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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
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Terranus, Thomas (Metal), PowerAM, Uncle_Sam, carkiller08, shianne, Chief Wiggum

Telekom will/muss buddeln...Rechtslage?

Startbeitrag von Terranus am 29.04.2009 10:37


Kennt sich jemand aus, wie die Rechtslage ist, wenn die Telekom auf Privatgrund graben muss?

Bei uns fiel vor ca. 2 Wochen das Telefon aus, Leitung gestört. Messung ergibt, Leitung hat Erdschluss. Daraufhin haben sie uns auf ein anderes Adernpärchen gelegt, funktioniert wird, aber die Leitung ist immer noch nicht sauber (DSL Modem zeigt Leitungsdämpfung von über 45dB)
Wieder gemessen, Fehler ist 30m vom Hausanschluss entfernt. Daraufhin haben sie die Straße aufgerissen, Fehler nicht gefunden, muss näher am Haus sein. Jetzt müssen sie bei uns auf dem Grundstrück graben, Problem dabei ist nur, dass dabei wohl einige Gartenanlagen etc. draufgehen dürften. Muss die Telekom das wieder herstellen, oder dürfen wir da selbst ran?

Antworten:

Also eigentlich hast du auf deinem Grundstück das Sagen.

Aber: Wenn du selbst reparieren willst, gibt es keine Garantie und keine Bezahlung.

Das ist auch der Grund, warum bei Privatgrundstücken oft der HAK an die Grenze gestellt wird.
Da gibts im Fehlerfall keinen Streit.

100%ig sicher bin ich mir jedoch nicht.

Wie viele Adernpäärchen hat denn die Leitung?
Gibts da noch intakte?

Ansonsten denke ich mal, dass die Leitung beschädigt ist und so langsam wegoxydiert.
Kein Feuchtigkeitsschutz mehr demzufolge...

von shianne - am 29.04.2009 14:40
Die Leitung hat sechs Pärchen, nen Fehler haben alle. Nachdem ich mir die Messwerte der Fritzbox vor ein paar Jahren mal angesehen habe, bin ich der Meinung, dass der Fehler schon seit Jahren besteht, nur jetzt ist wohl irgendwas "durchgebrochen", so dass keine saubere Verbindung mehr möglich ist.

Selbst beheben dürfen wir das ja gar nicht, ist ja noch offizielle Telekom Leitung.

Mich hätte halt nur interessiert, inwieweit die einem auch den Vorgarten wieder herstellen müssen oder ob man dann mit nem Loch leben muss...

von Terranus - am 29.04.2009 16:48
Ich denke mal, das Loch zubuddeln müssen sie, für die Pflanzen hat der Eigentümer dann wieder selbst zu sorgen.

von Chief Wiggum - am 29.04.2009 17:07
Ich kenne es eigentlich so, daß üblicherweise im Grundbuch zu dem Privatgrundstück
eine "persönliche Dienstbarkeit" im Grundbuch eingetragen ist bzw. eingetragen wird, wenn Leitungen , die dem Grundstückseigentümer nicht gehören, auf oder unter dem Grundstück verlaufen (meistens Wasser, Abwasser, Gas, Strom etc.) . Wenn diese Dienstbarkeit im Grundbuch mit drin ist, dann darf die Telekom
losbuddeln. Inwiefern die Telekom hinterher alles das wiederherstellen muß, was dabei
eventuell beschädigt wurde, hängt davon ab, was der Grundstückseigentümer mit der Telekom vereinbart hat, als die Dienstbarkeit eingetragen wurde .

Ich habe selbst ein Grundstück, unter dem eine Abwasserleitung durchläuft.
Der örtliche Zweckverband wollte sich deshalb eine persönliche Diensbarkeit
ins Grundbuch eintragen lassen und brauchte meine Zustimmung hierfür.
Meine Zustimmung habe ich daraufhin an eine Zusatzvereinbarung geknüpft,
durch die der AZV den ursprünglichen Zustand wieder herstellen muß.

von carkiller08 - am 29.04.2009 20:10
Soweit ich mich da noch zurückerinnern kann, war auf Privatgelände der jeweilige Eigentümer für Tiefbauarbeiten zuständig. Da erinnere ich mich an eine Einrichtung, wo wir mit bestehendem Leerrohr + Zieband (schon etwas massiver als das vom Baumarkt ;-) ) nicht weiterkamen. Allerdings ist das inzwischen 13 Jahre her.
Falls Du dieses Wochenende noch Kraft überschüssig hast kannst Du das Kabel ja schonmal vorsichtig (!) freilegen (nicht mehr!!). Wenn es allerdings schlecht läuft und, wovon ich ausgehe, das Kabel schadhaft ist, könnte durch derartige Maßnahmen Deinerseits allerdings auch erst recht Wasser eindringen. Das "Wiedereinbuddeln" ist des Kabels selbst (!) allerdings ist so eine Sache, da hier besonderen Wert auf steinfreie Erde etc. gelegt wird, sprich das muß (!) durch Außenkräfte erfolgen.

