Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
PowerAM, Uncle_Sam, teucom, BetacamSP, BFBS, Alqaszar, 88,7 MHz, Mujek3

DSL-Anschlüsse in Deutschland

Startbeitrag von Mujek3 am 06.07.2009 20:57

Heute habe ich mit einem Freund über die Studienzeit geschwelgt. Dabei kam die Diskussion auf die schnellen Internetanschlüsse (Standleitung, Geschwindigkeit wohl um die DSL 10000?, Down- und Upload), die damals Anfang der 2000er Jahre verfügbar zur Verfügung standen. Das Ganze kostete 20 Mark monatlich (zeit- und volumenunabhängig versteht sich)

Das war damals natürlich unverschämt schnell. Der Standard war ein analoges 56k Modem oder 128k in der ISDN-Luxusausführung.

Was mich nun interessiert: Wie hat sich DSL in Deutschland entwickelt? Mich interessieren dabei die in Deutschland verfügbaren Geschwindigkeiten, die Preise und die Verfügbarkeit.

Antworten:

http://amor.rz.hu-berlin.de/~huelsekk/thema2.html

Findest du da Antwort?


von 88,7 MHz - am 07.07.2009 06:36
Ach, ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es mit DSL so begann.
Ich meine, es war 1998 (oder auch 99), als die ersten Pilot Projekte von der Telekom durchgeführt wurden. Danach gab es dann bis etwa Mitte 2000 die ersten Ausbaugebiete. DSL war seinerzeit im Vergleich zu heute sauteuer !

Es gab damals nur von T-Online T-Online-DSL Speed 50 und Speed 100. Die Kosten lagen bei Speed 50 meine ich bei 99 DM und für die 100 Variante bei 150 DM. Es waren auch keine Flatrates, sondern nur Tarife mit 50 bzw. 100 Stunden inclusive. Danach wurde per Minuten abgerechnet. Und als Bandbreite gab es nur DSL 768, was natürlich gegenüber ISDN und erst recht analog Modem verflucht schnell war.

Mitte 2000 wurden dann die Speed Tarife eingestellt und die T-Online DSL Flat für 49.95 kam raus. Damit begann auch der Ansturm auf die DSL Anschlüsse. Wartezeiten von bis zu 1 Jahr waren fast die Regel, da einfach nicht ausreichend Hardware zur Verfügung stand. Man bedenke, es gab damals nur die Orkit Modems, welche ungemein heiß wurden. Und auch die Leitungen waren alles andere als stabil. Stunden bis tagelange Ausfälle waren eher die Regel als Ausnahme.

Ende 2001 war DSL dann einigermaßen schnell verfügbar, aber es gab immer noch DSL 768. Irgendwann 2002 gab es dann ein Bandbreiten Upgrade. DSL 1500 konnte gebucht werden. Die Flatrate dafür war aber auch doppelt so teuer. Ich habe damals für DSL 1536 49.95 ¤ bei freenet bezahlt.

2004 gab es dann DSL 3000, 2005 wurde daraus 6000 und im Sommer 2006 wurde dann DSL 16000 eingeführt. Die Flatrates wurden Dank des gnadenlosen Wettbewerbes spotbillig. 4.99¤ für eine Flat mit DSL 16000 war keine Ausnahme.

Mittlerweile ist man Bandbreitentechnisch am Limit angekommen, was per herkömmlicher ADSL/ADSL2+ Versorgung aus der Vst. möglich ist. Die 16000 sind auch nur knapp 1 KM um die Vst. verfügbar, danach fällt sie doch rapide ab. Noch höhere Bandbreiten sind dann nur per VDSL od Kabel möglich. FTTH ist unrealistisch. Da dort aber Frequenzen bis 30 MHz genutzt werden, ist die Reichweite sehr gering. Die Telekom schaltet VDSL 25 nur bis 10 dB Dämpfung, was ~500 Meter entspricht.

Es wird schon noch interresant werden, wie man insbesondere in ländlichen Gebieten die anvisierten 50 MBit für jeden Haushalt realisieren will. Kabel ist dort bis auf wenige Ausnahmen nicht verfügbar und ein Ausbau per Outdoor DSLAM in der Fläche ist wohl kaum zu bezahlen.

von Uncle_Sam - am 07.07.2009 09:54
Die erste "erschwingliche" Flatrate gab es hier von AOL. Die lief auf einem Telekom-Anschluss und bachte daher auch nur die 768 kbit/s download. War schon ein Fortschritt, als ich um 2000 herum das Analogmodem in den Schrank stellen konnte.

Allerdings hatte AOL einige Nachteile: Die Verbindung wurde nur über die grauenhafte AOL-Software hergestellt, oft gab es monatelange Ausfälle.

