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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Tw237, Hamster, Linie 6 - Zentralfriedhof

Zu Besuch bei Tatras, Ganzes und Düwags in Ungarn und Rumänien, Teil 3: Mit dem IC nach Szeged und mit Charlie Sheen auf Bengali-Tour. (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 29.11.2012 10:04

Morsche,


heute melde ich mich zurück mit dem dritten Teil unserer Reise durch Ungarn und Rumänien.

Heute stand Szeged auf dem Plan, das den zweitgrößten Straßenbahnbetrieb Ungarns mit 23 Km Netz hat. Zudem gibt es dort noch ein Obusnetz.





Und wieder die Frühstücksfrage. …..ach nein, lassen wir das ;-)






Gleich danach machten wir uns auf zu dem Bahnhof, von dessen Bahnhofs-MC-Donalds eine Forenbekannte Lehrerin noch heute schwärmt.
Da wir aber schon was Vernünftiges gefrühstückt hatten, stiegen wir in unseren IC, der schon bereit stand.






Blick in den Innenraum des Zuges






Im Bahnhof von Kecksemet konnte ich diese DB-V90 aus dem Zug heraus fotografieren.






Angekommen im Bahnhof von Szeged, der schon seit 14 Tagen Kopfbahnhof ist, bot sich ein bunter Rangierbetrieb.





418 203 fährt Richtung Osten…





…. auf das Umsetzgleis, das bis in die 20er, so meine ich, mal eine Strecke Richtung Rumänien war. Daneben steht unsere 431 228.





Blick aus dem Bahnhofsgebäude auf den Vorplatz, wo gerade ein Kt4D zur Abfahrt bereit steht.



Hier erstmal das Netzbild, welches ich bei Wikipedia geklaut habe:






Im Frühjahr ging in Szeged eine neue Linie, die 2 nach Verto, in Betrieb, die wir gleich testeten.
Für diese Strecke beschaffte man sich beim polnischen Hersteller Pesa fünfteilige Niederflurwagen. Leider aber keine Drehgestellwagen…





Blick in den großzügigen Innenraum der Bahn. Die Schiebefenster sind nur für Notfälle da, wie man es auch von den Budapester Combinos kennt, denn die Wagen weisen eine Klimaanlage auf.





Darf ich vorstellen: Der neue O530T, also ein Fahrleitungscitaro. Er weist auch die hier für Obusse angewandte grüne Farbe. Dieselbusse sind für normal blau.





Blick in das Heck: Hier befand sich ein stehender Motor, der für 4 weitere Sitzplätze zurückgebaut wurde.
Ursprünglich war dies auch ein Dieselbus, Bj. 1999, der in Amsterdam in Einsatz war.
Er wurde dann übernommen und in eigener Werkstatt zum Trolleybus umgebaut. Denn in Serie gibt es von Evobus leider keine Obusse mehr.




Wir stiegen dann wieder in einen Pesa-Wagen ein. Aber was will uns dieses Bild sagen?
Ganz einfach: Man schaue mal auf den Übergang zwischen Bahnsteigkante und Bahnsteig. Hier unterscheidet sich der „Swing Szeged“ von seinen polnischen Geschwistern, die nach unten hin eingezogen sind und wegen der dann überstehenden Fahrwerke keinen solchen Übergang erlauben.





Wagen 108 auf dem Weg ins Stadtzentrum. Besonders schön ist, dass man auf eine Einfachfahrleitung zurückgriff, die man an der Straßenbeleuchtung montierte.





Im Innenraum der Pesa-Wagen im Vergleich zum Combino gut gelöst, ist die Anordnung der Sitzplätze im Fahrwerkbereich. Diese sind so angeordnet, dass sie dem Fahrgast einen Fußraum bieten und die durchgehenden Fahrgäste nicht behindert werden.
In den Fahrwekrsmodulen der Combino sind –je nach Ausführung – nahezu alle Sitzplätze als „unbrauchbar“ zu bezeichnen.





Wir sind dann mit der Bahn weiter nach Tarján gefahren, wo ein T6A2 in der Schleife wartet. Ihn hat man seinerzeit als Neuwagen bezogen.





