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vor 8 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 4 Monaten
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Bengelbenny, Dixie_, Onabi, HeibelA, PowerAM, Peter Schwarz

Private Krankenversicherungen

Startbeitrag von Bengelbenny am 05.04.2010 10:25

Aus aktuellem Anlass:

Ich brauche, da ich ja ab Herbst Beamtenanwärter sein werde, eine gute (und preiswerte) private Krankenversicherung und wollte mal in die Runde fragen, mit welchen ihr gute Erfahrungen gemacht habt?

Mir gehts dabei hauptsächlich auch um diesen ganzen Verwaltungskram, der möglichst unkompliziert sein sol. Ferner sollte auch eine regelmäßige Physiotherapie keine größeren Probleme machen.

Habt ihr Vorschläge? Hab mich zwar schon erkundigt, aber persönliche Erfahrungen sind meist mehr wert!

Antworten:

Den Gedanken an wenig Verwaltungskram kannst Du in der privaten Krankenversicherung aber gleich vergessen! Zu deinem Recht bzw. zu deinem Geld kommst Du nur, wenn Du dich umfassend informierst. Da braucht es gesundheitliches Basiswissen, einen vertrauenswuerdigen Allgemeinmediziner und vor allem das offene Gespraech mit Kollegen. Irgendwer weiss immer, wie man etwas einreichen kann und doch bezahlt bekommt.

Wissen solltest Du auch, dass der Privatpatient direkter Vertragspartner des Arztes ist. Es laeuft also so, dass Du das Programm bekommst, das Du in Auftrag gegeben hast. Der Arzt stellt dir die Rechnung und Du hast sie zu begleichen. Anfangs setzt man dir meist recht kurze Zahlungsziele und Du gehst immer in Vorleistung. Als Beamter bist Du sogar verpflichtet, fuer diese Eventualitaeten finanzielle Reserven zu haben. Dann reichst Du deine Rechnung(en) bei Beihilfestelle und privater Krankenversicherung ein. Je nach Beihilfesatz bleibst Du auf einigen Sachen sitzen. Mit deinem "Hausarzt" kannst Du dann aber vereinbaren, dass Du fuer das Begleichen der Rechnung mehr als nur 14 Tage Zeit bekommst.

Grundsaetzlich solltest Du dir ueberlegen, ob Du das (teure) Komplettprogramm buchst, dass zum Grundpaket meist bausteinartig erweitert werden kann. Oder Du bleibst beim Basispaket und musst damit umgehen, dass Du eventuell oefter mal zuzahlen musst oder einzelne Behandlungen komplett zahlst. Bei deinen Problemen wuerde eventuell auch der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung Sinn machen. Fuer die private Krankenversicherung bist Du heute naemlich bereits Risikokandidat.

Vergleiche also die dir gebotenen Leistungen und die Preise! Eventuell kommst Du ja irgendwo ohne Gesundheitscheck davon.

von PowerAM - am 05.04.2010 10:41
Deine Ausführungen sind mir soweit bekannt, auch da ich bisher privat familienversichert war.

Jedoch gibt es, wie man immer wieder auch aus dem Bekanntenkreis hört, große Unterschiede zwischen den Versicherungen und leider auch (deswegen frag ich auch), unterschiedliche Erfahrungen mit derselben Versicherung.

Auch unterscheiden sich die Beamtenanwärter-Tarife drastisch von den Beamten-Tarifen, wie mir aufgefallen ist. Es ist schwierig, hier eine passende Entscheidung zu treffen. Es wird halt oft die Katze um Sack verkauft.


