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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 10 Monaten
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Linie E Ebertpark, bassemohluff, Der Regenleisten 0 305, Das Biergleis, 218er, Stefan Klein, Fabegdose, Uli M., E94, VBL217, ... und 4 weitere

Vor 30 Jahren: OEG-Zug-Verkehr eingestellt

Startbeitrag von bassemohluff am 02.01.2009 20:18

Am 31.12.1978 kam es zu einem extremen Temperatursturz,
bis 14 Uhr regnete es noch bei +11°, dann sank die Temperatur innerhalb weniger Stunden auf -15°.

Die nassen Fahrleitungen vereisten, die Züge der OEG blieben ab 17 Uhr auf freier Strecke liegen.
Ich habe damals die Situation in Seckenheim beobachtet und ein paar Fotos geschossen (minderer Qualität - bitte um Entschuldigung !) , hier eine kleine Auswahl:

Zunächst erwischte es den Gt 84 (als Zug P 1617), der aus dem noch warmen Seckenheim gerade noch herauskam, dann aber vor der Pforzheimer Straße liegenblieb.
Dann folgte der Gt 91 (Zug P 77), der es noch bis hinter den liegengebliebenen Gt 84 schaffte:





Danach ging nichts mehr, der OEG-Schienenverkehr musste eingestellt werden (zumindest in und um Seggene).

Am Neujahrstagmittag 1979 wurde dann versucht, die Züge wieder freizubekommen. Dazu kam aus Edingen ein Zugverband aus Gt 97 und Gt 90, die den Gt 91 zum Gt 84 vorschoben und dann - wohl einmalig in der OEG-Geschichte (?) - einen Vierfach-Verband bildeten mit insgesamt sechs Stromabnehmern an der Fahrleitung (einer davon bekam wohl immer Strom), und so fuhr (zuckelte) dieser Vierfach-Verband die Strecke zur Kurpfalzbrücke frei.





Gegen 15 Uhr wurde dann nach gut 21 Stunden Stillstand der reguläre OEG-Verkehr wieder aufgenommen.

Im Vergleich dazu war die diesjährige Silvesternacht 2008/09 locker zu überstehen !

Antworten:

Karl mei Troppe.

*Sprachlos*

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von E94 - am 02.01.2009 20:28
Hat da vieleicht auch jemand Bilder aus MA wie es da ausgesehen hat mit dem Fahrbetrieb in jener Nacht ?

von Linie E Ebertpark - am 02.01.2009 20:37
D.h. man kann theoretisch eine 4-fach-Traktion bilden bei funktionsfähiger Vielfachsteuerung? Interessant...

von Andreas Risch - am 03.01.2009 00:05
Ob das die komplizierte Leittechnik der RNV6 das kann?


von Q-Boy - am 03.01.2009 00:08

Hochinteressant!

Also.. ich weiß nur- daß "theoretisch" drei Gt8 zusammengekuppelt werden können. Ausprobiert habe ich das nie...

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 03.01.2009 06:49

Re: Hochinteressant!

Dann wird es Zeit dieses mal zu testen :spos:

von 218er - am 03.01.2009 09:17
Auch ein Zeichen, wie robust die Tw damals waren. Ich gehe davon das die Tw 84 und 91 den Betrieb mit aufnahmen. Ob das die Tw 134 und co auch so wegesteckt hätten?

von Baertram - am 03.01.2009 12:47

Super Beitrag

*

von Der Regenleisten 0 305 - am 03.01.2009 13:47
Super Beitrag mit sehr schönen Fotos. Außerdem fahren alle 4 Fahrzeuge nicht mehr. :gut:

von Der Regenleisten 0 305 - am 03.01.2009 13:47

Re: vielleicht war es auch einfach so...

...würde ich jetzt einfach mal vermuten, dass die vorderen beiden Tw (mittels Isoliertuch o.ä.) einfach nur mechanisch gekuppelt waren, und deren insgesamt vier Bügel nur zum Freikratzen der Fahrleitung dienten. (Kann ein Tw mit zwei anliegenden Bügeln überhaupt fahren ?)
Der Zugverband, der hinten angekuppelt war, wird wohl die treibende Kraft gewesen sein, die dann dank der freigekratzen Fahrleitung die beiden "Eiskratzer" geschoben hat...

