Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
OT-Forum
Beiträge im Thema:
33
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kay B, Detektordeibel, 102.1, PowerAM, Chief Wiggum, Alqaszar, zerobase now, hegi_ms, shianne, Felix II, ... und 5 weitere

7. Oktober 1949: Gruendung der DDR

Startbeitrag von PowerAM am 07.10.2009 08:43

Heute haette die DDR ihren 60. Jahrestag gehabt. Sie wurde gegruendet mit dem ehrgeizigen Ziel, eine demokratische Republik nach sozialistischen Grundwerten zu schaffen. Waehrend es an Zielen nicht mangelte, laehmte sich aber in den etwas mehr als 40 Jahren ihres Bestehens an starrer Buerokratie, unsinnigen (und oft auch unerreichbaren) Planvorgaben sowie staatlich verordneter Mangelwirtschaft.

Sozial hatte die DDR dagegen vieles erreicht, was fuer andere sozialistische Staaten unerreichbar schien. Neben einem modernen und leistungsfaehigen Gesundheitswesen waren die erfolgreichen Bemuehungen in der Kinderbetreuung, der Schulbildung und der Forschung dieses vergleichsweise kleinen Landes weltweit anerkannt.

Verpflichtungen aus dem verlorenen Krieg gegenueber der UdSSR sorgten aber fuer den nahezu flaechendeckenden Abbau funktionierender Industrieanlagen bis in die 1960er Jahre hinein. Um so erstaunlicher sind dann Erfolge in einzelnen Industriezweigen, quasi aus dem Nichts heraus.

Der DDR-Buerger war nicht grundsaetzlich unzufrieden, kannte er doch Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Mangel an Kindergartenplaetzen oder Berufsausbildungplaetzen nicht. Er zeichnete sich durch Improvisationstalent aus und pflegte auch im Kreise von Kollegen oder Nachbarn ein meist freundliches Verhaeltnis. Allerdings war vieles von einer (richtigen) Parteizugehoerigkeit abhaengig. Das ist heute aber in etlichen Branchen auch nicht anders.

Antworten:

Zitat
waren die erfolgreichen Bemuehungen in der Kinderbetreuung, der Schulbildung und der Forschung dieses vergleichsweise kleinen Landes weltweit anerkannt.


Wobei man natürlich sagen muss, dass die Kinder dort doch schon sehr stark ideologisch in eine Richtung gelenkt wurden. Auch in den Schulbüchern stand meist nur das, was der Partei (SED) genehm war und was der sozialitischen Ideologie nicht zuwider lief.

von zerobase now - am 07.10.2009 08:58
Also, die Grundidee mag wirklich gut gewesen sein,- nur das Machtgehabe und die Gier hat alles zerstört.

von 88,7 MHz - am 07.10.2009 09:01
Leider! So ist es aber immer, seit es Menschen gibt. Guck dir doch mal Deutschland 2009 an. Auch nur machtgeile Politiker und Geldgeile Neokapitalisten (neudeutsch: Aktionäre).

von zerobase now - am 07.10.2009 09:07
Die DDR war einfach zu "deutsch". Die Grundidee war vielleicht! nicht schlecht, aber die Machthabenden (wenn sie nicht sowieso nur sowjetische Marionetten waren) waren piefige miefige oberspießige Deutsche mit dem typischen Kontroll- und Regelungswahn. Die gab's/gibt's zwar auch im Westen, aber hier konnten/können diese sich nur in Teilbereichen der Gesellschaft ausleben.

Allein schon die staatliche Reaktion auf die "dekadente""Beatmusik" ist bezeichnend...=> LINK Birthler.
Kann man durchaus mit der Nazi-reaktion auf die "schlimme" swing-Mucke vergleichen.
Die West-Spießer hätten zwar die "Gammler" auch am liebsten ins Arbeitslager gesteckt, aber dank einigermaßen funktionierender Demokratie mussten die West-"Gammler" meistens nur dumme Sprüche auf der Straße ertragen...

von iro - am 07.10.2009 10:27
Die DDR war in der Tat ein sehr preußischer Staat, auch geprägt vom deutschen Protestantismus. Die Bundesrepublik war dazu der geeignete Gegenentwurf: Adenauer (rheinisch, katholisch) gegen Ulbricht, Beethovens Bonn gegen Friedrichs Potsdam.

