Straße an Privatmann verkauft...

Startbeitrag von Robert S. am 30.08.2009 12:51

....aber seht's euch selbst mal an,wie blöde müssen Behörden sein :rolleyes:


http://www.youtube.com/watch?v=84S4Mk2mMHc&feature=dir

Antworten:

Bescheuert :eek:

von DX-Project-Graz - am 30.08.2009 13:19
Blöd sind vor allem die ganzen Anwohner. Die Kommentare...meine Güte. Ich krieg Angst.


von Peter Schwarz - am 30.08.2009 20:15
Allerdings kann ich die Behörden verstehen. Die Dummheit haben die Anwohner begangen, nicht die Behörden. Im SPIEGEL-TV-Bericht kam nämlich kurz zur Sprache, dass die Straße schon immer privat gewesen war! Der bisherige Eigentümer, offenbar der Investor, welche das Baugebiet erschlossen hat, ist allerdings wohl Pleite gegangen, und ein gewitzter Geschäftsmann hat aus der Insolvenzmasse diese Straße gekauft.

Die gezeigten Leute sind entweder bezahlte Schauspieler oder haben tatsächlich einen IQ unterhalb der Körpertemperatur.

Also ein typischer Fall von Medienverarsche -- entweder ist der ganze Fall frei erfunden, oder wenn nicht, ist der Skandal die schiere Dummheit der Leute.

Aber wenn man die Schuld auf "die Behörden" oder "die Politiker" abwälzen kann -- bitte...

von Alqaszar - am 30.08.2009 20:58
Péage noch aufstellen und fertig.

von muniX - am 30.08.2009 21:46
Ob die Idee die Strasse zu kaufen für den Käufer so schlau ist zu bezweifeln. Denke der spekuliert nur darauf das das Amt die Strasse zu einem teureren Preis zurückkauft.

Aber ansonsten denke könnte das nach hinten losgehen. Weil ich denke nicht das man für eine normale Strasse Maut verlangen darf, und das man den Zugang für Anwohner und Anlieger reglementieren darf, auch wenn man Eigentümer der Strasse ist.

Andererseits ist man im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht aber für den Unterhalt und den Winterdienst verantwortlich.

von Martyn136 - am 30.08.2009 22:27
Nein! Das Wegerecht bei einer oeffentlichen Strasse kann auch ein Privatmann selten einschraenken. Er koennte allerdings das Befahren seines Eigentums durch Fremde unterbinden und einen entsprechenden Antrag auf Umwidmung bei seinem Rathaus einreichen. Denkbar ist auch, Gebuehren fuer das Parken zu verlangen. Den Durchgang zu Fuss kann er aber nicht untersagen. Geld machen kann er ebenso mit den unter seiner Strasse liegenden Medien (Strom, Wasser, Abwasser, Gas, Kabelfernsehen, Telefon, ...). Seine Forderungen muesste er an die Verfuegungsberechtigten dieser Leitungen stellen, die diese Kosten dann auf die Anwohner umlegen werden.

Hauptspekulationsgrund wird sein, dass ihm die Gemeinde die Strasse abkauft. Das muss fuer sie allerdings nicht unbedingt lukrativ sein, ist sie doch damit moegliche Kosten fuer Instandhaltung, Reinigung und Beleuchtung los. Das ist alles Sache des Eigentuemers! Es ist daher nicht unbedingt sicher, dass die Gemeinde den Kauf verschnarcht hat. Denkbar ist auch, dass sie nicht kaufen wollte.

von PowerAM - am 30.08.2009 23:01
Eine Umwidmung die das durchfahren verbieten würde, würde sicher nicht zugestimmt werden.

