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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 11 Jahren, 4 Monaten
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Beteiligte Autoren:
Tw237, Holger Koetting, Lokleitung, Faltenbalg

[F] two nights in Paris .(mB) Teil 1

Startbeitrag von Tw237 am 17.04.2007 19:21

----hat nix mit dem Film "one night in Paris" zu tun - um Verwechslung auszuschließen... :-P

Mit irgendeinem bis Metz mit einer Orientroten (oder verwaschenen verkehrsroten) Br. 181 bespannten EC mit SNCF-Wagen konnte ich für mich das letzte Mal die alte 5-Stunden-Verbindung nach Paris wahrnehmen. Beim nächsten Mal fährt zum Glück der ICE der DB, denn in Sachen Service kann die SNCF noch einiges von anderen Ländern lernen, denn im völlig überbelegten Zug gab es weder einen Speisewagen, noch ein Reiseprogramm, die Ansagen wurden nach Personalwechsel auch nur noch einsprachig durchgeführt, so sie denn überhaupt durchgeführt wurden. Doch dies sollte einen potentiellen Frankreichbesucher nicht abschrecken, denn Trammäßg hat Frankreich einiges zu bieten.

In Paris Gare de l´Est angekommen, sah ich dann erstmals, was in Metz dann drangekommen war:


Der o.g. Bahnhof von innen:


Am Bahnhofsvorplatz, wo sich Souvenirverkäufer einer ethnischen Minderheit und Zeugen Jehovas mit dem „Wachturm“ in zehn verschiedenen Sprachen gegenseitig den Rang ablaufen, war auch festzustellen, dass selbst hier, in der Renault-Hochburg Paris die Qualität aus der Heimat Fuß gefasst hat:



Die meisten Ziele erreicht man mit der Metro, die zwar sehr beeindruckend, aber nicht unbedingt Barrierefrei ist. Dennoch gibt es so tolle Hasen-Warnschilder wie dieses hier (sogar auf Deutsch!)



Erstes Ziel war das Kundenzentrum der RATP, im Osten Paris´, am Gare de Lyon, im selben Gebäudekomplex wie das Finanzministerium. Das ist also das Pariser „K1“:


Im inneren befindet sich einen kleine Ausstellung mit drei historischen Bussen und einer alten Metro, die leider zum Fotografieren eher suboptimal dastand.






Wo die eigentliche Sammlung Pariser Altfahrzeuge abgeblieben ist, weiß ich leider nicht.

Vorbei an der „neuen“ Metro…



… ging’s zu diesem Park, der sich auf einem ehemaligen Bahngelände befindet. Was man in der „Fußgängerzone“ einer deutschen Kleinstadt auf der anderen Rheinseite von Düsseldorf verbannen möchte, baut man hier rein, weil man’s schön findet: Gleise:



Metro beim überqueren der Seine




Ein paar Busbilder:




-
Auch MAN ist schon vertreten:



Eine kurze Standseilbahn zum Monmartre gibt’s auch, war aber leider wegen technischer Probleme außer Betrieb.




Zurück zur Metro. Wie hier an der Haltestelle „Bir-Hakeim“ gibt es einige Hochbahnstücke, an denen man Bilder machen kann. Hier ist ein Zug der „Flugzeugreifen-Metro“ zu sehen. Neben dem Stahlrad/Stahlschie-System, gibt es auch diese Gummibereiften Metros, jedoch sehr unruhig laufen, weshalb sich mir ihr Vorteil nicht so recht erschließt.



Nächstes Ziel war die erst im vergangen Dezember in Betrieb gegangene Straßenbahnlinie T3, die im Süden des Innenbezirks die Haltestellen Porte d´Ivry und Pont du Gariliano verbindet. Es fahren 2,65 breite Cidatis, deren Fahreigenschaften etwa denen der RNV6 entsprechen.

-

An der Haltestelle „Balard“, wo sie die Metrolinie 8 kreuzt, zweigt die eingleisige Strecke zum Freiluftdepot ab, das etwa einen Kilometer von der Endstation der Linie T2 entfernt liegt.











Hier ein Zug beim Ausrücken.



Hier ist das (vorläufige?) Ende, wo dieser Zug gerade umgesetzt hat.


Fortsetzung mit den Linien T2 und T3 folgen...

Antworten:

Zitat

Mit irgendeinem bis Metz mit einer Orientroten (oder verwaschenen verkehrsroten) Br. 181 bespannten EC mit SNCF-Wagen konnte ich für mich das letzte Mal die alte 5-Stunden-Verbindung nach Paris wahrnehmen. Beim nächsten Mal fährt zum Glück der ICE der DB


Das meinst Du jetzt nicht Ernst, oder? Die schönen bequemen Corail-Wagen, wo es sogar ordentliche klimatisierte Abteile gibt, gezogen von den kultigsten Loks - DB 181 oder SNCF BB 15000 - , gegen die engen Sitze eines hässlichen ICE3 zu tauschen ist (mal abgesehen von der kürzeren Reisezeit) doch ein massiver Rückschritt.

Zitat

denn in Sachen Service kann die SNCF noch einiges von anderen Ländern lernen, denn im völlig überbelegten Zug gab es weder einen Speisewagen, noch ein Reiseprogramm, die Ansagen wurden nach Personalwechsel auch nur noch einsprachig durchgeführt, so sie denn überhaupt durchgeführt wurden.

