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Was wäre, wenn es die DDR noch geben würde...

Startbeitrag von Der Langenhagener am 25.06.2009 16:55

Kleines Gedankenspiel : Stellt Euch vor, die Deutsche Einheit hätte niemals statt gefunden und die DDR würde heute noch existieren. Wie stellt Ihr euch heute die Radio- und TV-Landschaft vor ?.

Antworten:

Wohl kaum anders.
Die DDR hätte offener werden müssen, sich anpassen müssen.

Wie sieht denn die Radiolandschaft in vergleichbaren sozialistischen Ländern aus?

von shianne - am 25.06.2009 17:09
Ungefähr wie damals auch, nur mit RDS

Radio:
Radio DDR1 - Info _DDR_1__
Radio DDR2 - Kultur _DDR_2__
Berliner Rundfunk - Pop BERL-RDF
Stimme der DDR - Unterhaltung _STIMME_
DT64 - Jugend __DT64__
Regionalsender - Melodie S.REGION

TV:
DDF1
DDF2
+ DDR World (Propagandasender)

Wenn kein Geld (wahrscheinlich), dann über die gleichen Übertragungswege wie damals.

Utopisch: Alle DDR-Radioprogramme via DAB, dann schwappt auch nicht viel ausm Westen rüber.

von Japhi - am 25.06.2009 17:15

Re: Was w¤re, wenn es die DDR noch geben w¼rde...

Nicht zu vergessen die Live-Streams aus der Volkskammer!! :D

von PowerAM - am 25.06.2009 19:04
Und es gäbe die Domain-Endung ".ddr" :D

von Harald P. - am 25.06.2009 20:02
Zitat

Internet hätte es wenn schon dann nur für die Betriebe gegeben, für Privatpersonen eher unerschwinglich
...die in der Regel mit einem Internet mangels Home-Computer sowieso nichts hätten anfangen können. Gesinnungsmäßig unverdächtige Genossen hätten eventuell einen Computer beantragen können, der dann nach 18 Jahren Wartezeit ausgeliefert würde. In grenznahen Gebieten wären aus Westdeutschland illegal eingeschleuste UMTS-Sticks mit freigeschalteten unzensierten Gratiszugängen ein Renner. Allerdings bekommt die Stasi alles mit, da sämtliche Computer mit einem eingebauten Stasi-Modul ausgeliefert wurden, welches auch über westdeutsche Leitungen sämtlichen Datenverkehr zum Mitlesen direkt nach Ostberlin weiterleitet (die notwendigen Technologien wurden von Agenten im Auftrag des MfS bei Schäuble geklaut).

von iro - am 25.06.2009 20:35
Eigentlich muss man da gar nicht groß herumspekulieren. Einfach mal einen blick nach Nordkorea werfen und mit Südkorea vergleichen.

Eine sehr schöne Doku über Nordkorea gibts auch bei YouTube:

Teil 1 von 5: http://www.youtube.com/watch?v=ScNMPliM9a8

von sn0 - am 25.06.2009 20:48
... oder einfach mal nachsehen, wie das Internet-Angebot ausgesehen hätte wenn Erichs feuchte Träume in Erfüllung gegangen wären.

Werft einen Blick auf das (auch in deutsch verfügbare (LINK)) offizielle Web-Angebot von Nordkorea.

Nicht nur die News wären beste, zwerchfellerschütternde Satire (Klingeltöne für den Westen!!), wenn nicht alles schrecklich real wäre.

von teucom - am 25.06.2009 20:55
Wäre bestimmt hochspannend, das Regime hätte mit der Technisierung seine Probleme gehabt. Wie wohl der heutige Trabbi aussehen würde und wie er gegen heutige Westkarren mithalten könnte?

Hätte mir das auch 90 gerne angeschaut, haben aber wenigstens andere erledigt: http://www.youtube.com/user/emil250

von muniX - am 25.06.2009 21:22
Wenn es noch DDR gab, dann wurde der SPAM anteil ein gewisser User nicht so extrem hoch sein! :rolleyes: :cheers:

von Jassy - am 25.06.2009 21:37
Zitat
teucom
das (auch in deutsch verfügbare (LINK)) offizielle Web-Angebot von Nordkorea.


