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vor 8 Jahren, 2 Monaten
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vor 8 Jahren, 1 Monat
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Mc Jack, PowerAM, Peter Schwarz, shianne, Wolfgang R, BFBS

[Auto] Hilfe! Nur noch Lacke auf Wasserbasis erhältlich!?

Startbeitrag von Mc Jack am 27.07.2009 09:52

Komme gerade von einem Autoteilehändler zurück, bei dem ich eher nebenbei nach Lack gefragt hatte. Dabei wurde mir offenbart, das der "normale" Lack seit einiger Zeit in D verboten ist. Es gibt nur noch Lack auf Wasserbasis, der Umwelt wegen. Dieser Lack, egal ob Metallic oder nicht, muss zwingend mit Klarlack überlackiert werden. Den alten Lack gibt es noch im Ausland, wurde mir offenbart. Wo genau, konnte oder wollte mir dort niemand sagen. Ganz nebenbei (wie konnte es auch anders sein) kostet der tolle neue Lack gleich mal das 1,5-fache gegenüber dem alten.

Da mir a) der doppelte Aufwand mit Lack und Klarlack bei einfachem Uni-Lack entschieden zu hoch und b) der Preis für zwei Lacke fast unverschämt erscheint, stelle ich doch mal ganz frech die Frage:

Wo gibt es noch den alten Lack, also den, der nicht auf Wasser basiert?

Antworten:

Vielleicht in den Niederlanden? Müsste mich da mal erkundigen...


von Peter Schwarz - am 27.07.2009 11:39
Mein Peugeot 206 éco mit Baujahr 2006 ist offenbar einer der letzten Peugeot mit Lack auf Acrylbasis. Er hat eine hellgraue Grundierung, einen hellblauen Basislack, eine transparente Effektschicht mit Pigmenten und einen Klarlack als Deckschicht. Abgesehen von sehr kleinen Maengeln wie Einschluessen oder an den Stossfaengern zu geringen Pigmentanteil ein fast perfekter Lack. Keine Orangenhaut wie der Suzuki zuvor, richtig satten Tiefenglanz und bei den leider nicht ausbleibenden Steinschlaegen sieht man auch eine eindrucksvolle Lackdicke.

Sieht man sich dagegen viele nagelneue Autos an, so fallen hauptsaechlich Orangenhaut und fehlender Tiefenglanz auf. Insbesondere die schwarzen Lacke bei Hyundai (Getz, i10, i30), Fiat (Punto, Panda) und Chevrolet (Matiz) fielen mir da auf. Schwarz wirkt ausschliesslich ueber den Glanz und daher faellt diese Lackqualitaet natuerlich besonders auf.

Ich hatte mal als Werkstattersatzauto einen Peugeot 107 mit schwarzem Lack, der auch recht gruselig ausfiel. Kein Tiefenglanz auf dem Blech, Stossfaenger und lackierte Kunststoffteile sichtbar matter und insgesamt auch ein sehr duenner Lack insgesamt auf dem Blech.

Wenn Du einen guten Haendler fuer Farben und Lacke hast, dann kriegt der auch noch loesemittelbasierten Lack ran oder hat eigene Reserven. Manche fertigen auch selbst Lacke auf Kundenwunsch an. Die Lackierer freut's zwar weniger, denn die Loesemittel gehen sehr auf die Gesundheit. Lackierer sterben tatsaechlich frueher. Aber sie werden dir auch sagen, dass die wasserbasierten Lacke sich beschi**en lackieren! Es geht aber noch weiter! Auch Spachtel oder Grundierungen sind in der Zwischenzeit modifiziert worden. Es gibt inzwischen sogar Spachtelmasse, die trotz sehr duennen Schichten so schnell durchtrocknet, dass sie immer (!) Risse bildet. Da kannst Du spachteln, bis Du tot umfaellst. Das Zeug taugt nicht!!

von PowerAM - am 27.07.2009 15:31
Frage in einer Lackiererei.
Wenn du bezahlst, geben die dir was.
Haben andere auch schon so gemacht.

Und Klarlack muss beim PKW sein.
Wegen der hohen Beanspruchung des Lackes.
Wenn du den weglässt, wird der darunterliegende Uni- oder Metallik-Lack stumpf und reibt sich mit der Zeit durch.
(es gab da mal einen Citroen AX, der war um die hinteren Fenster ohne Klarlack lackiert.
Wenn du einen siehst, schau dirs mal an.)

Wobei es für Metallik ja zwei Varianten gibt:

Wie PowerAMs PKW (Aufbau: Uni - Klarlack mit Metallik - Klarlack zum Schutz)
und die Variante: Uni oder Metallik (ist fertig gemischt) und Klarlack drüber.