Was heute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ins Auge sticht: Nicht nur die DDR, auch die "alte" Bundesrepublik ist untergegangen.

Der satte, bequeme Staat, der damals so lange über die Mauer strahlte, bis diese fiel, ist in genau diesem Moment ebenso untergegangen.

Aber ich warne auch davor, in der Rückschau die beiden Ländr zu idyllisieren. Denn man vergisst das Schlechte, das Gute belibt umso mehr in der Erinnerung.

von Alqaszar - am 07.10.2009 12:06
Der größte Fehler war die Mauer, der Versuch einer Autarkie und das Verschließen vor neuen Erscheinungen (welcher Art auch immer).

Und der größte Fehler heute ist, dass man aus der Zeit nichts lernen will
und alles grundsätzlich schlecht geredet wird.

Vielleicht sollte man einfach mal nachdenken.
Ändert nichts, aber einfach so.

Wollten die Montags-Demonstranten das zum Ziel haben?

von shianne - am 07.10.2009 12:06
Zitat

Der DDR-Buerger war nicht grundsaetzlich unzufrieden


Die zufriedensten Sklaven sind die größten Feinde der Freiheit.

Das ist auch das Problem der "blühenden Landschaften" Infrastruktur, Verkehrsmittel, heizung gibts genug, nur eine Ernte die hat man in 20 Jahren nicht einfahren können und vor allem nicht WOLLEN.


Aus "zufriedenen Sklaven" werden keine Unternehmer geboren die Arbeitsplätze schaffen - aber ohne die funktioniert keine Gesellschaft über dem Level von Nordkorea.
So hat man in neuen Bundesländern zwar einen Haufen Leute die bereit sind durch durch ganz Westdeutschland zu reißen und dort für 4¤ die Stunde als Lohnsklaven Stunden zu schieben - an den Wochenende 500-600km hin und herzufahren, aber denen der Gedanke zuwieder ist eine eigene Würstelbude zu führen.
Weil mit einer Würstelbude hätte man ja schon die Schwelle zum "Unternehmer" überschritten, und das sind "Kapitalisten" und alles "menschenverachtender" Abschaum. Ach wie schön war es doch in der DDR. :desillusionierend:
Das ist die Denke die auch nach 20 Jahren immernoch in viel zu vielen Köpfen herrscht, und die auch an die jüngeren die die DDR nicht mehr richtig erlebt haben weitergegeben wurde, und das ist das ganze Problem das man in den neuen Bundesländern hat.

In der Tschechischen Republik oder in Polen ist diese Denkweise nicht in der Form vorhanden, und das macht eine Menge aus.

Was ist in der BRD passiert? Naja, die Bonner Republik hat ihren einstigen Wohlstand verloren und die D-Mark geopftert. Für die BRD war das kein guter Deal.

Zitat

Also, die Grundidee mag wirklich gut gewesen sein


Die Grundidee war absoluter Abfall, wie die gesamte Grundidee des Sozialismus Abfall ist.

Das Problem am Sozialismus ist das man glaubt das der Kapitalismus eine Ideologie wäre. Das glauben sogar viele Leute im Westen.
Der Kapitalismus ist aber kein Kunstgebilde sondern eine natürliche Ordnung deren Grundlage die Naturwissenschaften sind, mit nem großen Spritzer Psychologie und dem Prinzip "Do ut Des".
Hinter dem Kapitalismus (ist das überhaupt das richtige Wort) stehende Tausende von Jahren, der Kapitalismus ist sogar älter als Geld.


Der Kapitalismus hat Naturgesetze. Und wenn man sich nicht an diese Gesetze hält, dann trägt man dafür die Konsequenzen.
Dabei ist es völlig egal ob der "Gesetzbrecher" nun ein Staat ist der meint Misswirtschaft auf Pump betreiben zu können bis die Währung explodiert. Oder ob es eine Bank ist die von Vollidioten gegen die Wand gefahren wird. Oder nur eine Würstebude wo keiner was kauft.
-
Man kann keine 3 Kühe auf dem Papier verkaufen wenn man nur eine im Stall hat, und wenn der Kornspeicher leergefressen ist, dann ist er nunmal leergefressen.
Im Sozialismus hat man geglaubt der Kapitalismus hat nix mit einem zu tun und man kann sich davon abschotten.
Das Gegenteil war der Fall, und so war die "Wirtschaftsgroßmacht DDR" schon Anfang der 80er finanziell vollkommen am Ende und wurde nur noch mit Geldspritzen vom Klassenfeind ab Leben erhalten. Politisch und Moralisch Bankrott war man schon vorher.