Einer der Gründe gerade an diesem Tag nach Szeged zu kommen war der Einsatz des historischen Bengali-Wagens auf der Linie 3F.
Die 3F ist sozusagen die „ferlängerte“ Version der Linie 3, die noch ein ganzes Stück aus der Stadt herausfährt auf einer eingleisigen Strecke, die der Rest einer einstmals längeren Überlandbahn war, die meine ich seit den 70ern nicht mehr betrieben wird.
Diese letzte Stück wird allerdings nicht Tagesdurchgängig bedient, bzw. ist um es mit den Worten des Users „bassemohluff“ zu sagen gegenüber allen anderen Szegeder Stadtteilen benachteiligt.





Hier begegnet uns der Bengali nochmals kurz nach dem Verlassen der Endstation Fonógyari út.





In der Stadt sehen wir einen bei uns eher unbekannten Sprengwagen, der die Straßen zur Abkühlung und Staubbindung etwas bewässert. Früher hat man so etwas in vielen Städten noch mit der Straßenbahn gemacht, wofür man extra angefertigte Sprengtriebwagen hatte. Auch die Mannheimer Straßenbahn hatte zwei Stück davon, wovon der letzte noch als Tank-Beiwagen bin in die 80er in Betrieb stand.







Die Ringstraße hat man sehr schön neu angelegt. Dem Gleispan auf Wikipedia nach, muss die Straßenbahn hier früher an den Straßenrändern geführt worden sein.
Man beachte auch die schönen Fahrleitungsmasten, die die Bahn- und Busfahrleitung gleichermaßen aufnehmen.






Der grüne Skoda-Trolleybus nutzt die Bahntrasse mit, obwohl seine Fahrleitung über der MIV-Trasse hängt.






Vor der Bude nebenan stand eine DaLo auf einem Denkmalsockel.





An der Zentralhaltestelle, wo sich die große Gleiskreuzung befindet, nehmen ein Kt4D und ein Conecto Fahrgäste auf. An dem Bus kann man die blaue Farbe der Dieselbusse erkennen.




An diesem Platz steht noch eine Heilquelle, aus der warmes Wasser sprudelt.





Kurz vor dem Zentrum sehen wir einen Swing vom Bahnhof kommend.





Einmal um die Ecke der Gegenzug. Was besonders ins Auge springt, ist das schöne Rasengleis.
Insgesamt glänzt die Straßenbahn in Szeged mit modernen Strecken, die fast schon den französischen Neubau-Netzen gleichen.
Da das Netz vor einigen Jahren von sehr verschlissen gewesen sein muss, hat man wohl einige investiert.
Mein Nachbar kommt aus der Nähe von Szeged und meinte, dass die Stadt die vergangenen Jahre eine Riesenbaustelle war. Heute macht sie daher einen sehr gepflegten Eindruck.





105 erreicht die nächste Haltestelle.






So langsam wurde es Zeit, mal was zu essen. Dabei war der Straßenbahnblick natürlich wieder Bedingung.






Trolleybus kurz vorm Einfädeln in die Zentralhaltestelle.






Wir sind dann in diesen Kt4D gestiegen, um die Linie 4 noch abzufahren.
Er stammt ursprünglich aus Cottbus und wurde umgespurt.





In allen Fahrzeugen hängen solche Beschreibungen, die auf die Lebensgeschichte der Wagen hinweisen.





Nach diesem Programm sollte man sich erstmal etwas ausruhen. Zu weit zurücklehnen sollte man sich jedoch nie :-P

Hinweis: Bei der Entstehung dieses Fotos sind weder Tiere noch Menschen zu Schaden gekommen





Dieser Wagen stammt ursprünglich aus Potsdam.





Wir waren nicht die einzigen Fans, die an diesem Tag hier waren. Selbst Charlie Sheen ist für den Bengali den langen Weg aus Malibu nach Szeged gekommen.





Bevor wir dann zurück zum Bahnhof sind, haben wir uns noch ein Eis bei der besten Eisdiele vor Ort gegönnt. Das hat uns zumindest die Länge der Schlange davor verraten. Und natürlich war es auch gut.