So rein mal ideentechnisch ;-)

von VBL217 - am 03.01.2009 14:21

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Zitat

Kann ein Tw mit zwei anliegenden Bügeln überhaupt fahren ?

Ja, kann er. Es war früher üblich, bei entsprechender Wetterlage beide Bügel hochzumachen, soweit ich mich erinnere wurde das von der Werkstatt gemacht, weil irgendeine Sicherung herausgeenommen werden mußte. Möglich war dies natürlich nur bei zweibügligen Wagen, bei Einbüglern und Plastikbahnen tut man sich naturgemäß schwer, einen zweiten Bügel anzulegen. :joke: :joke: :joke: :joke: :joke:

von Das Biergleis - am 03.01.2009 14:31

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Mit den Heidelberger M-Wagen war es zu deren zweibüglerischen Zeiten sogar möglich den Stromabnehmer während der Fahrt zu wechseln. Denn der zweite Stromabnehmer senkte sich erst etwa 3-5 Sekunden nachdem der erste gehoben hatte. War zwar nicht gern gesehen, hat aber im Verspätungsfalle selten jemanden interessiert. Bei den OEG-GT8 senkt sich ja der hintere schon bevor der vordere richtig anliegt.

Aber ich hab auch schon M-Wagen mit zwei Stromabnehmern zum Kratzen gesehen, bei denen scheint das also auch irgendwie möglich gewesen zu sein.

In Karlsruhe durfte nach einem Eisregen 2002 oder 2003 ein Gespann aus dem 167 (direktgesteuerter DWM-Sechsachser, der mit ner Metallschleifleiste ausgestattet ist) und beiden Partywagen (490+491, DWM-EP-Großraumwagen, beide mit 2 Stromabnehmern) die Strecken nach Ittersbach und Bad Herrenalb freikratzen. Möglich war das, weil einige direktgesteuerte Sechsachser (also konventioneller Nockenfahrschalter hinterm Fahrersitz, wie bei unseren Düwags auch) eine zusätzliche Walze am Fahrschalter eingebaut bekamen, die 24V-Steuerbefehle über die Kupplung an die EP-Wagen (elektropneumatische Schützensteuerung mit unterflurigem Zentralfahrschalter) weitergeben konnten. Die Fahrt muß wohl sehr abenteuerlich gewesen sein, weil der 167 vorne so gut wie keinen Strom bekam und es an der Oberleitung gewaltig bruzzelte, die beiden EP-Wagen hintendran aber durch ihre 4 Stromabnehmer sehr wohl etwas von den 750 Volt abbekamen und den Sechsachser vornedran gut schieben konnten. Ansonsten hatte man in Karlsruhe dem Fahrrad-Express-Wagen 155 (auch ein DWM-Sechsachser) einen Stromabnehmer montiert, der mittels einer Rolle eine Glycerinlösung auf die Fahrleitung auftrug. Allerdings war dieser Wagen nur bedingt eigenständig fahrfähig, in aller Regel wurde er hinter Stadtbahnwagen einfach nur geschleppt, eigenständig konnte man ihn wohl nur noch zu Rangierbewegungen nutzen. Im Sommer als FEx-Beiwagen (hinter 570,580,581, die irgendwie schaltungstechnisch adaptiert wurden, so daß Türfreigabe und Blinker am "Beiwagen" funktionierten), im Winter hinter Stadtbahn-Sechsachsern (501 und noch ein paar andere, die schaltungstechnisch so adaptiert waren, daß der Zusatz-Stromabnehmer mit Glycerinrolle bedient werden konnte). So ganz genau weiß ich das aber auch nicht mehr, aber so irgendwie war das wohl. Der FEx-Wagen ist aufgrund seines minderwertigen Gesamtzustandes aber mittlerweile Geschichte...