Das eine Kanzlerin die von diesem Versagersystem geprägt wurde zusammen mit der SPD die letzten Jahre da weitermacht wo Honecker 89 aufgehört hat, das ist die andere Geschichte. Auch hierfür wird man die Konsequenzen tragen müssen.

















von Detektordeibel - am 07.10.2009 14:39
Zitat

Der satte, bequeme Staat, der damals so lange über die Mauer strahlte, bis diese fiel, ist in genau diesem Moment ebenso untergegangen.


Lag das einfach an einer allgemeinhistorischen Entwicklung oder daran, dass die DDR für die BRD ein Billiglohnland wie heute China,.. für uns ist, war?

von shianne - am 07.10.2009 17:38
Vor 64 Jahren wurde die DDR gegruendet. Ihren Geburtstag kann die Volksrepublik jedoch nicht mehr feiern. Sie wurde vereinnahmt. Noch immer regiert man mit einem Grundgesetz und enthaelt dem nun vereinigten deutschen Volk eine Verfassung vor. Darauf hatte es, bis zur entsprechenden Grundgesetzaenderung, sogar einen Anspruch.

von PowerAM - am 07.10.2013 06:46
In einer Doku über Erich Honecker wurde berichtet das dieser in den letzten Jahren der DDR nicht mehr alle Nadel an der Tanne gehabt haben soll. Um es mal ganz salopp zu sagen. Er ist jetzt nicht "Nack Nack Nack" schreiend durch die Straßen gelaufen aber er soll auf einem absoluten Höhenflug gewesen sein. Im Geiste hat er sich alles schön geredet und hat es dann überhaupt nicht verstanden das andere Leute das nicht so sahen. So als lebe er in einer Traumwelt. In der Doku wurde ein Ausschnitt einer Honecker Rede gezeigt bei der sogar seine Anhänger fassungslos den Kopf schüttelten. Und Honecker seinerseits war sichtlich erstaunt als ihm am Ende der Rede kein tosender Applaus entgegen brandete.

War Honecker am Ende tatsächlich so verblendet oder kam das in der Doku nur so rüber? Warum hat sich denn keiner gegen ihn aufgelehnt und gesagt "Hör mal zu, du kriegst das alles nicht mehr auf die Reihe. Es ist wohl Zeit abzudanken."?

von Spacelab - am 07.10.2013 07:57
Auch in der DDR, wie auch jetzt, gab es in den Führungsetagen der Politik jede Menge Leute, die an ihrem Stuhl klebten. Die werden mit Sicherheit alles dafür unternommen haben, das alles so bleibt wie es ist bzw. war. Da werden sie dem ollen Erich schon eingeredet haben, das alles in Butter sei

von Chief Wiggum - am 07.10.2013 08:14
Die Doku, die unlaengst den anderen Erich zeigte, war aehnlich aufgebaut. Ich meine jenen, der alle liebte.

von PowerAM - am 07.10.2013 08:30
War doch wie beim Adolf,der war selbst '45 noch der Meinung den Krieg gewinnen zu können :joke:

von Robert S. - am 07.10.2013 11:14
Zitat

Warum hat sich denn keiner gegen ihn aufgelehnt und gesagt "Hör mal zu, du kriegst das alles nicht mehr auf die Reihe. Es ist wohl Zeit abzudanken."?


Hat man doch !!!!

http://www.youtube.com/watch?v=HIxKrYqo0B4
>> Hier schildert Günter Schabowski, damals Mitglied des Zentralkomitees der SED, die Absetzung Erich Honeckers im Oktober 1989 während einer Sitzung des Politbüros der SED.

http://www.youtube.com/watch?v=W8zOwhMIX7w
>> Die Entmachtung Honeckers aus der Sicht von Egon Krenz

http://www.youtube.com/watch?v=4wnRiigc_-A
>>Erich Honecker schildert in einem Interview seine Sicht auf den "Sturz".

von WellenJäger - am 07.10.2013 16:01
@ PowerAM

Zitat

Neben einem modernen und leistungsfaehigen Gesundheitswesen (...)