Die Speisewagen wurden von beiden Bahngesellschaften gemeinsam weggespart (früher gabs da mindestens einen "Gril-Express". Im Übrigen hat die SNCF ein Mittel gegen völlig überfüllte Züge - beim TGV gilt die Reservierungspflicht. Die DB wehrt sich bei ihrem ICE massiv gegen diese sehr komfortsteigernde Maßnahme.

Natürlich sind einsprachige Durchsagen langweiliger; weil bei der DB ja dann der ganze Lustigkeitsfaktor von Pseudo-Englisch weg wäre. Was nützt es auch, wenn dann auf dem deutschen Streckenabschnitt bei einem Zug der nach Frankreich fährt, die Durchsagen auf Deutsch und "Englisch" gemacht werden. Ich finde es in Ordnung, wenn das Gelaber auf das nötigste begrenzt wird und das überflüssige weggelassen wird. Auf "Das Gleis vor uns ist noch durch einen anderen Zug belegt" oder "Bitte in Fahrtrichtung unten aussteigen" oder "haben Sie auch nichts vergessen" kann ich gut verzichten.

Und zum Thema Reiseprogramm: Die DB hat beim Redesign der ICE1 sämtliche Kopfhöreranschlüsse und Bildschirme ersatzlos ausgebaut. Aber bei einem richtigen Zug, der nicht über mit Lärmschutzwänden zugepflasterte Schnellfahrstrecken donnert, braucht man das doch eh nicht, da gibts doch Fenster zum Rausgucken.

Zitat

Doch dies sollte einen potentiellen Frankreichbesucher nicht abschrecken, denn Trammäßig hat Frankreich einiges zu bieten.

Das stimmt. Schöne Bilder. Mir gefallen besonders die beiden BB 15000 in der "Grand confort"-Lackierung und die T2 auf den ehemaligen Eisenbahntrassen.

von Lokleitung - am 18.04.2007 12:29
Tw hat meine volle Annerkennung für seine schöne Reportage, allerdings spricht mir auch Ralph aus der Seele.

Die bequemen breiten, sofaartigen Sitze in den Corail Wagen gefallen mir auch.
Tja, und was die Ansagen anbelangt ist die SNCF auch schon viel weiter als die manchmal einfach nur (Verzeihung) widerwärtige DB, denn im Corail heißt es klipp und klar:

Madame, Monsieur,

Votre attention s'il vous plaît:

Nous vous rappelons que ce train est entièrement non fumeur.

Merci pour votre compréhension, bon voyage!


Dagegen hatte ich neulich zwischen Mannheim und Essen mal wieder so ein Erlebnis, ein GR-Wagen mit R und NR ohne nennenswerte Trennung, ein unerträglicher Gestank der giftgeschwängerten Luft auf den Nichtrauchersitzen in der Nähe der lächerlichen 2/3 Glaswand.

Und was diese dümmliche Anbiederei mit den Pseudo Englisch Durchsagen soll?
Ich hatte gehofft, dass das nach dem Fußball-Jahr wieder verschwindet, Irrtum!







von Faltenbalg - am 18.04.2007 13:07
Jo, also ich fand die Carail-Wagen alles andere als gemütlich und ziemlich móul, ich hatte am Montag noch Rückenschmerzen, aber über Geschmack kann man ja streiten.

Auch wenn die DB-Speisewagen mit ihrem Mikrowelenfraß bei weitem nicht an z.B. Serbischen (Zagrebbericht) rankommen, wo das Essen frisch zubereitet wird, so finde ich es doch gut, wenn man das nötigste zum nicht-verhungern bekommt und das direkt an den Platz... Und die meisten DB-Fernzüge hamm ja nen Speisewagen.

Mit Reiseprogramm meinte ich jetzt keine Fernseher (da liefen eh nur doofe Filme und der DB-Propaganda-Kanal), sondern die Heftchen "Ihr Reiseplan", wo man immer sehen kann, wann der Zug wo ist und wie weit die bahnhöfe auseinander sind. Find ich als recht interessant...

In diesem Sinne: Sänk ju for dräffelink wit Deutsche Bahn AG

von Tw237 - am 18.04.2007 13:22
ok, die SNCF-Züge sind nun alle rauchfrei, ein Punkt in Sachen Kundenfreundlichkeit für die Franzosen ;)

von Tw237 - am 18.04.2007 13:26
Viel schöner bei den Ansagen finde ich das typisch französche Verhalten, viele Vorschriften zu haben, aber letztlich niemanden, der sich dafür interessiert. "Bitte beachten Sie, daß alle Gepächstücke obligatorisch (mit dem Namensschild des Besitzers) etikettiert sein müssen". Ansage gemacht, durch den Zug gelaufen und nirgendwo nachgesehen/gemault. Ich kann mich nicht erinnern, daß sich auch nur irgendwer während meiner letzten ca. 15.000 km in Frankreich dafür interessiert hätte. Vielleicht sollte man einfach mal ein Gepäckstück mit Schack Schirack beschriften.
Ist so ähnlich wie mit dem Rauchverbot. Da kommst Du ins Stellwerk und siehst erstmal das Rauchverbotszeichen und "Gesetz vom blablubbundsoweiter". Und dann? Dann kannst Du erst mal den überquellenden Aschenbecher zur Seite rücken, um das Stellwerk fotografieren zu können. :-)


von Holger Koetting - am 18.04.2007 22:59
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