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vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
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PowerAM, Detektordeibel, shianne, Radiopirat, elchris, Peter Schwarz, Marc_RE, iro, Bengelbenny, Lorenz Palm

Arcandor

Startbeitrag von Radiopirat am 10.06.2009 13:15

Die Insolvenz hätte man doch verhindern können, hätten die Gesellschafter (Oppenheim, Schickedanz) was dazu gegeben und dann die Politik wenigstens den Notkredit bewilligt.
Mit dem Notkredit wäre zumindest für 6 Monate Ruhe gewesen.
Und die Diskussion um die Variante "Kaufhaus" kann ich auch nicht verstehen.
Wenn ein Kaufhaus nicht mehr zeitgemäß wäre, hätte die Metro auch kein Galeria Kaufhof eröffnet.
Außerdem kann man da schön einkaufen, und dann noch im Restaurant schön Essen.
Das "Kaufhaus" ist keineswegs aus der Mode.

Antworten:

Die Eigentuemer wollen ihr gutes Geld keinem schlechten nachwerfen. Das ist Kapitalismus! Dabei stehen ja die "Investoren" bereits Schlange, um sich die Rosinen herauszuloesen...

von PowerAM - am 10.06.2009 13:25
Zitat

Die Eigentuemer wollen ihr gutes Geld keinem schlechten nachwerfen

und verlangten genau das vom Steuerzahler...

von iro - am 10.06.2009 14:12
Im Beispiel von Augsburg fällt immer wieder auf, dass v. a. ältere Menschen gerne dort reingehen, da sie halt in einem Geschäft mehr oder weniger alles kriegen, was sie brauchen.
Sollte das Warenhaus in Augsburg zumachen, dann würde wieder ein Inventar in der Innenstadt verschwinden.

Klar gibts auch einen Kaufhof, und zwar gleich gegenüber, aber Karstadt gehört irgendwie einfach in die Stadt rein, und da ist im Normalfall auch mehr los als bei der Konkurrenz gegenüber.

Ich hoffe, dass ein Großteil der Arbeitsplätze gerettet werden kann. Sind allein in Augsburg 250 Angestellte.

von Bengelbenny - am 10.06.2009 14:12
@ iro: :spos:

von PowerAM - am 10.06.2009 15:14
Wenn die Metro das ganze aber übernimmt dürfte in den Innenstädten in denen bislang Kaufhof und Karstadt sind für einen von beiden Schluss sein.
Das war bei der Übernahme der Walmart Märkte durch Real (auch Metro) genauso. Da wo schon ein Real in der Nähe war wurde der ehemalige Walmart dichtgemacht, siehe z.B. Gelsenkirchen.

von Marc_RE - am 10.06.2009 15:31
Was erwartet ihr?! Dass die "Investoren" mildtaetige Absichten haben? Das Geschaeft zaehlt, nur das Geschaeft...

von PowerAM - am 10.06.2009 17:11
Metro ? :rolleyes:

von Radiopirat - am 10.06.2009 18:40
Kapitalismus ist nicht sozial, nicht in dieser Form.

Die ganze Gesellschaft ist doch... ach, lassen wir die sinnlose Diskussion.

von shianne - am 10.06.2009 19:24

Die Insolvenz ist die logische Konsequenz aus jahrelangem Mißmanagement. Zum Glück hat die Regierung diesmal Staatshilfen abgelehnt. Es kann nicht sein, daß wir als Steuerzahler für heruntergewirtschaftete Unternehmen zahlen. Für die Angestellten ist natürlich jetzt keine schöne Situation, aber was wäre die Alternative gewesen?

von Lorenz Palm - am 11.06.2009 18:18
shianne und Lorenz: Beide habt ihr Recht!

von Peter Schwarz - am 11.06.2009 21:23
Anderswo gibt es solche Kaufhäuser schon lange nicht mehr.

Zitat

Die Insolvenz hätte man doch verhindern können, hätten die Gesellschafter (Oppenheim, Schickedanz) was dazu gegeben


Warum sollten sie?

Zitat

und verlangten genau das vom Steuerzahler...


Ich hab von Oppenheim keinen nach Staatsknete schreien hören, die haben selber genug Geld.
Die Probleme von Karstadt sind strukturelle, es hat keinen Sinn Geld in Buden zu verbrennen die nicht rentabel geführt werden können, oder nicht rentabel geführt werden wollen.

