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Was für ein komischer Wahlkampf

Startbeitrag von Wiesbadener am 11.08.2009 07:00

Man soll es kaum glauben: in knapp über einem Monat sind Bundestagswahlen. Doch diesmal: keine heftigen Rededuelle, kaum progressive Parteiprogramme und Versprechungen, vor allem von der SPD werden medial nur Pleiten, Pech und Pannen vermittelt, die Umfragen rechnen mit einem Kanter-Sieg (auch ohne Manfred) für Schwarz-Gelb. Überall das Gefühl, das Ding sei schon klar gelaufen. Was ist los? Sind die Medien schuld? Ist die SPD plus Kanzlerkandidat wirklich so schwach und hat bereits resigniert? Gibt es noch so was wie Wahlkampf? Vielleicht liegt es ja daran, dass wir derzeit eine Große Koalition haben und die SPD sich daher nicht klar genug von der Union distanzieren kann. In jedem Fall ist es der ruhigste und komischste Wahlkampf, den ich bisher erlebt habe. Hoffen wir mal nicht, dass wie befürchtet nicht doch noch Terroristen die Wahlkämpfer aus ihrem Sommerschlaf reißen.

Antworten:

Weil sie keine Ideen und Konzepte haben. Ich weiss auch wirklich nicht, was ich wählen soll.

von Peter Schwarz - am 11.08.2009 09:35
Was wollen alle immer mit diesen Wahlkrämpfen?
Das was die Parteien während der Legislaturperiode machen zählt für mich.Nicht was sie bei Schönwetter versprechen.
Leider gilt auch hier das ich aus Mangel an alternativen das "geringste Übel" wählen muss.
Wir haben keinen Obama.
F. zu Guttenberg wär mein nächster Kanzlerkandidat.

von Scrat - am 11.08.2009 10:26
Ich hoffe ja, dass die "großen" endlich mal richtig eins auf den Deckel bekommen. Ich persönlich kenne niemanden, der SPD oder CDU wählt. Ich frage mich wo die immer die ganzen Stimmen her bekommen. Ich werde die beiden Parteien niemals wählen.

von DX OberTShausen - am 11.08.2009 10:41
@Wetterauer: z.B. von meiner 89-jährigen Oma, seit gefühlten mehr als 70 Jahren überzeugte SPD-Wählerin. Oder dem Pendant meiner Ex-Freundin, inzwischen 95, und seit Lebzeiten CDU-Wählerin :-)

von Wiesbadener - am 11.08.2009 11:25
Ich persönlich halte es für begrenzt sinnvoll, die Kleinen zu wählen, um den Großen eins auszuwischen. Genau dann fehlen den großen Parteien nämlich Wählerstimmen zur Bildung von Zweierkoalitionen - was dann passieren kann, hat man ja bei der Landtagswahl 2008 hier in Hessen gesehen. Niemand will mit niemandem koalieren, und am Ende gibt es doch bloß weitere 4 Jahre Stillstand in Form der Großen Koalition, wo SPD und CDU vergeblich miteinander nach Kompromissen suchen. Man sieht, es reicht schon eine erstarkte fünfte Partei, um das bewährte System ins Wanken zu bringen!

Derzeit ist es gut möglich, dass es knapp für Schwarz-Gelb reicht - aber bloß wegen den Traumquoten der FDP, an die zu Zeiten der 18er-Kampagne noch keiner geglaubt hat. Ob die FDP es schafft, den Anteil an Ministerposten einzufordern, der ihr bei einem knappen Drittel Regierungsbeteiligung zusteht? :p

EDIT: Ich vergaß...Westerwelle als Außenminister geht IMHO GAR NICHT! Zumindest nicht gut!

von Hagbard Celine - am 11.08.2009 11:51
"bewährte System(e) ins Wanken zu bringen" schützt gegen all zu viel Filz. Und an 5 Parteien werden sich wohl alle gewöhnen müssen, da der Riss, der durch die SPD ging und immer noch geht, wohl nicht mehr zu kitten ist. Der eine Teil der SPD ist bereits bei der LINKEn gelandet, der andere Teil wird rausgeekelt in Richtung CDU...
Sei's drum - wer braucht schon eine zweite CDU in rosarot...

