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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Aldwych, RHB1022, Fabegdose, Kastenlok

[London Underground] 4.Thema - Unfälle und Katastrophen

Startbeitrag von Aldwych am 03.02.2007 19:21

Hallo,

Ich selbst habe keine Angst wenn ich mit der Tube fahre - vorne auf dem Führerstand ist das ein Herrlich (OK auch mulmiges) Gefühl wenn man nichts sieht (die Lampen der älteren Fahrzeuge kann man als "Funzeln" betrachten!) und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h!

Der erste schwere Unfall auf der Underground war am 17 Mai 1938. Da ist ein Zug der District Line auf ein falsches Gleis geleitet worden - das Automatische Signal hatte eine Störung (die Signale waren Mechanisch - gekoppelt mit den Weichen, ich vermute das ein Stellkabel entweder blockiert oder gerissen war!) und leitete den Zug in der Station Embankment auf das falsche Gleis wo der Zug mit dem entgegengekommenen Zug kollidierte. 6 Menschen, darunter die beiden Fahrer wurden getötet und unzählige Verletzt.

31 Dezember 1945 - wärend eines Nebeligen Tages kollidierten 2 Züge der Metropolitan Line bei Northwood (Dieser Teil ist oberirdisch!) weil der 2. Zug zu schnell und ein Signal mißachtet hat (eine art Indusi gab es damals noch nicht!) das Resultat 3 Tote und 10 Verletzte - durch Lichtbogen geriet auch der Hölzerne Wagenkasten in Flammen, und der Feuerlöscher versagte!

27 Juli 1946 - Der Fahrer James Lofting fuhr sein Zug der Northern Line mit dem Ziel Edgware. Kurz vor dem Einfahrsignal erlitt er an einer Herzattacke und starb, die Totmannschaltung versagte und der Zug fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gleisende, von den gut 100 Passagieren überlebte jeder, 8 hatten einen Schock erlitten und 3 Leute erlitten leichte Verletzungen.

5 Dezember 1946 - die Stratford Extention der Central Line war noch nicht eröffnet als ein Testzug auf ein anderen Zug auffuhr der zu schnell unterwegs war - 1 Toter.

8 April 1953 - fast an der gleichen Stelle wie der Unfall im Jahr 1946 passierte das gleiche. Ein Zug der Central Line fuhr an einem Signal im Tunnel zwischen Stratford und Leyton mit 10 mp/h vorbei, der Fahrer wusste das das Signal eine Störung hatte und permanent Rotlicht zeigte und durch Anweisung durfte er nur langsam Fahren. Der Nachfolgende Zug war zu schnell und fuhr von hinten auf den Zug auf, der Zug wurde in sich zusammengefaltet. 12 Tote und 46 Schwerverletzte.

28 Juli 1958 - ein Zug fing an der Station Holland Park Feuer (später stellte sich heraus das Kabel und Maschinenteile nicht richtig gewartet wurde und durch ein Kurzschluss und brennbare Betriebsstoffe den Zug in Brand setzte!) alle Passagiere endeten mit einer Rauchvergiftung im Krankenhaus, das einer leider nicht überlebte. Am 11 August 1960 passierte ein ähnlicher Unfall (der auslöser war das selbe wie 1953!) doch in Redbridge konnten alle Passagiere evakuiert werden.

28 Februar 1975 - Zug 0837 der Northern Line (Heute wird die Strecke nicht mehr von der Londoner U-Bahn betrieben! die Strecke ging von Finsbury Park nach Moorgate! Ausgelegt ist der Tunnel für Großprofil Wagen (die Metropolitan Railway gehörte mal die Strecke!) und die Northern Line setzte Züge vom Typ "1938 Tube Stock" dort ein.) und ist ein noch immer ungelöster Unfall (ich glaube das wird auch immer ein ungelöster Fall bleiben (wie Jack the Ripper!). Der Zug fuhr mit einer Geschwindigkeit von mehr als 60 km/h gegen das Tunnelende. Die Leiche des Fahrers hatte keine ungewöhnlichen Anzeichen, selbst die Hand war noch am Fahrregler (unter normalen Umständen reagiert ein Mensch anders!) Vermutlich versetzte ihm die Stahlträger des Tunnels unter Trance! Bei dem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit stapelte sich das Fahrzeug im Tunnel und die hinteren Wagen (beim 1938 Tube Stock sind von 7 Wagen (Motorwagen "A" + Motorwagen + Trailer + Motorwagen "D" - Motorwagen "A" + Trailer + Motorwagen "D") 5 Wagen angetrieben!) bohrten sich in die anderen Wagenteile. Der Fahrer Leslie Newson war 56 Jahre alt und fuhr für die London Underground seit 1969, war Kerngesund und konsumierte keine Drogen und Alkohol, es gab auch keine Anzeichen für ein Suizid. In seiner Geldbörse waren 300 Pfund (er wollte nach Dienstschluss ein Auto für seine Tochter kaufen!) Auch die Totmansschaltung war funktionstüchtig (die Totmanschaltung bei einem 1938 Tube Stock ist simpel aber sicher, der Zug fährt nur wenn die Fahrkurbel heruntergedrückt wird!) Nach diesem Unfall wurde jede Station mit dem "Moorgate Control" ausgestattet, das war der Vorläufer zum Deutschen "Indusi" 43 Tote und mehrere Verletzte.



