einmal halbiert. Hier wird das Auge mitbedient!

Der erste Schluck erinnert an ein leichtes Pils mit Hopfennote - aber ohne uebertriebene Herbheit. Die ist nur leicht als Unternote vorhanden und wird von mir als erfrischend empfunden. Das 4,9 Volt starke Gesoeff saugt sich wirklich leicht aus dem Glas. Es perlt lange nach, fuettert so immer wieder seine Blume.

Geschmacklich zeigt es eigenen Charakter, ist dabei aber trotzdem massentauglich. Durch den sueffigen Charakter koennte es prima beim Skat am Tisch mitspielen. Oder eine Grillparty begleiten. Die kleine 0,33er Flasche ist was fuer Geniesser, der durstige Geruestbauer wuerde pausenlos wegen 'ner neuen Pulle in seine Baubude laufen muessen. Also keine brettharte Malocherbruehe, eher was fuer den verdienten Feierabend eines erschoepften Beamten. ;)

Mir hat es sehr gut geschmeckt, ich werde es auf meinen Wunschzettel setzen, wenn ich den bikerbs wieder besuche. Folglich holt es sich bei mir volle Punkte!

von PowerAM - am 23.10.2009 23:11
BREZNAK Bernstein, vor ein paar Tagen beim Hundenetto ins Koerbchen gekommen. Die 0,5er Flasche (NRW-Form) traegt das bekannte BREZNAK-Etikett, nur diesmal mit bernsteinfarbigem Hintergrund. Es verspricht ein altboehmisches Gesoeff mit 4,8 Volt. Aus jenem Behaeltnis laesst sich ein Bier entlocken, das optisch ungefaehr auf der Haelfte zwischen einem Hellen und einem Peter (Schwarz-) Bier liegt. Der Name trifft's genau auf den Punkt!

Vom Geruch her eindeutig ein recht suesslich riechendes Schwarzes, im Antrunk aber doch anders. Fuer ein Schwarzes recht herb, auch wenn der deutlich malzige Geschmack noch gerade so dominieren kann. Das aus Usti stammende Bier ist laut Rueckenetikett an Rezepturen aus der "guten alten Zeit" angelehnt. Es ist recht bekoemmlich, hat auch ziemlich wenig Kohlensaeure. Daher kriegt es zwar eine Blume aufgebaut, die aber ziemlich schnell zu einem Schaumrand zurueckgeht.

Es ist extrem sueffig, meiner Freundin aber zu herb. Das Schwarze trinkt sie lieber, Helles mag sie ueberhaupt nicht. Bei ihr kann das Bernstein nicht punkten, ich wuerde es als Nischenprodukt aber durchaus als probierenswert einstufen. Wem die meisten Schwarzbiere zu suess sind, der koennte am Bernstein seine Freude haben - sofern er eine gewisse herbe Grundnote mag oder wenigstens toleriert.

Das Bernstein trinkt man zu einem guten Essen oder geniesst es zu Salzstangen oder anderem Knabberkram. In geselliger Runde beim Skat wuerde ich vielleicht etwas anderes auf den Tisch stellen.

Mir schmeckt das Bernstein durchaus, jedoch wuerde ich vermuten, dass mir bereits das zweite Glas auf den Beutel gehen wuerde. Es ist was zum Geniessen und nicht zum abendlang Wegglunzen. Mir reicht eins davon. Trotz recht leichten 4,8 Volt schmeckt es kraeftiger als es tatsaechlich ist.

Wie gesagt, der Geschmack polarisiert: Das Bernstein hat Charakter und ist keinesfalls massentauglich. Aber das soll es vermutlich auch nicht sein. Fuer das erste Glas gebe ich die Note "2", ein weiteres probiere ich aber nicht mehr. Aber gern ein anderes Mal wieder.


@ Schwarzer Peter: Falls Du es bei dir bekommen kannst, dann probiere es unbedingt mal! Koennte sein, dass das durchaus etwas nach deinem Geschmack ist.

von PowerAM - am 17.11.2009 19:06

Der (!) Biertest... heute: Weihnachtsbier, Brauerei Fischer, Schiltigheim

Weihnachtsbier, Brauerei Fischer, Schiltigheim

wie man aus der Ortsbezeichnung unschwer erraten kann ein "Bier" von "drüben" (driwwe/ outre rhin). Da man drüben nicht an Reinheitsvorschriften gebunden ist, würde das Getränk - wenn es hier in den Handel käme (kenne aber kein Laden der es hier vertreibt) als "bierhaltiges Getränk" klassifiziert werden.
Die Brauerei Fischer - gewiss kein Hinterhofbetrieb- kümmert sich allerdings wenig um solche Details. Die 65cl Einweg ! (" verre non consigné“) - Bügelflasche ist recht sparsam etikettiert, neben einer Glasprägung „Fischer-Bière d´Alsace“ findet sich nur ein kleines Etikett (Bière de Noel ) und eine Bügelbandarole mit den Eckdaten (6 vol%, bière, extraits végetales, aromes, malt d´orge).
Das ein Tag im Kühlschrank vorgekühlte Getränk sollte für das nachchristvesprige tradionelle Kartoffelsalat + Würstchen Essen dienen.

Im Glas eingeschenkt kam die beeindruckend funkelnde tiefrot-bernstein scheinende Farbe zu Geltung, gekrönt von einem kleinporigen sämigen Schaum, der sich als recht stabil erweisen sollte (ich möchte nicht wissen was dafür zuständig ist). Das Bier selbst erschlägt einen auf den ersten Schluck, wenn man den malzig - süssen (kein wunder s.o.) Vorgeschmack überwunden hat dann kommen die „Aromes“ zu Geltung. Sie sind fruchtig (Orange-Mandarine) und recht dezent. Nur ansatzweise ist die „Schwarzbierbasis“ herauszuschmecken. Nach einiger Gewöhnung schmeckt es dann runder – süffiger. Allzu sollte man aber das Gefühl nicht auskosten die 6% werden verdeckt – und ich befürchte die Aromes und extraits végetales werden nachhaltig sein. Ich habe es deshalb sein lassen.
Als Fazit – bestenfalls Durchschnitt für den innerfranzösischen Markt geeignet – enttäuscht etwas.
(Aber ich bin auch kein „porter“-Fan)

:sneg: Ein deutliches :sneg: für die ausschliesslich in französisch gehaltene Beschriftung. Ein elsässisches Bier sollte auch so beschriftet sein !


Allen OT-lern noch ein gelungenes Restweihnachtsfest
mor

von mor_ - am 25.12.2009 10:15
Zitat

Das Hefeweißbier von Oettinger ist sogar wesentlich besser als das teure bekannte Markenbier aus Erding!


Naja, wenn jemand der weit über der Donau wohnt von Weißbier redet, und jemand unter der Donau Becks trinkt. :vollekracht:

Vom Erdinger Weißbräu halte ich auch nicht viel, ist das totale Massengetränk, und nicht weit weg von Erding gibts ganz ganz ganz ganz ganz viele andere Brauereien wo eigentlich jede auch ein Weißbier auf die Reihe bekommt das besser schmeckt. Aber das verkauft sich halt nicht bis nach Übersee.
Weißbier mag ich nicht sonderlich, ist mir meistens zu süß und zu hefig. Aber ich trinke lieber ein XY Weißbier als ein Oettinger. :P

Zitat

Ich weiss jetzt nicht, welches die beliebtesten Sorten beim Oettinger sind


Ich glaub das Helle oder das Export oder was die Analog dazu haben verkauft sich am besten.
Ich hab es früher paar mal "mitgetrunken" aber es ist - einfach nur schlecht.

