Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rumpelweiche, Jan N., E94, Frieder Schwarz, Lokleitung

Heute vor 20 Jahren - Wummen satt - (20 Bilder, 3 Scans) - wird's jetzt interessant?

Startbeitrag von Lokleitung am 13.01.2012 00:06

Vor einigen Tagen war mir gar nicht klar, dass der User E94 mit "ab Freitag wirds interessant" den ihm mündlich angekündigten Reisebericht meinen könnte. Nun gut, ich hoffe, es wird tatsächlich interessant für euch.

Dieser kleine, dreitägige Reisebericht, wird uns in den Osten Deutschlands führen. Gerade mal zwanzig Jahre ist das her, aber fast gar nichts ist mehr so wie damals. Eigentlich hatte ich vor, das Ganze immer schön tagesgenau als "heute vor 20 Jahren" zu posten. In Anbetracht der zahlreichen Bilder habe ich die drei Reisetage auf insgesamt fünf Teile verteilt.




Eines der wenigen Privilegien als Mitarbeiter einer NE-Bahn war, dass ich einmal im Jahr eine nationale Freifahrt für die "Große Eisenbahn" bekommen konnte. In den späteren Jahren hat sich das kaum noch rentiert, denn die Steuer für die "Freifahrt" wurde als geldwerter Vorteil vom Verdienst abgezogen, und da war mancher Sparpreis billiger als der für die "Freifahrt" zu versteuernde Betrag. Anfang der neunziger Jahre ging's aber noch, und mit dem Beitritt der DDR zur BRD wurden auch bisher unerreichbare Zielgebiete für mich per Freifahrtschein "erfahrbar".

Den Fahrschein für 1991 ließ ich mir im Dezember ausstellen, normalerweise hätte seine Gültigkeit maximal drei Monate dauern dürfen - die eingetragene Gültigkeit von einem Jahr war ein Fehler der ausstellenden "Behörde". Überhaupt nicht kleinlich, ließ ich mir die Karte bis ans äußerste Ende des größer gewordenen Landes ausstellen ;-)






Leider besitze ich nur noch die Aufschreibungen aus meinem Foto-Notizblock, aber keinerlei Fahrplandokumete oder Infos zu den damals benutzten Zügen. Leider besitze ich auch kein Kursbuch aus jener Zeit mehr. Mit Zugnummern kann ich also leider nicht dienen.

Zum Jahreswechsel 1991 / 1992 waren die Reichsbahn-Fahrzeuge buchmäßig in das Nummernschema der DB eingegliedert worden. Faktisch war es so, dass zwei Wochen nach Jahresbeginn zwar schon die meisten, aber bei weitem noch nicht alle Loks umgezeichnet waren.

Ich startete am Abend des 12. Januar 1992, einem Sonntag. Per Nachtzug fuhr ich von Mannheim nach Leipzig, wo ich meinen ersten Zwischenstopp einlegte. Mein eigentliches Ziel an diesem Montagmorgen war die Kinderwagen- und Knusperflockenstadt Zeitz. Die spärlichen Informationen, die ich damals hatte, ließen darauf schließen, dass es dort noch starken Güterverkehr, unter anderem mit Leipziger, Altenburger und Geraer 220 geben sollte. Im Norden der Stadt lag die Ausfädelung der Strecken nach Altenburg, Leipzig und Weißenfels, wo ich gute Fotografiermöglichkeiten vermutete. Da ich über keinerlei Ortskenntnis verfügte, kaufte ich mir am Automaten eine Fahrkarte bis zum fünf Kilometer von Zeitz entfernten Bahnhof Bornitz, der heutzutage längst nicht mehr bedient wird. Die damalige Unsitte der DB, Fahrkarten ohne ordentlichen Zielaufdruck nur für "Zonen" auszugeben, hatte die Reichsbahn bereits übernommen:



Sehr erfreulich fand ich, dass mein Zug mit der Leipziger 228 797 bespannt war. Noch fast ohne Licht entstand diese Aufnahme in Bornitz (b. Zeitz):



Es wurde langsam heller, und als nächstes zeigte sich die 220 176 des Bw Altenburg mit einem Güterzug an gleicher Stelle:



Ich machte mich also zu Fuß auf den Weg in Richtung Zeitz. Noch war es eigentlich fast zu dunkel, um fahrende Züge zu fotografieren. 220 295 des Bw Leipzig-Wahren mit ihren Gaskesselwagen wollte ich dennoch nicht auslassen. Sie war damals die letzte für die Reichsbahn hauptuntersuchte V200:



Vorübergehende Langsamfahrstelle mit provisorischer Sechs bei Kilometer 40,5 und die Leipziger 220 030 mit Kesselwagen:



An diesen vier Bildern erkannt man schon das überaus vielfältige Erscheinungsbild der 220er. Da gab es welche mit und ohne weiße Bauchbinde, mit der originalen Alu-Zierleiste unter den Führerstandsfenstern (siehe 220 295), mit Griffstangen in verschiedenen Varianten, mit und ohne die originalen gelben Zierlinien an der Seite, Loks mit dem hohen DDR-Schalldämpfer (siehe 220 030) und dem eher flachen sowjetischen. Bei der Umzeichnung verhielten sich die Bw unterschiedlich. Wurden z.B. die Geraer Loks fast alle zwar mit Klebeziffern, aber auf Schildern am ursprünglichen Platz umgezeichnet, so hatte man den 220ern aus Altenburg und Leipzig die Klebeziffern einfach auf die Frontfläche gepappt und die Schilder unter den Trittrosten entfernt, was das Erscheinungsbild doch stark verschlechterte. Sehr minimalistisch kam die 220 224 des Bw Altenburg daher - im Gegensatz zur zuvor gezeigten 220 030, der man Griffstangen in Form eines umgedrehten U angebaut hatte, trägt sie nur eine einfache, waagerechte Griffstange und zwei Stummelhandgriffe für die mitfahrenden Rangierer. Die seitliche gelbe Zierlinie ist kaum zu erkennen, aber der freundliche Kollege grüßt mich - Gruß zurück an dieser Stelle:



Nach etwa anderthalb weiteren Kilometern war ich an meinem morgendlichen Ziel angelangt - der Verzweigung der Bahnstrecken nach Leipzig, Altenburg und Weißenfels. Hier würde ich für den Rest des Morgens bleiben. Und auch die Sonne ließ sich nun gelegentlich blicken.


Mit einem gemischten Güterzug fährt die Altenburger 220 137 in Richtung ihrer Heimat aus...



...und meine morgendliche Zuglok 228 797 des Bw Leipzig Hbf Süd macht sich Lz zurück auf den Weg nach Leipzig:



Die Leipziger 202 567 nähert sich mit vier Bghw, den für mich so typischen Reichsbahn-Personenzugwagen. Sie war erst im November 1991 hauptuntersucht worden und glänzte fast wie neu::



Im hochwertigen Reiseverkehr betätigte sich die Geraer 219 139:



Einfach eine geniale Zuggarnitur - Die mit echten Lokschildern umgezeichnete Weißenfelser 201 090 schob ihren einzelnen Doppelstock-Steuerwagen in Richtung Weißenfels:



Nachdem sich im Güterverkehr eine Weile nichts getan hatte kam - welche Enttäuschung - keine 220, sondern die 232 668 des Bw Halle G mit einem Kohlezug. Sie ist unter den in diesem Teil gezeigten Loks die einzige, die sich auch zwanzig Jahre später noch im aktiven DB-Bestand befindet:



Auch zwischen Leipzig und Zeitz fuhren einzelne Leistungen mit Ferkeltaxen. Die dreiteilige Garnitur wird von 771 034 angeführt:



Dann ließ sich auch mal wieder eine 220 unter der markanten Steinbogenbrücke blicken - 220 063 mit DDR-Schalldämpfer hat Kesselwagen im Schlepp:



Aus Richtung Altenburg kam die vielfarbige 220 191 mit Flachwagen, sie sollte exakt drei Monate später den Dienst quittieren müssen:



232 668 hatte mittlerweile umgespannt und fuhr mit ihrem Kohlezug weiter in Richtung Teuchern / Weißenfels:



Da hätte ich beinahe die 220 176 verpasst. die sich nun anschickte, Zeitz in Richtung Altenburg zu verlassen. Äußerlich erschien sie sher gepflegt:



Lz kam 220 041 rein...



...und auch hier wieder ein sehr freundlicher Tf:



Der Nachschuss zeigt die interessante Gleisanlage:



Leere E-Wagen und Kesselwagen bringt 220 232 aus Richtung Weißenfels:



An dieser Stelle unterbreche ich und werde morgen weitermachen, mit dem zweiten Teil vom 13. Januar 1992.

Antworten:

Freundschaft,

das ist ein prima Wachmacher am Freitag, dem 13..

von Frieder Schwarz - am 13.01.2012 07:08

Die Reiseberichte meinte ich. Sehr schön!!! (k.T)

.

von E94 - am 13.01.2012 09:00

Tschää

nix

von Jan N. - am 13.01.2012 17:09

Schön mal wieder einen weit gefasst forumsbezogenen Beitrag ohne seltsame Umfrage und sinnlosen Kommentar zu sehen ... (owT)

*****

von Rumpelweiche - am 13.01.2012 18:36
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.