Das stimmt so nicht. Zumindest nicht für die Kliniken, die für Ottonormalos bestimmt waren:
http://www.mdr.de/damals/gesundheit330.html
http://www.mdr.de/damals/gesundheit332.html

Da kam die Leistungsfähigkeit wohl durch das Improvisationstalent des Personals.

Es gab in der DDR auch eine Zweiklassenmedizin. Und zwar zwischen Ottonormalos und Parteiangehörigen höherer Ränge.
http://www.mdr.de/damals/gesundheitswesen104.html

Dieses große Problem mit der Zweiklassenmedizin haben wir ja heute noch. :-(

von Kay B - am 07.10.2013 23:53
Zitat

War doch wie beim Adolf,der war selbst '45 noch der Meinung den Krieg gewinnen zu können


Die Dummköpfe auf der Straße haben auch an den Endsieg geglaubt und sich gewundert als dann plötzlich Fremde Panzer durchs Dorf fuhren... Ist heute mit dem anderen Bullshit der aus Radio und TV kommen genauso...

Ach ja.. Thema war ja DDR.




Und heute quatschen die Politdeppen immernoch dieselbe Scheisse. :joke:

von Detektordeibel - am 08.10.2013 01:38
"Wer Hitler gedient hat, ist unser Mann" -- fast so schlimm wie im Westen, wo es Nazis bis in die höchsten Staatsämter geschafft haben.

Und das mit der Zerschlagung der Banken sollte man sich wirklich nochmal überlegen.

von Alqaszar - am 08.10.2013 02:08
was ich schlimm finde, ist dass im heutigen Deutschland die Zeit der DDR manchmal verharmlost wird, tlw. auch noch unter "ostalgie" mit div. Romantik vermarket wird. Viele Aktivitaeten in diese Richung haben auch etwas mit Verdraengung des Erlebten zu tun, und selbst bei dem Wunsch nach mehr Sozialdemokratie gibts bessere Modelle, etwa in Skandinavien.

von 102.1 - am 12.10.2013 19:44
@ 102.2

Diese ganze Verharmloserei vergangener Epochen beschränkt sich aber nicht nur auf die DDR. Deutlich schlimmer ist der Umgang mit dem Mittelalter. Da bekommt man echt das reine :kotz: , wenn diese dunkle Epoche als eine Welt mit hübschen Schlößchen sowie Prinzen und Prinzessinen dargestellt wird.

von Kay B - am 13.10.2013 00:17
Zitat

und selbst bei dem Wunsch nach mehr Sozialdemokratie gibts bessere Modelle, etwa in Skandinavien.


:kotz: Gibt Freizügigkeit in der EU... also einfach hinziehen...

von Detektordeibel - am 13.10.2013 16:21
Zitat
Kay B
@ 102.2

Diese ganze Verharmloserei vergangener Epochen beschränkt sich aber nicht nur auf die DDR. Deutlich schlimmer ist der Umgang mit dem Mittelalter. Da bekommt man echt das reine :kotz: , wenn diese dunkle Epoche als eine Welt mit hübschen Schlößchen sowie Prinzen und Prinzessinen dargestellt wird.



Das mag alles sein. Ich bereiste fast alle Ostblocklaender zu der Zeit deren sogenannter Bluetezeit, positive war dort absolut nichts, es war eher ein riesiges Freiluft-Gefaengnis. Deswegen finde ich es laecherlich solchen Systemen nachzutrauern.

Selbst wenn man von sozialer Absicherung bis Kinderbetreuung Dinge besser empfinden mag, sind Vergleiche mit anderen Laendern, etwa diverse Sozialdemokratien in Skandinavien m.E. angebrachter.

Nur, diese duemmliche Meinung "in der DDR war nicht alles schlecht" nur weil mancher sich in Westdeutschland bessere Schulbildung oder Kinderbetreuung wuensche ist schlichtweg unsinnig. Nur leider haelt sich eine solche Meinung in gewissen Kreisen Deutschlands bis heute recht hartnaeckig.

von 102.1 - am 13.10.2013 18:52
Zwei "Ökos" unterhalten sich über das "Dritte Reich":

"Also, es war doch nicht alles schlecht damals."

"Naja, aber das mit den Autobahnen hätten die nicht machen dürfen."

von hegi_ms - am 13.10.2013 19:02
@ 102.2

Zitat

Ich bereiste fast alle Ostblocklaender zu der Zeit deren sogenannter Bluetezeit, positive war dort absolut nichts, es war eher ein riesiges Freiluft-Gefaengnis.