Becks kann man sagen was man will, der eingefleische Extra-Herb-Pilstrinker findet das Grüne Becks vielleicht ein "Wasserbier", aber da gibts gleichbleibenden Geschmack und gleichbleibende Qualität.
Ich steh generell nicht so auf sehr herbe Pilssorten oder gar Schwarzbiere, deswegen ist das vergleichsweise milde Becks ein Pils das mich nie enttäuscht hat. Wenn es an der Tanke sonst nix gibt oder wenn man irgendwo in Italien strandet dann ist es schön die Grüne Flasche oder Dose mit dem Schlüssel zu finden. Massengeschmack hin oder her, ein Becks erkenne ich "blind" am Geschmack, es trinkt sich angenehm und wird einem auch nicht nach 2 oder 3 langweilig.


von Detektordeibel - am 02.02.2010 03:03
So dachte erst an nen Witz als mein Bruder das angeschleppt hat, aber das gibts wirklich.




Die fiktive Biermarke aus den Simpsons.

Klar man ist gespannt was der oder die Lizensnehmer da reinfüllen in die Flasche. Stilecht wäre eine Art "BecksGold" Eiswürfel-Pappbecher Bier im Amerikanischen Stil.

Da drin ist aber was anderes. Nämlich ein Pils gebraut in Hessen bei der Eschweger Klosterbrauerei.

Bin kein Pilsfan, aber dieses Pils ist relativ solide Standardware.

Ein leichter Hauch von Weizen im Antrunk, dann machen sich die Pilstypischen herben Hopfenaromen breit, nicht sonderlich stark oder herb, aber das das bier im allgemeinen eher wässrig ist kommt der Hopfen ziemlich penetrant rüber geht über die Mitte bis zu einem kurzen Abgang ohne Nachgeschmack - doch irgendwas ist da, Hopfen geht über in Richtung Gummibärchen/Türkische Brause??? So ne kurze Aufhellung, keine Süße am Ende, klingt dann aber sofort ab. Verlangt dann nach nem zweiten Schluck. Süffig ist es wenigstens.

Dazu ist es nichtmal billig, mit Pfand kostet der Sixpack 0,33er Fläschchen 5-EUR irgendwas.
Gibt reichlich bessere Biere in ähnlicher Geschmacksrichtung, ist vielleicht am ehsten mit Bitburger vergleichbar, aber das Bitburger ist insgesamt viel würziger und hat dieses komische Gummibärchen Aroma nicht, schmeckt irgendwie wie die Dekorationskirschen auf der bekannten Schwarzwälder Torte, gehört nicht wirklich ins Bier so ein Aroma.

Note, 4, "ausreichend" reicht, optisch macht das Bier im Glas nen vernünftigen Eindruck aber geschmacklich eher nicht mein Fall, es schmeckt eher langweilig, und dieser Geschmack im Abgang ist etwas seltsam. Schmeckt aus der kleinen Flasche fast besser als aus nem voluminöseren Glas.

Fazit:
Ein Bier das man noch trinken kann, aber nicht muss. Ich werds nicht kaufen.

von Detektordeibel - am 25.02.2010 04:35
Ob mir nach diesem doch etwas dünnflüssigen Gebräu noch ein Glässchen vergönnt sei? Ja, das ist es!

Daher steht jetzt neben mir:

Ich habe von dieser kleinen Brauerei schon das natürtrübe Brunnenbier kennen- und schätzengelernt. Zeit, sich mal durch das Sortiment zu trinken.
Das Pils kommt im Retro-Style daher: trendige 0,33l-Flasche mit Ploppverschluss und Etikett à la Opas Zeiten. Im Glas zeigt sich eine leicht dunklere Farbe als beim vorherigen Burgen Export, aber immer noch deutlich blond. Die Schaumkrone zerfällt hier schneller. Aus dem Glas empfängt mich ein etwas chemischer Geruch-säuerlicher...was mag das nur sein?
Der erste Schluck: Hilfe, schüttel...welcher Chemie-LK hat das zusammengebraut? Widerwillig greife ich erneut zum Glas. Es will nicht besser werden. Junge, das gibt einen Brand und, wenn in Massen genossen (in dem Fall mehr als zwei oder drei) einen Schädel, gegen den der schwäbische Jura ein Maulwurfshügel ist.
Beim dritten Schluck wird die Sache dann schon wässrig. Das einzige, was ich schmecke, ist diese unangenehm chemische Säure. Das Bier hat leider auch keinen Körper, keine Fülle, keine Würze. Das Hopfenaroma wird von der Säure erschlagen. So könnte ein umgekipptes Kristallweizen schmecken, steigt es mir durch den Kopf.
Nächster Schluck, so langsam entfleucht die Säure, es schmeckt aber immer noch merkwürdig.
Fazit: Das Stiefel-Pils ist ein rechter Stiefel und bekommt von mir den Stempel "ungeniessbar". Daher 0 von 5 Punkte auf der unbeirrbaren, aber höchst subjektiven und stimmungsabhängigen Schwarzbierskala.
Leute, entweder muss jetzt noch was bewährtes hinterher, ein Wulle...oder ich köpf ne Flasche Wein...schüttel!
Das Brunnenbier jederzeit gerne wieder...den Stiefel kenned r de Hasa gäa, liebe Gruibinger!
Lernfaktor: Nicht alles, was aus einer kleinen Brauerei kommt, muss zwingend gut sein!

von Peter Schwarz - am 02.06.2010 18:43
Angesichts des fantastischen Sommerwetters in weiten Teilen Europas moechte ich den Biertest nochmals in Erinnerung rufen und zugleich um emsige Mitarbeit bitten.

Heute kommt erneut ein Rostocker Pils :cheers: auEf den Tisch, zu dem ich bereits vor laengerer Zeit einen Testbericht verfasste, der auch heute noch uneingeschraenkt gueltig ist. Schoen ist naemlich, dass ich jetzt von einem Exil-Rostocker beliefert werde, der wiederum Berliner Bier an die Kueste karrt.

Zitat
PAMchen schrub:
Der (!) Biertest...
geschrieben von: reg. User PowerAM (IP gespeichert)
Datum: 14. Oktober 2008 20:51

Holla die Waldfee!! [...] Die braune 0,5 l-Flasche (NRW-Form) kommt mit goldfarbig dominiertem Etikett auf dunkelblauem Untergrund daher. Der Dekorkragen ist im gleichen Design gehalten, das Rueckenetikett ist gold mit weisser Schrift. Dieses Gesoeff kommt aus der Hanseatischen Brauerei Rostock.

Im ausgespuelten Glas kommt das mittelblonde Pils zu einem stattlichen Auftritt. Es setzt sich eine geradezu sahnige Krone auf, die nach 2 min fast noch in voller Pracht steht. Die angegebenen 4,9 Volt klingen erstmal leicht, jedoch kuendigt der erste Geruchseindruck ein herbes Geschmackserlebnis an. Und in der Tat ist das Rostocker von der von Kuestenbieren gewohnten Herbe. Nicht gar so arg wie Jever oder Flens aus der Flasche, aber mit Selbstbewusstsein. Wo die See herbes Klima erzeugt, da muss offenbar auch ein Pils 'ne Spur herber ausfallen.