Vor der Abfahrt noch mal ein Blick auf den frisch restaurierten Bahnhof.






Am Bahnsteig angekommen, wurde unser Zug gerade von einer Rangier-DiLo bereitgestellt.



Zum Abschluss noch zwei Bilder unsere Ankunftsbahnhofes in Budapest bei Nacht:





so viel für heute….



alla hopp

Antworten:

Re: Zu Besuch ... (mB)

Zitat
Tw237


Im Innenraum der Pesa-Wagen im Vergleich zum Combino gut gelöst, ist die Anordnung der Sitzplätze im Fahrwerkbereich. Diese sind so angeordnet, dass sie dem Fahrgast einen Fußraum bieten und die durchgehenden Fahrgäste nicht behindert werden.
In den Fahrwekrsmodulen der Combino sind –je nach Ausführung – nahezu alle Sitzplätze als „unbrauchbar“ zu bezeichnen.




Nach diesem Programm sollte man sich erstmal etwas ausruhen. Zu weit zurücklehnen sollte man sich jedoch nie :-P

Hinweis: Bei der Entstehung dieses Fotos sind weder Tiere noch Menschen zu Schaden gekommen


Nach welchem Schema werden denn die schwarzen Balken verteilt?

In manchen Beiträgen hat eine Person "ein Brett vor'm Kopf", in anderen dann wiederum nicht.:confused: :ka: ;) :rolleyes:

von Linie 6 - Zentralfriedhof - am 29.11.2012 12:26
Zitat
Tw237

Angekommen im Bahnhof von Szeged, der schon seit 14 Tagen Kopfbahnhof ist, bot sich ein bunter Rangierbetrieb.

Seit 14 Tagen? Ich glaube das muss irgendwas Foreninternes sein, wieso seit 14 Tagen?

Zitat


.. auf das Umsetzgleis, das bis in die 20er, so meine ich, mal eine Strecke Richtung Rumänien war. Daneben steht unsere 431 228.

Nee, die Brücke wurde im zweiten Weltkrieg in internationaler Zusammenarbeit zerstört: die RAF und USAF haben sie gebombt und schwer beschädigt, den Rest haben die zurückziehenden Truppen der deutschen Wehrmacht gesprengt. Die Rote Armee hat dann eine temporäre Holzbrücke gebaut, diese wurde 1946 von der Eisflut der Theisse zerstört, seitdem sind Szeged und Újszeged zwei Kopfbahnhöfe in Kilometerentfernung :(

Zitat


Darf ich vorstellen: Der neue O530T, also ein Fahrleitungscitaro. Er weist auch die hier für Obusse angewandte grüne Farbe. Dieselbusse sind für normal blau.

Die Farben deuten auf den Betreiber: Tram und Obus sind von der stadtseigenen SzKT betrieben, "normalen" Busse aber von Tisza Volán, ein staatlicher Busverkehrsbetrieb, der nicht nur in Szeged, sondern im ganzen Komitat und auch auf Überlandslinien vertreten ist. Aber auch die SZKT hat einige Busse, sie wurden für die Bauunterbrechungen gekauft, ausserdem fuhr die Obuslinie 8 im Vorlaufbetrieb seit Jahren mit diesen, da die Fahrdraht auf manchen Abschnitten noch gefehlt hat. Diese Busse sind (zumeist) genau wie die Obusse bemalt, und beim Ersatzverkehr kommen die meisten Leute nicht darauf, dass das ein Diesel statt eines Obus ist :)

Zitat


Die Ringstraße hat man sehr schön neu angelegt. Dem Gleispan auf Wikipedia nach, muss die Straßenbahn hier früher an den Straßenrändern geführt worden sein.

Nicht auf den Rändern: die Strecke war hier eingleisig auf der innenstadtseitigen Rand der Strasse geführt:



von Hamster - am 29.11.2012 21:27
Danke für die Ergänzungen!

Ja, das mit den 14 Tagen ist wie " früher " RNLF-Deutsch. Vor 14 Tagen ist ein nicht konkret definierter Begriff für "Schon lange her" ;-)


Mit der Brücke war ich dann wohl falsch informiert. Ich weiß aber auch nicht mehr, woher ich diese Info hatte.
Ist ein Wiederaufbau einer Brücke auf Dauer angedacht, oder hat man sich davon ganz verabschiedet?