Hochspannender Link! Wenn's denn nur Satire wääääre.... :(
So ungefähr würd ich mir Erichs Angebot auch vorstellen... Dort würen dann auch die Gründe für den antikapitalistischen Schutzwall zu Polen und Tschechien dargestellt, der in den vergangenen Jahren leider wegen des Vordringen des Klassenfeindes in diesen Ländern errichtet werden musste.

Aber eigentlich kann ich mir eine heute noch existierende DDR gar nicht vorstellen. Entweden wären alle nach/über Polen und Tschechien abgehauen oder Honecker & Mielke hätten die anderen Seiten auch noch zumauern müssen. International stände eine innerlich unveränderte DDR wahrscheinlich fast genauso isoliert wie Nordkorea da.

von iro - am 25.06.2009 21:43
hm wirklich spam oder vllt. nur falscher link? man weiß es nicht, man weiß es nicht....

Achja, lustigerweise wird diese propaganda newsseite www.naenara.kp/de/ in Berlin gehosted. Und die offizielle Regierungsseite http://korea-dpr.com/ in spanien. Das ist doch mal fortschrittlich!

http://en.wikipedia.org/wiki/.kp
http://en.wikipedia.org/wiki/Internet_in_North_Korea

von sn0 - am 25.06.2009 21:47
Die DDR hätte im Übrigen die Endung .dr verpasst bekommen.

von Wrzlbrnft - am 25.06.2009 22:35
Zitat
Wrzlbrnft
Die DDR hätte im Übrigen die Endung .dr verpasst bekommen.


Dann hätt ich mir www.p3.dr gekrallt ;-)

von DX-Project-Graz - am 25.06.2009 22:36
Das stimmt nicht - es wäre .dd gewesen...und ich hab zwar extra nachgeschaut, wusste es aber schon vorher!

von Hagbard Celine - am 25.06.2009 22:39
Neuk... wo hatte ich das dann gelesen? Aber schön, dass Dresden gleich ne eigene TLD bekommen hätte.

von Wrzlbrnft - am 25.06.2009 22:42
Die Deutsche Welle würde seit dem 1.1.2007 im Rahmen der Gestattungsproduktion aus Nauen senden. Das Angebot von Generalsekretär Modrow war einfach günstiger.

Und die 89.3, 89.4 und 106.1 wären im östlichen Ruhrgebiet frei für Uni-Radios, Veranstaltungsfunk, Überreichweiten-Empfang, o.ä. (Natürlich hat man vor lauter Schmerz ob der andauernden Teilung vergessen, Radio NRW zu erfinden.)

von ardey.fm - am 25.06.2009 22:53
Die Endung .dr kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, absolutely No und gar niemals nicht.
Oder glaubt ihr, die Verantwortlichen hätten das Deutsche Reich wieder auferstehen lassen, mal ganz zu schweigen das die Endung bei bestimmten Gruppierungen für feuchte Augen gesorgt hätte... ;)

von Mc Jack - am 26.06.2009 06:44
www.volkskammer.dd -- Das wäre es doch gewesen! Allerdings hätten die Robotron-Server wohl Probleme gehabt mit Pingzeiten und Übetragungsgeschwindigkeit...

von Alqaszar - am 26.06.2009 08:39
Zitat
Mc Jack
Die Endung .dr kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, absolutely No und gar niemals nicht.
Oder glaubt ihr, die Verantwortlichen hätten das Deutsche Reich wieder auferstehen lassen, mal ganz zu schweigen das die Endung bei bestimmten Gruppierungen für feuchte Augen gesorgt hätte... ;)


Na komm, immerhin hat die DR noch bis in die 90er überlebt. ;)

von Wrzlbrnft - am 26.06.2009 09:02
Unter welchen Umständen hätte die DDR bis heute existieren können?

Geschichte ist immer wieder bestimmt von zufälligen Konstellationen, welche ihren Verlauf in eine bestimmte Richtung lenken.