Das Rostocker stuermt mit seiner leicht bitteren Note sofort alle Geschmacksnerven. Der Kohlensaeuregehalt ist spuerbar, jedoch nicht so aufdringlich wie z. B. bei Radeberger oder Hasseroeder. Im Abgang hinterlaesst es eine herbe Spur mit hopfigem Charakter. Gerade der kommt im Antrunk bei mir ueberhaupt noch nicht. Dieser Effekt ist witzigerweise reproduzierbar! Die frische Grundnote stoert das keinesfalls. [...]

Wer die herberen Biere Norddeutschlands mag, der kommt beim Rostocker auf seine Kosten! Und das auch dann, wenn einem Jever oder Flens aus der Flasche zu herb sind. [...]



Bierbild: bierspot.de

von PowerAM - am 06.06.2010 16:51
Ich konnte nicht anders, das Zwiefalter war nach 10 Minuten intus...nach diesem heissen Tag nicht weiter verwunderlich.
Machen wir von Zwiefalten einen Sprung in die grosse Stadt...ab nach Minga. Ein Hofbräu Münchner Sommer kommt jetzt ins ausgespülte Glas.

Corporate Design halt. Die Resi aus dem Englischen Garten kann mich allerdings nicht so recht begeistern.
Bernsteinfarben mit leichter Trübung und eine kleine Schaumkrone, die es in ihrer Schaumstoff-Dichte fast mit Guinness aufnehmen könnte. SO muss ein Glas Bier aussehen, Herrschaften! Da steigt die Vorfreude ins Unermessliche! Hmmm, nach was riecht das bloss?? So ein bissi nach Kaffee??? Die Herren von bier1.de meinen das auch, aha! Es ist aber vordergründig noch was anderes, rauchiges. Auf jeden Fall recht eigenartig, eigenwillig.
Der erste Schluck offenbart einen gewaltigen Schichtwechsel. Man hätte blind testen können, die HErkunft des Bieres wäre sofort klar gewesen. Das schmeckt BAYERISCH!! Der typisch naturtrüb-säuerliche Unterton kommt dann beim zweiten Schluck stärker daher. Trotzdem bleibt es recht schwer, behäbig. Man sieht sich in Lederhose mit Gamsbart im Biergarten sitzen, Alpenpanorama inklusive. Hin und wieder glaube ich fast rauchige Untertöne zu schmecken. Auf jeden Fall hats Würze en masse. Für ein Sommerbier erscheint es mir aber zu stark. Das kippe ich bestimmt nicht maßkrugweise runter, mir wird jetzt schon schwummrig. So ganz harmonisch ist der Münchner Sommer aber nicht. Da ziehen schon ein paar Gewitterwolken aus dem Bierdunst hervor. Und wenn's am Morgen danach der Schädel druckt, dann ist ausnahmsweise mal nicht der Föhn schuld, sondern eher das Hofbräu-Erzeugnis....
Insgesamt somit ein Bier, das bestimmt nicht als Begleitstoff für die anstehende Fußball-WM taugt. Eher ein Bier, das man zur Abwechslung mal geniesst, in Maßen, nicht in Massen.

4 von 5 Punkten auf der unbeirrbaren Schwarzbierskala!



von Peter Schwarz - am 09.06.2010 19:29
Leffe Blond aus B-5500 Dinant, Belgien: :cheers:

Schick gemacht, die goldfarbig gehaltene Aluminiumdose mit buntem Kirchenmotiv. Erst nach dem Oeffnen hatte ich bemerkt, dass es sagenhafte 6,6 Volt haben soll.

Das vorschriftsmaessig auf 5 Grad vorgekuehlte Gebraeu ergiesst sich leicht dunkelblond mit sahnig steifer Blume ins Glas. Sieht schick aus, die Blume haelt sich auch eine gefuehlte Ewigkeit.

Mein erster Geruchseindruck erinnert mich an Schoefferhofer Weizen. Eine leicht saeuerliche und trotzdem fruchtige Note faellt mir auf. Im ersten Antrunk draengt sich der saeuerliche Eindruck wieder in den Vordergrund. Kraeftig wirkt es nicht unbedingt, eher wie ein kraftvolles Export. Es zeigt sich keine bittere Note - weder im Antrunk noch im Abgang. Leicht aufsteigende Kohlensaeureblaeschen zeigen mir einen geringen Bruellfaktor. In der Tat trinkt es sich kuehlschrankkalt gut weg, mir reicht allerdings auch eins davon.

Hier ist vermutlich eher der Gelegenheitsbiertrinker angesprochen, der gern abseits des Mainstreams einkaufen geht. Trotzdem es mir durchaus schmeckt, einen ganzen Abend lang wuerde es mir dann doch zuviel werden. Geschmacklich eigenartig aber nicht uninteressant. Nichts von Beginn an abstossendes, trotzdem bin ich bei diesem Bier irgendwie wortlos. Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll. Daher will ich es nicht zerreissen - auch wenn ich glaube, dass der nicht gerade experimentierfreudige Pilstrinker besser die Finger davon lassen sollte. Ich wuerde es Biergeniessern als Abwechslung empfehlen, die sich weder fuer ein kraeftiges Export, noch fuer ein Bock- oder Starkbier zu schade sind. Wer hier gelegentlich einkaufen geht, der koennte mit dem Leffe Blond eine interessante Abwechslung finden. Mir hat es als Einmalbier zum Geniessen durchaus gefallen: Note 1,7 gilt als rechtmaessig verdient!

Dem Jens aus Berlin's wahrer Mitte danke ich fuer diese Kostprobe, die er mir als Mitbringsel vor kurzer Zeit mitgebracht hat. Die Elm-DXer wissen, wen ich meine... ;)

von PowerAM - am 17.06.2010 18:53
Portugal: Super Bock :nichtzufassen:

Die rote Dose ist gold- und weissfarbig bedruckt. Entgegen ersten Annahmen enthaelt sie aber kein Bock- sondern ein ganz normales Helles.

Die echte (!) Aludose oeffnet sich mit lautem Krachen und laesst ein ziemlich blasses Getraenk in mein Glas stroemen. Geruchlich zunaechst wie die niederlaendischen oder belgischen Chemiebiere. Die grossporige Blume hat keine Kraft. Binnen weniger als 90 Sekunden ist sie vollkommen verschwunden.

Die nun an ziemlich duenne Apfelsaftschorle erinnernde Suppe ist im Antrunk leicht saeuerlich - dieser Eindruck gibt sich aber recht schnell. Es ist geschmacklich leichter als man es fuer die versprochenen 5,2 Vol(t) annehmen mag. Schoen erfrischend ist es ja, hat aber keinerlei Charakter. Vermutlich will der Hersteller eine breite Kaeuferschicht bedienen und setzt daher alles daran, bloss nicht aufzufallen. So trinkt sich dieses Bier voellig unspektakulaer weg.