Was will man eigentlich? Jede Würstelbude wo keiner was Essen will verstaatlichen damit der gute Mann der am Grill steht sein Job behalten darf??

Zitat

Kapitalismus ist nicht sozial


Die ganze Existenz ist nicht "sozial". :P Die Welt ist nunmal kein lauwarmes Nichtschwimmerbecken wo jeden Tag die Sonne scheint. Aber das verstehen heutzutage ja nichtmal mehr die "Kapitalisten".

Ohne Schirm rumlaufen und sich dann beschweren das man Nass wird wenn es regnet.

von Detektordeibel - am 12.06.2009 18:31
Zitat

Die Welt ist nunmal kein lauwarmes Nichtschwimmerbecken wo jeden Tag die Sonne scheint.


Naja, darum geht es ja auch nicht.
Es gibt auch noch ein zwischending, die goldene Mitte.
Die sollte man anstreben.

von shianne - am 12.06.2009 19:32
Zitat

Es gibt auch noch ein zwischending, die goldene Mitte.


Macht man ja, nennt sich "Insolvenzverfahren". Was sich trägt und funktioniert läuft weiter, und das was nicht funktioniert geht den Bach runte.r

von Detektordeibel - am 13.06.2009 03:12
Den Laden in die Insolvenz laufen zu lassen, war richtig. Das Problem ist nicht die kaputtgehende Firma (um die ist es imho nicht schad - wir haben in München auf 1km² gleich zwei Kaufhof, nen Quelle-Laden UND einen riesigen Karstadt...), sondern der Fakt, dass unser Absicherungssystem keine 50.000 neuen Arbeitslosen auffangen kann. Wäre das gegeben, würde heut Opel auch schon Insolvent sein.

Wobei das ja eh Käse ist - die Holding (in dem Falle Arcandor, bei Opel der Mutterkonzern GM) ist Insolvent - also nicht PLEITE, sondern ÜBERSCHULDET - die operativen Töchter (ich mag das Wort...) sind ja meist dick im Plus, also noch was wert.

von elchris - am 13.06.2009 08:26
Genau! Diese Perlen werden von "Investoren" herausgeloest, abgestaubt, ausgenommen und mit etwas zeitlicher Verzoegerung fallen gelassen. In der Zwischenzeit hat man Kapital und Technologie herausgezogen und sich einverleibt bzw. weiterverscherbelt.

Der Faktor "Mensch" steht betriebswirtschaftlich immer auf der Kostenseite und ist in vielen Unternehmen dort der groesste Posten. Klar, dass man da bestrebt ist, diesen zu minimieren und moeglichst viele dieser Kostenverursacher loszuwerden.

von PowerAM - am 13.06.2009 11:31
Zitat

sondern der Fakt, dass unser Absicherungssystem keine 50.000 neuen Arbeitslosen auffangen kann


Das wird noch weit mehr wie 50 000 auffangen müssen. Egal ob es das "kann" oder nicht. Egal wer die Zahlen schönt.

Wer braucht diese verschuldeten Fusionskonzerne?
Wenn ein Warenhaus rentabel Gewinne erzielt, dann kann es selbstständig überleben, egal welcher Name draußen an der Tür steht. Wenn das nicht klappt muss man halt zusperren.
Siehe geschluckter Hertie, siehe geschlucker Horten.

Arcandor Insolvent? Dann muss man halt wieder auftrennen. Quelle, Thomas Cook, Karstadt.

Der Versandkonzern macht Gewinne, Karstadt selber auch.... Bloß hat das Wenig Sinn wenn die Gewinne da irgendwo in Müllgeschäfte gesteckt und versandelt werden. Oder so gerng sind das sie die vergangenen Vielfachen verluste nicht auffangen können.
Jahrelang beschäftigt damit irgendwelche Konkurrenten und Abwrackfirmen aufzukaufen, und sich dann wundern wenn das Geld nicht mehr reicht.

Eigenkapital? Was ist das????

Quelle läuft das Geschäft scheisse? Tja, ist ja auch kein Wunder wenn man in Zeiten wo jeder im Internet kauft immernoch so ne beschissen unübersichtliche lahme (aber sicher teure) Homepage und dazu ein Versandsystem von vorgestern.

Wenn man so verschuldet wie die eigenen Kunden ist fressen einen die Kosten halt auf. Da hilft ein BWL Studium auch nix wenn man das schlichtweg ignoriert.


von Detektordeibel - am 13.06.2009 15:56
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