Da wäre zunächst die legendäre Pressekonferenz mit Günter Schabowski am Abend des 9. November 1989, als er die Öffnung der Grenzübergänge der DDR verkündete, und auf Nachfrage des italienischen Journalisten Riccardo Ehrman das "sofortige Inkraftreten" bestätigte.

Das wurde in den westdeutschen Medien -- damals noch vor allem ARD und ZDF -- verbreitet, und sofort strömten Tausende zur Mauer, was dann wiederum die eindrucksvollen Bilder vom Fall derselben hervorrief.

Diese wurden dann zum Symbol des Scheiterns der DDR. Die Wiedervereinigung war daraufhin Teil eines Prozesses, deren Dynamik nicht zu kontrollieren war. Dem Druck der Straße, der zunächst die Währungsunion und dann die Wiedervereinigung erzwang, hatte niemand etwas entgegenzusetzen.

Doch ist das nur die eine Seite. Das politische Moment war nur deshlab nutzbar, weil sich der Zusammenbruch der DDR gleichzeitig mit der Auflösung des gesamten damaligen Ostblocks vollzog. Ein isolierter Aufstand der Straße in der DDR hätte ansonsten auch zu einer dratsischen Gewaltanwendung des Regimes führen können.

Über die Konsequenzen daraus kann man nur spekulieren.

Die Wiedervereinigung Deutschlands war nur möglich durch die Zustimmung der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs: Frankreich, Großbritanniens, der Sowjetunion und der USA. FRankreich und Großbritannien waren nicht unbedingt an einem größeren und stärkeren Deutschland interessiert. Obwohl es freundschaftliche Beziehungen zwischen Kohl und Mitterand gab, war der französische Präsident der Wiedervereinigung gegenüber kritisch eingestellt, weil er einen Machtverlust Frankreichs innerhalb Europas befürchten musste.

Gleiches gilt für John Major. Für die Briten war es sicherlich problematisch, dass die deutschen neben ihrem wirtschaftlichen nun auch mehr politisches Gewicht bekommen sollten.

Ausschlaggebend waren allerdings die beiden Weltmächte USA und UdSSR. Die USA hatten in der Bundesrepublik einen treuen Verbündeten und waren mächtig genug, sich auch über die Bedenken Frankreichs und Großbritanniens hinwegzusetzen. Für sie war es wichtig, den Einflussbereich der Sowjets in Mittelosteuropa zu begrenzen. Eine deutsche Wiedervereinigung mit der Einbindung des größeren Deutschlands in die westlichen Bündnisse Nato und EU war dazu das beste Mittel.

Opfer der Entwicklung aber war die Sowjetunion. Die Zustimmung Gorbatschows zur deutschen Wiedervereinigung besiegelte den Zerfall des Imperiums, welches schließlich auch due UdSSR selbst auseinanderbrechen ließ. Die Zustimmung war nur möglich, weil die Bundesrepublik grpße Geldsummen nach Moskau überwiesen hat.

Mit der Zustimmung der USA und der UdSSR und dem zähneknirschenden Stillhalten Frankreichs (das den Euro wollte und von Kohl bekam) und Großbritanniens (das weitgehend leer ausging) wurden dann die 2+4-Verhandlungen zum Ende geführt und die Wiedervereinigung erfolgte am 3. Oktober 1990.

Für die Hypthese des Erhalt der DDR braucht es also zwei Voraussetzungen:

1.) Die Dynamik des Sturmes auf die Mauer wurde nie entfacht, weil Schabowski auf der Pressekonferenz geistesgegenwärtiger handelte und die Öffnung nicht verkündete.

2.) Die UdSSR wär nicht Gorbatschow an der Macht gewesen, sondern -- beispielsweise nach einem Putsch wie er dann im August 1991 erfolgte -- bereits Boris Jezin. Dieser hätte den Zerfall des Ostblocks nicht aufhalten können, letztlich auch nicht die Auflösung der Sowjetunion. Aber er hätte die Wiedervereinigung verhindern können.

Das Szenario: Im Dezember 1990 marschiert Saddam Hussein in den Irak ein. Die USA organisieren "Operation Wüstensturm", die durch das Stillhalten der Sowjetunion ermöglicht wurde. Dieses Ereignis finde nun bereits im Dezember 1989 statt.