Dazu passt auch die empfohlene Trinktemperatur von 3 Grad. :bloed: Ein Bier kann sich bei 3 Grad ueberhaupt nicht entwickeln, manche riechen und schmecken bei dieser Temperatur sogar wie Wasser. Ich entnahm es bei 6,5 Grad Kuehlschranktemperatur - eingegossen in ein ausgespueltes Glas zimmerwarmes Glass duerften es ungefaehr 7 - 8 Grad Trinktemperatur gewesen sein. Wenigstens schmeckt es da ueberhaupt nach Bier. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass von dem ohnehin recht einfach gestrickten Geschmackserlebnis bei 3 Grad noch viel uebrig bleibt.

Fazit: Etwas waermer getrunken als empfohlen ist dieses Bier eine durchaus erfrischende Angelegenheit. Unter einem Sonnenschirm sitzend koennte das bei 30 Grad Lufttemperatur angesichts der 5,2 Vol(t) auch die gewuenschte Wirkung haben. Geschmacklich dagegen alles - aber nicht wirklich aufregend. Daran aendern nach meinem (subjektiven) Geschmack auch die zahlreichen abgebildeten Medallien auf der Dose nichts.

Wer im Weltnetz schauen will: www.superbock.pt :cheers:

Fuer diese Spende bedanke ich mich bei Daniel aus Berlin. :spos:

von PowerAM - am 30.01.2011 18:24
Nochmal Belgien! Cristal kommt aus der roten Blechdose ins Glas. Gebraut von NV BR Alken Maes in B-3570 Alken. Das blassblonde Gebraeu schaeumt recht kraeftig. Die dichte Blume bleibt erstaunlich lange stehen.

Im Geruch ist das 4,8 Volt leistende Bier zunaechst vollkomen unspektakulaer. Der erste Antrunk bestaetigt diesen Eindruck. Geschmacklich recht zurueckhaltend - zugleich aber vollkommen frei von Bitterkeit und moeglicherweise stoerenden Nuancen. Allerdings fehlt auch alles, was irgendwie so etwas wie Charakter ausmacht. Empfohlene Trinktemperatur: 3 Grad. :eek: Dann duerfte dieses Bier aber praktisch wie Wasser schmecken! Ich hatte 6 Grad fuer besser empfunden und damit wenigstens eine angenehme Erfrischung mit Geschmack bekommen.

Fazit: Das Cristal ist bekoemmlich, der Kohlensaeuregehalt ist gering. Keinerlei bittere Noten, kein irgendwann stoerender Nachgeschmack - allerdings auch kein Aha-Erlebnis.

Interessant: Das Cristal koennte einer biertrinkenden weiblichen Zielgruppe durchaus gefallen, die sonst die "Gold"-Linien hiesiger Brauereien favorisieren und denen die mit Brause, Sirup oder aehnlichem gepanschten Biere nicht schmecken. Diese Gruppe gibt es in der Tat, meine Freundin zaehlt dazu. Sie hat das Cristal auch gelobt, es schmeckt ihr. Bei mir darf's gern 'ne Spur herber sein - bittere Biere mag ich aber auch nicht.

Insofern tue ich mich mit einem Urteil schwer. Das Cristal ist ordentlich, hat aber keine Persoenlichkeit. Weil ich denke, dass das auch so gewollt ist, mag ich es deshalb nicht pauschal abwerten. Mein Lieblingsbier wird es nicht, es ist aber nicht grundsaetzlich schlecht. Sein Kundenkreis ist aber ein anderer... ;)

Der 6er-Traeger mit 0,5er Dosen kostete in der belgischen Ecke Limburgs 4,49 EUR. Insofern nicht billig - die anderen dort verkauften Biere waren es aber auch nicht. Selbst die Eigenmarken kosteten 60 Ct.

von PowerAM - am 13.09.2011 17:48
Zitat
Peter Schwarz
Heute: Schönramer Hell


Biederes Flaschendesign. Hintendrauf Werbung für ein AC/DC-Konzert am vergangenen Wochenende.
Schäumt beim Einschenken ins Glas wie ein Radler, riecht auch fast so. Ich hab, ohne Scherz, auf der Flasche nachgeguckt, ob ich nicht aus Versehen ein solches erwischt habe. Negativ, es ist ein Helles. Es ist so hell im Glas, dass meine Pisse dagegen schon einem Märzenbier gleicht.
Merkwürdig.
Der Andrunk gefällt mir gar nicht: Ich schmecke tierisch viel Säure, brrrr... ich stelle das Bier erst mal hin.
Beim Weitertrinken eine sehr hopfenherbe Note, aber irgendwie recht unangenehm, das gibt, in grösseren Mengen genossen, einen Brand, der sich gewaschen hat.
Ich erkenne keinen Körper, keine Fülle, keinen malzigen Unterton. Ein Brüllbier, das mich etwas an das Fiege Pils(!) aus Bochum erinnert. (ist aber schon lange her, hab ich aber so ähnlich in Erinnerung).
An diesem Hell ist ein Pils verlorengegangen, und zwar eines, wie man es aus dem norddeutschen Raum kennt. Wenn ich weitertrinke, gewinne ich allmählich etwas Gefallen daran. Die Brüllnote gerät in den Hintergrund, jetzt kommt langsam auch etwas Charakter hinzu, der zuerst so dicke, aber etwas chemisch aussehende Schaum hat sich längst verflüchtigt. Und da ist es auch schon alle. Man kann das also ohne weiteres runterkippen. Hmmm, ich bin hin- und hergerissen. Der Antrunk war regelrecht abstossend, am Schluß hatte ich dann sogar Lust auf mehr. Auf jeden Fall bleibt anzumerken: Wer ein typisch bayerisches Hell erwartet, wird beim Schönramer eine böse Überraschung erleben. Ich möchte mal wissen, wie herb das Pils aus demselben Hause ist! Wer also in diesen Gefilden, ein eher norddeutsch schmeckendes Bier sucht, ist beim Schönramer richtig. Wer ein typisch bayerisches Bier sucht, muss anderswo suchen. Insofern hebt es sich deutlich vom regionalen Mainstream ab.

Tja, ich müsste noch eins trinken, um es endgültig zu bewerten. An für sich ist es mir eine Spur zu herb, mein Leib-und Magenbier wirds also nicht, dazu fehlt etwas Körper und Malz.

Fazit: 3 von 5 Punkten auf der Schwarz-Bier-Skala


Ich weiß nicht, was der Herr Schwarz vor zwei Jahren kurz vor diesem Biertest erlebt hat, aber als ich gestern dieses Mitbringsel meiner Nachbarin aus dem Kühlschrank holte, hat's mich fast zerrissen. :eek: Was ist das für ein Bier?! Ich habe bisher noch keines mit annähernd vergleichbarem Aroma getrunken (dabei nähere ich mich schon bedenklich der 1000er-Hürde).

Kurz und knapp: Das ist weder herbes Pils, noch eines dieser süßmalzigen Schwabenbiere (Sorry Peter, bist halt damit großgeworden.). Ich hatte leider nur dieses eine Exemplar und rätselte den ganzen Abend, nach was schmeckt das Zeug, dass es so anders schmeckt. Würzig wie ein Frankenbier, ja. Aber anders würzig. Mir fehlte wie so oft das richtige Wort und fand es heute in den Bierforen: leichte Zitrusnote. Damit würde es bei einem Wetten Dass-Auftritt mit Sicherheit von x anderen unterschieden werden können! :spos: Wer also mal Richtung Salzburg kommt, unbedingt probieren.

von Erich Hoinicke - am 10.01.2012 09:29
Na, so schlecht hab ich das Schönramer doch gar nicht bewertet, Erich!!

