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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Q-Boy, Rastatter Kundendienst, Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., Lokleitung, Regiotramfüralle, felix83, X-Factor, Harald S, Tw237, 218er, Lindenhöfer

Das EBA gibt bekannt....

Startbeitrag von Q-Boy am 01.08.2009 11:06

[www.eba.bund.de]

"Schutzziele zum Kuppeln von Fahrzeugen mit automatischer Kupplung im Stand"

War da nicht mal was mit RNV6?

Antworten:

Re:

Was haben RNV6 damit zu tun?

von Lindenhöfer - am 01.08.2009 23:58

Re: Re:

Naja, es hat eine Weile gedauert, bis die Fahrzeugsoftware das tat, was man von ihr wollte. Mittlerweile scheints aber recht gut zu funktionieren.

In dem EBA-Dokument steht jetzt auch wieder was zum Thema Zugschluss, was natürlich den Gepflogenheiten bei einem Straßenbahnbetrieb völlig widerspricht. Gar nicht so einfach, dann mit dem gleichen Fahrzeugtyp beiden Vorschriften (EBO, BoStrab) irgendwie zu entsprechen...

von Lokleitung - am 02.08.2009 07:27
Die Überschrift kannst Du so natürlich nicht stehen lassen. Korrekt müßte es heißen:

Das Eisenbahn-Behinderungsamt geruhte, in seiner göttlichen Weisheit und allumfassenden Einsicht zu erlassen

von Rastatter Kundendienst - am 02.08.2009 08:53

Re: Re:

Nun ob im BO Strab bereich das Zugschluß Signal dauernt leuchtet oder nicht tut glaube ich keinem weh! :D

von 218er - am 02.08.2009 11:15
Zitat
Rastatter Kundendienst
Die Überschrift kannst Du so natürlich nicht stehen lassen. Korrekt müßte es heißen:

Das Eisenbahn-Behinderungsamt geruhte, in seiner göttlichen Weisheit und allumfassenden Einsicht zu erlassen

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit


Seit die Kölner Staatsanwaltschaft nach den Türenunfällen bei den Quietschies auch gegen Unbekannt beim EBA ermitteln, ob Regelwerke korrekt verfasst wurden, werden die Regelwerke eben etwas mehr auf Sicherheit formuliert, damit im Fall der Fälle sich kein Hersteller und Betreiber auf die "anerkannten Normen und Regeln" zurücklehnen kann.

Und daß die Auslegung der "anerkannten Normen und Regeln" doch nicht so recht passen hat man ja in Köln, Berlin, Viareggio und bei den Regioshuttles gesehen, oder habe ich da was verpasst?

Und wenn solche Regelwerke angepasst werden, ist mir das lieber, als wenn Schwachstellen jahrelang bekannt sind, und niemand was gegen tut.

Soviel dazu....

von Q-Boy - am 02.08.2009 17:17

Re: Re:

Aber es gab auch mal ne Trennung auf einer EBO-Strecke, wo das EBA schauen sollte (oder hat Ba-Wü ein "Landes -EBA")

von Q-Boy - am 02.08.2009 17:26

Re: Re:

Nein.

Aber im Eisenbahnbetrieb muss der Zugschluss bei der Trennung eines Verbandes am vorderen Zug dunkel bleiben, während er im Straßenbahnbetrieb angehen soll, weil das abgetrennte Fahrzeug im Straßenverkehr ja erkennbar sein soll..

von Lokleitung - am 02.08.2009 20:15

Re: Re:

Bleibt ja im Endeffekt - so man keine Zwischenmöglichkeit durchführen kann - nur eine Art "Systemwahlschalter", mit dem der Tf (sorry, Efzf) zwischen EBO- und BOStrab-Betrieb wechseln kann, damit die Fzg-Software die verschiedenen Verhaltensweisen jeweils korrekt abbilden kann. (Eine Umschaltung via RBL wäre ja per Defintionem nicht signaltechisch sicher und kann daher nur als Unterstützung, nicht jedoch als alleinige Auslösung dienen.)

von Rastatter Kundendienst - am 02.08.2009 22:59

Re: Re:

Zitat
Lokleitung
Nein.

Aber im Eisenbahnbetrieb muss der Zugschluss bei der Trennung eines Verbandes am vorderen Zug dunkel bleiben, während er im Straßenbahnbetrieb angehen soll, weil das abgetrennte Fahrzeug im Straßenverkehr ja erkennbar sein soll..

