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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
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Stefan Klein, Bammentaler, Das Biergleis, Kirunavaara, Dieter Mosbach, BRN-Mos, Fabegdose

Heute Tag der Ernüchterung: Aschermittwoch und genau ein Jahr RNV ...

Startbeitrag von Fabegdose am 01.03.2006 12:05

Irgendwann wird alles gut!




Antworten:

Re: Heute genau ein Jahr RNV ...(mit 2 Fotos)

---------------------------------------------------------------------------Stand heute bei Rhein-Neckar Zeitung.
höhere Auslastung.

Die Busse und Bahnen fahren weiter – nur das Logo und teils auch die Farbe der Fahrzeuge haben sich verändert. Die Kunden bekommen nicht viel davon mit, dass die Heidelberger Straßen- und Bergbahn AG (HSB) und mit ihr die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) noch weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt sind.

Wenn fünf sich zusammen tun, da kann man eine Menge Geld sparen. Der komplizierte Zusammenschluss der Mannheimer (MVV) und Ludwigshafener Verkehrsbetriebe (VBL) mit der OEG, der Rhein-Haardt-Bahn und der hiesigen HSB vor einem Jahr soll die viel gerühmten „Synergieeffekte“ bringen. So kann es bei Busengpässen passieren, dass ein blauer Ex-HSB-Bus in Ludwigshafen die Kunden kutschiert. Ziel ist beispielsweise auch, eine große Leitstelle in Mannheim zu errichten. Damit sollen die Ludwigshafener und die Heidelberger Nahverkehrssteuerung ersetzt werden. Doch neue Technik und Struktur bedeutet auch weniger Personal, und da kommt man zum Kern der Probleme der Nahverkehrsallianz: Die Arbeit soll von weniger Beschäftigten zu niedrigeren Löhnen erledigt werden. Die Kosten müssen runter, denn zukünftig muss die RNV um die Busstrecken kämpfen. Andere Anbieter, weitgehend günstiger, wollen für die Kommunen die Bevölkerung befördern.

„Wettbewerbsfähigkeit“ ist das zentrale Ziel der Geschäftsführer, Gesellschafter, Aufsichts- und Betriebsräte. Es gehe zudem um die Sicherung der Arbeitsplätze, so RNV-Geschäftsführer Andreas Kerber, „auch wenn es am Ende des Tages vielleicht weniger sind“. Damit die RNV konkurrenzfähige Preise bei Neuausschreibungen anbieten kann, verdienen RNVler 20 bis 30 Prozent weniger, als ihre Kollegen bei der HSB. Aber erst 80 Beschäftigte verdienen weniger, die 1670 anderen bekommen die besseren Löhne ihrer Muttergesellschaften. RNV-Aufsichtsrat Reiner Nimis (SPD) meint, dass innerhalb von zehn Jahren das Tarifgefälle überwunden werde, aber „sozialverträglich“. Für HSB-Chefin Heike Kuntz ist klar: „Die RNV hat ein sehr ehrgeiziges Restrukturierungsprogramm zu realisieren“. Betriebsbedingte Kündigungen? Dazu will sie nichts sagen. HSB-Betriebsratschef Michael Frankmann gibt zu, dass sich die HSB auch alleine hätte neu aufstellen müssen. Aber: „Es braucht keiner Angst um seinen Arbeitsplatz zu haben“, vor möglichen Entlassungen würden die RNV und ihre Muttergesellschaften in die Pflicht genommen. Doch bis 2010 ist geplant, die HSB-Mitarbeiterzahl von 450 auf etwa 350 zu senken, sagt er – Heidelberg hätte ein Drittel des RNV-Personalabbaus zu tragen. „Wir werden nie ohne Restrukturierungsprogramm auskommen“, so der Betriebsrat.

Aber seine Bilanz fällt zwiespältig aus: „Ich habe immer das Gefühl, dass man das Rad neu erfinden will.“ Auch der Verkehrsclub Deutschland sieht den RNV kritisch: „Synergieeffekte sind noch nicht erkennbar, also wird an Leistung gespart“, so Thomas Hoffmann. Das würde zum Beispiel die Streichung von Einsatzbussen zeigen. Nur noch die Kosten stünden im Mittelpunkt. RNV-Geschäftsführer Kerber formuliert es so: Die Verkehrsallianz sollte auch die kommunalen Finanzen entlasten. Die HSB machte 2004 noch 19 Millionen Euro Verlust (2003: 38 Millionen Euro).

Wo spart die RNV? - Der geduldige Versuch einer Recherche
(mün) „Wir haben im ersten Jahr eine Null geschrieben“, sagt RNV-Geschäftsführer Andreas Kerber. Sein Kollege Günther Quaß ergänzt: Derzeit hat man 1750 Mitarbeiter, in zwei Jahren sollen es nur noch 1450 sein.Vor einem Jahr hatte man 210 Bahnen, jetzt nur noch 180. Von den 170 Bussen stehen jetzt nur noch 150 zur Verfügung. Und was hat das gebracht? „Da müssen sie unsere Muttergesellschaften fragen“, so Kerber. In Heidelberg bei der HSB ist man erstaunt: „Das ist ja eine grandiose Aussage“, meint die HSB-Chefin Heike Kuntz. Die Zahlen könne nur die RNV liefern. Bei der RNV versteht man das alles nicht, das meiste Personal sei doch bei den Muttergesellschaften beschäftigt und die müssten doch wissen, was gespart wurde. Nein, heißt es in Heidelberg. Wie viele Busse und Beschäftigte der HSB nicht mehr gebraucht würden, das könne nur die RNV liefern. Diverse hitzige Telefonate zwischen den Pressestellen der beiden Unternehmen, einen Rüffel von Heidelberg für den RNV-Vorstand und drei Tage später heißt es dann: Die Buszahlen hat die RNV, die Personalzahlen die HSB. Resultat: Von 20 eingesparten Bussen wurden 16 in Heidelberg stillgelegt. Zum Personal können die HSBler aber immer noch keine Auskunft geben – die Zuständigen sind auswärts oder krank.-----------------------------------------------


von BRN-Mos - am 01.03.2006 15:17

Re: Heute genau ein Jahr RNV ...(mit 2 Fotos)

Resultat: Von 20 eingesparten Bussen wurden 16 in Heidelberg stillgelegt.