Wann hatten die denn eine Blütezeit? In der DDR gab es nur einen leichten Wirtschaftsaufschwung nach der Schließung der Grenzen. Und dann halt in den 1970ern durch Honecker die Erhöhung des Lebensstandardes auf Pumpe. Ansonsten hatte da nicht viel geblüht. Hätte dieser Typ
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F
dem Erich 1983 nicht nochmal Milliarden in den A**** gebuttert, hätte man den Erich bestimmt schon früher abgesägt.


Zitat

Nur, diese duemmliche Meinung "in der DDR war nicht alles schlecht" nur weil mancher sich in Westdeutschland bessere Schulbildung oder Kinderbetreuung wuensche ist schlichtweg unsinnig.


Es war ja auch nicht alles schlecht. Das mit der Kinderbetreuung stimmt schon. Und die Emanzipation der Frau war in der DDR auch deutlich fortgeschrittener als in der alten BRD. Diese, für den DDR-Bürger, angenehmen Dinge hatte das SED-Regime aber nicht eingeführt um den Bürgern eine Freude zu bereiten, sondern weil die Wirtschaft davon profitierte. Eine Frau, die sich tagsüber nicht um die Kinder zu kümmern braucht und der gleiche Rechte und Pflichten wie dem Mann zugesprochen werden, steht der Wirtschaft uneingeschränkt als Arbeitskraft zur Verfügung.

von Kay B - am 14.10.2013 15:49
"Bürgern eine Freude machen"

Lol... wie früher vor den Pflug halt. :joke:

Joah ist schon irre fortschrittlich gewesen das mit der Emanzipation, aber wer kann es sich heute schon Leisten seine Frau daheim auszuhalten anstatt sie zumindest auf den Teilzeit-Arbeitsstrich zu schicken. Außerdem glauben die dann noch sie wären "Heimchen am Herd" und werden depressiv oder sterben vor langeweile wenn sie nicht noch irgendwo in nem Rotzjob ausbeuten lassen... :bruell:

von Detektordeibel - am 14.10.2013 16:37
Ich würd gern mal wissen ob und wenn ja was du beruflich machst !? :D

von Chief Wiggum - am 14.10.2013 16:43
Ich vermute, den gleichen Job wie "102,2" bzw. "Biertrinker".

von hegi_ms - am 14.10.2013 17:31
Zitat

Es war ja auch nicht alles schlecht.


Aber es war der überwiegende Teil schlecht. Darum sind die Leute auch auf die Straße gegangen - was übrigens der einzige Weg war um Veränderungen herbeizuführen, alles was kleinere Gruppierungen waren wurde ja gnadenlos unterwandert und zersetzt was das Zeug hielt. Die Montagsdemonstrationen in Verbindung mit den Massenfluchten über Tschechei und Ungarn brachten endlich den Stein ins Rollen.

Zitat

Kinderbetreuung


schon Kindern im Vorschulalter wurde eingeimpft wie gut der Sozialismus und wie böse der Kapitalismus ist. Dieser böse böse Klassenfeind hinter dem antifaschistischen Schutzwall der Tag und Nacht den guten lieben Genossen aufgelauert hat....ich muß aufhören, mir wird gleich schlecht.:kotz:

von Felix II - am 16.10.2013 14:31
@ Felix II

Zitat

Aber es war der überwiegende Teil schlecht.


Keine Frage. Die Menschenrechtsverletzungen, die Mangelwirtschaft und das Voranstellen ökonomischer Interessen vor Interessen der Bürger (und das in einem sozialistischen Land) waren nicht hinnehmbar. Aber heute scheinen wir uns wieder sehr stark in eine Richtung zu bewegen, wo ökonomische Interessen weit über die Interessen der Bürger gestellt werden, was dann unter anderem in Lohndumping und Sozialdumping ausartet.

Mir ging es eigentlich nur darum, auf die Aussage von 102.2 einzugehen:

Zitat

Ich bereiste fast alle Ostblocklaender zu der Zeit deren sogenannter Bluetezeit, positive war dort absolut nichts, es war eher ein riesiges Freiluft-Gefaengnis.
(...)
Nur, diese duemmliche Meinung "in der DDR war nicht alles schlecht" nur weil mancher sich in Westdeutschland bessere Schulbildung oder Kinderbetreuung wuensche ist schlichtweg unsinnig. Nur leider haelt sich eine solche Meinung in gewissen Kreisen Deutschlands bis heute recht hartnaeckig.