Parkgebühren verlangen wäre schon eher denkbar. Nur denke ich ich ist da das Potential gering. Die Anwohner haben wohl Stellplätze auf ihren Grundstücken, auch für Besucher dürfte es wenigstens teilweise Stellplätze auf den Grundstücken geben. Und Fremde werden nur selten in einer Wohnsiedlung parken. Ausserdem ist es als "Privater" nicht so einfach möglich die Gebührenpflicht durchzusetzen. Man kann zwar einen Parkautomaten hinstellen aber was will man machen wenn die nicht zahlen. Knöllchen ausstellen geht ja nicht, Parkkralle darf man auch nicht anbringen, Abschleppen darf man zwar, aber solange niemand behindert wird ist es unverhältnissmässig und man bleibt auf den Kosten sitzen.

Für Strom, Wasser und Kommunikationsleistungen bekommt man zwar durchaus ein paar Tantiemen aber das grosse Geschäft wird das sicher auch nicht.

Zumindest nicht soviel wie die Instandhaltung, Winterdienst, Beleuchtung, Reinigung, ... kostet.

Das kann ein Verlustgeschäft werden aus dem man auch nicht mehr rauskommt.

von Martyn136 - am 30.08.2009 23:13
Es kommt drauf an! Durchgangsverkehr kann man sicherlich verbieten, allein um die Abnutzung der Strasse zu verringern. Den Anwohnern muss man aber schon erlauben, ihre Grundstuecke zu erreichen. Ein Antrag, die Strasse z. B. zur Sackgasse zu machen, um den Durchgangsverkehr zu verdraengen, hat m. E. schon Aussicht auf Erfolg. Falls bislang z. B. Berufspendler dort geparkt haben, dann ist damit ebenfalls Geld zu verdienen - oder man verdraengt sie durch die Gebuehrenpflicht.

Abhaengig von Strassenzustand und ggf. notwendigen Sanierungsmassnahmen kann der Privatkauf fuer die Anwohner aber u. U. schon vorteilhaft sein. Konnte bislang z. B. die Kommune die Kosten anteilig auf die Anwohner abwaelzen so sind sie jetzt aus der Nummer raus. Das ist einzig und allein das Vergnuegen des neuen Eigentuemers!

von PowerAM - am 30.08.2009 23:27
Zitat
PowerAM
Es kommt drauf an! Durchgangsverkehr kann man sicherlich verbieten, allein um die Abnutzung der Strasse zu verringern. Ein Antrag, die Strasse z. B. zur Sackgasse zu machen, um den Durchgangsverkehr zu verdraengen, hat m. E. schon Aussicht auf Erfolg.

Das ist schon denkbar und möglich. Damit hat man zwar die Abnutzung und damit die Instandhaltungskosten etwas verringert, aber trotzdem noch keinen Cent Gewinn gemacht.

Zum Gewinnpotential würde ich sagen: Die Möglichkeit das die Amtsgemeinde die Strasse zu einem höheren Preis zurückkauft besteht durchaus, aber noch grösser ist die Gefahr das die Amstgemeinde kein Intresse zeigt, die Strasse auch sonst nicht mehr los wird und auf den Kosten sitzen bleibt.

Schlimmstenfalls kann das in einer Insolvenz enden. Da kann man sich dann nur noch um Schadensbegrenzung bemühen, also die Strasse an eine eigens zu gründende GmbH, Ltd., Inc. verscherbeln und so die Haftung begrenzen. Aber sowas ist dann zum einen juristisch schwirieg, und ein fünfstelliger Verlust wird sich ohnehin nicht vermeiden lassen.

von Martyn136 - am 31.08.2009 00:33
Der Bericht an sich ist typisch Spiegel TV. Nicht weiter erwähnenswert. Spiegel war mal in grauer Vorzeit einen Qualitätsmarke, heute steht es knapp über BILD.


von Peter Schwarz - am 31.08.2009 09:23
Widerspruch; Qualitativ gibt es keinen Unterschied mehr. Nur die Zielgruppe ist eine andere, daher gibt man sich vom Anstrich her qualitativer.

Ich nenne das Phänomen "SpiegelBild". Oder "Verarschlochungstendenzen in der Gesellschaft". Je nachdem.

von Alqaszar - am 31.08.2009 21:35
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