Klingt voluminös. Klingt aber ganz anders, wenn man bedenkt, daß die Busse nach wie vor fahren. Und zwar teilweise genau da, wo sie vorher auch eingesetzt wurden. nur fahren halt nicht mehr HSB'ler auf den HSB-Bussen, sondern BRN'ler auf ex-HSB-Gelenkbussen auf der Linie 12. Gelenkbusse der HSB fahren in Ludwigshafen, hier gibt es sogar den Fall, daß Niederflurbusse durch Hochflurgelenkwagen ersetzt wurden. Der Busbereich der VBL war vor der Abgabe des 564 hochflurfrei. Letzte Woche fuhr ebenjener sogar auf dem 154. Der Centerleiter Leimen fährt auf VBL-Bussen, V-Bus fährt mit den alten Grünen aus MA.

Die Aussagen sind Augenwischerei, denn es ist nichts stillgelegt worden, es ist nur an Subunternehmer verteilt worden, die *noch* weniger bezahlen als das für Personal nach neuem RNV-Tarif der Fall ist. Das dummschöne Gebrabbel ist so wundervoll, daß es mich im Halse würgt!

Es ist absolut nicht die Frage, daß manche Einsparung sinnvoll ist, gerade wen Bundeszuschüsse zusammengestrichen werden. Aber es ist teilweise widerwärtig, wie sowohl Politik als auch Unternehmen die Öffentlichkeit informieren oder nichtinformieren. Ein offener Brief meinerseits an diverse Politiker erbrachte *keine* Antwort von sämtlichen Fraktionen des Stadtrates LU, *keine* Antwort von den Landtagsabgeordneten, mit Ausnahme des SPD-Abgeordneten Ramsauer, der mir sogar von der Privatadresse aus antwortete, eine hanebüchene Antwort der CDU-Abgeordneten Böhmer, die stumpf den Koalitionsvertrag zitierte - eine Woche später kamen Zahlen ans Tageslicht, was Steinbrück so alles streichen will. Es ist meiner Meinung nach ärgerlicher, daß man versucht die Leute für dumm zu verkaufen, als daß man sparen muß. Sparzwang in allen Ehren, aber ich finde diese Verarschungsversuche niederträchtig

von Stefan Klein - am 01.03.2006 16:08

Re: Heute genau ein Jahr RNV ...(mit 2 Fotos)

Zitat
ferdifuchs
Der Busbereich der VBL war vor der Abgabe des 564 hochflurfrei.


Sicher?

Es könnte noch den letzten MAN SL202 geben: LU-HC 589

Sichtungen bitte melden!

von Dieter Mosbach - am 01.03.2006 19:19

wenn es ihn noch gibt

dann schon seit langer Zeit nicht mehr im Planverkehr. Selbst auf Schulbussen hab ich ihn nicht mehr gesehen (dort tummeln sich in der Regel häufig die Gelenkbusse, umlaufmäßig sind glaube ich so ziemlich alle Schulbuskurse mit Linienkursen verknüpft - 156 auf 158, 158 auf Schulbus, Schulbus auf 168, Schulbus auf 154 usw.). Von daher hätte er auffallen müssen. Außerdem wäre es ja reichlich panne Niederflurbusse abzugeben, wenn man noch ältere Hochflurer im Bestand hat. Daß der Hochflurgelenkbus nun hier ist liegt einfach am Mangel an Gelenkwagen.

von Stefan Klein - am 01.03.2006 21:37

Sinn von Hochflur

So unsinnig wäre es gar nicht, noch ein, zwei Hochflurer im Bestand zu halten. Bei Sonderfahrten von über 20 km Länge sind die Fahrgäste sehr dankbar für das Vorhandensein einer Federung. Ein paar mehr Sitzplätze als im NF gibt's auch. Daß man die Kisten natürlich als allerletzte Reserve auf ansonsten reinrassig niederflurbediente Linien loslassen sollte, ist auch klar. Sonst packt nämlich Murphy die Gelegenheit beim Schopf und stellt genau dann, wenn der Hochflurkurs vorbeikommt, einen Rolli an die Halte.

Manche Verkehrsbetriebe halten sich für Sonderfahrten extra Kombi- oder gar Reisebusse. Selbst die MVG hatte mal O 302, O 303 und O 307. Heute wird sowas als purer Luxus wegrationalisiert. Aber ein halbwegs mittelstreckentaugliches Pferd im Stall ist bestimmt kein Fehler.

von Kirunavaara - am 01.03.2006 23:04

Re: Sinn von Hochflur

Zitat
Kirunavaara
Sonst packt nämlich Murphy die Gelegenheit beim Schopf und stellt genau dann, wenn der Hochflurkurs vorbeikommt, einen Rolli an die Halte.


Naja, Hochflur heißt ja nicht zwangsläufig, dass keine Rollis mitgenommen werden können. Bei der HSB haben nur ganz wenige Hochflur-O405G keinen Rollstuhllift gehabt.

Der hier angesprochene hat einen!

von Bammentaler - am 01.03.2006 23:18

Moderator, bitte löschen!



von Das Biergleis - am 01.03.2006 23:34
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