von iro - am 11.08.2009 14:59
Die CDU hat quasi ein gemähtes Wiesle, weil ihre Stammklientel am treusten ist. Die FDP lebt von Wechselwählern und befindet sich gerade in einem Stimmungshoch (warum auch immer). Das wird auch wieder anders werden. Die Grünen haben eine stabile Klientel von gut 10%. Die restlichen Prozente sind auch hier Wechselwähler. Nach der Rot-Grün-Koalition unter Mr. Gazprom war eine Zeit lang die Luft raus. Wirklich neue Ideen gibt es seither nicht von den Grünen, aber so langsam kommen die Wähler wieder zurück. Die SPD ist seit der Gerd-Show am Allerwertesten. Gut, war sie vorher eigentlich auch schon, aber Gerd hat noch mehr versprochen als Helmut und noch weniger gehalten. Es gibt sicher ein paar ganz fähige Leute da, aber ob die es schaffen, das Ruder rumzureißen? Der SPD wurde einfach die Luft abgeschnürt. Merkel ist ein gut Stück nach links gerutscht (tlw. linker als Schröder seinerzeit), daher sicher auch tlw. der Erfolg der FDP, von links gibt es Konkurrenz durch Oskars Rotfront. Ja, und zugegebenermaßen. Ich würde dann auch lieber gleich die Linken wählen als so eine SPD, von der ich nicht weiß, wofür sie eigentlich steht. Aber wie gesagt: Auch die Linken überzeugen mich nicht die Bohne, ich weiß diesmal wirklich nicht, was ich wählen soll. Ich glaube, das wird diesmal eine spontane Lust- und Launewahl. Ausschliessen würde ich nur noch alles rechtsradikale.



von Peter Schwarz - am 11.08.2009 15:58
Alle schimpfen über die Parteien. (eine Tatsache, ohne jegliche Wertung)

Nun, was kann man aber in dem Land bei der komplexen Politik ändern?

Ich glaube, das ist auch ein großes Problem.
Man hat sich verfahren, festgefahren.
Und man wird von der "großen Politik" (Deutschland ist ja nicht allein) mitgezogen.

Ich sehe das größte Problem immernoch im fehlenden Miteinander der Menschen.
Denn dann könnte man einige kleinere Dinge ändern.

Aber solange nicht alle mitmachen, wird das nichts.
Und das ist ein menschliches Problem. Daran wird sich nichts ändern.



von shianne - am 11.08.2009 16:09
Wahlkämpfe sind überbewertet™. Vielleicht haben die Parteien endlich gemerkt, dass der Wähler das Geschwafel sowieso nicht mehr glaubt. Wenn ich schon so Phrasen wie "Vollbeschäftigung" etc. höre... damit macht man sich eh' bloss lächerlich. Und während Milliarden Steuergelder für missglücktes Finanzmanagement und leidende Autobauer locker gemacht werden, zieht man die im Vergleich dazu lächerliche Dienstwagen-Affäre von Frau Schmidt tagelang durch die Presse. :rolleyes:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 11.08.2009 17:41
Gel-Guttenberg ist zwar ein medienwirksamer Schwiegersohn-Typ, der neben dem Rest des Kabnetts sogar kompetent wirkt, aber erst muss Merkel weg. Das kann noch dauern, weil sie nach der nächsten Wahl wieder Kanzlerin sein wird. Nicht mal der Herr Von und Zu kann es wagen, aus der Union heraus das Angie anzugreifen. (CSU-Seehofer könnte, aber das wäre ja vollends lächerlich und wird daher auch nicht passieren.)

Erstens halte ich Obama für überbewertet ;), zweitens haben wir in Deutschland auch Politiker mit mehr Charisma als Steinmeier es besitzt.

Also, einfach abwarten. Als Sozialdemokrat jucken mich 20 % Unfragewerte nicht. Wir waren schon zwei Mal verboten in der Geschichte, bespuckt haben uns die selbsternannten "Patrioten" auch immer, aber am Ende hat die Geschichte uns Recht gegeben, und nicht den konservativen Schauspielern à la Guttenberg.

von Alqaszar - am 11.08.2009 17:48

Lieber ein ruhiger Wahlkampf als Versprechungen, die die Parteien sowieso nicht halten können. Daß es zwischen den beiden großen Parteien ruhiger zugeht, liegt sicher an der Großen Koalition. Man kann sich nicht gegenseitig scharf bekämpfen, während man noch zusammen in der Regierung sitzt (und vielleicht nach der Wahl auch noch, wenn es wieder keine andere Mehrheit gibt). Daß FDP und Grüne zulegen, ist nach vier Jahren Großer Koalition auch normal. Wer unzufrieden mit der Regierung ist, wählt halt eine Oppositionspartei.

von Lorenz Palm - am 11.08.2009 18:24
Also für mich ist die Wahl gelaufen, spanned bleibt alleine die Frage "Reicht es für Schwarz-Gelb" oder doch weiter "Große Koalition". Alles Geampele und Gejamaikae wird auch diesmal nicht kommen, ebenso wenig wie Rot-rot-grün.

