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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
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Martyn136, ANDREAS R-|-DJ, Detektordeibel

Europawahlergebnis auf den Bundestag umgerechnet - FDP hätte Projekt 18 fast erreicht

Startbeitrag von Martyn136 am 08.06.2009 03:14

Hab mir mal die Mühe gemacht und das Ergebnis der Europawahl 2009 auf die Relation zwischen Europawahl 2004 zur Bundestagswahl 2005 umgerechnet, um so eine "Prognose" für die Bundestagswahl 2009 zu bekommen, die auf der Europawahl 2009 basiert.

Ganz ernst zu nehmen ist so eine Prognose natürlich nicht. Auch wenn einen Europawahl eher mit der Bundestagswahl vergleichbar ist als eine Landeswahl oder Kommunalwahl, so bleiben doch wichtige Fakten wie Kanzlerbonus und Koalitionwahl ausser acht. Was die Vergleichbarkeit mit der Bundestagswahl am allermeisten erschwert, sind die Erststimmen bei der Bundestagswahl, welche Union und SPD schonmal ca. 45% der Mandate garantieren. Dadurch sind bei der Bundestagswahl nur circa 55% der Mandate, also die Listenmandate und ein paar Grossstadtwahlkreisdirektmandate wirklich verteilbar. Aber habs man trotzdem probiert.


Stimmverteilung:

SPD: 32.1% (-2.1%)
Union: 29.0% (-6.2%)
FDP: 17.1% (+7.2%)
Linke: 10.3% (+1.6%)
Grüne: 8.1% (0%)
Sonstige: 3.4% (-0.5%)


Sitzverteilung (bei 610 Mandaten, 598 regulär, 7 Überhangmandate Union, 5 Überhangmandate SPD):

SPD: 204 (-18)
Union: 186 (-40)
FDP: 106 (+45)
Linke: 64 (+10)
Grüne: 50 (-1)


Langerverteilung:

292 : 318


Koalitionsmöglichkeiten:

Rot-Gelb: 310
Rot-Rot-Grün: 318
Jamaika: 342
Ampel: 360
Grosse Koalition: 390


Fazit: Wahlsieger wäre in dem Fall trotz Stimmverlusten die SPD geworden, Wahlgewinner die FDP die ihr Projekt 18 damit fast erreicht hätte. Auch die Linke würde zulegen. Die Grünen würden auf gleichem Niveau bleiben, während die Union deutliche Verluste hinnehmen müsste. Wenigstens die Koalitionsbildung würde in dem Fall äusserst intressant werden: Die wirklich einzig vorstellbaren Möglichkeiten wären hier die Jamaikakoalition unter Führung der Union oder die Grosse Koalition, die dann allerdings SPD geführt wäre. Denke in dem Fall wäre die Jamaikakoalition sogar nichtmal unwahrscheinlich, den diese wäre bei diesem Wahlergebnis für die Union die einzige Möglichkeit das Angela Merkel Bundeskanzlerin bleiben könnte, und für FDP und Grüne wären sie die einzige Möglichkeit auf eine Regierungsbeteiligung. SPD und Linke könnten dann auf der Oppositionsbank lernen zusammenzuarbeiten und mit Hilfe der Grünen sogar auch aktiv die Bundespolitik mitgestalten.





Antworten:

Pah... Es kommt besser. Rot Rot Schwarz. Unter Führung von Oskar und Zonen-Angie, und münte darf auch noch den Maxe machen. :desillusionierend:

Zitat

Denke in dem Fall wäre die Jamaikakoalition sogar nichtmal unwahrscheinlich


Nicht mit der Parteiführung der Grünen, das sind noch alles alte Extremisten und Postkommunisten, auch wenn die Wähler der Grünen eher so ne "gutsituierte" Kuschelweichfraktion sind die ihr mehr an Staatskohle für Biohonig und Bionudeln ausgibt anstatt sich LCD-Fernseher zu kaufen. Die stehen eigentlich dem Sozialdemokratischen Flügel der FDP näher als den autoritären Grünen Parteikadern die keinen Platz für neue Leute machen wollen.

Gesellschaftspolitisch stehen sich FDP und Grüne - eigentlich - eher nah. Allerdings nehmen es die Grünen mit der Gesellschaftspolitik nicht ernst, und schieben lieber die Ideologie in den Vordergrund.

Ganz anders als die Linke, die fahren einen Kuschelweichkurs und versuchen die ganze Zeit zu verschleiern das es sich eigentlich nur um eine Partei voll mit Rentner handelt die das Gesellschaftssystem der DDR wieder einführen wollen, und vielleicht sogar das Wirtschaftssystem.

Ich bin schonmal nicht einverstanden.




von Detektordeibel - am 08.06.2009 03:47
Ich würde einen ordentlichen Betrag darauf wetten dass wir am Jahresende weiterhin von einer großen Koalition regiert werden, leider. Die Union wird ziemlich wahrscheinlich stärkste Kraft und Merkel fühlt sich in der großen Koalition viel zu wohl um irgendwelche Experimente zu wagen falls es für Schwarz-Gelb nicht reicht. Ihrem Image haben die letzten Monate und Jahre doch nur genutzt.

Letztendlich haben wir im Herbst m.E. nur die Wahl zwischen Schwarz-Gelb und Großer Koalition. Ich bin mir nicht sicher was für Deutschland besser wäre.

von ANDREAS R-|-DJ - am 08.06.2009 16:58
So sieht es in der Tat aus. Als Koalitionsalternative stehen in der Tat nur Schwarz-Gelb und die Unionsgeführte, Grosse Koalition zur Auswahl.

Denn die Parteien haben die letzten vier Jahre nicht genutzt um eine Annäherung zwischen SPD und FPD, SPD und Linke, FDP und Grüne, ... zu erreichen, was aber Voraussetzung die möglichen Dreierkoalitionen wäre. Insgesamt könnte man sagen das die Parteien nichts aus der Wahl 2005 gelernt haben und auch heute noch keinen Schritt weiter sind als dort wo wie bereits 2005 waren. Die drei Dreierkoalitionen sind also weiterhin unmöglich.

Und auch die politische Stimmung bei der Bevölkerung, also den Wählern, ist imho immer noch die Gleiche als 2005. Den es geht heute kaum jemanden besser als 2005, sondern eher noch schlechter. Und Verbesserungen hat die Grosse Koalition kaum welche gebracht. Einzige Verbesserung war imho in Ostdeutschland die Anhebung der ALGII Sätze auf Westniveau. Ansonsten gab es ja nur Verschlechterungen: 19% Mehrwertsteuer, ALGII Verschlechterung für unter 25 Jährige, Abschaffung verschiedener Hartz I-III Instrumente, Vorratsdatenspeicherung, Biometrische Merkmale im Reisepass. Und der Ersatz des Erziehungsgeldes durch das Elterngeld hilft eigentlich auch nur Besserverdienenden und die Förderalismusreform war eigentlich auch kein Bringer.

Also bleibt nur die Schwarz-Geb und die Unionsgeführte, Grosse Koalition. Bei Ersterer ist es fraglich ob es von den Sitzen her reicht. Zweitere wird wohl von den Sitzen her sicher möglich sein. Allerdings bin ich ziehmlich sicher, das eine Grosse Koalition nach der Bundestagswahl 2009 deutlich kleiner wäre als die jetzige Grosse Koalition und dann nicht mehr über die 2/3 Mehrheit verfügt.

von Martyn136 - am 08.06.2009 21:56
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