Jelzin, in der UdSSR statt Gorbatschow an der Macht, betreibt knallahrte Machtpolitik um zu retten, was zu retten ist. Er verlangt von den USA als Preis des sowjetischen Stillhaltens im Fall Irak, dass die DDR und die dort stationierten sowjetischen Truppen erhalten bleiben und eine deutsche Wiedervereinigung ausgeschlossen bleibt.

Die USA, denen es ums Öl geht, stimmen dem zu. Weder die USA noch due UdSSR stimmen der deutschen Wiedervereinigung zu. Frankreich und England unterstützen dieses und reden von einer "politischen und wirtschaftliche, nicht aber militärischen" Einbindung des "ostdeutschen Staates" in die europäischen Strukturen.

Am 2. Dezember 1989 finden in der DDR die ersten freien und geheimen Volkskammerwahlen statt, aus denen die DDR-CDU gemeinsam mit anderen Kräften des demokratischen Wandels als Sieger hervorgeht. De Maizière, den Kohl nicht leden kann, wird Ministerpräsident.

Statt das "Licht auszumachen", was in der Wirklichkeit seine Aufgabe war, wäre er nun gezwungen gewesen, die DDR zu erhalten.

von Alqaszar - am 26.06.2009 10:16
Zitat

Gesinnungsmäßig unverdächtige Genossen hätten eventuell einen Computer beantragen können, der dann nach 18 Jahren Wartezeit ausgeliefert würde.

Darf ich hier mal intervenieren? Es gab in der DDR bereits Computer, für jeden käuflich erwerbbar! Ob sie bezahlbar waren steht wieder auf einem anderen Blatt.
Auf DT64 gabs Ende der 80er sogar eine Computersendung, wo per UKW Programmdaten übertragen wurden, womit man seinen PC füttern konnte, ähnlich dem Kassettenprinzig des Amiga 500.

Infos über die DDR-PCs gibt es hier

Die Bekanntesten dürften die KC85 bzw. 87 sein.

von FantaX - am 26.06.2009 10:42
Zitat
alqaszar
Für die Hypthese des Erhalt der DDR braucht es also zwei Voraussetzungen:

1.) Die Dynamik des Sturmes auf die Mauer wurde nie entfacht, weil Schabowski auf der Pressekonferenz geistesgegenwärtiger handelte und die Öffnung nicht verkündete.

2.) Die UdSSR wär nicht Gorbatschow an der Macht gewesen, sondern -- beispielsweise nach einem Putsch wie er dann im August 1991 erfolgte -- bereits Boris Jezin. Dieser hätte den Zerfall des Ostblocks nicht aufhalten können, letztlich auch nicht die Auflösung der Sowjetunion. Aber er hätte die Wiedervereinigung verhindern können.


Zu diesem Zeitpunkt war die Entwicklung schon viel zu weit fortgeschritten. Der Tag, an dem sich alles entschied, war der 9.10.1989. Für diesen Tag (Montag) war wieder einmal eine große Demonstration in Leipzig geplant. Vorbereitungen für ein brutales Eingreifen der Staatsmacht liefen auf Hochtouren. Notlazarette und provisorische Internierungslager im Umkreis von Leipzig wurden aufgebaut. Natürlich bekam die Bevölkerung davon Wind. Die offizielle Propaganda versuchte die Menschen (erfolglos) zusätzlich einzuschüchtern. Wer weiß, wie sich die Geschichte entwickelte hätte, wenn es an diesem Abend gewaltsame Versuche der Staatsmacht gegeben hätte, die Demonstration zu unterbinden.



von Mujek3 - am 26.06.2009 10:58
Hätte, wäre, wenn. Es ist müsig über die Veränderung von Geschichte zu spekulieren. Es ist wie es ist und so wie es ist, ist es gut.

von zerobase now - am 26.06.2009 11:05
Parallel History ist inzwischen schon eine fast ernstzunehmende Disziplin der Geschichtswissenschaften.