Bilder zu solchen Garnituren hab ich aber leider keine.

von Stefan Klein - am 03.01.2009 16:08

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Da gab es noch ein zusätzliches Problem:
Die Wagen mit beiden angelegten Stromabnehmern an der Fahrleitung durften auf keinen Fall die Streckentrenner beim Übergang OEG-HSB befahren. Da beide Stromabnehmer elektrisch verbunden waren, wäre es zu einem Kurzschluss gekommen, weil die verschieden gepolten Stromnetze von OEG und HSB somit kurzzeitig verbunden gewesen wären.
(So hat man mir es damals zumindest erzählt).

von bassemohluff - am 03.01.2009 16:09

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Es gibt aber wohl seit längerem schon die sogenannten Differenzstreckentrenner, deren stromloses Stück so lang ist, daß ein normal aufgebügelter Zugverband darunterpaßt, ohne die beiden Netze elektrisch zu verbinden. Paßt dann für einen doppelt aufgebügelten Solo-GT8 auch.
Wieviele Meter es sind, weiß ich aber nicht ... RNV Ost, übernehmen Sie! :-)

von Fabegdose - am 03.01.2009 16:44

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Das mit der Länge der Differenzstreckentrenner in Heidelberg stimmt wohl so, seitdem es bei der OEG Variobahnen (V6) gibt.

Damals wurden die Differenzstreckentrenner (unter der Czernybrücke und in Handschuhsheim-Nord am Hellebächel) verlängert, um ein geerdetes Zwischenstück einzufügen. Das brauchen die Varios V6 angeblich, weil sie beim Bremsen die Energie in die Fahrleitung einspeisen und die Erdung wohl Voraussetzung für die nötige Umpolung der Einspeisung ist.
(An der Strecke erkennbar an den Schildern: "V6 - Nullfahrt")

Vor der V6-Zeit stimmt es meines Wissens allerdings nicht, dass die Differenzstreckentrenner länger waren als der Abstand der beiden Stromabnehmer auf den Gt8 (80 - 116).

von bassemohluff - am 03.01.2009 17:14
Müßte man direkt mal testen.

von Linie E Ebertpark - am 03.01.2009 17:41

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Sie waren meines Wissens nach so lang, daß sich bei einem Verband beide Bügel im stromlosen Abschnitt befanden, allerdings nur, wenn jeweis die gleichen Bügel (also beide vorderen oder beide hinteren) angelegt waren.

von Das Biergleis - am 03.01.2009 17:52

Streckentrenner Handschuhsheim Nord

Korrekt - das stromlose Stück nach Dossenheim war so lang, daß eine Doppeltraktion mit Ihren gleich angelegten Bügeln durchkam...

War meine tägliche Schülerstrecke ;o)

Gruß,
Uli

von Uli M. - am 03.01.2009 18:43

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Ja kann mich an so ne fahrt nach Feierabend errinnern da solte ich mir den 5xx, ich weiß nur noch das es ein GT6 war nehmen und am Albgaubad den FEX Gt6 anhängen danach wieder durch die Schleife und dann ab nach Ittersbach.
Bei der Ausfahrt Busenbach Bf (damals führte die Strecke noch am Hang entlang) begann dann das Drama! Beim ersten Anlauf schaffte ich es mit meinem Gespann nur bis auf den BÜ kurz nach dem Bahnsteig, und mußte zurücksetzen das ging recht einfach da auf dem Anhänger ein Kolege war der eigentlich die Steuerung für die Mengenzufuhr des Glycerin zum Stromabnehmer regelte, er überwachte die Rückwärtsfahrt die ich dadurch vom Vordersten Fahrerstand durchführen konnte.
Beim zweiten mal kam ich dann immerhin schon mal über den BÜ bis hinter den S-Bogen, ca 100m weiter und das ganze wiederholte sich noch einige male zum Glück hatte der Fdl den Bahnübergang auf Dauerschliesung eingeschalten sonst hätte es noch länger gedauert, jedenfals war es dann ca 1,5 Stunden Später bis ich tatsächlich Feierabend hatte.
Aber schä wars :grins:

von 218er - am 04.01.2009 10:29

Re: vielleicht war es auch einfach so...

Das sind dann sie sog.abwechslungsreichen Tage. :xcool:

von Linie E Ebertpark - am 04.01.2009 13:14
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