PS: Ich bin bis voraussichtlich Mitte nächster Woche auch noch ohne Netz (jetzt nur mal außer Haus) , hat aber andere Gründe :-) .

von Thomas (Metal) - am 02.05.2009 15:03
also die Telekom war bisher da sehr kooperativ... man hat jetzt mit nem Leitungssucher die wahrscheinliche Strecke des Kabels markiert... aber sicher ist das nicht.
Derjenige, der weiß wie das Kabel verläuft lebt leider seit längerem nicht mehr. Das Kabel wurde anfang der 70er Jahre verlegt, und jetzt weiß eben keiner mehr wo und wie. Und wie das rechtlich aussieht, weiß auch keiner.
Falls das Kabel nicht auffindbar oder die Stelle ohne große Veränderungen nicht erreichbar ist, würden sie auch ein neues verlegen. Bisher können wir uns daher nicht beklagen, man ist da ganz klar um "Frieden" bemüht.

von Terranus - am 02.05.2009 18:03
Also, es gibt schon Möglichkeiten, die Stelle wo das Kabel defekt ist, sehr genau festzustellen. Nur ob es den Aufwand wert ist, steht auf einen anderen Blatt Papier.

Normalerweise sollte es schon fast kostengünstiger sein, die entsprechende Muffe freizulegen und von dort bis zur Außenwand ein neues Kabel zu verlegen. Dazu müssen dann halt nur 2 Löcher gebuddelt werden und das Kabel wird zwischen den beiden Löchern heutzutage "geschossen".

Sollte auf jeden Fall schneller gehen, wenn man nicht genau weiß, wo das Kabel wirklich beschädigt ist.
Als Ursache würde ich mal sagen, dass das alte Kabel so beschädigt ist, dass Wasser eingedrungen ist und die Kupferadern als Folge weggegammelt sind. Dazu brauch es nur nen Stein auf der Leitung. Der drückt sich dann im Laufe der Jahre durch und irgendwann hat man dann das Dilemma ....

von Uncle_Sam - am 02.05.2009 23:13
Gerade bei kurzen Leitungswegen ist der Neubau meist billiger und schneller als die Schadstelle zu suchen und zu reparieren. Das bietet sich an, wenn z. B. durch Schacht- oder Baggerarbeiten ein Kabel beschaedigt wird. Muffe setzen - fertig!

Hier liessen sich wegen DSL neuverlegte Trassen auf Privatgrund auch nicht ganz vermeiden. Man versucht zwar immer neben den Strassen zu buddeln, teilweise war aber auch die Verlegung auf Privatgrund noetig, weil neben der Strasse bereits Wasser, Abwasser und Gas lagen. Waehrend diese neuen Trassen durch oertliche Bauunternehmen gebaggert wurden durfte Lieschen Mueller ihren Schacht zum Haus selbst buddeln. Ob und wie der nachher wieder gefuellt wurde, das interessierte niemand! Auch die Hauptkabel wurden einfach zugeschuettet und verdichtet. Begruent hat's entweder die Natur selbst, der Grundstueckseigentuemer oder eben niemand.

von PowerAM - am 03.05.2009 08:29
Da wäre es auch interessant, wie das Ortsnetz gebaut ist. Ideal natürlich, wenn die Muffe in einem Kabelschacht oder Abzweigkasten ist, leider in kleinen Ortsnetzen eher selten. Sprich: Sie liegt dann irgendwo unter der Straße oder dem Bürgersteig, wobei das "irgendwo" normalerweise dokumentiert ist beim zuständigen BZN (früher Baubezirk).
Eine ganz ander Möglichkeit wären Ausgleichsadern, sofern welche verbaut wurden. Sie gehen von APl zu APl. D. h. es wird von einem APl eines anderen Teilnehmers zu Deinem APl durchgeschaltet und könnte damit eine andere Wegeführung genutzt werden.

von Thomas (Metal) - am 03.05.2009 09:26
Die Muffe haben sie schon freigelegt... und eben festgestellt, dass der Fehler auf unserem Grund sein muss. Die gemessene Länge des Kabels haut auch nicht hin, man vermutet nun, dass da irgendwo ein Bündel liegt... naja wird noch spannend.

von Terranus - am 03.05.2009 12:08
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