Im Jahre 2003 bin ich dann zu Tiscali gewechselt, das lief auch noch auf dem Telekom-Anschluss. Der Wechsel lief reibungslos, man hatte damals wahre Horrorstories gehört, wie AOL die Kunden von der Kündigung abhalten wollte.

Irgendwann wurde Tiscali dann von freenet übernommen, der Vetrag aber nicht verändert. Der Anschluss wurde allerdings recht bald auf einen 1000er download umgestellt, von Seiten der Telekom. Dann konnte ich die Leitung noch vetragsmäßig auf 2000 steigern.

Dann aber, im letzten Jahr, hatte ich keine Lust mehr, an Telekom und Tiscali/freenet doppelt zu zahlen, und ich bin zu freenet komplett gewechselt. Nun hat freenet nicht den besten Ruf, doch bisher ist zumindest der Anschluss und die Hardware (Samsung Modem mit VoiP-Telefonanschluss) recht zuverlässig und problemlos.

Das war immerhin eine Entschädigung für das Chaos, was freenet vorher angerichtet hatte: Ich hatte per Internet den Wechsel zu freenet komplett benatragt, bekam aber eine Absage. daraufhin wollte ich zu O2 wechseln, doch die kannten meine Adresse überhaupt nicht! Schließlich habe ich einen Vertrag bei Alice abgeschlossen.

Dann aber kam ein Schreiben vom freenet, dass es denen schrecklich leid tue, aber es sei ein Fehler passiert und das Ablehnungsschreiben versehentlich verschickt worden. Mein Antrag wäre aber weiter bearbeitet worden und ich würde meinen Anschluss bekommen.

In der Tat bekam ich ann von Alice die Rückmeldung, dass mein Abschluss belegt sei und sie somit den geschlossenen Vertrag nicht erfüllen könnten. Ich schilderte der Alice-Hotline kurz das Problem, und die haben den Vertrag einfach storniert!

Der technische Wechsel funktionierte recht reibungslos. Nachdem eigentlich am 23. Dezember 2008 geschaltet werden sollte und dieser Termin nicht funktionierte, hatte ich mich eigentlich schon auf die Feiertage ohne Internet eingestellt. Doch dann wurde tatsächlich am ersten Weihnachtsfeiertag vormittags mein Anchluss freigeschaltet.

Ein Blick auf die Benutzeroberfläche meines Modems ließ mich dann weiter staunen: 6000 schaffte meine Leitung jetzt, die Telekom wollte maximal 3000 schalten.

Diese kleine Geschichte illusitriert ganz gut die Entwicklung des DSL-Marktes in unserem Lande, denke ich...

von Alqaszar - am 07.07.2009 10:07

Re: DSL-Anschl¼sse in Deutschland

Schoene Geschichten, die ihr da erzaehlt!!

Meine Heimat ist da eher Entwicklungsgebiet. DSL gab es 2007 als Versuchsprojekt mit DSL-light (384 kBit down) fuer 500 Anschluesse. Bedarf bestand bei etwa 6000. Die 500 schaltbaren Anschluesse bekamen vorzugsweise Gewerbetreibende. Die Stabilitaet war Glueckssache! Einige hatten offenbar nie Probleme, bei anderen kam es durchaus zu tagelangem Ausfall.

Dann wurde im Fruehjahr 2008 am Leitungsnetz herumoperiert und so konnten viele 384er-Leitungen auf 1 bzw. mit viel Glueck sogar auf 2 MBit aufgebohrt werden. Es gab weitere ungefaehr 1000 Anschluesse, wobei bislang unversorgte Gebiete bei der Neuvergabe bevorzugt wurden. Mein Wohngebiet wird seit Sommer 2008 mit DSL2000 versorgt, die meisten bekommen aber nur 1 MBit oder knapp mehr. Hier im Wohngebiet sind die Ports allerdings voll, Neuanschluesse kommen also nur noch zustande, wenn jemand wegzieht und den Anschluss nicht mitnimmt.

Am Netz von T-Com wird hier offenbar nicht weitergebaut. Es gibt nach wie vor Siedlungsgebiete in meinem Ort, die nicht versorgt werden. Ueberhaupt eine Chance auf DSL hat man nur, wenn man im neuen Dorfkern oder nicht weit von gewerblichen Bedarfstraegern entfernt wohnt. Dort ist fast immer DSL zu bekommen und man hat sogar 'ne Chance auf 'ne 2000er. Im Internet wird bei jeder Versorgungsabfrage DSL als verfuegbar angezeigt und meist sogar 'ne 2000er Leitung angeboten. Man kann also nur auf gut Glueck bestellen und auf die Zusage oder Stornierung warten. Meine Eltern haben Glueck gehabt und bekamen vom ersten Schwung 'ne 2000er ab. Ich hatte zeitgleich bestellt, ging aber leer aus. Das habe ich dann immer wieder probiert.