UNd dann gibts noch nervige Versicherungsberater, die logischerweise alles Mögliche verkaufen wollen. Nur ganz blöd bin ich ja nicht...

von Bengelbenny - am 05.04.2010 10:47
Ich bin seit 1990 bei der Debeka und habe mit denen eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Die Beitragshöhe hielt sich über die Jahre immer in Grenzen. Keine Sprünge bei den Erhöhungen, sondern jährlich um ein paar Euro teurer und die Leistungen waren auch gut. Einige Dinge, z.B. bei den Zahnbahandlungen hat die Debeka noch bezahlt, während die Beihilfe schon ausgestiegen ist.
Der Verwatlungsaufwand besteht eben darin, in gewissen Abständen die Rechnungen im Original einzureichen und dabei ein Formblatt auszufüllen, in dem man die Rechnungen nummeriert einträgt. Die Kopien der Rechnungen gehen an die Beihilfe, eine zweite Kopie pro Rechnung machen ich mir noch für mich selber.
Angenehm: Die Debeka zahlt recht zügig. Innerhalb von 4 Wochen sind die Rechnungen in der Regel erstattet. Da ist meine Beihilfe häufig langsamer.

von HeibelA - am 05.04.2010 10:48
Ich hab' mit der Central, bei der ich seit 1995 bin, auch wenig Aerger gehabt. Zahlen tun sie recht zuegig, bei der Beihilfe variiert es stark. Mal sind sie extrem schnell, mal wartet man ein Vierteljahr. Aktuell dauert es vermutlich dank vorlaeufiger Haushaltsfuehrung wieder sehr lange.

von PowerAM - am 05.04.2010 11:13
Ich habe mir seit einiger Zeit vier Kandidaten herausgesucht:

Debeka, AXA, HUK Coburg, Central (und evtl SDK).
HUK deswegen, weil ich mit einer anderen Versicherung dort zufrieden bin. Debeka, weil dort fast alle sind und sie scheinbar sehr zügig sind. AXA, weil dort auch einige sind, allerdings scheinen die auch nicht die schnellsten zu sein.

Die SDK wurde mir von einer Kollegin empfohlen, die bislang keine Probleme damit hatte. Allerdings ist diese Versicherung auch ziemlich klein (kann man als Vor- und Nachteil sehen).

Kurzzeitig hatte ich mir auch mal die DEVK angeschaut, da ich dort andere Versicherungen habe, allerdings haben die nur etwa 1000 Vollversicherte. Ich finde das ein wenig heikel...

von Bengelbenny - am 05.04.2010 11:32
Du solltest den Vorteil der Debeka, dass sie zügig sind, nicht unterschätzen, denn das bedeutet, dass du eben nicht immer in Vorleistung gehen musst.
Ich habe z.B. bei meiner letzten Zahnbehandlung, meiner Ärtzin gesagt, ich zahle erst, wenn ich den Betrag (4-stellig) von meiner Krankenkasse habe, sonst lasse ich den Eingriff nicht bei ihr machen. Diese Freiheit habe ich als Privatpatient. Dazu darf die Ärztin bzw. der Arzt die Rechung eben nicht gleich ans Inkasso-Unternehmen zur Beitreibung weiterreichen, sondern muss eben z.B. 4 Wochen warten. In meinem Fall hat das geklappt. Dies geht natürlich nicht, wenn Du weißt deine KV braucht 3 Monate.
Du solltest aber eben bei den Versicherungen und deren verschiedenen Tarifen vergleichen, welche Leistungen für Deine Krankheiten genau gezahlt werden. Jeder hat ja so seine Schwachstellen oder evtl. chronische Leiden. Die Behandlungen hiergegen müssen gut abgedeckt sein, sonst wird es teuer.

von HeibelA - am 05.04.2010 12:13
Hallo Herr Anwärterkollege,

ich kann die DKV nur wärmstens empfehlen: Preis eher unterdurchschnittlich, kulant, guter Service. Bei der Debeka sind die meisten meiner Kollegen, aber über die hört man nicht nur gutes. Die HUK ist grundsätzlich zu empfehlen, aber nur wenn der Preis stimmt.