Polizeifoto von der Moorgate Katastrophe

9 Juli 1980 - durch ein Signalfehler fuhr ein anderer Zug auf einen stehenden Zug in der Holborn Station (Central Line) auf, nur 1 verletzter.

23 November 1984 - in der Station Oxford Circus brach ein Feuer aus, als ein Raucher eine Zigarette durch ein Lüftungsgitter warf, doch dahinter waren Utensilien für die Renovierung der Station wie Farb-Verdünner! Der Lagerraum fing Feuer und der Qualm nebelte die komplette Station ein, 14 Menschen erlitten eine Rauchvergiftung.

18 November 1987 - fast 3 Jahre nach dem Brand in der Oxford Station passierte in King´s Cross eine schreckliche Feuer-Katastrophe. Wärend der Peak zündete sich eine Person auf der Rolltreppe (mit Hölzernen Stufen) eine Zigarette an (obwohl seit dem Oxford Circus Feuer striktes Rauchverbot war!) und warf das Zündholz achtlos auf den Boden, als das Zündholz durch eine Spalte in den Rolltreppenmechanismus geriet entfachte sich das Feuer.

(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/b/bf/King%27s_Cross_Fire.jpg)

Zu Beginn vermutete man einen Feuer-Anschlag durch die Irisch Repuplikanische Armee (die in London schon einige Gebäude und Busse gesprengt hatte!) - durch die vielen Brennbaren Materialien stand nach kurzer Zeit die komplette Station unter Flammen. Und durch den "Back-Flash" Effekt arbeitete sich das Feuer sogar bis zu den Platformen. Erst nach gut 10 Minuten kämpften sich die ersten Feuerwehrmänner bis zum Brandort (bis zu 150 Einsatzkräfte!) und mit Atemgeräten und Spezialequipment bekämpften sie das Feuer - 6 Stunden lang brauchten sie um die größten Brandherde zu löschen! 31 Tote (darunter sind einige Opfer komplett verbrannt, man vermutet das sie erst im Qualm erstickten!) über 60 Personen zogen sich schwere Rauchvergiftungen hinzu, einige konnten sich über die Tunnel zur nächsten Station retten!)



(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/0/01/King%27s_Cross_Fire1.jpg)

Bilder nach dem Brand

(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/c/ca/Kingscrossmem.jpg)

Memorial Plaque in der King´s Cross Station

Kurz vor dem Brand hatte noch die Popgruppe Pet Shop Boys den Videoclip "King´s Cross" abgedreht, nach der Katastrophe wurde der Clip und der Song lange nicht ausgestrahlt.

Erst 2006 wurde die letzte Hölzerne Rolltreppe in Greenford (Central Line) Ausserdienst gestellt.

25 Januar 2003 - ein Zug der Central Line entgleist in der Station Chancery Lane, als der Zug ein Motorblock verlor, daraufhin war für eine lange Zeit die Central Line und die Waterloo & City Line eingestellt.



Der Beschädigte Zug in Chancery Lane

17 Oktober 2003 - durch zu große Geschwindigkeit überfuhr ein Fahrer der Piccadilly Line einen Schienenbruch in der Station Hammersmith, den Personen und das Fahrzeug sind ohne Schaden davongekommen.

zwei Tage Später am 19 Oktober 2003 entgleiste ein Zug der Northern Line in Camden Town 13 Verletzte, auch der Zug musste in´s "Krankenhaus" (eine Entdellungskur! Und er fährt heute wieder durch die Misery Line!)

Am 11 Mai 2004 folgte der letzte Unfall auf der Londoner U-Bahn als ein Zug in White City bei einer defekten Weiche entgleiste. Keiner wurde verletzt.

gruß

Dennis

Antworten:

Re: Sehr interessant

Moorgate wird nie geklärt werden, daß ist wohl Fakt.

von Fabegdose - am 03.02.2007 20:32

Frage zum "Moorgate Control"

Hallo,
wenn die "Moorgate Control" als Konsequenz des Unglücks 1975 entwickelt und eingebaut wurde, wie ich das verstanden habe, wie konnte das ein Vorläufer der deutschen Indusi sein? Die Indusi gibt es bereits seit etwa 1930!

Fragt
die Kastenlok

von Kastenlok - am 03.02.2007 20:46

Re: Frage zum "Moorgate Control"

Nun damit wollte ich keinen Vergleich mit der Deutschen Indusi, es war der Vorläufer des Sicherheitssystems bei der London Underground - habe mich etwas falsch formuliert!

Heute fährt die London Underground mit einer Modernisierten Variante die aber einfacher ist als das System bei der Deutschen Bahn!

Züge der London Underground können im Normalmodus nicht durch Stationen durchfahren sondern werden immer Abgebremst, fährt ein Zug schneller ein als Regulär gibt es eine Zwangsbremsung. Diesen Modus kann man auch abschalten (nur für Überführungsfahrten)!

Die Victoria Line wird mit einem "Beweglichen Block" ausgestattet, somit ist der Block nicht mehr Signalabhängig sondern von dem vorrausfahrenden Zug (die Victoria Line wird dann im Spitzenverkehr im 3 Minuten abstand fahren! Natürlich Vollautomatisch - der Fahrer drückt für die Abfahrt nur noch eine Taste!)

gruß

Dennis

von Aldwych - am 03.02.2007 21:01

So ähnlich wie LZB? (kt)



von RHB1022 - am 04.02.2007 10:36
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