Vor etwa 2 Wochen habe ich daher meine neunte (!) Stornierung bekommen und bei MoobiAir HSDPA im Netz von T-Mobile bestellt. Noch ist aber nichts passiert. Vielleicht kommt die Technik noch in diesem Monat?!

von PowerAM - am 07.07.2009 10:35
Das ist doch auch T-Mobile?! Mein Stick hat 2 Werktage gebraucht. Achja, Voip über UMTS ,mittels OpenVPN verschlüsselt, kann man fast nicht gebrauchen. Wenn die Auslastung der Zelle es zulässt, ist die Signallaufzeit einfach zu groß, man fällt dem anderem ständig ins Wort. Also den Telefonanschluss würde ich noch nicht kündigen!

von BFBS - am 07.07.2009 18:31

Re: DSL-Anschl¼sse in Deutschland

Mein Telefonieaufkommen ist so gering, das rechtfertigt keinen Festnetzanschluss. Funktelefon (via T-Mobile) habe ich ja auch noch.

von PowerAM - am 07.07.2009 20:32
Ich hab hier immernoch nur DSL 1000, weil die Telekom mir nicht mehr anbietet und andere Anbieter für DSL Anschlüsse gibt es hier nicht, Kabel Internet geht hier auch nicht, trotz vorhandenem, aber nicht angeschlossenem, Kabelanschluss im Keller.

Laut Wikipedia wären technisch locker 6000 bis 8000 kbit/s drin, auch wenn die Telekom nur 1024 kbit/s schaltet...

Allerdings soll Ende diesen Jahres die DSL Anschlüsse der Telekom auf "Rate-adaptive" umgestellt werden, was bedeutet, dass dann auch jeder die Geschwindigkeit bekommt, die technisch möglich ist.

von BetacamSP - am 07.07.2009 21:05
Zitat
Uncle_Sam
Noch höhere Bandbreiten sind dann nur per VDSL od Kabel möglich. FTTH ist unrealistisch.

Was meinst du mit "FTTH ist unrealistisch"? Haben wir (hier in Köln via CityNetCologne) seit langem, und die Netze hier und anderen Städten sind schon ziemlich verbreitet und werden relativ zügig erweitert. Nicht dass die 100/10MBits für den Normalo-Privatanwender zur Zeit Sinn machen würden, aber darunter gibts Tarifmässig nichts interessantes mehr, 100/10 kosten 29.95, 25/2.5 kosten immer noch 19.95, macht den Downgrade unattraktiv :-). Der Ausbau geht vor allem deswegen so flott, weil das dünne Glasfaserkabel vom jeweiligen Hub dann von Keller zu Keller durch direkt mehrere Häuser "geschossen" wird.

von teucom - am 07.07.2009 21:58
@ alqaszar

freenet hat miesen Service keine Frage, sind aber in gewissen Dingen eigentlich sehr kulant. Aber das wird sich jetzt wohl leider sehr bald ändern. Denn freenet hat das DSL Geschäft verkauft und Käufer ist der wohl mit Abstand mieseste Anbieter, welcher für seine z.T. sehr üblen Geschäftsgebahren m ehr als bekannt ist. Die Foren sind mehr als voll von verärgerten Kunden des "blauen Wunders" aus Montabaur...

Zitat
BetacamSP
Laut Wikipedia wären technisch locker 6000 bis 8000 kbit/s drin, auch wenn die Telekom nur 1024 kbit/s schaltet...

Allerdings soll Ende diesen Jahres die DSL Anschlüsse der Telekom auf "Rate-adaptive" umgestellt werden, was bedeutet, dass dann auch jeder die Geschwindigkeit bekommt, die technisch möglich ist.


Das ist mal Schmarrn hoch 3. Bei DSL 1000 ist die Dämpfung irgendwo zwischen 39 und 42 dB. Auf der Leitung ist 8000 völlige Utopie, selbst 6000 dürften auch per ADSL2+ Modus kaum mehr machbar sein.
Ohne jetzt den SNRM zu kennen (der gibt einen ungefähren Richtwert, was noch an Reserven vorhanden sind), würde ich mal eher sagen, dass so 4-5 MBit rein theoretisch möglich sein könnten.

Und auch im RAM Betrieb wird es insbesondere für die niedrigen Bandbreiten nur ein auf maximal 2000 RAM Anschluss geben. Das 6000er RAM Profil wird erst ab jetzt schon vorhandenen DSL 2000 geschaltet werden. Und DSL 2000 packt eigentlich jetzt schon leicht und locker jeder geschaltete DSL 1000. Nur bei Dämpfung jenseits der 50 dB könnte es wirklich RAM geben, was die Bandbreitenaushandlung betrifft !

von Uncle_Sam - am 07.07.2009 22:03
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.