Die Frage ist, wann der Kessel platzt. Natürlich war der Druck im herbst 1989 sehr groß. Die Zeit war aufregend, ich war damals 16, wir lebten hier kurz vor der holländischen Grenze, die DDR war weit weg -- und trotzdem war das eine faszinierende Zeit. Hörte immer Radio Moskau auf Deutsch auf der 1386 und Stimme der DDR auf der 177 (mit den Europe-1-Spratzern natürlich).

Die Spannung aber war seit dem Sommer spürbar. Die Botschaftsflüchtlinge in Prag, die über Ungarn und Österreich in die BRD kommenden Trabis, die Züge mit den Ausreisewilligen durch die DDR. Und natürlich die von gyorgü3 erwähnten Demos mit dem Damoklesschwert der staatlichen Gewaltanwendung.

Aber: Die Maueröffnung hätte ganz andere Bilder erzeugt, wenn sie so abgelaufen wäre, wie es das ZK damals geplant hatte. Wahrscheinlich hätte niemand auf der Mauer getanzt, es wären keine Menschanmasssen vor West-Kameras auf überforderte DDR-Grenzbeamte zugerollt.

Es war geplant, die Nachricht in den Morgennachrichten zu verbreiten. Die Menschen hätten beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit davon erfahren, um 6 Uhr morgens, mitten im Alltagstrott.

Hier beginnt in der Tat die Spekulation: Wie viele wäre in ihren Betrieb oder in ihr Büro gegangen, in die Schulen? Wie viele wären statt dessen tatsächlich nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik gekommen?

Meine persönliche Meinung ist: Viele. Das Entscheidende aber wäre gewesen, dass die Regierung der DDR das Heft des Handelns nicht aus der Hand gegeben hätte. So haben sich die Menschen an den Grenzübergang die Öffnung selbst erzwungen, aufgrund einer verwirrten Äußerung eines ZK-Mitgliedes auf einer Pressekonferenz. Sie war keine Gnade der Obrigkeit.

Sie wäre es jedoch gewesen, wenn alles so gekommen wäre, wie vom ZK geplant. Die Menschen wären weiterhin Objekte der Entscheidung der Führung gewesen, und nicht Subjekte des eigenen Handelns.

Man stelle sich nicht due aus der Mauer hervorquellenden Trabis und Menschenmassen vor, welche die Grenzer hilflos durchwinken mussten. Man stelle sich vor, wie brav Einer nach dem Anderen sich den DDR-Stempel für die Ausreise in den Personalausweis hätte drücken lassen... völlig andere Bilder wären das gewesen.

Ob das die DDR gerettet hätte -- vermutlich nicht. Aber wenn wir von der These einer nie geschehenen Wiedervereinigung ausgehen, wäre das eine der fundamentalen Voraussetzungen gewesen.

von Alqaszar - am 26.06.2009 19:20
Zitat
FantaX
Auf DT64 gabs Ende der 80er sogar eine Computersendung, wo per UKW Programmdaten übertragen wurden

Das war "Basicode" und war eine Entwicklung der NOS für Hobbyscoop. Damit wurde ein einheitliches Basic auf den markt gebracht so das die Programme auf unterschiedlichen Rechnern liefen. Ein Basic-Programm vom C64 wäre auf einem Sinclair oder Amstrad (Schneider) nicht lauffähig gewesen.
Zitat

ähnlich dem Kassettenprinzig des Amiga 500

Nur das der Amiga keinen Kassettenrekorder und auch keine Anschlussmöglichkeit dafür hatte, du verwechselst das mit dem VC20 oder dem C64 wobei das auch da nur ein elend langsamer Behelf war.
Zitat

Die Bekanntesten dürften die KC85 bzw. 87 sein.

...die keine PCs sind.

von Marc_RE - am 26.06.2009 23:44
Zitat

...die keine PCs sind.


sondern was....?