Er hat offenbar seine Meinung offenbar durch Bereisen diverser Ostblockländer gewonnen und scheint dadurch mehr über diese Länder zu wissen als deren damalige Bewohner.


Zitat

Darum sind die Leute auch auf die Straße gegangen - was übrigens der einzige Weg war um Veränderungen herbeizuführen (...).


Oder es hätte einen dritten Weltkrieg gegeben, nach dem man die verbrannte Erde neu aufgeteilt hätte, sofern da überhaupt noch Leben möglich gewesen wäre. Dieses Szenario galt bis zum Mauerfall als das wahrscheinlichere Szenario.


Zitat

schon Kindern im Vorschulalter wurde eingeimpft wie gut der Sozialismus und wie böse der Kapitalismus ist. Dieser böse böse Klassenfeind hinter dem antifaschistischen Schutzwall der Tag und Nacht den guten lieben Genossen aufgelauert hat....ich muß aufhören, mir wird gleich schlecht.:kotz:


Da, dieses "Einimpfen" von ideologischer Sch**** war der große Nachteil dabei. Es ging aber hier um die Grundidee, jedem Kind einen Kindergartenplatz zuzusprechen. Und diese Grundidee war gut. Was das Kind dann den ganzen Tag im Kindergarten macht, ist eine ganz andere Baustelle.

von Kay B - am 16.10.2013 15:20
Zitat

wo ökonomische Interessen weit über die Interessen der Bürger gestellt werden, was dann unter anderem in Lohndumping und Sozialdumping ausartet.


Lohndumping ist ganz und gar nicht ökonomisch sinnvoll... damit ein Wirtschaftskreislauf funktioniert braucht man sehr wohl ein gewisses Mindesteinkommen...

Wenn Leute kein Geld haben können sie weder was kaufen noch Steuern zahlen und man hat ein Problem...

Die DDR agierte am Ende selber sowieso nur noch als Billiglohn-Sklavenland mit Exportdruck nach Westen... "wie ein Heroinabhängiger süchtig nach Westdevisen"

Es gibt da durchaus parralelen mit dem Irrweg den die BRD nach der Wende eingeschlagen hat, wir "verschenken" unsere Exporte auch...das die Währung zu schwach ist stört auch nicht, damit sich das Hamsterrad schön weiterdreht haut man bei den wenigen die überhaupt noch wertschöpfende Arbeit verrichten noch die Gehälter runter oder lässt se ewig stagnieren.. in gewisser Weise macht man durchaus da weiter wo Honecker aufgehört hat...
Bei der Staatsquote gibts kaum nen Unterschied, und was als "Systemrelevant" eingestuft wird, landet defakto in der Planwirtschaft.... letztendlich wird das auch genauso enden...

und dann ist auch wieder Schluss mit staatlich garantierten Kinderkrippenplätzen...

von Detektordeibel - am 17.10.2013 06:03
@Kay B

Was mir nunmal nicht passt ist die DDR und ihre Zeit schoenzureden, und ihre Vergangenheit auch noch zu vermarkten, unter dem Begriff "Ostalgie". Trabant, Honecker Bilder und Ampelmaennchen inklusive.

Zu welchem Zeitpunkt war es jemals gerechtfertigt, dass deutsche Soldaten, (als Grenzer) auf Deutsche schiessen? Geschweige denn von dem riesen Stasi Apparat und diversen anderen Graeueltaten? oder auch div. Reisefreiheiten die wir im Westen haben, einem eigentlich kultiviertem Volk zu verbieten, Studienplaetze nach politischer Gesinnung anzubieten. Gerade in diesem Zusammenhang ist jede Sozialleistung die die DDR geboten hatte, oder haben soll, oder angeblich "so toll war" einfach nur Schrott.

Naechstens faengt man hier noch an das 3. Reich zu glorifizieren. Natuerlich kann man dann mit den geichen oder aehnlichen Argumenten kommen, .... am 3. Reich war doch nicht alles schlecht.... etwa das Wetter, oder die Kueche, oder die Liebe zu Wagner Opern.......

Sorry, aber manchmal kommt mir bei der Verharmlosung der Geschichte der Kaffee hoch.

von 102.1 - am 17.10.2013 19:13
@ Detektordeibel

Zitat

Lohndumping ist ganz und gar nicht ökonomisch sinnvoll...