Tätäääää, gestern war ich im Getränkemarkt und habe NACHSCHUB geholt. Natürlich alles Einzelflaschen, jede eine andere Sorte...ich trinke ja aus Neugier und zum Genuss, nicht zum Besaufen. Kann die Leute nicht verstehen, die sich 5 Kästen derselben Marke in den Kofferraum laden...und das alle 2 Wochen.

Heute griff ich nach getaner Arbeit zu einem
HACKER-PSCHORR SUPERIOR

Es handelt sich eindeutig um ein Winter/Weihnachtsbier, wie es fast von jeder süddeutschen Brauerei angeboten wird.

Gebinde: Das Superior kommt in der trendigen und elegant-rustikalen Bügelflasche daher. Das Etikett mit goldener Schrift auf grünem Grund finde ich nur bedingt gelungen, da sehr schlecht lesbar.

Immerhin konnte ich ohne Lupe herausfinden, dass das Bier 6 Umdrehungen hat und 13,7% Stammwürze. Kein Starkbier, aber auch kein schwächliches Weiberzeugs.

Optik: Da ich es mir in den Steinkurg gegossen habe, kann ich über die Farbe wenig sagen, Bernstein würde es am ehesten treffen. Schaumkrone vorhanden, ohne Besonderheiten.

Geruch: schwer zu beschreiben, ich würde ihn als "bierig" bezeichnen, in jedem Fall charakterstark

Geschmack: Wow! Ein bärenstarker Antrunk! Wörrrzig, meine Herrn! Und gut gehopft, aber nicht banal derb-bitter wie ein Becks oder ähnliches, sondern mit Körper und Fülle. In jedem Falle sehr ausdrucksstark. Trotz der Bitterkeit treten auch Malzaromen deutlich hervor. Mit dem Trinken lässt es dann etwas nach, aber es bleibt bis zum letzten Schluck lecker. (@Erich: ...und sehr weit von einem süßmalzigen Schwabenbier entfernt!)

Fazit: Kein Bier, dass man sich kästenweise aus der Flasche bei Stehparties reinpfeift. Eher was zum Geniessen! Nix für den Mainstream-Geschmack zudem. Aber in jedem Falle ein STARKES Bier! Kann ich dem wahren Bierfreund empfehlen

4 1/2 von 5 Punkten auf der SCHWARZBIERSKALA!

von Peter Schwarz - am 12.01.2012 18:19
Schloss Hell - aus der Dose! 4,7%

War etwas überrascht eine Eigenmarke in der Dose zu finden.

Goldgelbe Farbe, - Schaumkrone gibts aber nicht für das Geld.
Antrunk: wässerig, dann malzig, wieder mehr Wasser. Dann kommt am Ende kurz vor dem Abgang Hopfen, aber nicht sonderlich stark, fast kein Nachgeschmack, gut durstlöschend.

Fazit: Keine Ahnung was die Langzeitwirkung sagt, aber ziemliches Massengeschmack Bier, allerdings scheint die Qualität sogar zu stimmen. Insgesamt ein langweiliges helles Bier, aber schön durstlöschend, und durchaus trinkbar. 4+ (befriedigend/ausreichend)
Kann man fast mit dem weißen Faxe vergleichen.

Würd fast passen, hergestellt wird das Bier laut Inet von der "Darguner Brauerei" aus Meck-Pomm und das gehört zur dänischen "Harboes Bryggeri" - Stellt angeblich auch das "Adelskronen" bei anderen Discountern her.

"Schloss Pils" gab es leider nicht im Sortiment, nur ein "Export" noch, Test folgt. 35Ct + 25ct Pfand.

Zwischendrin gibts Aktionen und dann irgendwo unter 20ct angeblich. Dafür kann man das dann imho durchaus kaufen und auch empfehlen. Dann ist das durchaus in Ordnung. Nix besonderes aber durchaus noch ein "ordentliches" Bier.







Grafensteiner hell, 4,8% - "Mild mit Charakter"
Flasche schaut aus wie vom "Landgraf Urhell" und andere Billigbiere, aber hier hat man immerhin ein Logo auf den Kronkorken gemacht. Ähnliche dem Schloss hat man hier ein Allerwelts Bier-Ettikett, irgendwie im Stil der 50er/60er Jahre würd ich sagen.


Geschmack:
Ist das wirklich Bier in der Flasche? Schmeckt wie Radler. Antrunk malz/Zitrone, dann ziemliche süße
Kein Hopfen? ganz wenig im Abgang... seltsam. Aber süffig. Entweder das schmeckt wirklich so, oder hier hat jemand das falsche Etikett draufgemacht?

Fazit: Keine Wertung, trinkbar aber war wirklich unmöglich als "Bier" einzuordnen. - kasten irgendwo unter 6€ genau wie das Pils. -


Grafensteiner Pils 4,9% - "traditionell gebraut" - "herbfrisch im Geschmack"
Wow, eine Schaumkrone, wer hätte das gedacht?
Antrunk, leicht wässerig aber hier schlägt dann gleich der Hopfen zu der den Geschmack dieses Pils dominiert und ohne Abgang verklingt. Soweit wäre nicht viel zu sagen. Hopfenextrakt versteht sich von selber Aber- Ups es entwickelt es eine unangenehme Säure nach ca 1/3 des Glasses. Irgendwie Buttersäure/Kotze aber noch erträglich. - Wenn man nicht daran riecht, denn so riecht es auch. Schmeckt vielleicht immernoch besser als Warsteiner, aber schön ist was anderes. - Reagiert wohl irgendwie mit der Luft.
Hab das auch schonmal getrunken vor paar Jahren und schlug mir eher auf den Magen. Hab jetzt auch schon komisches Gefühl irgendwie, und brandig im Abgang. Trink ich das noch zuende? Zum Glück nur eins und nicht mehr gekauft.....

Das Bier wird Deutschlandweit von verschiedenen Braueren geliefert und als "Grafensteiner" abgefüllt. Wer das geliefert hat weiß ich nicht, aber irgendwas macht diese Brauerei falsch.

Fazit:
Ist jetz nicht soo schlimm das ich es wegschütte- aber bin schon fast in Versuchung *überleg* Ne, das wird nicht mehr besser.... Klar Ungenügend. 6. Wer will ein Bier das nach Kotze riecht und fast danach schmeckt? Niemand! Da gibts nix schönzureden. - Durchgefallen, nicht nochmal. Pfoten Weg, NEIN. - Dann lieber das Radler/Hell oder was das sein soll. Dagegen ist ja selbst KÖPI ein Hochgenuss...

von Detektordeibel - am 10.06.2012 04:59
Schloss Export 5,4% Dose
Große Schaumkrone, feinporig und hält sich sogar ne Zeitlang.
Ähnelt dem Hellen vom Grundcharakter her, Antrunk eher mild später kommen im vergleich dann relativ "leichte" Hopfenaromen und Getreidenoten, insgesamt etwas herber als das Hell aber auch noch gut süffig. Leicht fruchtig süße/Säure. (grüner Apfel/Zitrone)

Das hat sogar nen eigenen Charakter.