Mir fällt in dem ganzen Zusammenhang ein politischer Witz ein:

Steht ein Mann in (Ost)Berlin auf dem Alexanderplatz und brüllt laut in die Luft:
"Scheiß Regierung! Scheiß Staat!".
Das hört ein in der Nähe stehender Mann der daraufhin an ihn herantritt und sagt:
"Staatssicherheit, Sie sind vorläufig festgenommen. Mitkommen."
Da sagt der andere: "Warum denn, Sie wissen doch gar nicht welche Regierung und welchen Staat ich gemeint habe..."
Der Stasimann überlegt kurz und sagt: "Ja stimmt, Sie haben recht - Sie können gehen."
Der andere geht seiner Wege doch zwei Strassenecken weiter hat ihn der Stasimann wieder eingeholt und sagt: "Sie sind festgenommen, schließlich gibt es ja nur eine Scheiß-Regierung und nur einen Scheißstaat. Mitkommen."

von Felix II - am 27.06.2009 07:35

Re: Was w¤re, wenn es die DDR noch geben w¼rde...

KC 87 und KC 85 waren Heimcomputer. Also vergleichbar mit C64 oder Atari ST.

von PowerAM - am 27.06.2009 07:53
Zitat
alqaszar
Es war geplant, die Nachricht in den Morgennachrichten zu verbreiten. Die Menschen hätten beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit davon erfahren, um 6 Uhr morgens, mitten im Alltagstrott.


Die Genialität dieses "eigentlichen Plans" des Politbüros, demzufolge ein Rundfunksprecher in den frühen Morgenstunden des 10. Novembers die Grenzöffnung verkünden sollte, will mir irgendwie nicht recht einleuchten. Warum hätte sich im Laufe des Tages oder am Abend des 10. nicht die gleiche Szenerie entwickeln sollen? Auch wäre der Massenexodus der folgenden Monate sicher nicht geringer ausgefallen, wenn der Mauerfall "in geregelten Bahnen" vollzogen worden wäre.

Ich glaube daher auch, wie bereits oben erwähnt, daß die Gesamtdynamik 89/90 - vor allem im Hinblick auf die Oppositionsbewegung in der DDR - so vielschichtig und kraftvoll war, daß das Ausbleiben eines einzelnen Ereignisses, erst recht des Schabowski-Patzers, den Gang der Geschichte wohl kaum grundsätzlich verändert hätte.

Für ein längeres Fortbestehen der DDR hätten wohl mindestens drei Grundbedingungen gegeben sein müssen: Gorbatschow hätte sein Plazet verweigern müssen, die freie Volkskammerwahl (18.3.90) hätte nicht stattfinden dürfen und die Sowjetunion hätte weiterbestehen müssen.

von ardey.fm - am 27.06.2009 08:10
Grundsätzlich stimme ich dir da zu.

Aber immerhin war es ein Versuch der SED, das Handeln weiter zu bestimmen. Ich denke, der plötzliche Sturm auf die Mauer am Abend hat eine deutliche Symbolkraft gehabt. Die Dynamik wäre aber wohl so oder so nicht aufzuhalten gewesen.

Es gab ja mehrere solcher symbo9lischer Akte der Machtübernahme durch das Volk, etwa die Stürmung der Stasi-Zentrale.

von Alqaszar - am 27.06.2009 09:00
und was ist da nun der Unterschied zwischen einem "Heimcomputer" und einem "Personalcomputer" ?

....außer der Bezeichnung...

von Felix II - am 27.06.2009 12:00
Der Personalcomputer ist IBM-kompatibel... ;)

von Hagbard Celine - am 27.06.2009 12:36

Re: Was w¤re, wenn es die DDR noch geben w¼rde...

@ Felix II: Die Heimcomputer waren urspruenglich fuer andere Verwendungszwecke konzipiert. Bunte Grafik, Soundausgabe und Software unterschieden sich von Buerocomputern in dieser Zeit. Die waren oftmals noch Monochrom, boten wenig oder nur Blockgrafik und mehr als Piepsen oder Quaken kam nicht aus dem Systemlautsprecher.

von PowerAM - am 27.06.2009 12:41
Das "Sozialdemokratische" System BRD, ist letztendlich genauso reformunfähig wie es die DDR war, und wird nicht großartig anders enden.

von Detektordeibel - am 27.06.2009 12:43
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