Die Wahl 2013 dürfte interessanter werden: Merkel gegen Wowereit - jede Wette. Und wenn Merkel verliert gibt es 2017 Wowereit gegen zu Gutenberg. Das reicht aber nun auch als kleiner Ausblick :D

von Wiesbadener - am 12.08.2009 11:35
Ich wander aus...:rolleyes:

von Japhi - am 12.08.2009 11:37
Mir sind 90-jährige Omis, die noch wählen gehen tausendmal lieber, als die ganzen Politikverweigerer, die einfach nicht hingehen - Motto: "Is doch sowieso egal was ich wähle, die machen eh was sie wollen".

Wer Nichtwähler ist, unterstützt in erster Linie immer genau die Parteien, die er ganz und gar nicht will. Mein Onkel sagte immer: Man muss das für sich kleinste Übel wählen. Und so hab ich seit meinem 18. Lebensjahr nicht eine einzige Wahl verpasst - und bin mittlerweile 40 Jahre auf diesem Gestirn unterwegs...

Der Wahlkampf ist verdammt ruhig - liegt aber in erster Linie daran, das es nichts gibt, was sie versprechen könnten, ohne sich lächerlich zu machen. Steini mit seinen 4 Millionen Jobs - das glaubt ihm nicht mal seine eigene Fraktion, geschweige denn irgendein Wähler. Macht aber nichts, besser man geht mit so einer Kampfthese in die Wahlschlacht als mit der Wahrheit: "Sorry Folks, wir haben keine Idee, wie es weitergehen soll und wenn sich die Umfragen bewahrheiten sind wir eh nur noch Opposition". Und dort lässt es sich bekanntlich am lautesten Schreien..

Merkel hat versucht mit Steuergeschenken die Bürger zu locken - aber das kauft ihr auch kein Mensch ab, bei DER prekären weltweiten Finanzlage.

Ergo werde ich Jack Sparrow´s Partei wählen :)




von HAL9000 - am 12.08.2009 15:57
Zitat

Ergo werde ich Jack Sparrow´s Partei wählen

Werde ich Dir wohl gleichtun. Die haben zwar noch kein allumfassendes Programm (z.B. Wirtschaft+Co), vertreten aber die Internetgemeinde und deren Wünsche ganz gut...
Den Grünen habe ich die Freundschaft (vorerst) auch aufgekündigt.

von iro - am 12.08.2009 16:21
...oder isch wähl den Horst Schlämmer. Dat wär doch wat!


von Peter Schwarz - am 12.08.2009 19:43
Zitat
Peter Schwarz
...oder isch wähl den Horst Schlämmer. Dat wär doch wat!


:spos: :vollekracht:

Mal im Ernst: wenn man mal von führenden Politikern auf die Frage, warum dieses oder jene Wahlversprechen nicht eingehalten wurde, Aussagen gehört hat wie "Das war ja vor der Wahl!", dann kann man doch nur einen Pfifferling geben auf den Wahlkampf. Dass wir vor der Wahl sowieso hinten und vorne nur belogen werden, ist ja sowieso klar, aber dass man dann noch so dreist ist und das auch zugibt, nicht zu fassen.

Deshalb würde ich wirklich ERNSTHAFT einen Horst Schlämmer wählen, weil ich über ihn zumindest immer schön lachen kann.

von Habakukk - am 13.08.2009 10:31
Da haben wirs mal wieder. Das darf doch nicht wahr sein, jetzt finanzieren wir, neben insolventen Autoherstellern, auch noch den Geburtstag von Herrn Ackermann. Da der Arme ja von Hartz IV lebt, war dass doch ne noble Geste von Frau Merkel, so muss der arme Mann sich nicht weiter verschulden. ;-)


http://www.focus.de/politik/deutschland/josef-ackermann-geburtstag-auf-staatskosten_aid_429136.html

Macht weiter so, in vier Wochen ist Wahl und ich weiss schon, wem ich meine Stimme nicht gebe. Hoffentlich werden die Leute endlich mal wach. Offensichtlicher kann man doch nun wirklich nicht mehr verarscht werden.