Fazit:
Schmeckt mir im Moment noch ein bisschen besser als das Schloss Hell auch wenn sich beide nicht viel nehmen. Das Export hat etwas mehr Körper. Errinert stark an Faxe. Eine ehrliche 3 hat es sich denk ich ebenfalls verdient. Besser als das rote 5.0 Export ist es auch. - Für Dose und 35ct ohne Pfand ist das voll ok und eine positive Überaschung.



Falkenfelser Premium Pils 4,9%
Grobe Schaumkrone - sahnig, recht viel Kohlensäure. Hier startet der Hopfen als Hauptgeschmack schon recht früh nach dem immernoch etwas wässrigen Antrunk aber das doch recht herb. Wenig Getreide, eigentlich nur Hopfen(extrakt) und etwas Malz. Fast wie beim Homburger Karlsberg. Hopfen dominiert auch den Nachgeschmack. Bildet eine recht bissige Säure.
Bei weitem nicht so süffig wie das helle. Bis auf den Hopfen eher wenig Aromen, aber das was es macht, macht das Bier passabel.

Bin nicht wirklich ein Pils-Fan dieser Gangart aber ich denke das wird doch so einigen gefallen. Persönlich geb ich eine 4 - aber das ist Geschmacksfrage, die Qualtität stimmt wohl auch bei diesem Bier. Mir ist es zu langweilig, etwas zu herb und dabei etwas sperrig beim runtertrinken. -

von Detektordeibel - am 11.06.2012 04:39
So... letzte Wochen öfters mal durch Bayern gereist und nebenbei auch mal wieder bei Netto ^^

Also nachreichen


Schloss Premium Pils 4,9% Dose - Heute mal nicht ausverkauft, dafür kein Export mehr da wie beim letzten mal.
Schaumkrone schnell weg, Antrunk malzig getreidig, in der Mitte nix, dann aber nur noch herber - billiger Hopfen.
Langweiliges 08/15 Pils aber geht noch als leidlich trinkbares Bier durch. Das Helle war viel besser. Sehr kalt trinkbar, schmeckt auch gar nicht nach Dose. Aber Achtung! Wird nach den ersten schlucken schnell süffiger. Schwenkt von 4- doch doch noch auf ne glatte vier mit Tendenz zur 4+.
Kann mit Gambrinus oder Hansa-Pils geschmacklich nicht mithalten, aber Quali scheint hier auch wirklich zu stimmen. Kann man je nach Geschmack durchaus zugreifen. Diese Darguner Brauerei scheint zu wissen was sie macht.

Münch Export Hell 5,3%
Brauerei - E. Münch Bräu im Moos - aus Tüßling (bei Altötting). - gekauft in Wasserburg am Inn
Für ein Export sehr süffig, könnte von anderen Brauereien als Standardhelles durchgehen. Schaum fällt schnell zusammen.
Startet erst etwas säuerlich mit kräftigen Getreidearomen in der Mitte etwas wässriger Hopfen der im Abgang bleibt und durch eine Hefe-artige Restsüße nicht zu herb rüberkommt sondern Lust auf mehr macht. - Das mal wieder ein Bier mit eigenem Charakter das dazu noch sehr gut schmeckt. Mindestens 2+




Steiner Export Hell (Schloßbraurei Stein an der Traum) 5,3
Ähnlich dem Münch vom Charakter, allerdings einerseits langweiliger und wässriger aber trotzdem nicht annähernd so süffig, wenig Abgang und etwas zu süßlich im Nachgeschmack vielleicht? Würd ich eher ne 3 statt der zwei vom Münch geben. - Urg, am nächsten Tag stellte sich auch noch Schädelweh ein. Durchgefallen... Mangelhaft 5!, Fuselbier



St. Michael helles 4,7% - gekauft an Jet-Tankstelle
Aus Passau. Steht zumindest drauf. Grobporige Schaumkrone die gleich zusammenfällt. Geruch nicht ausgeprägt. Antrunk leicht malzig, dann nur noch "billiges" Hopfenextrakt mit herben Nachgeschmack. Vielleicht zu warm.... Rüüüülpzz Alda, Kohlensäure... Billigbier-Bölkstoff. Google verrätt das es sich um eine GET Einkaufsgesellschaft oder so handelt und das Bier in Sachsen gebraut wird... 4- Geht noch durch. Aber kauf ich nich nochmal.


Brauerei Wasserburger Urtyp Hell 4,8 - gekauft in Dingolfing und auch dort gebraut.
Geruch, scharfes Hopfenextrakt? Viel Säure im geschmack, leicht zitronig im Abgang. Typisches Land(arbeiter)bier. Gibt aber Bonuspunkte. Billig ja, aber auch noch richtig ungeschlifffen und mittlerweile mit Seltenheitswert. Ne 3 hat es sich "noch" verdient.

Dazu raucht man am besten noch eine Handelsgold Tropenschatz ganz langsam... Return of the 60s ^^


Graf Arco Helles 4,8%
Dicke mittelporige Schaumkrone. Wässriger Antrunk, Geruch ganz leicht malzig. aber mehr Richtung Gerste, sehr mild, wenig Getreide, gutes feines Hopfenaroma mit leichter Säure, nicht das typische Extrakt, errinert an Auer hell nur nicht ganz soviel Charakter und etwas süffiger. Wenig Nachgeschmack, aber auch hier nicht herb sondern malzig süßlich. 2+

von Detektordeibel - am 30.07.2012 15:24
Mahn & Ohlerich Bier

Mitbringsel aus Rostock. Dort gibt es seit einiger Zeit ein Traditionsbier nach angeblich alter Rezeptur. Kommt aus der Hanseatischen 'Rostocker' Brauerei, die auch die anderen 'Rostocker' herstellt. Nun nicht mehr ausschliesslich in der Gastronomie sondern auch fuer recht selbstbewusste Preise in der 0,5er Pfandflasche (NRW-Form). Die Flasche traegt ein schwarz hinterlegtes Papieretikett vorn und hinten sowie einen roten Papierkragen. Das Emblem, schlicht und wohl absichtlich sehr zweidimensional gehalten, prangt gross auf der Vorderseite. Die Rueckseite erklaert, dass dieses Gebraeu 1878 erstmals ausgegeben wurde.

Beim Oeffnen kommt zunaechst nichts zu m Vorschein, das man als einzigartig beschreiben koennte. Eingeschenkt zeigt sich ein recht blasses und kristallklar schimmerndes Gebraeu im Glas, das eine anstaendige Blume aufzuweisen hat. Eindrucksvoller Auftritt, die Blume haelt sich unangeruehrt sogar eine ganze Weile.

Im ersten Antrunk wird eingeloest, was das Rueckenetikett versprochen hat: Ein mildes und sueffiges Bier nach Art eines Pils. Keinerlei Bitterkeit, eine fast schon verschwindend leichte herbe Note, keinerlei stoerende Kohlensaeure, die einen pausenlos aufstossen laesst. Insgesamt moechte dieses Bier nirgends anecken, vermag aber trotzdem gut zu erfrischen und zielt wahrscheinlich auch auf die Zielgruppe, der die anderen Rostocker Biere zu herb waren.