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger





Mich zerreißts... :D Genau das hatte ich als Prüfungsfrage...! ;)

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 03.08.2009 05:22

Re: Re:

Das mit der BoStrab leuchtet ein. Aber warum das mit der EBO? Hat das irgendeinen Grund, oder ist das nur reine Bürokratie?

von Tw237 - am 03.08.2009 07:07

Re: Re:

Nein, in B-W gibts kein "Landes-EBA"
Zitat
Q-Boy
Aber es gab auch mal ne Trennung auf einer EBO-Strecke, wo das EBA schauen sollte (oder hat Ba-Wü ein "Landes -EBA")


von Regiotramfüralle - am 03.08.2009 17:31

vollkommene Zustimmung

Ich kann das ganze Anti-EBA-Zeugs nimmer hören. Die richtigen harten Strafen kommen vom EBA auch nur, wenn versucht wurde, zu bescheissen: So las das EBA einmal von einem TAV-Unfall bei der S-Bahn München in der Zeitung (der Vorfall wurde nicht zeitnah gemeldet, obwohl dies bei der Zulassung des TAV zur Pflicht erklärt wurde) und das, was bei der S-Bahn Berlin passiert ist, muss ich ja nicht erzählen.

von Regiotramfüralle - am 03.08.2009 17:35

Re: Re:

Nö, das hat nix mit Bürokratie, sondern mit der Fahrwegprüfung zu tun.

Sonst könnte man ja Schlusslichter oder -scheiben komplett weglassen, immerhin sollte im EBO-Bereich ja immer nur ein Zug in einem Blockabschnitt unterwegs sein, so dass ein nachfolgender Tf nicht den Schluss des Vorzuges erkennen können muss.

Aber der Fdl oder Wärter muss es erkennen können.

Dazu gibt es eine ziemlich gute Beschreibung in Wikipedia.

Zitat
Wikipedia
Bei allen Varianten des nichtselbsttätigen Streckenblocks muss sich der Bediener des Streckenblocks davon überzeugen, dass ein Zug mit Zugschlusssignal an der örtlich festgelegten Zugschlussstelle vorbeigefahren ist, bevor der Zug zurückgeblockt werden darf. Nur dann steht fest, dass er vollständig angekommen ist und die Blockstrecke geräumt hat.


Würde sich also unterwegs an einem abgerissenen Zugteil selbsttätig der Zugschluss einschalten, so könnte keine sichere Fahrwegprüfung durchgeführt werden, denn ein solcher Zug würde ja bei erkennen des Zugschlusses rückgeblockt, obwohl sich noch ein weiterer Zugteil auf der Strecke befindet.



von Lokleitung - am 03.08.2009 20:04

Re: vollkommene Zustimmung

Man muß das halt alles etwas differenzierter sehen. Sicherlich ist es falsch, das EBA grundsätzlich zu verteufeln, aber nicht alles, was von denen kommt ist auch uneingeschränkt gut. Und bisweilen merkt man schon arg, daß es sich um eine Behörde handelt (nicht auf den hier angesprochenen Fall bezogen, denn da handelt es sich ja um durchaus sinnvoller Maßnahmen).

von Rastatter Kundendienst - am 03.08.2009 20:34

Ein gewisses Augenmaß ist immer gut!

Eine Eisenbahn, die nicht fährt, ist nicht sicher!

Oder hat schon mal jemand das EBA verklagt wegen eines Autounfalls? Ich meine, weil jemand Auto gefahren ist, weil die Züge nicht gefahren sind. Oder weil sie überfüllt waren. Oder auch nur wegen des schlechten Leumunds, den die Bahnen deswegen (berechtigt oder übertrieben) haben.

Wir leben in einer Vollkasko-Gesellschaft. Wir versichern uns zu Tode.

von Harald S - am 04.08.2009 18:41

Re: Ein gewisses Augenmaß ist immer gut!

Und genau das ist das Problem, auf das ich hinaus möchte. Es gab letztens einen schönen richterlichen (wenn auch nicht bahnbezogenen) Richterspruch, der sich darauf bezog, daß gewisse Sachen einfach zum Risiko des Lebens dazu gehören. So ist es auch mit dem Bahnbetrieb.
Durch die immer höheren Sicherheitsmaßnahmen, mit denen man Menschen das Denken abnimmt, verstärkt man die Spirale, denn von den Menschen nachher wieder selbständiges Denken und handeln zu verlangen, ist bisher immer gescheitert. Daher meine Kritik an manchem Senf des EBA, beispielsweise den Lichtgittern an Türen, statt Lichtschranken. Wenn das die Jugend spitzkriegt (dürfte etwa 5 Minuten dauern), können wir den Fahrplan gleich mit abschaffen.

von Rastatter Kundendienst - am 04.08.2009 20:00

Re: Re:

Wie waren Frage und Muster-Antwort genau?

von Q-Boy - am 04.08.2009 20:35

Re: Re:

Zitat
Q-Boy
Wie waren Frage und Muster-Antwort genau?

Soweit ich mich erinnere:

"Wie müssen bei einer Zugtrennung beide Zugteile signalsiert werden? Und geht das bei der OEG?" :joke:

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 04.08.2009 21:28

Re: Re:

Zitat
Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R.
Zitat
Q-Boy
Wie waren Frage und Muster-Antwort genau?

