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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Frieder Schwarz, Lokleitung

Autofreies Lautertal....

Startbeitrag von Lokleitung am 02.08.2009 21:30

...war heute wirklich eine geniale Veranstaltung, zu der mich ein forenbekannter IM eingeladen hatte.

Es sollte nicht nur Autofrei, sondern auch teilweise Eisenbahnfrei werden...

Die Anreise erfolgte stilecht auf der Schiene. In Maxdorf hab ich gleich mit dem vollsten aller Züge dieses Tages begonnen. Der GT6N, der mich nach Därgem bringen sollte, beförderte neben sitzenden auch ca 40 stehende Personen - in einem RNV8 hätten die sich fast alle auch noch setzen können :sneg:

Mit 628.4 und S-Bahn-Quietschie gings weiter nach Kaiserslautern, wo sogleich eine Doppeleinheit Talente zur Fahrt ins Lautertal bereit stand. Die Fahrt war nur kurz, denn in L'Otterbach wurde sie erstmal für ein zweites Frühstück unterbrochen. Hier erwartete mich auch der IM, der zuvor schon einen harten Arbeitstag hinter sich gebracht hatte.

Nach Cappuccino und Erdbeerkuchen mit Bahnblick fuhren wir weiter bis zum Endbahnhof Lauterecken-Grumbach. Der Tipp war gut, man konnte wirklich mit ca. vier bis sieben Schritten aus dem Talent aussteigen und in die im Bahnhof ansässige Brauereigaststätte einkehren. Nach den Strapazen des Tages (sthen im GTN) hatten wir uns ein kleines Schnitzel und ein dunkles Bier redlich verdient.

Geplant war dann, um 16:33 Uhr den Talent zurück zu nehmen, denn wir wollten in L'Otterbach ja noch eine kleine Nachspeise (Waffeln oder Crêpes) zu uns nehmen. Zunächst wunderten wir uns nicht, dass sich die Abfahrt verzögerte, denn die Züge waren angesichts der zahlreichen Fahrradfahrer durchweg ein wenig verspätet, und der Gegenzug war noch nicht da.

Um es vorweg zu nehmen - wir sollten den Gegenzug nicht mehr zu Gesicht kriegen. Er war auf einer Zwischenstation (natürlich im eingleisigen Streckenabschnitt) mit Elektronikstörung liegen geblieben.

"Unser" Lokführer hatte aber die Hoffnung nicht aufgegeben, und einer seiner Kollegen, der privat mit dem Fahrrad unterwegs war, radelte die ca 5 Kilometer talaufwärts zum havarierten Zug, und dort zu helfen. Es stellte sich heraus, das offenbar das Öffnen einer Klappe zur Hilfslösung der Federspeicherbremsen wegen eines Hochbahnsteiges nicht möglich war.

"Unser" Lokführer blieb sehr gelassen und freundlich, auch gegenüber zwei Beförderungsfällen, die von ihm in übelster Art und Weise Geld für ihre angeblich ungenutzten Fahrkarten haben wollten. Er hielt uns, so gut es eben ging, auf dem Laufenden. Dummerweise war an einen Busersatzverkehr auch nicht zu denken, denn die Straße im Lautertal war ja bis 19:00 Uhr für alle KFZ gesperrt.

Um seinen Führerstand hatte sich eine kleine "Wartegemeinschaft" gebildet:


Zwischendurch wanderten immer mal wieder welche rüber zur Gastwirtschaft und versorgten sich mit dem Nötigsten (Bier).
Der Tf hatte uns versprochen, über Außenlautsprecher anzukündigen, wann es weitergeht.

Die Idee, die reichlich vorhandenen Fahrraddraisinen auf der DB-Strecke einzusetzen, wurde nicht für gut befunden, weil man ja hätte bergauf fahren müssen.

Gegen 18:15 Uhr teilte der Tf uns mit, dass es wohl noch mindestens bis 19:00 Uhr dauere, bis irgendein Ersatzverkehr angeleiert werden könne. Das erschien uns doch ein wenig zu lang.

Wir benutzten also einen planmäßigen Schienenersatzverkehr - einen Citaro, der um 18:35 Uhr ab Lauterecken-Grumbach immer an der Draisinenstrecke nach Altenglan entlang fuhr (zuletzt war ich diese Strecke mit einer Draisine, und zuvor mit einem ETA 515 gefahren).

Dort gabs dann innerhalb von zwanzig Minuten Anschluss an einen 643 nach Landstuhl, von wo aus direkter Anschluss zur S-Bahn in Richtung "Metropol"region bestand. Auch für den Rückweg wählte ich den Fahrweg über Neustadt - Bad Dürkheim - ab DÜW wieder im unlöblichen GT6N.

Um 22:01 Uhr war ich in Maxdorf zurück, es ging also vergleichsweise schnell ;-)

Auf die leckeren Crêpes mussten wir allerdings verzichten.

Der IM, welcher ab Kaiserslautern dann wieder Richtung L'Otterbach fahren musste hatte mir unterdessen mitgeteilt, dass ab Wolfstein auch um 20:30 Uhr noch Schienenersatzverkehr eingerichtet war.

Antworten:

Freundschaft,

Heute ist die Zeitung voll mit Berichten vom Lauterfreien Autotal, aber von Bahnfrei steht nichts drin. In der Kuseler und der Lautrer Ausgabe wird nur über die kulinarischen- und alkoholischen Angebote gesprochen. Ich vermute mal, dass die radelnden Reporter nicht mehr in der Lage waren den havarierten Zug in Hänzehause (Heinzenhausen) aufzusuchen.

Vielleicht sollte die DB sich einmal überlegen, bei solchen Zwischenfällen die südamerikanische Methode anzuwenden und den defekten Zug einfach vom Bahndamm kippen (gab´s mal eine Meldung von irgendeiner Andenbahn).

Als ich mit etwas Verspätung L´Otterbach erreichte war der Budenzauber bereits vorbei, einzig an der Bierbude standen noch einige dorfbekannte Biernasen. Wegn des starken Regens gesellte ich mich nicht zu diesen netten Herrschaften und suchte meine Kiste auf, um in meine Heimatstadt zu gelangen. Dort erholte ich mich dann vom anstrengenden Arbeitstag und den DB Regio Erlebnissen, bei einigen Flaschen Köstritzer und diversen Hinterpfälzerqualitätswurstbroten.

Alles in Allem ein wundervoller Tag.

von Frieder Schwarz - am 03.08.2009 06:42
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