Selbstbewusst ist allerdings der Einzelhandelspreis: Im Sechsertraeger fuer 5,88 EUR zzgl. Pfand hat es definitv den Anspruch, nicht den Brand des durstigen Maurers loeschen zu wollen sondern in gehobener Runde z. B. beim Skat auf dem Tisch zu stehen. Dafuer, dass es den 'normalen' Kasten Rostocker Pils oder Export ueblicherweise fuer 'nen 10er im Angebot gibt, mit viel Glueck auch mal fuer 8 EUR im Angebot.

von PowerAM - am 10.08.2012 17:34
Schmucker Maerzen

...kommt in der braunen NRW-Formflasche mit buntem Front- und Ruecketikett auf den Tisch. 5,5 Volt soll es haben, das mittelblonde Maerzen. Beim Einschenken baut sich eine eindrucksvolle Blume auf, die allerdings ziemlich schnell grossporig und unter geheimnisvollem Rascheln einbricht. Kann sein, dass mich die Schuld dran trifft, das kalte Ausschwenken des Glases hab' ich vergessen.

Geruchlich recht unscheinbar, der erste Antrunk bestaetigt diesen Eindruck. Erst zoegerlich gibt dieses Gebraeu seine von Bitterkeit freien Geheimnisse preis. Schoen hopfig, leichte Herbe und an fruchtige Noten erinnernde Geschmacksnuancen machen es interessant. Es passiert mir selten, dass sich mit jedem Schluck ein irgendwie anderes Bild zeichnet. Das macht es schwierig, dieses Gebraeu treffent zu beschreiben. Jetzt, ein paar Minuten nach dem Einschenken, perlt es nur dezent und in ganz kleinen Blaeschen nach. Die Blume war schnell weg, dem Geschmack schadet das nicht. Dieses Maerzen aus dem Odenwald ist kein Krawallbier. Nein, das soll es keinesfalls sein. Gut bekoemmlich erscheint es, ein wenig leichter als die 5,5 Volt vermuten lassen - dabei aber keinesfalls waessrig oder in irgendeiner Weise lasch. Handwerklich gut gemacht und dabei nicht um Sensationen bemueht - so wuerde ich es beschreiben. Ergaenzen moechte ich noch, dass sich der angenehm hopfige Nachgeschmack erst eine Weile nach dem letzten Schluck entfaltet. Das laesst mich vermuten, dass die Schanktemperatur von mir doch etwas zu kuehl gewaehlt wurde.

Nachtrag: Ich moechte mich bei unserem Erich fuer diese Spende bedanken. :spos:

von PowerAM - am 22.03.2013 17:46
Wir haben hier im Saarland gleich 4 solcher Mikrobrauereien die nicht abfüllen sondern nur vor Ort frisch gezapft ausschenken. Die älteste ist in Mettlach. "Klosterbräu". Grausiges Gesöff. Hat was von Hustensaft. Am besten ganz schnell vergessen.

Die größte und beliebteste der kleinen ist die "Saarfürst" in Merzig. Das Bier ist so ein typisches massenkompatibles Ding ohne Ecken und Kanten das keinem weh tut. Also so ein typisches Fernsehbier wie Warsteiner, König Pilsner oder Bitburger. Die Örtlichkeit ist aber, vor allem im Sommer, traumhaft. Direkt am Merziger Yachthafen gelegen und trotz riesiger Terrasse ist dort bei schönem Wetter kaum ein Sitzplatz zu erwischen. Das "Saarfürst Bier" war auch mal viele Jahre in Flaschen erhältlich aber laut einem Zeitungsinterview mit dem damaligen Inhaber war das für eine solch kleine Brauerei zu aufwendig. Man brauchte ein Abfüllunternehmen, der Transport dort hin und von dort zu den Großhändlern musste organisiert werden, man musste sich um die Flaschen, die Etiketten und die Caps kümmern und so weiter... Eine alternative war das Abfüllen in Dosen. Aber das machte man nur 2 Jahre da der Markt dafür zu klein war und der Name der Brauerei ins negative abzurutschen drohte. Dosenbier wird wohl hier im Saarland immer noch mit "Pennerglück" gleichgesetzt. Der damalige Inhaber sagte das eine solch kleine Brauerei mehr Gewinn macht wenn man weniger verkauft und sich nur auf das Geschäft vor Ort konzentriert, als wenn man auch noch Abfüllt und sein Gebräu im Supermarkt verkauft.

In Losheim direkt am Losheimer Weiher liegt die dritte Mikrobrauerei. Auch hier ist im Sommer kaum ein Platz zu bekommen. Das Bier finde ich etwas flau. Es könnte mehr würze vertragen. Man schluckt es unter und es ist weg. Aber im Sommer zischt es wunderbar und man kann es sich auch in 15 verschiedenen Geschmackssorten bestellen. Mit Orange, Zitrone, Waldmeister, Himbeere, Erdbeere, Kirsche, Banane... Dafür ist das Lokal bekannt und das meiste Bier verkaufen die auch mit einem solchen Sirup zeug drin.

Meine Lieblingsbrauerei ist in Körprich und heißt "Scheune". Genau wie die kleine aber unglaublich gemütliche Kneipe in der es exklusiv ausgeschenkt wird. Das Bier ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack da es doch sehr würzig und kräftig ist. Außerdem hat es einen recht hohen Alkoholwert.

von Spacelab - am 01.03.2014 08:39
@Erich Hoinicke: In Aachen gibt es auch so etwas, das nennt sich "Lennet". http://www.lennet-bier.de/
Die lassen sich aber auch etwas mehr geben als größere Brauereien. Bei dem Preis, für den ich das mal im Supermarkt gesehen habe, sagt der Schwabe: "Do schmeckts schon fascht nemme".

Empfehlen kann ich auch das hier, schenkt die Stammkneipe aus:
http://www.eifelerlandbier.de/

Zudem hat man dort jetzt das hier im Angebot:
http://www.cramer-bier.de/cramer-eifel-weizen.html
Auch ne kleinere Brauerei, wobei mich das jetzt nicht so überzeugt hatte.

Das hier gibt's noch in der Aachener Gegend, hab ich noch nirgends gefunden, muss man wohl vor Ort verkosten:
http://www.brauerei-rainer.de/

Wenige Kilometer landeinwärts in den Niederlanden gibt es ein Ausflusglokal, das sein eigenes Bier brauen lässt: http://www.boscafe.nl/hert-bier-deutsch/

Es gibt schon was zu entdecken, nur die Getränkeabteilungen der Märkte und auch selbst manche ausgewiesenen Getränkemärkte sind hier in der Gegend sehr schlecht sortiert.

@Manager: In den Niederlanden auch.

Am Samstag bin ich übrigens der Tatsache gewahr geworden, dass sich der Belgier mit so etwas wie alkoholfreiem Bier gar nicht abgibt. Ich habe mit einem Bekannten ein Freejazz-Konzert besucht. Da ich der Fahrer war, wollte ich mir nicht mehr als das kleine Bier zum Essen davor geben und verlangte nach einem Bier ohne Umdrehungen. Darauf bekam ich eine Flasche Bitburger 0,0%. So ungefähr hab ich mir vom Geschmack her Brottrunk vorgestellt. Ich hatte das vollste Mitleid meines Begleiters (übrigens auch ein DXer). Und ich den Schaden, weil alle um mich herum leckere belgische Biere tranken.

von Peter Schwarz - am 07.03.2016 19:42
Nachdem ich schon Dutzende Biere getestet habe (alles archiviert, keine Sorge), habe ich dieses Forum etwas vernachlässigt. Nun, ich gelobe Besserung :D

Heute also mal wieder ein Biertest hier im oT:

AYINGER LAGER HELL

Typ: Hell (Bayerisches Vollbier)
Name: AYINGER Lager Hell
Brauerei: Brauerei Aying, Franz Inselkammer KG, 85653 Aying, Freistaat Bayern
Alkoholgehalt: 4,9% Vol., Stammwürze: 11,8°

Kommt in der traditionellen Euro-0,5l-Flasche, der Verschluss (Kronkorken) zeigt ein Gemälde vom Ort, das sich als Logo auf dem Hauptetikett wiederfindet. Der Rest ist angenehm nüchtern gestaltet: Die Farben hellblau und ein dunkles olivgrün dominieren. Wohltuend in der Zeit allzu verspielter und überladener Etiketten gerade bei kleineren Dorfbrauereien

Im Glas zeigt sich ein klares, hell- fast schon zitronengelbes Bier, das nur mäßig perlt und nur wenig, feinporige Schaumkrone entwickelt, die sich schnell wieder verflüchtigt. Das ist für ein Bayerisches Helles mit wenig Kohlensäure aber typisch und kein Mangel!