Ansonsten gibts dank den Grünen nichts mehr vernünftiges.
Lösemittelhaltige (und wohl auch =haltbare Lacke) sind schon länger in D verboten.
Finde mal einen vernünftigen Holzanstrich für Außen oder Holz-Dachfenster...

Das Wasserbasisgelumpe hält grad mal ein Jahr...


von shianne - am 27.07.2009 16:05
Das heisst, die verhindern jetzt mit ihren dämlichen Vorschriften, dass jemand selbst privat (s)ein Auto lackieren kann??? Sorry, es wird immer grotesker, dieser ganze Staat und alles, was damit zu tun hat, kann mich mittlerweile mit seinen vielen falschen Zungen ganz ganz leicht am Ende meines Rückens berühren.

von Peter Schwarz - am 27.07.2009 16:19
Und nun ratet mal, womit ich meine (Holz-) Garagentore alle 5 - 6 Jahr streiche, um das nicht mit dem Baumarktgelumpe jaehrlich machen zu muessen! ;)

Ich kann nur zustimmen! Frage einen Lackierer deines Vertrauens, rede mit ihm ueber dein Vorhaben und lass' den Hass in ihm ueber diese unmoeglichen Oeko-Lacke hochkommen. Dann kriegst Du fuer dein Geld auch das richtige Material!

von PowerAM - am 27.07.2009 17:14
Zitat
Peter Schwarz
Vielleicht in den Niederlanden? Müsste mich da mal erkundigen...


QTH: Berchtesgaden-Obersalzberg (Buchenhöhe) 970m ü NN
Kenwood KT-980F an Dipol. Degen 1103 mit 60kHz-Filtern Grundig S700


Peter, das wäre eine Riesensache. Ich bin hier nicht unbedingt weiter gekommen. Die Maler und Lackierer verdrehen bei der Frage nach lösemittelhaltigen Lacken nur noch die Augen.
Den niederländischen Begriff für diesen Lack kann ich dir leider nicht liefern....;)

von Mc Jack - am 01.08.2009 11:33
Zitat

Die Maler und Lackierer verdrehen bei der Frage nach lösemittelhaltigen Lacken nur noch die Augen.


Wieso?

Sind die auch ganz grün oder haben die die Nase voll von der Fragerei?

von shianne - am 01.08.2009 12:39
Ich hab keine Ahnung von Lacken, deshalb frage ich mal ganz dumm: Warum muss es denn unbedingt lösemittelhaltiger Lack sein?

von BFBS - am 01.08.2009 12:45
Weil er haltbarer ist.

von PowerAM - am 01.08.2009 13:07
Weil er a) bedeutend billiger ist, b) bei "normalem" (nicht Metallic) Lack nicht zusätzlich mit Klarlack überlackiert werden muss (was den Preis zusätzlich in die Höhe treibt) und c) dreimal schneller trocknet, was für Hobby-Laien-Lackierer bedeutend vorteilhafter ist.

Kurzum, der neue Lack auf Wasserbasis (der gar nicht mehr so neu ist) ist einfach nur deutlich teurer und auch deutlich beschissener.

von Mc Jack - am 01.08.2009 14:46
Also, Mercedes hat bereits in den Werksferien 1992 auf Wasserbasislacke umgestellt.

Gleichzeitig wurde leider auch massiv am Korrosionsschutz gespart.

Man kann aber sagen, dass die Autos ab 1993 definitiv mehr rosten als die zuvor, die noch den "richtigen" Lack haben. Das kann nicht nur an der Rostvorsorge liegen.

Mein Lackierer hat eine Anlage nach neuesten Vorschriften und darf nur noch Wasserbasislacke verarbeiten. Ist aber kein Problem, sagt er, auch an alten Autos kann er die Farbe so angleichen, dass kein Unterschied auffält.

Sein Trick besteht darin, dass er die umgebenden Bereiche gründlich mit Lackreiniger aufpoliert und dann etwas mit Klarlack übernebelt. Nach dem Trocken wird das ganze dann großflächig poliert und sieht wirklich klasse aus. Für mich genug Motivation, danach den ganzen Wagen zu polieren, damit er komplett in frischem Glanz erstahlt. Wachsen danach nicht vergessen, denn frisch polierter Lack ohne Schutzschicht verwittert viel schneller!

Für mich deshalb kein Problem.


By the way, Orangenhaut: Habt ihr euch mal bei der aktuellen, ganz neuen E-Klasse die C-Säule angeschaut, besonders bei schwarzen Autos? Übel kann ich da nur sagen. Reklamation übrigens zwecklos, produktionsbedingt angeblich nicht anders machbar.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 04.08.2009 10:54
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