Wo habe ich denn behauptet, daß das ökonomisch sinnvoll ist?

Ganz im Gegenteil. Ich bin klar gegen diesen "Raubtierkapitalismus", in dessen Richtung wir uns leider sehr stark bewegen. :-(


Zitat

Die DDR agierte am Ende selber sowieso nur noch als Billiglohn-Sklavenland mit Exportdruck nach Westen... "wie ein Heroinabhängiger süchtig nach Westdevisen"


Ja, genau so war es leider. Im Elektronikbereich war zum Beispiel die Herstellung von Stereo-Fernsehgeräten mit Videotextdekoder, Satellitenempfängern und anderen Artikeln, für die in der DDR offiziell gar kein Bedarf da war (DDR-Fernsehen nur in Mono, kein DDR-Fernsehen via Satellit) ein guter Beweis dafür, daß die ganze Entwicklung schon auf Westexport ausgelegt war.


Zitat

und dann ist auch wieder Schluss mit staatlich garantierten Kinderkrippenplätzen...


Das ist ja leider das große Problem. Unser Staat handelt mit seinen Ausgaben für Verbeamtungen und diversen "Prestigeobjekten" immer noch so, als gäbe es ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum, wie man es in den 1950er Jahren noch angenommen hatte. Griechenland hat uns ja eigentlich gezeigt, was dabei rauskommen kann. Und dann wird einfach alles abgesägt, was irgendetwas kostet. Egal, wie wichtig es ist. :-(



@ 102.2

Zitat

Was mir nunmal nicht passt ist die DDR und ihre Zeit schoenzureden, und ihre Vergangenheit auch noch zu vermarkten, unter dem Begriff "Ostalgie". Trabant, Honecker Bilder und Ampelmaennchen inklusive.


Du darfst aber nicht vergessen, daß manche Leute bis zu 40 Jahren in diesem Staat gelebt haben und - auch wenn du es nicht glauben magst - dort auch positives erlebt haben und positive Erinnerungen daran haben. Du kannst von niemandem verlangen, daß er einfach mal so das, was er in mehreren Jahrzehnten erlebt hat, von Grund auf sch**** findet.

So lange es nur um irgendwelche "DDR-Kultobjekte" geht, ist doch alles im grünen Bereich. Es gibt auch Leute, die alte Radiogeräte aus der NS-Zeit sammeln und sind trotzdem keine Nazis.

Gefährlicher sind da eher irgendwelche "Altgenossen", die die innerdeutsche Grenze und die Menschenrechtsverletzungen in der DDR verharmlosen.


Zitat

Zu welchem Zeitpunkt war es jemals gerechtfertigt, dass deutsche Soldaten, (als Grenzer) auf Deutsche schiessen?


Zu keinem! Was hat das aber damit zu tun, daß man ein Trabbi-Fan, oder hier im Forum vielleicht, ein RFT-Fan ist? Wenn man Trabbis oder RFT-Geräte mag ist man automatisch ein Befürworter der DDR-Grenzsicherung? Oder was willst du uns damit sagen?


Zitat

Geschweige denn von dem riesen Stasi Apparat und diversen anderen Graeueltaten? oder auch div. Reisefreiheiten die wir im Westen haben, einem eigentlich kultiviertem Volk zu verbieten, Studienplaetze nach politischer Gesinnung anzubieten. Gerade in diesem Zusammenhang ist jede Sozialleistung die die DDR geboten hatte, oder haben soll, oder angeblich "so toll war" einfach nur Schrott.


Stimmt ja, aber was haben die Menschenrechtsverletzungen mit den Sozialleistungen zu tun?


Irgendwie kommt mir das, was du so schreibst, so vor, als müsse alles, was irgendwie mit DDR zu tun hat, grundsätzlich als schlecht deklariert und vom Erdboden getilgt werden.

von Kay B - am 17.10.2013 23:47
Zitat
hegi_ms
Ich vermute, den gleichen Job wie "102,2" bzw. "Biertrinker".


Ja, wenn einem die Meinung nicht links und sozialmdemokratisch genug ist, wird man gerne im Rahmen der mangelnden Zurechnungsfaehigkeit diskreditiert....etwa "der User haette wohl zu viel getrunken".

von 102.1 - am 18.10.2013 10:20
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.