Semesterticket mit Übergangslösung (ZM)

Startbeitrag von A-dot am 17.07.2009 08:57

Entwarnung an der Nahverkehrsfront: Auch im kommenden Wintersemester wird es für die rund 30000 Heidelberger Studenten ein Semesterticket geben. Studentenwerk und Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) bestätigten gestern, dass man sich auf eine Übergangslösung geeinigt habe.

Am Montag hieß es noch, der VRN habe die Verhandlungen einseitig beendet. Doch inzwischen sind beide Seiten aufeinander zugegangen, der Semesterticket-Vertrag zwischen Studentenwerk und dem Verkehrsverbund soll um weitere sechs Monate verlängert werden. Der Preis für den Halbjahres-Fahrschein steigt von bisher 116,30 auf 127 Euro. Der Sockelbeitrag, den alle Studenten zahlen müssen, unabhängig ob sie das Ticket kaufen oder nicht, bleibt hingegen stabil bei 20 Euro. Beide Seiten verpflichten sich, die Verhandlungen fortzuführen. Bis zum 31. Oktober will man eine längerfristige Lösung finden.

"Das ist ein Modell, das uns beiden entgegenkommt", sagt Studentenwerk-Geschäftsführerin Ulrike Leiblein. Und Dirk Dietz vom VRN hofft, dass die ins Auge gefassten Gespräche nun endlich den Durchbruch bringen: "Wir können die Verhandlungen nicht immer weiter in die Länge ziehen, schließlich laufen sie schon seit Frühjahr 2008."

Rund 5000 Studenten beteiligten sich an einer Umfrage der Fachschaftskonferenz. Danach halten 46 Prozent der Befragten das Semesterticket schon jetzt für zu teuer. Nur 20 Prozent wären bereit, für den Dauerfahrschein mehr als 130 Euro zu bezahlen. Und das, obwohl – laut VRN – fast 60 Prozent aller Studenten das Angebot nutzen. Nun schlagen verschiedene Gruppen einen Kompromiss vor: Der Geltungsbereich des Tickets könnte beschränkt werden, um den Preis zu drücken. Bisher können die Studenten das komplette Netz des Verkehrsverbunds abfahren.

Der VRN bleibt skeptisch. "Es ist doch jetzt schon so, dass die Studenten vor allem den Nahverkehr in Heidelberg und der direkten Umgebung nutzen", sagt Dirk Dietz. Es bringe demnach wenig, den Geltungsbereich des Tickets zu begrenzen. Dietz: "Auch dann können wir mit dem Preis nicht massiv runtergehen." Außerdem habe der VRN bereits einen Vertrag mit den Mannheimer Hochschulen unterzeichnet. Und hinter dem könne man nicht zurückbleiben.

Die vorläufige Rettung des Tickets war gestern noch nicht bis zu den Studenten durchgedrungen. Im Internet kündigten sie für heute ab 14 Uhr am Bismarckplatz eine Kundgebung für ein "sozial verträgliches Semesterticket" an. "Wir suchen nach Alternativen zum Nahverkehr und trampen", heißt es in dem Aufruf: "Packt einen Rucksack mit Isomatte, Decken und Essen ein" Und dann sollen alle Schilder mitbringen, nach dem Motto: "Armer Student will nach Hause."

(c) RNZ

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