Achja, bezüglich Papierkram: Da wirst du dich mit unserer königl. bayerischen Beihilfestelle noch oft rumärgern (ich unterstelle mal dass du beihilfeberechtigt bist), mit der KV dagegen wohl eher nicht.

von Onabi - am 05.04.2010 20:21
Ich hab morgen einen Termin bei der DBV/Axa. Ich hol mir momentan einfach mal ein paar Angebote ein.

An die Beamten(anwärter). Wer von euch hat eine Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen?
Ich erachte das zwar irgendwie als sinnvoll, da ich aber noch gar nicht weiß, ob ich nach den zwei Jahren Anwärterzeit überhaupt in der Branche bleibe, möchte ich das noch hinauszögern.
Ich würde das momentan lieber noch hinten anstellen.

Angeblich ist durch eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung (wie ich sie schon beantragt habe, aber dank meiner gesundheitlichen Probleme in der Schwebe ist) die BU als Lehrer nicht abgedeckt.
Es bieten jedoch nur ganz wenige Versicherungen nur noch eine DU an. Und die monatlichen Beiträge wären dank meiner gesundheitlichen Vorgeschichte gelinde gesagt an der Schmerzgrenze...


Edit: Ja ich bin dann ab September beihilfeberechtigt mit 50%. Bin dann Anwärter in Bayern...

von Bengelbenny - am 05.04.2010 20:27
Zitat

An die Beamten(anwärter). Wer von euch hat eine Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen?


Nö, ich seh nicht ein der Versicherungswirtschaft mein Geld in den Rachen zu werfen. Und die beste Versicherung ist m.E. immer noch mein Erspartes ;-)

von Onabi - am 05.04.2010 20:48
Mittlerweile kann man doch auch freiwillig bei der gesetzlichen Kasse bleiben, oder nicht? Also dieser ganze Einreichungsaufwand würde mich eher abschrecken, das hatte ich ja jetzt nach meinem Skiunfall...


von Peter Schwarz - am 05.04.2010 20:56
Ich habe auch nicht vor, eine Dienstunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Was mich an der Debeka nervt: Die wollen immer nur Komplettpakete anbieten (Provision!). D.h. Dienstunfähigkeit mit Unfall, Haftpflicht, Vorsorge etc. Aber verarschen lass ich mich nicht!

Mir gehts um eine KV, um nicht mehr.

Klar könnte ich mich auch freiwillig gesetzlich versichern, ich krieg aber dann keine Beihilfe und hab deutlich höhere Beiträge zu zahlen. Daher ist es unter Beamtenanwärtern normal (und wird auch erwartet), sich privat/via Beihilfe zu versichern!

von Bengelbenny - am 06.04.2010 10:04
Zitat
Bengelbenny
Klar könnte ich mich auch freiwillig gesetzlich versichern, ich krieg aber dann keine Beihilfe und hab deutlich höhere Beiträge zu zahlen. Daher ist es unter Beamtenanwärtern normal (und wird auch erwartet), sich privat/via Beihilfe zu versichern!

Viele Beamtenanwärter bleiben zunächst in der GKV (auch wenn dies die Minderheit darstellt), was auch bezahlbar ist, da sich der Beitrag in der GKV nach dem Einkommen bemißt und dieses selbst bei A-13-Anwärtern bekanntlich nicht sonderlich hoch ausfällt.

Ein A-13-Anwärter zahlt in Bayern zur Zeit 167,56 Euro in der GKV. Nicht billig, aber noch tragbar. Empfehlenswert ist dies vor allem für Anwärter, die in der PKV Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse akzeptieren oder gar auf die Öffnungsklausel verweisen müßten.

Danach wird es in der GKV für den Beamten allerdings richtig teuer, so daß sich eigentlich nur noch die PKV rentiert.

In Bayern bietet die VKB, zu der die Bayerische Beamtenkrankenkasse gehört, ganz ordentliche Tarife für Beamtenanwärter an, und im Gegensatz zur Debeka wird einem dort auch nicht gleich ein Komplettpaket aufgeschwatzt.

von Dixie_ - am 06.04.2010 10:24
@ Dixie

danke für den sehr hilfreichen Tipp!