von zerobase now - am 25.08.2009 11:55
Kann diesen Ackermann nicht mal aus Versehen einer überfahren? Abgesehen davon, dass er das Image der Schweizer in Deutschland ruiniert, ist er meiner Ansicht wirklich nur ein aufgeblasenes Arschloch. Bei mir hätte der nix zu lachen, ich würde ihn in die Wüste schicken. Wie gesagt, ich weiß nicht, welche der Pampelmusen ich wählen soll. Entweder, die grüne Gewohnheit siegt oder ich flirte doch mal mit den Piraatjes.


von Peter Schwarz - am 25.08.2009 13:32
Ja, genau der.

von zerobase now - am 25.08.2009 13:58
Könnte ich in D wählen, würden bei aller Liebe zu den Grünen heuer die Piraatjes meine Stimme kriegen.

von Wrzlbrnft - am 25.08.2009 14:15
Für mich ist das der erste Wahlkampf: Plakate kleben, Flyer verteilen, Leute ansprechen. Für wen? Siehe Signatur.

von ANDREAS R-|-DJ - am 25.08.2009 15:22
Zitat
hausfieber
War das der mit den "Peanuts" :confused:

Nein, das war einer seiner Vorgänger, der hieß glaub ich Kopper.
Gruß
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 25.08.2009 15:34
Zitat
Reinhold Heeg
Zitat
hausfieber
War das der mit den "Peanuts" :confused:

Nein, das war einer seiner Vorgänger, der hieß glaub ich Kopper.
Gruß
Reinhold


Absolut korrekt. Ist aber auch heute noch immer die gleiche "gedankliche Richtung". Der Einfachheithalber aus wikipedia:

"Hilmar Kopper bezeichnete 1994 auf einer Pressekonferenz die den von Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider engagierten Handwerkern entstandene Schadenssumme in Höhe von ca. 50 Millionen DM als Peanuts. Diese Äußerung hat das Ansehen der Deutschen Bank, der ein Mitverschulden an der Milliardenpleite vorgeworfen wurde, stark beschädigt. Peanuts wurde in der Folge das Unwort des Jahres 1994. ..."

von KlausD - am 27.08.2009 08:57
Die Zeiten, als die Sozialdemokratie mal subversiv war, sind schon lange vorbei. Daher kann man heute hier unter Piratenflagge segeln, nicht aber unter SPD-Logo. Den Piraten sei's gegönnt.

Leider scheinen auch bei uns viele die Dynamik zu verkennen. Es geht eben nicht darum, beliebig "Raubkopien" anzufertigen, sondern um den Schutz der Persönlichen Daten und vor allem dem Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit.

Es geht auch darum, den Lobbyismus der Medienkonzerne -- gerne verbunden mit den klassischen Parteien -- zu verdeutlichen und letztlich auch diese idiotische Hysterie zum Thema Kinderponographie bloßzustellen. Besonders letzteres liegt mir auch persönlich am Herzen: Denn hier wird gewissenlos auf dem Rücken von Verbrechensopfern brutale Stammtischpolitik betrieben. Allen voran von Frau von der Leyen, aber auch SPD-Politiker habe ich ins gleiche Horn stoßen hören.

Vielleicht ist die Debatte um Datenschutz und informelle Selbstbestimmung, Zensur und Kontrolle das, was in den 80ern der Ökologismus war. Damit sind die Grünen groß geworden, nämlich mit den Themen "Umwelt & Frieden".

Positionen, die damals nur von den Grünen vetreten wurden, und von allen etablierten Politikern bekämpft wurden, sind heute längst Allgemeingut und eine Selbstverständlichkeit.

Gleiches könnten auch die Piraten bewirken. Dazu müssen sie nicht einmal parlamentarisch werden. Es reicht, zwei, drei vier Prozentpunkte einzuheimsen. Um diese Wähler zurückzugewinnen, werden sich auch die etablierten Parteien verändern. Nur so kann man Lobbyismus und Poulismus bekämpfen.

Deshalb finde ich auch, dass es sich lohnt, vier Samstage vor der Wahl in der Fußgängerzone zu stehen und die restlichen Abende der Woche mit Plakatieren und dem Einwurf von Flyern zu verbringen. Dabei geht es nämlich auch nur darum, der Politik ein Gesicht zu geben.

SPD ist eben nicht nur Steinmeier, CDU nicht nur Merkel. Nach der Bundestagswahl ist einer von denen nämlich vielleicht nicht mehr da. Ich bin aber auf jeden Fall noch da.

von Alqaszar - am 29.08.2009 19:23
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