Soweit ich mich erinnere:

"Wie müssen bei einer Zugtrennung beide Zugteile signalsiert werden? Und geht das bei der OEG?" :joke:

UNd die Musterantwort wäre dann?

von Q-Boy - am 05.08.2009 09:37

Re: Re:

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Beobachtung, die ich gestern am Mannheimer Hauptbahnhof gemacht hab. Dort wurde ein Zug der S3 verstärkt. Der von Ludwigshafen kommende Zugteil stand am Bahnsteig und der zusätzliche Wagen setzte sich dahinter. Als er schließlich ankuppelte, gingen im selben Moment die Rücklichter des ersten Wagens aus - anscheinend durch das Kuppeln ausgelöst. Würde das jetzt im umgekehrten Fall bedeuten, dass beim Abkuppeln automatisch das Rücklich wieder anginge, wäre dort das gleiche Problem vorhanden - oder gibt's dann eine Schaltung, die das Rücklicht daran hintert, wieder anzugehen?

Nebenbei frag ich mich aber auch, wie eigentlich jahrzehntelanger Strab/Eisenbahn-Mischbetrieb bei der OEG funktioniert hat, ohne dass jemand die Probleme damit hatte, die in den letzten Jahren plötzlich aus dem Boden (bzw. aus dem EBA) schießen...

Gruß,
Christian

von felix83 - am 06.08.2009 08:42

Re: Re:

Ich denke mal daß es durchaus möglich wäre, im Falle einer unfreiwilligen Zugtrennung eine entsprechende Schaltung zu haben die dann am ersten Fahrzeug den Zugschluß dunkel läßt.
Eben das habe ich, mit entsprechenden Vorschlägen ja auch als Prüfungsantwort gegeben, war dann aber doch zu ausführlich. ( "Jajaja... schon gut... ;-) " )

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 06.08.2009 11:43

Re: Re:

Was du da in Mannheim Hbf bei der S3 beobachtet hast ist ein Kuppeln, wird das Fahrzeug abgenommen so wird entkuppelt. In diesen fällen wird der Schluss vom Fahrzeug immer selbsttätig aus bzw. wieder eingeschaltet.
Eine Zugtrennung ist immer unzulässig, daher gibt es den Begriff unzulässige Zugtrennung überhaupt nicht. In solch einem Fall muss das Schlusssignal an der Trennstelle ausbleiben bzw. vom Zugpersonal ausgeschaltet werden. Erst dann darf mit dem vorderen Zugteil, unter Erfüllung weiterer Voraussetzungen, der Streckenabschnitt geräumt werden.


von X-Factor - am 06.08.2009 18:48

Re: Re:

Dass es so sein muss, ist mir schon klar. Die Frage, die sich mir stellte, war eher: Wie wird beim Kuppeln das Licht ausgeschaltet und beim Entkuppeln wieder angeschaltet? Würde es beispielsweise über einen Kontakt in der Kupplung gesteuert werden, wäre es der ganzen Schaltung egal, ob nun abgekuppelt wurde oder der Zug getrennt, obwohl er das nicht sollte. Das Licht würde in jedem Falle angehen. Es müsste also noch mehr dahinter stecken, um die Vorschriften zu erfüllen.

Du schreibt "vom Zugpersonal ausgeschaltet werden" - steht das so in den Vorschriften drin? Dann wäre es ja ganz einfach, wenn man für das Rücklicht zusätzlich einen Schalter einbaut, und im EBO-Bereich schaltet man das Licht ab, während es im BoStrab-Bereich anbleibt. Allerdings: Wenn man die Trennung nicht bemerken sollte? Sollte zumindest theoretisch ja möglich sein...

Gruß,
Christian

von felix83 - am 07.08.2009 07:53

Re: Re:

Hallo Felix,

früher gab es da bestimmt einige komplizierte elektronische Verschaltungen.

Heute gibt es ja eine computergestützte Leittechnik, in der die Überwachung stattfindet und die das Einschalten und Ausschalten steuert.

Es reicht ja im Prinzip, die mechanische und elektronische Kupplung zu überwachen...

Genauere Kenntnisse dazu sind mir aber fremd ;-)


von Q-Boy - am 07.08.2009 10:17

Re: Re:

Das Schlusssignal geht beim 425 immer aus wenn die Kupplung nicht in Grundstellung ist, also die E-Kontakte offen sind. Eingeschaltet wird er, außer bei einer Zugtrennung, immer wenn die Kupplung in Grundstellung ist.
Das Entkuppeln muss vom gekuppelten Führerraum mit einem Schlüsselschalter eingeleitet werden.
Eine Zugtrennung muss vom Tf im führenden (forderen) Führerraum quittiert werden, erst danach schaltet momentan der Schluss ein. Diesen muss er dann über einen Leitungsschutzschalter wieder ausschalten und kontrollieren dass er auch aus ist.
Mit dem nächsten Software-Update bleibt der Schluss auch nach der Quittierung der Zugtrennung aus und schaltet erst nach Betätigung einer Taste im Führerraum ein. Aber auch hier muss vom vor der Weiterfahrt kontrolliert werden das er aus ist, bzw. nach dem einschalten, dass er an ist.
Das ganze wird über einen Kontaktschalter sowie eine Softwarelösung realisiert.
Geregelt ist dies für EVU die auf dem Streckennetz der DB-Netz verkehren in der Richtlinie 408.01-09.


von X-Factor - am 07.08.2009 11:07
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