Das Bier duftet angenehm nach Blüten und Früchten, mich erinnert der Geruch etwas an Kiwi.

Im Antrunk ist das Bier spontan angenehm mild und malzbetont. Karamell und eine leichte Honigsüße weichen im Verlauf milden Malznoten, etwas Mandelaroma meine ich herauszuschmecken. Im Abgang kommen stärkere Nußaromen, Hopfen lässt sich nur erahnen.

Fazit: Ein sehr angenehmes Bier zur Brotzeit, aufgrund des geringen Alkoholgehalts sicher auch als Zechbier gut geeignet. Man möchte spontan mehr davon haben.

Schulnote auf der Schwarzbierskala: 2+

Link zum Bier: http://www.ayinger.de/cms/index.php/lager-hell.html (wie die so eine massige Schaumkrone im Glas hinbekommen haben...vorher schütteln? :joke:)

Gekauft habe ich das Bier im Dezember 2016 im Trinkgut in Aachen-Richterich, der ein gutes Sortiment mit vielen bayerischen und tlw. auch fränkischen Biersorten führt.
-> https://www.trinkgut.de/sortiment/bier/?p=10
scrollt euch ruhig mal durchs Sortiment...

von Peter Schwarz - am 27.01.2017 18:09
Heute im SCHWARZ-Biertest:

Name: Borbecker Helles Dampfbier
Brauerei: Jacob Stauder, 45326 Essen, Kohlenpott
Alkoholgehalt: 4,8%

Das Dampfbier steht in der gängigen 0,5l-NRW-Flasche vor mir. Auf dem hellweißen Kronkorken prangt das Wappen/Logo (irgendwas dazwischen) mit dem Schriftzug Borbecker darunter.
Auch dieses Bier verfügt über die mittlerweile üblichen drei Etiketten, die alle beige gehalten sind und den Rustikal-Charakter des Bieres unterstreichen. Das Hauptetikett ziert ein Gemälde der Brauerei aus alten Zeiten.

Im Glas erinnert das Bier sofort an ein bayerisches Helles. Es ist klar, gelb bis hellgold, es perlt mäßig, die feine Schaumkrone verdünnisiert sich sehr rasch.

Das Bier hat einen sehr süßen Duft nach Bonbons, entfernt auch an Gebäck mit fruchtigen Untertönen.

Im Antrunk frage ich mich, nach was dieses Bier schmeckt. Es ist mild und weich, man kann davon sicher größere Mengen zu sich nehmen. Es ist leicht nussig, ganz entfernt kommt etwas Karamel durch (oder wird das durch den Geruch suggeriert?). Im Abgang klingt, aber nur ganz leicht, eine herbe Note nach.

Fazit: Ingesamt bleibt nicht allzuviel. In Bayern wäre es ein mäßiges Helles, nachdem ausserhalb des Ortes kein Hahn kräht. Im Ruhrgebiet ist es neben Pils und Alt eine Alternative für jene, die diese Sorten weniger schätzen, sondern ein mildes Bier suchen.

Schulnote auf der Schwarzbierskala: 3-

Link zur Brauerei:
http://www.dampfe.de/brauereiwelt_unsere_biere.html

Da manche Biere erst vor Ort vom Faß schmecken, lohnt sich bei dieser Auswahl sicher ein Besuch der "Dampfe" in Essen. Werde ich mir beim nächsten Ruhgebietsbesuch mal vormerken.

von Peter Schwarz - am 03.02.2017 20:05
Heute im SCHWARZ-Biertest:

Name: Chiemseer Braustoff
Brauerei: Rosenheimer Spezialitätenbrauerei GmbH
Alkoholgehalt: 5,6%

Das Chiemseer Braustoff befindet sich in einer klassischen 0,5l-Euro-Flasche, die von kleineren Brauereien gerade in Bayern noch häufiger verwendet wird. Mittlerweile kann man sich damit schon von der zur Standard gewordenen NRW-Flasche und neuartigen Designentwürfen abheben.

Der Kronkorken ist rein goldfarben ohne Brauereiaufdruck, was man selten sieht (bekannt bei Oettinger).

In Sachen Etikettgestaltung geht man klassische Wege: Weißblaues Karomuster und ein großer Löwe sowie ein Bild des Inntals mit Burg und Bergen signalisieren Heimatverbundenheit, insgesamt ist das Design etwas bieder und wenig stilsicher.

Interessant, dass "Bayerisches Bier" mittlerweile eine geschützte geographische Angabe ist. Ich finde die Sache mit diesem Siegel einfach nur lächerlich...

Im Glas zeigt sich das sehr helle, fast zitronengelbe, typisch bayerische "Hell", es perlt mässig, ist vollkommen klar und zeigt wenig Ambitionen, eine stabile Schaumkrone zu entwickeln. Gut, der Engländer oder Niederländer würde diese an der Theke ohnehin mit dem Bierdeckel wegstreifen.

Das Bier entwickelt keinen sehr ausgeprägten Geruch. Zur Abwechslung sind mal KEINE fruchtigen Töne zu finden, es riecht eher nussig, getreidig, allfällig leicht holzig-erdig.

Der Antrunk bestätigt dies: weich, sehr weich, süffig, dieses Bier kann in großen Mengen getrunken werden. Der Maßkrug steht vor dem geistigen Auge, die Biergarnitur und der Zelthimmel auch.

Nussige Armoen bestätigen den Geruch, keine Fruchtnote, eine leicht limonadige Süße kommt aber durch. Wozu das noch zu einem Radler mischen?
Es ist ein Bier, zum Konsum größerer Mengen am weißblauen Feierabend durchaus geeignet. Es ist aber keins, dass einem als einzigartig in Erinnerung bleibt.

Schulnote auf der Schwarzbierskala: 3

Link zur Brauerei:
https://www.chiemseer.de/

allerdings ohne Inhalte.

Interessanterweise gab es Zoff um die Bezeichnung "Chiemseer", da Rosenheim nicht am Chiemsee liegt. Deshalb steht unterhalb des Namens auf der Flasche "gebraut in Rosenheim am Inn" mit Vermerk, die Rückseite zu beachten. Dort wird Rosenheim geographisch verortet zwischen dem Chiemsee und dem in den Forenwelten allseits bekannten Wendelstein. Jo mei....

von Peter Schwarz - am 22.03.2017 20:01
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.