Einen grünen Dieselbus hatten wir auch gesehen. Auf der 8. Allerdings nur ein Kurs. Die anderen hatten Stangen. Wir dachten uns, dass man wohl welche als Reserve hat oder ggf.später noch umbaut. Interessant war, dass dieser Bus ein Original-Citaro war, während die blauen alle Conectos, also "Billig-Citaros" aus der Türkei sind.

von Tw237 - am 30.11.2012 08:58

Bus- und Obusfotos (m8B)

Zitat
Tw237
Mit der Brücke war ich dann wohl falsch informiert. Ich weiß aber auch nicht mehr, woher ich diese Info hatte.
Ist ein Wiederaufbau einer Brücke auf Dauer angedacht, oder hat man sich davon ganz verabschiedet?

Man hätte die Brücke gern wieder, aber Geld dafür gibt es nicht. Es gibt Vorschläge mit einem Bahn+Strassenbrücke, aber ob man dafür bezahlen kann? Übrigens, die Stelle des Widerlagers auf der Seite näher zum Hauptbahnhof wurder vor ein paar Jahren zugebaut, so einfach könnte man die alte Trasse nicht mehr wieder aufbauen. Der andere Widerlager existiert m.W. immer noch.

Zitat

Einen grünen Dieselbus hatten wir auch gesehen. Auf der 8. Allerdings nur ein Kurs. Die anderen hatten Stangen. Wir dachten uns, dass man wohl welche als Reserve hat oder ggf.später noch umbaut. Interessant war, dass dieser Bus ein Original-Citaro war, während die blauen alle Conectos, also "Billig-Citaros" aus der Türkei sind.

Tisza Volán hat wohl neue Busse gekauft, natürlich so billig wie möglich, die SZKT hat aber "second hand" gehandelt - und in den BeNeLux-Staaten, usw kaufte man anscheinend nicht aus der Türkei. Die Citaro-Obusse sind ganz schön, aber die Volvos, die man vorher umgebaut hat, gefallen mir noch besser:


Es gibt auch einen dreiachsiger Citaro bei der SZKT:

Leider wurde das nicht in einen Obus umgebaut... :I

Übrigens hat die SZKT auch einige Ikarus 417 Nfl-Gelenkbusse aus Wuppertal gekauft:

...die sehr schön mit den Ikarus 417 der Tisza Volán zusammenpassen:


Der vorige Direktor (er wurde nach den Selbstverwaltunsgwahlen von der neuen Stadtsversammlung ersetzt) hat immer Kleinserien von benutzt kaufbaren Busse gekauft, und baute immer nur so wenig um, für die es im Moment Geld gab. Das ging langsam aber sicher. Mit diesen Umbauten konnte man dann die alten SIU-Obusse völlig ersetzten:

und die Ikarusse auch:

Auch die E-Ausrüstung der bleibenden Skodas wurde modernisiert.

Am interessantesten habe ich die Skoda 21Ab gefunden, also sozusagen Skoda 21tr Obusse mit Dieselmotor statt E-motor:


Sein letzter Obus war aber ein Neubau, zusammen mit dem ungarischen Kleinserienhersteller A.R.C. - der "SZKT-ARC Tr187/TV.EU":

Aus diesem Typ wird es jetzt - nachdem man das Projekt angegriffen und dann schiesslich geklärt hat - soviel ich weiss eine Serie.

Die SZKT hat so viele Dieselbuse gekauft, weil die Stadt mehrere Jahre lang eine Grossbaustelle war: alle Innerstadtstrecken wurden erneuert, eine neue Linie gebaut - und so war es anscheinend billiger, als SEV von dem Konkurenten Tisza-Volán zu pachten. Es gab auch Ikarus 280 Dieselbusse aus Miskolc, Kaposvár und Budapest (wenn ich mich nicht irre), aber diese sind dann ausser Betrieb gestellt, während die Citaros noch gebraucht werden.

von Hamster - am 30.11.2012 11:43
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