Die GKV muss einen ja versichern, seh ich das richtig? Es gibt ja hierzulande eine KV-Pflicht.
Bei mir könnt es mit Risikozuschlägen aus den genannten Gründen sowieso happig werden. Ich werd mal schauen, wie sich das entwickelt. Evtl. lohnt sich auch ein Gespräch mit einer GKV mal (TK z.B.).

Danke auch für den Tipp mit der VKB!


Ein Komplettpaket lass ich mir nicht andrehen. In meinen Augen macht eine Dienstunfähigkeitsversicherung erst Sinn, wenn ich wirklich als Beamter in dem Beruf bleiben werde. Da dies momentan nur bedingt wahrscheinlich ist (weil meine Fächerkombi kaum verbeamtet wird) seh ich eine DU momentan als rausgeworfenes Geld an. Eine BU wäre da sinnvoller, da läuft gerade ein Antrag meinerseits...

von Bengelbenny - am 06.04.2010 10:40
Zitat
Bengelbenny
@ Dixie

danke für den sehr hilfreichen Tipp!

Die GKV muss einen ja versichern, seh ich das richtig? Es gibt ja hierzulande eine KV-Pflicht.

Die GKV muß jeden aufnehmen, der

• aus einer anderen GKV kommt,
• eine GKV-Anwartschaft besitzt (gilt im wesentlichen nur für längere Auslandsaufenthalte und spielt de facto keine Rolle) oder
• eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung (ein Beamtenanwärter ist nicht rentenversicherungspflichtig) aufnimmt und jünger ist als 55 Jahre.

Ist keiner dieser drei Punkte erfüllt (einer genügt!), so darf die GKV den Antragsteller an die PKV verweisen. Manchmal wird man aus Kulanz dennoch aufgenommen, aber einen Anspruch darauf hat man nicht.

Zitat

Bei mir könnt es mit Risikozuschlägen aus den genannten Gründen sowieso happig werden. Ich werd mal schauen, wie sich das entwickelt. Evtl. lohnt sich auch ein Gespräch mit einer GKV mal (TK z.B.).

Danke auch für den Tipp mit der VKB!


Ein Komplettpaket lass ich mir nicht andrehen. In meinen Augen macht eine Dienstunfähigkeitsversicherung erst Sinn, wenn ich wirklich als Beamter in dem Beruf bleiben werde. Da dies momentan nur bedingt wahrscheinlich ist (weil meine Fächerkombi kaum verbeamtet wird) seh ich eine DU momentan als rausgeworfenes Geld an. Eine BU wäre da sinnvoller, da läuft gerade ein Antrag meinerseits...

Wenn Du zur Zeit über Deine Eltern in der PKV bist, muß Dich dieses Unternehmen zwingend ohne Risikozuschläge und ohne Gesundheitsprüfung versichern, darf allerdings den Leistungsumfang auf das bisher versicherte Maß einschränken (sprich: jetzt kein Zweibettzimmer abgesichert, dann auch in Zukunft keines, usw.).

von Dixie_ - am 06.04.2010 13:54
Ich bin über meine Eltern in der PKV (allerdings keine echte PKV; nur eine Ergänzung mit 80% Beihilfe).
Diese werden mich aber nicht weiter behalten, da sie nur einen bestimmten Berufskreis versichert. Die Lehrer gehören da nicht dazu.

Hatte heute ein Gespräch mit der AXA. Es ist der Wahnsinn, wie unterschiedlich die Anträge bei verschiedenen Versicherungen ablaufen. Die Axa will z.B. nur Befunde der letzten drei Jahre für die Gesundheitsprüfung. Die darf ich halt jetzt mal besorgen, muss wegen dem Amtsarzt sowieso zum Arzt...

von Bengelbenny - am 06.04.2010 15:45
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