Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
felix83, Dr. Düwag, Andreas Risch, Daniel Wottringer, Tw237

Aus aktuellem Anlass: 50 jähriger DÜWAG-Geburtstag in Rhein-Neckar, lasst uns der Inbetriebnahme des ersten DÜWAG 312 heute vor 50 Jahren gedenken (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 08.12.2008 23:29

Aus aktuellem Anlass gedenken heute alle Gläubigen der Inbetriebnahme des ersten Rhein-Neckar-Düwags, dem GT6 mit der Nummer 312, den DÜWAG 1958 an die Verkehrsbetriebe MA-LU ablieferte.

Das "Geburtsdatum" eines Fahrzeuges lässt sich schlecht festlegen. Genau genommen ist es der Tag der Fertigstellung. Aber auf den Gleisen der eigenen Betriebes ist das Fahrzeug erst mit der Ablieferung. Da ein Fahrzeug seine Stadt aber erst vom ersten Einsatztag an prägen kann und dies auch das einzig dokumentierte Datum ist, sei das nun der "Geburtstag"

Auf den Tag genau heute vor 50 Jahren erfolgte die Inbetriebnahme des 312. Zu ihm gehörten noch die Wagen 313-317, deren Inbetriebnahme Anfang 1959 erfolgte.


Bei diesem Foto dürfte es sich um ein Bild aus den ersten Einsatztagen handeln, als das Fahrzeug vorgestellt wurde. Da es aus den Stadtarchiv LU stammt, ist davon auszugehen, dass das Bild in Mekka aufgenommen wurde.

In wenigen Details haben sich die (in ihren Abmessungen gleichen) Fahrzeuge der einzelnen Serien unterschieden. Die Reihe 312-317 hob sich am meisten von den anderen ab. So beispielsweise die geschlossene Frontschürze oder die Stutzen, an denen man eine Kupplung anbringen konnte. Schließlich konnte man an der Rambohle keine Kuppelstange anbringen, da diese nur aus einem Gummipuffer bestand, den auch die Erstserie ab 318 hatte. Besonders auffällig sind die Aluminimleisten und die verstärkten Türrahmen, die man auf den Fotos nur erkennt, weil die Alu-Leisten ca. 5 cm vor der Türkante enden.

Nun folgend einige Innenaufnahmen vom Zeitpunkt der Ablieferung:


Blick von Hinten durch den Wagen. Rechts befindet sich der Schaffnerplatz.


Noch einmal von der anderen Seite her betrachtet. Hier kann man auch erkennen, dass die ersten Düwags, die man auch am schwarzen Boden erkennt, keine Dachluken hatten.



Der Fahrerarbeitsplatz, der noch nicht nach hinten hin abgegrenzt war. Man verfügte lediglich über einen Vorhang. Zu erwähnen sei noch, dass die im linken Bildrand zu erkennende Rentnerbank etwas länger war, als bei den späteren Wagen, da unter ihr, wie bei den RHB-Fahrzeugen noch der Sandkasten war. Dieser befindet sich bei den spätern Baujahren unter der ersten, rückwärtsgerichteten Sitzbank, die 312 und Co nicht hatten.




Der Heckfahrschalter war in einem Geschränk untergebracht, was bei den sonstigen Reihen nicht üblich war. Diese hatten das erst mit späteren Umbauten erhalten.


Als dieses Foto entstand, dürfte der Wagen bereits ca. 9 Jahre alt sein.

Kurz darauf erfolge der erste größere Umbau. 1968 flog der Schaffnerplatz raus und 312 wurde Einmann-Wagen. Ob er seine früheren 100 Kw-Motoren gegen die sonst üblichen mit 120 Kw getauscht bekam weiß ich nicht.



1971 sah er dann schon etwas angeglichener aus.

1977 wurde 312 in der ZWM komplett frisch verblecht, wobei er auch seine besonderen Türrahmen verlor. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Übersetzfenster gegen Klappfenster getauscht.

Bevor er 1985 abgestellt wurde, wurde er 1983 noch zum Zwei-Licht-Wagen.

nach einer langen Abstellzeit sollte er Anfang der 90er, inzwischen er wohl unoriginalste Wagen von allen zum Museumsfahrzeug werden. Folglich verschwand er für eine lange (heute durchaus normale) Zeit in der ZWM, wo er zum Einlichtwagen zurückgebaut wurde.

1994 erfolgte das sündhate Todesurteil für 312, nachdem 313-317 schon im Düwag-Himmel waren.
Schließlich wurde er von einem Schrotthändler in zwei Teile zertrennt und in zwei Fuhren auf die Friesenheimer Insel verbracht, wo 312 (bildlich gesehen) auf den großen Schrottberg musste und ans Kreuz genagelt wurde.



Im Düwagglauben ist jedoch verankert, dass 312, der für die Sünde der GTN-Beschaffung starb, bald wiederauferstehen wird und auf die Gleise zurückkehrt.




In diesem Sinne, einen besinnlichen Geburtstag! :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers:

Antworten:

Gibt es detaillierte Photos des Führerstands und des Schaffnerplatzes? Ich würde mich für die verbauten Armaturen interessieren. Interessant ist auch das breite Geschränk neben dem Fahrer, wurde das nachträglich auf Standardgröße beim Glasscheibeneinbau umgebaut?

von Andreas Risch - am 09.12.2008 00:16
Ein halbes Jahrhundert städtischer Düwag :eek:

Wahrhaft ein historisches Datum!

Man möge sich verneigen und dem heiligen Düwag huldigen!


von Dr. Düwag - am 09.12.2008 10:43

Herzlichen Glückwunsch, 312! Welch ein herrlicher Tag. 50 Jahre DÜWAG, 366 Tage Stuttgart ohne GT4... (ot)

-

von Daniel Wottringer - am 09.12.2008 16:36

Re: Herzlichen Glückwunsch, 312! Welch ein herrlicher Tag. 50 Jahre DÜWAG, 366 Tage Stuttgart ohne GT4... (ot)

Des war jetzt aber wieder sowas von nötig :-(

von felix83 - am 10.12.2008 11:29

Re: Beim Düwagjubiläum sollen solche Worte des Bösen nicht in den Mund genommen werden!! (kT)

*

von Dr. Düwag - am 10.12.2008 13:11

Re: Beim Düwagjubiläum sollen solche Worte des Bösen nicht in den Mund genommen werden!! (kT)

Wisst ihr eigentlich, was dieses dauernde Rumgezeter über gewisse andere Wagentypen für ein Licht auf diejenigen von uns wirft, die sich so bemüht um die Erhaltung von historischen Fahrzeugen in der Region kümmern? Was denken andere (und ich meine dabei nicht nur Leute aus anderen Regionen, sondern durchaus auch Personen im Rhein-Neckar-Dreieck) von uns, wenn einige der Nutzer dieses Forums andere Fahrzeuge, andere Verkehrsbetriebe und Vereine und deren Bemühungen, das dortige historische Material zu pflegen, immer wieder und vor allem immer grundlos kaputtreden oder verteufeln müssen? Sollte man nicht toleranter sein, wenn man selbst erwartet, dass einem für die eigene hiesige Arbeit Verständnis und Unterstützung entgegengebacht wird?

Dieses ewige GT4-Gemotze ist allmählich wirklich unerträglich. Man muss sie nicht mögen. Aber man kann dann wenigstens man die Klappe halten.

Ich werd mich jedenfalls erstmal ein bissel hier rausnehmen, weil es mich nur noch anödet.

Christian

von felix83 - am 12.12.2008 09:57
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.